Mann, der auf einer Wegkreuzung steht und verschiedene Optionen vor sich hat.

Die Bitcoin2Go Checkliste: Kryptowährungen einfach verstehen

Die Bitcoin2Go Checkliste: Kryptowährungen einfach verstehen.

Wir von Bitcoin2Go haben es uns als Ziel gesetzt jedem Menschen das Thema Kryptowährungen einfach, verständlich und vor allem seriös zu erklären. Mit dieser Checkliste geben wir dir eine Anleitung an die Hand, die dich von Beginn an abholt und dir die wichtigsten Fragen rund um Kryptowährungen, Bitcoin, Blockchain und Investitionen erklärt.

Bevor wir anfangen, haben wir noch eine wichtige Botschaft an dich: Transparenz steht bei uns an oberster Stelle. Falls du also mehr zu unserem Geschäftsmodell erfahren möchtest und wie wir Geld verdienen, klicke einfach auf diesen Link.

4 Schritte für deinen perfekten Einstieg

Um dir den bestmöglichen Einstieg zu gewährleisten, haben wir unsere Checkliste in 4 Schritte eingeteilt. Die Reise beginnt hierbei bei 0, so dass du wirklich keine Vorkenntnisse brauchst. Neugier und das Interesse dich mit einer spannenden Innovation zu beschäftigen, ist die wichtigste Eigenschaft, die du mitbringen solltest.

Schauen wir uns im Folgenden nun die 4 Schritte für deinen perfekten Einstieg an:

  • Basis-Wissen

    Wer ein Haus bauen möchte, benötigt zuerst ein Fundament. Im ersten Schritt zeigen wir dir, was Bitcoin ist, wie eine Blockchain funktioniert und was Kryptowährungen sind.

  • Altcoin-Wissen

    Im zweiten Schritt kannst du mehr über weitere Kryptowährungen erfahren. Hierzu gehören Ethereum (ETH), Ripple (XRP), Iota (MIOTA) und weitere Coins. Dieses Kapitel ist optional.

  • Strategien & Tipps zum Investieren

    Neben dem technologischen Aspekt, sind Kryptowährungen auch aus der finanziellen Perspektive interessant. Wir zeigen dir die wichtigsten Strategien und Tipps. Außerdem vergleichen wir Bitcoin mit Vermögenswerten aus dem klassischen Finanzmarkt (ETFs und Edelmetalle).

  • Handeln, Verwahren und Optimieren

    Wer die Theorie beherrscht, betritt den Bereich der Praxis. Im letzten Abschnitt zeigen wir dir konkret, wo du Kryptowährungen kaufen kannst, wie du sie sicher verwahrst und welche steuerlichen Aspekte dabei berücksichtigt werden müssen.

Tipps und Empfehlungen zur Arbeitsweise

Bevor nun zu dem eigentlichen Inhalt kommen, möchten wir dir noch einige Worte zur Arbeitsweise mitgeben:

Um das Optimum für dich herauszuholen, empfehlen wir dir die Kapitel 1, 3 und 4 in Ruhe durchzuarbeiten. Das Kapitel 2 ist optional und gibt dir bei Interesse mehr Informationen zu weiteren Kryptowährungen.

Um die gesamte Checkliste durchzuarbeiten, solltest du dir 1-2 Stunden Zeit nehmen. Die Materie der Kryptowährungen ist zu komplex, als dass sie in wenigen Minuten verstanden werden kann. Sieh die Zeit also als nachhaltige Investition in dich. Für eine bessere Einschätzung, haben wir die durchschnittliche Lesedauer bei jedem Abschnitt zusätzlich hinterlegt.

Du kannst diese Seite hier als Startseite verwenden, um dich durch die verschiedenen Artikel zu navigieren. Zusätzlich dazu stellen wir dir unsere Bitcoin2Go Checkliste als PDF bereit. Am besten ist es, wenn du die Liste ausdruckst und jeden Artikel nach dem Lesen abhakst. Damit hast du eine echte Checkliste.

Anmerkung: Die Checkliste ist zu 100% kostenlos. Du kannst sie runterladen und für dich verwenden. Wir möchten auch keine persönlichen Informationen oder Ähnliches. Runterladen und lernen – nicht mehr und nicht weniger.

1. Schritt: Basis-Wissen

Wir beginnen mit den drei grundlegenden Artikeln zu Bitcoin, Kryptowährungen und Blockchain. Die durchschnittliche Lesedauer beträgt hierbei 30 Minuten.

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2. Schritt: Altcoin-Wissen

In diesem optionalen Kapitel kannst du dein Wissen vertiefen. Wir zeigen dir die größten und wichtigsten Kryptowährungen neben Bitcoin. Die durchschnittliche Lesedauer beträgt hierbei 60 Minuten.

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3. Schritt: Strategien & Tipps zum Investieren

Lehrgeld ist teuer und demotivierend. Wir können dir versichern, dass wir zum Anfang unserer Karriere dankbar über Strategien & Tipps gewesen wären, die uns vor dem Bezahlen von Lehrgeld geschützt hätte.

Daher haben wir die wichtigsten Impulse zum Investieren in den nachfolgenden Artikeln zusammengefasst. Die Inhalte sind teilweise etwas komplexer, da wir den Anspruch hatten, Dinge objektiv nachvollziehbar aufzuzeigen und mit Zahlen zu belegen.

Die durchschnittliche Lesedauer beträgt hierbei 40 Minuten.

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4. Schritt: Handeln, Verwahren und Optimieren

In dem letzten Abschnitt geht es um die praktischen Fragen. Wo kannst du sicher, seriös und schnell Kryptowährungen kaufen? Wie du kannst diese anschließend verwahren und wie sieht es eigentlich mit dem Thema Steuern aus?

Die durchschnittliche Lesedauer beträgt hierbei 60 Minuten.

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Glückwunsch: Du bist am Ende der Checkliste

Glückwunsch! – Du bist am Ende der Checkliste angelangt. Zunächst hoffen wir, dass wir dir interessante Impulse und Wissen zum Thema Bitcoin, Blockchain und Kryptowährungen vermitteln konnten.

Egal ob du vielleicht wie unsere Person im rechten Bild bereits an einem Sparplan tüftelst oder noch über die technischen Vorzüge einer Blockchain nachdenkst, wir freuen uns über dein Feedback.

Wenn du uns deine Meinung zur Bitcoin2Go Checkliste hinterlassen möchtest oder weitere Fragen hast, kannst du mit uns am besten über Telegram oder Facebook in Kontakt treten.

Ethereum Münze auf Platine

Was ist Ethereum? – Entstehung, Vision, Smart Contracts, ETH Ökosystem und vieles mehr

Wer in die Welt von Bitcoin und Blockchain einsteigt, der kommt nicht an Ethereum (ETH) vorbei. In den letzten 5 Jahren hat sich Ethereum zu der bekanntesten und beliebtesten Smart Contract Plattform entwickelt und die immer größer werdende Nische von Decentralized Finance (DeFi) eingenommen. Daher wollen wir dich in diesem Artikel über das Projekt Ethereum im Detail aufklären.

Dabei nehmen wir dich mit auf die Reise in die Entstehung, Vision, Funktionalität, Partnerschaften, Usecases und den nativen Coin von Ethereum. Darüber hinaus sprechen wir über den bevorstehenden Wechsel von Ethereum von Proof-of-Work (PoW) zu Proof-of-Stake (PoS) und was das für dich zu bedeuten hat – Stichwort: Staking. Zudem klären wir dich über die grundlegenden Unterschiede zu Bitcoin auf.

Übersicht: Was ist Ethereum (ETH)

Ethereum Entstehungsgeschichte

Ende 2013 wurde das erste Ethereum Whitepaper von Vitalik Buterin, der Hauptgründer von Ethereum, veröffentlicht. Dabei wurde das grundsätzliche Konzept, die Funktionsweise und der dazugehörige ETH Coin beschrieben. Buterin hat sich damals dazu entschieden sein Konzept nicht auf der Basis von Bitcoin aufzubauen, weil ihm die vorliegende technische Basis zu starr war und die Komplexität seiner Idee nicht abbilden konnte. Dabei wollte er dezentrale Anwendungsfälle möglich machen, die über das reine Verschieben von kryptographischen Guthaben hinausgeht.

Am 25. Januar in 2014 war es dann endlich soweit. Auf der North American Bitcoin Conference hat Vitalik Buterin sein Konzept und das dazugehörige Whitepaper der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Zuge dessen wurde zunächst ein Unternehmen in der Schweiz gegründet – die Ethereum Switzerland GmbH. Die wichtigsten Entwickler waren zu diesem Zeitpunkt Vitalik Buterin selbst, Mihai Alisie, Anthony Di lorio und Charles Hoskinson, der Gründer von Cardano. Gleichzeitig wurde zudem eine Non-Profit Organisation gegründet – die Ethereum Foundation.

Ethereum Crowdsale (ICO)

Für die Finanzierung von Ethereum wurde zwischen Juli und August Geld von interessierten Investoren in einer öffentlichen ICO (Initial Coin Offering) eingesammelt. Dabei wurden die ersten ETH Coins an die Investoren ausgegeben. Investoren konnten damals nur mit Bitcoin an der ICO teilnehmen.

Insgesamt wurden ca. 30.000 BTC investiert, was zu diesem Zeitpunkt einem Gegenwert von ca. 18 Millionen USD entsprach. Dabei wurden 60 Millionen ETH an die Investoren ausgegeben. Im Vergleich zu den ICOs in 2017 und 2018 entspricht es einer verhältnismäßig kleinen Summe aber zu den damaligen Zeiten war es ein unglaublicher Erfolg.

Für jeden investierten BTC erhielten die Investoren 2.000 ETH. Damals lag der Bitcoin Kurs bei ca. 600 USD und somit lagen die umgerechneten Kosten für 1 ETH bei ca. 0,3 USD. Kaum zu glauben, wenn man den späteren Kursverlauf von Ethereum hinzuzieht.

Der Startschuss, DAO und der erste Fork

Im Jahr 2015 erfolgte dann nach monatelanger Entwicklung und einigen Prototypen der Startschuss für das Netzwerk. Die erste öffentliche Betaversion trug den Namen Ethereum Frontier.

The DAO

Bereits ein knappes Jahr nach der Veröffentlichung von Ethereum fand „The DAO“ (Decentralized Autonomous Organisation) im April 2016 seinen Weg auf die Ethereum Blockchain. In einem weiteren Crowdsale wurden insgesamt über 150 Millionen USD eingesammelt. Ein unglaublicher Erfolg, nach nur so kurzer Zeit und der Start eines großen Hypes rund um ICOs.

Die Idee hinter The DAO war es einen Venture Capital Fund ohne direktes Management zu erschaffen. Über die jeweiligen Investitionen in den Fund sollte demokratisch entschieden werden. Hierzu wurden die Stimmen anhand der gehaltenen Menge der Token gewichtet. Die komplette Funktionalität von The DAO wurde über Smart Contracts auf Ethereum sichergestellt.

Bereits im Juni 2016 gab es aber bereits den großen Knall, der weitreichende Folgen mit sich brachte.

Durch einen Fehler im Smart Contract ist es Hackern gelungen rund 3,6 Millionen ETH von The DAO für sich zu beanspruchen und diese zu blockieren. Zum damaligen Ethereum Kurs belief sich die Summe auf umgerechnet 50 Millionen USD. Das Ergebnis war aber ein sehr viel größerer Schaden, denn es kam zum bekannten Ethereum Fork, einer Spaltung der Community und der großen Frage: Ist eine Blockchain doch veränderbar? Sollte man Fehler rückgängig machen?

Der Ethereum Classic Fork

Der „The DAO“ Hack führte zu einer heftigen Diskussion innerhalb der Community und damit letztendlich zur Spaltung (Fork).

Die Community spaltete sich in zwei Lager. Auf der einen Seite vertrat man die Meinung, dass man den Investoren von „The DAO“ helfen und den Fehler rückgängig machen sollte, damit die Investoren wieder Zugang zu den gestohlenen ETH bekommen und die Hacker leer ausgehen. Auf der anderen Seite wurde hingegen die Meinung vertreten, dass es kein grundsätzliches Problem von Ethereum sei und The DAO selbst die Konsequenzen tragen müsse.

Diese Unstimmigkeiten innerhalb der Community führten zum wohl bekanntesten Ethereum Fork – Ethereum Classic (ETC). Das neue Projekt wurde von der Ethereum Foundation nicht mehr unterstützt und wurde nur noch von ambitionierten Entwicklern weitergeführt.

Die Vision von Ethereum

Um die Vision von Ethereum besser zu verstehen, müssen wir erstmal eine der wichtigsten Grundlagen verstehen – Smart Contracts. Wenn man die Funktionsweise und den Sinn hinter Smart Contracts verstanden hat, wird das ambitionierte Vorhaben von Ethereum deutlich.

Bei einem Smart Contract handelt es sich um einen „intelligenten“ Vertrag, der in der Regel zwischen zwei Personen oder Parteien stattfindet. Ein Smart Contract ist letztendlich ein Code oder eine Art Programm, der auf der Ethereum Blockchain läuft. Er wird also in einer öffentlichen Datenbank gespeichert und kann nicht mehr verändert werden.

Transaktionen werden über die im Smart Contract vorgeschriebenen Bedingungen ausgeführt und auf der Ethereum Blockchain verarbeitet. Das eliminiert die jeweilige Drittpartei, die normalerweise dafür notwendig ist, die Einhaltung der Regeln in einem Vertrag der verschiedenen teilnehmenden Parteien zu gewährleisten.

Vorteile von Smart Contracts

Der Vorteil von Smart Contracts auf Ethereum liegt vor allem an der Dezentralität. Hierbei ist, wie bereits erwähnt, keine weitere Person oder Partei notwendig. Der Smart Contract wird auf der Blockchain ausgeführt und komplett automatisiert über das vertrauenswürdige Ethereum Netzwerk verarbeitet.

Smart Contracts Funktionsweise
 Quelle: DoubleSlash

Mit diesem revolutionären Konstrukt hat Ethereum einen wichtigen Grundstein gesetzt, Entwicklern eine dezentrale Plattform bereitzustellen, welche eine theoretisch endlose Bandbreite von dezentralen Anwendungen (dApps) möglich macht.

Entwickler können demnach ohne Einschränkungen das offene Ethereum Netzwerk und dessen Sicherheit und Dezentralität nutzen, um Tausende von verschiedenen Anwendungen zu erstellen. Dies bildet auch die Basis für die heute wohl gefragteste Ethereum Anwendung: Decentralized Finance (DeFi).

Technisch möglich macht all dies die sog. Ethereum Virtual Machine (EVM), auf die wir im folgenden näher eingehen.

Ethereum Virtual Machine (EVM)

Bei der EVM handelt es sich wohl um eine der wichtigsten Innovationen im Ethereum Netzwerk. Vor Ethereum konnten Anwendungen nur so konzipiert werden, dass sie nur eine begrenzte Anzahl von Operationen durchführen konnten. So auch Bitcoin, dass grundsätzlich dazu konzipiert wurde, um der Öffentlichkeit eine digitale Peer-to-Peer Währung bereitzustellen. Komplexere Anwendungen konnten nicht direkt über die Bitcoin Blockchain durchgeführt werden.

Die EVM ermöglicht hingegen jedem, jedes Programm, unabhängig von der Programmiersprache, auszuführen. Die einzigen Restriktionen sind hier Speicher und Zeit, die ausreichend zur Verfügung stehen müssen.

Durch die Ethereum Virtual Machine wurde der Prozess der Erstellung von Blockchain-Anwendungen um ein vielfaches vereinfacht und effizienter gemacht. Neue Anwendungen brauchen keine eigene Blockchain mehr, sondern können allesamt über das Ethereum Netzwerk betrieben werden. Dafür werden die bereits angesprochenen Smart Contracts genutzt.

Damit hat Ethereum es geschafft eine weitere Innovation nach Bitcoin zu schaffen und ermöglicht somit viele neue Use-Cases, die vorher nicht möglich waren.

Das ETH Ökosystem

Die meisten wird wohl an dieser Stelle interessieren, wozu der native ETH Coin benötigt wird und welche Funktion er im Ethereum Netzwerk erfüllt.

Bei ETH handelt es sich ebenfalls um eine Kryptowährung wie Bitcoin, natürlich mit einigen wichtigen Unterschieden, auf die wir im späteren Verlauf der Artikels näher eingehen werden.

Der native Coin wird grundsätzlich dafür verwendet, um für Transaktionen und Operationen von Smart Contracts im Netzwerk zu bezahlen. Die Gebühren werden innerhalb des Ethereum Netzwerks als Gas (Brennstoff) verarbeitet, um für die entstehenden Gebühren zu bezahlen. ETH bzw. Gas treibt somit die Ethereum Maschinerie an und hat sich in den letzten Jahren zu der zweitgrößten Kryptowährung nach Marktkapitalisierung entwickelt.

Maximale Anzahl an ETH und die Herausforderungen

Die maximale Anzahl an ETH ist unbegrenzt und unterliegt einer festgelegten Inflation, die aktuell noch variieren kann. Demnach gibt es keine Obergrenze für die Anzahl an ETH, die sich irgendwann in Umlauf befinden werden.

Die Gebühren im Ethereum Netzwerk sind abhängig von der Anzahl der Operationen im Smart Contract und der Auslastung des Netzwerks. Aktuell ist das Netzwerk nämlich stark begrenzt und kann nur eine bestimmte Anzahl an Transaktionen/Operationen durchführen. Je mehr Transaktionen auf dem Netzwerk verarbeitet werden müssen, umso höher werden die jeweiligen Gebühren.

Diese Problematik und die steigende Anzahl an dezentralen Anwendungen, die über Ethereum laufen, haben dazu geführt, dass sich Ethereum für einen Wechsel von Proof-of-Work (PoW) auf Proof-of-Stake (PoS) entschieden hat. Dadurch wird der mögliche Durchsatz erhöht und die Gebühren reduziert.

Der Wechsel geht noch mit weiteren Veränderungen einher, die auch für Investoren relevant sind. In diesem Artikel erfährst du alles wissenswerte über Ethereum 2.0, Staking und den Wandel der Plattform.

ERC20 Token und der ICO Boom

Unter Smart Contracts fallen auch verschiedene Token-Standards, die auf Ethereum möglich gemacht wurden. Dadurch können Privatpersonen oder Unternehmen auf Ethereum eigene Token emittieren. Die Funktionalität und Komplexität der jeweiligen Token kann hierbei sehr unterschiedlich sein.

In der Regel nutzen Projekte den ERC20 Token-Standard für eine eigene Anwendung. Dadurch können neue Nutzer nicht nur für bestimmte Aktionen innerhalb der Anwendung incentiviert werden, sondern können weitere Eigenschaften wie Staking, Burning usw. aufweisen. Damit versuchen die Initiatoren sicherzustellen, dass der jeweilige ERC20 Token, die besten Eigenschaften erhält, um im Preis zu wachsen.

Der ICO Boom

2017 wurde durch Ethereum und den ERC20 Token-Standard ein ICO-Boom ausgelöst. Viele Projekte haben interessante Ideen vorgestellt, die auf Ethereum aufbauen und das Ökosystem bereichern sollten. Hierfür wurden eigene ERC20 Token erstellt und als Crowdfunding Mechanismus genutzt. Interessierte Investoren konnte somit über ETH an der ICO teilnehmen und wurden im Gegenzug vom Unternehmen in den eigenen ERC20 Token ausbezahlt.

Diese neue und gleichzeitig einfache Möglichkeit, um an Geld für die Entwicklung eines Projektes zu kommen, wurde nicht nur für seriöse und nützliche Projekte genutzt, sondern auch für viele Scams (Betrug). Insgesamt wurden seit 2016 bis heute weit über 30 Milliarden USD in ICOs investiert.

ICO Blase 2017 und 2018

Dabei sind die meisten dieser ERC20 Token, die bei den ICOs herausgegeben wurden, extrem im Preis gefallen oder komplett von der Bildfläche verschwunden oder einige wurden rückabgewickelt, wie beispielsweise Telegram.

Dadurch, dass man in die jeweiligen ICO nur mit dem ETH Coin investieren konnte, stieg die Nachfrage nach ETH rasant und dementsprechend auch der Kurs. Den Peak erreichte der Ethereum Kurs Anfang 2018 bei ca. 1.400 USD.

Wir erinnern uns: Der Kurs lag beim Projektstart noch bei 0,30 USD. Eine ähnliche Performance erhofften sich dann ICO Investoren anderer Projekte.

ERC721 Token Standard

Ein weiterer bekannter Token Standard auf Ethereum ist der ERC721. Dadurch können einzigartige digitale Vermögenswerte geschaffen werden, die sich deutlich zu allen anderen unterscheiden.

Einer der beliebtesten Usecases sind hierbei Sammelkarten (Collectibles). Jeder Token könnte somit eine bestimmte Sammelkarte oder auch Kunstwert digital repräsentieren und gewährleisten, dass es sich tatsächlich um die originale Sammelstück handelt.

Die erste erfolgreiche Anwendung auf diesem Token-Standard war in 2017 CryptoKitties und hat zu einer kurzfristigen Überladung des Ethereum Netzwerkes geführt. Mittlerweile bauen bereits viele weitere Spiele auf diesem Standard auf.

Auf Ethereum sind noch weitere Token Standards möglich, auf die wir an dieser Stelle nicht weiter eingehen wollen. Grundsätzlich lassen sich alle physischen Werte auf Basis der verschiedenen Token-Standards digital repräsentieren. Das ermöglicht eine Fülle von Möglichkeiten, die in Zukunft unsere physische Welt „tokenisieren“ könnten.

Was ist Decentralized Finance (DeFi)?

Durch Ethereum und andere Smart Contract Plattformen wurde ein neuer Wirtschaftszweig geschaffen – Decentralized Finance (dezentrale Finanzwelt). Dabei geht es grundsätzlich um Ethereum basierte dApps, Protokolle, digitale Assets und Smart Contracts, die dafür genutzt werden.

Der neue Wirtschaftszweig soll ein neues Finanzsystem schaffen, welches ohne Mittelsmänner wie Banken und Finanzdienstleister funktioniert. Völlig offen, dezentral und ohne die Notwendigkeit jemandem zu Vertrauen.

Vergleich zwischen traditionellem Finanzsystem und Decentralized Finance (DeFi)
Quelle: Stably

Durch DeFi werden bereits bekannte Finanzinstrumente auf der Ethereum Blockchain abgebildet und durch die nötigen Smart Contracts funktionsfähig gemacht. Dadurch haben auch Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen, die zuvor durch verschiedene Faktoren aus der traditionellen Finanzwelt ausgeschlossen wurden.

Das bietet enorme Vorteile und kann dazu führen, dass in Zukunft unser Finanzsystem revolutioniert, dezentralisiert und digitalisiert wird. Doch aktuell befinden wir uns erst am Anfang einer langen Reise und daher wollen wir kurz auf die Vor- und Nachteile von DeFi eingehen.

Die Vorteile von DeFi

Die Vorteile von Protokollen und dApps auf Ethereum weisen in der Regel die folgenden Punkte auf:

  • Zensurresistenz
  • Unveränderbarkeit
  • Sicherheit

Dezentrale Applikationen und Protokolle stehen auf Ethereum allen Menschen zur Verfügung. Unabhängig von Herkunft, Religion oder finanziellen Umständen.

Die genutzten Smart Contracts für die verschiedenen DeFi Anwendungen und Protokolle können im Nachhinein nicht mehr verändert werden.

Durch den dezentralen Aufbau von Ethereum, genießen auch alle Anwendungen und Protokolle, die auf Ethereum aufbauen, eine hohe Sicherheit. Es gibt keinen zentralen Angriffspunkt und somit auch keine Möglichkeit für Hacker an die Mittel der Nutzer zu kommen. Hierbei gibt es aber eine wichtige Ausnahme, auf die wir nun zu sprechen kommen.

Nachteile von DeFi

Natürlich gibt es auch, wie so oft, Nachteile in dem aufblühenden DeFi Bereich:

  • Fehler im Code
  • Irreversibilität

Die verschiedenen Anwendungen und Protokolle werden von Entwicklern in Form von Code erstellt und weisen demnach auch logischerweise Fehler auf, die bereits manche Nutzer teuer zu stehen kamen.

Bei einem Fehler in einem Smart Contract kann es nicht nur zu Fehlern in der eigentlichen Anwendung kommen, sondern auch Hackern ermöglichen, diese Fehler ausnutzten und an die hinterlegten Mittel der Nutzer im Smart Contract zu kommen.

Wenn das passieren sollte, dann gibt es nur wenig Möglichkeiten an die gestohlenen Mittel zu kommen. Der Prozess ist quasi nicht umkehrbar (=irreversibel). Die einzige Möglichkeit ist einen Konsens im ETH Netzwerk zu erzielen, um den jeweiligen Code neu zu schreiben. Das widerspricht aber den Grundprinzipien eines dezentralen Netzwerks. Denn einer der wichtigsten Vorteile ist hier die Unveränderbarkeit.

An dem "The DAO" Beispiel haben wir bereits gesehen, zu was so ein Vorgehen führen kann. Demnach sollte jedem an dieser Stelle bewusst sein, dass man sich bei Ethereum und den verschiedenen DeFi Anwendungen und Protokollen noch in einer Art Testphase mit Kinderkrankheiten befindet.

Die Enterprise Ethereum Alliance und ihre Mitglieder

Ethereum hat es in seiner Laufzeit geschafft auch die klassischen Industriezweige für sich zu gewinnen. Im Zuge dessen wurde die Enterprise Ethereum Alliance (EEA) gegründet. Das Ziel dieser Allianz und der dazugehörigen Industrieorganisationen ist es, die Technologie der Ethereum Blockchain als Standard in den verschiedenen Industriezweigen durchzusetzen.

Mittlerweile umfasst die EEA eine große Anzahl an verschiedenen Mitgliedern. Unter anderem zählen hierzu Microsoft, Accenture, FedEx, Ernst & Young, ING Bank und viele weitere. Die Liste aller Mitglieder findest du auf der offiziellen Seite der EEA.

Ethereum EEA wichtigsten Mitglieder

Grundsätzlich geht es darum gemeinsam eine öffentliche und standardisierte Architektur und Dokumentation bereitzustellen, um die Adoption von Ethereum in der Industrie zu beschleunigen. Ethereum ist mittlerweile zu einem der beliebtesten dezentralen Blockchain Infrastrukturen in der Industrie geworden. Dennoch weichen viele Unternehmen auf zentrale Lösungen wie Hyperledger und Corda aus.

Proof-of-Work (PoW) und Proof-of-Stake (PoS) bei Ethereum

Kommen wir nun zum vorletzten Punkt in unserem Artikel „Was ist Ethereum?“. Hier wollen wir dir eine Basis für den grundlegenden Unterschied der beiden Konsensalgorithmen schaffen und dir zeigen, wie du durch den Wechsel als Investor profitieren kannst.

Ethereum basiert, so wie Bitcoin auch, auf dem Proof-of-Work Algorithmus.

Dabei wird durch die Rechenleistung spezialisierte Hardware nach neuen Blöcken im Netzwerk gesucht. Für das Finden eines Blocks bekommen die Miner eine Belohnung in Form von ETH ausgezahlt. Dieser Mechanismus basiert auf der Spieltheorie und bringt durch immer mehr Rechenleistung, die in das Netzwerk fließt, zunehmen mehr Sicherheit. Der Hashalgorithmus von Ethereum (Ethash) mit dem nach den neuen Blöcken gesucht wird, unterscheidet sich zu dem von Bitcoin (SHA-256). Daher ist es nicht möglich mit der Mining-Hardware von Bitcoin auf Ethereum Mining zu betreiben.

Grund für den Wechsel zu PoS

Doch der PoW Konsensalgorithmus zeigt eine deutliche Schwäche in Sachen Skalierbarkeit und Netzwerkgebühren. Die Blöcke sind in der Größe begrenzt und werden nur alle 10 bis 19 Sekunden gefunden. Dadurch sind die Transaktionen, die pro Sekunde durch das Netzwerk laufen können, stark begrenzt. Durch die schnell steigende Anzahl an Anwendungen und Protokollen auf dem Ethereum Netzwerk, wird bei den gegeben Bedingungen irgendwann das gesamte Netzwerk verstopft sein und macht die Ausführung der verschiedenen dApps unmöglich.

Deswegen hat sich die Ethereum Foundation dazu entschlossen auf einen anderen Konsensalgorithmus zu wechseln – Proof-of-Stake.

Dadurch wird das klassische Mining mit einem hohen Energieaufwand nicht mehr nötig sein. Neue Blöcke und Transaktionen werden durch Knoten (Nodes) mit einer Mindestanzahl von 32 ETH gefunden und verifiziert – Staking. Damit kann jeder Nutzer, der mehr als 32 ETH besitzt, an der Validierung neuer Blöcke teilnehmen und im Gegenzug eine Belohnung in ETH kassieren. Je mehr ETH gestaked werden, umso höher ist die Chance einen Block zu finden und die jeweilige Belohnung zu erhalten.

Das erhöht den Durchlauf enorm aber birgt auch gewisse Risiken für die Sicherheit und den Grad der Dezentralisierung. Der Wechsel soll über einen längeren Zeitraum erfolgen und zusammen mit anderen Veränderungen in Ethereum 2.0 resultieren. Weitere Informationen zu Ethereum 2.0 findest du in diesem Artikel.

Über die einzelnen Vor- und Nachteile von PoW und PoS werden wir dich in einem dedizierten Artikel im Detail aufklären.

Fazit und Unterschiede zwischen Ethereum und Bitcoin

An dieser Stelle wollen wir euch über die grundlegenden Unterschiede zwischen Ethereum und Bitcoin aufklären. Hierbei geht es nicht nur um die technische Komponente, sondern auch um den eigentlichen Use Case der beiden Kryptowährungen.

Wenn du wissen willst was genau hinter Bitcoin steckt, dann schau in unseren Artikel „Was ist Bitcoin?„.

Beide Kryptowährungen basieren auf dem Prinzip der Blockchain und verarbeiten Transaktionen und die dazugehörigen Operationen in Blöcken. Doch der grundlegende Aufbau der Blöcke und welche Daten sie verarbeiten können, ist grundverschieden.

Bei Ethereum wird Anstelle von UTXOs ein kontenbasiertes Modell (Account Based Model) verwendet. Bei Bitcoin ist das verfügbare Guthaben eines Nutzers die Summe der nicht ausgegebenen Transaktionsausgaben (Unspend Transactions), die durch seine privaten Schlüssel kontrolliert werden. In Ethereum wird das verfügbare Guthaben eines Benutzers im Konto des Benutzers selbst aufgezeichnet. Das birgt ebenfalls Möglichkeiten und Risiken, auf die wir an dieser Stelle nicht weiter eingehen werden.

ETH und BTC besetzen verschiedene Bereiche

Wie bereits weiter oben beschrieben, konnte Bitcoin in seinem Grundaufbau die Komplexität von den aktuellen Smart Contracts auf Ethereum nicht abbilden. Hier unterscheiden sich die grundlegende Zielsetzung der beiden Projekte enorm.

Bitcoin ist als Peer-2-Peer Cash System gedacht, was es ermöglicht ohne Mittelsmann und völlig dezentral Guthaben von einer Adresse auf eine andere zu transferieren. Bei Ethereum ist das Ziel eine dezentrale Smart Contract Plattform zu schaffen, die es Entwicklern auf der ganzen Welt ermöglicht dezentrale Anwendungen und Protokolle auf Ethereum zu bauen.

Die beiden Infrastrukturen sind somit nur schwer miteinander zu vergleichen und weisen verschiedene Vor- und Nachteile auf. Dabei spielen vor allem Sicherheit, Unveränderbarkeit und der Grad der Dezentralisierung eine enorme Rolle.

Ethereum hat es geschafft eine weitere Nische neben Bitcoin zu besetzen, die eine Fülle von neuen Möglichkeiten für Entwickler bereitstellt. Nicht umsonst steht ETH aktuell auf dem zweiten Platz nach Marktkapitalisierung hinter BTC.

Abschlusswort

Damit sind wir bereits am Ende des Artikels. Wir hoffen, dass deine Frage „Was ist Ethereum?“ grundlegend beantwortet werden konnte. Im Folgenden findest du noch unser FAQ mit den häufigsten gestellten Fragen zu dem Projekt. Wenn du noch weitere Fragen hast, hinterlasse uns doch einfach einen Kommentar.

Wenn du wissen willst wo du Ethereum (ETH) kaufen kannst, empfehlen wir dir einen Blick auf unseren Börsenvergleich zu werfen:

FAQ – Antworten zu den häufigsten Fragen

Ethereum ist eine dezentrale Smart Contract Plattform, die es Entwicklern weltweit ermöglicht dezentrale Andwendungen auf Ethereum zu bauen. Die native Kryptowährung ETH wird innerhalb des Netzwerks als Zahlungsmittel (Gas) verwendet, um für Smart Contract und Transaktions-Gebühren zu bezahlen.

Ethereum und Bitcoin lassen sich nur bedingt vergleichen. Beide Netzwerke verfolgen einen unterschiedliche Zielsetzung. Während Bitcoin dezentrales, zensurresistentes Geld ist, ist Ethereum eine Smart Contract Plattform für die Entwicklung von dezentralen Anwendungen und Protokollen.

Aktuell befinden sich ca. 111.444.655 ETH in Umlauf. Es gibt jedoch keine maximale Anzahl wie zum Beispiel bei Bitcoin. Theoretisch kann sich also in Zukunft eine unbegrenzte Menge an ETH in Umlauf befinden.

Jeder neue Block beinhaltet eine festgelegte Anzahl an ETH, die als Belohnung an den Miner/Staker ausgezahlt wird, der den Block gefunden hat.

Wie ist deine Meinung zu Ethereum und dessen zukünftigen Aussichten?

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[Bildquelle: Shutterstock, medium.com, entethalliance.org, ethereum.org]

Bitcoin Münze auf Kante

Wie viele Bitcoins gibt es noch und wie viele BTC sind für immer verloren?

Mit Bitcoin ist der Menschheit eine Revolution gelungen – das erste freie, dezentrale und zensurresistente Geld. Dabei spielen nicht nur die bekannten Vorteile von Bitcoin eine entscheidende Rolle, sondern vor allem seine Knappheit. BTC ist nämlich auf maximal 21 Millionen Einheiten begrenzt und bietet daher, durch seine Grundeigenschaften, eine Alternative zu bekannten Wertaufbewahrungsmitteln wie Gold und anderen Edelmetallen.

Bis zum heutigen Tag wurden insgesamt 18.412.481 BTC erschaffen und in Umlauf gebracht. Die restlichen 2.587.519 BTC werden erst innerhalb der nächsten ca. 120 Jahre durch den Prozess des Minings entstehen. Dabei stellt sich aber jetzt schon die Frage, ob all die Bitcoin, die sich bereits in Umlauf befinden, wirklich zur Verfügung stehen oder bereits einige davon in der Zwischenzeit verloren gegangen sind.

In diesem Artikel wollen wir der Sache auf den Grund gehen und durch verschiedene On-Chain Daten herausfinden, wie viele Bitcoin für immer verloren gegangen sind. Viel Spaß!

Bitcoins maximale Anzahl durch Inflationsrate festgelegt

Vor über 11 Jahren wurde das Bitcoin Whitepaper zum ersten Mal veröffentlicht. Genau dort wurde auch die maximale Anzahl von 21 Millionen BTC festgelegt. Hier die magische Formel, die Bitcoin seine Knappheit verleiht:

int64 CBlock: :GetBlockValue(int64 nFees) const
{
int64 nSubsidy = 50 * COIN;
// Subsidy is cut in half every 4 years
nSubsidy >>= (nBestHigh / 210000);

return nSubsidy + nFees;
}

Hiermit wird festgelegt, dass der jeweilige Block Reward bei 50 BTC liegt und alle 210.000 Blöcke halbiert wird. Viele wissen nicht, dass es im Bitcoin Quellcode keine Überprüfung der maximalen Anzahl von 21 Millionen BTC gibt. Diese Grenze ergibt sich automatisch aus der oben genannten Funktion. Es wird somit nur überprüft, ob pro gefundenen Block nicht mehr BTC ausgegeben werden als vorgeschrieben. Demnach ist nur die Inflationsrate vorgegeben, aus der eine maximale Anzahl an BTC resultiert.

Die umlaufende Menge ist in der Realität geringer

In unserer Analyse schauen wir uns die Anzahl der BTC an, die bis zum Block 630.000 (Zeitpunkt vom 3. Halving) entstanden sind. Mit der oben genannten Formel können wir somit genau sagen, wie viele Bitcoin bis zu diesem Zeitpunkt entstanden sind.

210.000 Blöcke * 50 BTC + 210.000 Blöcke * 25 BTC + 210,000 Blöcke * 12.5 BTC = 18.375.000 BTC

Somit hätten in der Theorie bis zum 3. Halving insgesamt 18.375.000 BTC entstehen müssen. Doch in der Realität sieht es etwas anders aus. Bereits vor 8 Monaten hat einer der bekanntesten Bitcoin Entwickler Pieter Wuille darauf aufmerksam gemacht, dass die tatsächliche Anzahl der Bitcoins, die sich in Umlauf befinden, geringer ist.

Das hat uns Grund genug gegeben um der Frage nachzugehen warum das Angebot geringer ist als es sein sollte. Zudem wollen wir herausfinden wie viele Bitcoins in der Zwischenzeit möglicherweise verloren gegangen sind und wie viele nachweislich für immer weg sind. Jeder verlorene BTC verringert die umlaufende Menge, macht die beliebteste Kryptowährung noch knapper und somit die restlichen BTC wertvoller.

Nachweislich verlorene Bitcoins

Genesis Coins

Der Bitcoin Ledger (Hauptbuch) besteht aus dem sogenannten UTXO-Set. Genauer gesagt verbergen sich hinter dem Begriff „Unspent Transaction Outputs“, also nicht ausgegebene Transaktionen. Genau dieses UTXO-Set bestimmt den Status Quo des Bitcoin Ledgers. In anderen Worten: Es zeigt die Summe aller Guthaben im Bitcoin Netzwerk und somit auch die Anzahl an BTC, die sich in Umlauf befinden.

Dennoch gibt es Bitcoins, die in dem UTXO-Set nicht auftauchen und somit nachweislich für immer verloren sind. So auch der 50 BTC Block Reward aus dem Genesis-Block von Satoshi Nakatomo. Hierbei handelt es sich um den allerersten Block im Bitcoin Netzwerk. Die Belohnung in Höhe von 50 BTC ist im UTXO-Set nicht enthalten. Es ist immer noch unklar, ob es ein Versehen oder Absicht war.

Doch damit sind wir noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen.

Bitcoins verloren: 50 BTC

Doppelte Coinbase-Transaktionen

Weitere Verluste sind auf Basis einer fehlerhaften Handhabung von doppelten Transaktionen entstanden. Obwohl doppelte Transaktionen im Bitcoin Netzwerk als unmöglich erscheinen, ist es dennoch möglich doppelte Transaktionen zu erstellen.

Die am einfachsten zu duplizierenden Transaktionen sind die Coinbase-Transaktionen, die die ersten Transaktionen jedes Blocks sind und es dem Miner ermöglichen, seinen Block Reward zu beanspruchen. (die Firma Coinbase ist nach diesen Coinbase-Transaktionen benannt!) Das ist nur möglich, weil diese Transaktionen keine digitalen Signaturen oder Verweise auf frühere Transaktionen enthalten. Wenn ein Miner nun eine Coinbase-Transaktion erstellen würde, bei der genau der gleiche Betrag an BTC an die gleichen Adressen und mit der gleichen zusätzlichen Nonce (ein kleiner Bereich der Coinbase-Transaktion, der zur Unterstützung des Minings verwendet wird) ausgezahlt wird, wäre die Transaktion identisch.

Das geschah aber bis jetzt nur zweimal in der frühen Geschichte von Bitcoin

  • Die Transaktion d5d2..8599 war der Coinbase Output für die Blöcke 91.812 und 91.842
  • Die Transaktion e3bf…b468 war der Coinbase Output für die Blöcke 91.722 und 91.880

In beiden Fällen wurden die vorherigen Outputs durch die der identischen Transaktionen überschrieben. Das Ergebnis ist, dass die beiden überschriebenen Ausgaben nicht im UTXO-Set enthalten sind. Diese 100 BTC befinden sich nicht im Ledger von Bitcoin.

Obwohl es wie ein harmloses Versehen aussieht, identifizierte Russell O’Connor dies bereits 2012 als einen möglichen Angriffsvektor. Durch die Nutzung doppelter Transaktionen könnte ein Angreifer die früheren Transaktionen anderer Benutzer aus dem Ledger entfernen.

Als Reaktion darauf wurde 2012 das BIP-30 (Bitcoin Improvement Proposal) eingeführt, um neue doppelte Transaktionen zu verbieten, bis die Outputs der älteren Transaktion vollständig aufgebraucht sind. Die Handhabung der vorhandenen Duplikate wurde jedoch nicht geändert. Dadurch bleiben diese 100 Bitcoins für immer verloren.

Bitcoins verloren: 100 BTC

Nicht beanspruchte Belohnungen

Unter den verlorenen Bitcoins reihen sich auch einige nicht beanspruchte Block Rewards (Belohnungen) der Miner ein. Im Bitcoin Protokoll ist festgeschrieben, dass ein Miner, der einen gültigen Block findet, den dazugehörigen Block Reward und die Fees, der im Block enthaltenen Transaktionen, für sich beanspruchen kann. Jeder Full Node überprüft, ob die Miner nicht versuchen mehr für sich zu beanspruchen, als denen eigentlich zusteht. Den Full Nodes ist es jedoch egal, ob ein Miner weniger beansprucht hat als vorgesehen.

Es macht natürlich absolut keinen Sinn, dass Miner sich nur einen Teil ihrer Block Rewards krallen und den Rest einfach verwerfen. Doch genau das ist erstaunlicherweise bereits oft passiert. Das erste Mal geschah es im Mai 2011 in Block 124.724 und das letzte Mal bis jetzt in Block 564.959 Ende Februar 2019. Insgesamt sind diese Anomalien 1.221 Mal aufgetreten. Dabei sind insgesamt 28,955027063 Bitcoins auf der Strecke geblieben.

Der Grund für so viele Anomalien liegt wahrscheinlich in einer fehlerhaften Software der Miner, die zur Erstellung der Coinbase-Transaktion verwendet wurde.

Bitcoins verloren: 28,955027063 BTC

OP_RETURN Outputs

Es gibt eine spezielle Art der Outputs von Bitcoin-Transaktionen namens OP_RETURN. Sie ermöglichen es den Benutzern, Daten in die Blockchain einzubetten. Dabei wird das UTXO-Set in der Regel nicht angerührt.

Während die große Mehrheit solcher Outputs mit einem Wert von 0 Satoshis erzeugt wird, gibt es auch einige, die dafür einiges auf den Tisch gelegt haben. Insgesamt wurden 3,723039 BTC bis Block 600.000 an OP_RETURN Outputs gesendet. Diese Coins können nicht mehr ausgegeben werden und gelten als verloren.

Bitcoins verloren: 3,723039 BTC

Insgesamt sind somit nachweislich 182,678066 BTC für immer verloren. Demnach haben wir bei Block 630.000 keine 18.375.000 BTC in Umlauf gehabt, sondern nur 18.374.817,321934 BTC.

Wahrscheinlich verlorene Bitcoins

„Bogus“ Adressen

Vor der Standardisierung der OP_RETURN Outputs gab es keine leicht zugängliche, nachweisbare Möglichkeit, Bitcoins zu „vernichten“. Infolgedessen griffen Benutzer auf „Bogus Adressen“ zurück. Dabei handelt es sich um Adressen, die keinen bekannten privaten Schlüssel haben. Also auch keinen Besitzer haben.

Normalerweise wird eine Bitcoin Adresse aus der Transformation des privaten Schlüssel in einen öffentlichen Schlüssel erzeugt. Dieser Prozess macht es sehr schwierig, benutzerdefinierte Bitcoin Adressen zu erzeugen. Man muss im Grunde genommen nach einem privaten Schlüssel durch suchen (minen), deren Adresse mit dem gewünschten Präfix beginnt.

Bei „Bogus Adressen“ besteht jedoch nicht der Wunsch jemals wieder an die Coins zu kommen. Jeder kann sich eine „Bogus Adresse“ ausdenken. Diese muss kann mit einem beliebigen Präfix beginnen (muss mit dem Base58-Alphabet geschrieben werden). Die letzten Zeichen der Adresse sind jedoch zufällig.

Mittlerweile gibt es so viele „Bogus Adressen“, dass es unmöglich ist alle Adressen zu durchforsten. Hier aber eine kurze Übersicht der größten und bekanntesten:

Bitcoin größte Bogus Adressen

Allein diese drei Adressen machen 2213,19538012 BTC aus. Theoretisch sind diese Coins nicht für immer verloren – jemand könnte den dazugehörigen privaten Schlüssel finden. Die einzige bekannte Möglichkeit einen privaten Schlüssel zu finden der zu einer bestimmten Adresse gehört, besteht nur darin zufällig zu raten bis man die richtige Kombination findet (Bruteforce). 

In der Praxis ist die Wahrscheinlichkeit, dass dies in der Lebenszeit unseres Planeten geschieht, ziemlich gering. Noch letzte Woche haben wir einen Artikel zu einem kürzlich ausgeführten Brute Force Angriff geschrieben.

Bitcoin wahrscheinlich verloren: 2.213,19538012 BTC

Bugs (Fehler)

Die heutigen Bitcoin Wallets sind sozusagen das Tor in das BTC Netzwerk. Heutzutage findet man nur noch selten Fehler in ihnen. Doch das war nicht immer der Fall. Im November 2011 fiel MtGox einem Fehler in diesem Teil ihrer Software zum Opfer. Sie schickten 2.609,36304319 BTC an ein „Bogus Skript“ und wussten keinen Weg wieder an diese Coins zu kommen. Sowas kann passieren, wenn man Coins an einen „leeren“ öffentlichen Schlüssel schickt und die jeweilige Software nicht darauf programmiert ist zu erkennen, dass dies zu einem Problem führen wird.

Es gab weitere ähnliche Fehler in anderen Kryptowährungen, die die Coins unbrauchbar machten. Vor allem in Ethereum mit dem Parity-Selbstzerstörungs-Problem (513.000 ETH verloren).

Bitcoin wahrscheinlich verloren: 2609,36304319 BTC

Zombie Coins oder Satoshis Bitcoin

Oft werden auch Bitcoins als verloren angesehen, wenn sie sich seit vielen Jahren nicht mehr bewegt haben. Hier ist es aber unmöglich zu wissen, ob ihre Besitzer die Schlüssel noch haben oder nicht. Daher werden sie oft als „Zombie Coins“ bezeichnet – weder lebendig, noch tot.

Um hier dennoch nicht zu spekulativ zu werden, schauen wir uns nur die BTC an, die zuletzt bewegt wurden bevor Bitcoin an der ersten Börse gehandelt wurde (Juli 2010). Der Grund für dieses Zeitfenster ist denkbar einfach: damals hatte Bitcoin noch keinen offiziellen Preis und demnach hatten die Besitzer nur wenig Anreiz ihre Wallets ausreichend zu sichern.

Bei Block 630.000 gab es 1.496.907,88 BTC, die zuletzt vor Juli 2010 bewegt wurden. Verschiedenen Schätzungen zufolge besitzt Satoshi Nakamoto angeblich mehr als die Hälfte dieser Coins. Das liegt daran, dass Satoshi selbst in diesem Zeitraum der dominierende Miner war.

Da es bis heute schon mehrere Bitcoin Kurs Blasen gab, hätten die Coins in einer dieser Blasen bewegt werden müssen, um Gewinne mitzunehmen. Entweder haben die Besitzer also ihre Schlüssel verloren oder haben einen extrem langfristigen Zeithorizont.

Bitcoin wahrscheinlich verloren: 1.496.907,88 BTC

Belastete Coins

Bei dieser Kategorie handelt es sich um Bitcoins, die als verloren gelten oder sich zumindest vorläufig nicht mehr im Umlauf befinden. Dabei geht es hauptsächlich um gestohlene BTC. Denn diese Coins sind allen Börsen bekannt und machen es sehr schwierig bis unmöglich diese wieder in Umlauf zu bringen. Vor allem weil es sich hierbei um teilweise sehr große Beträge handelt.

In der Geschichte von Bitcoin gab es viele größere Hacks und Diebstähle, aber zwei sind hier besonders zu nennen – der Diebstahl von 80.000 BTC von MtGox im Jahr 2011 und der Diebstahl von 120.000 BTC von Bitfinex im Jahr 2016.

Bis heute wurden die gestohlenen BTC aus dem MtGox Hack nicht mehr angerührt. Der Grund, warum die Beute (im Wert von 73.000 US-Dollar zur Zeit des Diebstahls, heute 700 Millionen US-Dollar) nie ausgegeben wurde, ist unbekannt. Höchstwahrscheinlich ist der Dieb nicht mehr in der Lage auf den privaten Schlüssel zuzugreifen. Vielleicht gibt es aber auch einen ganz anderen Grund.

Im August 2016 verlor Bitfinex 119.756 BTC durch einen Hack. Bis heute sind nur sehr wenige dieser gestohlenen Coins bewegt worden. Zum Zeitpunkt des Blocks 630.000 hatten die Adressen, an die die gestohlenen Coins geschickt wurden, noch 117.091,31922097 BTC.

Gestohlene Bitcoins: 197.047,31922097 BTC

Fazit – Bitcoin ist knapper als gedacht

Bitcoin wird niemals eine umlaufende Menge von 21 Millionen BTC erreichen. Alleine die nachweislich verlorenen Bitcoin machen das unmöglich. Doch die Summe der verlorenen BTC könnte weitaus höher sein, wenn wir die verschiedenen Probleme, Fehler und andere Ereignisse im Laufe der Zeit berücksichtigen.

Die finale Berechnung sieht wie folgt aus:

  • Theoretischer Bestand bis zum Block 630.000 = 18.375.000 BTC
  • Nachweislich verlorene Bitcoins = 182,678066 BTC
  • Wahrscheinlich verlorene Bitcoins = 1.501.730,43842331 BTC
  • Gestohlene Bitcoins = 197.047,31922097 BTC

Somit kommen wir auf eine Summe von 16.676.039,6 BTC, die sich aktuell tatsächlich in Umlauf befinden. Insgesamt könnten also 1.698.960,4 Bitcoins für immer verloren sein.

Es gibt viele weitere Möglichkeiten das tatsächliche Angebot von Bitcoin zu beurteilen. Hier gibt es viel Interpretationsspielraum und demnach unterscheiden sich die Ergebnisse teilweise enorm. Daher haben wir versucht in diesem Artikel die einzelnen Faktoren herunterzubrechen, um ein realistisches Bild der Lage zu bekommen. Wir werden für euch weiterhin die verlorenen Bitcoins beobachten und euch wie immer auf dem Laufenden halten. Schaut unbedingt in unserer Wissensbibliothek vorbei! – Dort tragen wir alles Relevante zusammen, um im Bitcoin Space informiert zu bleiben.

Was denkst du über die verlorenen BTC und das tatsächliche verfügbare Angebot von Bitcoin? Komm in unseren Telegram Chat, sag uns deine Meinung und verbinde dich mit der Community!

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IOTA Münze auf Platine

Was ist IOTA (MIOTA)? – Vision, Unternehmen und Technologie

In diesem Artikel sprechen wir über ein Projekt, welches in den letzten Jahren insbesondere in Deutschland einen regelrechten Hype erlebt hat. Die Rede ist von IOTA. Dies liegt nicht nur daran, dass das Projekt selbst in Deutschland ansässig ist, sondern vor allem auch an der (im positiven Sinne) radikalen Idee und der Tatsache, dass IOTA nicht auf einer Blockchain basiert.

Denn die Vision dahinter ist keine geringere, als die Infrastruktur und das Rückgrat für eine Welt zu schaffen, in der Maschinen und elektronische Geräte miteinander kommunizieren: das sogenannte Internet der Dinge (engl. Internet of Things, IoT).

Aber alles Schritt für Schritt: Zuerst wollen wir das ‘Big Picture’ hinter IOTA verstehen. Anschließend werfen wir einen Blick auf den Tangle und was ihn von einer Blockchain unterscheidet. Im dritten und vierten Schritt schauen wir uns gemeinsam die IOTA Foundation und bereits bestehende Partnerschaften sowie Projekte von IOTA an.

Übersicht: Was ist IOTA (MIOTA)?

Die Vision hinter IOTA und das Internet der Dinge

Um die Vision hinter IOTA zu verstehen, machen wir einen gedanklichen und zeitlichen Sprung in die Zukunft:

Wir schreiben das Jahr 2025. Nach Prognosen von McKinsey, IHS und Statista soll die Anzahl von vernetzten Geräten bei mehr als 75 Milliarden liegen. Über die Jahre hinweg wurde (und wird) die Welt immer stärker miteinander vernetzt. Egal, ob Mikrosensoren im Fahrzeug, intelligente Thermostate, Wearables wie Smartwatches oder Smartphones als solche – elektronische und internetfähige Geräte sind nicht mehr wegzudenken.

Grafik zum Wachstum des Markts für Internet of Things (IOT). Quelle: IHS.com

In diesem Kontext bleibt uns keine andere Wahl, als über das Thema der Daten zu sprechen. Denn die Datenmenge, die bereits heute enorm hoch ist, wird bis 2025 noch deutlich zulegen. Während diese Datenmenge aber nicht gleichmäßig (also linear) steigt, steigt sie viel mehr exponentiell. Denn neue Geräte sind nicht nur mit einem, sondern vielmehr mit einer Vielzahl von alten Geräten verbunden. So entsteht ein dichtes Datennetzwerk, das unvorstellbare Mengen an Daten transferiert.

Internet of Things als Zukunftsmarkt mit großem Potenzial

Und hier ist bereits das Stichwort “Daten transferiert” gefallen. Während die Datenmenge exponentiell steigt, gehen Prognosen davon aus, dass die Übertragungsrate bis 2025 sich ‘lediglich’ verdoppeln wird. Auf gut Deutsch heißt das nichts anderes, als dass ein riesiger Datenstau erwartet wird. Es wird unmöglich sein, dass alle Geräte sich permanent mit einer zentralen Cloud verbinden, um diese Daten weiterzuleiten und zu speichern. Was also tun?

An dieser Stelle könnten wir in eine äußerst komplexe Diskussion abschweifen, in der es um die Grenzen der Physik, ‘Fog’ und ‘Mist’ Computing, Bandbreite und Elektrizität geht. Die Botschaft und der potenzielle Lösungsansatz ist jedoch einfach erklärt: wir brauchen ein dezentrales Netzwerk, um diese zentralen fehleranfälligen Stellen zu vermeiden.

Und genau hier setzt IOTA an. IOTA möchte die Infrastruktur schaffen, dass IoT-Geräte ein lokales und dezentrales Netzwerk aufbauen können, indem Daten und technische Ressourcen in Echtzeit ausgetauscht werden können.

Vermutlich denkst du dir jetzt: “Okay, das klingt ziemlich cool, aber auch ein wenig verrückt. Wie überhaupt möchte IOTA dieses Ziel erreichen?” – Eine Antwort darauf ist der Tangle, den wir uns im nächsten Kapitel anschauen.

IOTA und der Tangle: Alles, aber bloß keine Blockchain

Der Tangle, den IOTA verwendet, unterscheidet sich deutlich von einer Blockchain. Denn wie wir bereits gelernt haben, entsteht eine Blockchain (einfach gesprochen) dadurch, dass wir Transaktionen in Blöcken bündeln und diese wiederum aneinander reihen. Der Tangle hingegen ist nicht einfach eine lineare Verkettung von Blöcken; er ist vielmehr eine Art Strom einzelner Transaktionen, die alle miteinander verworren (engl. tangle) sind.

Die folgende Grafik macht diesen Unterschied wohl besonders deutlich:

Grafische Darstellung, die das Konzept einer Blockchain und das eines Tangle (DAG) visualisiert und gegenüberstellt.

Damit du den Begriff einmal in deinem Leben gehört hast: der Tangle wird in der Informatik eigentlich korrekt als DAG oder auch gerichteter azyklischer Graph bezeichnet.

Vorteile eines Tangles (DAG) im Überblick

Die Struktur und der Aufbau dieses Graphen bietet im Vergleich zur Blockchain einige Besonderheiten: Transaktionen im Tangle sind beispielsweise ohne Kosten (sogenannte zero-fee transactions). Des Weiteren gibt es im Tangle auch keine Miner. Vielmehr funktioniert das System wie eine Art ‘pay-it-forward’.

Um am Netzwerk teilzunehmen, muss jeder ‘seinen kleinen Teil’ beitragen. Dies geschieht dadurch, dass er mit geringer Rechenleistung zwei vorherige Transaktionen bestätigt. Die ‘Belohnung’ wiederum liegt dann darin, dass neue Teilnehmer die eigene Transaktion validieren. Dadurch entsteht der ‘pay-it-forward’ Effekt.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass im IOTA Tangle auch einfach reine Informationen gespeichert werden können. Würde man für eine Transaktion, wie bei der Bitcoin Blockchain, Geld zahlen, würde man wohl nicht ‘einfach so’ Informationen darin speichern, die vielleicht gar keinen monetären Wert haben.

Diese Tatsache unterstreicht erneut, dass IOTA und Bitcoin im Kern grundlegend unterschiedlich sind. Wer also Bitcoin und IOTA betrachtet, sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass es um zwei unterschiedliche Konzepte handelt, die wiederum eigene Ansprüche und Ziele verfolgen. IOTA sieht sich im Gegensatz zu BTC nicht nur als Zahlungs- sondern eben auch Kommunikationsprotokoll für das Internet der Dinge.

Blockchain und das Problem der Skalierbarkeit

Kommen wir auf einen weiteren, enorm wichtigen Vorteil des Tangle. Gerade im Vergleich zu einer klassischen Blockchain stellt sich der Aspekt der Skalierbarkeit bei einem DAG nämlich als wesentlich einfacher heraus. Anders formuliert: Im Vergleich zu einer Blockchain ist die Skalierbarkeit beim Tangle deutlich besser.

Eine Blockchain wird bei einer steigenden Anzahl an Transaktionen immer größer und somit auch ‘schwerer’ zu validieren. Vor allem ist die Anzahl an Transaktionen, die pro Block validiert werden kann, limitiert. Wir kennen dieses Phänomen von Bitcoin. Hier sind in der Regel nicht mehr als 14 Transaktionen pro Sekunde möglich.

Du kannst dir das wie folgt vorstellen: Wenn die Aktivität und damit die Transaktionen in einem Netzwerk steigen, kommt es zu immer mehr „Anfragen“, die aber nur in einem vorgegebenen Tempo abgearbeitet werden können. In Folge dessen entsteht eine Warteschleife. Die unten stehende Grafik visualisiert die Warteschleife, die sich bildet. 

IOTA zeigt Skalierungsproblem einer Blockchain

Der Tangle und die Frage der Skalierbarkeit

Der Tangle kennt dieses Skalierungsproblem nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Je mehr Aktivität im Tangle herrscht, desto schneller und desto mehr Transaktionen können bestätigt werden. Er profitiert also von einer steigenden Anzahl an Transaktionen und Teilnehmern.

Der Grund hierfür liegt darin, dass sich dadurch die Aktivität im Netzwerk erhöht und Transaktionen auch in höherer Anzahl problemlos zeitnah validiert werden können. Die nachfolgende Grafik zeigt diesen Vorteil:

IOTA Tange so funktionerts

Im Vergleich zu einer Blockchain ist der Tangle also deutlich skalierbarer. Ein Umstand, der insbesondere für ein funktionierendes IoT unabdingbar ist. Wenn wir uns an die oben stehende Prognose zur Anzahl der IoT-Geräte in den kommenden Jahren zurückerinnern, wird uns schnell klar, dass Skalierbarkeitsprobleme hier fatal wären.

Was ist sicherer: Tangle oder Blockchain?

Ein Begriff, der im Kontext der Blockchain Technologie immer wieder fällt, ist die sogenannte 51% Attacke. Wer sich bereits etwas mit Blockchain Technologie auskennt, weiß, dass eine Blockchain anfällig ist, wenn eine Partei 51 Prozent der Rechenleistung im Netzwerk besitzt.

An dieser Stelle könnte man eine Debatte eröffnen und erörtern, ob sich eine solche Attacke beim Bitcoin Netzwerk überhaupt lohnt. Voraussetzung hierfür wären schließlich hohe Investitionskosten sowie eine massive Infrastruktur.

Fest steht jedoch, dass, sobald eine Partei 51 Prozent der Rechenleistung im Netzwerk kontrolliert, diese zu diesem Zeitpunkt theoretisch die Möglichkeit hat falsche Transaktionen zu erstellen und zu verifizieren. Dadurch sind auch sogenannte „double-spent“-Attacken möglich.

Die Gefahr bei IOTA heißt 34%-Attacke

Da IOTA keine Blockchain, sondern den Tangle zur Verifizierung seiner Transaktionen verwendet, verhält es sich hier etwas anders. Es gibt keine 51%-Attacke. Theoretisch ist das Netzwerk von IOTA nämlich verwundbarer, da hier bereits die Kontrolle über 34% (also mehr als 1/3) der Rechenleistung des Netzwerks ausreicht, um solche böswilligen Maßnahmen tätigen zu können.

Hierbei zeigt sich bereits, dass die Konstrukte Tangle bzw. Blockchain unterschiedliche Vor- und Nachteile haben. Während der Tangle skalierbarer als eine Blockchain ist, hat diese Vorteile im Bezug auf Sicherheit. An dieser Stelle sollte allerdings nicht die Schwierigkeit unterschätzt werden, die eine 34 Prozent Attacke mit sich bringt.

Allerdings macht diese Tatsache das IOTA Netzwerk insbesondere in einem frühen Stadium der Entstehung besonders verwundbar. Da ein neues Netzwerk klein ist und daher tendenziell wenige Knoten und Verbindungen aufweist, ist es für einen Angreifer einfacher, 34 Prozent des Netzwerks an sich zu reißen und den Kern zu identifizieren.

Um dieser Bedrohung zu begegnen, verwendete das Netzwerk von IOTA einen sogenannten Koordinator.

Der Koordinator als Lösung und Single Point of Failure

Das Konzept von IOTA unterscheidet nicht zwischen Minern und Nutzern. Alle Nodes können am Konsens teilnehmen. Dies hat starke praktische Auswirkungen, denn eine IOTA-Node hat dadurch eine völlig andere Rolle hat als ein Bitcoin-Miner. IOTA-Nodes führen nur grundlegende Operationen aus, die nicht viel Rechenleistung benötigen.

Aktuell vertrauen die Nodes bei IOTA Transaktionen, die durch sogenannte Meilensteine referenziert und genehmigt werden. Genau hier kommt der Koordinator ins Spiel. Der Koordinator wurde von der IOTA-Stiftung betrieben und hat regelmäßig eine normale, signierte Transaktion ausgegeben. Diese Transaktionen wurden als Meilensteine bezeichnet.

Es war also die Aufgabe des Koordinators, sicherzustellen, dass ein Meilenstein nicht im Widerspruch zu seinen Vorgängern steht. In dem Fall, dass der Koordinator Bezug auf eine Transaktion nimmt, in der double-spending Betrieben wurde, führt dies zu einem ungültigen Meilenstein, der von den übrigen Knoten im Netzwerk nicht akzeptiert wird.

Damit bildet der Koordinator das zentrale Element, welches die korrekte Funktionsweise des Tangles im Anfangsstadium sicherstellt.

Das Skalierbarkeitstrilemma: Sicherheit, Skalierbarkeit und Dezentralisierung

Auch wenn der Koordinator und dessen Funktions am Anfang sehr wichtig ist, hat er einen Haken:

IOTA ist mit dem Koordinator zwar skalierbar und sicher, aber nicht vollständig dezentralisiert. Denn während der Koordinator die Netzwerksicherheit gewährleistet, stellt er gleichzeitig einen Single Point of Failure dar und schränkt somit IOTA als vollständig dezentrales Netzwerk ein.

Dass dieser Kompromiss in gewisser Weise natürlich ist, erklärt der Blick auf das Skalierbarkeits-Trilemma. Dabei steht jedes Projekt vor der Wahl zwischen den Eigenschaften SicherheitSkalierbarkeit und Dezentralisierung. Aktuelle DLT-Lösungen können maximal zwei dieser drei Eigenschaften gleichzeitig gewährleisten. Dieses Problem wird als Skalierbarkeits-Trilemma bezeichnet.

Im Falle einer Blockchain stehen die Eigenschaften Dezentralisierung und Sicherheit im Vordergrund.

Grafik zur Veranschaulichung des Skalierbarkeitstrilemma: Sicherheit vs. Dezentralität vs. Skalierbarkeit

Coordicide soll IOTA völlig dezentral machen

Ein Single Point of Failure ist immer das kritische Element einer Infrastruktur. Um diesen also zukünftig zu vermeiden, war die Entfernung des Koordinators aus dem Netzwerk von IOTA die nächste logische Konsequenz. Dieser Schritt und alle damit verbundenen nötigen Maßnahmen wurde von IOTA unter dem Begriff Coordicide zusammengefasst.

Das Ziel hierbei ist äußerst anspruchsvoll, denn mit dem Coordicide will IOTA das Skalierbarkeits-Trilemma lösen. Das Ergebnis soll also ein dezentrales, sicheres Netzwerk mit einer hohen Transaktionsrate sein. Kern der Lösung ist ein Abstimmungsmechanismus, durch den die Nodes die Meinung anderer Nodes einholen, um zu entscheiden, welche Transaktionen in den Tangle aufgenommen und welche abgelehnt werden sollen.

Bereits im März 2019 startete IOTA das erste koordinatorlose Testnet. Vorfälle wie im Dezember 2019, bei dem der Koordinator das gesamte Netzwerk von IOTA zeitweise lahmlegte, zeigen zudem die Notwendigkeit, den Single Point of Failure zu eliminieren.

Am 3.2.2020 veröffentlichte IOTA nun das Coordicide-Alphanet 0.1.0 und markiert damit einen wichtigen Schritt in diese Richtung. In dem hinterlegten Link findest du die Roadmap von IOTA und somit alle Einzelheiten zum Coordicide.

Damit sind wir auch am Ende des Abschnittes zur Technologie angelangt. Im Folgenden widmen wir uns nun der IOTA Foundation.

Die IOTA Foundation mit Hauptsitz in Berlin

Die IOTA Foundation existiert seit Ende 2017 und hat ihren offiziellen Sitz in Berlin. Sie ist die ‘zentrale’ Einheit, die für die Vermarktung, Weiterentwicklung und den Bildungsauftrag von und für IOTA zuständig ist.

Zu den Hauptaufgaben der Stiftung gehören folgende Tasks:

  • Research

    Das IOTA-Protokoll ist open-source und somit für jeden zugänglich. Die Foundation selbst forscht an der Weiterentwicklung und Verbesserung des Protokolls.

  • Entwicklung & Implementierung

    Die Stiftung ist auch der zentrale Organisator für die Entwicklung und Implementierung produktionsreifer Software für die Community, Partnerschaften mit Firmen, sowie für das gesamte Ökosystem.

  • Bildungsauftrag

    Eine der Tätigkeiten der IOTA Foundation ist die Veröffentlichtung von Materialien zum Verständnis und der Weiterbildung im Zusammenhang mit IOTA und dem Tangle. Dadurch sollen das allgemeine Verständnis erhöht und zukünftige Use Cases klar gemacht werden.

  • Internet of Things (IoT)

    Die Stiftung ist außerdem eine treibende Kraft für die Adoption und Weiterentwicklung des Internet of Things. In Anbetracht des Potenzials, das IoT mit sich bringt, ist dies eine wichtige Aufgabe.

Die Stiftung finanziert sich hauptsächlich über Subventionen und Zuwendungen öffentlicher Träger und Institutionen. Dazu kommen Spenden von Firmen oder Individuen.

IOTA Partnerschaften und Use Cases

So weit, so gut. Jetzt wollen wir zum Abschluss des Artikels noch einen Blick auf zwei Partnerschaften von IOTA werfen. Mit welchen Firmen gibt es bereits Kooperationen und welche Ziele sollen dabei erreicht werden?

IOTA und Volkswagen

Die Partnerschaft von Volkswagen mit IOTA wurde im Januar 2018 veröffentlicht. Johann Jungwirth, Chief Digital Officer (CDO) von Volkswagen ist dafür verantwortlich, Volkswagen durch den Prozess der Implementierung der digitalen Technologie zu führen.

Ein Proof of Concept, bei dem das IOTA-Netzwerk live getestet wird, wurde von Volkswagen bereits erfolgreich durchgeführt. Wie du vielleicht weißt umfasst der Volkswagen Konzern 12 Automobilmarken, darunter Lamborghini, Porsche, Bentley, Audi und Bugatti.

IOTA arbeitet bereits mit Porsche im Projekt Programm 4 zusammen, das von der Plattform “Startup Autobahn” unterstützt wird. IOTA und Porsche werden zusammen mit anderen Startups an einem Programm zur Integration von Smart Mobility arbeiten.

Auch auf der Internationalen Autoaustellung (IAA) präsentierte Volkswagen ein Konzept, welches mit IOTA läuft. Mehr dazu findest du hier: Klick mich.

IOTA und Bosch

Bosch ist ein in Deutschland ansässiges multinationales Engineering- und Elektronikunternehmen, das derzeit der weltweit größte Anbieter von Automobilkomponenten ist. Das Unternehmen betrachtet die IOTA-Technologie als ein einfaches Mittel, mit dem sie Mikrozahlungen und Informationen sammeln kann.

Bosch ist derzeit stark an Entwicklungen im Bereich IoT beteiligt und 2020 werden schätzungsweise 15,6 Milliarden Geräte an das Internet der Dinge angeschlossen sein.

Das deutsche Unternehmen gab bereits am 17. Oktober 2017 seine Partnerschaft mit dem IOTA-Projekt bekannt. Dennis Boecker, Leiter der Bosch IT Global Innovation bei der Chicago Connectory, sagte:

Es besteht ein großes Potenzial durch Distributed Ledger Technologies jedes IoT-Projekt sicherer, effizienter und transparenter für die Verbraucher von IoT-Lösungen zu gestalten. Unser Ziel ist es, die Akzeptanz der Distributed Ledger Technologie im Mittleren Westen zu erhöhen, da IoT-Lösungen und Geschäftsmodelle weiter wachsen.

Weitere Partnerschaften des IoT-Projekts

Die beiden vorgestellten Partnerschaften sind ausschließlich aus dem deutschen Raum. IOTA selbst hat jedoch ein großes und globales Netzwerk an Partnern. So arbeitet das IoT-fokussierte Projekt unter anderem auch mit den Firmen Jaguar Land Rover, Dell Technologies sowie der Linux Foundation zusammen.

Eine genaue Übersicht aller Partner und der Art der Zusammenarbeit findest du auf der Webseite von IOTA.

Damit sind wir bereits am Ende des Artikels. Wir hoffen, dass deine Frage „Was ist IOTA“ zumindest teilweise beantwortet werden konnte. Im Folgenden findest du noch unser FAQ mit den häufigsten Fragen zu dem Projekt. Wenn du noch weitere Fragen hast, hinterlasse uns doch einfach ein Kommentar.

FAQ – Antworten auf die häufigsten Fragen

IOTA und Bitcoin lassen sich nur sehr bedingt vergleichen. Es handelt sich um unterschiedliche Konzepte, was sich bereits in der technischen Umsetzung äußert. Während Bitcoin (BTC) dezentrales, zensurresistentes Geld ist, sieht IOTA sich als sicheres Kommunikations- und Zahlungsprotokoll für das Internet of Things (IOT).

Auch hier sollte man keine Äpfel mit Birnen vergleichen. Beide Technologien basieren zwar auf dem Konzept der Distributed-Ledger-Technologien sind jedoch unterschiedliche Umsetzungen. Es gibt Anwendungsszenarien, in denen der Tangle seine Vorteile ausspielen kann (Skalierbarkeit) und Szenarien, in denen eine Blockchain punktet (Sicherheit).

Nein, bei IOTA gibt es keinen Mining-Prozess. Die Summe an IOTA (MIOTA) wurde bereits zu Beginn des Projektes festgelegt und erstellt. Es entstehen also keine neuen Token mehr.

Wie ist deine Meinung zu IOTA und dessen zukünftigen Aussichten?

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[Bildquelle: Shutterstock, ihsmarkit.com, iota.org]

Tether USDT Münze vor USD Schein

Was sind Stablecoins? – Alles über Tether (USDT) & Co.

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl verschiedener Kryptowährungen. Eine wichtige Klasse sind dabei die Stablecoins, also Kryptowährungen, die einen stabilen Wert aufweisen. Hier wird sozusagen eine Brücke zwischen Kryptowährungen und FIAT-Währungen geschaffen. Das kombiniert die Preisstabilität von FIAT-Währungen mit den Vorteilen von Kryptowährungen, wie z.B. einem grenzenlosen Zahlungsverkehr oder Smart Contracts.

Tatsächlich ist diese Brücke eine der meistbenutzten Anwendungen in der Krypto-Szene. Stablecoins sind aus dem Ökosystem nicht mehr wegzudenken. Die wenigsten wissen allerdings, dass es neben Tether (USDT) auch noch andere Stablecoins gibt. Zusätzlich dazu gibt es vor allem aber auch verschiedene Arten und Methoden, den Wert eines Stablecoins stabil zu halten. Wir wollen euch in diesem Artikel einen kleinen Überblick über diese Welt geben. Fangen wir dafür nochmal bei den Grundlagen an.

Was macht einen Stablecoin aus?

Stablecoins erfüllen genau wie Geld drei fundamentale Aufgaben:

  • Medium of Exchange (Tauschmittel) das gegen Güter und Dienstleistungen getauscht werden kann.
  • Unit of Account (Rechnungseinheit) stellt den realen Wert einer bestimmten Einheit dar und dient somit der Vergleichbarkeit von Einheiten.
  • Store of Value (Wertespeicher) stellt sicher, dass die Kaufkraft langfristig beibehalten wird.

Somit ist die wichtigste Eigenschaft eines Stablecoins, dass dieser die Preisstabilität einer bestimmten FIAT-Währung repräsentiert. An dieser Stelle wirkt sich aber die Inflation der eigentlichen FIAT-Währung, und der damit einhergehende langfristige Verlust der Kaufkraft, ebenfalls auf den Stablecoin aus. Hinzu kommt bei einem Stablecoin allerdings auch noch ein weiteres Risiko: die Sicherung bzw. Deckung. Hier kommen verschiedene Konzepte zum Einsatz, wie ein Stablecoin ausgerichtet sein kann und welche Sicherheiten sich im Detail dahinter verbergen.

Aktuell sind drei verschiedene Arten von Stablecoins bekannt: zentrale Stablecoins mit hinterlegten Sicherheiten, dezentrale Stablecoins mit hinterlegten Sicherheiten und algorithmische Stablecoins ohne hinterlegte Sicherheiten.

 

Überblick der 3 Arten von Stablecoins

Zentrale Stablecoins mit hinterlegten Sicherheiten

Der wohl bekannteste Stablecoin bildet gleichzeitig die Speerspitze dieser Kategorie: Tether (USDT). Der USDT Coin wird von dem Unternehmen Tether herausgegeben. Für jeden USDT Coin, der entsteht, wird ein US-Dollar oder ein äquivalent hinterlegt, um die Preisstabilität zu garantieren und aufrechtzuerhalten. Dementsprechend ist ein USDT immer 1 USD wert und kann jederzeit über das Unternehmen in US-Dollar getauscht werden. Das ist die älteste Form von Stablecoins. Das Prinzip ist relativ simpel und lässt sich ebenfalls mit anderen FIAT-Währungen durchführen. Es ist sozusagen das digitale Abbild einer FIAT-Währung.

Der Stablecoin unterliegt naturgemäß den Preisschwankungen der hinterlegten Sicherheit. Wenn also ein US-Dollar an Kaufkraft verlieren sollte, dann verliert auch das digitale Abbild gleichermaßen an Kaufkraft. Hinzu kommt aber, dass der USDT in einem anderen Markt gehandelt wird als der US-Dollar. Daher kann es in Einzelfällen zu Volatilitäten innerhalb des Stablecoins kommen.

Mit diesem einfachen Konzept hat Tether (USDT) es bereits auf Platz 3 aller Kryptowährungen geschafft und bildet mittlerweile eine der wichtigsten Säulen des Krypto Ökosystems. Ob es dem einen gefällt oder nicht, Liquidität ist wichtig und Tether (USDT) liefert diese aktuell.

TrueUSD, USD Coin, GUSD, BUSD und mehr

Das Geschäft mit den Stablecoins ist so lukrativ, dass eigentlich jede Krypto Börse mittlerweile ihren eigenen Stablecoin hat. Es gibt mittlerweile viele Stablecoins, die genau dieses Konzept verfolgen. Darunter sind außer Tether (USDT) noch TrueUSD (TUSD), USD Coin (USDC) und Gemini Dollar (GUSD) zu nennen. Nichtsdestotrotz bleibt die Vormachtstellung des USDT ausnahmslos und ein echter Gegenpol konnte gegen das in der Kritik stehende Unternehmen Tether noch nicht aufgebaut werden. Libra, der Stablecoin von Facebook, könnte diesen Markt aber nochmals aufmischen.

Gold, Aktien, Wertpapiere und die Probleme

Die Sicherheiten können aber nicht nur in Form einer FIAT-Währung dargestellt werden. Ein weiterer Ansatz hierfür sind z.B. Aktien, Wertpapiere oder Edelmetalle. Demnach richtet sich der Preis eines Stablecoin, am Beispiel von Gold, nach dem Preis von Gold. Hier könnte ein Stablecoin z.B. ein Gramm Gold repräsentieren. Dabei entsteht allerdings die Schwierigkeit, dass es keine geeignete Infrastruktur gibt, um Gold ein- oder auszuzahlen. Zudem unterscheidet sich Gold in der Qualität und ist somit nicht immer gleich viel wert. Daher eignet sich diese Form nur bedingt. Eines der bekanntesten Stablecoins, die Gold als Sicherheit nutzen, ist DigixDao mit ihrem Digix Gold Token (DGX) und natürlich Tether Gold.

Die Stablecoins, die zentral herausgegeben werden, sind zu 100% unter der Kontrolle der jeweiligen Herausgeber und werden daher den dezentralen Ansprüchen im Krypto-Raum nicht gerecht. So gab es in der Vergangenheit immer wieder Vorwürfe und Gerüchte Tether (USDT) würde beispielsweise nicht 1:1 gedeckt sein. Eine andere Anschuldigung geht sogar so weit, dass Tether den Bitcoin Bullrun 2017 maßgeblich mitbestimmt haben soll.

Dennoch bieten diese Stablecoins eine bequeme Zwischenlösung für den Krypto-Markt, um Kryptowährungen in einen preisstabilen Coin zu tauschen. Gefahren werden dabei schnell ausgeblendet.

Dezentrale Stablecoins mit hinterlegten Sicherheiten

Die nächste Gruppe von Stablecoins sind dezentrale Stablecoins mit hinterlegten Sicherheiten. Die Sicherheiten an dieser Stelle sind keine FIAT-Währungen oder Wertpapiere, sondern andere Kryptowährungen. Hier können aber auch tokenisierte Immobilien oder Ähnliches als Sicherheit genutzt werden. Zudem wird oft nicht nur ein digitales Asset als Sicherheit genutzt, sondern gleichzeitig mehrere. Dieser Umstand variiert von Projekt zu Projekt.

Das Ziel dieser Projekte ist in den meisten Fällen einen stabilen Wert von 1 USD zu erreichen. Mittlerweile gibt es aber auch Projekte, die eine andere Strategie verfolgen. Diese wollen sich primär vom US-Dollar lösen und andere Basiseinheiten als Richtwert etablieren.

MakerDAO & DAI – Die Nummer 1 der dezentralen Stablecoins

Das wohl bekannteste Beispiel für dezentrale Stablecoins mit hinterlegten Sicherheiten ist MakerDAO mit ihrem Stablecoin „DAI“. MakerDAO ermöglicht es, dass ETH in einem Smart Contract gehalten (engl. locked) und dadurch eine gewisse Anzahl an DAI erstellt wird. Die ETH können folglich nicht mehr bewegt werden, bis die gleiche Anzahl an DAI, die man geliehen hat, zurückgezahlt wird. Die Sicherheit muss in einem 3:2 Verhältnis zu DAI stehen.

Das heißt, dass wir für einen Gegenwert von 300 USD in ETH gleichzeitig 200 USD in DAI bekommen würden. Folglich handelt es sich hier um das Nutzen eines „Hebels“. Wir hätten in diesem Fall temporär eine Kaufkraft von 500 USD, obwohl wir lediglich 300 USD in ETH haben. Die 200 USD müssen natürlich zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückgezahlt werden, um die ETH aus dem Smart Contract zu lösen. In der Zwischenzeit können wir diesen Betrag nutzen, um zB. Kryptowährungen zu kaufen. Falls der Wert der hinterlegten Sicherheit, in diesem Fall ETH, fallen sollte, ist die DAI Position nicht mehr ausreichend gedeckt und man verliert seine hinterlegten ETH.

Decentralized Finance (DeFi)

MakerDAO bietet mittlerweile aber neben Ethereum auch viele weitere Kryptowährungen an. Seit kurzer Zeit ist es sogar möglich, Bitcoin zu hinterlegen. Diese werden indirekt über sog. Wrapped Bitcoins (WBTC) auf der Ethereum Blockchain tokenisiert. Man kann dadurch mit MakerDAO indirekt seine BTC verzinsen.

Aber die Konkurrenz schläft nicht. Erst kürzlich hat Compound enorm aufgeholt und MakerDAO sogar überholen können, zumindest was die Marktkapitalisierung angeht. In der Nutzung liegt MakerDAO weiterhin an erster Stelle. Es zeigt sich aber, dass Decentralized Finance (DeFi) in aller Munde ist und das Geschäft mit der Dezentralisierung wächst.

Algorithmische Stablecoins ohne hinterlegte Sicherheiten

Kommen wir nun zu der letzten Gruppe von Stablecoins: Die algorithmischen Stablecoins ohne hinterlegte Sicherheit. Diese nutzen einen Algorithmus, um eine Preisstabilität zu erreichen. Man könnte es an dieser Stelle mit einer Zentralbank vergleichen, die die Ausgabe einer FIAT-Währung kontrolliert, damit die Kaufkraft steigt oder fällt. Daher bedient sich ein algorithmischer Stablecoin der beiden wichtigsten Faktoren – Angebot und Nachfrage. Wenn die Nachfrage steigt, sollte der Wert steigen und vice versa.

Dieses einfache Prinzip wird von algorithmischen Stablecoins genutzt, um im ersteren Fall automatisch weitere Coins auf den Markt zu bringen und der Nachfrage gerecht zu werden. In die andere Richtung funktioniert es identisch. Bei einem steigenden Angebot wird ein Teil der Coins wieder entfernt.

Das funktioniert zum Beispiel durch erhöhte Transaktionskosten, die anschließend vernichtet werden. In der Theorie sollte es dadurch möglich sein, durch dauerhafte Anpassungen von Angebot und Nachfrage, den Preis stabil zu halten. Oft wird für diese Stablecoins auch ein Preis von 1 USD angestrebt. Es gibt zwar mehrere Projekte, die diesen Ansatz verfolgen, aber der große Erfolg blieb bis jetzt aus.

Schlusswort

Stablecoins sind aus dem Kryptomarkt nicht mehr wegzudenken. Während die einen Tether & Co. als das trojanische Pferd sehen, nutzen andere die Liquidität, die die tokenisierte FIAT Währung bietet. Man kann es verteufeln oder gut heißen. Fest steht, dass die Zukunft bei diesen tokensierten Assets liegt. Die Nutzung zeigt, dass sie einen echten Use Case erfüllen. Projekte wie MakerDAO oder Compound bieten dabei ungeahnte Potenziale die Mittelsmänner, die zentrale Stablecoins ausmachen, komplette zu dezentralisieren und somit den Platz für einen dezentralen Finanzmarkt bieten. Ob wir das wollen ist eine andere Frage.

Wichtig ist, dass sich alles noch in einer experimentellen Phase befindet. Die Probleme und Anschuldigungen bei Tether oder die Hacks im DeFi Bereich unterstreichen diesen Umstand. Das Risiko etwas zu nutzen, welches noch nicht zu 100% ausgereift ist, sollte nicht unterschätzt werden. Anders formuliert: Bei Nutzung dieser Services sollte man sich diese Gefahr auch immer vor Augen führen und mit Bedacht agieren.

Hiermit endet unsere kurze Reise in die Welt der Stablecoins auch schon. Wenn du noch Anregungen hast, oder dir Inhalte fehlen, schreib es gerne in die Kommentare.

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[Bildquelle: Shutterstock, CryptoMonday]

Münzen von Kryptowährungen liegen in einer Geldbörse bzw. Wallet.

Welche Bitcoin Wallet ist die beste? – Die Top Krypto Wallets im Vergleich

Einer der wohl wichtigsten Faktoren im Bitcoin Ökosystem ist die sichere und unkomplizierte Aufbewahrung deiner BTC und anderer Kryptowährungen. Hierzu gibt es bereits verschiedene Lösungen, denen wir heute auf den Grund gehen wollen. Denn die Ansprüche an eine Bitcoin Wallet bzw. Krypto Wallet sind von Nutzer zu Nutzer verschieden und bieten viele Möglichkeiten und Risiken, über die man sich vor der Auswahl im Klaren sein sollte.

In diesem Artikel wollen wir dich über die verschiedenen Bitcoin Wallets im Detail aufklären, um dir alle notwendigen Informationen an die Hand zu geben, damit du die richtige Auswahl für dich treffen kannst. Damit gehen Fragen einher wie: Welche Bitcoin Wallets gibt es überhaupt? Welche Vor- und Nachteile weisen die verschiedenen Bitcoin Wallet-Lösungen auf? Was sind Hot und Cold Wallets und welche Unterschiede haben sie? Welche Bitcoin Wallet ist für den Alltag geeignet?

Wir von Bitcoin2Go haben in den letzten Jahren sehr positive Erfahrungen mit den Hardware Wallets von Trezor und Ledger gemacht und können sie dir, für die sichere Verwahrung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen, uneingeschränkt empfehlen. Hol dir die renommiertesten Hardware Wallets von Trezor oder Ledger.

Model T

Nutzerfreundlichkeit:
100%
Kompatibilität:
75%
Sicherheit:
76%
Alle bekannten Kryptowährungen
Alle ERC20-Token
Software ist open-source
Touchdisplay
Kein Bluetooth
Model One

Nutzerfreundlichkeit:
87%
Kompatibilität:
75%
Sicherheit:
76%
Alle bekannten Kryptowährungen
Alle ERC20-Token
Software ist open-source
Kein Touchdisplay
Kein Bluetooth
Nano X

Nutzerfreundlichkeit:
100%
Kompatibilität:
95%
Sicherheit:
54%
Alle bekannten Kryptowährungen
Alle ERC20-Token
Bluetooth
Kein Touchdisplay
Software nicht open-source
Nano S

Nutzerfreundlichkeit:
87%
Kompatibilität:
95%
Sicherheit:
54%
Alle bekannten Kryptowährungen
Alle ERC20-Token
Begrenzter Speicher
Software nicht open-source
Kein Touchdisplay
Kein Bluetooth

Was du bei der Auswahl einer Bitcoin Wallet beachten musst

Bei der Auswahl der richtigen Bitcoin Wallet kommt es immer auf die Ansprüche der Nutzer an. Hier kommt es grundsätzlich auf die Abschätzung zwischen Risiko und Komfort für den gewünschten Zweck an. Will man seine BTC und andere Kryptowährungen über einen langfristigen Zeitraum bestmöglich absichern, jederzeit darauf über sein Smartphone zugreifen, um Transaktionen zu tätigen oder gar einen Drittanbieter nutzen, der die Kryptowährungen für einen verwaltet? Hier gibt es eine Fülle von Besonderheiten, auf die du im Vorfeld achten solltest, um für dich die geeignetste Bitcoin Wallet auszuwählen. Es muss im übrigen auch nicht DIE eine Wallet sein. Wir selbst nutzen viele Krypto Wallets parallel.

Beispiel aus der „realen“ Welt

Die Aufbewahrung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen lässt sich am besten mit einem Beispiel aus der realen Welt vergleichen. Denn auch für die Verwahrung von FIAT (Euro, US-Dollar usw.) gibt es verschiedene Lösungen, um den Ansprüchen der Nutzer gerecht zu werden.

Die meisten von uns tragen immer einen bestimmten Betrag in Euro im Portmonee  mit sich. Sobald dieser Betrag eine gewisse Summe überschreitet, bekommt man ein Gefühl von Unsicherheit. Das Portmonee kann nämlich nicht nur einem Dieb zum Opfer fallen, sondern auch einfach verloren gehen. Hier kommt wieder das Verhältnis zwischen Risiko und Komfort ins Spiel. Das Portmonee bietet zwar einen hohen Komfort, wenn man etwas direkt bezahlen möchte, aber bietet ab einem bestimmten Betrag nicht mehr die nötige Risikoabsicherung. Dieses Aufbewahrungsmittel ist also eher für kleinere Beträge geeignet, da es den schnellen Nutzen ermöglicht und der Verlust zu verkraften wäre.

Sobald die Geldmenge eine persönliche Grenze übersteigt, wird das Verlangen nach einer sichereren Form der Aufbewahrung größer. Hierzu greifen viele auf private Tresore oder Drittanbieter wie Banken und Finanzdienstleister zurück, die die Verwahrung für den Kunden übernehmen. Diese Lösungen sind somit in der FIAT-Welt für größere Beträge geeignet und weisen eine höhere Risikoabsicherung auf. Auf der anderen Seite bieten sie nicht mehr den Komfort wie ein Portmonee, womit man direkten Zugriff auf sein Bargeld hat und jederzeit damit bezahlen kann.

Ähnlich funktioniert es bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Auch hier steigen die Ansprüche nach Sicherheit mit einer steigenden Menge an Kryptowährungen. Bei der Auswahl der richtigen Bitcoin Wallet kommt es also darauf an, ob das jeweilige Aufbewahrungsmittel deinem persönlichen Verhältnis zwischen Risiko und Komfort entspricht.

Welche Bitcoin Wallet für dich und deinen persönlichen Ansprüchen geeignet ist, klären wir nun im Folgenden.

Custodial Wallet

  • Einfache Handhabung
  • Login via Passwort und Nutzername
  • geräteunabhängig
  • kostenlos
  • mobil
  • Keine Kontrolle über "eigene" Coins
  • Beschränkte Funktionalität
  • Vertrauen in Drittanbieter
  • Hack des Drittanbieters möglich

Hot Wallet

  • 100% Kontrolle über eigene Coins
  • Einfache Handhabung
  • Unkompliziertes Einloggen
  • Großer Funktionsumfang
  • kostenlos
  • mobil
  • Privater Schlüssel ist "am Internet"
  • geräteabhängig
  • Verlust der Schlüssel = kein Zugang

Cold Wallet

  • 100% Kontrolle über eigene Coins
  • Einfache Handhabung
  • Unkompliziertes Einloggen
  • Großer Funktionsumfang
  • Privater Schlüssel bleibt offline
  • Einmalige Kosten für Anschaffung
  • geräteabhängig
  • nicht mobil
  • Verlust der Schlüssel = kein Zugang

Was ist eine Bitcoin Custodial Wallet?

Eine Bitcoin Custodial Wallet ist eine Möglichkeit der Verwahrung deiner Kryptowährungen über einen Drittanbieter und bringt gewisse Vor- und Nachteile mit sich. Hier können natürlich auch Transaktionen getätigt und empfangen werden. Der Login erfolgt oft über ein Webinterface und ermöglicht den direkten Zugriff über verschiedene Geräte (Smartphones, Desktop-PCs oder Tablets). Somit kann auf die Custodial Wallet geräteunabhängig zugegriffen werden.

Diese Lösungen sind meistens auf Einsteiger ausgelegt. Der Anbieter reduziert das dafür nötige technische Verständnis auf ein Minimum. Das einzige was man dafür braucht ist ein Internet-Browser (Mozilla, Chrome, Brave usw.) und ein Internetzugang. Zudem bieten einige Dienstleister eine entsprechende App an, die die Handhabung der Custodial Wallet noch einfacher gestalten sollen.

Welche Nachteile hat eine Custodial Wallet?

An dieser Stelle muss jedem klar sein, dass man bei der Nutzung einer Custodial Wallet seine Kryptowährungen dem jeweiligen Anbieter anvertraut. Dadurch geht man automatisch ein erhöhtes Risiko ein und muss dem jeweiligen Anbieter vertrauen. Wer also eine Bitcoin Custodial Wallet nutzen will, muss eine bedachte Auswahl des jeweiligen Anbieters treffen. Hier zählen vor allem eine transparente Geschäftsführung, hohe Akzeptanz von anderen Nutzern und eine lange Historie.

Das reduziert das Risiko, dass der Anbieter mit euren Kryptowährungen einfach von heute auf morgen verschwindet. Eine Garantie, dass sowas nicht trotzdem passiert, gibt es bei solchen Lösungen nicht. Man verlässt sich in dem Moment zu 100% auf den Drittanbieter und hat in der Regel keinen Zugang zu seinen privaten Schlüsseln (private key) oder Seed.

Zudem kommen noch weitere Risiken hinzu, z.B. dass der Anbieter selbst zum Opfer von Hackern wird. Mit einer steigenden Zahl an Nutzern und der damit steigenden Anzahl an Kryptowährungen, die der Drittanbieter verwaltet, steigt auch die Motivation von Hackern sich an dem „Honig-Topf“ zu bedienen. Darüber hinaus bestehen auch Risiken, dass man einer Phishing-Attacke zum Opfer fällt und ein Hacker die jeweiligen Login Daten zu der Bitcoin Custodial Wallet ausspähen kann.

Welche Vorteile hat eine Custodial Wallet und worauf muss ich achten?

Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Die Nutzerfreundlichkeit einer Custodial Wallet ist oft sehr hoch und ermöglicht vor allem Neulingen und technisch nicht versierten Nutzern den kompletten Funktionsumfang unkompliziert zu nutzen. Der Zugang zu der Wallet findet über ein ganz normales Login statt, wie man es auch von seinem Mail-Account kennt. Der Vorteil liegt hierbei, dass auch verlorene Login-Zugangsdaten innerhalb von Minuten wieder hergestellt werden können. Im Notfall kann man sich immer persönlich beim Anbieter melden und den Support in Anspruch nehmen.

Wer sich also für eine Custodial Wallet entscheidet, der sollte dennoch alle nötigen Vorsichtsmaßnahmen treffen, um sein Risiko bestmöglich zu minimieren. Nutze am besten einen Anbieter mit einem guten Ruf, einer langen Historie und einem transparenten Geschäftsmodell. Zudem sollten du immer eine 2-Faktor-Authentifizierung und ein einmaliges Passwort verwenden. Darüber hinaus solltest du immer darauf achten, dass dein System frei von Viren oder Malware oder ähnlichem bleibt.

Fazit: Custodial Wallets bieten ähnlich wie ein Portmonee die Vorteile der schnellen Verfügbarkeit und einfachen Handhabung. Durch die Abhängigkeit eines Drittanbieters empfehlen wir allerdings, nur kleine Beträge auf der Custodial Wallet zu halten, um sich so einem großen finanziellen Schaden zu entziehen.

Was ist eine Bitcoin Hot Wallet?

Unter einer Bitcoin Hot Wallet versteht man grundsätzlich eine Software, die auf einem bestimmten Gerät installiert wird (Smartphone, Desktop-PC, usw.) und die Verwahrung, das Versenden und das Empfangen von Kryptowährungen ohne einen Drittanbieter möglich macht. Dabei sollte die Software bestenfalls Open-Source (offener Quellcode) sein.

Wichtig hierbei ist, dass die privaten Schlüssel lokal auf dem jeweiligen Gerät abgespeichert sind und somit dem Nutzer die komplette Gewalt über seine Kryptowährungen geben – ohne einen Drittanbieter. Für den Fall, dass das jeweilige Gerät verloren geht oder nicht mehr funktionsfähig ist, wird bei der Installation ein Seed aus 12 bis 24 Worten generiert. Mit diesem Seed kann man seine privaten Schlüssel auf einem anderen Gerät problemlos wiederherstellen.

Der Unterschied zu einer Bitcoin Cold Wallet ist der Fakt, dass das Gerät, auf dem der private Schlüssel lokal gespeichert ist, mit dem Internet verbunden ist. Hier entstehen Risiken, auf die wir im nächsten Abschnitt näher eingehen.

Was sind die Nachteile einer Bitcoin Hot Wallet?

Bei Bitcoin Wallet Lösungen ohne Drittanbieter steht man in der kompletten Verantwortung. Wenn der Zugang zu der Bitcoin Wallet nicht mehr möglich ist, weil man sein Gerät, den privaten Schlüssel und den Seed verloren hat, gibt es keine Möglichkeit mehr an die Kryptowährungen zu kommen.

Zudem liegen die privaten Schlüssel auf dem Gerät, welches mit dem Internet verbunden ist. Dadurch entsteht die Gefahr des Ausspionieren oder durch einen externen Gerätezugriff. Darüber hinaus ist auch ein gewisses Vertrauen in die jeweilige Bitcoin Wallet Software nötig. Der Herausgeber der Software könnte zum Beispiel die privaten Schlüssel oder den Seed nicht zufällig erstellen, sondern nach einem dem Hersteller bekannten Muster. Dieses Problem kann man aber weitestgehend durch eine Open-Source Lösung mit einer guten Historie umgehen.

Die Handhabung ist abhängig von der Bitcoin Wallet Software und kann einige Nutzer zu Beginn überfordern. Dadurch entstehen Fehler, die zum Verlust der Coins führen können. Das kann man aber umgehen, indem man erstmal mit kleinen Beträgen die verschiedenen Funktionen testet.

Was sind die Vorteile einer Hot Wallet und worauf muss ich achten?

Eine Bitcoin Hot Wallet eliminiert das Risiko eines Drittanbieters. Man ist hier in der vollen Kontrolle seiner Kryptowährungen, indem man selbst den privaten Schlüssel und den Seed hält. Dadurch ist kein Angriff direkter Angriff eines Hackers auf den Anbieter möglich, um sich die Kryptowährungen der Nutzer zu schnappen. Die Installation, der Funktionsumfang und die Handhabung erinnern mittlerweile an viele Custodial Wallets, nur eben ohne einen zentralen Drittanbieter dazwischen. Hier genießt man einen ähnlich hohen Komfort, ist aber an ein bestimmtes Gerät gebunden.

Man sollte unbedingt darauf achten, wie bereits oben beschrieben, eine Open-Source Software zu nutzen, die eine lange Historie und guten Ruf hat. Zudem sollte auch hier das Gerät frei von Viren, Malware und ähnlichem gehalten werden. Durch die Anbindung an das Internet, muss jederzeit mit einem Verlust der eigenen Kryptowährungen gerechnet werden. Hacker sind einfallsreich und können über die bestehende Internetverbindung möglicherweise unbemerkt auf das Gerät und somit auf die privaten Schlüssel zugreifen. Daher sollten auch auf den Bitcoin Hot Wallets keine größeren Beträge gehalten werden, damit der entstehende Schaden durch einen Hack oder Verlust zu keinen großen finanziellen Schäden führt.

Ansonsten eignen sich Bitcoin Hot Wallets besonders gut für den alltäglichen Gebrauch auf dem Smartphone, um schnell und unkompliziert Kryptowährungen zu versenden und zu empfangen.

Was ist eine Bitcoin Cold Wallet

Unter eine Bitcoin Cold Wallet versteht man ein Aufbewahrungsmittel für Kryptowährungen, welches nicht mit dem Internet verbunden ist. Man spricht im Allgemeinen auch von Cold Storage (Kalte Lagerung). Die privaten Schlüssel werden somit lokal auf den jeweiligen Aufbewahrungsmitteln gehalten und haben keine direkte Verbindung zum Internet. Die bekanntesten Lösungen stellen hierbei externe Festplatten, Paper Wallets und Hardware Wallets dar. Im Folgenden wollen wir näher auf die Funktion einer Hardware Wallet eingehen, da es für uns die beste Lösung einer Bitcoin Cold Wallet darstellt.

Was ist eine Hardware Wallet?

Auf einer Hardware Wallet werden die privaten Schlüssel auf dem Gerät erstellt und gespeichert. Auch der Seed wird ebenfalls auf dem Gerät erstellt. Die Hardware Wallet ist nicht mit dem Internet verbunden. Dadurch kann es zu keinen klassischen Phishing oder Hacking Angriffen kommen, solange die Hardware Wallet nicht in fremde Hände gerät. Kryptowährungen können über den öffentlichen Schlüssel (public key) empfangen werden. Der öffentliche Schlüssel wird auf dem Gerät ausgelesen und kann auf einem Online-Gerät uneingeschränkt genutzt werden. Mit dem öffentlichen Schlüssel sieht man nur die jeweilige Bitcoin Adresse und kann dort Kryptowährungen hinsenden aber nicht auf die dort liegenden Kryptowährungen zugreifen. Das geht nur mit dem privaten Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel wird aus dem privaten Schlüssel errechnet. Beide sind somit fest miteinander verbunden.

Über die Bitcoin Hardware Wallet lassen sich sicher Transaktionen durchführen. Hierfür wird der abgelegte private Schlüssel auf dem Gerät genutzt, um offline eine gewünschte Transaktion zu signieren. Nachdem die Transaktion signiert wurde, wird sie an das Bitcoin Netzwerk online übermittelt. Damit kommt der private Schlüssel niemals direkt in Kontakt mit dem Internet. Nadelöhr und Risiko bleibt jedoch bei der Nutzung des Interface im Browser. Achtet stets darauf die verifizierte Seite des Herstellers zu nutzen!

Eine Bitcoin Hardware Wallet bietet eine sehr sichere und unkomplizierte Verwahrung von Kryptowährungen. Zwar lassen sich auch Cold Wallets auf einer externen Festplatte oder einem Desktop-PC ohne Internetverbindung erstellen aber die vielen technischen Hürden überfordern an dieser Stelle die meisten Nutzer. Ein Update der Software ist somit bei solchen Lösungen nur eingeschränkt möglich und ist mit Risiken verbunden, da man das Gerät mit dem Internet verbinden muss. Daher eignen sich spezialisierte Hardware Wallets wie Trezor und Ledger am besten und bieten in der Summe das beste Ergebnis.

Was sind die Vorteile einer Hardware Wallet?

Die Vorteile einer Bitcoin Hardware Wallet im Vergleich zu einer Hot Wallet liegen auf der Hand. Die privaten Schlüssel auf dem Gerät kommen niemals mit dem Internet in Kontakt, dadurch lassen sich alle Angriffe aus dem Internet ausschließen. Die Handhabung ist auch für Anfänger geeignet und das ohne dabei auf Funktionen verzichten zu müssen.

Beim versenden von Kryptowährungen wird der private Schlüssel genutzt, um die jeweilige Transaktion zu signieren. Das findet auf den Bitcoin Hardware Wallets komplett offline statt. Daher ist an dieser Stelle kein weiterer Computer oder eine externe Festplatte notwendig, auf dem man eine Software installieren muss. Zudem ist die Software auf den Hardware Wallets vorinstalliert und ist für das Verwahren, Versenden und Empfangen von Kryptowährungen spezialisiert. Hier steht dem Nutzer ein passendes Interface bereit, welches eine kinderleichte Nutzung garantiert.

Hardware Wallet sind vor allem für hohe Anlagen mit einem langfristigen Zeithorizont ideal geeignet. Ein besseres Verhältnis zwischen Risiko und Komfort bietet aktuell keine andere Lösung.

Was sind die Risiken einer Hardware Wallet?

Das wohl größte Risiko bei der Aufbewahrung von Kryptowährungen auf einer Hardware Wallet ist der Verlust der Seeds, der für die Wiederherstellung nötig ist. An dieser Stelle gibt es nämlich keine Möglichkeit mehr an seine Kryptowährungen zu kommen. Sie sind für immer verloren.

Ein weiteres Risiko stellt der physikalische Zugriff auf die Bitcoin Hardware Wallet dar. Daher sollte das Gerät im besten Fall immer an einem sicheren Ort liegen, wo kein Unbefugter Zugriff hat. Dennoch ist auch das hacken einer Hardware Wallet nicht so einfach aber stellt trotzdem ein gewisses Risiko dar.

Als Letztes ist wohl hier eine Manipulation durch den Hersteller oder Zwischenhändler zu nennen. Der Hersteller könnte beispielsweise die Generierung des Seeds und privaten Schlüssels nicht zufällig laufen lassen, sondern nach einem ihm bekannten Muster. Daher empfehlen wir an dieser Stelle Hardware Wallets von Anbietern zu kaufen, die einen guten Ruf genießen. Zudem sollte man am besten immer direkt über den Hersteller kaufen und Zwischenhändler vermeiden.

Hardware Wallets für Bitcoin – Worauf muss ich achten?

Bitcoin Hardware Wallet bieten aktuell die beste Möglichkeit, um seine Kryptowährungen offline zu versenden und zu erhalten. Der private Schlüssel kommt niemals mit dem Internet in Kontakt. Daher sind Bitcoin Hardware Wallets für hohe und langfristige Anlagen bestens geeignet.

Man sollte hier darauf achten, dass man den Seed, der bei der ersten Installation automatisch generiert wird, bestmöglich sichert. Dadurch können die privaten Schlüssel jederzeit auf einem anderen Gerät wiederhergestellt werden. Um den Seed zu sichern gibt es unzählige Möglichkeiten und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Man kann ihn zum Beispiel auf ein Papier schreiben, in einen Stein meißeln, auf eine Metallplatte einprägen usw. Wichtig ist hierbei am besten mehrere Kopien vom Seed zu erstellen, falls mal eine verloren geht oder zerstört wird.

Wichtig ist auch, dass man auf Hersteller zurückgreift, die ein transparentes Geschäftsmodell verfolgen. Trezor bietet hierzu eine Open-Source Software, die von jeder technisch versierten Person auf Backdoors (Hintertüren) überprüft werden kann. Zudem werden die bekannten Hardware Hersteller regelmäßigen Audits durch unabhängige Experten unterzogen.

Nutze daher am besten die Hardware Wallet von Ledger oder Trezor, um dir nie wieder Sorgen über die richtige Verwahrung zu machen.

Ledger Nano S

59
00
einmalig
  • Bildschirm
  • Touchscreen
  • Smartphone
  • USB

Ledger Nano X

Maximale Sicherheit für dich!
119
00
einmalig
  • Bildschirm
  • Touchscreen
  • Smartphone
  • USB-C, Bluetooth
  • Beste Preis-Leistung
Empfehlung

Trezor Model T

177
31
einmalig
  • Bildschirm
  • Touchscreen
  • Smartphone
  • USB-C, microSD

FAQ – Antworten zu den häufigsten Fragen

Hier kommt es immer auf die persönlichen Ansprüche des Nutzers an. Das beste Verhältnis zwischen Risiko und Komfort bieten aktuell die Hardware Wallets von Ledger und Trezor. Hier können nicht nur Bitcoins, sondern auch viele weitere Kryptowährungen sicher und offline verwahrt werden.

Eine Bitcoin Wallet ist eine digitale Brieftasche. Jede Wallet hat einen privaten Schlüssel, über den man auf seine Kryptowährungen zugreifen kann, um sie zB. zu versenden. Der Funktionsumfang unterscheidet sich je nach Wallet-Typ.

Eine Wallet Adresse hat einen privaten Schlüssel aus dem der öffentliche Schlüssel generiert wird. Über den privaten Schlüssel kann man auf die Kryptowährungen auf der Wallet Adresse zugreifen. Der öffentliche Schlüssel ist hingegen wie eine Kontonummer und kann nur dazu genutzt werden, Kryptowährungen zu versenden oder das Guthaben einzusehen.

Privater vs. öffentlicher Schlüssel

Eine Sache ist hierbei sehr wichtig: Dein öffentlicher Schlüssel kann, darf und soll ohne Bedenken geteilt werden. Dein privater Schlüssel ist jedoch nur für dich gedacht und sollte daher unter keinen Umständen geteilt werden. Wer deinen privaten Schlüssel kennt, kann auf deine Wallet zugreifen.

Die Erstellung einer Bitcoin Wallet hängt von dem jeweiligen Wallet-Typ und Software ab. In unserem Artikel "Wie kann ich eine Bitcoin Wallet einrichten?" zeigen wir dir im Detail, wie du eine Bitcoin Wallet auf der Hardware Wallet von Trezor anlegst.

Bewertungskriterien unseres Vergleichs im Überblick

In der nachfolgenden Tabelle findest du die von uns zur Bewertung herangezogenen Kriterien im Überblick. Wir haben hierbei ein möglichst breites Spektrum an Kriterien gewählt. Während manche einzelne Parameter nach unserer subjektiven Einschätzung bewertet wurden (Beispiel: Benutzeroberfläche), gab es für andere Parameter nur harte, objektive Maßstäbe (Beispiel: Anzahl an Kryptowährungen).

Bevor du die richtige Wallet für dich auswählst, solltest du dir daher Gedanken machen, wo deine Prioritäten liegen.

Kategorie Trezor One Trezor Model T Ledger Nano S Ledger Nano X Coinkite Coldcard

Nutzerfreundlichkeit - 30 Punkte

Benutzeroberfläche
(8 Punkte)

8
8
8
8
2

Einrichtung
(4 Punkte)

4
4
4
4
2

Touch Display
(5 Punkte)

0
5
0
5
0

Handhabung
(7 Punkte)

7
7
7
7
3

Einstellungen
(7 Punkte)

7
7
7
7
2
Kompatibilität - 20 Punkte

Betriebssysteme
(4 Punkte)

3
3
4
4
4

Anzahl Kryptowährungen
(4 Punkte)

4
4
4
4
0

SegWit Unterstützung
(5 Punkte)

5
5
5
5
5

Integriertes Staking
(4 Punkte)

2
2
3
3
0

Mobile Nutzung
(3 Punkte)

1
1
3
3
0
Sicherheit - 50 Punkte

Software Open-Source
(15 Punkte)

15
15
0
0
15

PIN-Sicherung
(10 Punkte)

10
10
10
10
10

Passphrase Verschlüsselung
(5 Punkte)

5
5
5
5
0

Seed-Erzeugung
(5 Punkte)

3
3
3
3
5

Verbindung zum Computer
(5 Punkte)

2
2
2
2
5

Physische Private-Key Sicherung
(10 Punkte)

3
3
7
7
10
GESAMTBEWERTUNG

79

84

72

77

63

Tastatur mit Taste Ripple

Was ist Ripple (XRP)? – Unternehmen, Technologie und XRP

Wenn man sich mit Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen beschäftigt, dann kommt man an Ripple und XRP nicht vorbei. Vor allem bei Anfängern tauchen immer wieder Missverständnisse auf, die wir hier aus der Welt schaffen wollen. 

Doch was ist Ripple überhaupt und warum ist der XRP Coin so hoch dotiert? Diesen und weiteren Fragen wollen wir uns in diesem Beitrag widmen, um dir etwas mehr Klarheit über die Relevanz von Ripple und dem dazugehörigen nativen XRP Coin zu geben.

Was ist Ripple - Übersicht

Ripple: Die Entstehungsgeschichte im Schnelldurchlauf

Was ist Ripple? Ripple hat eine lange Entstehungsgeschichte. Bereits 2005 wurde der erste Grundstein gelegt. Doch erst 2012 wurde es ernst als Jeb McCaleb, Arthur Britto und Chris Larsen sich zusammengetan haben, um ein alternatives Zahlungsnetzwerk zu Bitcoin zu schaffen – die Geburtsstunde des XRP Ledgers. Damals wurde auch gemeinsam das Unternehmen OpenCoin gegründet, welches es zum Ziel hatte den direkten Transfer von Zahlungen zwischen zwei Parteien in jeder Währung möglich zu machen. Kurzzeitig nach der Gründung hat McCaleb das Unternehmen aufgrund von Meinungsverschiedenheiten wieder verlassen.

Zu den frühen Investoren von OpenCoin gehören unter anderem Andressen Horowitz, Bitcoin Opportunity Fund (Digital Currency Group), Roger Ver und Google Ventures. Nachdem auch eine Aktiengesellschaft gegründet wurde, wurde OpenCoin zu Ripple Labs und anschließend zu Ripple umbenannt. 

Das Unternehmen Ripple fokussiert sich auf den klassischen Banken- und Finanzsektor. Mit seinen Softwarelösungen will Ripple nicht nur die hohen Transaktionsgebühren reduzieren, sondern die Transaktionsgeschwindigkeit erhöhen und den gesamten Abwicklungsprozess von internationalen Zahlungen vereinfachen. Dabei bietet Ripple aktuell zwei verschiedene Softwarelösungen an: RippleNet und On-Demand-Liquidity (ODL), welches mit Hilfe von XRP funktioniert.

Die Produkte von Ripple im Überblick

Nun haben wir verstanden was das übergeordnete Ziel von Ripple ist – die Revolution des internationalen Zahlungsverkehrs. Welche technischen Möglichkeiten bietet Ripple aktuell, um dieses Ziel zu erreichen? 

Dafür stellt Ripple aktuell zwei verschiedene Zahlungslösungen bereit – RippleNet und ODL. Beide Lösungen bedienen einen anderen Bereich und unterscheiden sich enorm. Vor allem wenn es darum geht den nativen XRP Coin einzusetzen. 

RippleNet

RippleNet ist ein Netzwerk für Banken und Finanzinstitute. Ripple nutzt das gemeinsame Netzwerk, um den weltweiten Zahlungsverkehr an einem Ort zu bündeln und eine gemeinsame Plattform bereitzustellen. Dies ist wichtig, da der konventionelle Zahlungsverkehr durch eine Vielzahl von Vorschriften und Inkompatibilitäten in seiner Funktionalität stark eingeschränkt ist.

Das RippleNet wird von Banken zur Abwicklung globaler Transaktionen verwendet. Es ist unabhängig vom XRP Coin und bietet eine schnelle Schnittstelle für Zahlungen an andere Banken und Institutionen. Das RippleNet ist so konzipiert, dass Zahlungen über mehrere Netzwerke möglich sind. Zudem wird es durch eine Reihe von Regeln überwacht. Damit soll ein gemeinsamer Standard für eine große Anzahl von Netzwerken geschaffen werden, die es in dieser Form heute noch nicht gibt.

Ripple RippleNet ehemals xCurrent Funktionsweise

On-Demand-Liquidity (ODL)

Mit ODL hat Ripple ein weiteres Produkt auf den Markt gebracht, welches das RippleNet um einen wichtigen Bereich erweitert. Es ermöglicht ebenfalls netzwerkübergreifende Zahlungen, löst aber ein bekanntes Problem mit dem XRP Coin. 

Hier geht es hauptsächlich um sogenannte Nostro-Konten. Das sind Konten einer Bank bei einer anderen Bank im Ausland. Nehmen wir hier als Beispiel die Deutsche Bank, die bei einer russischen Bank ein Konto hält. Diese Konten werden dafür benutzt, um internationale Zahlungen in eine andere Währung durchzuführen. Um das möglich zu machen, muss eine Bank ein Fremdwährungskonto mit ausreichend Liquidität in der jeweiligen Landeswährung bereit halten. 

Der Bedarf an Liquidität bindet viel Kapital und unterliegt zudem Kurs-Schwankungen. Das ist ein Risiko seitens vieler Banken weltweit, das es zu minimieren oder gar zu verhindern gilt. Es entstehen nämlich auch Opportunitätskosten für Banken, da sie das Kapital nicht anderweitig einsetzen können. Wie will das nun Ripple mit ODL und XRP lösen?

Die Idee ist relativ einfach. Statt die Liquidität auf unzähligen Nostro-Konten bereitzuhalten, macht es ODL mit XRP möglich Liquidität “abzurufen” wenn diese notwendig wird. XRP dient hierbei als eine Brückenwährung, die den Tausch zwischen zwei verschiedenen Landeswährungen möglich macht. Um diesen Vorgang besser zu verstehen, schauen wir uns am besten direkt ein Beispiel dazu an.

Ripple On-Demand-Liquidity (ODL) ehemals xRapid Funktionsweise

Beispiel

Die Deutsche Bank will nun 1 Millionen Euro an ein russisches Unternehmen überweisen. Bisher musste die Deutsche Bank ein Nostro-Konto bei einer russischen Bank halten, um die Zahlung in Rubel abzuwickeln. Das heißt, dass die Deutsche Bank mindestens 1 Millionen Euro in Rubel auf einem russischen Bankkonto bereithalten muss. 

Wenn wir nun über On-Demand-Liquidity mit XRP gehen, dann sieht es folgendermaßen aus: Die Zahlung der Deutschen Bank geht an eine europäische Exchange (Börse), die EUR-Einzahlungen akzeptiert und ein XRP/EUR Handelspaar bereitstellt. Sobald die Zahlung bei der Exchange angekommen ist, wird diese umgehend in XRP getauscht und anschließend an eine Exchange in Russland geschickt. Auf der russischen Exchange werden die XRP wieder in Rubel getauscht und anschließend auf das Konto des russischen Unternehmens transferiert.

Ripple als Konkurrenz zu SWIFT

Die SWIFT steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication und wurde 1971 ins Leben gerufen. Aktuell wird das Zahlungssystem von mehr als 11.000 Banken weltweit genutzt. SWIFT definiert Nachrichtenstandards und bietet Software und Services im Bereich Finanztransaktionen an.

Ripple versucht mit RippleNet und On-Demand-Liquidity eine Alternative zu etablieren, die es nicht nur Banken, sondern auch anderen Zahlungsdienstleistern erlaubt, günstiger, schneller und transparenter Transaktionen durchzuführen. Hierbei geht es grundsätzlich um Echzeit-Abwicklungsfunktionen. Also genau das wofür SWIFT hauptsächlich genutzt wird. Im Gegensatz zu den Softwarelösungen von Ripple, nutzt SWIFT zum Großteil noch eine sehr veraltete Technologie, die noch aus den 80er Jahren stammt und mittlerweile den Ansprüchen vieler Banken und Zahlungsdienstleistern nicht mehr gerecht wird.

Alle RippleNet Teilnehmer können ihre Zahlungstransaktionen in Echtzeit durchgängig verfolgen. Somit ist es möglich den Status Quo einer Transaktion und aller daran beteiligsten Parteien jederzeit einzusehen. Das bietet eine erhöhte Sicherheit und Vertrauen.

Es dauert in der Regel zwischen 3-5 Tagen bis eine Transaktion vollständig abgewickelt wurde. Das liegt vor allem an einer Vielzahl an verschiedenen Vermittlern, die zwischengeschaltet werden müssen, um eine Transaktion über den Globus zu verschicken. Jeder dieser Vermittler zieht die Verarbeitung der Transaktion in die Länge, um ihr Risiko durch Dritte (engl. third party risk) zu minimieren. Ripple will das ändern und aus Tagen Sekunden machen.

Was ist XRP? Wozu wird der XRP Coin im Netzwerk genutzt?

Ripple ist nicht mit XRP gleichzustellen. Bei Ripple handelt es sich um ein US-amerikanisches Fintech Unternehmen und bei XRP um einen Coin eines unabhängigen Zahlungsnetzwerks. Der XRP Ledger wird zwar von der Firma Ripple in gewisser Form durch die eigenen Validatoren im Netzwerk kontrolliert und weiterentwickelt aber theoretisch würde es auch ohne die Firma Ripple weiter funktionieren. Daher bekommen die XRP Investoren auch keinen Anspruch an dem Unternehmen Ripple durch das Halten der Coins. 

XRP wird im Netzwerk genutzt, um Werte zu übertragen und für Transaktionen zu bezahlen. Die Transaktionsgebühr beläuft sich aktuell auf 0,00001 XRP und wird anschließend für immer zerstört. Dadurch wird langfristig die Gesamtmenge an XRP reduziert. Das soll auch Spam-Transaktionen verhindern. Denn ein Netzwerk, welches komplett kostenlose Transaktionen anbietet, wird höchstwahrscheinlich regelmäßigen Spam-Angriffen zum Opfer fallen. Damit kann das Netzwerk lahmgelegt werden.

Die XRP werden im Netzwerk als Brückenwährung genutzt, um zwischen verschiedenen Währungen zu tauschen. Es wird sozusagen nur kurzfristig gekauft, um es irgendwohin zu transferieren und anschließend direkt wieder zu verkaufen. Somit führt diese Funktion zu keinem direkten XRP Kurs-Anstieg, da das Angebot nur kurzfristig reduziert wird. Das ist so ähnlich wie wenn man einen Eimer Wasser aus dem Meer nimmt und 20 Meter weiter wieder reinkippt. Es ändert langfristig nichts an der XRP Menge im Markt.

Weitere Use Cases von XRP

Wie jeder andere Coin oder Token kann XRP ebenfalls zum bezahlen verwendet werden. An dieser Stelle sprechen die hohe Transaktionsgeschwindigkeit und die geringen Transaktionsgebühren für XRP als Zahlungsmittel. Das sind aber in Summe auch die einzigen Argumente, die dafür sprechen. Denn in vielen anderen Bereichen eignet sich XRP nicht als Zahlungsmittel. Dazu aber später mehr.

Ripple ist schon lange dabei die Use-Cases für XRP auszubauen. Das Unternehmen investiert regelmäßig in Start-Ups, die an weiteren Use-Cases forschen. Dabei wurden oft Bereiche wie Gaming, Supply-Chain, Identity usw. in den Raum geworfen. Hier versucht Ripple einen gewissen Netzwerk-Effekt zu erreichen, um die Adoption von XRP zu steigern und sich langfristig in verschiedenen Bereichen durchzusetzen. Bisher haben die Bemühungen von Ripple kaum bis keine Früchte getragen. Der einzige reale Use-Case bleibt nach wie vor die Funktion als Brückenwährung innerhalb der ODL-Zahlungskorridore.

XRP Token Metrics

Kommen wir aber nun zum spannenden Teil des Artikels “Was ist Ripple?”. Wie viele XRP gibt es überhaupt? Kann man die Coins minen? Wer besitzt den Großteil der XRP? 

Fragen über Fragen, die wir an dieser Stelle im Detail beantworten wollen. Es gibt insgesamt und maximal 100.000.000.000 XRP (100 Milliarden), die bei der Erstellung des XRP-Ledgers erstellt wurden. Diese Coins wurden also premined. Hier gibt es also kein Mining wie bei Bitcoin.

Bei der Entstehung von Ripple gab es ein Abkommen zwischen dem Unternehmen und den drei Hauptentwicklern des XRP-Ledgers. Es wurde vereinbart, dass 80% aller XRP Coins an das Unternehmen Ripple gehen, um sich zu finanzieren, die Adoption voranzutreiben und weitere Investition zu tätigen. Die anderen 20% wurden zwischen den drei Hauptentwicklern aufgeteilt. Dabei wurden zusätzliche Verträge erstellt, die Ripple und die drei Hauptentwickler daran hindern sollten, zu viele Coins auf den Markt zu werfen und damit den Preis künstlich in die Tiefe zu treiben. Jeder Entwickler hat nur eine gewisse Anzahl an XRP pro Monat, die er auf dem Markt verkaufen kann.

Zentralisierung und Verteilung der XRP

Die 80% von Ripple liegen in einem Escrow (Treuhand-Konto) und werden zu einem bestimmten Teil jeden Monat an das Unternehmen ausgeschüttet. Dabei sei aber gesagt, dass Ripple mittlerweile nur noch knapp 55% aller XRP hält. Der Rest wurde über die letzten Jahre auf dem Markt verkauft oder in Unternehmen investiert. Insgesamt stehen Ripple jeden Monat 1 Milliarde XRP zur Verfügung.

XRP Verteilung bei Ripple

In der Regel nutzt das Unternehmen immer nur einen Teil der monatlichen Auszahlung, um den Verkaufsdruck nicht unnötig zu erhöhen und die Investoren etwas in Sicherheit zu wiegen. Das liegt vor allem an dem Druck der Investoren, die sich über die letzten Jahre verstärkt über die regelmäßigen Verkäufe von Ripple beschwert haben. Die XRP, die Ripple für den jeweiligen Monat nicht verwendet, werden zurück in den Escrow transferiert und für 55 Monate gesperrt (locked). 

Der Umstand, dass eine Unternehmen mehr als 55% des gesamten Bestandes hält, ist problematisch. Dadurch entsteht ein gewisses Machtgefüge, welches in einem dezentralen Netzwerk nicht vorhanden sein sollte. Hier hat Ripple einen viel zu großen Einfluss auf die zirkulierende Umlaufmenge und damit automatisch auf den Kurs. Die Finanzierung von Ripple geht auf Kosten der Investoren zurück, die einen Coin halten, der sie in keiner Form an dem Erfolg des eigentlichen Unternehmens partizipieren lässt.

Vergleich zwischen Ripple (XRP) und Bitcoin (BTC)

Ziehen wir nun einen Vergleich zwischen Bitcoin und Ripple (XRP). Bitcoin ist das aktuell dezentralste Zahlungsnetzwerk was wir haben. Dahinter steckt kein Unternehmen oder eine Regierung. Zudem gibt es niemanden bei Bitcoin der zur Rechenschaft gezogen werden kann. Es ist ein öffentliches Protokoll, welches jeder frei nutzen kann.

Hier liegt auch der Vorteil, um als Wertaufbewahrung akzeptiert zu werden. Die maximale Menge und Abbaurate ist fest im Code verankert und kann nicht durch einzelne Entitäten verändert werden. Das macht Bitcoin zum härtesten Asset auf dieser Welt. Die starke Knappheit verleiht BTC die Funktion als Wertaufbewahrung (Store of Value) auch wenn diese Eigenschaft noch nicht in allen Köpfen angekommen ist. 

Im Gegensatz dazu kann es bei Ripple theoretisch dazu kommen, dass die Gesamtmenge an XRP erhöht wird. Denn am Ende entscheiden im XRP Netzwerk nur Ripple und die Businesspartner über den Konsensus und nicht die User. Das ist ein grundlegender Unterschied zu Bitcoin und macht es damit viel anfälliger und zentralisierter.

Auch wenn XRP sehr viel schneller Transaktionen abwickeln kann hat dies seinen Preis und der heißt Zentralisierung. Zumal die Zielgruppe eine ganz Andere darstellt.

Bitcoin und XRP im Vergleich

Bei Kryptowährungen geht es hauptsächlich um Vertrauen ohne zu vertrauen. Wenn aber nun ein Unternehmen das Projekt und den Großteil der Coins kontrolliert, entstehen hier Abhängigkeiten und Probleme, die durch einzelne Akteure ausgenutzt werden könnten.

Fazit zu Ripple und XRP: Lohnt sich ein Investment?

Nachdem wir nun die relevantesten Informationen zu Ripple und XRP verinnerlicht haben, wollen wir nun ein Resümee ziehen und der entscheidenden Frage auf den Grund gehen, ob sich eine Investition in XRP lohnen könnte.

Es gibt einige Argumente, die für Ripple und XRP sprechen. Das Unternehmen verfolgt einen revolutionären Ansatz, um internationale Zahlungen nachhaltig zu vereinfachen. Dabei spielt aber XRP nur eine mögliche Lösung in dieser Zielsetzung. Die meisten Partner nutzen aktuell das RippleNet ohne ODL. Das bedeutet, dass sich der Erfolg von Ripple als Unternehmen nicht unbedingt auf den XRP Kurs auswirken muss.

Wiederholt sich die Geschichte?

Viele Investoren nutzen die Jahre 2017 und 2018 als Argumentationsgrundlage, für einen möglichen Preisanstieg. Damals ist der Kurs um sage und schreibe 57.000% gestiegen und hat sein bisheriges Allzeithoch von 3,81 USD erreicht. Dieser Anstieg lässt sich aber relativ einfach und schnell erklären – pure Spekulation.

In 2017 sind die Themen Bitcoin und Blockchain regelrecht explodiert und haben viele Investoren in den Markt gespült. Durch die vielen Informationen, die man bei seinem Einstieg in den Crypto-Space bekommt, ist man schnell überfordert und trifft oft falsche Entscheidungen. Ripple hat eine starke Marketing Abteilung, die immer wieder neue Investoren für XRP gewinnen kann. Es kursieren immer wieder Buzzwords wie “Bankencoin” oder “XRP the Standard”, die einzig und alleine dazu dienen unwissende Investoren von einem Investment zu überzeugen.

Niedriger Preis pro Coin wirkt verlockend

Zudem kostet ein XRP vergleichsweise wenig und wirkt für viele Neulinge als die günstigere und lukrativere Variante. Gemessen wird natürlich am Preis von Bitcoin. Doch hier spielt nicht nur der Preis eine Rolle, sondern natürlich auch die dazugehörige Menge an Coins. Daraus ergibt sich die Marktkapitalisierung. Wenn also ein XRP bei ca. 3 USD liegen sollte, wird er bereits eine höhere Marktkapitalisierung haben als Bitcoin. Zumindest ausgehend von der aktuellen Marktkapitalisierung von BTC.

So eine starke Welle von neuen Investoren können wir kurzfristig nicht mehr erwarten. Zudem muss man sich die Frage stellen, ob diese Investoren in dieselben Projekte wie 2017 investieren werden oder hier bereits andere Projekte die Oberhand gewinnen. Daher sollte man sich nicht auf das letzte Allzeithoch verlassen. Es gibt keine Garantie, dass der Kurs jemals diese Höhen wieder erreichen wird. Und wenn, dann wahrscheinlich nur aufgrund von kurzfristigen Spekulationen.

In XRP Investieren oder doch lieber in BTC?

Wer also langfristig investieren möchte und sein Risiko innerhalb des Krypto-Marktes gering halten will, der sollte sich in Richtung Bitcoin orientieren. Das Asset hat in den letzten 11 Jahren deutlich gezeigt, welches Potenzial in einem dezentralen Zahlungsnetzwerk und einer dezentralen Währung steckt. Bitcoin bringt alle Eigenschaften mit, um in der digitalen Welt als digitales Gold zu fungieren. 

Wer aber hingegen auf kurzfristige Gewinne spekuliert, der könnte mit XRP von Ripple gut bedient sein. Hier ist nämlich nicht nur das Risiko extrem hoch, sondern auch die mögliche Rendite. Zudem liegt es im Interesse von Ripple, dass der XRP Kurs weiterhin steigt. Denn das Unternehmen sitzt immer noch auf mehr als 55% aller XRP und will diese natürlich so hoch wie möglich verkaufen.

Hier liegt es also einzig und alleine an dem möglichen Risiko, dass du eingehen willst. Da der gesamte Krypto-Markt höchst spekulativ ist und zum Großteil vom Bitcoin Kurs abhängt, lohnt sich ein Krypto Portfolio, welches sich hauptsächlich aus BTC zusammensetzt. Je höher der Anteil an Altcoins im Portfolio ist, desto höher wird das Risiko. Durch die starke Abhängigkeit von Bitcoin funktioniert Diversifikation innerhalb des Krypto-Markts nicht.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Ripple ist ein US-amerikanisches Fintech Unternehmen und hat sich zum Ziel gesetzt den internationalen Zahlungsverkehr zu revolutionieren. Hierzu nutzt Ripple unter anderem den XRP-Ledger mit dem XRP Token, um internationale Transaktionen noch günstiger und schneller durchzuführen.

Das Unternehmen hinter dem XRP Token scheint sich im Bereich des internationalen Zahlungsverkehrs durchzusetzen. Jedoch gibt es keine Garantie dafür, dass auch der XRP Kurs damit einhergeht. Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Erfolg von Ripple und dem Erfolg vom XRP Token.

Der Ripple (XRP) Kurs könnte in Zukunft steigen oder fallen. Es gibt keine Garantie für eine Wertsteigerung. Zudem ist der Taktgeber, wie bei allen anderen Kryptowährungen auch, immer noch der Bitcoin Kurs. Es gibt jedoch teilweise sehr bullishe Prognosen von mehr als 100 USD pro XRP bis 2024.

Ripple und Bitcoin unterscheiden sich grundlegend und verfolgen ein komplett anderes Ziel. Bitcoin ist freies, dezentrales, zensurresistentes Geld und Ripple (XRP) eine Brückenwährung, um die nötige Liquidität für den internationalen Zahlungsverkehr bereitzustellen.

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Münzen von Kryptowährungen liegen rund um BTC Münze hereum.

Was sind Kryptowährungen und wie funktionieren sie?

Spätestens seit dem großen Hype im Jahr 2018 rund um Bitcoin und Co. ist das Thema Kryptowährungen bei der Mehrheit der Deutschen präsent. Der Kenntnisstand und das Wissen zu Kryptowährungen variieren jedoch deutlich. So zeigt eine Umfrage der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (SCHUFA), dass im Jahr 2019 bereits 90% der Bevölkerung von sich sagten, ungefähr zu wissen, was Bitcoin ist. 

Bitcoin ist jedoch nur eine von Tausenden Kryptowährungen und so zeigte wieder auch eine Umfrage der Postbank aus dem Jahr 2018, dass der Großteil der Bevölkerung keine ausreichenden Kenntnisse zum Thema Kryptowährungen hat und bei der Frage „Was sind Kryptowährungen und wie funktionieren sie?“ ins Straucheln gerät.

Postbank Umfrage zum Kenntnisstand der Deutschen bezüglich Kryptowährungen im Jahr 2018. Quelle: statista.com

Aus der obigen Grafik wird ersichtlich, dass 80% der Bevölkerung sich wenig bis gar nicht gut mit Kryptowährungen auskennen.

Aus diesem Grund wollen wir mit diesem Artikel Aufklärungsarbeit leisten und auf einfache und verständliche Art und Weise erklären, was Kryptowährungen sind und wie sie funktionieren. Dabei sind keine Vorkenntnisse notwendig. Wir verzichten außerdem bewusst auf zu viele verwirrende technische Details. An den gegebenen Stellen verweisen wir daher auf weiterführende Artikel für jeden Leser, der sich tiefer mit der Technik auseinander setzen möchte.

Was sind Kryptowährungen? - Übersicht

Was sind Kryptowährungen eigentlich?

Als Kryptowährung bezeichnet man eine digitale bzw. virtuelle Währung. Der Blick auf den Namen zeigt bereits, dass es sich um ein Kompositum (Wortzusammensetzung) handelt. Das Wort setzt sich nämlich aus den beiden Begriffen „Krypto[graphie]“ und „Währung“ zusammen. Damit handelt es sich bei einer Kryptowährung um eine Währung, die auf der Kryptographie basiert. Kryptographie wiederum ist die Wissenschaft der Verschlüsselung. 

So weit zum Begriff selbst und dessen Herkunft. Fassen wir diese Erkenntnis noch einmal zusammen:

Eine Kryptowährung ist digitales Geld. Die Basis für dieses digitale Geld ist die Kryptographie. Dabei kann eine Kryptowährung wie gewöhnliches Geld verwendet werden: sie kann gekauft oder verkauft werden. Außerdem lässt sich mit ihr Wert übertragen und speichern.

Nach dieser ersten Definition, die bereits einen guten Eindruck über die Idee hinter Kryptowährungen liefert, widmen wir uns nun der Frage:

Welche Eigenschaften haben Kryptowährungen?

Im Folgenden betrachten wir also die Eigenschaften vieler Kryptowährungen. Einige der Eigenschaften lassen sich aus der Technologie, auf der sie aufbauen, ableiten. Allgemein können wir sagen, dass Kryptowährungen im Vergleich zu unserem klassischen Geld viele Unterschiede aufweisen. Bevor wir genauer auf diese Unterschiede eingehen, eine kleine Anmerkung:

Der Fachbegriff für das konventionelle Geld, welches wir im Alltag benutzen, lautet Fiatgeld. Unter dem Begriff Fiatgeld verstehen wir ein Objekt – meistens in Papierform – welches zunächst keinen inneren Wert hat. Der Wert dieses Geldes entsteht erst durch die Akzeptanz eines Nationalstaates sowie dessen Macht, diese bedruckte Form von Papier als gesetzliches Zahlungsmittel anzuerkennen. 

Dadurch entsteht nicht nur gesellschaftliches Vertrauen in diese Währung, sondern auch Akzeptanz von Handelspartnern. Daraus wiederum folgt die Möglichkeit, den ehemals nur bedruckten und wertlosen Geldschein als Zahlungsmittel, also Geld wie wir es kennen, zu verwenden. Dieser Prozess sorgt nun für den Wert sowie Preis einer Währung.

Vertrauen als Basis für Fiatgeld und Digitalwährungen

Während unser Geld, das wir tagtäglich verwenden, nicht nur digital, sondern auch in Form von Scheinen und Münzen vorhanden ist, existieren Kryptowährungen nur digital. Es handelt sich um virtuelle Währungen, die nicht auf einen Geldschein oder ähnliches gedruckt sind. Wer bereits auf unsere Geldscheine geblickt hat, hat vielleicht bereits entdeckt, dass dort nicht nur der Wert des einzelnen Scheins festgehalten ist:

10 Euro Geldschein der Europäischen Union

Wir können neben der Flagge der Europäischen Union das Kürzel für die Europäische Zentralbank (EZB) sehen. Bei der EZB handelt es sich um die Bank, die für die Ausgabe unserer Geldscheine zuständig ist. Darunter sehen wir im Übrigen die Unterschrift des ehemaligen Präsidenten der EZB, Mario Draghi. 

Wir halten fest: Unser Geld wird von einer zentralen Drittpartei (Bank bzw. Regierung) ausgegeben.

Kryptowährungen sind ein Gegensatz dazu, denn sie funktionieren ohne eine Drittpartei und werden auch nicht von einer zentralen Stelle erstellt. Mittlerweile gibt es jedoch auch Bestrebungen einzelner Länder eine eigene Digitalwährung herauszugeben. Diese Digital- bzw. Kryptowährungen haben jedoch Nichts mit dem ursprünglichen Gedanken von Kryptowährungen zu tun, da sie zentral verwaltet werden. Beispiele hierfür sind ChinaSchweden, Russland oder die Türkei.

Dezentralität und Programmierbarkeit als Vorteile

Weitere wichtige Eigenschaften von Kryptowährungen sind die Dezentralität, Fälschungssicherheit und die fehlende Möglichkeit sie zu konfiszieren. Diese drei Eigenschaften sprechen dem Individuum mehr Autonomie und Selbstbestimmung zu. Sie sind ein Ausdruck von Selbst- bzw. Eigenständigkeit und überlassen jedem Menschen, die volle Kontrolle und Verwaltung des eigenen Vermögens.

Die letzte wichtige Eigenschaft ist die Programmierbarkeit von Kryptowährungen. Im Voraus können feste Eigenschaften definiert werden, was das Verhalten der Währung berechenbarer macht. Konkret geht es hierbei um geldpolitische Aspekte wie die Inflationsrate einer Währung. Ein kleiner Ausblick auf die Relevanz einer solchen Eigenschaft:

Im Zuge der Corona-Krise haben die Regierungen weltweit massiv an der Erhöhung der Geldmenge gearbeitet, um damit mehr Geld in Umlauf zu bringen und die Liquidität zu erhöhen. Wenngleich diese Maßnahmen aufgrund der wirtschaftlichen Situation notwendig waren, ziehen sie langfristige Konsequenzen mit sich.

Das Problem an der Erzeugung von Geld aus dem Nichts ist immens: Wenn mehr Geld im Umlauf ist, bedeutet dies für uns als Verbraucher und Konsumenten, dass der eigentliche Wert und die Kaufkraft unseres Geldes sinkt. Man spricht von Inflation. 

Bei Kryptowährungen hingegen sind solche spontanen Exzesse nicht möglich. Eine ausführlichere Diskussion hierzu findest du im Epilog: Vor- und Nachteile von Kryptowährungen.

Wie funktionieren Kryptowährungen?

Wir haben bereits herausgearbeitet, dass Kryptowährungen auf der Kryptographie basieren. Die wichtigsten Stichworte zur technischen Funktionsweise sind Distributed Ledger Technologie (DLT), Blockchain-Technologie, Digitale Signaturen, Hashfunktionen, Konsensalgorithmen und Peer-to-Peer Netzwerke. Da diese Themen jedoch komplexer sind, wollen wir auf eine Erklärung der einzelnen Begriffe verzichten.

Es gibt unzählige Kryptowährungen und daher auch unterschiedliche Funktionsweisen. Eine universelle Erklärung ist daher unmöglich. Auf der anderen Seite teilen sich viele Digitalwährungen jedoch Eigenschaften. Diese Eigenschaften möchten wir nun einfach und verständlich erklären:

Die Basis vieler Kryptowährungen ist eine Blockchain. Dabei handelt es sich um eine verteilte Datenbank. Diese heißt so, weil sie auf vielen Computern weltweit verteilt ist.

Dies bringt Vorteile mit sich: Selbst wenn einer oder mehrere Computer ausfallen, gibt es immer noch viele andere Computer, die den aktuellen Stand der Datenbank haben. Daraus resultiert eine hohe Verfügbarkeit.

Desweiteren ist das System äußerst performant, da Anfragen schneller verarbeitet werden können, da Computer weltweit verteilt und somit geographisch immer nah an der Person sind, die eine Anfrage stellt. Die Computer müssen in regelmäßigen Abständen sicherstellen, dass sie alle den gleichen Stand der Datenbank haben. Man sagt, dass sie sich synchronisieren.

Eine Blockchain bildet häufig die Basistechnologie

Wenn Menschen sich gegenseitig Geld mit Kryptowährungen schicken (Transaktion von Person A zu Person B) dann wird zuerst eine bestimmte Anzahl an Transaktionen gesammelt. Ein bildliches Beispiel: Du schreibst auf eine Seite eines Blocks immer folgende Phrase:

  • Person A –> Betrag der Kryptowährung X –> Person B
  • Person B –> Betrag der Kryptowährung X –> Person C

bis die Seite des Blocks vollständig ist. Danach nimmst du die Seite aus dem Block und heftest sie in einen Ordner ab. In dem Ordner hast du bereits Tausende von Seiten gesammelt. Dein Blatt ist der Block einer Blockchain. Dein Ordner ist die Blockchain selbst. Nun hast aber nicht nur du, sondern 1000 von anderen Leuten auch diesen Ordner. Ihr stimmt euch regelmäßig ab und gebt euch Updates über euren Ordnerzustand.

Manipulation ist daher nahezu ausgeschlossen. Denn selbst wenn aus deinem Ordner ein Blatt entfernt oder geändert wurde, haben 1000 von anderen Menschen noch die korrekte Version. Bei einem Abgleich würde schnell auffallen, dass deine Version nicht die richtige ist.

Damit hast du eine bildliche Idee, wie eine Kryptowährung funktioniert. Mehr Informationen gibt es in dem Artikel: Was ist eine Blockchain? – Einordnung, Eigenschaften und Use Cases.

Wie entstehen Kryptowährungen eigentlich?

Um zu verstehen, wie Kryptowährungen funktionieren, müssen wir auch wissen, wie sie entstehen. Wie bereits gelernt sind Kryptowährungen unabhängiger Natur und werden nicht von einer zentralen Autorität (z.B. Zentralbank) ausgegeben.

Doch wie entstehen Kryptowährungen eigentlich? – Auch hier gibt es keine pauschale Antwort, da der Schöpfungs- bzw. Entstehungsprozess unterschiedlich ist. Grundsätzlich können wir zwischen zwei Gruppen unterscheiden:

Premined Coins: Digitale Währungen, die bereits erschaffen wurden

Viele Kryptowährungen gehören zur Gruppe der sogenannten „premined coins“. Darunter verstehen wir, dass die Entwickler bzw. Gründer des Projekts bereits im Voraus eine gewissen Anzahl der Kryptowährung erstellen. Diese Anzahl an erstellten Kryptowährungen wird dann zu einem gewissen Teil an Investoren und Interessenten verteilt bzw. verkauft. Das Team selbst behält einen gewissen Prozentsatz der Kryptowährung bei sich. Dadurch entsteht zunächst eine Wertschöpfung aus dem Nichts.

Damit soll jedoch ein Anreiz geschaffen werden, dass das Team auch eine Belohnung erhält, falls die Kryptowährung erfolgreich wird. Auf der anderen Seite kann dieses Vorgehen auch kritisiert werden, da es das Vermögen in den Händen weniger Menschen konzentriert. Diese erhalten dadurch eine hohe Marktmacht und können den Kurs beeinflussen. Den Gegenpol hierzu bilden Kryptowährungen, deren Menge erst im Verlauf der Zeit geschaffen wird.

Kryptowährungen, die über die Zeit erschaffen werden: Die Idee hinter Mining

Die bekannteste Kryptowährung, die diesen Ansatz verfolgt, ist Bitcoin (BTC). Am Anfang gab es keine Coins, die sich in Umlauf befanden. Der Ideengeber und Gründer von Bitcoin, Satoshi Nakamoto, legte lediglich fest, dass die maximale Menge an Bitcoin auf 21.000.000 begrenzt ist. Dabei gilt das Prinzip, dass jeder, der sich an dem Netzwerk beteiligt und einen Teil zu dessen Stabilität und Sicherheit beiträgt, eine gewisse Belohnung in Form von Bitcoin erhält. Dieses Prinzip wird als Mining bezeichnet. Durch diese Idee entstehen Bitcoin im Verlauf der Zeit nach einem festgelegten Muster.

Häufig gibt es jedoch eine Mischform zwischen Premined Coins und Kryptowährungen, die nur durch Mining entstehen. Entwickler erschaffen beispielsweise nur einen gewissen Prozentsatz der Kryptowährung zu Beginn und lassen den Rest über die Zeit entstehen.

Bis zu diesem Abschnitt haben wir aufgezeigt, wie das Verhältnis der Deutschen zum Thema Kryptowährungen ist. Wir haben erklärt, was eine Kryptowährung ist, welche Eigenschaften sie hat, wie sie funktioniert und wie sie eigentlich entsteht. Zum Abschluss wollen wir noch die Fragen beantworten, welche Kryptowährungen es gibt und ob es sich lohnt, in Kryptowährungen zu investieren?

Welche Kryptowährungen gibt es?

Der Begriff der Kryptowährungen ist ein Oberbegriff. Mittlerweile gibt es über 5000 Kryptowährungen. Die Spannweite ist also enorm groß. Die bekannteste aller digitalen Währungen ist hierbei jedoch ganz klar Bitcoin.

Neben Bitcoin gibt es jedoch noch Tausende anderer Kryptowährungen, die im Allgemeinen als Altcoins bezeichnet werden. Der Begriff Altcoin steht hierbei für Alternativer Coin. Die bekanntesten Altcoins sind Ethereum (ETH), Ripple (XRP), IOTA (MIOTA), Cardano (ADA)Chainlink (LINK) und Tezos (XTZ). Alle Kryptowährungen zusammen weisen aktuell eine Marktkapitalisierung von 275 Milliarden Dollar auf. Bitcoin hat hierbei eine Marktkapitalisierung von 180 Milliarden USD und trägt somit zu 65% zur gesamten Kapitalisierung bei.

Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen laut Coinmarketcap.com

Es ist wahrscheinlich logisch, dass es bei dieser Anzahl an verschiedenen Währungen auch unterschiedliche Gruppen gibt. Die einzelnen Coins unterscheiden sich teilweise deutlich in ihrem Zweck und der Anwendung.

Es gibt Kryptowährungen, die beispielsweise zur reinen Verwendung als Zahlungsmittel vorhergesehen sind. Andere wiederum bilden beispielsweise einen Anteil an einem Vermögenswert ab.

So lässt sich Gold oder auch der US-Dollar in Form von einer Kryptowährung darstellen. Dieser Punkt ließe sich noch viel weiter ausführen. Wir wollen an dieser Stelle jedoch nur verdeutlichen, dass Kryptowährungen als übergeordneter Begriff zu verstehen ist und es innerhalb dieser Klasse viele verschiedene Gruppen gibt.

Lohnt es sich in Kryptowährungen zu investieren?

Auf diese Frage gibt es ebenso keine pauschale Antwort. Aufgrund der Vielzahl an Kryptowährungen hängt die Antwort nämlich ganz klar von der Wahl der Kryptowährung ab. Natürlich gibt es keine Gewissheit über die zukünftige Entwicklung einer digitalen Währungen, wenn gleich die Vergangenheit gezeigt hat, dass es durchaus lukrativ war in der Vergangenheit in Kryptowährungen zu investieren.

Auf der anderen Seite gibt es auch etliche Beispiele, bei denen eine Investition zum Totalverlust geführt hat. Umso wichtiger ist ein Fundament und eine vorherige Investition in das eigene Wissen, denn diese Investition bringt bekanntlich die beste Rendite.

Auch das Thema des Betrugs ist hierbei wichtig. Viele unwissende Investoren oder Einsteiger lassen sich von hohen Renditeversprechen ködern. Dabei endet dieser Ausflug in die Welt der Kryptowährungen dann häufig mit einem Totalverlust und der (falschen) Einstellung, dass digitale Währungen lediglich Betrug seien oder für illegale Aktivitäten verwendet würden.

Inwiefern es sich nun lohnt in Kryptowährungen zu investieren, beantwortet dir der folgende Artikel im Detail: Richtig in Kryptowährungen investieren 2020: 3 Top Tipps & Erkenntnisse.

In dieser Analyse gehen wir auf die historische Performance ein und werfen einen Blick auf spannende Aspekte und Erkenntnisse. Wir beantworten dir Fragen rund um das Potenzial von Kryptowährungen, welcher Coin der Beste ist und ob Digitalwährungen die besseren Aktien sind.

Epilog: Vor- und Nachteile von Kryptowährungen

Damit sind wir am Ende des Artikels „Was sind Kryptowährungen“. An dieser Stelle werden nun für einen optimalen Gesamtüberblick die größten Vor- und Nachteile von Kryptowährungen zusammengefasst. Dabei zeigt sich, dass einige der Eigenschaften je nach Betrachtung und Blickwinkel sowohl positive als auch negative Aspekte aufweisen.

Vorteile Nachteile

Dezentralität:
Die Mehrheit der Kryptowährungen basieren auf Dezentralität. Sie sind daher unabhängig von zentralen Instanzen, Institutionen und Staaten.

Vertrauen:
Dezentralität ist gleichermaßen ein Nachteil. Gerade aus einer geldpolitischen Perspektive ist es für viele Menschen schwer vorstellbar, einer Währung zu vertrauen, die nicht direkt durch den Staat emittiert und/oder reguliert wird. 

Diversität:
Im Gegensatz zu Geld können die über 5000 Kryptowährungen viele verschiedene Zwecke erfüllen und müssen nicht nur für den direkten Kauf von Gütern verwendet werden.

Übersicht:
Mit über 5000 Kryptowährungen ist es nahezu unmöglich, einen vollständigen Überblick zu haben. Der Fokus sollte daher auf den Top20-Projekten liegen.

Souveränität:
Kryptowährungen sind nicht konfiszierbar. Sie verleihen dem Besitzer Souveränität und die alleinige Kontrolle über das Geld.

Eigenverantwortung:
Aus Souveränität resultiert Eigenverantwortung. Wer den Zugang zu seinem digitalen Geldbeutel verliert, verliert auch sein Geld. Es gibt keine Einlagensicherung.

Programmierbarkeit:
Kryptowährungen sind programmierbar. Sie erhalten dadurch messbare und nachvollziehbare Eigenschaften hinsichtlich geldpolitischen Aspekten wie verfügbares Angebot, Entstehungsprozess und Inflationsrate.

Softwarefehler:
Dadurch, dass Kryptowährung programmierbar sind, können Softwarefehler entstehen. Im Normalfall können solche Störungen durch Korrekturen behoben werden. In der Historie von Bitcoin kam es zweimal zu einem derartigen Fehler.

Transaktionen - Kosten und Geschwindigkeit:
Transaktionen werden im Zeitraum von wenigen Sekunden bis hin zu einigen Minuten verarbeitet und umgesetzt. Die Kosten sind hierbei minimal.

Transaktionen - Irreversibilität:
Transaktionen sind irreversibel und können dadurch nicht zurückgebucht werden. Der Sender muss also besonders aufmerksam und sorgfältig agieren.

Kurspotenzial:
Kryptowährungen haben - gerade im Vergleich zu Aktien - ein hohes Potenzial. Wer im frühen Stadium in eine vielversprechende Kryptowährung investiert, kann bei entsprechendem Wachstum auf hohe Kursgewinne hoffen. 

Volatilität:
Die Volatilität ist bei Kryptowährungen - gerade im Vergleich zu Aktien - enorm hoch. Dadurch ergeben sich nicht nur Chancen, sondern auch Nachteile. Ein Investment in Digitalwährungen ist risikoreich und kann unter Umständen mit einem Totalverlust enden.

Bitcoin Münze auf Platine

Was ist Bitcoin (BTC)? – Die Kryptowährung Nr. 1 verstehen

Was ist Bitcoin (BTC)? – Diese Frage hat sich die Mehrheit der Deutschen Bevölkerung bereits gestellt. Eine Umfrage des Bundesverbandes für  Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) aus dem Jahr 2018 bestätigt diese Annahme und zeigt, dass rund 64% der Bevölkerung bereits einmal vom sogenannten Bitcoin gehört oder aber gelesen haben. Das Phänomen und die Anziehungskraft der Kryptowährung wird hierbei bereits deutlich, denn im Jahr 2013 hatten gerade einmal 14% der Bevölkerung von Bitcoin gehört.

Der Unterschied zwischen „ich habe etwas gehört“ und „ich habe etwas verstanden“ ist jedoch enorm und so zeigt eine weitere Umfrage der Postbank aus dem Jahr 2018, dass wiederum 80% der Deutschen wenig bis gar keine Ahnung von Kryptowährungen haben. Unsere Reaktion auf diese Zahlen war eindeutig: Es bedarf einer Anlaufstelle, die seriös und transparent Aufklärungsarbeit leistet und den Menschen erklärt, was Bitcoin (BTC) ist.

Bitkom Umfrage aus 2018 zur Bekanntheit von Bitcoin in Deutschland. Quelle: statista.de

Mit diesem Artikel möchten wir daher für dich als Leser eine Grundlage schaffen. Vorweg: Bitcoin gleicht tatsächlich einer Wissenschaft, denn die größte und bekannteste Kryptowährung enthält Elemente aus der Informatik, Soziologie und Volkswirtschaftslehre. Um das Konstrukt Bitcoin ganzheitlich zu verstehen, benötigt es sowohl Zeit als auch Lernbereitschaft. Wir haben diesen Artikel bewusst so geschrieben, dass er sich für jeden Einsteiger eignet, der sich grundsätzlich über BTC informieren möchte. Du als Leser darfst dieses Dokument also als Startpunkt und Anker sehen.

Aufbau und Zielsetzung des Artikels

Unser Ziel ist es, dir einen ganzheitlichen Blick aufzuzeigen und somit verschiedene Aspekte der Kryptowährung Bitcoin zu beleuchten. Wir beginnen mit einer kurzen Zeitreise in die 90er Jahre und der Frage, ob es bereits digitale Währungen oder ähnliche Ideen vor Bitcoin gab. Anschließend geht es um die Grundidee der Kryptowährung, sowie die technischen Elemente, die dieses komplette Konstrukt erst ermöglichen.

Obwohl die Chronik von BTC nur 11 Jahre alt ist, kann die bekannteste Kryptowährung der Welt bereits eine bewegte Geschichte vorweisen, auf die wir ebenso eingehen möchten. Diese Ereignisse dürfen gerne als Impuls und Inspiration für weitere Recherchen verstanden werden. Zum Abschluss blicken wir in die heutige Zeit und beleuchten den Status-Quo von Bitcoin aus verschiedenen Perspektiven. Hierbei stellen sich Fragen zur aktuellen Verbreitung sowie Nutzung und dem allgemeinen Interesse seitens großer Firmen und Gesellschaften.

Was ist Bitcoin (BTC)? - Ein Überblick

Die Ursprünge von Bitcoin

Dieser Abschnitt beginnt mit einem klaren Statement und einer Definition von Bitcoin, ein Satz der eigentlich alles aussagt:

Bitcoin ist die erste, weltweit akzeptierte, digitale und komplett dezentrale Währung.

Damit stellt die Kryptowährung eine klare Innovation dar und ist ein Novum in der menschlichen Geschichte des Geldes. Dennoch gibt es eine interessante Historie von früheren Ansätzen digitales Geld zu etablieren. Einige dieser Ansätze haben bereits wichtige, technische Elemente verwendet, die nun auch bei Bitcoin selbst zum Tragen kommen.

1977: Asymmetrische Verschlüsselung als Auftakt

Der Beginn der modernen Verschlüsselung lässt sich auf das Jahr 1977 datieren. In diesem Jahr veröffentlichten die drei Mathematiker Ron Rivest, Adi Shamier und Leonard Adleman einen Algorithmus zur Verschlüsselung von Daten. Der Name dieser Verschlüsselungsmethode heißt gemäß der Nachnamen der drei Herren RSA. Die Methode war revolutionär und bildete die spätere Grundlage für die Entwicklung der sogenannten Secure Hashing Algorithms (SHA).

Warum sind all diese Fakten überhaupt wichtig und welche Relevanz haben sie? – Jegliche Art der Verschlüsselung über das Internet läuft heute über asymmetrische Verschlüsselung und einen SHA-Algorithmus. Egal ob es dein Online-Banking, dein Kauf über Amazon, das Versenden via PayPal oder die Übertragung persönlicher Daten ist. Auch das Bitcoin Netzwerk verwendet einen SHA-256 Algorithmus als eines der wichtigsten Bestandteile.

Zurück zur Historie: Nachdem die Mathematiker 1977 die Idee von RSA veröffentlichten, verbreitete ein Kryptograph namens David Chaum 1982 ein wissenschaftliches Papier, welches mithilfe dieser Methoden ’nicht nachverfolgbare Zahlungen‘ ermöglichte. Ab diesem Zeitpunkt haben sich viele sogenannte Cypherpunks (=technisch versierte Menschen mit Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre) das Ziel gesetzt, Software zu entwickeln, die zensurresistent ist und die Privatsphäre jedes Individuums respektiert. Und so kamen über die Jahre bis hin zur Entstehung von Bitcoin im Jahr 2008/2009 verschiedene Vorschläge zu digitalen Währungen, die auf dem Prinzip der asymmetrischen Verschlüsselung basierten.

1983 – 2005: Von eCash zu BitGold

Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Übersicht der bekannteste Entwicklungen, die vor Bitcoin entstanden sind.

Name Erfinder Jahr Beschreibung und Idee
eCash
David Chaum
1983
Halb-Dezentrales elektronisches Geld für kleine Zahlungen
Hashcash
Adam Back
1997
Keine digitale Währung. Vielmehr ein System, um digitale Knappheit zu erzeugen. Idee des Proof-of-Work.
B-Money
Wei Dai
1998
Zwei Vorschläge von dezentralem, digitalem Geld. Eine Währung ähnlich zu Bitcoin, die andere zu Ethereum.
RPOW
Hal Finney
2004
Dezentrales Geldsystem, auf Basis eines Proof-of-Work Algorithmus.
Bit Gold
Nick Szabo
2005
Dezentrales Geld auf Basis von Hashcash. Bereits sehr ähnlich zu Bitcoin.

31. Oktober 2008: Die Geburtsstunde von Bitcoin

In Mitten der Höhepunkt der Finanzkrise von 2007/2008 veröffentlichte eine bis heute unbekannte Person mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto eine wissenschaftliche Arbeit mit dem mittlerweile legendären Titel:

Bitcoin: A peer-to-peer electronic cash system

In diesem Whitepaper beschreibt Nakamoto die technische Funktionsweise und legte somit den Grundstein für die bekannteste Kryptowährung der Welt. 

Wenn du mehr über den Gründer und die Spekulationen zu dessen Identität erfahren möchtest, dann schaue dir unseren Artikel zu Satoshi Nakamoto an.

Im folgenden Abschnitt werfen wir nun einen Blick auf das Bitcoin Protokoll. Dabei handelt es sich um den eben beschriebenen Grundstein, den Nakamoto am 31. Oktober 2008  mit der Veröffentlichung des Whitepapers legte.

Wie funktioniert Bitcoin? – Das Protokoll

Das Bitcoin Protokoll bildet die Grundlage für das Netzwerk und enthält alle wichtigen Regeln, damit BTC in einer ordnungsgemäßen Art und Weise funktioniert. Dabei gibt es 4 entscheidende Elemente, die das Fundament bilden: die Blockchain, Nodes, Miner und der Konsensalgorithmus Proof-of-Work (PoW).

Die 4 wichtigsten Pfeiler des Netzwerkes

In der nachfolgenden Tab-Darstellung gehen wir auf die jeweiligen Elemente näher ein und erläutern deren Funktion im Netzwerk.

  • Blockchain
  • Nodes
  • Miner
  • Proof-of-Work (PoW)

Der Begriff Blockchain kann im Deutschen etwa mit einer verketteten Liste übersetzt werden. Technisch gesehen gehört die Blockchain zu den sogenannten Distributed Ledger Technologien (DLT).

Es handelt sich hierbei um eine verteilte Datenbank, deren Inhalt über ein weltweites Netzwerk von Computern (Nodes) repliziert und verteilt wird.

Diese Datenbank beinhaltet alle Transaktionen (=Überweisungen), die jemals über das Bitcoin Netzwerk getätigt wurden. Transaktionen werden hierbei gebündelt und anschließend in einen sogenannten Block gepackt. Die Blockchain besteht somit aus mehreren Blöcken, die jeweils Transaktionen beinhalten.

Manipulations- und Zensurresistenz als Vorteil

Die Verkettung entsteht dadurch, dass jeder einzelne Block eine Verlinkung (=Prüfsumme) auf den vorherigen Block hat. Das Konzept ist so aufgebaut, dass eine Änderung in einem einzigen Block zur Änderung aller nachstehenden Prüfsummen führen würde. Damit kann sichergestellt werden, dass Manipulationen sofort auffallen würden.

Mehr Informationen erfährst du in unserem Artikel: Was ist eine Blockchain? - Einordnung, Eigenschaften und Use Cases

Nodes sind die Knotenpunkte im weltweiten Netzwerk der Bitcoin Blockchain. Sie speichern die Kopie der Blockchain und sorgen für die ordnungsgemäße Verarbeitung neuer Transaktionen

Wir haben gerade beschrieben, dass eine Blockchain eine verkettete Liste ist. Dabei werden immer neue Blöcke an das aktuelle Ende gehängt.

Wie entstehen eigentlich Blöcke in der Blockchain?

Neue Blöcke entstehen durch Miner. Hierbei handelt es sich (einfach gesagt) um eine besondere Gruppe, die spezielle Hardware verwendet, mit deren Hilfe besonders komplexe mathematische Aufgaben gelöst werden können. Mit der Lösung dieser Aufgaben entstehen neue Blöcke. Da die Maschinen der Miner nicht nur viel Energie benötigen, sondern auch in der Anschaffung Kosten haben, werden Miner für das Schaffen von Blöcken belohnt. Die Belohnung besteht hierbei aus einer gewissen Menge an Bitcoin, welche alle 4 Jahre halbiert wird. Der Grund für diese komplexen Rechenaufgaben liegt im Proof-of-Work Algorithmus, den wir uns als nächstes anschauen.

Mining ist ein sehr wichtiger Prozess, da er zur Sicherheit des gesamten Netzwerks beiträgt und für die Stabilität und Funktionsweise sorgt.

Unter Proof-of-Work (PoW) versteht man einige Regeln für das Netzwerk. Hierbei geht es beispielsweise um die Frage, wie man erkennt, welche Blockchain die "richtige" ist und welcher neue Block tatsächlich der "wahre" Block ist.

Dieser Art von Algorithmus setzt einen Rechen- sowie Energieaufwand voraus. Da für die Maschinen sowie die Energiekosten enorm hohe Fix- und variable Kosten anfallen, sorgt dieser Algorithmus für mehr Sicherheit. Miner haben nämlich aufgrund des finanziellen Risikos kein Interesse an einer Manipulation, sondern sind eher daran interessiert, das Modell Mining zu einem Geschäft zu machen.

Zugegebenermaßen sind die eben beschriebenen Punkte komplex und man benötigt im Normalfall ein gewisses Grundverständnis für das Thema IT und Kryptographie.

Was eben noch in einem technischen Tonus erklärt wurde, hat jedoch leicht verständliche Konsequenzen für jede Person, die Bitcoin real nutzen möchte.

Die praktischen Vorteile des Protokolls

Dadurch, dass die Bitcoin Blockchain eine verteilte Datenbank ist, entsteht der immense Vorteil, dass alle Datensätze weltweit bei unterschiedlichen Personen und Gruppen verteilt sind. Dies hat den enormen Vorteil, dass die Macht und die Kontrolle über diese Daten nicht bei einer einzigen Gruppe liegt, der wir als Anwender vertrauen müssen.

Entscheidungen des Netzwerks werden immer im Kollektiv getroffen. Damit hast du als potenzieller Nutzer der Blockchain niemals ein Vertrauensproblem und kannst immer von zuverlässigen Daten ausgehen. Selbst, wenn einzelne Knotenpunkte ausfallen oder gar manipuliert werden, können wir sicher sein, dass die Mehrheit der Teilnehmer die richtigen Daten hat. Die Dezentralität unterstreicht außerdem die Zensurresistenz des Netzwerks.

Ein weiterer enormer Vorteil von Bitcoin besteht in den Transaktionen selbst. Falls du in deinem Leben vielleicht bereits eine Auslandsüberweisung getätigt hast, müsstest du merken, wie viele Hürden es hierbei gibt:

Beginnend bei den Kosten für die Überweisung über horrende Wechselkurse bis hin zur langen Verarbeitung von Transaktionen. Das Bitcoin Netzwerk vereinfacht diesen Prozess und lässt jede Person mit einem Zugang zum Internet am Netzwerk teilhaben. Dabei können BTC weltweit zu günstigen Konditionen und in minutenschnelle versendet werden. 

Dass Bitcoin allerdings nicht nur ein technisches Konstrukt ist, sondern auch eine politische Komponente hat, siehst du im folgenden Abschnitt. Besonders die Inhalte der Jahre 2008 und 2009 zeigen dir, dass Bitcoin angewandte Geldpolitik ist und mehr als eine digitale Währung darstellt.

Der Weg von 0 zu 20.000 US-Dollar

Am 31.10.2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto das Whitepaper von Bitcoin. 3 Monate später, am 03.01.2009, ging die Bitcoin Software live und die Kryptowährung konnte zum ersten Mal verwendet werden. Damit ist BTC fast 12 Jahre alt.

In diesen fast 12 Jahren hat die größte Kryptowährung der Welt Höhen und Tiefen erlebt. Die Reise all derjenigen Menschen, die das Projekt seit Beginn an mitverfolgt haben, ist wohl kaum vorstellbar. Um dir als Einsteiger ein Gefühl zu geben, wie bewegend die Historie Bitcoins tatsächlich ist, haben wir im Folgenden die wichtigsten Ereignisse seit 2008 zusammengefasst.

Es ist der 15. September 2008. Die Welt steht buchstäblich am Höhepunkt der Finanzkrise. Die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers, welche eine 150-jährige Historie vorzuweisen hat, beantragt offiziell Insolvenz. In Folge dessen erweiterte sich die Finanzkrise zu einer Banken- und Immobilienkrise. Die Welt stand unter dem Eindruck vieler negativer Faktoren, die zur Krise geführt hatten.

Eine gefährliche Kombination aus falschen Kreditbewertungen von Ratingagenturen, einer Blase am Immobilienmarkt, Schattenbanken und vor allem einer steigenden Einkommensungleichheit führte zu einer der eindrucksvollsten Wirtschaftskrisen der Neuzeit.

Das Bitcoin Whitepaper entsteht

Geprägt von den Eindrücken und den Konsequenzen dieser Misswirtschaft, veröffentlichte rund 6 Wochen später eine bis heute unbekannte Person ein Whitepaper zu einer digitalen Währung. Diese digitale Währung hieß Bitcoin und stellte ein völlig konträres Konzept zur bisherigen (keynesianischen) Geldpolitik dar.

Am 03.01.2009 wurde der erste Block der Bitcoin Blockchain geschaffen. Dieser erste Block wird im Übrigen Genesis-Block genannt. Der Begriff kommt hierbei aus dem Altgriechischen und kann mit "Schöpfung", "Geburt" oder "Entstehung" übersetzt werden. Bereits seit der ersten Stunde ist klar, dass es sich bei der Kryptowährung nicht nur um eine reine Währung handelt.

Wie fast alle Währungen ist auch sie ein politisches und wirtschaftliches Statement. Geprägt von den Auswirkungen und den notwendigen Rettungen vieler Banken verankerte Satoshi Nakamoto einen einzigen Satz im ersten Block.

Eine geheime Botschaft an die Nachwelt

Dieser einzige Satz hat jedoch bis heute eine starke Wirkung und unterstreicht die Vision Nakamotos.

The Times 03/09/2009: Chancellor on brink of secound bailout for banks

Aus der heutigen Sicht wissen wir, dass der gewählte Titel die Schlagzeile der Ausgabe der britischen Tageszeitung "The Times" vom 03. Januar 2009 war.

Übersetzt werden kann der Titel im Deutschen mit dem Satz "Finanzminister vor zweiter Bankenrettung".

Dies ist eine offensichtliche Kritik an die politische Führung sowie deren ständiges Bestreben die Banken – trotz unlauteren Verhaltens – um jeden Preis zu retten.

Die original Zeitung aus 2009 ist heute übrigens sehr viel Geld wert und ein echtes Sammlerstück.

Im Jahr 2010 entstand die erste Bitcoin Börse namens BitcoinMarket.com. Damit war es zum ersten Mal möglich die Kryptowährung zu erwerben sowie zu handeln.

Im selben Jahr startete auch eine weitere Börse, die den Namen Mt. Gox trägt und im Jahr 2014 eine tragende Rolle spielen sollte.

Der Bitcoin Pizza Tag

Am 22.05.2010 wurde zudem die erste offizielle Bezahlung mit Bitcoin für eine Ware getätigt. Bei der Ware handelte es sich um 2 große Pizzen, die ein Entwickler namens Laszlo Hanyecz für 10.000 BTC kaufte. Zur damaligen Zeit entsprach dies einem Gegenwert von 30 US-Dollar.

Zum heutigen Zeitpunkt (03.06.20) haben die 10.000 Bitcoin einen Gegenwert von 95 Millionen US-Dollar.

Dies ist wohl der Preis, den man als Pionier zahlen muss. Als Hommage an den Entwickler gilt der 22. Mai innerhalb der Kryptowelt nun offiziell als Pizza Day.

Im Jahr 2011 kamen die ersten Abwandlungen von Bitcoin auf den Markt. Das Thema Kryptowährungen wurde populär und so entstanden neue Coins.

Die bekanntesten Kryptowährungen, die 2011 entstanden, sind Litecoin (LTC), Namecoin (NMC) und Swiftcoin (SWIFT).

Im Abschnitt über die Technologie haben wir gelernt, dass Miner für die Aufrechterhaltung und Sicherung des Netzwerks eine Belohnung erhalten.

Dieser Prozess stellt die Entstehung von Bitcoin dar und ist die einzige Art und Weise wie BTC geschaffen werden kann.

Senkung der Inflationsrate und Knappheit als Wertespeicher

Im Gegensatz zu unseren Währungen findet bei Bitcoin eine bewusste und regelmäßige Verknappung des Angebots statt. Dabei halbiert sich die Menge an BTC, die die Miner als Belohnung erhalten, durchschnittlich alle 4 Jahre.

Dieser Prozess ist enorm wichtig, da er für Knappheit sorgt. Knappheit wiederum ist in der Ökonomie und Volkswirtschafslehre ein wichtiges Attribut für einen Wertspeicher.

Dieses Event der Halbierung wird als Bitcoin Halving bezeichnet und fand 2012 zum ersten Mal statt.

Im Jahr 2013 ist viel geschehen. Dazu gehört beispielsweise ein rasanter Anstieg des Bitcoin Kurs, der die digitale Währung von rund 100 Dollar zu Beginn des Jahres auf 1.000 Dollar im Dezember 2013 brachte.

In Folge dieses explosiven Anstiegs erhielt die Kryptowährung nicht nur mediales Interesse, sondern wurde zum Diskussionsgegenstand verschiedener Staaten:

China verbietet Bitcoin; die USA debattiert über die Kryptowährung

Die Volksrepublik China sorgte 2013 für ein Gesetz, welches allen chinesischen Banken Transaktionen im Zusammenhang mit Bitcoin verbot.

Der US-Kongress debattierte 2013 ebenso über die Auswirkungen der Kryptowährungen. Ein nachhaltiges Ergebnis blieb hierbei jedoch aus.

Die Bitcoin Börse Mt. Gox dominierte in den Jahren 2011 bis 2014 den Handel mit der beliebtesten Kryptowährung. Zur Hochzeit im Jahr 2013 wurden 70% des weltweiten Handels mit Bitcoin über Mt. Gox abgewickelt.

Nach einer Serie von Hacks und dem Totalverlust für alle Anleger blieb nicht nur der finanzielle Schaden, sondern auch großes Misstrauen innerhalb der Community.

Die Börse stellte 2014 ihre Geschäfte final ein. Noch bis heute zittern Investoren um ihre Bitcoins von damals.

Als Konsequenz des Shutdowns von Mt. Gox herrschte eine Art Depression innerhalb der Bitcoin Community.

Der Bitcoin Kurs fiel seit seinem Hoch von 1.000 Dollar im Dezember 2013 auf einen Kurswert von 195 Dollar im Januar 2015. Über den Jahresverlauf stabilisierte sich der Kurs und beendete das Jahr mit einem Kurswert von rund 430 Dollar.

Im Jahr 2016 fand das zweite Bitcoin Halving der Geschichte statt.

Lightning Netzwerk als Lösung für Bitcoin

Zudem wurde 2016 ein Konzept vorgestellt, welches als Lightning Netzwerk bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine potenzielle Lösung für Bitcoin, die es dem Netzwerk in der Theorie ermöglicht in sekundenschnelle, tausende von Transaktionen zu verarbeiten.

Im Jahr 2017 haben viele Menschen wohl zum ersten Mal von der Kryptowährung Bitcoin gehört. Nachdem die digitale Währung auf einen Kurs von 20.000 Dollar angestiegen ist, berichteten Medien weltweit über das Phänomen Bitcoin. Neben diesem Kursanstieg, gab es aber noch weitere interessante Punkte.

CME führt Bitcoin Futures ein

Jede Anlageklasse, die im Becken der großen Fische mitschwimmen möchte, benötigt einen Derivatemarkt. Der Handel mit Futures, Optionen und weiteren Finanzprodukten ist im klassischen Finanzmarkt viel bedeutender als der sogenannte Spotmarkt.

Insofern war ein wichtiger Schritt für Bitcoin als die Chicago Mercantile Exchange (CME) die Einführung von Bitcoin Futures bekanntgab. Bei der CME handelt es sich um eine der größten und ältesten Börsenplätze weltweit.

Der Bitcoin Cash Hardfork

Ein weiteres wichtiges Ereignis im Jahr 2017 war der sogenannte Bitcoin Cash Hardfork. Dabei entstand eine Abwandlung von Bitcoin, die sich in gewissen Eigenschaften von BTC unterscheidet.

Weitere Informationen zu einem Fork und Bitcoin Cash, findest du in unserem Artikel: Welcher Bitcoin ist der beste? - BTC, BCH, BSV, BTG & Co.

 

Im Jahr 2018 machte eine Zahl die Runde, die Bitcoin das Attribut des 'digitalen Goldes' verlieh. Wie bereits erwähnt, entstehen neue Bitcoin im Rahmen des Miningprozesses. In diesem Artikel haben wir außerdem darüber gesprochen, dass das verfügbare Angebot an neuen BTC im Durchschnitt alle 4 Jahre durch das Bitcoin Halving halbiert wird.

Inflation nimmt mit der Zeit ab

Die Konsequenz daraus ist, dass am Anfang sehr viele Bitcoins schnell verteilt wurden. Dies geschah zu einer Zeit als BTC selbst noch einen geringen Wert hatte.

Während der Kurs der Kryptowährung über die Zeit jedoch stieg, verringerte sich das Angebot an neuen Bitcoins, die auf den Markt kommen. Knappheit entsteht.

80% aller Bitcoins bereits vergeben

Im Januar 2018 waren demnach 16 von insgesamt 21 Millionen BTC gemined. Damit waren rund 80% aller Bitcoin bereits im Umlauf.

Im Jahr 2019 öffnete die Future-Plattform Bakkt für den Handel mit Bitcoin Futures. Die Besonderheit lag darin, dass hierbei echte, also physische, Bitcoins erworben werden konnten.

Desweiteren zeigte Bakkt, dass auch große institutionelle Anleger an Bitcoin als Investitionsobjekt interessiert sind.

Die Futures an der CME hingegen waren lediglich cash-settled. Mehr Informationen zu dem Thema Bitcoin Futures findest du hier in unserem Artikel.

Keine Regulierung für Bitcoin

Ebenso spannend war die Aussage der britischen Finanzaufsicht FCA. Sie gab bekannt, dass es für Bitcoin keine einschränkende Regulierung geben werde.

Im Jahr 2020 fand das dritte Bitcoin Halving statt. Dies geschah im Zeichen der Coronakrise. Denn die mit dem Halving verbundene Halbierung des Angebots kommt zu einer Zeit, in der Regierungen in Folge von Covid-19 massiv die umlaufende Geldmenge erhöhen müssen, um Firmen mit ausreichend Liquidität zu versorgen.

Eine solche Geldpolitik kann zu einer erhöhten Inflationsrate und somit Entwertung der Kaufkraft führen. BTC stellt das Gegenteil zu einer solchen Geldpolitik dar.

Bitcoin 2020 – Wo steht BTC aktuell?

Im vorangegangenen Abschnitt haben wir einige interessante Ereignisse in der Chronik Bitcoins aufgezeigt. Diese Reise endet im Jahr 2020 und bildet somit die Brücke zur Gegenwart. In diesem Abschnitt wollen wir nun den Ist-Zustand betrachten und über den aktuellen Status-Quo von Bitcoin sprechen.

Unser Ziel ist es hierbei verschiedene Perspektiven aufzuzeigen. Wir verwenden daher unterschiedliche Metriken und bedienen uns nicht nur technischen und/oder Finanzindikatoren, sondern schauen auch auf Aspekte wie Bekanntheit und Verbreitung.

Die Analyse beginnt bei den gerade genannten letzten beiden Punkten.

Bekanntheit und Verbreitung der Kryptowährung

Über die Jahre hin ist nicht nur der Kurs von Bitcoin stark angestiegen, sondern vor allem auch dessen Bekanntheit und Verbreitung. Um jedoch nicht nur bei einer Behauptung zu bleiben, wollen wir empirische Daten zeigen, die dies unterstreichen.

In unserer modernen Welt stellt Google wohl die zentrale Anlaufstelle für Fragen dar. Daher ist auch unser erster Anlaufpunkt die Suchmaschine mit den 6 bunten Buchstaben.

Google Trends in Deutschland seit dem 03.01.2009

Um zu verstehen, wie die Menschen eines Landes im Internet suchen, hilft ein Blick auf die Google Trends. Dort wird das Interesse nach einem bestimmten Suchbegriff – in unserem Fall also Bitcoin – über den zeitlichen Verlauf dargestellt.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Google Suchanfragen in Deutschland für den Zeitraum vom 03.01.2009 (Genesis-Block) bis zum aktuellen Tag.

Grafik Google Trends Suchanfragen für den Suchbegriff Bitcoin in Deutschland. Zeitraum: 03.01.2009 - 04.06.2020

Es ist deutlich zu erkennen, dass Bewegungen im Bitcoin Kurs auch ein erhöhtes Interesse mit sich ziehen. Sowohl in den Jahren 2013 (1000$), 2017 (20.000$), im Juli 2019 (13.000$) stieg das Interesse sprunghaft an. Parallel dazu ist auch zu erkennen, dass das Interesse an der digitalen Währung in den letzten Monaten wieder an Fahrt aufnahm. Nichtsdestotrotz bleibt 2017 eine Zäsur, in der viele Menschen wohl den ersten Berührungspunkt mit BTC hatten.

Google Trends weltweit seit dem 03.01.2009

Schauen wir nun auf das weltweite Interesse. Gibt es Parallelen zu den Beobachtungen aus Deutschland?

Grafik Google Trends weltweite Suchanfragen zum Begriff Bitcoin. Zeitraum: 03.01.2009 - 04.06.2020

Die offensichtliche Antwortet lautet: Ja, es gibt Parallelen. Wir sehen, dass die untere Grafik fast identisch zu den Suchanfragen in Deutschland aussieht. Der letzte Punkt, den wir uns hierzu anschauen, ist die Verteilung der Anfragen nach Ländern.

Wir betrachten also, welche Länder sich besonders für BTC interessierten.

Grafik Google Trends weltweite Suchanfragen nach Bitcoin auf Länder aufgeteilt. Zeitraum: 03.01.2009 - 04.06.2020

Es wird deutlich, dass insbesondere die drei afrikanischen Länder Nigeria, Südafrika und Ghana sich für die Kryptowährung interessieren. Eine solche Beobachtung unterstreicht den politischen Charakter von Bitcoin.

Die Begründung liegt darin, dass jeder Mensch mit Zugang zum Internet die Möglichkeit hat, Teil des Bitcoin Netzwerks zu werden und die digitale Währung länderübergreifend transferieren kann. Gerade in den afrikanischen Ländern haben viele Menschen keinen Zugang zu einem klassischen Bankkonto, wohl aber Zugang zum Internet. Hinzu kommen viele verschiedene Währungen in Afrika, so dass eine einheitliche Währung Vorteile bietet. Auch die Wertstabilität Bitcoins sowie dessen Potenzial an Wert zu gewinnen, sollten hierbei nicht vernachlässigt werden.

Wachstum und Entwicklung von Bitcoin Wallets

In diesem Abschnitt betrachten wir die Entwicklung der Bitcoin Wallets. Bei einer Bitcoin Wallet handelt es sich um eine Art digitale Geldbörse, in der die Kryptowährung BTC gelagert werden kann.

Hierbei ist es wichtig zu verstehen, dass ein einzelner Mensch nicht nur eine digitale Geldbörse, also Wallet, besitzen kann, sondern beliebig viele. Wenn es also beispielsweise 5 Millionen Wallets gibt, heißt dies explizit nicht, dass es 5 Millionen einzelne Nutzer der Kryptowährung gibt. Dennoch gibt diese Grafik einen Eindruck über die Geschwindigkeit und das Wachstum.

Anzahl an Wallets bei blockchain.com seit 2011

Die Kurve ist charakteristisch für Netzwerke, die ab einem gewissen Zeitpunkt eine kritische Größe erreicht haben und anschließend explosiv Wachsen. Bei Bitcoin wurde dieser Punkt zu Beginn des Jahres 2016 erreicht. Nach wie vor zeigt die Kurve ein deutliches Wachstum auf und deutet noch nicht auf eine Sättigung und/oder Abflachung hin.

Bitcoin und die Marktkapitalisierung: Die Größe BTCs

In diesem Abschnitt wechseln wir die Perspektive und betrachten das Asset Bitcoin. Dazu werfen wir zunächst einen Blick auf die Entwicklung der Marktkapitalisierung. Im Anschluss vergleichen wir die Größe der Kryptowährung mit der anderer Nationalwährungen sowie dem globalen Aktienmarkt, um ein Gefühl für die Dimension sowie das Wachstumspotenzial der digitalen Währung zu erhalten.

Die Entwicklung der Marktkapitalisierung

Die nachfolgende Grafik zeigt die Marktkapitalisierung von Bitcoin im Zeitraum August 2013 – Juni 2020.
 
Grafik zur Bitcoin Marktkapitalisierung von 2013 - 2020

Aus der Grafik lässt sich erkennen, dass der vorläufige Höhepunkt der Marktkapitalisierung im Dezember 2017 bei dem Allzeithoch des Bitcoin Kurs von fast 20.000 USD erreicht wurde. Die Marktkapitalisierung betrug zu dem damaligen Zeitpunkt 331 Milliarden US-Dollar.

Aktuell beträgt die Marktkapitalisierung bei einem Bitcoin Kurs von rund 9.500 Dollar noch bemerkenswerte 177 Milliarden USD.

Bitcoin im Vergleich zu deutschen Aktienunternehmen

Da der Ottonormalverbaucher höchstwahrscheinlich keine 177 Mrd. US-Dollar auf dem Konto hat, ist es schwierig die Dimension dieser Zahl einzuschätzen.

Wir wollen dir als Leser dieses Artikels daher einen Eindruck geben und die Marktkapitalisierung von Bitcoin mit der von deutschen DAX-Unternehmen vergleichen.

Die 5 größten Unternehmen aus dem DAX sind SAP, Linde, Siemens, Allianz und Volkswagen.

Die 5 größten Deutschen Unternehmen

Wir wir erkennen können hat das wertvollste deutsche Unternehmen, der Softwareanbieter SAP, eine Marktkapitalisierung von 145 Milliarden Euro. Wenn wir einen Wechselkurs EUR/USD von 1:1,12 annehmen, entspricht dies einer Marktkapitalisierung von $162 Mrd. Damit ist die Bewertung der digitalen Währung Bitcoin höher als die des wertvollsten deutschen Unternehmens.

Bitcoin im Vergleich zu Globalen Playern

Während BTC das Schwergewicht im deutschen Aktienmarkt wäre, sieht die Bilanz an den amerikanischen Finanzmärkten anders aus. Insbesondere die Global Player aus der Technologie-Branche verzeichnen Marktkapitalisierungen in Höhe von bis zu 1200 Milliarden US-Dollar.

Im Vergleich zu Amazon, Alphabet (Google), Apple oder Facebook zieht Bitcoin also den Kürzeren. Auch aus anderen Branchen wie der Banken-, Automobil-, Öl-, oder Konsumgüterbranche lassen sich etliche weitere Beispiele für größere Firmen finden.

Bitcoin im Vergleich zur Geldmenge und Nationalwährungen

Da die Kryptowährung Bitcoin als digitale Währung konzipiert wurde, ist es ratsam, sie auch mit anderen Währungen dieser Welt zu vergleichen.

Hierfür eignet sich die Geldmenge M1 gut. Bei dieser Geldmenge handelt es sich um die Geldmenge im engeren Sinn. Konkret gehört dazu die sich in Umlauf befindliche Menge an Bargeld sowie Sichteinlagen. Sichteinlagen wiederum sind die Guthaben von Banken, welche jederzeit in physisches Geld umgetauscht werden können. Damit beschränken wir uns also auf die Menge an Geld, die „tatsächlich vorhanden“ ist.

Tabelle, die die Geldmenge M1 verschiedener Staaten aufzeigt

Hierbei lässt sich gut erkennen, dass Bitcoin nicht mit der Geldmenge der größten Volkswirtschaften mithalten kann. Länder wie die Volksrepublik China, die Vereinigten Staaten, Japan oder Deutschland haben deutlich mehr Geld in Umlauf. Interessanterweise kann Bitcoin jedoch das Vereinigte Königreich übertreffen. Auch Schwellenländer wie beispielsweise Brasilien weisen eine geringere Umlaufmenge auf.

Die Kryptowährung in der Praxis – Rechtsstatus, Bezahlung und Avancen aus der Industrie

Bevor wir zum endgültigen Fazit kommen, werfen wir noch einen Blick auf den weltweiten Rechsstatus der Kryptowährung, die bekanntesten Bezahlmöglichkeiten für Bitcoin und die Frage, ob BTC bereits in manchen Branchen Anklang findet.

Rechtsstatus von Bitcoin im Überblick

Die nachfolgende Grafik zeigt die rechtliche Behandlung der Kryptowährung BTC. Zu unterscheiden sind demnach vier verschiedene Ausprägungen:

  • grüner Hintergrund: Es ist legal, Bitcoin zu verwenden.
  • gelber Hintergrund: Bitcoin ist grundsätzlich erlaubt, wenn gleich es Einschränkungen bei der Verwendung und Nutzung gibt.
  • magenta Hintergrund: Es gibt kein explizites, verbietendes Gesetz für Bitcoin. Aufgrund alter, bestehender Gesetze ist die Rechtslage jedoch umstritten.
  • roter Hintergrund: Es ist ganz verboten, Bitcoin zu verwenden.

Rechtsstatus von Bitcoin weltweit

Es lässt sich erkennen, dass in den Industrieländern und der Mehrheit der Schwellenländer die Verwendung von Bitcoin legal ist.

Mit Bitcoin bezahlen: Prominente Beispiele

Während einige Menschen, Bitcoin als Ergänzung im bestehenden Portfolio kaufen und die digitale Währung als Investitionsobjekt sehen, gibt es auch die Gruppe an Menschen, die die Währung als Zahlungsmittel verwenden.

Daher soll dieser Abschnitt kurz einen Eindruck über die größten Portale geben, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren.

  • Lieferando: Das größte Lieferportal Deutschlands bietet nicht nur eine breite Auswahl an Speisen. Es bietet auch die Möglichkeit mit Bitcoin zu bezahlen.
  • Microsoft: Der Technologieriese und Softwaregigant Microsoft hat das Potenzial der Kryptowährung ebenso erkannt. Wer im Windows- oder XBox-Store digitale Apps oder andere Güter kaufen möchte, kann mit Bitcoin bezahlen.
  • Amazon: Bei dem weltweit größten Versandhaus kann man zwar nicht direkt mit Bitcoin bezahlen. Dennoch gibt es Portale, bei denen sich Amazon Gutscheine via Bitcoin kaufen lassen.
  • Wikipedia: Auch wenn die größte Enzyklopädie der Welt eigentlich kostenlos ist, bedarf es immer wieder Spenden zu dessen Erhaltung. Hier kann man ebenso mit Bitcoin bezahlen.

Avancen aus der Industrie und Kommentare

Das Phänomen Bitcoin ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Bevor wir zum Ende dieses sehr ausführlichen Artikels kommen, noch einige Fakten, die die Relevanz der Kryptowährung unterstreichen:

  • Als erstes Land der Welt erlaubt Neuseeland die Bezahlung der Arbeitnehmer in Bitcoin. Zur Quelle
  • Das weltweit am meisten genutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel hat Bitcoin als eigene Währungseinheit eingeführt. Auch bei PowerPoint gibt es eigene Piktogramme für die Kryptowährung
  • Weltweit gibt es über 7.500 Bitcoin Automaten, an denen jedermann Kryptowährungen kaufen und verkaufen kann. Zur Quelle
  • Der südkoreanische Smartphone-Hersteller Samsung liefert eine standardmäßige Bitcoin Wallet für alle neuen Geräte. Zur Quelle
  • Das Handelspaar BTC/USD ist mittlerweile so relevant, als dass es in jedem Finanzticker bei den Währungen als Handelspaar erscheint.

Fazit: Die Geschichte fängt erst an

Zunächst einmal Herzlichen Glückwunsch, denn du hast es bis zum Ende des Artikels geschafft und somit rund 5.000 Wörter hinter dir.

Aller Anfang ist schwer und falls du nicht jedes Detail verstanden hast, solltest du dir keine Sorge darüber machen. Sieh es als Motivation wie vielseitig die Welt der digitalen Währung ist und wie viele interessante Aspekte dahinter stecken.

Damit sollte auch klar werden, dass Bitcoin mehr als eine Randerscheinung und zu komplex in seiner gesamten Aufmachung ist, als dass es in wenigen Minuten zu 100% verstanden werden kann.

Mit diesem Artikel wollten wir dir eine erste Einführung in die Welt der Kryptowährung Nr. 1 geben. Wir hoffen, dass wir viele Aspekte aufzeigen konnten die dir wichtigsten Fragen beantwortet haben. Abschließen möchte ich daher mit einem kleinen Plädoyer:

Bitcoin ist nicht nur die größte digitale Währung weltweit, sondern gehört zu den 20 größten Währungen der Welt. Um die digitale Währung hat sich bereits eine große Infrastruktur und ein starkes Ökosystem gebildet. Bitcoin ist digitales Geld, das für jedermann gemacht ist und niemanden diskriminiert. Anders formuliert: Bitcoin ist gekommen, um zu bleiben!

Wenn du tiefer graben möchtest, eignet sich auch unsere Wissensrubrik in der von A-Z die wichtigsten Begriffe rund um Bitcoin, Investitionen, Technologie und mehr erklären. Keine Sorge, dieses mal kurz und verdaulich: Wissen2Go eben. Es sei denn du gräbst noch tiefer…

Epilog: Kritik und Antworten zu Bitcoin

Zu einem objektiven und gut recherchierten Artikel gehört es auch dazu, negative Aspekte und Kritik an der Kryptowährung aufzulisten. Daher siehst du im Folgenden die häufigsten Kritikpunkt zur digitalen Währung. Während einige Aspekte durchaus begründet sind, sind andere Argumente eher Polemik und sachlich unbegründet.

Die Frage nach dem Wert eines Gutes ist äußerst subjektiv. Hierbei sollte man bereits zwischen Preis und Wert unterscheiden. Während der Preis oft eine absolute Zahl ist, muss der Wert eines Gutes nicht quantitativ messbar sein. Ein Erinnerungsfoto aus dem Urlaub hat für den Besitzer beispielsweise einen hohen emotionalen Wert.

 

Ökonomisch betrachtet gibt es jedoch Faktoren, die zu einer Wertschöpfung führen. So kann das Aufbringen von Arbeitsaufwand oder Produktionskosten bereits zu einer Wertsteigerung führen. Hinter dem Bitcoin Netzwerk steht eine Vielzahl von rechenstarken Maschinen, die dem Netzwerk bereits einen Wert verleihen. Damit ist also das Netzwerk selbst bereits ein Argument für den Wert der Kryptowährung.

Knappheit ist eines der besten Argumente für BTC

Auch Knappheit ist in der Volkswirtschaftslehre ein Treiber von Wert, da per Definition die Nachfrage höher ist als das Angebot. Da Bitcoin auf 21 Mio. begrenzt ist, erfüllt es diese Eigenschaft.

 

Weitere Faktoren, die einen Wert von Bitcoin begründen sind Dezentralität, Zensurresistenz und Fungibilität.

Fakt ist, dass der Energieverbrauch der Kryptowährung aufgrund des Proof-of-Work Algorithmus hoch ist. Durch den rechenintensiven, aber sehr sicheren Prozess wird viel Energie verbraucht.

 

Der aktuelle jährliche Verbrauch liegt bei 57.91 TWhDiese Zahl entspricht in etwa dem Energieverbrauch von Bangladesch. Im Vergleich zu den großen Industriestaaten ist dies jedoch äußerst gering. Neben dem Verbrauch selbst ist die Art der Energiegewinnung ein entscheidender Faktor:

Energiegewinnung aus regenerativen Quellen

Ungefähr 60 bis 70% der Miningpools stehen in China. Während das Land selbst weitestgehend aus der Kohle Energie gewinnt, stehen die Miner überwiegend in der Region Sichuan. In dieser Region befindet der Janktsekiang. Dabei handelt es sich um den längsten Fluss Chinas und Asiens. Die Energiegewinnung erfolgt dort fast ausschließlich aus Wasserkraft. Auch in anderen Regionen der Welt, in denen Bitcoin gemined wird, wird auf regenerative Energien gesetzt. Beispiele hierfür sind Island und Norwegen.

Das Lieblingsargument der Kritiker. Wie viel Wahrheit steckt dahinter? - Bitcoin ist eine digitale Währung und hat ähnliche Eigenschaften zu Geld. Daher kann Bitcoin - genauso wie Geld - für illegale Aktivitäten verwendet werden. Dies ist nicht auszuschließen.

 

Einige Aspekte sprechen sogar für Bitcoin, da mit Hilfe der Digitalwährung bestimmte Arten von (Cyber)kriminalität nicht möglich sind: BTC ist beispielsweise fälschungssicher. Bitcoin-Nutzer sehen außerdem immer im Voraus die vollen und absoluten Kosten. Maschen wie der Kreditkartenbetrug sind also bei BTC undenkbar. 

Die Zeiten des Wilden Westens sind vorbei

Hinzu kommt, dass Bitcoin, die im Rahmen einer illegalen Aktivität erbeutet wurden, gekennzeichnet werden können. Damit wird für alle ersichtlich, dass es sich um BTC aus illegalen Aktivitäten handelt. Dies ist bei normalen Geld nicht möglich.

 

Final können wir die Analogie zum Internet verwenden. Auch hier gibt es eine Nische, die das Konstrukt Internet für illegale Zwecke verwendet. In einem offenen System kann dies nicht ausgeschlossen werden. Genauso wie bei Bitcoin überwiegen jedoch die Vorteile für die guten und positiven Dinge, die damit getan werden können.

Fakt ist, dass Bitcoin bereits Momente und Anzeichen einer Blasenbildung hatte. Ökonomisch entsteht eine Blase dann, wenn die Bewertung eines Vermögenswertes aufgrund einer nicht rational getriebenen Nachfrage in die Höhe schießt. Die Bewertung entspricht dann nicht mehr dem fundamentalen Gegenwert, so dass die Blase platzt und eine Korrektur stattfindet.

 

Ein Beispiel hierfür ist der Kursanstieg im Jahr 2017. Die Kryptowährung erreichte erstmalig den Mainstream und stieg über das Jahr hin von anfangs 1.000 US-Dollar bis 20.000 USD. Viele Menschen hörten dabei zum ersten Mal von der Kryptowährung und wollten so schnell wie möglich auf diesen Zug aufspringen. Das Ergebnis war eine Überhitzung des Preises sowie des Netzwerks. In Folge dessen platzte die Blase und die Kryptowährung benötigte mehrere Monate um die Korrekturphase abzuschließen.

Nein, Bitcoin ist kein Pyramidensystem. Charakteristisch für ein Pyramidensystem ist die Notwendigkeit des konstanten Wachstums. Das Bitcoin Netzwerk benötigt hingegen kein Wachstum um funktionsfähig zu sein. Bereits eine handvoll Nodes sowie Anwender genügen, um Bitcoin zu betreiben. Die Anfangsjahre haben diesen ausdrücklich gezeigt.

Netzwerkeffekte bei Kommunikation und Infrastruktur

Fest steht jedoch auch, dass Bitcoin ein Netzwerk ist. Wie alle Netzwerke (bspw. Facebook oder das Internet selbst) entstehen mit der Zeit sogenannte Skalen- bzw. Netzwerkeffekte. Weitere Informationen hierzu findest in unserem Artikel: Bitcoin und der Netzwerkeffekt: Diese Daten helfen BTC zu bewerten

Da diese Aussage sehr subjektiv ist, gibt es hierauf keine pauschale Antwort. Fest steht jedoch, dass man auch weniger als 1 Bitcoin (BTC) kaufen kann. Die Kryptowährung ist teilbar und hat insgesamt 8 Nachkommastellen. Damit können selbst kleinste Beträge gekauft werden.

Die Blockchain selbst gehört zu den sichersten Netzwerken der Welt. Um Veränderungen auf ihr durchzuführen, müsste ein böswilliger Angreifer zu einem Zeitpunkt mehr als 51% der Rechenleistung aufbringen. Dies ist ein kaum realisierbares Vorhaben, da es mehrere Hundert-Millionen an Dollar kostet, eine enorme Infrastruktur benötigt und nach wenigen Minuten von den ehrlichen Netzwerkteilnehmern bemerkt werden würde. Damit wäre der Angriff annulliert.

Auch das sicherste Haus wird durch eine Tür betreten

Korrekt ist jedoch, dass Handelsplätze für Bitcoin gehackt werden können. Diese Gefahr besteht, ist real und wurde auch in der Vergangenheit bestätigt. Daher sollten Kryptowährungen nie länger als notwendig auf einer Börse gehalten werden. Damit sind es viel mehr die Eintrittpunkte zur Digitalwährung, die Gefahren mit sich bringen, als die Digitalwährung selbst.

Diese Aussage ist korrekt. Bitcoin ist keine Aktie und besitzt keine Anteilseigner, an die eine Dividende ausgeschüttet werden kann. Im Vergleich zu vielen deutschen oder amerikanischen Aktientiteln wirft die Kryptowährung somit keine Dividende ab. Wer auf eine regelmäßige Dividende verzichten kann, findet sicherlich Trost in dem Wachstum von Bitcoin. Die Performance sieht wie folgt aus:

  • 5 Jahre: +4158%
  • 3 Jahre: +280%
  • 1 Jahr: +25%

Diese Aussage ist zu verneinen. Die Kryptowährung ist unter anderem interessant als Investment, da sie unkorreliert zu klassischen Vermögenswerten ist und somit das eigene Portfolio gut diversifiziert.

 

Die im vorherigen Punkt aufgezeigte Kursperformance ist ebenso selbsterklärend. Desweiteren sind 83% der Käufer "in-the-money". Das heißt, dass 83% aller Käufer niedriger als zum aktuellen Bitcoin Kurs gekauft haben und somit in der Gewinnzone sind.

Ethereum 2.0 Münze gestapelt für Staking

Ethereum 2.0: Staking, der Übergang und was ihr beachten solltet!

Ethereum ist mal wieder in aller Munde. Analysten prognostizieren große Kurszuwächse, Fans beschwören Ethereum 2.0 als das Rückgrat des dezentralisierten Internets und Kritiker attestieren der Ethereum Foundation den Schuss ins eigene Knie durch das Umstellen auf Proof-of-Stake. Doch das Gesamtkonzept und der Startschuss von Ethereum 2.0 bleibt für viele ein Rätsel. Komplizierte technische Facetten, Fachsprache und Buzzwords machen es nur noch schlimmer. Deswegen soll dieser Artikel Licht ins Dunkel bringen und den Status Quo von ETH 2.0 einfach erklären. Viel Spaß beim Lesen und anschließenden diskutieren!

Skalierungsprobleme: Nicht nur bei Ethereum

Sowohl Bitcoin als auch Ethereum haben mit dem Problem der Skalierbarkeit zu kämpfen. Das bedeutet, dass die Transaktionen pro Sekunde durch den langwierigen und rechenintensiven Validierungsprozess einfach zu niedrig sind. Gerade für Netzwerke mit Anwendungen sind dadurch die Wachstumschancen und die Vorteile der Netzwerke eingeschränkt und nicht zukunftsträchtig.

Bei Bitcoin haben die Entwickler das Problem – zumindest teilweise – durch das Update „SegWit“ gelöst. In diesem Prozess entstand auch Bitcoin Cash als Hardfork von Bitcoin. Die Bitcoin Cash Community wollte lediglich die Blockgröße erhöhen, was als relativ simpel und kurzweilige Lösung angesehen wird. Bei Bitcoin gibt es außerdem noch das Lightning-Netzwerk als Skalierungslösung.

Was ist Ethereum 2.0? – Einfache und kurze Erklärung

Die Ethereum Entwickler haben sich nach langen Diskussionen und Tests auf eine andere Lösung für das Skalierungsproblem verständigt als bei Bitcoin. Diese beinhaltet die Änderung des Konsensmechanismus von Proof-of-Work auf Proof-of-Stake. Außerdem soll das Sharding als weitere Maßnahme eingeführt werden. Eine genaue Erklärung zum Sharding findest du im vorletzten Abschnitt des Artikels.

Ethereum 2.0 ist also ein Begriff unter dem eine Vielzahl von Updates und Entwicklungszielen zusammengefasst wird. Die offizielle Bezeichnung lautet Serenity, wenngleich der Begriff Ethereum 2.0 sich aber mehr oder weniger durchgesetzt hat. Das erklärte Ziel dabei ist es, das Netzwerk schneller und besser zu machen. Das umfasst einen erhöhten Transaktionsdurchsatz bzw. eine erhöhte Transaktionsgeschwindigkeit. Die Änderungen sollen bei möglichst gleichbleibender Sicherheit und Dezentralität durchgeführt werden. Wie das im Detail aussehen soll, schauen wir uns jetzt an.

Phasen und Start von Ethereum 2.0

Die Umstellung des Netzwerks auf Ethereum 2.0 ist daher nicht nur ehrgeizig, sondern bedarf vor allem einer sauberen Planung, denn eine Umstellung so vieler verschiedener Komponenten birgt für ein komplexes und großes Netzwerk wie Ethereum große Gefahren. Daher ist das Projekt auch in mehrer Phasen unterteilt, die sich im Übrigen bereits mehrfach verschoben haben.

Die größte Herausforderung an dieser Stelle ist es, dass die ETH-Blockchain (1) während dieser verschiedenen Phasen weiterläuft. Dadurch ist die ganze Sache besonders aufwendig und kompliziert. ConsenSys hat hierzu auch ein tolles kurzes Erklärvideo, welches jedoch leider nur auf Englisch ist:

Phase 0: „Beacon Chain“

Die Phase 0 steht kurz vor dem Start, denn für die Beacon Chain gibt es bereits einen Block Explorer und ein Wechselinterface von PoW auf PoS. Jedoch steht das genaue Release noch in den Sternen, denn das ursprüngliche Datum vom 3. Januar wurde auf den 31. Juli verschoben und nun erstmal auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. Unbefriedigend, aber so läuft es eben auch in einem so großen und komplexen Prozess. Das schlimmste wäre, wenn irgendetwas schiefgeht und das will das Team natürlich verhindern. Dennoch werden wir wohl 2020 den ersten Schritt Richtung Ethereum 2.0 sehen.

Die Beacon-Chain ist das Kernstück des neuen Konsensmechanismus. Sie ist sozusagen der Dirigent im Ethereum 2.0 Orchester, weil von ihr aus andere Blockchains verwaltet werden sollen. In Phase 0 geht es also darum, mit Tausenden von Validatoren, die auf der ganzen Welt verteilt sind, einen Konsens zu erzielen. Die Beacon Chain übernimmt neben der Organisation von Validatoren auch die Zuordnung der einzelnen Shards. Dazu kommen wir später noch.

Die technische Herausforderung der Phase 0 liegt darin, die vielen Validatoren unter einen Hut zu bekommen und dabei keine Kompatibilitätsprobleme zu erzeugen. Diese könnten die großen Infrastrukturen von vielen ERC20-Token wie Tether, Chainlink, BAT und Co. stören. Ethereum 1.0 soll während dieser Phase nämlich wie gewohnt funktionieren.

Die Teilnahme an der Beacon Chain wird über einen Deposit Contract geregelt. Dabei müssen 32 ETH in einen Smart Contracts eingezahlt werden, um dann als Validator der Beacon Chain agieren zu können. Die 32 Ether sind damit gelockt und können nur auf Verzicht des Validatoren Status zurückgeholt werden.

Zur Erinnerung: Validatoren sind Teilnehmer im PoS-Netzwerk, die die Transaktionen des Netzwerks verarbeiten und sie untereinander an die anderen Teilnehmer im Netzwerk weiterleiten. Sie werden dafür mit Transaktionsgebühren und neu geschaffenen ETH Tokens belohnt: Ethereum 2.0 Mining.

Phase 1: „Sharding“

Kommen wir nun zur Phase 1, dem Sharding. Während es in Phase 0 also um den Konsens zwischen Ethereum 1.0 und Ethereum 2.0 ging, wird die Phase 1 eine weitere Neuerung bringen: Die Sharding Chains.

Der Begriff „Sharding“ stammt aus der Datenbankterminologie und bedeutet, dass eine einzelne große Datenbank in kleinere, leichter zu handhabende Teile zerlegt wird, so dass die Daten schneller und effizienter abgerufen und verarbeitet werden können. Das Sharding einer Datenbank ermöglicht es, dass die Gesamtdatenmenge in einzelne leicht verdauliche Portionen aufgeteilt wird (=Shards). Dadurch können Abfragen einzelner Datenelemente gezielter und schneller verarbeitet werden. Im Github von Ethereum 2.0 beschreibt das Team es so:

„Wir wollen in der Lage sein, mehr als 10.000 Transaktionen pro Sekunde zu verarbeiten, ohne jeden Knoten zu zwingen, ein Supercomputer zu sein.“

Die Beacon Chain bzw. die Validatoren spielen hierbei wieder eine wichtige Rolle, denn sie sorgen dafür, dass die entstandenen Shards auch mit der Beacon Chain im Konsens sind. Die Shards sind somit immer an die Sicherheit der Beacon Chain gekoppelt. Eine sehr wichtige Komponente um das Netzwerk vor möglichen Angriffen zu schützen.

Für die Phase 1 sind bis jetzt 64 solcher Sharding Chains (Shards) geplant, die jeweils 1 bis 4 MB/s Daten verarbeiten können. Shards werden in dieser Phase also noch keine „vollständigen“ Chains sein, die auch Smart Contracts durchführen können. Dies ist zu einem späteren Zeitpunkt von Ethereum 2.0 geplant, auf den wir gleich zu sprechen kommen. Dennoch bietet die reine Datenauslagerung bereits ein hohes Skalierungspotenzial für dApps.

Phase 2: Abschluss von ETH 2.0

Den Abschluss von Ethereum 2.0 stellt dann die Phase 2 dar. Hier werden zu den geplanten 64 Shards weitere hinzukommen und auch die Funktionalität der Shards wird erweitert. Sie können ab Phase 2 neben Daten und Transaktionen auch Smart Contracts verarbeiten. Damit sind die Shards dann vergleichbar mit der heutigen Ethereum 1.0 Blockchain nur eben in viele Äste aufgeteilt. Jede dezentrale Applikation kann dadurch auf einer eigenen „Blockchain“ laufen die allesamt an den Stamm, die Beacon Chain, gebunden sind. Die Skalierung und der Durchfluss wird sich dadurch massiv verbessern.

Dazu sagt Danny Ryan, Ethereum Entwickler:

Auf die gleiche Weise, wie Ethereum bitcoin abstrahierte, um Smart Contracts auf einer Blockchain zu ermöglichen, wird ETH2 ETH1 abstrahieren, um das Wesen der Blockchainberechnung selbst neu zu definieren.

Laut Danny Ryan gibt noch eine Reihe von nicht abgeschlossener Forschungsfragen zu einigen Komponenten von Ethereum 2.0. Dazu zählen wie Daten bereitgestellt und gespeichert werden können, ohne das die Dezentralisierung beeinträchtigt wird. Es besteht nämlich die Gefahr dass Kartelle von Datenanbietern das Netzwerk monopolisieren. Doch auch dazu werden noch Lösungen erscheinen, so Ryan.

Bis wir an diesem Punkt angelangt sind, ist es aber noch ein weiter Weg. Die Umsetzung von Phase 2 und damit die Finalisierung von Ethereum 2.0 wird nicht vor Ende 2022 passieren.

Die wichtigsten Fragen für ETH Investoren

In diesem Abschnitt wollen wir uns kurz den am häufigsten gestellten Fragen rund um Ethereum 2.0 widmen. Wenn ihr weitere Fragen oder Ergänzungen habt, schreibt uns gerne einen Kommentar. Wir werden diesen Artikel regelmässig updaten.

Wie tausche ich meine ETH in ETH 2?

Die Antwort auf diese Frage ist so unklar wie die Einhaltung der Roadmap von Ethereum 2.0. Da es aber ohnehin geplant ist, dass ETH 1 zu ETH 2 übergehen wird, ist es kein Problem diese weiter zu halten. Wie oben erklärt wird die Beacon Chain dafür sorgen, das bis dahin alles weiterläuft wie gehabt. Jimmy Ragosa hat hierfür einen schönen Vergleich:

Stellen wir uns also ETH 1 als einen Bus mit Passagieren vor, während ETH 2 ein Zug ist, der aber gerade noch gebaut wird. Sobald Phase 0 und damit auch das Staking beginnt, können die Passagiere aus dem Bus aussteigen und den Zug nutzen. Am Ende sitzen alle Passagiere im Zug und der Bus ist sozusagen Teil des Zugs geworden.

Wo kann ich ETH 2.0 kaufen?

Wie oben beschrieben wird es kein neues ETH geben. Die ETH werden über einen Smart Contract bei Ethereum 1.0 hinterlegt und dann in Ethereum 2.0 überführt. Dieser Prozess ist nur in eine Richtung möglich und die Beacon Chain sorgt dafür, dass dieser Prozess parallel laufen kann, bis in Phase 2 dann ein kompletter Wechsel stattgefunden hat. Das neue und alte ETH wird dann weiterhin bei allen gängigen Börsen zum Kauf zur Verfügung stehen.

Ethereum 2.0 Staking – Wie kann ich ETH staken?

Aktuell ist noch kein Staking von Ethereum möglich. Dies wird sich aber mit Phase 0 von Ethereum 2.0 ändern. Um am Staking teilzunehmen, gibt es dann 2 verschiedene Möglichkeiten:

  1. Du hinterlegst 32 ETH in dem dafür vorgesehenen Smart Contract auf Ethereum 1.0. Damit werden die ETH dann zu Validator Guthaben auf der Ethereum 2.0 Beacon Chain. Dieser Vorgang ist unumkehrbar, das bedeutet, dass du in Phase 0 die ETH nicht mehr transferieren kannst. Dies ist erst wieder ab Phase 2 (2022) möglich. Außerdem musst du als Validator Blöcke validieren und organisieren, da ansonsten Strafen anstehen könnten. Ohne ins Detail zu gehen, eignet sich diese Variante eher für fortgeschrittene Nutzer.
  2. Eine andere Möglichkeit ETH Staking zu betreiben, werden Staking Pools sein. Hier sammeln Investoren kleinere Beträge an ETH um auf die geforderten 32 ETH pro Validator Knoten zu kommen. Über die entsprechenden Angebote werden wir euch noch informieren. Börsen wie Binance oder andere gängige Börsen werden diesen Service mit Sicherheit anbieten. Diese Variante empfehlen wir den Anfängern unter euch, die dennoch gerne ETH staken wollen.

Was kann man mit ETH Staking verdienen?

Was du konkret beim Ethereum 2.0 Staking verdienen kannst, hängt maßgeblich von der Anzahl an Validatoren im Netzwerk ab. Außerdem entstehen auch Kosten durch das Betreiben eines Validator Knotens. Diese Kosten könnten auch bei einem Staking Service anfallen. Es gibt daher verschiedene Rechner den Staking Reward auszurechnen. Auf Grund noch einiger unklarer Informationen und möglicher Änderungen ist dies jedoch nur als Schätzung zu sehen.

Hier ist ein Beispiel für das Staking von 32 ETH, bei einem Validator der immer läuft und im gesamten Netzwerk rund 90% der Validatoren aktiv sind. Dabei sind aber nur 1% aller verfügbaren ETH gestaked. Die Preisannahme ist bei 244 USD.

ETH Staking Beispielrechnung

Dadurch ergibt sich eine satte Rendite von 14,23%, für die sich das Staking durchaus lohnen kann. Aber eine Änderung der ingesamt gestakten ETH führt zu einer deutlichen Reduzierung. Gehen wir also davon aus, dass 10% aller ETH gestaked werden, sinkt die Rendite merklich auf 4,5%.

ETH Staking Beispielrechnung

Das Staking wird bei Ethereum in jedem Fall ein wesentlicher Use-Case, der auch die Preis Performance beeinflussen kann. Dies sehen wir aktuell beispielsweise bei der Vorfreude auf das Staking Update bei Cardano.

Fazit

Dezentralisierung, Robustheit, Sicherheit, Einfachheit, Langlebigkeit – das sind die Prinzipien, die sich Ethereum 2.0 auf die Fahne geschrieben hat. Es scheint als sähe die Zukunft für ETH also rosig aus. Es gibt keine anderen Smart Contract Blockchain mit auch nur annähernd der kritischen Masse an Forschern, Entwicklern, Benutzern und Projekten wie Ethereum.

Bis zu 4.000 Transaktionen pro Sekunde soll das neue Netzwerk dann im besten Fall stemmen können, so Vitalik Buterin. Eine Versprechung die erstmal eingehalten werden muss. Der Weg scheint hierbei noch deutlich weiter zu sein als die Roadmap vorgibt. Immer wieder kommt und kam es zu Verzögerungen. Wie aber Andreas Antonopoulos einst sagte:

Ethereum kann sich nur selbst zerstören.

Genau das will die Ethereum Foundation natürlich verhindern. Ein Drahtseilakt, da im Hintergrund andere Projekte mit ihren Skalierungslösungen bereits in den Startlöchern stehen. Am Ende entscheidet aber das größte Netzwerk den Kampf um die Nutzer für sich und das ist im Smart Contract Bereich aktuell ganz klar Ethereum.

Eine so große Änderung einer bereits arbeitenden Blockchain ist mit einer Operation am offenen Herzen vergleichbar. Die Erwartungen sowie die Verantwortung an die Entwickler ist hoch, aber ebenso auch das Risiko und das Potential. Wir bleiben wie immer dran und halten euch auf dem Laufenden!

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[Bildquelle: Shutterstock]