Plattform für Aktienkurse, Aktienhandel und Broker

Aktienbewertung: Wie finde ich die richtige Aktie? – Die wichtigsten Kennzahlen

Dieser Artikel zum Thema Aktienbewertung ist eine wichtige Ergänzung zu unserem Grundlagenartikel Was ist eine Aktie. Wir möchten dir mit diesem Beitrag nicht nur oberflächliches, sondern ein tieferes Verständnis zur Bewertung von Aktien mitgeben. Anders formuliert: Wie findest du die richtige Aktie und welche Kennzahlen kannst du verwenden, um Unternehmen zu analysieren.

Aktienbewertung: Fundament oder heiße Luft?

Bevor wir tiefer in die Thematik einsteigen, sollten wir uns einige Dinge klar machen. Wir möchten mit diesen Punkten vor allem folgenden Aspekt aufzeigen. Es gibt wichtige Kennzahlen, die bei der Bewertung von Unternehmen helfen. Die Aktienbewertung ist keine heiße Luft, sondern basiert auf einem validen Fundament. Dennoch heißt dies eben nicht, dass der Preis eines Unternehmens zwangsweise deiner Bewertung bzw. den Ergebnisse deiner Bewertung folgen wird.

Demnach ergeben sich folgende wichtige Aspekte:

  • Kurssteigerungen/-verluste aus der Vergangenheit sind keine Garantie für die gleiche Entwicklung in der Zukunft.
  • Keiner, wirklich niemand, kann garantiert sagen, ob und wie stark Kurse steigen oder fallen.
  • Technische Chartanalysen sowie Fundamentalanalysen können Hinweise auf zukünftige Kursbewegungen geben. Sie sind jedoch ebenfalls keine Garantie dafür.
  • Der Erfolg eines Unternehmens wirkt sich langfristig immer auf den Aktienkurs aus.
  • Jedem Marktteilnehmer stehen alle Informationen zur gleichen Zeit zur Verfügung. Eine Ausnahme bildet die Informationsasymmetrie, die wir gleich näher erläutern.
  • Aus der Perspektive der Rendite machen Vorzugsaktien für Klein- und Privatinvestoren am meisten Sinn, da der Preis meist unter dem der Stammaktie liegt und die Dividenden höher ausfallen.

Informationsasymmetrie bei der Aktienbewertung

Bevor wir nun zu den eigentlichen Kennzahlen bei der Aktienbewertung kommen, starten wir mit dem Begriff der Informationsasymmetrie. Zwischen den Aktionären und dem Management (Geschäftsleitung) besteht stehts eine Informationsasymmetrie. Diese kann mehr oder weniger groß ausfallen. Das bedeutet, dass die Geschäftsleitung in der Regel einen höheren Informationsgrad hat als die Investoren (Aktionäre).

Jeder Aktionär hat zwar das Recht jederzeit über die Lage des Unternehmens informiert zu werden. Den meisten privaten Aktionären fehlt dazu jedoch die Zeit und das Verständnis diese Informationen zu sichten.

Auch wenn jeder Aktionär rein theoretisch über die gleiche Information verfügen könnte, ist dies in der Realität jedoch nicht der Fall. Außerdem ist das Problem, dass nicht jeder Aktionär über dasselbe Wissen verfügt, um diese Informationen positiv, negativ oder neutral zu deuten.

Eine gute Finanzpublizität versucht diesem Problem Herr zu werden. Der aktuelle Fall von Wirecard zeigt jedoch, dass selbst Wirtschaftsprüfer und Aufsichtsbehörden nicht immer up-to-Date sind.

Welche Informationen brauche ich vor einem Investment in Aktien?

Je mehr Informationen du im Vorfeld über die Aktie und das Unternehmen in Erfahrung bringst, desto wahrscheinlich ist es, den richtigen “Riecher” für die langfristige Kursbewegung zu bekommen. Kurz- und mittelfristige Kursschwankungen können davon stark abweichen.

Branche und Index:

Da am Aktienmarkt vor allem die Erwartungen in der Zukunft gehandelt werden, sollte die zugrundeliegende Branche auch zukunftsträchtig sein. Mit Sicherheit wird eine Aktie in den Branchen Robotik, IT und Gesundheitstechnologie (und anderen) mehr Renditechance haben als viele andere. Das ist jedoch noch kein Garant für eine Kurssteigerung einer einzelnen Aktie innerhalb dieser Branche.

Der moderne Finanzmarkt, vor allem die Börsennotierten Wertpapiere, ist stark reguliert und wird permanent überwacht. Wird eine Aktie in einen modernen, großen und bekannten Index gelistet, wie z.B. den DAX, ist in der Regel eine höhere Sicherheit und Liquidität gegeben. Wie wir bereits gelernt haben, leidet meist die Rentabilität darunter. Wirecard und die Telekom zu Beginn der 2000er Jahre haben gezeigt, dass auch ein starker Index kein Garant dafür ist.

Unternehmensgröße / Marktkapitalisierung als wichtiger Faktor der Aktienbewertung

Die Unternehmensgröße kann eine entscheidende Rolle bei einer Aktie und deren zukünftigen Verlauf spielen. Bei Aktiengesellschaften misst man die Unternehmensgröße vor allem an der Marktkapitalisierung (nicht zu verwechseln mit der Bilanzsumme). Dieser Wert entspricht allen ausgegebenen Aktien multipliziert mit dem aktuellen Börsenwert. In der Regel wird unter Small, Mid und Large Cap Unternehmen unterschieden. Mittlerweile wurde dies durch Micro und Mega Cap Unternehmen erweitert.

Diese Grafik zeigt die Klassifizierung der Unternehmen nach den Größen Mega Cap, Large Cap, Mid Cap, Small Cap, Micro Cap

Folgen wir der Logik des magischen Dreiecks, mit dem wir uns umfassend im ersten Artikel befasst haben, bedeutet das, dass mit steigender Marktkapitalisierung die Liquidität und die Sicherheit erhöht und die Rentabilität eingeschränkt wird.

Dass die Realität nicht immer der Theorie folgt, sehen wir sehr stark in der aktuellen Krise. Im S&P500, einem der führenden Aktienindizes weltweit, haben die Mega Cap Aktientitel den ganzen Index dominiert.

Diese Grafik zeigt die Performance der Mega-Caps im Vergleich zu dem S&P 500

Lediglich 7 der 500 Titel (ca. 1,4%) haben für eine Outperformance gesorgt. Ohne die Mega Cap Titel, wie Microsoft, Google, Facebook oder Amazon, hätte der S&P500 sogar eine negative Performance aufgewiesen. Wer sich dem Thema der Aktienbewertung also widmet, sollte eine solche Erkenntnis immer im Hinterkopf behalten: Neben der Theorie gibt es die Praxis und diese kann oft weit von der Theorie abweichen!

Unternehmenskennzahlen:

Börsennotierte Unternehmen unterliegen besonderen Auflagen und Veröffentlichungspflichten. Die Bilanzen sind frei einsehbar und die meisten Unternehmenskennzahlen werden veröffentlicht. Diese Kennzahlen können einen entscheidenden Hinweis auf die Stabilität, die Gewinnerwartungen und die Investitionsfreudigkeit des Unternehmens geben.

Unternehmen, die langfristig Gewinne erwirtschaften, Investitionen in Innovationen tätigen und zukunftsträchtigen Branchen angehören, haben in der Regel eine viel höhere Wahrscheinlichkeit einen steigenden Aktienkurs zu verzeichnen.

Wichtige Bilanzkennzahlen sind unter anderem:

  • Umsatzwachstum mittel- und langfristig
  • Operativer Gewinn mittel- und langfristig
  • Verschuldungsquote
  • Eigenkapitalrendite
  • Gesamtrentabilität
  • Renditeerwartung

Rating als Teil der Aktienbewertung:

Soviel vorweg – Ratingagenturen sind nicht unfehlbar und daher immer mit Vorsicht zu genießen. Nichtsdestotrotz ist die Aufgabe einer Ratingagentur die Bonität von Staaten, Unternehmen und Finanzinstrumente zu messen und zu bewerten. Diese Bewertungsskalen geben meist ein Indiz darauf wie wahrscheinlich ein Zahlungsausfall ist. Da ein Zahlungsausfall ein massives Risiko für den Investor darstellt, sollte das Rating immer ein Faktor der Aktienbewertung sein.

International angesehene Ratingagenturen sind:

  • Standard & Poor’s
  • Fitsch
  • Moody’s & Co.

Darüber hinaus haben diverse Finanzplattformen wie Morningstar eigene Ratings. Das Rating einer Aktiengesellschaft bewertet meist, wie oben beschrieben, die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls, während die Bewertung einzelner Aktien auch davon abweichen kann.

Streubesitz:

Der Streubesitz drückt den prozentualen Anteil der Summe der Aktien aus, die zum Börsenhandel zur Verfügung stehen. Oft leiten potentielle Investoren davon Sicherheit und Liquidität ab, die damit jedoch keine hohe Korrelation aufweisen.

In der Regel weist eine niedrige Streubesitzquote darauf hin, dass es mehrere Großinvestoren mit strategischen Zielen gibt. Wie groß die Spannweite hierbei sein kann, zeigt sich an den Beispielen der Facebook Aktie WKN: A1JWVX und der Tui Aktie WKN: TUAG00.

Blicken wir zunächst auf die Streubesitzquote von der FB-Aktie:

Aktienbewertung durch Streubesitzquote der Facebook Aktie

Wir sehen hierbei, dass diese Quote mit rund 99% extrem hoch ist. Blicken wir nun auf TUI:

Streubesitzquote der TUI Aktie

Dabei sehen wir einen massiven Unterschied. Im Vergleich zu Facebook liegt die Streubesitzquote von TUI bei gerade einmal 66,35%. Um die Aktionärsstruktur detaillierter in Erfahrung zu bringen, kannst du im Übrigen immer den Geschäftsbericht lesen und/oder Online-Tools wie MarketScreener nutzen. Letzteres ist mit Sicherheit die schnellere Variante.

Dividende  und die Dividendenrendite:

Eine Dividende ist eine Gewinnausschüttung pro Aktie an die Aktionäre. Dividenden sind nicht garantiert und können gekürzt oder gestrichen werden. Außerdem schüttet nicht jede Aktiengesellschaft Dividenden aus, sondern kann ihren Gewinn auch einbehalten um z.B. Investitionen zu tätigen.

Während die Dividende in absoluten Zahlen angegeben ist, drückt die Dividendenrendite das Verhältnis der Dividende zum Aktienkurs aus.

Aktiengesellschaften mit hohen Dividendenausschüttungen werden auch Dividendenkönige genannt. Einige Investoren vernachlässigen oft eine grundlegende Aktienbewertung und setzen lediglich auf die ‚Kraft‘ der Dividendenkönige.

Dividenden vs. Nicht-Dividenden Titel

Ein Performance Vergleich zwischen Dividenden und Nicht-Dividenden Titeln ist objektiv gar nicht so einfach, denn folgende Punkte müssen gleich oder nahezu identisch sein:

  • Branche (z.B. Automobil)
  • Tätigkeitsfeld innerhalb der Branche (z.B. E-Automobilhersteller vs. klassische Automobilhersteller)
  • Regularien (z.B. gleiches Land)
  • Hauptumsatz weltweit oder national
  • Gleiche Investitionsquoten

Um ein Gefühl zu bekommen welchen Unterschied reinvestierte Dividenden machen (denn nur dann machen Dividendentitel zum Vermögensaufbau wirklich Sinn) vergleichen wir den DAX mit dem K-DAX.

Der DAX ist der bekannteste Deutsche Index und führt die 30 “größten” deutschen Aktiengesellschaften. Der Index wird in der Regel als Performance Index angegeben. Das bedeutet, dass Dividendentitel so behandelt werden wie wenn die ganze Dividende in die zugrunde liegende Aktie reinvestiert wird.

Kursindex vs. Performanceindex

Beide Indizes wurden 1987 mit 1.000 Punkten gestartet. Stand 27.07.2020 ergibt sich folgendes:

DAX Kursindex und Performanceindex. Kursunterschiede im Vergleich

Der Unterschied ist sehr deutlich zu erkennen. Durch Reinvestition der Dividende liegt die Performance bei mehr als 100% über dem Kursindex. Das ist jedoch kein Garant dafür, dass Dividendentitel selbst mit Reinvestition deutlich über Nicht-Dividendentitel liegen. In meinem Studium ist ein Satz passend dazu hängen geblieben:

“Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast.”

Einer der größten Kritikpunkte bei Dividen Titeln ist die Thematik der Besteuerung. Da wir keine Steuerberater sind und das Thema den Rahmen sprengen würde, ist hier ein empfehlenswerter Artikel der die Thematik kurz umreißt. Besteuerung von Dividenden: Besteuerung auf Anlegerseite bei Privatanlegern

Als kleine Anmerkung: Bei den meisten Brokern kannst du Dividenden automatisch reinvestieren lassen.

KGV / KCV:

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bildet das Verhältnis zwischen dem Aktienkurs und dem Gewinn pro Aktie. Zur Ermittlung des Gewinns pro Aktie teilt man wiederum den Unternehmensgewinn durch die Anzahl der Aktien. Umgekehrt kann man das KGV auch so interpretieren, dass es die Jahre widerspiegelt, die eine Aktiengesellschaft benötigt, um den aktuellen Börsenwert zu erwirtschaften.

Eine feste Regel ab welchem KGV eine Aktie über- oder unterbewertet gibt es nicht.

Meiner Meinung nach ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ein zweischneidiges Schwert. Normalerweise gilt es als einer der Klassiker im Rahmen der Aktienbewertung. KGV’s aus der Vergangenheit sind gesicherte Größen, bilden aber keine Garantie auf die Zukunft ab. Kurzfristige Verwerfungen, unabhängig der Richtung, lassen diese Kennzahl verrückt spielen.

Ein Beispiel wie hoch das KGV einer Aktie tatsächlich sein kann und welchen Informationsgehalt dieser Wert dann tatsächlich hat, zeigt das Beispiel um Tesla.

Diese Grafik zeigt die Tesla KPIs und insbesondere das Tesla KGV

Die KGV von Tesla WKN: A1CX3T ist aktuell so zu deuten: Das Unternehmen braucht 14.392 Jahre um den aktuellen Börsenwert zu erwirtschaften. In der Realität wissen wir, dass das keinen Sinn machen kann. Entweder Tesla ist bis dahin Pleite oder eine Weltmacht.

Ein durchaus realistischer Wert ist das KGV der Shell Aktie WKN: A0D94M.

KGV Royal Dutch Shell Aktie

Eine moderne Größe ist das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV). Diese Kennzahl bewertet die zukünftige Ertragskraft des Unternehmens. Das KCV bietet einige Vorteile gegenüber dem KGV. Es ist weniger anfällig für bilanzpolitische Manipulationen und ist auch anwendbar, wenn Unternehmen kurzfristig keine Gewinne erwirtschaften.

Beide Kennzahlen spielen eine große Rolle in der Fundamentalanalyse.

Volatilität:

Die Volatilität gibt die Schwankungsbreite pro Periode an. Das bedeutet wie stark ein Aktienkurs in welcher Zeit gestiegen und/oder gefallen ist. In der Regel sinkt die Volatilität über einen höheren Zeitraum. Die Volatilität gibt außerdem indirekt Aufschluss darüber wie “risikoreich” eine Aktie ist. Je größer die Volatilität in kurzer Zeit desto größer das Risiko, aber auch die Ertragschance.

Aktienbewertung als ein wichtiger Faktoren für deine Investition

Damit sind wir auch am Ende unseres Artikels zur Aktienbewertung angekommen. Wir hoffen, dass wir dir damit interessante und neue Informationen vermitteln konnten. Du solltest nun wissen, welchen Input du benötigst, um ein Unternehmen zu bewerten. Denk daran, dass das Thema der Aktienbewertung zwar auf soliden Prinzipien beruht, jedoch kein Garant für Gewinne bei Investitionen ist.

Um für dich die richtigen Aktien zu wählen, bedarf es viel mehr als einer reinen Bewertung von Unternehmen. Wichtige Faktoren wie deine persönliche Situation, dein Anlagehorizont und natürlich auch deine Ziele sollten hierbei im Vordergrund stehen. Erst wenn diese Faktoren geklärt sind, können die ‚richtigen‘ Aktien für dich gewählt werden.

Zum Autor:

Marcel Kunz ist 30 Jahre jung und lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Heidelberg. Durch erste Semester Informationswirtschaft am Karlsruher Institute of Technology und einem folgenden Dualen Studium bei der Bank sind die Finanzwelt und er untrennbar. Seit er 15 Jahre ist beschäftigt er sich zusätzlich in seiner Freizeit mit Thema Finanzen und Geldanlage. 

Neben den rechtlichen Anforderungen bringt er durch sein Interesse an neuen Assetklassen, wie z.B. Bitcoin, neuen Wind in die sonst sehr angestaubte Branche. Marcel beschäftigt sich bei der InVertas GmbH vor allem mit den Themenfeldern Ruhestandsplanung, Geldanlage und private Krankenversicherung. Zu seinen Kunden zählen Unternehmer, Selbständige und leitende Angestellte.

Kontakt: http://invertas.de/kontakt/

Aktie als Papier

Was ist eine Aktie? – Die wichtigsten Konzepte einfach erklärt

Nachdem wir in unserem letzten Artikel die ersten Grundlagen zum Thema “richtig Investieren” gelegt haben, schauen wir uns heute das Themenfeld “Aktien” genauer an.

Das Investieren in Aktien ist ein viel besprochenes Thema. Meiner Meinung nach gibt es kein Asset neben Kryptowährungen und Bitcoin, dass so kontrovers und mit soviel Unwissenheit versehen ist wie das Thema Aktien.

Dabei möchten wir dir beim Lesen neben harten Fakten auch relevante Informationen mitgeben. Dabei klären wir beispielsweise auch die Frage, was Aktien mit Pfeffersäcken zu tun haben und seit wann es überhaupt Aktien gibt. Wir wollen dir dabei mit auf den Weg geben, dass Aktien nicht nur ein sinnvolles und notwendiges Investment zur Gewinnerzielung darstellen, sondern auch ein potentes Machtinstrument sein können.

Aufbau und Zielsetzung dieses Artikels

Das Themenfeld Aktien ist riesig und dementsprechend bekommst du zuerst einen kleinen Überblick was dich in diesem Artikel erwartet und was nicht:

Was dich im Artikel erwartet Was dich nicht erwartet
  • Was ist eine Aktie?
  • Entstehung und Bedeutung von Aktien
  • Arten von Aktien
  • Chancen und Risiken von Aktien
  • Wieso ein Investment in Aktien sinnvoll ist
  • Vorhersagen aus unserer Glaskugel
  • Tipps für Einzelaktien
  • Weisheiten selbsternannter Finanzgurus
  • Die Streitfrage, ob Dividendentitel oder nicht

Mir ist es sehr wichtig, dass du verstehst, wie eine Aktie funktioniert und wieso es Sinn macht direkt oder indirekt, z.B. über Fonds oder ETF’s, in Aktien zu investieren. Außerdem will ich dich ermutigen es einfach mal selbst zu testen, Erfahrungen zu machen und dir somit auch die Angst vor Aktien zu nehmen.

Wie im letzten Artikel schon beschrieben, kann sich meiner Meinung nach niemand mehr leisten nicht richtig zu investieren. Das Feld der Aktien ist dabei ein sehr großer und wichtiger Baustein.

Es kann sein, dass an der ein oder anderen Stelle ein Fachbegriff nur oberflächlich und vereinfacht erklärt wird. Finanzinstrumente sowie Aktien sind über eine lange Zeit entstanden; dabei hat sich natürlich auch ein unglaubliches Vokabular rund um diese Thematik gebildet. Mach dir keinen Kopf solltest du den ein oder anderen Begriff nicht zu 100% verstehen – die wichtigsten Zusammenhänge sind detailliert erklärt.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen, verstehen und umsetzen.

Wieso sollte ich Aktien erwerben?

Beginnen wir mit der wichtigsten Frage: Wieso sollte ich Aktien erwerben? – Diese Frage möchte ich dir beantworten, noch bevor wir im Laufe des Artikels klären, wie Aktien funktionieren, welche Arten es gibt, wie sie entstanden und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind.

Zunächst können wir sehr einfach zusammenfassen, wieso du Aktionär, also der Inhaber von Aktien eines Unternehmens, werden solltest:

Als Aktionär erwirbst du das Recht auf Mitsprache (Stimmrecht) und eine Beteiligung am Gewinn des Unternehmens.

Damit wird schnell klar, dass eine Aktie mehr als eine reine Investition ist. Sie lässt sich direkt an den Gewinnen einer Firma partizipieren. Zusätzlich dazu erhältst du das Recht auf Mitsprache und somit eine direkt Entscheidungs- bzw. Einflussmöglichkeit.

Auch wenn dieser Grundsatz zunächst einfach klingt, kann er in der Ausgestaltung doch recht kompliziert sei. Wir fassen jetzt zunächst einige wichtige Informationen zusammen, die immer gelten, wenn du Aktien kaufst:

  • Die Aktie liegt auf einem Aktiendepot bei einer Bank (heute Wertpapierhandelsbanken).
  • Je mehr (Stamm-)Aktien du besitzt desto mehr Stimmrechte und Anteile am Gewinn hast du.
  • Die Gewinnbeteiligung kann zu bestimmten Terminen als Dividende ausgeschüttet werden
    • Das Unternehmen kann auf die Ausschüttung solcher Dividenden verzichten. Damit verbleibt der Gewinn im Unternehmen und wird zu Investitionszwecken genutzt. Man spricht von der sogenannten Thesaurierung.

Die Art der Gewinnbeteiligung spielt auch eine Rolle bei Aktienfonds. Diese können nämlich thesaurierend oder ausschüttend sein. Dazu aber mehr im Artikel über Fonds, der in den nächsten Wochen erscheinen wird.

Die Entstehung der ersten Aktien und Wertpapiere

Viele Investoren in Aktien wissen gar nicht, dass der Ursprung von Aktien keineswegs etwas mit Gewinnmaximierung, Renditeerzielung und/oder Mitspracherechten zu tun hat. Doch bevor wir uns die Geschichte der Aktie anschauen, ist es wichtig zu verstehen was überhaupt eine Aktie ist.

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das den Anteil an einer Aktiengesellschaft verbrieft.

Außerdem gilt folgender Grundsatz, den sich jeder potenzielle Investor vor Augen halten sollte:

„Aktien werden von Aktiengesellschaften ausgegeben. Deren Gesellschafter (Aktionäre) sind mit Ihrer Einlage am Grundkapital beteiligt. Dieses Grundkapital ist in eine bestimmte Anzahl an Aktien aufgeteilt.“

Doch was ist denn jetzt ein Wertpapier und was bedeutet in diesem Zusammenhang “verbrieft”. Einfach und oberflächlich ausgedrückt bedeutet das im Bezug auf Aktien Folgendes:

Was heißt verbrieft im Zusammenhang mit Aktien?

Du als Gläubiger (Käufer von Aktien) erhälst eine Urkunde auf dem ein Recht (zum Beispiel Anteile an einem Unternehmen) verbrieft (die Zusicherung eines Rechts) ist. Dieses Recht gegenüber einem Schuldner (zum Beispiel einem Unternehmen) kann eingelöst werden, indem du die Urkunde dem Schuldner vorlegst.

Ja, du hast richtig gehört. Eine Aktie ist ursprünglich eine Urkunde in Papierform, die, ähnlich wie bei einem Sparbuch, nur gegen Vorlage des Originals liquidiert werden kann. In der heutigen Zeit übernehmen die Verwahrung solcher Wertpapiere (in diesem Fall der Aktien) Wertpapierhandelsbanken. Außerdem ist es durch die Digitalisierung nicht mehr notwendig diese Wertpapiere in Papierform im Original zu verwahren. Jedoch hast du bei manchen Aktien das Recht auf Herausgabe dieser Urkunde.

Das nachfolgende Bild ist ein schönes Abbild alter Zeiten. Du siehst darauf eine Aktie aus dem Jahre 1906 der Dillinger Hütte. Diese war 1809 eine der ersten deutschen Aktiengesellschaften.

Dillinger_Hüttenwerke_Aktiengesellschaft_AG

Die erste “Aktie” – Grundkonzept einer jahrhundertelangen Erfolgsgeschichte

Die erste Aktie gab es noch bevor der Begriff Aktie entstand. Das Wort Aktie stammt wohl aus dem mittelniederdeutschen Wort “axie” für “Anspruch” oder “Anrecht” ab dem Jahr 1472.

Die erste Aktie wird jedoch auf das Jahr 1288 zurückdatiert. Dort wurde eine Urkunde über ein Anteil von einem Achtel an einer schwedischen Kupfermine veräußert.

Doch sollte es mehr als 300 weitere Jahre dauern bis die ersten anderen Aktien entstanden. Selbst Börsen entstanden um einiges früher. So entstand im Jahr 1409 die erste Börse in Brügge.

Von der Schifffahrt zu den ersten Aktiengesellschaften

Die Entstehung der ersten Aktien bzw. Wertpapieren und damit auch die Entstehung der ersten Aktiengesellschaft ist auf das 16te Jahrhundert zurückzuführen. Kaufleute haben sich zusammengeschlossen, um die Risiken sowie Kosten bei der Herstellung von Handelsschiffen und deren Ausrüstung nicht alleine tragen zu müssen.

Somit entstand im Jahr 1602 die erste Aktiengesellschaft namens “Vereinigte Ost-Indische Campagnie”. Die damaligen Aktionäre, also Inhaber der ersten Aktien, bekamen Ihren Dividenden in Form von Pfeffersäcken ausgezahlt. Pfeffer war damals, wie viele andere Gewürze, ein seltenes und wertvolles Gut.

Vereinigte Ost-Indische Campagnie_Erste_Aktiengesellschaft_AG_der_Welt

Das industrielle Zeitalter war Triebkraft der weltweiten Entstehung von Aktiengesellschaften. In diesem Zusammenhang wurden Aktien und Anleihen vor allem für die Kapitalbeschaffung eingesetzt und die ersten ersten Monopole und multinationalen Gesellschaften wurden geboren.

Von Dunlop über Shell bis hin zu Citröen: Der Beginn großer Firmen

Im Übrigen legten damals einzelne Kaufleute die Grundsteine für bedeutende Industrie- und Finanzimperien. Hier eine kleine Auflistung:

  • John Boyd Dunlop (1840 – 1921): Heute bekannt durch die nach ihm benannten „Dunlop Reifen.“
  • Sir Henry Deterding (Royal-Dutch-Shell 1866-1939): Sein Vermächtnis ist heute durch die Shell Tankstellen bekannt.
  • Maier Amschel Rothschild (1743 – 1812): Bekanntheit hat der Name heute vor allem durch diverse Verschwörungstheorien rund um die Familie Rothschild und deren Macht.
  • André Citröen (1878 – 1935): Die Mehrheit von euch kennt wohl die nach ihm benannte Automarke.
  • Alfred Nobel (1833 – 1896): Herr Nobel ist der Namensgeber des weltweit bekannten Nobelpreises.

Aus dieser Zeit stammen vor allem Aktien, die durch hochwertiges Papier mit Kupfer- und Stahlstichen gekennzeichnet sind. Dies untermauert die enorme Bedeutung von Aktien aus dieser Zeit.

Unklar ist bis heute ob die ersten Aktien tatsächlich zum Handel angeboten wurden und weiterveräußert wurden.

Eine kurze Atempause: Wir wissen jetzt, dass die Investition in Aktien eine sinnvolle Sache ist. Du erhältst dabei einen verbrieften Anteil an einem Unternehmen, Mitspracherecht sowie die Beteiligung an Gewinnen. Außerdem wissen wir nun, seit wann es Aktien gibt und wie historisch relevant diese waren.

Doch welche Arten von Aktien gibt es eigentlich und welche Chancen sowie Risiken bieten denn Aktien im modernen Finanzmarkt?

Welche Art von Aktien gibt es?

Schauen wir uns jetzt also die unterschiedlichen Arten von Aktien an. Ich verzichte bewusst auf die genaue Beschreibung des Aufbaus einer Aktie, die eigentlich aus einem Mantel sowie einem Couponbogen besteht. Es reicht diese Begriffe einmal gelesen zu haben, da diese in der heutigen Zeit nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Nun zu den einzelnen Arten von Aktien und deren Bedeutung:

  • Inhaberaktien: Mittlerweile ist der überwiegende Teil der umlaufenden Aktien als Inhaberaktie verbrieft. Der Inhaber ist anonym und kann jederzeit die Aktie weiterverkaufen. Damit ist die Inhaberaktie hoch verkehrsfähig und leicht liquidierbar (Abkürzung “Inh.”).
  • Namensaktien: Eine Namensaktie ist auf den Namen des aktuellen Besitzers ausgestellt. Lange Zeit haben Namensaktien gerade durch den modernen Börsenhandel eher eine untergeordnete Rolle gespielt. Mittlerweile bekommen Namensaktien wieder mehr an Bedeutung. Die Sonderform der Namensaktie ist die vinkulierte Namensaktie  (Abkürzung “NA / vink NA.”).
  • Stammaktien: Eine Stammaktie ist die häufigste Art von Aktien. Der Aktionär hat dabei volles Stimmrecht auf der Hauptversammlung und ist an der Gewinnausschüttung beteiligt (Abkürzung “St.” oder “StA”).
  • Vorzugsaktien: Der Aktionär verzichtet auf sein Stimmrecht und erhält zum Ausgleich eine Vorzugsdividende, die in der Regel höher als die der Stammaktie ist (Abkürzung “V” oder “VZ” oder “VA”).

Inhaberaktie und Vorzugsaktie_Worin besteht der Unterschied

(Links: Inhaberaktie / Rechts: Namensaktie) 

Es gibt darüberhinaus noch weitere Aktienarten wie Junge Aktien oder Stückaktien. Diese Aktienarten spielen für Kleininvestoren in der Regel nur eine untergeordnete Rolle. Fast alle Aktie, die an modernen Börsen digital erworben werden sind Inhaber- bzw. Stammaktien.

Chancen und Risiken von Aktien

Nachdem die ersten Abschnitte viel Allgemeinwissen beinhalteten, wollen wir nun etwas technischer werden. Genauer gesagt blicken wir in den nächsten Abschnitten detaillierter auf Chancen sowie Risiken von Aktien im modernen Finanzmarkt.

Neben den Basisrisiken, die alle Wertpapiere und die meisten Finanzprodukte betreffen, gibt es spezielle Risiken beim Investment in Aktien. Wie wir aber schon mehrfach gehört und hier gelernt haben, bieten Risiken auch immer Chancen (magisches Dreieck).

Wir beginnen nun mit den Basisrisiken, die fast alle Finanzprodukte betreffen. Anschließend schauen wir uns die speziellen Risiken für Aktien an. Zum Abschluss betrachten wir die konkreten Chancen, die sich durch das Investment in Aktien ergeben.

Die wichtigsten Basisrisiken im Überblick:

  • Inflation

    Inflation ist am einfachsten mit dem Wort Kaufkraftverlust auszudrücken. Jedes Jahr ist dein Geld weniger Wert, da Waren und Dienstleistungen teurer werden. Ein einfaches Beispiel: Unter der Annahme einer 2%-igen Inflation kostet 1 Liter Milch im Jahr 2020 noch 1 Euro. Im darauffolgenden Jahr liegt der Preis bereits bei 1,02 Euro.

  • Konjunkturzyklen

    Jede Wirtschaft entwickelt sich in Zyklen. Salopp formuliert geht es hierbei Auf und Ab. Allgemein unterscheidet man hier zwischen den vier folgenden Zyklen: Aufschwung (Expansion), Boom, Abschwung (Rezession) und Depression.

  • Währungsrisiken

    Dieses Risiko entsteht vor allem, wenn das Wertpapier in fremder Währung (z.B. USD oder YEN) aufgelegt wird. Wenn der Kurs sinkt, dann verlieren in der Regel auch in dieser Währung gehaltene Wertpapiere an Wert.

  • Stabilität einzelner Staaten

    Die wirtschaftliche und politische Instabilität einzelner Staaten kann dazu führen, dass Zahlungen ins Ausland eingestellt werden und eine negative Kaskade entsteht.

  • Steuerliche Gesetzgebung

    Alle Kapitalerträge sind steuerpflichtig. Verändert sich die Gesetzgebung kann sich dies nachteilig auswirken. Außerdem gelten bei internationalen Wertpapiere oft Sonderregeln (Stichwort: Quellensteuer bei Dividenden aus dem Ausland).

  • Liquiditätsrisiko

    Sowohl beim Kauf / Verkauf spielt dieses Risiko eine Rolle, als auch das Risiko von Liquiditätsschwierigkeiten der Unternehmen selbst.

Spezielle Risiken bei Aktien:

In unserem Artikel mit dem Titel “Bitcoin und Aktien: Wie gut passt BTC zum klassischen Finanzmarkt?” wurden die Chancen und Risiken von Aktien bereits sehr gut ausgearbeitet.

Deswegen erweitere ich diese Liste hier nur noch um 3 weitere Punkte:

  • Unternehmerische Entwicklung
  • Psychologie der Marktteilnehmer
  • Höhe der Dividenden

Ein Aktionär tritt aus Rechtssicht nicht als Gläubiger auf, sondern ist vielmehr mit seiner Aktie Bestandteil des Eigenkapitals und somit Mitinhaber der Aktiengesellschaft. Damit besteht für den Aktionär das Risiko, dass sich das Unternehmen anders entwickelt als ursprünglich angenommen. Das Worst-Case-Scenario wäre die Insolvenz (siehe: aktueller Fall von Wirecard).

Kursveränderungen sind in hohem Maße von Emotionen und der Psychologie der Aktionäre abhängig. Oft werden Anlageentscheidungen nicht rational getroffen und bilden bei starken Kursveränderungen Kaskaden, die keinerlei objektiven Beweggrund haben.

Kurzfristige Volatilität vs. langfristige Kontinuität

Die Wirklichkeit und ökonomische Kennzahlen spielen dabei kurzfristig eher eine untergeordnete Rolle. Langfristig kann dieses Risiko sehr stark abnehmen, führt aber im Umkehrschluss dazu, dass Marktteilnehmer zu früh aussteigen (Stichwort: zu schnell realisierter Verlust oder entgangene Rendite).

Die Gewinnausschüttung in Form von Dividenden richtet sich nach dem von der Aktiengesellschaft erwirtschafteten Gewinn. Das bedeutet es gibt keinerlei Garantien oder vertragliche Statuten, die eine Dividende versprechen und/oder dafür sorgen, dass langfristig in jedem Fall Dividenden gezahlt werden.

Solltest du also eine Aktie rein aus Dividendensicht gekauft haben, ist das Risiko noch höher als normalerweise schon. Gerade die Covid-19 Pandemie hat gezeigt, dass die jahrelang hochgepriesenen Dividendentitel nicht crashresistent sind. Zu beachten ist außerdem immer die Ausschüttungsquote, das heißt, dass Verhältnis zwischen Dividende und Jahresüberschuss.

Für besonders wissbegierige Leser kann ich im Übrigen nur die Portfoliotheorie von Markowitz und die Value at Risk (VaR) Kennzahl empfehlen. Diese Theorien sind für diesen Artikel zu wissenschaftlich und würden den Rahmen sprengen.

Spezielle Chancen bei Aktien:

Auch beim Thema Chancen kann ich wieder nur auf den Basisartikel verweisen. Falls du den Link oben verpasst hast, hast du hier nochmal die Chance dir den Artikel in Ruhe durchzulesen, bevor wir hier weitermachen: Klick mich. Die nachfolgenden 3 Punkte sind ebenso Ergänzungen zu der ausführlichen Tabelle, die du nun (hoffentlich) gerade eben gelesen hast.
  • Small Cap Prämien
  • Hohe Liquidität
  • Schutz vor Inflation & Negativzinsen

Gerade kleine Unternehmen bieten ein großes Renditepotential (auch ein Amazon hat mal klein angefangen) und können große Mitbewerber innerhalb der Branche schlagen.

Selbst kleine Titel werden heutzutage auch in turbulenten Börsenzeiten durch sogenannte Market-Maker umgeschlagen. Dabei können Kleinanleger von der hohen Liquidität profitieren, um Verluste zu minimieren und Gewinne zu maximieren.

Ein gut aufgestelltes, diversifiziertes Aktienportfolio mit einem mittel- und langfristigen Investmentgedanken wird den Anleger mit hoher Wahrscheinlichkeit vor Inflation und Negativzinsen schützen. Ohne auf einzelne Studien einzugehen, von denen es mehr als genügend gibt, lohnt sich der Blick auf den MSCI World Index (mit einer Performance von 5,3% p.a. über 26 Jahre Stand 28.07.2020).

Achtung: Hier sind keine Dividenden eingerechnet da es sich um einen Kursindex handelt. Der Performance Index liegt sogar nahe an einer zweistelligen Rendite p.a.

Begriffe die du zumindest schonmal gehört haben solltest

Im Folgenden möchten wir noch einige wichtige Begriffe gemeinsam anschauen. Dabei handelt es sich um zentrale Begriffe, die immer wieder im Zusammenhang mit Aktien fallen. Die Liste ließe sich wohl noch deutlich erweitern. Ich habe dabei versucht diejenigen auszuwählen, die beispielsweise immer wieder in den Medien aufgegriffen werden.

Bei einem Aktiensplit wird die Menge der gehaltenen Aktien erhöht. Optisch wird dadurch der Wert pro Aktie günstiger. Für bereits bestehende Aktionäre ändert sich der Wert ihrer Position nicht. Lediglich wird dadurch die finanzielle Hürde für potenzielle Neuaktionäre herabgesetzt (Splits der letzten Jahre).

Durch die Ausgabe neuer Aktien können Aktiengesellschaften ihr Eigenkapital ausbauen. Der Grund kann von Übernahmen feindlicher Unternehmen bis hin zur Tilgung von Schulden reichen.

Aktiengesellschaften können frei verfügbare Aktien auf dem Markt zurückkaufen.

Wie ein Aktienrückkauf den Preis positiv beeinflussen kann

Im Vorfeld muss sich die Aktiengesellschaft die Zustimmung auf der Hauptversammlung abholen. In der Regel ist dies ein gutes Zeichen und führt zu einer Verknappung der frei verfügbaren Aktien.

Der Begriff stammt aus den USA und ist auf die blauen Jetons (Spielchips im Casino) zurückzuführen. So sind Blue Chip Aktiengesellschaften in der Regel besonders große, wertvolle Unternehmen die international sehr gefragt sind. Beispiele aus Deutschland sind z.B. SAP, SIEMENS und Allianz.

Unter Free Float versteht man die im Streubesitz frei gehandelten Aktien.

Das Initial-Public-Offering ist das Verfahren in dem Aktiengesellschaften ihre Aktien zum Verkauf an die Börse zum freien Handel bringen.

Entstanden sich solche Termingeschäfte um sich gegen zukünftige Kursschwankungen in der Landwirtschaft abzusichern. Das Instrument wird heutzutage fast nur noch zur spekulation verwendet und ist in Deutschland teilweise verboten. Die Idee dahinter ist, dass ein Investor Wertpapiere verkauft ohne diese zu besitzen und zu einem späteren Zeitpunkt zu einem günstigeren Preis nachkauft.

Order, also Käufe oder Verkäufe, können an Börsen ohne und mit Limit gesetzt werden. Ohne Limit wird zum aktuellen Marktpreis gekauft. Bei Limit-Order kannst du als Investor den Preis den du bereit bist zu zahlen oder zu dem du bereit bist zu verkaufen vorher festlegen.

Eine Stop-Loss-Order ist eine erweiterte Limit-Order mit der du dich gegen hohe Kursverluste absichern kannst. Der Stop-Loss wird an dem Punkt ausgelöst bei dem du bereit bist einen Verlust hinzunehmen (z.B. zu 25% unter dem Einkaufspreis). Ein Stop-Loss der mit dem Kurs auch nach oben mitschwingt nennt man Trailing-Stop-Loss.

Abschließende Worte und Ausblick in die Zukunft

Ich hoffe dieser Artikel hat dich als Leser nicht erschlagen. Ergänzend zu dieser Frage erscheinen in den nächsten beiden Wochen, jeweils donnerstags, noch zwei Artikel, die das Thema Aktien komplettieren. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie Börsen funktionieren, was eine Order ist und vor allem auch wie du Aktien richtig bewerten kannst.

Mir ist es sehr wichtig, dass du das Instrument Aktie als Ganzes verstehst und es viel mehr als nur eine Möglichkeit ist, sein Geld zu vermehren. Aus diesem Grund habe ich auch den Blick über den Tellerrand gewagt und die Historie von Aktien miteinbezogen. Außerdem hoffe ich, dass ich dir aufzeigen konnte, dass sich ein langfristiges Investment in Aktien sehr lohnen kann.

Grundsätzlich gilt wie bei den meisten Investitionen: Do your own Research! – An dieser Stelle bleibt mir nur noch zu sagen: Ich wünsche dir viel Erfolg beim Investieren!

Zum Autor:

Marcel Kunz ist 30 Jahre jung und lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Heidelberg. Durch erste Semester Informationswirtschaft am Karlsruher Institute of Technology und einem folgenden Dualen Studium bei der Bank sind die Finanzwelt und er untrennbar. Seit er 15 Jahre ist beschäftigt er sich zusätzlich in seiner Freizeit mit Thema Finanzen und Geldanlage. 

Neben den rechtlichen Anforderungen bringt er durch sein Interesse an neuen Assetklassen, wie z.B. Bitcoin, neuen Wind in die sonst sehr angestaubte Branche. Marcel beschäftigt sich bei der InVertas GmbH vor allem mit den Themenfeldern Ruhestandsplanung, Geldanlage und private Krankenversicherung. Zu seinen Kunden zählen Unternehmer, Selbständige und leitende Angestellte.

Kontakt: http://invertas.de/kontakt/

Diese Grafik zum Thema Richtig Investieren zeigt eine Uhr, ein Haus sowie drei Münzen

Richtig investieren: Die wichtigsten Regeln für den Vermögensaufbau

Zunächst begrüße ich Dich zu unserer Artikelreihe „Richtig investieren: Die wichtigsten Regeln für den Vermögensaufbau“ und dem ersten Artikel von mir. Mein Name ist Marcel Kunz und ich bin unabhängiger Berater bei der InVertas GmbH. Falls du gar nicht weist wer wir sind und was überhaupt Finanzen mit Bitcoin zu tun haben, schau doch gerne hier vorbei oder lerne uns und Marcel’s Story wie er zu Bitcoin gekommen ist im gemeinsamen Video mit Mirco kennen.

Heute sprechen wir über ein Thema, das es im Grunde seit Anbeginn unserer modernen Zeiten gibt: Finanzen und Investments. Kaum ein Thema ist so kontrovers und gleichzeitig relevant wie die Frage der eigenen Finanzen und Investments. Es ist schwierig zu sagen, welche konkreten Punkte die Menschen davon abhält, sich dem Thema zu widmen. Es ist wohl eine Kombination aus schlechten Erfahrungen, Unwissen oder Angst gepaart mit dem deutschen Leitbild, dass man über Geld und Finanzen nicht spricht.

Dabei ist es – gerade in Deutschland – noch nie so wichtig gewesen wie jetzt sich mit dem Thema Finanzen und Investment zu beschäftigen. Die Gründe hierfür liegen unter anderem in der anhaltenden Niedrigzinspolitik, dem gesellschaftlichen Wandel und der zunehmenden Digitalisierung, die auch die Arbeitswelt betrifft.

Deutschland und die Liebe zum Sparbuch

Um ein grundsätzliches Verständnis zu bekommen, wie „der Deutsche“ sein Vermögen investiert, schauen wir uns die nachfolgende Grafik an. Diese stammt aus dem Jahr 2019 und basiert auf einer Umfrage von 23.000 Mitbürgern:

Statista Umfrageergebnisse: Wie investieren Deutsche im Jahr 2019

Wie uns die oben stehende Grafik zeigt, steht das klassische Sparbuch immer noch an erster Stelle. Renditeorientierte Anlagen wie Aktien oder ETFs stehen dagegen auf den hinteren Plätzen. Aus diesem Grund sind wir von der InVertas froh gemeinsam mit Bitcoin2Go Aufklärungsarbeit leisten zu können. Wir wollen den Deutschen Sparer zu einem Deutschen Investor ausbilden und dir die Angst vor dem Investieren nehmen. Dabei wollen wir dir vor allem auch dabei helfen, größere Fehler zu vermeiden und sich wirklich ein Vermögen aufzubauen.

Mit dieser Artikelreihe werden wir nun die Basics in den Bereichen Finanzen und Investment schaffen.

Wichtig: Unsere Mission ist es nicht, dich von Bitcoin und Co. wegzubekommen. Wir wollen dir den Weg aufzuzeigen, dass eine gesunde Mischung in jedem Falle besser ist als in Extremen zu leben. Auch wir sind Fans von Kryptowährungen, DeFi und Blockchain, denken jedoch, dass nicht jeder Durchschnittsbürger sich davon angesprochen fühlen wird.

Außerdem sehen wir uns nicht als Finanzgurus, die behaupten, dass sie mehr Wissen und Können als jeder andere da draußen haben. Auch wir haben keine Glaskugel im Büro. Jetzt wünschen wir dir als Leser aber viel Spaß und hoffen auch erfahrenen Investoren den ein oder anderen Mehrwert bieten zu können.

 

Inhalt

Aufbau und Zielsetzung dieses Artikels und der Reihe Grundlagen von Investmentarten

Um dir ein besseres Verständnis über den und folgende Artikel zu geben, möchten wir dir ein Überblick verschaffen, was in diesem Artikel thematisiert wird und was nicht.

Was dich im Artikel erwartet Was dich nicht erwartet
  • Basics zum Thema Investment (Diversifikation, Risiko-Rendite)
  • Weshalb du keine Angst vor dem Investieren haben solltest
  • Gründe, weshalb es clever ist zu investieren
  • Gründe, weshalb deine persönliche Situation im Vordergrund steht
  • Wieso Bitcoin und klassische Investments zusammenpassen
  • Die Geschichte zu unserem Finanzsystem
  • Erklärungen zu grundlegenden Begriffen wie Zins und Rendite
  • Betriebs- und volkswirtschaftliche Zusammenhänge

Heute soll es dabei vor allem um die absoluten Basics gehen, die auf jede Form von Investments übertragen werden können. Dabei klären wir auch die Aspekte, die entscheiden, ob und welche Investments du tätigen solltest.

Die ganze Reihe, die alle 14 Tage erweitert wird, beinhaltet darüber hinaus Artikel zu Aktien, Anleihen, Fonds, ETF’s, Edelmetallen und je nach eurem Feedback auch Themen darüber hinaus. Des Weiteren gibt es eine Reihe zu Altersvorsorge und Immobilien.

Im Laufe der Kooperation werden auch wir von euch Lernen und unsere Artikel auf eurem Feedback sowie euren Wünschen aufbauen.

An dieser Stelle bleibt mir nur noch zu sagen: Viel Spaß beim Lesen und auf eine lange und tolle Zusammenarbeit, die für alle Seiten einen Mehrwert schafft.

Was ist ein Investment?

Um die Frage zu klären was eigentlich ein Investment ist, sollten wir uns zuerst die Definition eines Investments anschauen. Dabei gibt es nicht DIE Definition von Investment. In der Regel gibt uns jedoch der folgende Satz eine gute Basis: 

Ein Investment ist ein (temporärer) Verzicht einer Sache, um zu einem späteren Zeitpunkt eine andere Sache zu erhalten.

Dabei ergeben sich offensichtlich 3 elementare Punkte, die ein Investment inne hat:

  1. Der zeitliche Aspekte
  2. Es findet eine Art Transformation (=Umwandlung) statt
  3. Ein Verzicht findet statt

Wie auch bei anderen Theorien ergibt sich durch diese 3 Punkte eine Wechselwirkung, die abhängig vom Investment stark oder weniger stark ausgeprägt sein kann.

Ein einfaches Beispiel ist das oben erwähnte Sparbuch. Die Grundidee des Sparbuches ist, mein Geld einer Bank (meist Sparkasse oder Volksbank) zur Verfügung zu stellen, um dieses relativ sicher zu vermehren. Dabei ergibt sich ein Verzicht der Kontrolle über mein Geld, über eine gewisse Zeit, um daraus mehr Geld zu machen.

Funktion und Prinzip eines Sparbuchs

Leider funktioniert in der heutigen Zeit, auf Grund der Niedrigzinspolitik, das Vermehren des Geldes auf einem Sparbuch nicht mehr. Die Grundidee und die 3 elementaren Punkte eines Investments bleiben dennoch bestehen.

Klassifizierungen von Investments

In der Theorie gibt es viele Möglichkeiten Investments zu klassifizieren. Am Häufigsten wird zwischen:

  • Sachinvestitionen (Gebäude, Grundstücke, aber auch Maschinen oder Kunst, uvm.)
  • Immaterielle Investitionen (Lizenzen, Patente, aber auch Wissen und Forschung, uvm.)
  • Finanzinvestitionen (Aktien, Anleihen, aber auch Beteiligungen)

unterschieden. Deren Grundlage ist (fast) immer Geld. Das Ziel dabei ist der Erhalt oder die Vermehrung dessen. 

Dabei müssen Investments nicht immer zwingend mit Geld zu tun haben, sondern können auch in Form von Energie, Arbeitsleistung oder Zeit sein. Auch das Lesen und Schreiben solcher Artikel ist eine Form von Investment.

Wir wollen uns aber auf das Investment mit dem Ziel des Vermögensaufbau fokussieren.

Wichtig ist es dennoch zu verstehen, dass es auch viele andere Ziele und Motive gibt Geld, Zeit und/oder Energie zu investieren. Dazu kommen wir später nochmal.

Investments am modernen Finanzmarkt

Damit wir alle von dem selben “modernen” Finanzmarkt sprechen, lass uns kurz gemeinsam die Themengebiete des modernen Finanzmarkts festsetzen. Die oben gezeigte Statistik zeigt sehr schön, dass in Deutschland der klassische Finanzmarkt immer noch von Geldmarktprodukten (wie Sparbuch, Tages- oder Festgeldkonten) regiert wird. Das bedeutet, wenn wir in unseren Artikeln vom modernen Finanzmarkt sprechen, die folgenden Punkte umfasst werden:

  • Aktien (Beteiligungen an Unternehmen)
  • Anleihen (Beteiligungen an Unternehmen und/der Staaten)
  • Fonds (“Pakete” aus Aktien, Anleihen und/oder anderen Assets)
  • ETF’s (Sonderform eines Fonds)
  • Immobilien (Grundstücke, Gebäude, Maschinen u.ä.)
  • Bitcoin
  • …andere Kryptowährungen und Blockchain Investments (Altcoins, DeFi etc.)

Für die meisten Punkte wird es in den nächsten Wochen und Monaten Artikel mit Erklärungen auf dieser Seite geben. Für das Thema Bitcoin gibt es bereits einen sehr detaillierten und spannenden Artikel auf Bitcoin2Go.

Die meisten dieser Investmentmöglichkeiten sind Investments in Sachwerte und/oder Immaterielle Wirtschaftsgüter. Diese weisen entweder keine oder eine starke negative Korrelation (Zusammenhang zwischen bestimmten Sachen) mit der anhaltenden Niedrigzinspolitik auf. Außerdem sind sie teilweise oder ganz inflationsgeschützt. Das heißt, dass sie den Besitzer vor dem Kaufkraftverlust schützen.

Vereinfacht ausgedrückt sind Sachwerte ein Investment in Assets (=Vermögenswerte), deren echter Wert nicht Geld ist. Man spricht von einem intrinsischen Wert. Stell dir ein Haus auf einem Grundstück vor und stell dir vor was der echte Wert dieser Immobilie ist. Es ist eine Sammlung von Bodenwert, Materialwerten, Arbeitsstunden und vielen anderen Komponenten. Der Gegenwert in Geld dient nur dazu, den Vermögenswert gebündelt darzustellen und auf eine Zahl zu reduzieren.

Geldmarktprodukte wiederum haben keinen intrinsischen Wert. Der Investor wird dafür aber in Form eines Zins für das Bereitstellen von Geld entschädigt. Diese Investments unterliegen völlig der Inflation und korrelieren stark mit der Geld- bzw. Niedrigszinspolitik.

Was ist ein gutes und ein schlechtes Investment?

Um zu ermitteln was ein gutes und was ein schlechtes Investment ist, schauen wir uns zunächst nochmal die 3 elementaren Punkte eines Investments an und formulieren diese gemeinsam um: Verzicht, Zeit und Transformation.

Da wir uns darauf geeinigt haben, dass wir in unseren Artikeln vor allem von Investitionen im modernen Finanzmarkt sprechen, ergeben sich aus den o.g. Punkten folgende passende Begriffe:

Sicherheit

Der Verzicht über die Kontrolle meines Investments ist gleichzusetzen mit dem sich daraus resultierenden Sicherheits – bzw. Risikofaktor. Das bedeutet ein Investment kann verschiedene Stufen von Sicherheit haben. Von (fast) 100%iger Sicherheit bis hin zum Totalverlust.

Beispiel:

Ein Investment in eine deutsche Staatsanleihe ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sicherer als ein Investment in einen Kredithai.

Liquidität

Liquidität beschreibt die Geschwindigkeit, mit der ich mein Investment wieder in Geld umwandeln kann. Der Begriff steht also in großer Verbindung zu dem zeitlichen Aspekt. Investments mit einer hohen Liquidität sind in der Regel schneller veräußerbar als Investments niedriger Liquidität.

Beispiel:

Eine Immobilie lässt sich viel langsamer in Geld liquidieren als beispielsweise eine Aktie oder ein Bitcoin.

Rentabilität

Die Rentabilität drückt aus wie sehr bzw. wie wenig sich ein Investment lohnt. Diese Transformation findet meist sehr simpel statt und misst sich in der Regel daran, wie die Performance des eingesetzten Geldes ist.

Beispiel:

Die Rendite der Tesla Aktie vom 02.01.2020 bis zum 10.07.2020 lag bei 343,68%. Das bedeutet eine Tesla Aktie war am 10.07.2020 mehr als 4,43 mal soviel Wert wie noch am 02.01.2020.

In derselben Zeit hat die Wirecard Aktie 97,96% verloren.

Das Magische Dreieck

Um nun ein gutes von einem schlechten Investment zu unterscheiden, setzen wir diese 3 Punkte in Relation. Diese Relation wird auch als magisches Dreieck bezeichnet.

Was ist das magische Dreieck? - Funktion und Erklärung

Die 3 Eckpunkte stehen immer in Spannung zueinander. Das bedeutet ein seriöses Investment kann niemals alle 3 Punkte zu 100% bedienen. Eine Ausrichtung in Richtung eines Punkte führt immer zum (Teil-) Verlust der beiden anderen.

Das bedeutet, dass es kein Investment gibt mit einer sehr hohen Rendite sowie sehr hohen Sicherheit, welches auch noch jederzeit verfügbar ist. Wer euch so etwas verspricht, kann nicht seriös sein.

Beispiel:

Eine Immobilie ist ein Asset mit einer sehr guten Sicherheit, einer moderaten Rentabilität und einer schlechten Liquidität.

Selbstverständlich ist dies eine schematische Darstellung und nicht jede Immobilie hat die gleiche Sicherheit, Rentabilität und/oder Liquidität. Dazu aber mehr in den Fachartikeln der einzelnen Assets, die in den nächsten Wochen folgen.

Diese Grafik zeigt das magische Dreieck bei Immobilien

An dieser Stelle lade ich jeden Leser dazu ein, für sich zu entscheiden, welche der 3 Punkte er als besonders wichtig empfindet und was für ihn ein gutes bzw. schlechtes Investment ist. Ich zum Beispiel werde Rentabilität und Liquidität immer stärker präferieren als Sicherheit.

Um nun wirklich festzustellen was ein gutes und was ein schlechtes Investment ist, fehlen aber weitere elementare Punkte, die für jede Person individuell sind.

Daher werden sich die nächsten Abschnitte mit den Themen…

  • Anlagehorizont
  • Diversifikation (=Risikostreuung)
  • Persönliche Situation
  • Ziele eines Investment

…beschäftigen und dir aufzeigen, welche Investments für dich individuell als gut oder als schlecht zu bezeichnen sind. Wichtig zu verstehen an dieser Stelle ist, dass ein gutes Investment für dich, gleichzeitig ein schlechtes für eine andere Person darstellen kann und umgekehrt.

Was bedeutet Anlagehorizont und welche Auswirkungen hat dieser?

Der Anlagehorizont ist die Zeitspanne, die ich als Investor bereit bin mein Investment zu entbehren. Konkret geht es also um die Zeitspanne, in der ich keinen Zugriff auf mein Geld benötige. Des Weiteren bedeutet es bestenfalls, dass ich selbst in einer Notlage, genug liquide Mittel habe um dieses bereits getätigte Investment nicht liquidieren zu müssen. Andernfalls kann es dazu kommen, dass sich zu einem schlechten Zeitpunkt meine Vermögenswerte veräußere.

In einem guten und stabilen Vermögensaufbau ist der Anlagehorizont einer der wichtigsten Kompetenten; wenn nicht sogar die wichtigste Komponente. Wir werden im Laufe dieses Unterkapitels noch herausfinden, wie viel mich die Wahl eines falschen Anlagehorizontes kosten kann.

Wir holen uns nochmal das magische Dreieck in das Gedächtnis zurück und ausgehend davon beschreiben wir den Anlagehorizont wie folgt:

Meinen perfekten Anlagehorizont finde ich, wenn ich weiß wie stark Rentabilität und Sicherheit in Abhängigkeit der Liquidität und der Zeit miteinander verknüpft sind!

Für die meisten Leser klingt das vermutlich erstmal nach einer schweren Herausforderung. In der Realität und in Verbindung mit dem Wissen über das magische Dreieck lässt sich der richtige Anlagehorizont relativ einfach herausfinden.

Richtig investieren: den richtigen Anlagehorizont finden

In meinen Beratungen fällt mir leider sehr oft auf, dass viele potentielle Investoren, sich vorher über ihre Ziele und ihren Anlagehorizont keine Gedanken gemacht haben. Gemeinsam erstellen wir dann eine Timeline und finden den richtigen Anlagehorizont für eventuelle Ziele heraus.

Grundsätzlich unterscheidet man in drei Szenarien, die nicht einheitlich definiert sind.

  • Kurzfristig (< 1 Jahr)
  • Mittelfristig (1-5 Jahre)
  • Langfristig (>5 Jahre)

Auch wenn dies bereits ein guter Anfang ist, ergibt sich die Problematik, dass viele Komponenten eng miteinander verbunden sind, so dass eine reine Betrachtung nur auf zeitlicher Ebene wenig Sinn macht. Baue ich mein Portfolio zum Beispiel nur aus Aktien auf, ergibt sich wieder ein ganz anderer Anlagehorizont.

Allgemein könnte man einen guten Anlagehorizont so formulieren:

Je länger ich auf mein Geld verzichten kann, also je länger mein Anlagehorizont ist, desto mehr kann ich auf Sicherheit und Liquidität verzichten, um eine hohe Rentabilität zu erhalten.

Umgekehrt bedeutet dass, desto kürzer mein Anlagehorizont ist, desto mehr Sicherheit und Liquidität sollte meine Anlage bereitstellen. Dafür erhalte ich in der Regel eine niedrige Rentabilität.

Grob und vereinfacht lassen sich folgende Assets mit folgenden Anlagehorizonten in Verbindung bringen:

Kurzfristig Mittelfristig Langfristig
  • Tagesgeld
  • Sparbuch
  • Girokonto
  • Aktien
  • ETFs
  • Fonds
  • Edelmetalle
  • Kryptowährungen
  • Aktien
  • ETFs
  • Fonds
  • Edelmetalle
  • Kryptowährungen
  • Immobilien

ACHTUNG: Mittel- und langfristig tausche ich hier teilweise oder ganz Sicherheit gegen Rentabilität. Wie schon mehrfach erwähnt, kann der persönliche Anlagehorizont in Verbindung mit Risikoaffinität und persönlicher Situation stark hiervon abweichen.

Was kostet mich ein falscher Anlagehorizont

Um zu verstehen wieso ein falscher Anlagehorizont zu massiven Einbußen führen kann, auch wenn ich keinen direkten Verlust habe, machen wir einen kleinen Exkurs in die Betriebswirtschaftslehre. Die Opportunitätskosten, auch Verzichtskosten genannt, beschreiben entgangene Erlöse, also Umsätze oder sogar Gewinne, die dadurch entstehen, dass vorhandene Möglichkeiten (auch Opportunitäten genannt) nicht genutzt werden.

Doch zunächst machen wir ein sehr einfaches Beispiel, bei dem schnell klar wird, wieso der Anlagehorizont und die falsche Wahl dessen Geld kosten kann.

Die tragische Geschichte von Max: Investieren ohne Wissen

Max, 20 Jahre, kam Anfang 2019 auf die Idee nach seinem Abitur nach Japan zu fliegen und dort 3 Monate Urlaub zu machen, bevor er anfängt zu studieren. Für sein Studium haben ihm seine Eltern bereits im Vorfeld 10.000€ zur Verfügung gestellt. Max kennt sich nicht besonders gut mit Aktien aus. Allerdings hat er von seinem Kumpel gehört, dass der Cannabis Markt ein enormes Wachstumpotential habe. Darum googled Max nach Cannabis Aktien und kauft Aktien von Canopy Growth Corporation, einer kanadischen Cannabis Firma.

Er kauft für die ganzen 10.000€ am 15.07.2019 insgesamt 317 Aktien im Wert von je 31,49€. Damit Max seine Reise nach Japan antreten kann muss er bis 31.03.2020 das Geld für die Reise überwiesen haben. Die Reise kostet Ihn 5.000€. Er ist also gezwungen am 30.03.2020 Aktien zu verkaufen, da Max sonst über keinerlei Vermögen verfügt.

Der Aktienkurs am 30.03.2020 steht bei 13,20€ je Aktie. In seinem Depot steht ein Wert von 4.191,81€. Max ist also gezwungen alle Aktien zu verkaufen und einen Verlust von über 5.800€ zu realisieren.

Diese Grafik zeigt die Performance con Aurora Cannabis Aktien

Doch Max hat noch viel größere Probleme. Er hat nicht genug Geld zur Verfügung für seine Reise nach Japan und außerdem hat er kaum noch Kapital für den Start seines Studiums zur Verfügung. Neben der Tatsache, dass Max keinerlei Erfahrung mit Aktien hatte, war sein Anlagehorizont und sein sonstiger Liquiditätsengpass, die falsche Voraussetzung für ein Investment in Aktien.

Für solch ein konkretes Ziel hätte Max mindestens die für die Reise notwendigen 5.000€ auf ein Girokonto und/oder Tagesgeldkonto parken sollen. Hier zeigt sich also, wie wichtig es ist, richtig zu investieren.

Nun zu den Opportunitätskosten bzw. der möglichen entgangenen Rendite.

Die Geschichte von Klaus: Wenn Sicherheit die Rendite frisst

Klaus, 43 Jahre, legte vor 23 Jahren einen monatlichen Sparplan in Höhe von 500€ pro Monat für sein Tagesgeldkonto an. Sein Ziel war es Eigenkapital aufzubauen, um mit Anfang 40 ein Haus zu kaufen. Klaus ist aus Berufsgründen ein sehr risikofreudiger Mensch. Er arbeitet als Sprengmeister und macht in seiner Freizeit so einige Extremsportarten, wie Motorcross und Bungee Jumping

Klaus hat gute Beziehungen zum Vorstand der Sparkasse in seinem Ort, weshalb er seit 23 Jahren trotz der aktuellen Niedrigszinspolitik 2% Zinsen p.a. auf sein Tagesgeldkonto bekommt. Seit 23 Jahren hat er nicht auf sein Tagesgeldkonto geschaut und möchte sich jetzt ein Eigenheim kaufen. Klaus hat am 01.07.1996 begonnen und ruft jetzt 23 Jahre später, also am 01.07.2019 das Geld ab.

Diese Grafik zeigt die Entwicklung einer Anlage auf einem Sparbuch

Klaus hat insgesamt 138.000€ (=12 x 23 x 500€) eingezahlt und verfügt heute über ein Vermögen von knapp 175.000€. Er hat also insgesamt 26,81% Rendite vor Inflation und Steuern erwirtschaftet.

Da Klaus ein risikofreudiger Mensch ist und sein Anlagehorizont sehr langfristig gewählt wurde, wäre Klaus besser beraten gewesen, in andere Assets zu investieren. Eine gute Alternative wäre der MSCI World Index gewesen. Schauen wir uns an, wie sich dieses Investment entwickelt hätte. Dabei ignorieren wir zur Vereinfachung Depotgebühren, Steuern oder andere anfallende Kosten.

Diese Grafik zeigt die Entwicklung eines Depots, das in den MSCI World investiert

Die Renditedifferenz entspricht nun den Opportunitätskosten. Die nachfolgende Grafik zeigt seinen möglichen Vermögenszuwachs.

Auch hier hat Klaus 138.000€ investiert. Er würde aber über ein Vermögen von über 262.000€ verfügen. In diesem Fall hätte Klaus eine Rendite von über 89,85% vor Steuern und Inflation erwirtschaftet.

Seine Opportunitätskosten sind also ca. 87.000€ oder knapp 63% seines investierten Kapitals. Für diese Berechnung wurde vereinfacht die Wertentwicklung des MSCI World Index als Grundlage genommen.

Zusammenfassend können wir festhalten, dass die Wahl des richtigen Anlagehorizonts, neben Sicherheit, Rentabilität und Liquidität eine entscheidende Rolle beim Investieren spielt.

Diversifikation – die notwendige Stabilität in deinem Portfolio

Diversifikation bedeutet im Zusammenhang mit Investment und Finanzen sein Risiko durch gezielte Streuung zu reduzieren, um die Rentabilität zu steigern und/oder die Sicherheit zu erhöhen.

Eine gesunde und gute Diversifikation bildet den Grundstein für ein solides Investment und stabilisiert ein Portfolio.

Diversifikationsmöglichkeiten

Diese Streuung kann Asset übergreifend oder auch innerhalb eines Assets sein. Ein sehr gutes Beispiel für eine stabile Diversifikation innerhalb von Aktien ist das weltweite sowie branchenübergreifende Investieren. Eine übergreifende Diversifikation erreiche ich durch die Mischung von Aktien, Anleihen und beispielsweise Kryptowährungen. Wieso eine Beimischung von Bitcoin ein wahrer Renditebooster für dein Portfolio sein kann, findest du in diesem Artikel von Bitcoin2Go.

Was ist das beste Risiko Rendite Verhältnis?

Das Optimum zwischen Rentabilität und Sicherheit nennt sich Risiko – Rendite – Verhältnis. An diesem Punkt lohnt es sich nicht mehr, mehr Risiko einzugehen, um mehr Rendite zu erwirtschaften. An diesem Punkt ist die Diversifikation am besten und eine höhere Streuung über diesen Punkt hinaus lohnt sich grundsätzlich nicht.

In der Regel ist dies eine rein theoretische Größe und kann bestenfalls durch sogenanntes Backtesting gefunden werden. Jedoch ist es möglich, nah an diesen Punkt heranzukommen.

Vereinfacht ergibt sich daraus dieses Schaubild:

Was heißt Risiko Rendite Verhältnis? - Diese Grafik zeigt den Zusammenhang

Schauen wir uns nun die Bedeutung der einzelnen Punkte an.

A: In Punkt A lohnt es sich noch mehr Risiko einzugehen um mehr Rendite zu erwirtschaften, da ich prozentual mehr Rendite pro Risiko erhalte.

B: Der Scheitelpunkt dieser Kurve stellt gleichzeitig das Optimum dar, also das beste Risiko-Rendite-Verhältnis.

C: Hier lohnt es sich nicht mehr, mehr Risiko für mehr Rendite einzugehen. Ich erhalte prozentual weniger Rendite pro Risiko.

Mathematisch wird es immer besser sein sich zwischen Punkt A und B zu bewegen, als zwischen B und C. Die höchsten Opportunitätskosten habe ich zwischen dem Nullpunkt und Punkt A.

Es gibt viele Ansätze in der Wirtschaft und von großen und bekannten Investoren um diesen Punkt zu finden. Der Arero Weltfonds, ein Wissenschaftsprojekt aus Deutschland, genauer gesagt aus der Universität Mannheim, liegt laut eigenen Angaben ziemlich nahe an diesem Punkt.

Die Performance liegt im Sektor (also im Vergleich zu anderen Mischfonds) leicht über anderen. Gemessen an der Performance von reinen Aktienfonds oder gut diversifizierten, offensiven Portfolios liegt die Performance aber deutlich unter diesen.

Mehr dazu aber in den folgenden Artikeln über Aktien, Anleihen und Fonds.

Sollte deine persönliche Situation deine Art zu investieren beeinflussen?

Nachdem wir uns jetzt einigen mathematischen Faktoren gewidmet haben, können wir festhalten, dass Investieren eine Wissenschaft sein kann. Was wäre aber eine gute Wissenschaft ohne Ausnahmen von Regeln.

In diesem Fall bist du die Ausnahme. Genauer gesagt deine persönliche Situation. Hier spielt nicht nur deine Risikoaffinität, das heißt wie viel Risiko du bereit bist einzugehen, sondern auch deine Lebensplanung und aktuelle Lebenssituation eine entscheidende Rolle.

Zuerst einmal solltest du immer über einen gewissen Notgroschen, also Geld das sofort verfügbar und keinerlei Schwankungen ausgesetzt ist, verfügen. Dieser Notgroschen kann in jeder Lebenssituation variieren, sollte jedoch mindestens 2-3 Nettogehälter hoch sein.

Außerdem solltest du wissen, ob du dir größere Anschaffungen, wie eine Immobilie, ein Auto oder eine Weltreise, leisten willst. Diese konkreten Ziele sollten genauer geplant werden, um eine große Liquiditätslücke zu vermeiden.

Ferner spielt dein Umfeld eine tragende Rolle. Am besten können wir dies an einigen Beispielen nachvollziehen:

Max, 20 Jahre jung und risikoaffin: Nutze die Zeit, die du zur Verfügung hast

Max, 20 Jahre, hat sich die Finger an Cannabis Aktien verbrannt. Er ist Single und schuldet niemandem Rechenschaft. Seine Risikoaffinität wird deutlich über dem Durchschnitt liegen, sonst wäre er nicht All In in Cannabis Aktien gegangen. Sein Verlust (aus dem Beispiel oben) wird ihm langfristig nicht in den Ruin treiben und führt auch nicht dazu, dass er bestehende Verbindlichkeiten nicht decken kann (zur Not kann er halt nicht nach Japan). In so einem Beispiel fällt es Menschen viel leichter hohe Risiken einzugehen und einen Großteil Ihres Vermögens und/oder Lohns zu investieren.

Klaus, 42 Jahre jung und verheiratet: Verantwortung für sich und die Familie

Klaus, 43 Jahre, will eine Immobilie erwerben. Er ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. Trotz hoher Risikoaffinität als Sprengmeister und Bungee Jumper hat Klaus, ja kein Wunder, defensiv investiert. Er trägt Verantwortung für seine Familie und hatte ein klares Ziel vor Augen: den Erwerb eines Eigenheims. Seine Risikoaffinität im Bezug auf Investments sollte dennoch über dem Durchschnitt liegen, da er über aktives Vermögen verfügt und (zumindest in unserem Beispiel) über ein gutes Einkommen.

Peter, 27 Jahre jung und arbeitslos: Investieren wenn deine Lebenssituation es zulässt

Peter, 27 Jahre, ist arbeitslos und verfügt über keinerlei Familie. Unabhängig von seiner Risikoaffinität sollte Peter andere Prioritäten setzen als Investments. Erst durch ein stabiles Einkommen und einem Notgroschen an Vermögen, machen Investitionen Sinn.

Clarissa, 31 Jahre jung und 2 Kinder: Investiere nicht um jeden Preis

Clarissa, 31 Jahre, Witwe und 2 Kinder. Clarissas Mann ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Sie und Ihre 2 kleinen Kinder haben eine kleine Summe geerbt. Clarissa hat einen guten Job. Trotz ihrer hohen Risikoaffinität, investiert Sie sehr defensiv. Ihr ist Liquidität und Sicherheit wichtiger. Das ist eine gute Entscheidung, da Sie eine hohe Verantwortung gegenüber Ihren Kindern und sich selbst hat.

Darüber hinaus gilt das Credo erst Schulden zu tilgen, die einen höheren Zins aufweisen als Renditen, die am Markt zu erwirtschaften sind (gilt in der Regel nur für Privatpersonen). Auch wenn heutzutage viele Dinge mit 0% finanziert werden können (was durchaus Sinn machen kann), gibt es viele Menschen die hohe Dispokredite und/oder Kreditkartenschulden haben. Diese können sich gut und gern im zweistelligen Prozentbereich befinden und können zu einer Überschuldung (Insolvenz) führen.

Zinsdifferenzgeschäfte sollten nur in Betracht gezogen werden, wenn du eine hohe Risikoaffinität aufweist und über einen sehr hohen Notgroschen verfügst.

Risikoaffinität – Bauchgefühl oder Wissenschaft?

Wie du sicher mittlerweile festgestellt hast, liegt die Wahrheit hier relativ genau in der Mitte. Es gibt sowohl einige objektive Faktoren, wie die Rentabilitätserwartungen in Abhängigkeit vom Anlagehorizont, als auch subjektive Faktoren, wie deine Lebenssituation. Letztendlich solltest du selbst entscheiden wie viel Risiko du bereit bist zu geben, um deine finanziellen Ziele zu erreichen. Wichtig zu verstehen ist jedoch, dass es nirgendwo eine 100%ige Sicherheit gibt. Nicht einmal in zinslosen Geschäften. Außerdem führt unter anderem die lang anhaltende Niedrigzinspolitik dazu, dass es fast unumgänglich ist Risiken einzugehen.

Exkurs: Deutschland spart sich arm

Ich bin der Meinung, dass wir heutzutage an einem Punkt angekommen sind, an dem es sich kaum noch jemand leisten kann, keine Risiken mehr einzugehen. Die Schere zwischen Arm und Reich steigt stetig an, während der demographische Wandel in Verbindung mit dem medizinischen Fortschritt voll und ganz zuschlägt. Die Gründe dafür wollen wir in diesem Artikel nicht erörtern, wenngleich sie zwangsläufig zu meiner These führen.

Während es früher vollkommen ausgereicht hat, sein Geld auf der Bank zu horten und die hohen Tagesgeldzinsen etc. auszunutzen, ist es heute faktisch unmöglich dem Kaufkraftverlust ohne das Eingehen von Risiken entgegenzuwirken. Geschweige denn echten Vermögensaufbau zu betreiben.

Während die Statistik am Anfang des Artikels deutlich zeigt, dass Deutsche immer noch hauptsächlich ihr Geld auf ein Sparbuch legen, zeigt die Zinsentwicklung, dass dies zu reellen Vermögensverlusten führt:

Diese Grafik zeigt die Entwicklung der Inflationsrate von 1992 - 2019

Die beiden Schaubilder zeigen deutlich, dass Tagesgeldzinsen schon sehr lange unter der Inflation verzinsen und selbst Festgeld die Inflation kaum oder gar nicht mehr ausgleichen kann.

Diese Grafik zeigt die Entwicklung der Zinsen von 2005 - 2014

 

Gepaart mit dem Sparverhalten der Deutschen und dem Horten von Geld ergibt sich ein erschreckendes Szenario: Deutschland spart sich arm.

Mögliche andere Ziele eines Investments

Wir haben jetzt schon sehr lange über finanzielle, also größtenteils ökonomische Ziele, eines Investments gesprochen. Wie schon am Anfang des Artikels erwähnt, gibt es durchaus auch andere Motive und Ziele. Von immer größerer Bedeutung wird die Kombination aus ökologischen und ökonomischen Zielen.

Investoren versuchen vermehrt trotz des Gedankens der Geldvermehrung durch Sachwerte in nachhaltige Projekte zu investieren. Die nachfolgende Statistik zeigt die Entwicklung in nachhaltige Fonds allein in Deutschland:

Diese Grafik zeigt die Entwicklung nachhaltiger Investments in Deutschland

Des Weiteren ist es für viele Firmen immer wichtiger geworden in Marketing und PR zu investieren, um neben Umsatzsteigerung auch Imageverbesserungen zu erwirken.

Manche Menschen verfolgen auch ganz eigene Ziele und teilen diese nur teilweise oder gar nicht mit Ihren Mitmenschen. Nicht jeder Mensch, der beispielsweise spendet will dadurch alleine eine Steuerersparnis erwirke. Ebenso wenig will jeder Spender soziale Anerkennung erlangen. Manchen Menschen reicht es so etwas für sich selbst und Ihr eigenes Gewissen zu tun.

Dennoch, auch wenn ich dazu keine passende Statistik gefunden habe, bin ich der Meinung, dass die meisten Menschen Geld investieren, um mehr Geld damit zu erwirtschaften.

Im Übrigen denke ich, dass das beste Investment, immer ein Investment in sich selbst, Wissen und seine Gesundheit ist. Denn die menschliche Arbeitskraft, ob körperlich oder geistig, hat in der Regel immer noch die beste Rendite erwirtschaftet.

Abschließende Worte und ein Ausblick auf zukünftige Artikel

Ich hoffe dieser Artikel hat dir einiges an Mehrwert gegeben und auch einen Impuls, dich mit dem Thema Investment und Finanzen auseinanderzusetzen. Außerdem hoffe ich, dass ich dir die Angst vor dem Investieren nehmen konnte und aufzeigen konnte, dass es mehr als das Sparbuch gibt.

Des Weiteren möchte ich dir ans Herz legen immer eine eigene Recherche zu machen und immer an den Satz zu denken: “Wenn sich ein Investment zu gut anhört um wahr zu sein, ist es in der Regel auch nicht wahr.”

Denk immer daran, deine eigene Risikoaffinität an deinen Anlagehorizont anzupassen und deine persönliche Situation dabei nicht zu vernachlässigen. Fühl dich ermutigt zu investieren und habe keine Angst vor Verlusten.

Die nächsten Artikel werden sich mit den Themen Aktien, Anleihen, Fonds und ETF’s befassen, damit du selbst schnell in die Umsetzung kommen kannst.

Ich freue mich über jegliches Feedback und Wünsche für zukünftige Artikel. Dies kannst du uns am besten über unseren Telegram-Channel zukommen lassen. Ganz viel Erfolg und Spaß beim Investieren wünscht dir dein Marcel.

Zum Autor:

Marcel Kunz ist 30 Jahre jung und lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Heidelberg. Durch erste Semester Informationswirtschaft am Karlsruher Institute of Technology und einem folgenden Dualen Studium bei der Bank sind die Finanzwelt und er untrennbar. Seit er 15 Jahre ist beschäftigt er sich zusätzlich in seiner Freizeit mit Thema Finanzen und Geldanlage. 

Neben den rechtlichen Anforderungen bringt er durch sein Interesse an neuen Assetklassen, wie z.B. Bitcoin, neuen Wind in die sonst sehr angestaubte Branche. Marcel beschäftigt sich bei der InVertas GmbH vor Allem mit den Themenfeldern Ruhestandsplanung, Geldanlage und private Krankenversicherung. Zu seinen Kunden zählen Unternehmer, Selbständige und leitende Angestellte.

Kontakt: http://invertas.de/kontakt/

Bitcoin Analyse am Computer

Bitcoin, Gold und ETFs im Vergleich – Deshalb sollte BTC in jedes Portfolio

Wenn es um Bitcoin oder dessen Kurs geht, finden interessierte Leser Tausende von Artikeln im Internet. Die Spannweite hierbei reicht von apokalyptischen Szenarien bis hin zu extrem positiven Prognosen. Eine solche breite Spannweite wiederum zeigt zwei Dinge: Auf der einen Seite unterstreicht sie die Volatilität sowie den schwer vorhersehbaren Charakter der Digitalwährung. Auf der anderen Seite zeigt die Spannweite, dass Informationsbeschaffung im digitalen Zeitalter zwar einfach ist, es jedoch umso schwieriger ist, qualitativ hochwertige Informationen zu finden. Neutrale und objektive Betrachtungen sind selten, da oft Eigeninteresse bei der Bewertung eines Assets mitschwingt.

Mit diesem Artikel möchten wir eine solide Basis schaffen, in der Bitcoin objektiv betrachtet wird. Es geht daher um nicht mehr und nicht weniger als die Frage, wie gut Bitcoin als Investitionsobjekt und Asset tatsächlich geeignet ist.

Zielsetzung: Wie gut ist Bitcoin als Investitionsobjekt?

Ziel dieses Artikels ist es, eine Analyse der beliebtesten Kryptowährung durchzuführen. Hierfür werden Elemente der Finanzmathematik verwendet. Die Ergebnisse der Analyse sind grafisch aufbereitet und werden im Verlauf des Artikels aufgezeigt und interpretiert. Es ist nicht auszuschließen, dass du einige Begriffe zuvor noch nie gehört hast. Bevor wir also zu den Ergebnissen der Auswertung kommen, beginnen wir mit einem kleinen Exkurs und erklären dir die wichtigsten Begriffe. 

Stichworte sind hierbei Korrelation, Volatilität, Sharpe-Ratio und Allokation. Falls du dir unsicher über die Bedeutung dieser Ausdrücke bist, empfehlen wir dir also den ganzen Artikel zu lesen. Wenn Korrelation und Volatilität hingegen zu deinen Lieblingswörtern gehören, dann kannst du den ersten Teil getrost überspringen.

Im Folgenden siehst du außerdem noch eine einfache tabellarische Darstellung, die dir aufzeigt, was du von diesem Artikel erwarten kannst und welche Fragen beantwortet werden. Wir zeigen dir ebenso, welche Fragen wir – zumindest in diesem Artikel – nicht beantworten.

Was dich im Artikel erwartet Was dich nicht erwartet
  • War Bitcoin in der Vergangenheit ein gutes Investment?
  • Wie hat sich Bitcoin im Vergleich zu anderen Anlageklassen und Finanzprodukten entwickelt?
  • Stimmt es, dass Bitcoin ein unkorreliertes Asset ist?
  • Hat Bitcoin - aus der finanzmathematischen Perspektive - ähnliche Eigenschaften wie Gold?
  • Macht es Sinn, Bitcoin als Teil eines diversifizierten Portfolios zu halten?
  • Lohnt sich das Risiko beim Investment in BTC?
  • Wie stark schwankt die Kryptowährung im Vergleich zu anderen Finanzprodukten?
  • Kann ich mit Bitcoin Millionär werden?
  • Wie steht der Bitcoin Kurs 2021 und 2022?
  • Wie hoch ist das Potenzial von Bitcoin für die Zukunft?
  • Kann BTC in Zukunft nationale Währungen ersetzen?

Bevor wir nun final in die Thematik einsteigen, einige Vorworte zum Aufbau des Artikels sowie der Methodik.

Aufbau und Methodik des Artikels

Wir beginnen mit dem Kapitel zur Begriffserklärung. Anschließend steigen wir in die Analyse ein und betrachten die Ergebnisse. Am Ende diskutieren wir die gewonnen Erkenntnisse und welche Bedeutung sie für uns haben. Eine Frage, die wir aktuell noch nicht geklärt haben, ist die Frage des Zeitraums sowie der Finanzprodukte und Anlageklassen, die wir im Vergleich betrachten.

Zeitraum und Wahl der Anlageklassen

Unsere Analyse betrachtet den Zeitraum vom 01.01.2016 bis zum 01.06.2020. Wir haben somit eine ungefähre Zeitspanne von 4.5 Jahren gewählt. Den Zeitraum von 2013 bis 2016 haben wir explizit ausgeschlossen, da die Marktkapitalisierung Bitcoins noch weitestgehend im einstelligen Milliardenbereich lag. Auch das tägliche Handelsvolumen war im Vergleich zur heutigen Zeit sehr gering. Dies wirkt sich direkt auf die Volatilität und andere Faktoren aus. Um eine bestmögliche Aussagekraft zu erzielen, haben wir also den 01.01.2016 als Startdatum gewählt.

Als Vergleichsobjekte haben wir die folgenden zwei Anlageklassen gewählt: Edelmetalle und (passive) Indexfonds. Damit haben wir Anleihen sowie Aktien explizit ausgeschlossen. Anleihen haben wir primär deshalb ausgeschlossen, weil nur wenige Investoren und Anleger in der heutigen Zeit noch auf dieses Asset setzen. 

Während in Europa bereits seit mehreren Jahren Staatsanleihen (mit Ausnahme von Ländern wie Griechenland) kaum noch Erträge bringen, konnten Investoren mit US-Staatsanleihen immerhin noch eine Rendite nahe der Inflation erzielen. Seit den dortigen Zinsanpassungen sind diese Zeiten allerdings auch vorbei. Auf Aktien haben wir deshalb verzichtet, da die unglaublich große Auswahl an einzelnen Aktientiteln es schwer macht, gute Vergleichsobjekte zu finden.

Die konkreten Vergleichsobjekte im Detail

Unserer Meinung nach haben wir daher stärker auf die Aspekte Relevanz und Verbreitung in der Bevölkerung gesetzt. Eine Studie des Bundesverbandes deutscher Banken aus dem Jahr 2019 zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen in Fondsanteile investiert und/oder einen Sparplan hierfür verwendet.

Diese Umfrage zeigt die beliebtesten Anlageprodukte der Deutschen im Jahr 2019. Quelle. statista.de

Genau aus diesem Grund haben wir uns für passive Indexfonds, sogenannte ETFs, als Vergleichsobjekte entschieden. Diese sind nicht nur beliebt, sondern werden weitestgehend mit monatlichen Sparplänen bedient. Viele Investoren und Privatanleger nutzen ETFs außerdem als Altersvorsorge und langfristiges Investment. Als Vertreter der passiven Indexfonds haben wir die iShares Produkte der Firma Blackrock gewählt. Diese gelten nicht nur zu den größten Indexfonds nach Volumen in ihrem Segment, sondern sind häufig die erste Wahl für Privatanleger.

Konkret haben wir die drei ETFs iShares Core MSCI World UCITS ETF (WKN:A0RPWH), iShares Core S&P 500 UCITS ETF USD (ISIN:IE0031442068) sowie den iShares Core DAX® UCITS ETF (ISIN:DE0005933931) gewählt.

Im Bereich der Edelmetalle haben wir den Goldpreis (in USD) als Referenzwert genommen. Für viele Anleger gilt Gold nach wie vor als Hedge im Portfolio. Hinzu kommt der häufige Vergleich zwischen Bitcoin und Gold, der uns dazu bewogen hat, das beliebteste Edelmetall in unsere Analyse aufzunehmen.

Die grundlegenden Informationen sollten nun klar sein. Es wurde ersichtlich, welches Ziel der Artikel verfolgt sowie die Fragen und Aspekte, die darin behandelt werden. Im Folgenden beginnen wir nun mit der Begriffserklärung. Falls du dieses Wissen bereits mitbringst, klicke einfach auf den nachfolgenden Button um diesen Abschnitt zu überspringen.

Übersicht: Bitcoin als Investition

Basis-Wissen für die Analyse und den Artikel:

In diesem Abschnitt erklären wir nun in aller Kürze die wichtigsten Begriffe, die für das Gesamtverständnis dieses Artikels hilfreich sind. Wir beginnen mit dem Begriff der „Annualisierten Rendite“.

Was ist die Annualisierte Rendite?

Wir verwenden die annualisierte Rendite um die Performance unterschiedlicher Anlageklassen und Assets miteinander zu vergleichen. Die Idee dahinter ist einfach: Wenn wir die Performance eines Vermögenswertes über mehrere Jahre hinweg betrachten, wollen wir wissen, wie hoch die „durchschnittliche“ Rendite dabei war. Uns interessiert also nicht nur die Entwicklung über 1 Jahr, sondern beispielsweise über 3 oder 5 Jahre.

Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass wir nicht einfach den mathematischen Durchschnitt der Jahresentwicklungen bilden können. Ein einfaches Beispiel zur Verdeutlichung:

Weshalb die durchschnittliche Rendite keine Aussagekraft hat

Du investierst einen Betrag von 1.000 Euro in Bitcoin. Im ersten Jahr steigt der Kurs von BTC um 50 Prozent. Negative Meldungen machen nun die Runde, so dass es im zweiten Jahr schlechter aussieht und der Kurs um 30% fällt. Im dritten Jahr die Kryptowährung wenig bewegt und wächst mit 8%. Der Durchschnittswert läge hierbei bei (0,5 – 0,3 + 0,08)/3 = 0,093. Dies entspräche also einem Zuwachs von 9,3% pro Jahr. Warum dieser Wert nicht korrekt ist und weshalb wir die annualisierte Rendite benötigen, zeigen wir jetzt:

  • Der Wert deines Investments beträgt zum Beginn 1.000 Euro
  • Nach einem Jahr und 50% Wachstum liegt der Wert bei 1.500 Euro
  • Da der Kurs im zweiten Jahr um 30% fällt, beträgt der Wert deines Investments nur noch 1.500 Euro * (1-0,3) = 1.050 Euro.
  • Im dritten Jahr steigt der Kurs wiederum um 8 Prozent. Damit hat dein Investment am Ende einen Gegenwert von 1.050*1,08 = 1.134 Euro.

Wenn wir den oben angegebenen Durchschnittswert nehmen würden, müssten wir 1.000*1,093*1,093*1,093 rechnen. Dadurch ergäbe sich ein Endwert von 1305,75 Euro. Dies wäre nicht korrekt. Der Grund hierfür liegt darin, dass das Wachstum sich immer auf den Wert zu Beginn des Jahres bezieht.

Der Grund für die annualisierte Rendite und wie sie berechnet wird

Aus dem gerade eben genannten Grund verwenden wir die annualisierte Rendite. Sie gibt die „effektive“ Rendite an und zeigt somit den wirklichen „durchschnittlichen“ Wert. Berechnet wird sie nach dem geometrischen Mittel. Was zunächst kompliziert klingen mag, ist einfach.

Zur Berechnung der annualisierten Rendite multiplizieren wir die jährlichen Veränderungen miteinander und teilen sie anschließend durch die x-te Wurzel. Die x-te Wurzel gibt hierbei den Zeitraum der Betrachtung an. In unserem Fall beträgt x also 3 Jahre. Konkret ergibt sich dadurch in unserem Beispiel folgende Rechnung:

Dritte Wurzel aus (1,5 * (1-0,3) * 1,08) = 1,0428. Von dieser Zahl subtrahieren wir den Wert 1 und erhalten somit eine annualisierte Rendite von 4,28%. Die Gegenprobe 1.000 * 1,0428 * 1,0428 * 1,0428 = 1133,97 Euro liefert und gerundet das Ergebnis, welches wir erwarten: 1.134 Euro.

Performance über einen Zeitraum

Im Gegensatz zur annualisierten Rendite gibt uns die Performance die Rendite über einen gewissen Zeitraum an. Uns interessiert bei dieser Zahl nicht die jährliche Entwicklung, sondern nur das „rohe“ Ergebnis von Tag 1 bis Tag X. Etwaige Schwankungen, die innerhalb des Betrachtungszeitraums auftreten, werden nicht berücksichtigt.

Die Gesamtperformance ist eine weniger aussagekräftige Zahl, da ihr Ergebnis sehr stark davon abhängt, welchen Anfangs- und Endzeitpunkt man wählt. Auch hier wieder ein Beispiel zur Verdeutlichung:

  • Der Wert der Firma A steht zum Zeitpunkt 0 bei 100 Euro pro Aktie.
  • Im ersten Jahr entwickelt sich die Firma sehr gut, so dass ihr Kurs zum Jahresende bei 150 Euro pro Aktie liegt.
  • Im zweiten Jahr hingegen verliert die Aktie 20 Prozent. Ihr Kurswert beträgt anschließend 120 Euro.

Wer nun die Gesamtperformance von Zeitraum 0 bis zum Ende des zweiten Jahres betrachtet, erhält eine Rendite von 20%. Wer hingegen die Entwicklung von Jahr 1 bis zum Jahr 2 betrachtet, sieht eine Gesamtperformance von -20%. Aus diesem Grund ist die Betrachtung der annualisierten Rendite sinnvoll.

Volatilität

Der Begriff der Volatilität ist für unsere Analyse wichtig. Als Volatilität verstehen wir die Schwankungsbreite eines Finanzprodukts. Wenn also der Kurs einer Kryptowährung, einer Aktie oder eines ETFs innerhalb eines bestimmten Zeitraums mehrere Hoch- und Tiefpunkte erreicht, spricht man von einer großen Volatilität. Die Schwankungsbreite oder auch Spannweite ist damit sehr hoch.

Der Begriff Volatilität wird daher häufig mit dem „Risiko“ eines Vermögenswertes gleichgesetzt. Oft wird eine hohe Volatilität daher auch als etwas „Böses“ oder „Negatives“ dargestellt. Dabei ist es auf der einen Seite logisch, dass mit einer erhöhten Volatilität auch ein erhöhtes Risiko entsteht. Schließlich schwankt der Kurswert stark und es gibt regelmäßig Berg- und Talfahrten. Auf der anderen Seite entstehen durch Volatilität auch Chancen. Anders formuliert: Eine Aktie oder eine Kryptowährung die immer zwischen 95 und 105 Euro pendelt, wird niemals hohe Renditen abwerfen.

Zur Volatilität solltest du dir also merken, dass es sich um eine Kennzahl für die Schwankungsbreite handelt. Wir können das Risiko verschiedener Finanzprodukte also vergleichen, indem wir uns deren Volatilitäten über einen bestimmten Zeitraum anschauen.

Sharpe-Ratio

Soeben haben wir über das Risiko bzw. die Volatilität gesprochen. Nun macht es doch außerordentlich Sinn nicht nur das Risiko zu betrachten, sondern auch die Rendite, die mit diesem Risiko einhergeht. Schließlich gehen wir davon aus, dass wir mit einem erhöhten Risiko auch eine erhöhte Rendite einfahren können, da sich das Risiko ja ansonsten nicht lohnt.

Und genau diese Idee wird mit der sogenannten Sharpe-Ratio verfolgt. Sie ist eine Kennzahl, die uns einen Eindruck über das Verhältnis Rendite/Risiko gibt. Im Englischen wird die Kennzahl daher auch als „Reward-to-Variability“, also „Rendite-zur-Volatilität“ bezeichnet.

Um die Kennzahl zu ermitteln, benötigen wir zunächst den risikolosen Zinssatz. Als risikolosen Zinssatz verstehen wir – wie der Name es bereits erahnen lässt – den Zinssatz, den wir ohne jegliches Risiko eingehen zu müssen, erzielen können. In Europa gilt hierbei die Umlaufrendite deutscher Staatsanleihen (Bundesanleihen) mit zehnjähriger Laufzeit als Referenz. Natürlich ist auch dieser Zinssatz nicht zu 100% risikolos, dennoch sehen die Marktteilnehmer die Bundesanleihen als Benchmark.

Für die Sharpe-Ratio ermitteln wir nun zunächst die Differenz zwischen der Rendite, die uns ein Vermögenswert in einem Zeitraum liefert, und dem risikolosen Zinssatz. Damit erhalten wir unsere Risikoprämie. Sie entspricht also der Rendite, die wir für ein zusätzliches Risiko erhalten. Anschließend setzen wir diese Zahl ins Verhältnis zum Risiko, also der Volatilität, eines Vermögenswertes. 

Voilá: Das Ergebnis ist die Sharpe-Ratio. Ist die Zahl nun >1 konnte eine Überrendite im Vergleich zur risikolosen Anlage erzielt werden. Wir können Finanzprodukte nun vergleichen, indem wir uns deren Sharpe-Ratio anschauen. Dadurch können wir bewerten, ob das eingegangene Risiko immerhin „ausreichend“ belohnt wurde.

Portfoliotheorie

Der Begriff der Portfoliotheorie wurde maßgeblich von dem Ökonomen Markowitz geprägt. Im Kern geht es bei der Theorie darum, ein optimales Portfolio zu erstellen. Ziel soll es also sein, bestehende Finanzprodukte und Anlageklassen bestmöglich zu kombinieren. Dabei gibt es verschiedene Annahmen und Aspekte. Für uns soll jedoch ein Punkt relevant sein: Die Unterscheidung zwischen systematischen und unsystematischem Risiko.

Systematisches vs. Unsystematisches Risiko

Als systematisches Risiko verstehen wir das Risiko, das im Allgemeinem bei Investitionen entsteht. Es gibt unvorhersehbare Risiken, die sich negativ auf den Markt auswirken können. Alle Investitionen sind diesem Risiko unterworfen und wir als Investoren haben darauf keinen direkten Einfluss. Das beste Beispiel aus der jüngsten Zeit hierfür war (und ist) Covid-19.

Auf der anderen Seite gibt es ein unsystematisches Risiko, welches wir aktiv durch unsere Anlageentscheidungen beeinflussen. Wenn wir beispielsweise nur Aktien der deutschen Automobilindustrie kaufen, setzen wir uns einem hohen Risiko aus. Was können wir dagegen tun?

Diversifikation als Schlüssel zu einem optimierten Portfolio

Die Antwort auf das unsystematische Risiko heißt Diversifikation. Indem wir unser Portfolio breit streuen, also diversifizieren, können wir das Gesamtrisiko reduzieren. Das Ziel sollte es also sein in unterschiedliche Branchen, die bestenfalls geographisch verteilt sind, zu investieren. Aus diesem Grund entscheiden sich auch viele Anleger und Investoren für passive Indexfonds, wie den iShares MSCI, da dieser die Wertentwicklung aus einer Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen nachbildet.

Zum Begriff der Portfoliotheorie solltest du neben dem Namen Markowitz also Folgendes mitnehmen: Jede Investition unterliegt einem Grundrisiko. Wir haben jedoch auch einen aktiven Einfluss auf das Risiko. Indem wir unser Portfolio diversifizieren, können wir das Risiko reduzieren.

Korrelation: Das Verhältnis zweier Vermögenswerte zueinander

Wenn wir über Portfoliotheorie und Diversifikation sprechen, müssen wir auch über die Korrelation sprechen. Die Korrelation ist eine statistische Kennziffer, die den Zusammenhang zweier Variablen angibt. Sie kann hierbei Werte zwischen -1 und +1 annehmen. Werte, die über 0 liegen, stehen für einen positiven Zusammenhang. Werte, die unter 0 liegen, stehen wiederum für einen negativen Zusammenhang. Eine Korrelation nahe 0 heißt wiederum, dass kein empirischer Zusammenhang vorliegt.

Um es etwas greifbarer zu machen, verwenden wir das Beispiel von Besuchern in einem Schwimmbad und der Temperatur. 

Liegt die Korrelation zwischen Besuchern und Temperatur bei beispielsweise 0,8 so lässt sich sagen, dass das Schwimmbad an heißen Tagen mehr Besucher hat. Wenn wir beispielsweise die Korrelation zwischen Niederschlagsmenge und Besuchern eines Schwimmbads betrachten, könnten wir beispielsweise eine Korrelation von -0,6 beobachten. Dies wiederum heißt, dass die Anzahl an Besuchern und die Niederschlagsmenge in einem negativen Zusammenhang stehen. Anders formuliert: Wenn es viel regnet, gibt es wenige Besucher im Schwimmbad und umgekehrt.

Die Kennzahl der Korrelation können wir nun verwenden, um unser Portfolio möglichst optimal zu gestalten. Das heißt, dass wir Werte wählen sollten, die nicht zu sehr positiv miteinander korrelieren. Denn dies wiederum erhöht das Risiko des Gesamtportfolios. 

Für unser Portfolio ist es daher gut, Vermögenswerte zu wählen, die eine Korrelation nahe 0 aufweisen. Mit einer solchen Korrelation entsteht nämlich der Effekt der Diversifikation, den wir uns wünschen. Für diesen Artikel wird es daher wichtig sein, zu verstehen, wie stark Bitcoin mit klassischen Finanzprodukten korreliert und ob es Sinn macht, die Kryptowährung als Ergänzung für das eigene Portfolio zu betrachten.

Die Grundlagen sind nun geschaffen. Das heißt, dass wir uns den Ergebnissen der Analyse widmen können. Es geht los!

Bitcoin als Investitionsobjekt: Die Analyse

Wir sind nun beim Herzstück dieser Bitcoin Analyse angekommen. Im Folgenden werden wir uns zunächst isoliert der Kryptowährung Nummer 1 widmen. Im Anschluss betrachten wir BTC im Rahmen einer diversifizierten Investitionsstrategie. Dazu schauen wir uns die annualisierten Renditen von Bitcoin im Vergleich zu unseren 4 Referenzprodukten  an. Neben der Rendite werfen wir einen Blick auf die Volatilitäten und die Sharpe-Ratio. Desweiteren zeigen wir die Korrelation zwischen BTC und klassischen Anlageklassen auf. Zum Schluss wollen wir einen Ausblick auf das optimale Portfolio werfen und verstehen, ob und wie Bitcoin die Performance eines Portfolios verbessern kann.

Anmerkung: Alle Grafiken können (und sollten) vergrößert angeschaut werden. Klicke dazu einfach auf die Grafik selbst, um sie im Detail anzuschauen.

Performance der Kryptowährung im Überblick

Wir beginnen mit der Gesamtperformance von Bitcoin. Dazu möchten wir dir als Leser zunächst einen Überblick geben, wie sich ein theoretisches Investment von 10.000 US-Dollar bis zum 01.01.2020 entwickelt hätte. Um aufzuzeigen, dass die Performance für selbst gewählte Zeiträume weniger aussagekräftig ist, betrachten hierfür unterschiedliche Daten. Anschließend betrachten wir neben der absoluten Performance, die prozentuale Entwicklung. Zum Abschluss dieses Abschnitts vergleichen wir dann die prozentuale Entwicklung von Bitcoin mit der unserer 4 Referenzprodukte.

Absolute Performance von Bitcoin im Überblick: Entwicklungen bis zum 01.01.2020

Konkret wählen wir den 01.01.2016, 01.01.2017, 01.01.2018 sowie den 01.01.2019 als Startpunkte einer Investition in Höhe von 10.000 Dollar.

Entwicklung 10.000USD Investment in Bitcoin bis zum 01.06.2020

Die oben stehende Grafik zeigt deutlich, dass die absolute Entwicklung eines Investments in Bitcoin deutlich von dem Zeitpunkt des Einstiegs abhängt. So hätte eine Investition von 10.000 USD am 01.01.2016 sich bis zum 01.06.2020 zu einer Summe von 167.000 USD entwickelt. Ein Investment am 01.01.2018 hingegen läge bei gerade einmal 5.100 USD. Ebenso deutlich wird die enorme Schwankungsbreite einer Investition in Bitcoin. Im Verlauf dieses Artikels werden wir uns die Volatilität nochmals im Detail anschauen. Bereits jetzt solltest du als Leser jedoch ein Gefühl dafür bekommen, wie massiv die Wert- bzw. Kursentwicklung von Bitcoin variiert.

Der Verlauf der Investition vom 01.01.2016 bis zum 01.06.2020 zeigt dies eindrucksvoll: Die Summe deines Investments hätte sich vom 01.01.2017 von 22.438 USD binnen eines Jahres auf enorme 327.600 Dollar erhöht. Im darauffolgenden Jahr (01.01.2019) wäre diese Summe wiederum massiv eingebrochen und läge bei 86.900 Dollar.

Relative Performance von BTC in der Übersicht

Um die Darstellung der absoluten Zahlen zu ergänzen, zeigen wir in der nachfolgenden Grafik die daraus resultierende Performance in Prozent.

Prozentuale Entwicklung einer Bitcoin Investition im Zeitraum von 2016-2020

An dieser Stelle könnte man nun Lobeshymnen zur Performance der größten Kryptowährung anstimmen. 1570% Wertzuwachs in weniger als 5 Jahren – solche Titel wären höchstwahrscheinlich dazu geeignet, das Interesse vieler potenzieller Leser zu wecken. Wir verzichten jedoch hierauf, da – wie bereits erwähnt – eine Betrachtung der Performance, egal ob prozentual oder absolut, nur bedingt aussagekräftig ist.

Schließlich hängt die Wahl immer von dem gewählten Zeitraum und somit massiv vom Timing der Investition ab. Der zweite Punkt ist derjenige, dass eine solche Aussage bestenfalls im Kontext betrachtet werden soll. Das heißt für uns, dass wir diese prozentualen Zahlen nun mit denen unserer vier Referenzprodukte vergleichen wollen. Hinzu kommt die Notwendigkeit die Rendite in das Verhältnis zur Volatilität, also dem eingegangenen Risiko, zu setzen.

Bevor hier ein falsches Verständnis aufkommt: Keine Frage – Die Performance von Bitcoin ist mehr als beeindruckend und die Renditen sind (wie wir gleich sehen werden) einzigartig. Da das Ziel dieses Artikels jedoch mehr ist als die Heiligsprechung von Bitcoin, wollen wir eben auch auf diese zu kritisierenden Punkte aufmerksam machen.

Performance-Vergleich: Bitcoin vs. Gold, iShares Core MSCI, iShares Core S&P500 und iShares Core DAX

Richten wir unseren Blick also auf die Performance unserer 4 Referenzprodukte: iShares Core MSCI, iShares Core S&P500, iShares Core DAX sowie das Edelmetall Gold. Wie hoch waren deren prozentuale Rendite im selben Vergleichszeitraum?

Prozentuale Entwicklung verschiedener Finanzprodukte bis zum 01.01.2020

Aus dem obigen Schaubild wird ein offensichtliches Bild deutlich. Wir möchten die wichtigsten Erkenntnisse daraus zusammenfassen:

  1. Der amerikanische Aktienmarkt bleibt das absolute Zugpferd hinsichtlich Renditen. Der iShares S&P500 kann sowohl den breiter gestreuten und somit weltweit investieren iShares MSCI als auch den iShares DAX outperformen.
  2. Der deutsche Aktienindex konnte in den letzten Jahren keine Outperformance erzielen. Während der Aktienmarkt in den letzten Jahren eine beispiellose Hochzeit hatte, ist der DAX der schlechteste Performer unserer Anlageklassen.
  3. Die Nachfrage nach Gold in den letzten Jahren trieb den Preis des Edelmetalls stark nach oben. In Folge dessen warf auch ein Investment in Gold in den letzten Jahren eine ordentliche Rendite ab.
  4. Zum Schluss folgt noch die Erkenntnis, dass Bitcoin in fast alle Zeitpunkten eine deutliche Outperformance erzielte. Aufgrund der hohen Volatilität, auf die wir gleich noch näher zu sprechen kommen, ist der Investitionszeitpunkt sowie die Haltedauer bei der Kryptowährung entscheidend.

Die aktuelle Betrachtung hat sich explizit auf die historische Entwicklung bezogen. Der Endzeitpunkt unserer Betrachtung lag hierbei immer am 01.01.2020. Im Folgenden wollen wir den Zeithorizont verdichten und einen Blick auf die Year-to-Date Performance werfen. Das heißt, dass wir uns anschauen wie alle unsere Assets seit dem 01.01.2020 performt haben. Da dieses Jahr eine deutliche Zäsur darstellt (Stichwort: Covid-19) ist es besonders interessant zu sehen, wie die Anlageklassen in Zeiten wirtschaftlicher Krisen performen.

Performance seit dem 01.01.2020: Entwicklung in wirtschaftlichen Krisen

Durch die Verbreitung von Covid-19 und die daraus folgenden einschneidenden Maßnahmen gab es einen kurzfristigen Einbruch des globalen Finanz- und Aktienmarktes. Auch wenn der Aktienmarkt sich aus der heutigen Perspektive weitestgehend von den Tiefständen des Jahres erholt hat, sind die Auswirkungen des Virus noch lange nicht vorbei. Es wird wohl noch Monate und Jahre andauern bis der Konsum und die Produkten auf dem Niveau des Vorjahres sind. Andere Phänomene, wie beispielsweise die erhöhte Arbeitslosigkeit in einigen Ländern, kann noch nachhaltigere Konsequenzen mit sich tragen.

In diesem Kontext ist es also interessant zu wissen, wie gut sich die Anlageklassen erholt haben und wie sie im Vergleich zum Jahresbeginn dastehen:

Entwicklung der Finanzprodukte iShares MSCI, iShares S&P500, iShares DAX, Gold und Bitcoin im Zeitraum von 01.01.2020 - 31.05.2020

Die oben stehende Grafik ist eindeutig: Trotz der jüngsten Erholungen am Aktienmarkt konnte keiner unserer drei Indexfonds sich vollständig erholen. Das im vorherigen Abschnitt formulierte Bild wiederholt sich jedoch in dem Sinne, dass der iShares S&P500 der beste Performer ist und der iShares DAX die höchsten Verlust aufweist. Gold zeigt im Kontext der Coronakrise seine Eigenschaften als sicherer Hafen und Krisenanlage. Mit einer Performance von 15,18% im Zeitraum von 01.01.2020 bis zum 31.05.2020 übertrifft das Edelmetall die ETFs.

Bitcoin (BTC) ist in dieser Hinsicht mit einem Wachstum von fast 35% der deutliche Gewinner dieses Vergleichs.

Annualisierte Rendite

Bisher haben wir betrachtet, wie sich ein Investment in den Jahren 2016, 2017, 2018 und 2019 mit dem Zieldatum 01.01.2020 entwickelt hätte. Desweiteren haben wir uns angeschaut, wie unserer 5 Anlagemöglichkeiten seit dem 01.01.2020 performt haben. Den Abschluss des Kapitels zur Performance bildet nun der Blick auf die annualisierte Rendite.

Hier sehen wir deutlich, dass Bitcoin (BTC) in unserem Betrachtungszeitraum die höchste annualisierte Rendite aufweisen kann. Mit Hinblick auf unsere 3 ETFs sehen wir erneut, dass der iShares S&P500 die beste annualisierte Rendite hat. Interessant ist ebenso, dass das Edelmetall Gold den iShares Core DAX outperformen konnte.

Nachdem wir nun einen Eindruck über die Performance-Unterschiede erhalten konnten, wollen wir einen Blick auf die Volatilität werfen. Gerade in den letzten Jahren wurde BTC immer wieder der Vorwurf des hoch volatilen Assets gemacht.

Prüfen wir gemeinsam, ob dieses Vorwurf ein Fundament hat und falls ja, wie stark die Unterschiede in der Volatilität tatsächlich sind. Besonders interessant wird hierbei die bisherige Entwicklung in diesem Jahr sein. Denn gerade mit den Turbulenzen rund um Covid-19 hat sich gezeigt, dass auch der Aktienmarkt deutlich volatiler als in den letzten Jahren agierte. Tägliche Veränderungen im hohen einstelligen Prozentbereich bis hin zu zweistelligen prozentualen Veränderungen waren in diesem Jahr am Aktienmarkt zu beobachten.

Volatilität und die Frage der Schwankung: Wie stabil sind ETFs im Vergleich zu Bitcoin und Gold?

Es wird Zeit auf die Volatilität der Anlageklassen und Finanzprodukte zu blicken. Der Blick auf die Volatilität ist insofern wichtig, als dass gerade unerfahrene Anleger häufig vor Anlageklassen mit einer hohen Volatilität zurückschrecken. Der Grund hierfür ist durchaus nachvollziehbar. Man stelle sich vor, dass ein Anleger mit wenig Erfahrung ein Investment in Höhe von 1.000 USD tätigt. Bei einem hoch volatilen Asset ist es gut möglich, dass der Blick auf das Portfolio wenige Wochen später nur noch einen Betrag von beispielsweise 800 USD anzeigt. Dies mag Anleger verunsichern und in Folge dessen möglicherweise sogar zu der schlechtesten Reaktion überhaupt führen:

Die Angst noch mehr Geld zu „verlieren“, äußert sich in einem Panikverkauf, der den zunächst theoretischen Verlust dann auch zu einem wirklichen Verlust macht. Während der Anleger zunächst froh darüber sein mag, mit einem „blauen Auge“ davongekommen zu sein, wird er sich ärgern, wenn er 3 Monate später erneut auf den Kurs blickt und realisiert, dass seine Investition nun einen Wert von 1.300 USD hätte.

Die Botschaft dahinter soll Folgende sein: Wer in einen hoch volatilen Vermögenswert investiert, muss sich dieser Tatsache bewusst sein. Schwankungen gehören per Definition dazu. Kurzfristige, starke Bewegungen sollten den Anleger also nicht verunsichern. An dieser Stelle sei also auch ganz klar gesagt, dass aus den eben genannten Gründen hoch volatile Vermögenswerte für viele Anleger schlicht und ergreifend nicht die richtigen Investitionen sind.

Annualisierte Volatilitäten im Vergleich: Bitcoin vs. MSCI, Gold und Co.

Widmen wir uns nun aber der Grafik zu den annualisierten Volatilitäten unserer 5 Anlageobjekte. Die nachstehende Grafik zeigt dementsprechend die annualisierte Volatilität für die Jahre 2016, 2017, 2018, 2019 sowie 2020.

Annualisierte Volatilität von Bitcoin, Gold und drei iShares ETF im Vergleich

Was können wir nun aus dieser Grafik schlussfolgern? – Es lässt sich zunächst festhalten, dass Bitcoin im Vergleich zu den drei ETFs sowie Gold eine deutlich höhere Volatilität hat. Die Aussage, dass BTC also ein hoch volatiltes Asset ist, ist absolut korrekt. 

Desweiteren können wir sagen, dass die Volatilität im Jahr 2020 deutlich angestiegen ist. Die Turbulenzen an den Aktienmärkten spiegeln sich logischerweise in der Volatilität nieder. 

Außerdem zeigt sich, dass Gold – gerade in diesem Jahr – erneut seine Rolle als krisensicheres Investment unterstreicht. Mit einer Volatilität von rund 20% liegt es deutlich unter der unserer 3 ETFs sowie Bitcoin. Für die Jahre 2016 – 2019 zeigt sich im Übrigen auch, dass die Volatilität unserer 3 ETFs vergleichbar mit der von Gold war.

Nachdem wir nun sowohl über Renditen als auch die Volatilität gesprochen haben, wird es Zeit, das Verhältnis Risiko/Rendite zu analysieren. Das Stichwort hierfür lautet also Sharpe-Ratio.

Sharpe-Ratio in der Übersicht: Das Verhältnis von Risiko und Rendite

Wie bereits in der Einleitung zum Basis-Wissen erläutert, ist die Sharpe-Ratio eine gute Kennzahl für das Verhältnis von der erzielten Rendite im Vergleich zum eingegangenen Risiko. Wir haben daher für jedes Jahr die Sharpe-Ratio unserer 5 Anlageklassen berechnet. Werfen wir einen Blick auf die Ergebnisse:

Grafik zur Sharpe-Ratio von BTC, Gold, MSCI, SPX und DAX

Zunächst eine Anmerkung: Im Jahr 2017 hat Bitcoin (BTC) die mit Abstand beste und höchste Sharpe-Ratio. Der Wert betrug hierbei 18,98. Wir haben diesen Wert jedoch bewusst aus der oben stehenden Grafik rausgelassen, da er das Gesamtbild verzerren würde und die Darstellung verschlechtert.

Blicken wir nun auf die Zahlen selbst und schauen uns für jedes Jahr die beiden besten Anlageklassen an:

2016 – 2020: Übersicht der besten Sharpe-Ratios

  • 2016: Bitcoin hat die beste Sharpe-Ratio mit einem Wert von 2,26. Danach folgt der iShares S&P500 mit einem Wert von 1,42.
  • 2017: BTC liegt mit einem Wert von 18,98 auf Platz 1. Danach folgt das Edelmetall Gold mit einem Wert von 1,32.
  • 2018: Alle Anlageklassen weisen hierbei eine negative Sharpe-Ratio auf. In diesem Jahr wäre die risikolose Anlage also die bessere Anlage gewesen. Mit einem Wert von -0,18 wäre der S&P500 jedoch der Gewinner innerhalb der Gruppe der Verlierer.
  • 2019: Das Börsenjahr 2019 verlief gut. Diese Performance merken wir auch in der Sharpe-Ratio. Der iShares MSCI und iShares S&P500 belegen die ersten beiden Plätze.
  • 2020: Auf Platz 1 liegt das Edelmetall Gold mit einem Wert von 0,54. Darauf folgt Bitcoin mit einem Wert von 0,43.

Damit können wir festhalten, dass in unserem Vergleichszeitraum Bitcoin zweimal die beste Sharpe-Ratio hatte. In diesem Jahr liegt die Kryptowährung auf Platz 2 hinter Gold.

Interessanterweise kommt danach direkt das Edelmetall Gold. Es konnte im Jahr 2020 die beste Sharpe-Ratio vorweisen. In den Jahren 2017 und 2018 bot es wiederum das zweitbeste Verhältnis aus Risiko und Rendite. 

Innerhalb der Klasse der ETFs zeigt sich erneut, dass der iShares S&P500 dominiert und die beste Sharpe-Ratio aufweist.

Korrelation und die Frage der Diversifizierung

Bevor wir uns der Frage aller Fragen („Wie sieht das optimale Portfolio aus“) widmen, blicken wir auf die Korrelation. Im Rahmen der Portfoliotheorie haben wir gelernt, dass es wichtig ist, das unsystematische Risiko zu minimieren, indem das Portfolio diversifiziert wird.

Etwas verständlicher ausgedrückt: Wähle eine gute Kombination verschiedener Finanzprodukte, die sich gut ergänzen. Achte dabei darauf, verschiedene Anklageklassen zu wählen, die in verschiedenen Branchen weltweit investiert sind.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollten wir also Vermögenswerte finden, die bestenfalls keine Korrelation aufweisen. Dies wiederum heißt, dass wir einen Wert benötigen, der im Bereich von 0 liegt. Je nach Definition werden Werte im Intervall [-0,25; 0,25] als sehr schwach bzw. nicht miteinander korrelierend bezeichnet. Werte, die deutlich über 0,25 liegen, erhöhen das Klumpenrisiko eines Portfolios. Ihre Wertentwicklung ist also stark voneinander abhängig. Werte, die zwischen -1 und -0,25 liegen, sind ebenso negativ für die Entwicklung des Portfolios, da sich die Renditen gegenseitig kannibalisieren. Während also der eine Vermögenswert steigt, sinkt der andere.

Die Korrelation der drei ETFs im Vergleich

Beginnen wir mit dem Blick auf die Korrelation der drei ETFs zueinander. Hierbei können wir bereits vermuten, dass die Korrelation hoch ist. Zunächst handelt es sich bei allen drei Finanzprodukten, um passive Indexfonds die einen Aktienindex abbilden. Zum Einen wird der Aktienindex S&P500 und zum Anderen der DAX abgebildet. Mit dem MSCI ETF wird die Entwicklung der größten Firmen weltweit abgebildet; hierzu gehören also explizit Firmen aus dem S&P500 sowie dem DAX.

Korrelation des iShares S&P500, MSCI und DAX im Vergleich

Unsere Analyse bestätigt die Vermutung für die meisten Jahre. Besonders der S&P500 und der DAX weisen eine hohe Korrelation auf. Rein subjektiv betrachtet lässt sich dieses Gefühl auch bestätigen. Wenn der amerikanische Aktienindex sich in einer Bullenphase befindet, geht es dem deutschen Aktienindex ebenso gut. Das gleiche Verhalten können wir beobachten, wenn die Stimmung am Markt dreht. 

Aus unserer Analyse wird ebenso deutlich, dass der iShares MSCI weniger mit dem iShares S&P500 sowie dem iShares DAX korreliert. Dieses geringere Maß an Korrelation kommt vor allem dadurch, dass der iShares MSCI eben weltweit investiert ist und nicht nur in den USA oder Deutschland Positionen an Firmen hält. Zu den Märkten gehören ebenso Firmen aus Japan, Großbritannien, Kanada oder auch der Schweiz.

Korrelation von Gold: Das Edelmetall als sicherer Hafen?

In unserer Analyse konnten wir bereits sehen, dass Gold in einigen Marktsituationen seine Stärke ausspielen kann. In turbulenten Jahren schwankt das Edelmetall weniger und liefert sogar positive Renditen. Gold wird hierbei gerne als sicherer Hafen gesehen und viele Investoren verwenden das Edelmetall als Ergänzung in ihrem Portfolio. 

Schauen wir uns nun die Zahlen an, um zu schauen, ob Gold tatsächlich unkorreliert mit der Entwicklung unserer Vergleichsobjekte ist und sich demnach gut zur Diversifizierung eignet:

Korrelation des iShares S&P500, MSCI und DAX im Vergleich zu Gold

Die deutliche Antwort hierbei lautet: Ja, Gold eignet sich gut zur Diversifizierung. Wie wir anhand der Zahlen erkennen können, ist das Edelmetall weitestgehend unkorreliert zu den ETFs.

Bitcoin und ETFs: Wie korrelieren sie miteinander?

Wie sieht die Situation bei der Kryptowährung Bitcoin aus? Kann hier ein ähnliches Verhalten wie bei Gold festgestellt werden oder korreliert die oft als „digitales Gold“ bezeichnete Kryptowährung mehr mit unseren drei ETFs? – Die Antwort hierauf gibt uns der Blick auf die Zahlen:

Korrelation von Bitcoin im Vergleich zu den 3 iShares ETF DAX. S&P500 und MSCI

Auch hier können ganz klar und deutlich sagen, dass die Entwicklung des Bitcoin Kurs weitestgehend unkorreliert mit der unserer Vergleichsprodukte ist. Die Korrelation pendelt hierbei in unserem Zeitraum im Intervall von [-0,15; 0,15]. 

Eine einzige Ausnahme wird allerdings deutlich: Gerade in diesem Jahr erhöhte sich die Korrelation von Bitcoin mit dem iShares MSCI. Die Turbulenzen am Aktienmarkt hatten auch kurzfristig die Kryptowährung heftig erwischt. Dabei fand ein Kurseinsturz bei BTC fast parallel zum Rückgang am amerikanischen, deutschen und globalen Aktienmarkt statt. 

Da das Jahr 2020 allerdings noch kein halbes Jahr alt ist, lässt sich zu der Momentaufnahme noch keine finale Aussage treffen. Rein historisch betrachtet ist Bitcoin eindeutig unkorreliert und eignet sich somit als gute Ergänzung im Portfolio. 

Im Übrigen nahm auch die Korrelation von Gold zu dem iShares MSCI, S&P500 sowie DAX in diesem Jahr deutlich zu.

Bitcoin und Gold: Korrelation

Blicken wir noch kurz auf die Korrelation von Bitcoin mit Gold. Die nachfolgende Grafik zeigt hierbei die Korrelation in den Jahren 2016, 2017, 2018, 2019 sowie die bisherige Korrelation in diesem Jahr:

Korrelation von Bitcoin mit Gold in den Jahren 2016 bis 2020

Die Erkenntnisse hierzu lassen sich kurz zusammenfassen: Gold und Bitcoin waren in den letzten Jahren weitestgehend unkorreliert. Anders formuliert kann man sagen, dass es fast keine positive Korrelation gab. Im Jahr 2020 nahm auch hier die Korrelation auf einen Wert von knapp über 0,30 zu. Damit sind Gold und Bitcoin in diesem Jahr niedrig positiv miteinander korreliert.

Das optimale Portfolio: Bitcoin als Renditeboost?

Nachdem wir nun ausführlich verschiedene Kennzahlen betrachtet haben, stellt sich wohl die finale Frage: Wie kann ich diese Erkenntnisse für mich ausnutzen, um das optimale Portfolio zu gestalten? Auf der anderen Seite können wir uns die Frage stellen, ob es in der Vergangenheit eine gute Kombination der fünf aufgezeigten Anlageklassen gab, die die eigene Rendite bei vergleichsweise moderatem Risiko optimiert hat?

Um diese Fragen zu beantworten, schauen wir uns verschiedene Muster-Portfolios an und wie diese in den vergangenen Jahren performt hätten. Da viele Privatanleger im Rahmen ihrer Altervorsorge und/oder Investmentstrategie auf den iShares Core MSCI setzen, wählen wir dessen Performance als Benchmark. Der ETF bildet die Entwicklung der wichtigsten Industrienationen der Welt ab und ist daher ein gutes Beispiel für einen passiven Indexfonds, der breit gestreut und geographisch verteilt investiert ist.

Vorweg: Das optimale Portfolio gibt es nicht. Die bestmögliche Zusammenstellung eines Portfolios ist eine äußerst individuelle Angelegenheit. Dabei spielen vor allem persönliche Faktoren (Lebensumstände, Risikobereitschaft, Anlagehorizont, Liquidität, etc.) eine entscheidende Rolle. Die nachfolgende Grafik zeigt jedoch sehr gut die Auswirkung eines diversifizierten Portfolios mit Bitcoin und/oder Gold.

Grafik mit verschiedenen Portfolios und deren annualisierten Renditen. Benchmark: iShares Core MSCI

Aus der oben stehenden Grafik lassen sich sehr viele interessante Informationen ablesen. Gehen wir näher auf die Details ein:

Kombination einzelner ETFs ist keine gute Strategie

Wir sehen hier beispielsweise sehr deutlich, dass eine „Diversifikationsstrategie“ mit mehreren ETFs keine wirkliche Verbesserung des Portfolios erzielt. Nachdem wir nun in den vorherigen Abschnitten bereits zeigen konnte, dass die Korrelation innerhalb der Gruppe der ETFs sehr hoch zueinander ist, zeigt sich hier ebenso, dass eine Kombination der ETFs untereinander (Säulen in orange und grau) den iShares Core MSCI als Benchmark (hellblaue Säule) nicht schlagen kann.

Benchmarkt-Test mit 20% Gold als Ergänzung im Portfolio

Wenn wir nun einen Blick auf die gelbe Säule werfen, zeigt sich ein interessantes Bild. Eine Beimischung von 20% Gold im Portfolio kann – gerade in schwachen Börsenjahren – die Performance des Portfolios verbessern. Gerade im Vergleich zu der Kombination einzelner ETFs performt die Beimischung aus Gold gut. Dennoch kann die Beimischung von Gold unseren Benchmarkt in keinem der Jahre schlagen.

Bitcoin als Ergänzung im Portfolio zum iShares MSCI

Wie sieht die Entwicklung nun aus, wenn man die Kryptowährung Bitcoin (BTC) zu einem geringen Anteil in das Portfolio integriert. Hierfür haben wir einen Anteil von 20% (blaue Säule) und einen Anteil von 10% (grüne Säule) gewählt. 

Hier können wir erkennen, dass die Kombination aus iShares MSCI und Bitcoin aufgrund der guten Performance der Kryptowährung eine reine Investition in den iShares MSCI deutlich outperformen konnte. Wer allerdings zu einem der schlecht möglichsten Zeitpunkte in das kombinierte Portfolio investiert hätte (01.01.2018), hätte im Vergleich zum Benchmark eine Underperformance. 

Hierzu blicken wir auf die Tabelle in das Jahr 2018. Es lässt sich ergänzen, dass unsere Kombination aus MSCI und BTC lediglich eine annualisierte Performance von 5,47% bei 20% BTC-Anteil beziehungsweise 8,98% bei 10% BTC Anteil gehabt hätte. Der iShares MSCI hätte hingegen 12,39% erzielt.

iShares MSCI, Bitcoin und Gold als perfektes Portfolio?

Die letzten beiden Säulen zeigen nun, wie ein Portfolio performt hätte, welches aus dem iShares MSCI, Bitcoin und Gold besteht. Wir betrachten hierbei einmal eine Gewichtung von 80% MSCI, 10% Bitcoin und Gold (dunkelblaue Säule) sowie eine deutlich aggressivere Mischung aus 50% MSCI, 40% Bitcoin und 10% Gold (braune Säule).

Bei der aggressiven Gewichtung zeigt sich deutlich, dass eine zu große Beimischung der Kryptowährung negative Konsequenzen für das Portfolio und dessen Performance haben kann. Bei einem guten Markttiming wird die aggressive Gewichtung von BTC eine sehr hohe annualisierte Rendite erwirtschaften. Wer jedoch einen schlechten Zeitpunkt erwischt (01.01.2018) würde sogar mit einer negativen Performance bestraft werden.

Wer nun einen Blick auf die dunkelblaue Säule wirft, der sieht, dass es sich hierbei um das einzige Portfolio handelt, welches in jedem Jahr unseren Benchmark outperformen konnte. Die Kombination aus iShares MSCI zu 80% und Bitcoin sowie Gold zu jeweils 10% hat sich in unserem Vergleich und dem von uns gewählten Zeitraum als bestes Portfolio erwiesen. 

Dabei konnte das Portfolio in verschiedenen Aspekten verbessert werden: Durch die Kryptowährung und das Edelmetall wurden zwei Assets hinzugefügt, die unkorreliert zu dem iShares MSCI sind. Durch die Kombination des wertbeständigen Edelmetalls Gold sowie dem Renditebooster BTC konnte in allen Jahren eine Outperformance erzielt werden. Die Gefahr der hoch volatilen Kryptowährung BTC konnte durch die Ergänzung von Gold sowie dessen niedrige Gewichtung gut abgefangen werden.

Zusammenfassung und Fazit

Zum Abschluss des Artikels möchten wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen und ein abschließendes Fazit ziehen. Beginnen wir mit den wichtigsten Erkenntnissen aus diesem Artikel:

Die wichtigsten Erkenntnisse der Analyse:

Die nachfolgenden 5 Punkte fassen die wichtigsten Erkenntnisse der Analyse zusammen.
  • Annualisierte Rendite

    Bitcoin hat in unserem untersuchten Zeitraum die höchste annualisierte Rendite.

  • Annualisierte Volatilität

    Die Kryptowährung hat ebenso die höchste Volatilität. Damit schwankt Bitcoin im Vergleich zu unseren 3 ETFs sowie dem Edelmetall deutlich stärker.

  • Risiko-Rendite-Verhältnis

    Das Risiko-Rendite-Verhältnis ist bei BTC häufig besser als bei klassischen Vermögenswerten oder dem Edelmetall Gold. Das eingegangene Risiko steht also in einem adäquaten Verhältnis zur Rendite.

  • Korrelation

    Ähnlich wie Gold ist Bitcoin kaum mit dem klassischen Finanzmarkt korreliert. In diesem Jahr gibt es jedoch eine Tendenz hin zur positiven Korrelation. Ob der Auslöser hierfür die wirtschaftlichen Turbulenzen rund um Covid-19 sind oder andere Faktoren dahinterstecken, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht ermitteln.

  • Bitcoin im Portfolio

    In der Vergangenheit konnte ein Portfolio, welches zu einem geringen Anteil Bitcoin hielt, eine Überrendite erzielen.

Nachdem wir nun die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst haben, wollen wir noch einige Aspekte ansprechen, die sich Privatanleger nun eventuell fragen. Bevor dies tun, noch einige allgemeine Worte zu der Analyse und den Ergebnissen:

Historie und Zukunft: Keine Prognosen zu BTC

Bei unserer Analyse handelt es sich um ein Ergebnis der Vergangenheit. Alle genannten Zahlen sind das Resultat vergangener Entwicklungen. Daher sollten sie explizit nicht für die Prognose zukünftiger Trends verwendet werden. Bitcoin ist im Vergleich zum Aktienmarkt oder dem Edelmetall Gold ein sehr junges Asset. Dementsprechend gibt es noch wenige transparente Datenquellen.

Um die Signifikanz der Daten zu erhöhen, wäre es gut, wenn die Kryptowährung eine längere Historie vorzuweisen hätte. Insbesondere bei BTC gibt es noch sehr viele Unsicherheitsfaktoren (bspw. Regulierung), die zu unvorhersehbaren Ereignissen im Kurs führen könnten. Dies wiederum würde sich natürlich zukünftig auf alle im Artikel genannten Parameter wie Rendite, Volatilität, Korrelation etc. auswirken.

Tendenziell wurde aus dieser Analyse jedoch ersichtlich, dass das Narrativ um Bitcoin als digitales Gold und unkorreliertes Asset begründet ist. Ebenso fest steht, dass BTC in der Vergangenheit eine deutliche Outperformance erzielen konnte und in Kombination mit anderen Finanzprodukten das eigene Portfolio verbessert hat.

Falls du dich für den Kauf von Kryptowährungen und Bitcoin im Speziellen interessierst, aber noch nicht die passende Plattform gefunden hast, können wir unseren Börsenvergleich empfehlen. Wir bewerten die besten Anlaufstellen objektiv und transparent nach verschiedenen Kriterien, so dass auch die für dich perfekte Plattform finden kannst.

FAQ – Antworten zu den häufigsten Fragen

Wahrscheinlich hast du nach dem Lesen dieses Artikels einige Fragen oder aber ausreichend Input für eine tiefere Diskussion. In unserem Telegram-Channel kannst du mit uns und der Community in Kontakt treten. Im Folgenden siehst du nochmals Antworten zu den häufigsten Fragen in diesem Zusammenhang.

Darauf können wir dir keine Antwort geben. Wir haben dir in diesem Artikel aufgezeigt, dass Bitcoin als Ergänzung im Portfolio durchaus Sinn macht. Die Stichworte sind hierbei eine verbesserte Sharpe-Ratio sowie die Tatsache, dass BTC unkorreliert zu dem klassischen Finanzmarkt ist.

 

Bei einer Investition spielen neben den reinen Kennzahlen jedoch noch viele weitere Faktoren eine Rolle. Hierzu gehört deine persönliche Lebenssituation, deine Risikoneigung, dein Anlagehorizont sowie viele weitere Aspekte. In diesem Artikel findest du mehr Informationen hierzu: Richtig in Kryptowährungen investieren 2020: 3 Top Tipps & Erkenntnisse

 Auch hier gibt es keine pauschale Antwort. Jeder Investor hat eigene Präferenzen und eigene Ziele. Um diese Frage zu beantworten, musst du dir erst Gedanken über deine Präferenzen und Ziele macht. Nur wenn du Erfolg anhand deiner eigenen Kriterien messbar machst, kannst du das für dich "optimale" Portfolio zusammenstellen. Der Begriff "optimal" ist somit sehr subjektiv. Es gibt Anleger, die einen Großteil ihres Vermögens in Kryptowährungen halten und andere Investoren, die gar keine Kryptowährungen im Portfolio besitzen oder nur einen geringen Teil davon.

Unsere Analyse basiert auf historischen Daten und ist keine Prognose. Es handelt sich vielmehr um eine Aufnahme der Vergangenheit. Wie sich der Bitcoin Kurs in Zukunft entwickeln wird, hängt von vielen Faktoren ab.

In einigen Aspekten (bspw. annualisierte Rendite) hat BTC in der Vergangenheit das Edelmetall Gold deutlich übertreffen können. Gold genießt jedoch weltweit gesehen ein höheres Vertrauen, ist älter und hat eine bedeutsam höhere Marktkapitalisierung als die Kryptowährung. In anderen Aspekten (bspw. Korrelation) sind Bitcoin und Gold sich ähnlich. Die Frage muss daher im Detail betrachtet werden.

Für einige Leser mag es auch interessant sein von welchen Quellen wir die Daten bezogen haben. Die folgende Auflistung zeigt dir woher wir die Daten bezogen haben:

Disclaimer: Dieser Artikel stellt keine Handelsempfehlung dar. Alle getroffenen Aussagen basieren auf vergangenen Daten, die sich nicht 1:1 auf die Zukunft projizieren lassen. Bitcoin ist ein hoch volatiles Asset und es gibt keine Garantie, dass sich vergangene Muster zukünftig wiederholen. Die von uns verwendeten Daten und Analysen sind in eigener Hand mit höchster Sorgfalt und Genauigkeit erstellt worden. Fehler sind dennoch nicht auszuschließen. Recherchiere daher immer selbst und bilde dir deine eigene Meinung.