Bitcoin Netzwerk kommt ins Stocken – Hashrate bricht ein und Gebühren explodieren

Das Bitcoin Netzwerk kommt aktuell ins Stocken. Der Grund dafür liegt an der Hashrate, die innerhalb der letzten 7 Tage um ca. 35% eingebrochen ist. Dadurch werden Blöcke langsamer gefunden und die Anzahl der unbestätigten Transaktionen steigt auf ein Zweijahreshoch. Das Resultat sind erhöhte Bitcoin Transaktionsgebühren für die Nutzer und höhere Einnahmen für die BTC Miner.

In diesem Artikel schauen wir uns kurz an was gerade mit dem Bitcoin Netzwerk passiert und welche Gründe dies hat. Sicher ist: Kein Grund zu Aufregung. Viel Spaß!

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Das geniale Konzept hinter Bitcoin

Bitcoin basiert auf spieltheoretischen Mechanismen, um die Teilnehmer dazu zu bewegen sich an die Regeln im Netzwerk zu halten. Es ist beeindrucken wie gut das System und die Idee hinter Bitcoin nach wie vor funktioniert. Ein dezentrales Netzwerk, dass ohne eine zentrale Instanz für ausreichend Sicherheit sorgt, um ein milliardenschweres Asset zu schützen.

Das ist nicht nur genial und der erste funktionierende Versuch einer dezentralen Währung, sondern eine echte Revolution für das gesamte Finanzsystem. Für die nötige Sicherheit sorgen in erster Linie die Bitcoin Miner, die ihre Leistung – die sogenannte Hashrate – dem Netzwerk zur Verfügung stellen, um nach neuen Blöcken zu suchen.

Bitcoin Miner konkurrieren untereinander auf der Suche nach dem nächsten Block. Kein Wunder, denn die Belohnung lässt sich sehen. Aktuell bekommt jeder der einen BTC Block findet, eine Belohnung in Höhe von 6,25 BTC. Das sind aktuell umgerechnet ca. 85.000 USD. Dazu kommen noch Transaktionsgebühren der Transaktionen, die man im gleichen Block verarbeitet.

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Difficulty Anpassung wacht über das Netzwerk

An dieser Stelle kommt eine weitere geniale Erfindung von Satoshi Nakamoto hinzu – die Difficulty Anpassung. Die Schwierigkeit, um einen neuen Bitcoin Block zu finden, ist anpassungsfähig. Das garantiert, dass im Durchschnitt Blöcke etwa jede 10 Minuten gefunden werden. Diese Anpassung der Schwierigkeit passiert jede 2 Wochen und als Grundlage dienen die Werte der letzten 2016 Blöcke.

Wenn im Durchschnitt der letzten 2016 Blöcke die vorgegebene Zeit von 10 Minuten unterschritten wurde, wird die Difficulty erhöht. Wenn die Blöcke langsamer gefunden wurden, wird sie gesenkt. Damit wird sichergestellt, dass niemand einfach mehr Bitcoin „produzieren“ kann als im Code festgelegt. Das garantiert uns, dass wir ca. im Jahr 2140 den letzten BTC finden und die maximale Anzahl von 21 Millionen Bitcoins erreichen.

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Ende der Regenzeit führt zum Bitcoin Hashrate-Einbruch

Kommen wir aber wieder zurück zu den aktuellen Gegebenheiten. Die Bitcoin Hashrate ist innerhalb der letzten 7 Tage um teilweise mehr als 35% eingebrochen. Der Grund hierfür liegt hauptsächlich an der Regenzeit in bestimmten Regionen Chinas, die nun zu Ende gegangen ist.

In diesen Regionen wird vor allem durch Wasserkraftwerke Strom generiert. Die Staudämme sind zu dieser Zeit gut gefüllt und erreichen dadurch eine hohe Effizienz. Das kommt vor allem den Bitcoin Minern zugute, die auf günstige Strompreise zurückgreifen können.

Doch sobald die Regenzeit abnimmt, wird es für das Mining-Business vor Ort ungemütlich. Die Strompreise steigen und machen das Bitcoin Mining vor Ort nicht mehr konkurrenzfähig. Die Folge ist ein Umzug der Miner samt Hardware in andere Regionen. Größere Farmen nehmen ihre Hardware vom Netz und führen automatisch zu einem Hashrate-Einbruch.

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Aktuell weniger BTC Blöcke als üblich

Durch den plötzlichen Rückgang der Hashrate werden aktuell Blöcke langsamer gefunden. Das liegt daran, dass die Difficulty Anpassung noch nicht stattgefunden hat. Das Netzwerk weiß sozusagen noch nicht, dass sich die Hashrate bereits reduziert hat.

Die nächste Difficulty Anpassung erwartet uns in etwa 3 Tagen und wird aktuell voraussichtlich um ca. 12% fallen. Das motiviert weitere Miner wieder an Netz zu gehen, da die Suche nach neuen Blöcken und nach der hinterlegten Belohnung einfacher wird. Dieses geniale Konstrukt erweist seit mehr als einem Jahrzehnt seinen Dienst und hält die Sicherheit des Netzwerks immer im Gleichgewicht.

memepool von Bitcoin (BTC)

Es werden aktuell also seltener Blöcke gefunden. Dadurch erhöht sich die Anzahl der unbestätigten Transaktionen (Mempool) und die Transaktionsgebühren gehen hoch. Jeder Block hat nämlich eine maximale Anzahl an Transaktionen, die er verarbeiten kann. Dieser Umstand führt aktuell dazu, dass die Anzahl der unbestätigten Transaktionen besonders hoch ist. Wenn die Harshrate aber wieder steigt, wird auch der Mempool wieder kleiner.

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Ein gesunder Gebührenmarkt hat sich etabliert

Auf der einen Seite ärgert es einige Nutzer, die sich über die langen Wartezeiten und hohen Transaktionsgebühren beschweren. Auf der anderen Seite freuen sich die Bitcoin Miner über erhöhte Einnahmen. Es ist ein freier Gebührenmarkt entstanden, der die Miner dazu noch mehr motiviert, sich an die Regeln im Netzwerk zu halten. Zudem werden damit Spam-Attacken ausgemerzt, da es den Angreifer schlichtweg zu viel Geld kosten würde.

In den nächsten Tagen und Wochen sollte sich die Lage aber wieder beruhigen. Sobald die Bitcoin Miner aus China umgezogen sind und die Difficulty Anpassung stattgefunden hat, können wir vielleicht sogar mit mehr Blöcken rechnen. Das würde die Anzahl der unbestätigten Transaktionen schnell abarbeiten und die Transaktionsgebühren wieder fallen lassen.

Es gibt also aktuell absolut keinen Grund zur Sorge. Die Hashrate ist nach wie vor hoch genug, um das Netzwerk ausreichend zu schützen. Auch bei der Hashrate kommt es immer wieder durch verschiedene Faktoren zu starken Schwankungen. Das Bitcoin Netzwerk passt sich immer wieder an die äußeren Umstände an und macht es damit Widerstandsfähiger. Wir bleiben wie immer dran und berichten täglich für euch!

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