Bitcoin Münze auf Platine

Was ist Bitcoin (BTC)? – Die Kryptowährung Nr. 1 verstehen

Was ist Bitcoin (BTC)? – Diese Frage hat sich die Mehrheit der Deutschen Bevölkerung bereits gestellt. Eine Umfrage des Bundesverbandes für  Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) aus dem Jahr 2018 bestätigt diese Annahme und zeigt, dass rund 64% der Bevölkerung bereits einmal vom sogenannten Bitcoin gehört oder aber gelesen haben. Das Phänomen und die Anziehungskraft der Kryptowährung wird hierbei bereits deutlich, denn im Jahr 2013 hatten gerade einmal 14% der Bevölkerung von Bitcoin gehört.

Der Unterschied zwischen „ich habe etwas gehört“ und „ich habe etwas verstanden“ ist jedoch enorm und so zeigt eine weitere Umfrage der Postbank aus dem Jahr 2018, dass wiederum 80% der Deutschen wenig bis gar keine Ahnung von Kryptowährungen haben. Unsere Reaktion auf diese Zahlen war eindeutig: Es bedarf einer Anlaufstelle, die seriös und transparent Aufklärungsarbeit leistet und den Menschen erklärt, was Bitcoin (BTC) ist.

Bitkom Umfrage aus 2018 zur Bekanntheit von Bitcoin in Deutschland. Quelle: statista.de

Mit diesem Artikel möchten wir daher für dich als Leser eine Grundlage schaffen. Vorweg: Bitcoin gleicht tatsächlich einer Wissenschaft, denn die größte und bekannteste Kryptowährung enthält Elemente aus der Informatik, Soziologie und Volkswirtschaftslehre. Um das Konstrukt Bitcoin ganzheitlich zu verstehen, benötigt es sowohl Zeit als auch Lernbereitschaft. Wir haben diesen Artikel bewusst so geschrieben, dass er sich für jeden Einsteiger eignet, der sich grundsätzlich über BTC informieren möchte. Du als Leser darfst dieses Dokument also als Startpunkt und Anker sehen.

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Aufbau und Zielsetzung des Artikels

Unser Ziel ist es, dir einen ganzheitlichen Blick aufzuzeigen und somit verschiedene Aspekte der Kryptowährung Bitcoin zu beleuchten. Wir beginnen mit einer kurzen Zeitreise in die 90er Jahre und der Frage, ob es bereits digitale Währungen oder ähnliche Ideen vor Bitcoin gab. Anschließend geht es um die Grundidee der Kryptowährung, sowie die technischen Elemente, die dieses komplette Konstrukt erst ermöglichen.

Obwohl die Chronik von BTC nur 11 Jahre alt ist, kann die bekannteste Kryptowährung der Welt bereits eine bewegte Geschichte vorweisen, auf die wir ebenso eingehen möchten. Diese Ereignisse dürfen gerne als Impuls und Inspiration für weitere Recherchen verstanden werden. Zum Abschluss blicken wir in die heutige Zeit und beleuchten den Status-Quo von Bitcoin aus verschiedenen Perspektiven. Hierbei stellen sich Fragen zur aktuellen Verbreitung sowie Nutzung und dem allgemeinen Interesse seitens großer Firmen und Gesellschaften.

Was ist Bitcoin (BTC)? - Ein Überblick

Die Ursprünge von Bitcoin

Dieser Abschnitt beginnt mit einem klaren Statement und einer Definition von Bitcoin, ein Satz der eigentlich alles aussagt:

Bitcoin ist die erste, weltweit akzeptierte, digitale und komplett dezentrale Währung.

Damit stellt die Kryptowährung eine klare Innovation dar und ist ein Novum in der menschlichen Geschichte des Geldes. Dennoch gibt es eine interessante Historie von früheren Ansätzen digitales Geld zu etablieren. Einige dieser Ansätze haben bereits wichtige, technische Elemente verwendet, die nun auch bei Bitcoin selbst zum Tragen kommen.

1977: Asymmetrische Verschlüsselung als Auftakt

Der Beginn der modernen Verschlüsselung lässt sich auf das Jahr 1977 datieren. In diesem Jahr veröffentlichten die drei Mathematiker Ron Rivest, Adi Shamier und Leonard Adleman einen Algorithmus zur Verschlüsselung von Daten. Der Name dieser Verschlüsselungsmethode heißt gemäß der Nachnamen der drei Herren RSA. Die Methode war revolutionär und bildete die spätere Grundlage für die Entwicklung der sogenannten Secure Hashing Algorithms (SHA).

Warum sind all diese Fakten überhaupt wichtig und welche Relevanz haben sie? – Jegliche Art der Verschlüsselung über das Internet läuft heute über asymmetrische Verschlüsselung und einen SHA-Algorithmus. Egal ob es dein Online-Banking, dein Kauf über Amazon, das Versenden via PayPal oder die Übertragung persönlicher Daten ist. Auch das Bitcoin Netzwerk verwendet einen SHA-256 Algorithmus als eines der wichtigsten Bestandteile.

Zurück zur Historie: Nachdem die Mathematiker 1977 die Idee von RSA veröffentlichten, verbreitete ein Kryptograph namens David Chaum 1982 ein wissenschaftliches Papier, welches mithilfe dieser Methoden ’nicht nachverfolgbare Zahlungen‘ ermöglichte. Ab diesem Zeitpunkt haben sich viele sogenannte Cypherpunks (=technisch versierte Menschen mit Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre) das Ziel gesetzt, Software zu entwickeln, die zensurresistent ist und die Privatsphäre jedes Individuums respektiert. Und so kamen über die Jahre bis hin zur Entstehung von Bitcoin im Jahr 2008/2009 verschiedene Vorschläge zu digitalen Währungen, die auf dem Prinzip der asymmetrischen Verschlüsselung basierten.

1983 – 2005: Von eCash zu BitGold

Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Übersicht der bekannteste Entwicklungen, die vor Bitcoin entstanden sind.

Name Erfinder Jahr Beschreibung und Idee
eCash
David Chaum
1983
Halb-Dezentrales elektronisches Geld für kleine Zahlungen
Hashcash
Adam Back
1997
Keine digitale Währung. Vielmehr ein System, um digitale Knappheit zu erzeugen. Idee des Proof-of-Work.
B-Money
Wei Dai
1998
Zwei Vorschläge von dezentralem, digitalem Geld. Eine Währung ähnlich zu Bitcoin, die andere zu Ethereum.
RPOW
Hal Finney
2004
Dezentrales Geldsystem, auf Basis eines Proof-of-Work Algorithmus.
Bit Gold
Nick Szabo
2005
Dezentrales Geld auf Basis von Hashcash. Bereits sehr ähnlich zu Bitcoin.

31. Oktober 2008: Die Geburtsstunde von Bitcoin

In Mitten der Höhepunkt der Finanzkrise von 2007/2008 veröffentlichte eine bis heute unbekannte Person mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto eine wissenschaftliche Arbeit mit dem mittlerweile legendären Titel:

Bitcoin: A peer-to-peer electronic cash system

In diesem Whitepaper beschreibt Nakamoto die technische Funktionsweise und legte somit den Grundstein für die bekannteste Kryptowährung der Welt. 

Wenn du mehr über den Gründer und die Spekulationen zu dessen Identität erfahren möchtest, dann schaue dir unseren Artikel zu Satoshi Nakamoto an.

Im folgenden Abschnitt werfen wir nun einen Blick auf das Bitcoin Protokoll. Dabei handelt es sich um den eben beschriebenen Grundstein, den Nakamoto am 31. Oktober 2008  mit der Veröffentlichung des Whitepapers legte.

Wie funktioniert Bitcoin? – Das Protokoll

Das Bitcoin Protokoll bildet die Grundlage für das Netzwerk und enthält alle wichtigen Regeln, damit BTC in einer ordnungsgemäßen Art und Weise funktioniert. Dabei gibt es 4 entscheidende Elemente, die das Fundament bilden: die Blockchain, Nodes, Miner und der Konsensalgorithmus Proof-of-Work (PoW).

Die 4 wichtigsten Pfeiler des Netzwerkes

In der nachfolgenden Tab-Darstellung gehen wir auf die jeweiligen Elemente näher ein und erläutern deren Funktion im Netzwerk.

  • Blockchain
  • Nodes
  • Miner
  • Proof-of-Work (PoW)

Der Begriff Blockchain kann im Deutschen etwa mit einer verketteten Liste übersetzt werden. Technisch gesehen gehört die Blockchain zu den sogenannten Distributed Ledger Technologien (DLT).

Es handelt sich hierbei um eine verteilte Datenbank, deren Inhalt über ein weltweites Netzwerk von Computern (Nodes) repliziert und verteilt wird.

Diese Datenbank beinhaltet alle Transaktionen (=Überweisungen), die jemals über das Bitcoin Netzwerk getätigt wurden. Transaktionen werden hierbei gebündelt und anschließend in einen sogenannten Block gepackt. Die Blockchain besteht somit aus mehreren Blöcken, die jeweils Transaktionen beinhalten.

Manipulations- und Zensurresistenz als Vorteil

Die Verkettung entsteht dadurch, dass jeder einzelne Block eine Verlinkung (=Prüfsumme) auf den vorherigen Block hat. Das Konzept ist so aufgebaut, dass eine Änderung in einem einzigen Block zur Änderung aller nachstehenden Prüfsummen führen würde. Damit kann sichergestellt werden, dass Manipulationen sofort auffallen würden.

Mehr Informationen erfährst du in unserem Artikel: Was ist eine Blockchain? - Einordnung, Eigenschaften und Use Cases

Nodes sind die Knotenpunkte im weltweiten Netzwerk der Bitcoin Blockchain. Sie speichern die Kopie der Blockchain und sorgen für die ordnungsgemäße Verarbeitung neuer Transaktionen

Wir haben gerade beschrieben, dass eine Blockchain eine verkettete Liste ist. Dabei werden immer neue Blöcke an das aktuelle Ende gehängt.

Wie entstehen eigentlich Blöcke in der Blockchain?

Neue Blöcke entstehen durch Miner. Hierbei handelt es sich (einfach gesagt) um eine besondere Gruppe, die spezielle Hardware verwendet, mit deren Hilfe besonders komplexe mathematische Aufgaben gelöst werden können. Mit der Lösung dieser Aufgaben entstehen neue Blöcke. Da die Maschinen der Miner nicht nur viel Energie benötigen, sondern auch in der Anschaffung Kosten haben, werden Miner für das Schaffen von Blöcken belohnt. Die Belohnung besteht hierbei aus einer gewissen Menge an Bitcoin, welche alle 4 Jahre halbiert wird. Der Grund für diese komplexen Rechenaufgaben liegt im Proof-of-Work Algorithmus, den wir uns als nächstes anschauen.

Mining ist ein sehr wichtiger Prozess, da er zur Sicherheit des gesamten Netzwerks beiträgt und für die Stabilität und Funktionsweise sorgt.

Unter Proof-of-Work (PoW) versteht man einige Regeln für das Netzwerk. Hierbei geht es beispielsweise um die Frage, wie man erkennt, welche Blockchain die "richtige" ist und welcher neue Block tatsächlich der "wahre" Block ist.

Dieser Art von Algorithmus setzt einen Rechen- sowie Energieaufwand voraus. Da für die Maschinen sowie die Energiekosten enorm hohe Fix- und variable Kosten anfallen, sorgt dieser Algorithmus für mehr Sicherheit. Miner haben nämlich aufgrund des finanziellen Risikos kein Interesse an einer Manipulation, sondern sind eher daran interessiert, das Modell Mining zu einem Geschäft zu machen.

Zugegebenermaßen sind die eben beschriebenen Punkte komplex und man benötigt im Normalfall ein gewisses Grundverständnis für das Thema IT und Kryptographie.

Was eben noch in einem technischen Tonus erklärt wurde, hat jedoch leicht verständliche Konsequenzen für jede Person, die Bitcoin real nutzen möchte.

Die praktischen Vorteile des Protokolls

Dadurch, dass die Bitcoin Blockchain eine verteilte Datenbank ist, entsteht der immense Vorteil, dass alle Datensätze weltweit bei unterschiedlichen Personen und Gruppen verteilt sind. Dies hat den enormen Vorteil, dass die Macht und die Kontrolle über diese Daten nicht bei einer einzigen Gruppe liegt, der wir als Anwender vertrauen müssen.

Entscheidungen des Netzwerks werden immer im Kollektiv getroffen. Damit hast du als potenzieller Nutzer der Blockchain niemals ein Vertrauensproblem und kannst immer von zuverlässigen Daten ausgehen. Selbst, wenn einzelne Knotenpunkte ausfallen oder gar manipuliert werden, können wir sicher sein, dass die Mehrheit der Teilnehmer die richtigen Daten hat. Die Dezentralität unterstreicht außerdem die Zensurresistenz des Netzwerks.

Ein weiterer enormer Vorteil von Bitcoin besteht in den Transaktionen selbst. Falls du in deinem Leben vielleicht bereits eine Auslandsüberweisung getätigt hast, müsstest du merken, wie viele Hürden es hierbei gibt:

Beginnend bei den Kosten für die Überweisung über horrende Wechselkurse bis hin zur langen Verarbeitung von Transaktionen. Das Bitcoin Netzwerk vereinfacht diesen Prozess und lässt jede Person mit einem Zugang zum Internet am Netzwerk teilhaben. Dabei können BTC weltweit zu günstigen Konditionen und in minutenschnelle versendet werden. 

Dass Bitcoin allerdings nicht nur ein technisches Konstrukt ist, sondern auch eine politische Komponente hat, siehst du im folgenden Abschnitt. Besonders die Inhalte der Jahre 2008 und 2009 zeigen dir, dass Bitcoin angewandte Geldpolitik ist und mehr als eine digitale Währung darstellt.

Der Weg von 0 zu 20.000 US-Dollar

Am 31.10.2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto das Whitepaper von Bitcoin. 3 Monate später, am 03.01.2009, ging die Bitcoin Software live und die Kryptowährung konnte zum ersten Mal verwendet werden. Damit ist BTC fast 12 Jahre alt.

In diesen fast 12 Jahren hat die größte Kryptowährung der Welt Höhen und Tiefen erlebt. Die Reise all derjenigen Menschen, die das Projekt seit Beginn an mitverfolgt haben, ist wohl kaum vorstellbar. Um dir als Einsteiger ein Gefühl zu geben, wie bewegend die Historie Bitcoins tatsächlich ist, haben wir im Folgenden die wichtigsten Ereignisse seit 2008 zusammengefasst.

Es ist der 15. September 2008. Die Welt steht buchstäblich am Höhepunkt der Finanzkrise. Die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers, welche eine 150-jährige Historie vorzuweisen hat, beantragt offiziell Insolvenz. In Folge dessen erweiterte sich die Finanzkrise zu einer Banken- und Immobilienkrise. Die Welt stand unter dem Eindruck vieler negativer Faktoren, die zur Krise geführt hatten.

Eine gefährliche Kombination aus falschen Kreditbewertungen von Ratingagenturen, einer Blase am Immobilienmarkt, Schattenbanken und vor allem einer steigenden Einkommensungleichheit führte zu einer der eindrucksvollsten Wirtschaftskrisen der Neuzeit.

Das Bitcoin Whitepaper entsteht

Geprägt von den Eindrücken und den Konsequenzen dieser Misswirtschaft, veröffentlichte rund 6 Wochen später eine bis heute unbekannte Person ein Whitepaper zu einer digitalen Währung. Diese digitale Währung hieß Bitcoin und stellte ein völlig konträres Konzept zur bisherigen (keynesianischen) Geldpolitik dar.

Am 03.01.2009 wurde der erste Block der Bitcoin Blockchain geschaffen. Dieser erste Block wird im Übrigen Genesis-Block genannt. Der Begriff kommt hierbei aus dem Altgriechischen und kann mit "Schöpfung", "Geburt" oder "Entstehung" übersetzt werden. Bereits seit der ersten Stunde ist klar, dass es sich bei der Kryptowährung nicht nur um eine reine Währung handelt.

Wie fast alle Währungen ist auch sie ein politisches und wirtschaftliches Statement. Geprägt von den Auswirkungen und den notwendigen Rettungen vieler Banken verankerte Satoshi Nakamoto einen einzigen Satz im ersten Block.

Eine geheime Botschaft an die Nachwelt

Dieser einzige Satz hat jedoch bis heute eine starke Wirkung und unterstreicht die Vision Nakamotos.

The Times 03/09/2009: Chancellor on brink of secound bailout for banks

Aus der heutigen Sicht wissen wir, dass der gewählte Titel die Schlagzeile der Ausgabe der britischen Tageszeitung "The Times" vom 03. Januar 2009 war.

Übersetzt werden kann der Titel im Deutschen mit dem Satz "Finanzminister vor zweiter Bankenrettung".

Dies ist eine offensichtliche Kritik an die politische Führung sowie deren ständiges Bestreben die Banken – trotz unlauteren Verhaltens – um jeden Preis zu retten.

Die original Zeitung aus 2009 ist heute übrigens sehr viel Geld wert und ein echtes Sammlerstück.

Im Jahr 2010 entstand die erste Bitcoin Börse namens BitcoinMarket.com. Damit war es zum ersten Mal möglich die Kryptowährung zu erwerben sowie zu handeln.

Im selben Jahr startete auch eine weitere Börse, die den Namen Mt. Gox trägt und im Jahr 2014 eine tragende Rolle spielen sollte.

Der Bitcoin Pizza Tag

Am 22.05.2010 wurde zudem die erste offizielle Bezahlung mit Bitcoin für eine Ware getätigt. Bei der Ware handelte es sich um 2 große Pizzen, die ein Entwickler namens Laszlo Hanyecz für 10.000 BTC kaufte. Zur damaligen Zeit entsprach dies einem Gegenwert von 30 US-Dollar.

Zum heutigen Zeitpunkt (03.06.20) haben die 10.000 Bitcoin einen Gegenwert von 95 Millionen US-Dollar.

Dies ist wohl der Preis, den man als Pionier zahlen muss. Als Hommage an den Entwickler gilt der 22. Mai innerhalb der Kryptowelt nun offiziell als Pizza Day.

Im Jahr 2011 kamen die ersten Abwandlungen von Bitcoin auf den Markt. Das Thema Kryptowährungen wurde populär und so entstanden neue Coins.

Die bekanntesten Kryptowährungen, die 2011 entstanden, sind Litecoin (LTC), Namecoin (NMC) und Swiftcoin (SWIFT).

Im Abschnitt über die Technologie haben wir gelernt, dass Miner für die Aufrechterhaltung und Sicherung des Netzwerks eine Belohnung erhalten.

Dieser Prozess stellt die Entstehung von Bitcoin dar und ist die einzige Art und Weise wie BTC geschaffen werden kann.

Senkung der Inflationsrate und Knappheit als Wertespeicher

Im Gegensatz zu unseren Währungen findet bei Bitcoin eine bewusste und regelmäßige Verknappung des Angebots statt. Dabei halbiert sich die Menge an BTC, die die Miner als Belohnung erhalten, durchschnittlich alle 4 Jahre.

Dieser Prozess ist enorm wichtig, da er für Knappheit sorgt. Knappheit wiederum ist in der Ökonomie und Volkswirtschafslehre ein wichtiges Attribut für einen Wertspeicher.

Dieses Event der Halbierung wird als Bitcoin Halving bezeichnet und fand 2012 zum ersten Mal statt.

Im Jahr 2013 ist viel geschehen. Dazu gehört beispielsweise ein rasanter Anstieg des Bitcoin Kurs, der die digitale Währung von rund 100 Dollar zu Beginn des Jahres auf 1.000 Dollar im Dezember 2013 brachte.

In Folge dieses explosiven Anstiegs erhielt die Kryptowährung nicht nur mediales Interesse, sondern wurde zum Diskussionsgegenstand verschiedener Staaten:

China verbietet Bitcoin; die USA debattiert über die Kryptowährung

Die Volksrepublik China sorgte 2013 für ein Gesetz, welches allen chinesischen Banken Transaktionen im Zusammenhang mit Bitcoin verbot.

Der US-Kongress debattierte 2013 ebenso über die Auswirkungen der Kryptowährungen. Ein nachhaltiges Ergebnis blieb hierbei jedoch aus.

Die Bitcoin Börse Mt. Gox dominierte in den Jahren 2011 bis 2014 den Handel mit der beliebtesten Kryptowährung. Zur Hochzeit im Jahr 2013 wurden 70% des weltweiten Handels mit Bitcoin über Mt. Gox abgewickelt.

Nach einer Serie von Hacks und dem Totalverlust für alle Anleger blieb nicht nur der finanzielle Schaden, sondern auch großes Misstrauen innerhalb der Community.

Die Börse stellte 2014 ihre Geschäfte final ein. Noch bis heute zittern Investoren um ihre Bitcoins von damals.

Als Konsequenz des Shutdowns von Mt. Gox herrschte eine Art Depression innerhalb der Bitcoin Community.

Der Bitcoin Kurs fiel seit seinem Hoch von 1.000 Dollar im Dezember 2013 auf einen Kurswert von 195 Dollar im Januar 2015. Über den Jahresverlauf stabilisierte sich der Kurs und beendete das Jahr mit einem Kurswert von rund 430 Dollar.

Im Jahr 2016 fand das zweite Bitcoin Halving der Geschichte statt.

Lightning Netzwerk als Lösung für Bitcoin

Zudem wurde 2016 ein Konzept vorgestellt, welches als Lightning Netzwerk bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine potenzielle Lösung für Bitcoin, die es dem Netzwerk in der Theorie ermöglicht in sekundenschnelle, tausende von Transaktionen zu verarbeiten.

Im Jahr 2017 haben viele Menschen wohl zum ersten Mal von der Kryptowährung Bitcoin gehört. Nachdem die digitale Währung auf einen Kurs von 20.000 Dollar angestiegen ist, berichteten Medien weltweit über das Phänomen Bitcoin. Neben diesem Kursanstieg, gab es aber noch weitere interessante Punkte.

CME führt Bitcoin Futures ein

Jede Anlageklasse, die im Becken der großen Fische mitschwimmen möchte, benötigt einen Derivatemarkt. Der Handel mit Futures, Optionen und weiteren Finanzprodukten ist im klassischen Finanzmarkt viel bedeutender als der sogenannte Spotmarkt.

Insofern war ein wichtiger Schritt für Bitcoin als die Chicago Mercantile Exchange (CME) die Einführung von Bitcoin Futures bekanntgab. Bei der CME handelt es sich um eine der größten und ältesten Börsenplätze weltweit.

Der Bitcoin Cash Hardfork

Ein weiteres wichtiges Ereignis im Jahr 2017 war der sogenannte Bitcoin Cash Hardfork. Dabei entstand eine Abwandlung von Bitcoin, die sich in gewissen Eigenschaften von BTC unterscheidet.

Weitere Informationen zu einem Fork und Bitcoin Cash, findest du in unserem Artikel: Welcher Bitcoin ist der beste? - BTC, BCH, BSV, BTG & Co.

 

Im Jahr 2018 machte eine Zahl die Runde, die Bitcoin das Attribut des 'digitalen Goldes' verlieh. Wie bereits erwähnt, entstehen neue Bitcoin im Rahmen des Miningprozesses. In diesem Artikel haben wir außerdem darüber gesprochen, dass das verfügbare Angebot an neuen BTC im Durchschnitt alle 4 Jahre durch das Bitcoin Halving halbiert wird.

Inflation nimmt mit der Zeit ab

Die Konsequenz daraus ist, dass am Anfang sehr viele Bitcoins schnell verteilt wurden. Dies geschah zu einer Zeit als BTC selbst noch einen geringen Wert hatte.

Während der Kurs der Kryptowährung über die Zeit jedoch stieg, verringerte sich das Angebot an neuen Bitcoins, die auf den Markt kommen. Knappheit entsteht.

80% aller Bitcoins bereits vergeben

Im Januar 2018 waren demnach 16 von insgesamt 21 Millionen BTC gemined. Damit waren rund 80% aller Bitcoin bereits im Umlauf.

Im Jahr 2019 öffnete die Future-Plattform Bakkt für den Handel mit Bitcoin Futures. Die Besonderheit lag darin, dass hierbei echte, also physische, Bitcoins erworben werden konnten.

Desweiteren zeigte Bakkt, dass auch große institutionelle Anleger an Bitcoin als Investitionsobjekt interessiert sind.

Die Futures an der CME hingegen waren lediglich cash-settled. Mehr Informationen zu dem Thema Bitcoin Futures findest du hier in unserem Artikel.

Keine Regulierung für Bitcoin

Ebenso spannend war die Aussage der britischen Finanzaufsicht FCA. Sie gab bekannt, dass es für Bitcoin keine einschränkende Regulierung geben werde.

Im Jahr 2020 fand das dritte Bitcoin Halving statt. Dies geschah im Zeichen der Coronakrise. Denn die mit dem Halving verbundene Halbierung des Angebots kommt zu einer Zeit, in der Regierungen in Folge von Covid-19 massiv die umlaufende Geldmenge erhöhen müssen, um Firmen mit ausreichend Liquidität zu versorgen.

Eine solche Geldpolitik kann zu einer erhöhten Inflationsrate und somit Entwertung der Kaufkraft führen. BTC stellt das Gegenteil zu einer solchen Geldpolitik dar.

Bitcoin 2020 – Wo steht BTC aktuell?

Im vorangegangenen Abschnitt haben wir einige interessante Ereignisse in der Chronik Bitcoins aufgezeigt. Diese Reise endet im Jahr 2020 und bildet somit die Brücke zur Gegenwart. In diesem Abschnitt wollen wir nun den Ist-Zustand betrachten und über den aktuellen Status-Quo von Bitcoin sprechen.

Unser Ziel ist es hierbei verschiedene Perspektiven aufzuzeigen. Wir verwenden daher unterschiedliche Metriken und bedienen uns nicht nur technischen und/oder Finanzindikatoren, sondern schauen auch auf Aspekte wie Bekanntheit und Verbreitung.

Die Analyse beginnt bei den gerade genannten letzten beiden Punkten.

Bekanntheit und Verbreitung der Kryptowährung

Über die Jahre hin ist nicht nur der Kurs von Bitcoin stark angestiegen, sondern vor allem auch dessen Bekanntheit und Verbreitung. Um jedoch nicht nur bei einer Behauptung zu bleiben, wollen wir empirische Daten zeigen, die dies unterstreichen.

In unserer modernen Welt stellt Google wohl die zentrale Anlaufstelle für Fragen dar. Daher ist auch unser erster Anlaufpunkt die Suchmaschine mit den 6 bunten Buchstaben.

Google Trends in Deutschland seit dem 03.01.2009

Um zu verstehen, wie die Menschen eines Landes im Internet suchen, hilft ein Blick auf die Google Trends. Dort wird das Interesse nach einem bestimmten Suchbegriff – in unserem Fall also Bitcoin – über den zeitlichen Verlauf dargestellt.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Google Suchanfragen in Deutschland für den Zeitraum vom 03.01.2009 (Genesis-Block) bis zum aktuellen Tag.

Grafik Google Trends Suchanfragen für den Suchbegriff Bitcoin in Deutschland. Zeitraum: 03.01.2009 - 04.06.2020

Es ist deutlich zu erkennen, dass Bewegungen im Bitcoin Kurs auch ein erhöhtes Interesse mit sich ziehen. Sowohl in den Jahren 2013 (1000$), 2017 (20.000$), im Juli 2019 (13.000$) stieg das Interesse sprunghaft an. Parallel dazu ist auch zu erkennen, dass das Interesse an der digitalen Währung in den letzten Monaten wieder an Fahrt aufnahm. Nichtsdestotrotz bleibt 2017 eine Zäsur, in der viele Menschen wohl den ersten Berührungspunkt mit BTC hatten.

Google Trends weltweit seit dem 03.01.2009

Schauen wir nun auf das weltweite Interesse. Gibt es Parallelen zu den Beobachtungen aus Deutschland?

Grafik Google Trends weltweite Suchanfragen zum Begriff Bitcoin. Zeitraum: 03.01.2009 - 04.06.2020

Die offensichtliche Antwortet lautet: Ja, es gibt Parallelen. Wir sehen, dass die untere Grafik fast identisch zu den Suchanfragen in Deutschland aussieht. Der letzte Punkt, den wir uns hierzu anschauen, ist die Verteilung der Anfragen nach Ländern.

Wir betrachten also, welche Länder sich besonders für BTC interessierten.

Grafik Google Trends weltweite Suchanfragen nach Bitcoin auf Länder aufgeteilt. Zeitraum: 03.01.2009 - 04.06.2020

Es wird deutlich, dass insbesondere die drei afrikanischen Länder Nigeria, Südafrika und Ghana sich für die Kryptowährung interessieren. Eine solche Beobachtung unterstreicht den politischen Charakter von Bitcoin.

Die Begründung liegt darin, dass jeder Mensch mit Zugang zum Internet die Möglichkeit hat, Teil des Bitcoin Netzwerks zu werden und die digitale Währung länderübergreifend transferieren kann. Gerade in den afrikanischen Ländern haben viele Menschen keinen Zugang zu einem klassischen Bankkonto, wohl aber Zugang zum Internet. Hinzu kommen viele verschiedene Währungen in Afrika, so dass eine einheitliche Währung Vorteile bietet. Auch die Wertstabilität Bitcoins sowie dessen Potenzial an Wert zu gewinnen, sollten hierbei nicht vernachlässigt werden.

Wachstum und Entwicklung von Bitcoin Wallets

In diesem Abschnitt betrachten wir die Entwicklung der Bitcoin Wallets. Bei einer Bitcoin Wallet handelt es sich um eine Art digitale Geldbörse, in der die Kryptowährung BTC gelagert werden kann.

Hierbei ist es wichtig zu verstehen, dass ein einzelner Mensch nicht nur eine digitale Geldbörse, also Wallet, besitzen kann, sondern beliebig viele. Wenn es also beispielsweise 5 Millionen Wallets gibt, heißt dies explizit nicht, dass es 5 Millionen einzelne Nutzer der Kryptowährung gibt. Dennoch gibt diese Grafik einen Eindruck über die Geschwindigkeit und das Wachstum.

Anzahl an Wallets bei blockchain.com seit 2011

Die Kurve ist charakteristisch für Netzwerke, die ab einem gewissen Zeitpunkt eine kritische Größe erreicht haben und anschließend explosiv Wachsen. Bei Bitcoin wurde dieser Punkt zu Beginn des Jahres 2016 erreicht. Nach wie vor zeigt die Kurve ein deutliches Wachstum auf und deutet noch nicht auf eine Sättigung und/oder Abflachung hin.

Bitcoin und die Marktkapitalisierung: Die Größe BTCs

In diesem Abschnitt wechseln wir die Perspektive und betrachten das Asset Bitcoin. Dazu werfen wir zunächst einen Blick auf die Entwicklung der Marktkapitalisierung. Im Anschluss vergleichen wir die Größe der Kryptowährung mit der anderer Nationalwährungen sowie dem globalen Aktienmarkt, um ein Gefühl für die Dimension sowie das Wachstumspotenzial der digitalen Währung zu erhalten.

Die Entwicklung der Marktkapitalisierung

Die nachfolgende Grafik zeigt die Marktkapitalisierung von Bitcoin im Zeitraum August 2013 – Juni 2020.
 
Grafik zur Bitcoin Marktkapitalisierung von 2013 - 2020

Aus der Grafik lässt sich erkennen, dass der vorläufige Höhepunkt der Marktkapitalisierung im Dezember 2017 bei dem Allzeithoch des Bitcoin Kurs von fast 20.000 USD erreicht wurde. Die Marktkapitalisierung betrug zu dem damaligen Zeitpunkt 331 Milliarden US-Dollar.

Aktuell beträgt die Marktkapitalisierung bei einem Bitcoin Kurs von rund 9.500 Dollar noch bemerkenswerte 177 Milliarden USD.

Bitcoin im Vergleich zu deutschen Aktienunternehmen

Da der Ottonormalverbaucher höchstwahrscheinlich keine 177 Mrd. US-Dollar auf dem Konto hat, ist es schwierig die Dimension dieser Zahl einzuschätzen.

Wir wollen dir als Leser dieses Artikels daher einen Eindruck geben und die Marktkapitalisierung von Bitcoin mit der von deutschen DAX-Unternehmen vergleichen.

Die 5 größten Unternehmen aus dem DAX sind SAP, Linde, Siemens, Allianz und Volkswagen.

Die 5 größten Deutschen Unternehmen

Wir wir erkennen können hat das wertvollste deutsche Unternehmen, der Softwareanbieter SAP, eine Marktkapitalisierung von 145 Milliarden Euro. Wenn wir einen Wechselkurs EUR/USD von 1:1,12 annehmen, entspricht dies einer Marktkapitalisierung von $162 Mrd. Damit ist die Bewertung der digitalen Währung Bitcoin höher als die des wertvollsten deutschen Unternehmens.

Bitcoin im Vergleich zu Globalen Playern

Während BTC das Schwergewicht im deutschen Aktienmarkt wäre, sieht die Bilanz an den amerikanischen Finanzmärkten anders aus. Insbesondere die Global Player aus der Technologie-Branche verzeichnen Marktkapitalisierungen in Höhe von bis zu 1200 Milliarden US-Dollar.

Im Vergleich zu Amazon, Alphabet (Google), Apple oder Facebook zieht Bitcoin also den Kürzeren. Auch aus anderen Branchen wie der Banken-, Automobil-, Öl-, oder Konsumgüterbranche lassen sich etliche weitere Beispiele für größere Firmen finden.

Bitcoin im Vergleich zur Geldmenge und Nationalwährungen

Da die Kryptowährung Bitcoin als digitale Währung konzipiert wurde, ist es ratsam, sie auch mit anderen Währungen dieser Welt zu vergleichen.

Hierfür eignet sich die Geldmenge M1 gut. Bei dieser Geldmenge handelt es sich um die Geldmenge im engeren Sinn. Konkret gehört dazu die sich in Umlauf befindliche Menge an Bargeld sowie Sichteinlagen. Sichteinlagen wiederum sind die Guthaben von Banken, welche jederzeit in physisches Geld umgetauscht werden können. Damit beschränken wir uns also auf die Menge an Geld, die „tatsächlich vorhanden“ ist.

Tabelle, die die Geldmenge M1 verschiedener Staaten aufzeigt

Hierbei lässt sich gut erkennen, dass Bitcoin nicht mit der Geldmenge der größten Volkswirtschaften mithalten kann. Länder wie die Volksrepublik China, die Vereinigten Staaten, Japan oder Deutschland haben deutlich mehr Geld in Umlauf. Interessanterweise kann Bitcoin jedoch das Vereinigte Königreich übertreffen. Auch Schwellenländer wie beispielsweise Brasilien weisen eine geringere Umlaufmenge auf.

Die Kryptowährung in der Praxis – Rechtsstatus, Bezahlung und Avancen aus der Industrie

Bevor wir zum endgültigen Fazit kommen, werfen wir noch einen Blick auf den weltweiten Rechsstatus der Kryptowährung, die bekanntesten Bezahlmöglichkeiten für Bitcoin und die Frage, ob BTC bereits in manchen Branchen Anklang findet.

Rechtsstatus von Bitcoin im Überblick

Die nachfolgende Grafik zeigt die rechtliche Behandlung der Kryptowährung BTC. Zu unterscheiden sind demnach vier verschiedene Ausprägungen:

  • grüner Hintergrund: Es ist legal, Bitcoin zu verwenden.
  • gelber Hintergrund: Bitcoin ist grundsätzlich erlaubt, wenn gleich es Einschränkungen bei der Verwendung und Nutzung gibt.
  • magenta Hintergrund: Es gibt kein explizites, verbietendes Gesetz für Bitcoin. Aufgrund alter, bestehender Gesetze ist die Rechtslage jedoch umstritten.
  • roter Hintergrund: Es ist ganz verboten, Bitcoin zu verwenden.

Rechtsstatus von Bitcoin weltweit

Es lässt sich erkennen, dass in den Industrieländern und der Mehrheit der Schwellenländer die Verwendung von Bitcoin legal ist.

Mit Bitcoin bezahlen: Prominente Beispiele

Während einige Menschen, Bitcoin als Ergänzung im bestehenden Portfolio kaufen und die digitale Währung als Investitionsobjekt sehen, gibt es auch die Gruppe an Menschen, die die Währung als Zahlungsmittel verwenden.

Daher soll dieser Abschnitt kurz einen Eindruck über die größten Portale geben, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren.

  • Lieferando: Das größte Lieferportal Deutschlands bietet nicht nur eine breite Auswahl an Speisen. Es bietet auch die Möglichkeit mit Bitcoin zu bezahlen.
  • Microsoft: Der Technologieriese und Softwaregigant Microsoft hat das Potenzial der Kryptowährung ebenso erkannt. Wer im Windows- oder XBox-Store digitale Apps oder andere Güter kaufen möchte, kann mit Bitcoin bezahlen.
  • Amazon: Bei dem weltweit größten Versandhaus kann man zwar nicht direkt mit Bitcoin bezahlen. Dennoch gibt es Portale, bei denen sich Amazon Gutscheine via Bitcoin kaufen lassen.
  • Wikipedia: Auch wenn die größte Enzyklopädie der Welt eigentlich kostenlos ist, bedarf es immer wieder Spenden zu dessen Erhaltung. Hier kann man ebenso mit Bitcoin bezahlen.

Avancen aus der Industrie und Kommentare

Das Phänomen Bitcoin ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Bevor wir zum Ende dieses sehr ausführlichen Artikels kommen, noch einige Fakten, die die Relevanz der Kryptowährung unterstreichen:

  • Als erstes Land der Welt erlaubt Neuseeland die Bezahlung der Arbeitnehmer in Bitcoin. Zur Quelle
  • Das weltweit am meisten genutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel hat Bitcoin als eigene Währungseinheit eingeführt. Auch bei PowerPoint gibt es eigene Piktogramme für die Kryptowährung
  • Weltweit gibt es über 7.500 Bitcoin Automaten, an denen jedermann Kryptowährungen kaufen und verkaufen kann. Zur Quelle
  • Der südkoreanische Smartphone-Hersteller Samsung liefert eine standardmäßige Bitcoin Wallet für alle neuen Geräte. Zur Quelle
  • Das Handelspaar BTC/USD ist mittlerweile so relevant, als dass es in jedem Finanzticker bei den Währungen als Handelspaar erscheint.

Fazit: Die Geschichte fängt erst an

Zunächst einmal Herzlichen Glückwunsch, denn du hast es bis zum Ende des Artikels geschafft und somit rund 5.000 Wörter hinter dir.

Aller Anfang ist schwer und falls du nicht jedes Detail verstanden hast, solltest du dir keine Sorge darüber machen. Sieh es als Motivation wie vielseitig die Welt der digitalen Währung ist und wie viele interessante Aspekte dahinter stecken.

Damit sollte auch klar werden, dass Bitcoin mehr als eine Randerscheinung und zu komplex in seiner gesamten Aufmachung ist, als dass es in wenigen Minuten zu 100% verstanden werden kann.

Mit diesem Artikel wollten wir dir eine erste Einführung in die Welt der Kryptowährung Nr. 1 geben. Wir hoffen, dass wir viele Aspekte aufzeigen konnten die dir wichtigsten Fragen beantwortet haben. Abschließen möchte ich daher mit einem kleinen Plädoyer:

Bitcoin ist nicht nur die größte digitale Währung weltweit, sondern gehört zu den 20 größten Währungen der Welt. Um die digitale Währung hat sich bereits eine große Infrastruktur und ein starkes Ökosystem gebildet. Bitcoin ist digitales Geld, das für jedermann gemacht ist und niemanden diskriminiert. Anders formuliert: Bitcoin ist gekommen, um zu bleiben!

Wenn du tiefer graben möchtest, eignet sich auch unsere Wissensrubrik in der von A-Z die wichtigsten Begriffe rund um Bitcoin, Investitionen, Technologie und mehr erklären. Keine Sorge, dieses mal kurz und verdaulich: Wissen2Go eben. Es sei denn du gräbst noch tiefer…

Epilog: Kritik und Antworten zu Bitcoin

Zu einem objektiven und gut recherchierten Artikel gehört es auch dazu, negative Aspekte und Kritik an der Kryptowährung aufzulisten. Daher siehst du im Folgenden die häufigsten Kritikpunkt zur digitalen Währung. Während einige Aspekte durchaus begründet sind, sind andere Argumente eher Polemik und sachlich unbegründet.

Die Frage nach dem Wert eines Gutes ist äußerst subjektiv. Hierbei sollte man bereits zwischen Preis und Wert unterscheiden. Während der Preis oft eine absolute Zahl ist, muss der Wert eines Gutes nicht quantitativ messbar sein. Ein Erinnerungsfoto aus dem Urlaub hat für den Besitzer beispielsweise einen hohen emotionalen Wert.

 

Ökonomisch betrachtet gibt es jedoch Faktoren, die zu einer Wertschöpfung führen. So kann das Aufbringen von Arbeitsaufwand oder Produktionskosten bereits zu einer Wertsteigerung führen. Hinter dem Bitcoin Netzwerk steht eine Vielzahl von rechenstarken Maschinen, die dem Netzwerk bereits einen Wert verleihen. Damit ist also das Netzwerk selbst bereits ein Argument für den Wert der Kryptowährung.

Knappheit ist eines der besten Argumente für BTC

Auch Knappheit ist in der Volkswirtschaftslehre ein Treiber von Wert, da per Definition die Nachfrage höher ist als das Angebot. Da Bitcoin auf 21 Mio. begrenzt ist, erfüllt es diese Eigenschaft.

 

Weitere Faktoren, die einen Wert von Bitcoin begründen sind Dezentralität, Zensurresistenz und Fungibilität.

Fakt ist, dass der Energieverbrauch der Kryptowährung aufgrund des Proof-of-Work Algorithmus hoch ist. Durch den rechenintensiven, aber sehr sicheren Prozess wird viel Energie verbraucht.

 

Der aktuelle jährliche Verbrauch liegt bei 57.91 TWhDiese Zahl entspricht in etwa dem Energieverbrauch von Bangladesch. Im Vergleich zu den großen Industriestaaten ist dies jedoch äußerst gering. Neben dem Verbrauch selbst ist die Art der Energiegewinnung ein entscheidender Faktor:

Energiegewinnung aus regenerativen Quellen

Ungefähr 60 bis 70% der Miningpools stehen in China. Während das Land selbst weitestgehend aus der Kohle Energie gewinnt, stehen die Miner überwiegend in der Region Sichuan. In dieser Region befindet der Janktsekiang. Dabei handelt es sich um den längsten Fluss Chinas und Asiens. Die Energiegewinnung erfolgt dort fast ausschließlich aus Wasserkraft. Auch in anderen Regionen der Welt, in denen Bitcoin gemined wird, wird auf regenerative Energien gesetzt. Beispiele hierfür sind Island und Norwegen.

Das Lieblingsargument der Kritiker. Wie viel Wahrheit steckt dahinter? - Bitcoin ist eine digitale Währung und hat ähnliche Eigenschaften zu Geld. Daher kann Bitcoin - genauso wie Geld - für illegale Aktivitäten verwendet werden. Dies ist nicht auszuschließen.

 

Einige Aspekte sprechen sogar für Bitcoin, da mit Hilfe der Digitalwährung bestimmte Arten von (Cyber)kriminalität nicht möglich sind: BTC ist beispielsweise fälschungssicher. Bitcoin-Nutzer sehen außerdem immer im Voraus die vollen und absoluten Kosten. Maschen wie der Kreditkartenbetrug sind also bei BTC undenkbar. 

Die Zeiten des Wilden Westens sind vorbei

Hinzu kommt, dass Bitcoin, die im Rahmen einer illegalen Aktivität erbeutet wurden, gekennzeichnet werden können. Damit wird für alle ersichtlich, dass es sich um BTC aus illegalen Aktivitäten handelt. Dies ist bei normalen Geld nicht möglich.

 

Final können wir die Analogie zum Internet verwenden. Auch hier gibt es eine Nische, die das Konstrukt Internet für illegale Zwecke verwendet. In einem offenen System kann dies nicht ausgeschlossen werden. Genauso wie bei Bitcoin überwiegen jedoch die Vorteile für die guten und positiven Dinge, die damit getan werden können.

Fakt ist, dass Bitcoin bereits Momente und Anzeichen einer Blasenbildung hatte. Ökonomisch entsteht eine Blase dann, wenn die Bewertung eines Vermögenswertes aufgrund einer nicht rational getriebenen Nachfrage in die Höhe schießt. Die Bewertung entspricht dann nicht mehr dem fundamentalen Gegenwert, so dass die Blase platzt und eine Korrektur stattfindet.

 

Ein Beispiel hierfür ist der Kursanstieg im Jahr 2017. Die Kryptowährung erreichte erstmalig den Mainstream und stieg über das Jahr hin von anfangs 1.000 US-Dollar bis 20.000 USD. Viele Menschen hörten dabei zum ersten Mal von der Kryptowährung und wollten so schnell wie möglich auf diesen Zug aufspringen. Das Ergebnis war eine Überhitzung des Preises sowie des Netzwerks. In Folge dessen platzte die Blase und die Kryptowährung benötigte mehrere Monate um die Korrekturphase abzuschließen.

Nein, Bitcoin ist kein Pyramidensystem. Charakteristisch für ein Pyramidensystem ist die Notwendigkeit des konstanten Wachstums. Das Bitcoin Netzwerk benötigt hingegen kein Wachstum um funktionsfähig zu sein. Bereits eine handvoll Nodes sowie Anwender genügen, um Bitcoin zu betreiben. Die Anfangsjahre haben diesen ausdrücklich gezeigt.

Netzwerkeffekte bei Kommunikation und Infrastruktur

Fest steht jedoch auch, dass Bitcoin ein Netzwerk ist. Wie alle Netzwerke (bspw. Facebook oder das Internet selbst) entstehen mit der Zeit sogenannte Skalen- bzw. Netzwerkeffekte. Weitere Informationen hierzu findest in unserem Artikel: Bitcoin und der Netzwerkeffekt: Diese Daten helfen BTC zu bewerten

Da diese Aussage sehr subjektiv ist, gibt es hierauf keine pauschale Antwort. Fest steht jedoch, dass man auch weniger als 1 Bitcoin (BTC) kaufen kann. Die Kryptowährung ist teilbar und hat insgesamt 8 Nachkommastellen. Damit können selbst kleinste Beträge gekauft werden.

Die Blockchain selbst gehört zu den sichersten Netzwerken der Welt. Um Veränderungen auf ihr durchzuführen, müsste ein böswilliger Angreifer zu einem Zeitpunkt mehr als 51% der Rechenleistung aufbringen. Dies ist ein kaum realisierbares Vorhaben, da es mehrere Hundert-Millionen an Dollar kostet, eine enorme Infrastruktur benötigt und nach wenigen Minuten von den ehrlichen Netzwerkteilnehmern bemerkt werden würde. Damit wäre der Angriff annulliert.

Auch das sicherste Haus wird durch eine Tür betreten

Korrekt ist jedoch, dass Handelsplätze für Bitcoin gehackt werden können. Diese Gefahr besteht, ist real und wurde auch in der Vergangenheit bestätigt. Daher sollten Kryptowährungen nie länger als notwendig auf einer Börse gehalten werden. Damit sind es viel mehr die Eintrittpunkte zur Digitalwährung, die Gefahren mit sich bringen, als die Digitalwährung selbst.

Diese Aussage ist korrekt. Bitcoin ist keine Aktie und besitzt keine Anteilseigner, an die eine Dividende ausgeschüttet werden kann. Im Vergleich zu vielen deutschen oder amerikanischen Aktientiteln wirft die Kryptowährung somit keine Dividende ab. Wer auf eine regelmäßige Dividende verzichten kann, findet sicherlich Trost in dem Wachstum von Bitcoin. Die Performance sieht wie folgt aus:

  • 5 Jahre: +4158%
  • 3 Jahre: +280%
  • 1 Jahr: +25%

Diese Aussage ist zu verneinen. Die Kryptowährung ist unter anderem interessant als Investment, da sie unkorreliert zu klassischen Vermögenswerten ist und somit das eigene Portfolio gut diversifiziert.

 

Die im vorherigen Punkt aufgezeigte Kursperformance ist ebenso selbsterklärend. Desweiteren sind 83% der Käufer "in-the-money". Das heißt, dass 83% aller Käufer niedriger als zum aktuellen Bitcoin Kurs gekauft haben und somit in der Gewinnzone sind.

Blockchain durch Kette angedeutet

Was ist eine Blockchain? – Einordnung, Eigenschaften und Use Cases

Der Begriff der Blockchain hat sich in den letzten Jahren in das Gedächtnis vieler Menschen gebrannt. Während die einen mit dem Buzzword bereits das nächste Heilsversprechen assoziieren, sehen andere in den Distributed-Ledger-Technologien (DLT) den größten Hype seit der Erfindung des Internets. Doch was ist eine Blockchain eigentlich? – Wie lässt sie sich technisch einordnen, welche Technologien stecken dahinter und in welchen Bereichen findet „die Blockchain“ bereits erste Anwendungen?

Wir möchten mit diesem Artikel eine möglichst breitflächige Basis schaffen und die gerade eben genannten Fragen klären. Dazu haben wir den Artikel in folgende Teile gegliedert:

Inhaltsverzeichnis

Einordnung: Blockchain als Emerging Technology

Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen, möchten wir ein Gefühl für das ‚Große und Ganze‘ bekommen. Schließlich wurde der Begriff der Blockchain bzw. der Distributed-Ledger-Technologien nicht einfach aus dem Nichts erfunden. Vielmehr beschreiben sie im Konkreten die Verknüpfung bereits existenter Technologien aus der Informatik.

Die Schlüsselbegriffe, die hier fallen müssen, sind Hashfunktionen, Public/Private Key Verschlüsselung, digitale Signaturen, verteilte Datenbanken und Konsensmechanismen. Was kompliziert klingt, ist gar nicht so schwierig. Das beweisen wir euch später im Artikel.

Ziel dieses Abschnitts ist es, den Begriff der Blockchain thematisch einzuordnen. Schauen wir uns dafür zwei Grafiken an, die uns dabei helfen werden.

Der Gartner Hype Cycle zur Bewertung von Emerging Technologies

Die erste Grafik stellt den sogenannten Hype-Zyklus dar, der von der amerikanischen Firma Gartner Inc. entworfen wurde. Der Hype-Zyklus (engl. hype cycle) erklärt, welche einzelnen Phasen eine aufstrebende Technologie (engl. emerging technology) bei deren Einführung durchlaufen muss. Der Hype Cycle ist damit ein Tool, mit welchem neue Technologien bewertet werden können. Etwas einfacher formuliert: die Grafik zeigt uns die großen Mega-Trends der Zukunft auf und auch die Blockchain findet sich hier wieder.

Die 5 Phasen des Hype Cycle

  1. Der Innovationsauslöser: diese erste Phase entsteht mit dem erstmalig bekannten Durchbruch einer Technologie oder deren Projektbeginn. Für Blockchain lag der Innovationsauslöser wohl im Whitepaper von Satoshi Nakamoto.
  2. Die überzogenen Erwartungen: die Erwartungshaltung an jede neue Technologie ist hoch. Oft wird deren Potenzial überschätzt und die Erwartungen sind überzogen. Grund hierfür sind die häufig auftretenden „Kinderkrankheiten“ einer neuen Technologie.
  3. Tal der Enttäuschungen: Nach all den hohen Erwartungen und Berichten ebbt das Interesse an der Technologie plötzlich ab. Sie befindet sich im Tal der Enttäuschungen.
  4. Pfad der Erleuchtung: Nachdem die übermäßige Euphorie verflogen ist, tritt die Ratio anstelle von Emotionalität in Kraft. Die Vernunft siegt: Vorteile der Technologie werden klarer, ihre praktische Umsetzung ist nun klarer, genauso wie ihre technischen Limitierungen.
  5. Plateau der Produktivität: dieses Plateau wird erreicht, wenn die Vorteile allgemein bekannt, anerkannt und umgesetzt werden. Wie „hoch“ dieses Plateau sein wird, hängt letztendlich auch von der Akzeptanz der Technologie ab.

Nach dem aktuellsten Hype Cycle vom August 2018 hat Blockchain gerade den Gipfel der überzogenen Erwartungen durchlaufen. Damit befindet sich die Technologie nun in Richtung des Tals der Enttäuschungen bevor es von dort wieder in Richtung der Erleuchtung und Produktivität geht.

Bitkom Branchenbarometer: Wie wichtig ist Blockchain für Firmen?

Die erste Grafik zeigte uns eine allgemeine Einschätzung des aktuellen Entwicklungsstatus der Blockchain Technologie. Die zweite Grafik wird nun konkreter. Es geht um das Bitkom Branchenbarometer. Hierbei wurde die Software- und Digital-Industrie befragt, welche Trends sie zukünftig als am Relevantesten erachtet. Das Ergebnis siehst du in der nachfolgenden Grafik:

Die Blockchain Technologie ist damit eines der 10 wichtigsten zukünftigen Themen für die digitale Industrie. Die Positionierung auf Platz 7 zeigt jedoch auch, dass Blockchain von den Firmen selbst nicht als das zentralste Thema wahrgenommen wird. Andere große Buzzwords wie Cloud Computing, Internet of Things (IoT), Industrie 4.0 oder auch Big Data laufen DLTs den Rang ab.

Wir konstatieren zunächst: Blockchain ist eine aufstrebende Technologie (engl. emerging technology). Die überzogene Erwartungshaltung an die ‚Heilsversprechen‘ sind vorüber. Mehr Vernunft ist eingetroffen und das allgemeine Bewusstsein hinsichtlich der tatsächlichen Potenziale wird klarer. Die Industrie hat Blockchain & DLTs ebenso als einen der großen, zukünftigen Trends identifiziert. Es ist ein wichtiges, jedoch nicht das dominierende Thema. Bis zur Erreichung des Plateaus der Produktivität und somit dem Höhepunkt der Technologie wird jedoch noch das ein oder andere Jahr vergehen.

Doch was genau ist eigentlich gemeint, wenn wir von einer Blockchain sprechen? – Dieser Frage möchten wir uns im nachfolgenden Kapitel widmen. Wir beginnen mit einer einfachen Erklärung.

Was ist eine Blockchain? – Eine einfache Erklärung

Übersetzt man den Begriff “Blockchain” zunächst ins Deutsche, erhält man den sperrigen Begriff “Kette von Blöcken” beziehungsweise “Blockkette“. Aber was genau kann man jetzt unter dieser Blockkette verstehen?

Wir beginnen zunächst mit einigen allgemeinen Aussagen, die vor allem auch mit gängigen ‚Vorurteilen‘ aufräumen sollen: 

Der Begriff Blockchain gehört thematisch zu den Distributed-Ledger-Technologien. Sie selbst beschreibt eine permanent erweiterbare Liste von Datensätzen, die – bildlich gesprochen – wie Blöcke an einer Kette zusammengebunden werden. Welche Art von Information in den Blöcken gespeichert wird, ist zunächst unerheblich. Daher gibt es nicht “die eine Blockchain”. Damit ist der Begriff Bitcoin insbesondere nicht (!) mit dem Begriff der Blockchain gleichzusetzen. Eine Blockchain ist immer in ihrem jeweiligen Anwendungskontext zu betrachten – für welche Bereiche sich diese Technologie beispielsweise eignet, siehst du am Ende des Kapitels.

Um zu verdeutlichen, welches Problem die Blockchain löst, nehmen wir als Beispiel das Banken-und Zahlungssystem. Dieses Beispiel ist ein echter ‚Klassiker‘, da es sehr gut den Anwendungsfall einer verteilten, transparenten und fälschungssicheren Datenbank zeigt. Es beschreibt außerdem genau den Use-Case, den Satoshi Nakamoto 2008 zum ersten Mal mit Bitcoin beschrieb.

Die Blockchain als Mittel zur Übertragung von Werten wie Geld

Bisher funktionieren Banküberweisungen und (somit Transaktionen von Geld) wie folgt:

Max überweist an Petra eine festgelegte Summe an Geld. Dafür nutzt Max das Konto bei seiner Bank und überweist das Geld an Petra, die dafür ein Konto bei derselben oder einer anderen Bank benötigt. Nachdem die Überweisung bei seiner Bank eingegangen ist, wird diese bearbeitet. Ein bis zwei Werktage später erhält Petra dann das Geld von Max auf ihr Konto, wenn beide nicht bei derselben Bank sind. Natürlich ist das nicht ganz umsonst: je nach Bank zahlt Max seiner Bank etwa Kontoführungsgebühren oder trägt sogar je Überweisung Transaktionskosten. Noch teurer und zeitaufwändig wird dies, wenn Petra beispielsweise im nicht EU-Ausland wohnt.

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht diesen Vorgang:

Ein weiterer Punkt, der enorm wichtig ist, ist die Kontrolle über dieses System. Denn die Kontrolle darüber, wer Zugang zu diesem System erhält – wer also etwa ein Konto eröffnen darf und wer nicht, sowie über das System selbst und alle beinhalteten Daten, liegen bei einer zentralen Autorität: der Bank. Anders formuliert: ohne unsere Bank sind wir ziemlich arme Schlucker. Denn wir haben keine Möglichkeit, Geld zu empfangen, es abzuheben oder anderen Personen zu versenden. Wie sollen wir aber am normalen gesellschaftlichen Leben teilhaben, wenn wir gar kein Konto besitzen würden?

Macht und Kontrolle in der Hand von einigen, wenigen Institutionen

Einige wenige Institutionen kontrollieren das gesamte System von Geld, Geldwert und Transaktionen. Wer garantiert aber, dass es innerhalb dieses zentralen Systems keine Manipulation gibt, dass etwa Bücher korrekt geführt und nicht verändert werden? Können wir darauf vertrauen, dass immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt wird? Und wie sicher sind diese Systeme vor externen Cyberattacken, oder auch internen unautorisierten Zugriffen auf Daten? Schließlich geht es um das, was wir alle tagtäglich benutzen: Geld.

Die Ausgangssituation und Motivation sollte nun klar sein: wir benötigen eine Technologie, die es uns erlaubt, auch ohne dritte Personen Werte zu transferieren. Und dies muss in einer Art und Weise geschehen, die transparent, fälschungssicher und nicht diskriminierend ist. Die Blockchain.

Eine verteilte Datenbank, die transparent ist und Vertrauen herstellt

Im Kontext von Kryptowährungen ist die Blockchain nun vergleichbar mit einer verteilten Datenbank, die als großer, digitaler, dezentraler Kontoauszug fungiert. Die Art von Informationen, die gespeichert werden, sind die jeweiligen Transaktionen. Aus diesen Transaktionen lassen sich auch die ‚Kontostände‘ der einzelnen Personen berechnen.

Das schöne an einer Blockchain ist aber das Vertrauen, das sie herstellt. Vertrauen entsteht durch Algorithmen und nicht durch Menschen.

Denn mit Hilfe einer Blockchain können wir Transaktionen von A nach B schicken, ohne dass wir eine dritten Instanz, wie beispielsweise unsere Bank, brauchen. Man spricht davon, dass die Blockchain sogenannte “Intermediäre” ‘überflüssig’ macht. Sie garantiert uns, dass wir weltweit digitales Geld binnen kürzester Zeit verschicken und dabei sicher sein können, dass das digitale Geld auch nur bei der Person ankommt, an die wir es schicken möchten.

Wenn wir hier Bitcoin als Beispiel nehmen, zeigt die folgende Grafik den Prozess:

Die Bitcoin Blockchain einfach erklärt: Funktionen und Technologien

Außerdem lässt sich anhand der Blockchain und der einzelnen Blöcke zu jeder Zeit ausfindig machen, wer wie viel digitales Geld an wen geschickt hat. Daraus berechnet sich dann, wie hoch der aktuelle Kontostand von Person A oder Person B ist. Damit sind alle Veränderungen, das heißt Transaktionen, nachvollziehbar und transparent.

Da alle diese Transaktionen nun auf der Blockchain gespeichert werden sollen, entsteht so eine bestimmte Ansammlung von Transaktionen, die in einen Block ‘gepackt werden müssen’. Und so werden ‘Transaktionen gesammelt’ bis ein Block vollständig gefüllt ist.

Hashfunktionen als zentrales Element von Distributed-Ledger-Technologien

Jeder Block basiert auf sogenannten Hashfunktionen. Hierbei handelt es sich zunächst um ein mathematisches Verfahren, welches Datenblöcke einer beliebigen Länge auf eine feste Größe komprimiert. Dies mag zunächst abstrakt klingen. Hashfunktionen sind jedoch der elementare Bestandteil einer jeden Blockchain, da sie die Basis für digitale Signaturen und somit die Authentifizierung darstellen, Datenintegrität gewährleisten und Verschlüsselung ermöglichen bzw. Manipulation erschweren

Damit aus den einzelnen Blöcken nun eine Kette entsteht, wird jeder Block auf Gültigkeit überprüft und an die bisherige Kette angegliedert. Dabei enthält jeder Block einen Verweis auf seinen Vorgänger. Zur Veranschaulichung nehmen wir diese Grafik:

Es ist quasi unmöglich ein einzelnes „Glied“ innerhalb der Kette oder eine einzelne Information bzw. Transaktion nachträglich zu manipulieren, ohne die gesamte Kette zu verändern, da die Blöcke aufeinander aufbauen. So ist eine Manipulation von Daten innerhalb der Kette zwar theoretisch möglich, allerdings mit einem so hohen Aufwand verbunden, dass es praktisch unmöglich ist.

Eine kurze Zusammenfassung 

Die Blockchain ist also eine Datenbank, die Transaktionen und Informationen dezentral auf verschiedenen Rechnern beziehungsweise Knoten speichert, um so Daten besonders sicher verwalten zu können. Sie ermöglicht es uns weltweit Transaktionen durchzuführen ohne dabei auf eine dritte Person angewiesen zu sein. Kurzum: eine Blockchain schafft Vertrauen.

Im folgenden Kapitel möchten wir nochmals konkreter auf die wichtigsten Eigenschaften einer Blockchain eingehen und die daraus resultierenden vier großen Vorteile. Anschließend betrachten wir die potenziellen Anwendungsszenarien von Blockchains & DLTs und deren tatsächliche Verwendung.

Eigenschaften und Vorteile einer Blockchain

Mit dem vorherigen Kapitel sollte nun klar sein, was der Grundgedanke einer Blockchain ist. Wir haben ebenso oberflächlich einzelne Eigenschaften angesprochen: die Rede war von Vertrauen, Transparenz, Dezentralität und Manipulationssicherheit. Wir möchten die wichtigsten Eigenschaften nun zusammenfassen und abschließend die daraus resultierenden Vorteile ableiten.

Die wichtigsten Eigenschaften zusammengefasst

Dezentralität: Durch die Dezentralisierung des Netzwerkes werden alle Datensätze in einer verteilten Datenbank auf vielen Rechnern innerhalb des Netzwerks gehalten. Hierdurch kann das Transaktionsregister, also alles was innerhalb dieses Netzwerkes passiert, nicht einfach rückwirkend verändert oder entfernt werden. Denn schließlich gibt es mehrere Knotenpunkte (=Rechner), die die Datensätze halten. Um also das gesamte Netzwerk zu täuschen, müssten mindestens 51 Prozent aller Knoten im Netzwerk unter der Kontrolle einer Person stehen.

Kurzum: alles was je eingetragen wurde, kann nicht ohne die Zustimmung der Mehrheit des Netzwerks gelöscht oder verändert werden. Daher wird die Blockchain als unveränderlich bezeichnet.

Transparenz und Prüfbarkeit: Public Blockchains sind in einem hohen Maße transparent und dadurch auch für jedermann prüfbar. Denn wie bereits erwähnt, ist das Transaktionsregister öffentlich zugänglich. Die mit einem Zeitstempel datierten, aufeinanderfolgenden Transaktionen und Vorgänge sind eindeutig und nachprüfbar dokumentiert.

Achtung: dies heißt jedoch nicht, dass außenstehende direkt sehen können, wer hinter einer Transaktion steht. Durch kryptographische Mechanismen werden unsere sensiblen Daten ‚verschleiert‘, so dass Außenstehende nicht einfach erkennen können, welche echte Person die Transaktion getätigt hat.

Ausreden gibt es keine mehr: Nichtabstreitbarkeit und Eigenverantwortung

Echtzeit-Transaktionen: Transfers finden – statt bisher in Stunden oder Tagen – nahezu in Echtzeit statt. Dennoch gibt es hier deutliche Limits, so dass zentrale Netzwerke durchaus schneller sein können als dezentrale Netzwerke. Die Transaktionsgeschwindigkeit variiert außerdem von Blockchain zu Blockchain. Sie ist das Ergebnis einzelner Parameter (Blockzeit, Blockgröße, Transaktionsgröße).

Unidirektionale Transaktionen: Es gibt keine Möglichkeit Besitz zurückzuerhalten oder ein zweites Mal zu verkaufen, da diese (Transaktionen) nur in eine Richtung stattfinden, sofort abgeschlossen und dokumentiert werden. Anmerkung: mit Hilfe von Smart Contracts lassen sich dennoch Fälle konstruieren, bei denen ein gewisses Ereignis eine Rückzahlung auslöst.

Nichtabstreitbarkeit: Jeder Wert lässt sich zweifelsfrei einem Teilnehmer zuordnen, womit Unklarheiten über Ansprüche an Werten ausgeschlossen werden. Diese Zuordnung muss nicht zwangsweise personenbezogen sein. Diese Daten können auch anonym gegenüber Dritten verwendet werden.

Nicht-Pfändbarkeit: Im Vergleich zu einem normalen Bankkonto lässt sich ein ‚Konto auf der Blockchain‘ nicht einfach von einer zentralen Institution pfänden oder sperren. Zugriff hat nur derjenige, der die sogenannten Schlüssel (engl. keys) zum Konto besitzt.

Die vier zentralen Vorteile einer Blockchain in der Übersicht

An dieser Stelle wollen wir nochmal die vier größten und wichtigsten Vorteile, die eine Blockchain mit sich bringt, zusammenfassen. Anders formuliert: warum gab es einen regelrechten Hype um das Thema?

  1. Unveränderbarkeit der Daten: die Daten auf einer Blockchain sind nicht einfach veränderbar (engl. immutable). Damit entsteht eine Manipulations- bzw. Fälschungssicherheit. Aus dieser Eigenschaften resultieren bereits wichtige Anwendungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die dezentrale, digitale Identität.
  2. Integrität und Verfügbarkeit der Daten: bei öffentlichen Blockchains sind deren Daten überall verfügbar und können von dritten Personen nachvollzogen werden. Durch Hashfunktionen entsteht ebenso die Datenintergrität.
  3. Kein Single Point of Failure: bei verteilten Datenbank mit replizierten Datensätzen gibt es keine Single Point of Failure. Der Ausfall einzelner oder mehrere Knoten führt nicht zum Gesamtausfall des Systems. Blockchains sind also robuste Systeme.
  4. Keine Intermediäre und zentrale Instanzen: Vertrauen wird durch Algorithmen geschaffen. Wir benötigen keine Intermediäre und auch keine zentrale Instanz, die unsere Daten verwaltet und speichert.

Zwischenfazit: Dezentralität, Transparenz & Vertrauen

Auf der Blockchain können Informationen jeglicher Art gespeichert werden. Diese sind nicht manipulierbar, jedoch öffentlich (auf der Blockchain) nachvollziehbar. Durch die Dezentralität bzw. verteilte Datenbank gibt es mehrere Kopien der Datensätze, nämlich auf den Rechnern der Teilnehmer. Daten können daher nicht ohne weiteres geändert oder manipuliert werden, da diese immer von mehreren Teilnehmern abgeglichen werden. Kommt es also zu einem Ausfall einzelner Knoten ist dies außerdem kein Problem.

Erfolgt die Kontoführung auf der Blockchain, hat keine zentrale Stelle Zugang auf das Konto außer der Besitzer des Kontos selbst durch seinen privaten Schlüssel. Aufgrund dessen ist ein Konto, das auf Basis der Blockchain betrieben wird, nicht pfändbar. Der Besitzer hat die alleinige Kontrolle und somit die tatsächliche Herrschaft über das Kapital.

Zum Abschluss möchten wir noch einige Use-Cases aufzeigen, bei denen der Einsatz einer Blockchain sinnvoll ist. So gibt es durchaus Branchen, in denen die Verwendung einer Blockchain-Lösung als hilfreich identifiziert wurde, da sie beispielsweise dabei hilft, Prozessabläufe effizienter zu gestalten (Stichwort: Supply Chain Management) oder Intermediäre obsolet zu machen (Stichwort: Identitätsmanagement).

Anwendungsbeispiele, Branchen und Potential von Distributed-Ledger-Technologien (DLT)

Bis zu diesem Punkt haben wir weitestgehend über die technologischen Aspekte von Blockchain gesprochen. Doch neben all der Faszination für die Technologie, sollte man nicht deren Anwendung vergessen. Dieser Abschnitt hat daher zwei wichtige Botschaften:

Die erste wichtige Botschaft lautet, dass Bitcoin und Blockchain keine Synonyme sind und die Bitcoin Blockchain lediglich ein Anwendungsbeispiel einer Blockchain darstellt. Hierbei gilt ebenso, dass Blockchain selbst nur ein Konzept von Distributed-Ledger-Technologien (DLT) darstellt. Andere Konzepte eines Distributed-Ledgers sind beispielsweise die gerichteten azyklischen Graphen (engl. directed acyclic graphs, DAG).

Die zweite Botschaft lautet, dass Blockchain kein Begriff der Zukunft ist, über den aktuell nur diskutiert wird. Nein, es ist ein Thema, das uns heute bereits betrifft, heute bereits Verwendung findet und in Zukunft noch stärker Dinge des Alltags beeinflussen wird.

Daher möchten wir dir in diesem Kapitel zunächst eine Übersicht der Branchen geben, in denen der Einsatz einer Blockchain Sinn machen kann. Anschließend geben wir zu einigen der genannten Branchen ein generelles Beispiel, wie der Use Case (=Anwendungsfall) sein kann. Und schlussendlich werden wir – jeweils in geeigneten Branchen – zeigen, inwiefern die Blockchain bereits heute Verwendung findet.

Zunächst eine grafische Übersicht der Branchen:

Im Folgenden zeigen wir dir nun, welchen Use Case die Blockchain hierbei erfüllen kann. Bei manchen Use Cases geben wir dir direkt noch aktuelle Anwendungsbeispiele:

Distributed-Ledger-Technologien und Blockchain im Einsatz

Öffentliche Verwaltung: Durch die Blockchain können Intermediäre ersetzt werden. Transaktionen können von zwei Parteien durchgeführt werden, ohne dass sie eine dritte Partei benötigen. Dies öffnet beispielsweise die Tür einer Grundbuchverwaltung (Katasterwesen) auf der Blockchain. Notare würden dadurch überflüssig werden. In Entwicklungsländern hilft eine solche transparente und nicht-manipulierbare Art und Weise auch bei der Bekämpfung von Korruption.

Identitätsmanagement: Auf Basis einer Blockchain kannst du deine eigene digitale Identität verwalten. Du kennst wahrscheinlich all die Buttons, in denen es heißt ‘Mit Facebook anmelden’ oder ‘Mit Google anmelden’. Dies ist zwar bequem, eröffnet diesen Unternehmen jedoch alle Möglichkeiten weitere Daten von dir zu sammeln. Damit gibst du Teile deiner digitalen Identität aus der Hand.

Blockchain für mehr Effizienz im Bereich globaler Lieferketten und SCM

Schifffahrtindustrie: 90 Prozent des weltweiten Gütertransports werden über die Schifffahrt abgewickelt. Hierbei kommen jedoch noch oft klassische Mittel wie ‘Stift und Papier’ zum Einsatz. Dies ist natürlich nicht nur ineffizient, sondern auch langsam und einfach zu manipulieren. Mit Hilfe einer Blockchain könnte dieses Thema automatisiert werden. Neben Zeit und Kostenersparnissen kann auch Manipulation verhindert werden. Laut einer IBM-Studie kann dadurch das weltweite Transportvolumen um 15% erhöht werden. IBM selbst ist auch ein Beispiel für eine Firma, die in vielen Branchen und Bereichen auf Blockchain setzt.

Supply Chain: Supply Chain Management (SCM) gilt schon lange in der Industrie als einer der interessantesten und sinnvollsten Use Cases der Blockchain Technologie und das nicht nur, weil in beiden Begriffen „Chain“ vorhanden ist. Traditionelles Supply Chain Management beinhaltet komplexe manuelle Berechnungen und Prozesse, die die gesamte Lieferkette immer langsamer und schwieriger machen. Dies gilt insbesondere für die Verfolgung rechtlicher Dokumente, wie ISO-Zertifizierungen, Bankkonto-informationen, Steuerbescheinigungen und Versicherungsnachweisen. Mit Hilfe der Blockchain können Prozesse automatisiert und transparenter abgebildet werden. Dies spart Zeit und somit Kosten. Egal ob Coca-Cola, IBM, Ikea oder Vodafone: alle setzen auf die Blockchain im Supply Chain Management.

Mehr Demokratie und Eigenverantwortung: Wahlen, Banken & Versicherungen

Wahlen/Abstimmungen: Laut Art. 38 des deutschen Grundgesetzes werden die Abgeordneten des Bundestages in „allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl“ gewählt. Diese Grundsätze stellen die Basis unserer Demokratie dar. Schaut man über den Tellerrand in Länder wie die USA oder Brasilien, so liest und hört man – gerade in den vergangenen Wahlen – immer wieder vom Vorwurf der Wahlmanipulation. Die daraus resultierenden Konsequenzen liegen klar auf der Hand: weniger Wahlbeteiligung, Misstrauen, das Gefühl der Ungerechtigkeit und ausufernde Gewalt oder Proteste.

Wie wäre es Wahlen abzuhalten, von denen du zu 100% sicher sein kannst, dass sie fair und transparent ablaufen? Durch kryptographische Verfahren, Dezentralität und der Gewährleistung der eigenen Privatsphäre könnte genau dieses nicht manipulative Umfeld geschaffen werden. Alle oben aufgeführten negativen Konsequenzen könnten dadurch verschwinden.

Banken: Einen Use Case der Blockchain haben wir bereits in diesem Kapitel besprochen: Zahlungen über die Blockchain. Dabei sparen wir nicht nur Zeit und Kosten, sondern brauchen auch keine Bank. Zusätzlich setzen aber auch Banken selbst auf die Blockchain, um beispielsweise Anleihen oder Optionsscheine darüber zu emittieren. Beispiele hierfür sind Santander oder auch die zweitgrößte Bank Deutschlands, die Commerzbank.

Versicherungswesen: Mit Hilfe der Blockchain und Smart Contracts lassen sich viele klassische Fälle einer Versicherung abdecken. Nehmen wir als Beispiel die AXA-Versicherung und deren Produkt ‘Fizzy’. Hierbei handelt es sich um eine Versicherung bei Flugverspätungen und -ausfällen. Sobald das Ereignis einer Verspätung oder eines Ausfalls eintrifft, wird mit Hilfe eines Smart Contracts direkt das Ereignis der Kompensationszahlung ausgelöst. Kurzum: Fizzy = blockchainbasierte Versicherung.

Was ist eine Blockchain? – Lessons Learned

Damit sind wir nun auch am Ende des Artikels angelegt. Fassen wir nochmals die Lessons Learned zusammen:

  1. Blockchain zählt zu den sogenannten Emerging Technologies. Emerging Technologies beschreibt Technologien, die gerade ‚aufstrebend‘ sind. Charakteristisch hierfür sind ein schnelles Wachstum der Technologie, eine sich etablierende wissenschaftliche Szene und Community sowie ein potenziell großer gesellschaftlicher Impact.
  2. Der Begriff der Blockchain lässt sich technisch zu den Distributed-Ledger-Technologien zuordnen.
  3. Die technischen Treiber und Technologien von Blockchain sind Hash-Funktionen, Verteilte Datenbanken, Digitale Signaturen, Public und Private Key Verschlüsselung, Merkle Trees und Konsensmechanismen zur Auflösung byzantinische Fehler.
  4. Die vier Kerneigenschaften einer Blockchain sind a) keine Single Points of Failure, b) eine nicht änderbare Datenhistorie (engl. track record), c) die Gewährleistung der Datenintegrität und -verfügbarkeit sowie d) den Verzicht auf Intermediäre bzw. dritte Parteien
  5. Es gibt verschiedene Branchen und Use-Cases für Blockchain und DLT. Die dabei häufigsten Bereiche sind FinTech, die öffentliche Verwaltung, der Mobilitäts- und Energiesektor, das Supply Chain Management oder etwa die Gesundsheitsbranche.

Was ist eine Blockchain – wir hoffen, dir diese Frage nun beantwortet zu haben. Welcher Abschnitt war für dich am informativsten? – Was wusstest du bereits und welche Dinge waren dir neu?

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[Bildquelle: Shutterstock]

Smartphone mit Bitcoin Future Börse und BTC Münzen auf einem Tisch

Was sind Bitcoin Futures? – Chancen, Risiken und Top Anbieter

Jeder, der sich mit dem Handel von Kryptowährungen beschäftigt, stolpert früher oder später über Bitcoin Futures und Plattformen, die das Futures Trading anbieten. Doch was genau ist eigentlich ein Futures Contract? Welche Plattformen sind für den Handel mit Bitcoin Futures empfehlenswert?

Vielleicht können die Meisten noch erklären, was man mit einem Future Contract machen kann, doch wie dieser tatsächlich funktioniert, wissen die Wenigsten. Viele Menschen verbinden die Begrifflichkeit „Futures“ oder im Deutschen Terminkontrakt mit einem neuartigen und hoch komplizierten Finanzprodukt. Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall.

Es kann also Entwarnung gegeben werden, denn dies wird keine Ausführung in die Abgründe verschachtelter Finanzprodukte, die kaum ein Mensch verstehen kann. Hier handelt es sich um eine sehr simple und alte Geschäftspraxis, die Jahrtausende zurück reicht. Bereits der Philosoph Thales nutze sie, um Olivenbauern seine Olivenpressen zu verleihen.

Doch fangen wir mit dem Wesentlichen an.

Was ist ein Futures Contract bzw. Terminkontrakt?

Bis heute sind Verträge für jeden Handel unverzichtbar. Dabei stellt der Futures Contract keine Ausnahme dar, wenngleich es sich hier um eine besondere Form eines Vertrags handelt. Ein Hinweis auf seine Bedeutung findet sich bereits im Namen selbst. Es heißt Futures Contract. Es geht also darum, zum heutigen Zeitpunkt, eine Vereinbarung für die Zukunft zu treffen.

Die deutsche Sprache ist naturgemäß noch etwas präziser. Hier ist nicht einfach von der unbestimmten Zukunft die Rede, sondern von einem spezifischen Zeitpunkt. Daher nennen wir einen Futures Contract im Deutschen einen Terminkontrakt.

Ein Terminkontrakt ist eine Vereinbarung über den Kauf oder Verkauf eines Vermögenswertes zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt zu einem im Voraus vereinbarten Preis. Es sind standardisierte Vereinbarungen, die typischerweise an einer Börse gehandelt werden. Dabei gibt es immer einen Käufer und einen Verkäufer.

Der Käufer verpflichtet sich, eine bestimmte Menge an Wertpapieren oder einer Ware zu erwerben und zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vorher vereinbarten Preis zu übernehmen. Der Verkäufer des Vertrags auf der Gegenseite verpflichtet sich, diese vereinbarte Menge zu dem vereinbarten Preis zur Verfügung zu stellen.

Das gleiche Prinzip gilt damit natürlich auch für Bitcoin Futures.

Wer nutzt Bitcoin Futures?

Die Preise von Handelsgütern sind ständigen Schwankungen unterworfen und stellen für Unternehmer und ihre Planung einen Risikofaktor dar. Ursprünglich ist die Idee hinter Terminkontrakten sich gegen dieses Risiko zu versichern. Daher findet der Terminkontrakt seinen Ursprung auch in der Landwirtschaft.

Ein Beispiel:

Umwelt- und Wetterbedingungen können einen starken Einfluss auf die Ernte und damit auf das Angebot haben. Die Menge des Angebotes hat wiederum einen direkten Einfluss auf den Preis. Es stellt eine Unsicherheit dar, welche die Planung von Finanzmitteln und -flüssen in der Zukunft erschwert. Möchten sich also sowohl der Bauer als auch Händler gegen diese Unsicherheit absichern, können sie einen Terminkontrakt miteinander abschließen, in welchem der Bauer dem Händler versichert, ihm eine bestimmte Menge beispielsweise an Mais zu überlassen, während der Händler dem Bauer versichert, für diese Menge Mais einen klar definierten Preis zu zahlen. Sowohl der Bauer als auch der Händler wissen damit bereits in der Gegenwart, welche Menge Mais zu welchem Preis den Eigentümer wechseln wird, unabhängig von der zukünftigen Marktlage. 

In diesem Beispiel sind beide Parteien darauf angewiesen zukünftig den zugrunde liegenden Rohstoff zu handeln, weil er die Grundlage ihres Geschäfts ist. Sie nutzen den Terminmarkt, um sich gegen das Risiko von zukünftigen Preisänderungen abzusichern.

BTC Futures müssen nicht physisch abgewickelt werden

Nicht jeder im Terminmarkt will allerdings in Zukunft ein physisches Produkt tauschen. Manche Marktteilnehmer versuchen, Geld mit Preisänderungen im Vertrag selbst zu verdienen. Hierbei handelt es sich um Spekulanten, die beispielsweise darauf wetten, dass der Preis von Mais in Zukunft steigen oder fallen wird. Diese Art von Händler kann einen Terminkontrakt kaufen und verkaufen, ohne die Absicht, den zugrunde liegenden Rohstoff zu übernehmen. Sie sind nur daran interessiert, an der Differenz zwischen dem heutigen und zukünftigen Marktpreis zu verdienen.

Genau so verhält es sich auch bei Bitcoin Futures. Bitcoin Futures werden in erster Linie von Spekulanten gebraucht, um von der hohen Volatilität des Bitcoin Kurs zu profitieren. Dabei ist es natürlich möglich, auf einen fallenden oder steigenden Preis von BTC zu spekulieren.

Das setzen auf fallende Kurse wird durch sogenannte Leerverkäufe möglich. Man spricht an der Börse auch davon “short” zu gehen, während bei Wetten auf steigende Kurse von einer “Long”-Position die Rede ist.

Was ist das Besondere an Bitcoin Futures?

Bitcoin Futures sind ein beliebtes Instrument, da Spekulanten durch sie, wie oben erwähnt, nicht nur an einem steigenden, sondern auch an einem fallenden Bitcoin Kurs verdienen können. Die Theorie dahinter ist die Folgende:

Während Spekulanten bei Wetten auf einen steigenden Bitcoin Kurs BTC kaufen, um sie zukünftig gewinnbringend zu einem höheren Preis verkaufen zu können, ist bei Leerverkäufen genau das Gegenteil der Fall. Der Halter einer Short-Position verkauft BTC in der Gegenwart, in der Annahme, dass er sie zukünftig billiger zurückkaufen kann.

Der Inhaber einer Short-Position, also ein Verkäufer, erwirbt dadurch eine Long-Position und umgekehrt. Die Differenz zwischen den Preisen der beiden Kontrakte ergibt den sogenannten Spekulationsgewinn oder -verlust. Es ist daher ein Nullsummenspiel, bei dem es immer einen Gewinner und einen Verlierer gibt.

Was ist ein Hebel (Leverage)?

Typischerweise verwenden Spekulanten beim Handel mit Terminkontrakten in der Regel zusätzlich einen hohen Leverage (dt. Hebel). Leverage bedeutet, dass der Händler bei Abschluss eines Geschäfts nicht den vollständigen Wert des Kontraktes aufbringen muss. Er hinterlegt lediglich einen Bruchteil des Wertes, wobei dieser Betrag von der Höhe des gewählten Hebels abhängig ist.

So kann ein Händler mit 0,1 BTC einen Kontrakt im Wert von 1 BTC handeln, wenn er für seine Position einen 10-fachen Hebel nutzt. Dies ermöglicht dem Händler durch die Verwendung von Fremdkapital, also dem Leihen von Geld, seinen möglichen Gewinn zu maximieren. Gleichzeitig erhöht sich allerdings auch sein Risiko um den gleichen Faktor. Dies macht das Handeln von Bitcoin Futures mit hohen Hebeln zu einem sehr spekulativen und risikoreichen Geschäft.

  • Long-Position

    Wer eine Long-Position einnimmt, setzt auf steigende Kurse in der Zukunft. Er kauft zum jetzigen Zeitpunkt mit dem Ziel in der Zukunft zu einem höheren Preis zu verkaufen.

  • Short-Position

    Wer eine Short-Position einnimmt, setzt auf fallende Kurse in der Zukunft. Er verkauft zum jetzigen Zeitpunkt mit dem Ziel in Zukunft günstiger einkaufen zu können.

  • Leverage

    Wer mit einem Hebel (engl. Leverage) arbeitet, kann mehr Geld bewegen als er einsetzt. Dabei erhöht sich jedoch auch das Risiko. Beim Abschluss des Kontrakts hinterlegt er einen Bruchteil (engl. margin). Die Schreibweise für einen 10er Hebel auf Bitcoin lautet BTC x10.

Wo kann ich Bitcoin Futures handeln?

Mittlerweile gibt es bereits mehrere verschiedene Handelsplattformen, die das Trading mit Bitcoin Futures ermöglichen. Allerdings sollte man hier, genau so wie bei der herkömmlichen Auswahl von Bitcoin Börsen, mit Vorsicht agieren. Leider gibt es nämlich immer wieder schwarze Schafe oder unsichere Plattformen, denen du dein Geld nicht anvertrauen solltest.

Unser Favorit ist Binance. Auf der All-in-one Plattform kannst du neben Futures und Optionen auch mit Staking oder Lending passives Einkommen generieren. Über unseren Code: b2go10 erhältst du 10% Rabatt auf die Gebühren. Melde dich einfach kostenlos über diesen Link an und teste es selbst:

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Frequently Asked Questions (FAQ)

Die Antworten auf die häufigsten Fragen

Grundsätzlich gibt es einige seriöse Anbieter, die Bitcoin Futures und Hebelprodukte anbieten. Jedoch sollte man sich bewusst sein, dass bei den volatilen Bitcoin Preisen ein hoher Hebel schnell zu einem Totalverlust führen kann. Das Risiko ist enorm erhöht, dieses sollte man mit Bedacht managen und vorsichtig agieren.

Futures sind im Allgemeinen jedoch seriöse Produkte und werden tagtäglich am klassischen Finanzmarkt gehandelt.

CME steht für Chicago Mercantile Exchange. Dahinter steht die CME Group mit einem der größten Märkte für Finanzderivate. Dazu zählt seit einiger Zeit auch Bitcoin mit den Bitcoin Futures.

Es gibt verschiedene Anbieter für Bitcoin Futures, unsere 3 Favoriten haben wir in unserem Börsen Vergleich (Artikel verlinken) aufgelistet.

Satoshi Nakamoto Wikipedia Eintrag

Wer ist Satoshi Nakamoto? – Das große Rätsel um den Bitcoin Erfinder

Bitcoin ist mittlerweile mehr als eine Dekade alt. Seit mehr als 11 Jahren fasziniert die Nummer Eins aller Kryptowährungen mit der Idee eines “Peer-to-Peer Electronic Cash Systems” Menschen aus aller Welt. Eine entscheidende Frage ist jedoch seit mehr als 4000 Tagen ungeklärt: Wer steckt hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto? Eine einzelne Person oder etwa ein Kollektiv von Programmierern? Wer ist der Erfinder von Bitcoin?

Die Liste der Personen, die als potentieller Satoshi Nakamoto identifiziert wurden, ist lang: Von Hal Finney über Michael Clear und Nick Szabo bis hin zu Craig Wright oder gar Elon Musk. Andere Theorien sehen Satoshi Nakamoto sogar als eine Erfindung der CIA an. Ihr seht also bereits jetzt: es gibt einiges an Redebedarf und wir gehen nun gemeinsam auf die Jagd nach Satoshi Nakamoto, dem Bitcoin Erfinder. Viel Spaß bei unserem Artikel zur Frage „Wer ist Satoshi Nakamoto?“.

Übersicht

Satoshi Nakamoto und Bitcoin: Wie alles begann

Springen wir 12 Jahre zurück in das Jahr 2008. Als Antwort auf die Finanzkrise publizierte Satoshi ein Paper, das den (mittlerweile legendären) Titel „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ trägt. Einige Monate später und somit bereits im nachfolgenden Jahr 2009 ging die Bitcoin Software live, der Genesis Block wurde gemined und der Anfang der Bitcoin Community war geschaffen.

Bis zum Jahr 2010 war Nakamoto selbst aktiv in der Community; anschließend übernahm der US-Programmierer Gavin Andresen die „Kontrolle“. Im darauffolgenden Jahr verabschiedete sich Satoshi dann final von der Community und sagte, dass er sich nun anderen Dingen widme.

I’ve moved on to other things. It’s in good hands with Gavin and everyone.

Auch wenn wir über Satoshi selbst kaum etwas wissen, außer, dass er nach eigenen Angaben in Japan geboren sei, versuchten in den vergangenen Jahren Medien immer wieder, Satoshi einer bestimmten Person oder Gruppe zuzuordnen. Beginnen wir mit einer Chronologie respektive Jagd nach Satoshi.

Wer ist Satoshi Nakamoto? – Die erste Jagd im Jahr 2011

Bereits im Jahr 2011 fragten sich die ersten Journalisten medienwirksam „Wer ist Satoshi Nakamoto?“. – Die ersten drei Namen, die hierbei fielen, lauten: Michael Clear, Hal Finney und Dave Kleinman. Beginnen wir von vorne und erzählen die Geschichte aus der Perspektive des The New Yorker Journalisten Joshua Davis.

In dem Nachrichtenmagazin The New Yorker widmete sich Joshua Davis tatsächlich bereits im Jahr 2011 der Frage, wer hinter dem legendären Pseudonym Satoshi Nakamoto steckt. Dabei hat er seinen Job äußert ernst genommen und sich die Mühe gemacht, über 80.000 online verfasste Worte von Nakamoto zu analysieren. Dabei überprüfte er die Inhalte auf potentielle Charakteristika, wie beispielsweise sprachliche Besonderheiten, um etwaige Rückschlüsse auf Nakamotos Herkunft ziehen zu können.

Michael Clear im Verdacht: British English als Indiz?

Eines der zentralen von Davis herausgestellten Charakteristika ist das von Satoshi Nakamoto verwendete britische Englisch, sowie Verweise auf britische Zeitungsartikel. Das bekannteste Beispiel hierfür ist wohl das folgende Zitat:

The Times 03/Jan/2009: Chancellor on brink of secound bailout for banks.

Damit gab (und gibt) Nakamoto bis zum heutigen Tag den Spekulationen freien Lauf. Wir wissen nämlich, dass der Titel ‘Chancellor on brink of second bailout for banks’ die Schlagzeile der Ausgabe der britischen Tageszeitung ‘The Times’ vom 03. Januar 2009 war.

The Times 03/01/2009 - Chancellor on brink for second bailout of banks

Kommen wir nun aber zurück zur Frage, wer ist Satoshi Nakamoto. Während einer Recherche auf der Konferenz Crypto 2011 in Santa Barbara, Kalifornien, wurde Joshua Davis auf den Kryptographie-Studenten Michael Clear aufmerksam. Clear studierte zu dieser Zeit am Trinity College in Dublin und fiel Davis aus drei Gründen als der mögliche Satoshi Nakamoto ins Auge:

  • Michael Clear galt 2008 als der beste Informatiker am Trinity College. Ein Jahr später begann er bei der Allied Irish Banks, wo er an einer Software zum Währungshandel arbeitete.
  • Zweitens arbeitete Clear an wissenschaftlichen Publikationen zum Transfer von Daten über die Peer-to-Peer Technologie.
  • Drittens sah Davis bei den Publikationen von Clear sprachliche Ähnlichkeiten zu den vom ihm vorher analysierten Texten.

Als Clear mit der Frage konfrontiert wurde, ob er denn tatsächlich Satoshi Nakamoto sei, wies er dies jedoch von sich. IDabei wies er darauf hin, dass er – selbst, wenn er Nakamoto sei – niemals zugeben würde, da die Identität von Satoshi für die Existenz von Bitcoin irrelevant sei.

Hal Finney und Dave Kleinman: Bitcoin Enthusiasten seit Tag 1

Neben Michael Clear gab es im gleichen Jahr noch zwei weitere Aspiranten: David (Dave) Kleinman und Hal Finney. Der ein oder andere Leser mag Dave Kleinman vielleicht aus Schlagzeilen der aktuellen Tage kennen. Kleinman ist mittlerweile leider verstorben. Um sein Erbe tobt jedoch nach wie vor eine Fehde zwischen den Hinterbliebenen und Craig Wright. Die Kurzfassung hierzu gibt es jetzt:

So waren es Kleinman und Wright die bereits seit den Anfangszeiten sich intensiv mit der Materie Bitcoin auseinandersetzen. Zu den Zeiten als das Bitcoin Mining noch mit einem gewöhnlichen Computer durchgeführt worden konnte, begannen Kleinman und Wright fleißig BTC zu minen. Dabei hat sich über die Jahre eine enorme Summe akkumuliert, um die es im aktuellen Streit geht.

Nun kommen wir zu Hal Finney. Sein Name ist insbesondere deshalb gefallen, weil Finney de facto einer der Mitentwickler der Bitcoin Software ist. Zudem ist Finney der erste Empfänger einer Bitcoin-Transaktion. Selbst, wenn Finney also nicht Satoshi Nakamoto ist, können wir davon ausgehen, dass er ihn kannte beziehungsweise eine enge, freundschaftliche Beziehung zu ihm hatte.

2013: Ist Nick Szabo der echte Satoshi Nakamoto?

Wir wissen nun, dass Hal Finney die erste Bitcoin-Transaktion überhaupt erhalten hat. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass er diese BTC von einem Freund bzw. einer ihm nahestehenden Person erhalten hat. Und wenn wir uns die Freundesliste von Hal Finney näher anschauen, sticht ein Name ins Auge: Nick Szabo. Warum Szabo als einer der heißesten Kandidaten als Antwort auf die Frage “Wer ist Satoshi Nakamoto?” gehandelt wird, erklären wir jetzt.

Bevor es Bitcoin überhaupt gab beziehungsweise dessen Konzept im Whitepaper von Satoshi geäußert wurde, gab es bereits eine ähnliche Idee: Bit Gold. Viele der Eigenschaften, die Bitcoin heute besitzt, wurden bereits damals im Zusammenhang mit Bit Gold formuliert. Der Erfinder hinter Bit Gold? – Richtig, Nick Szabo.

Szabo veröffentlichte am 15. August 1993 in einem Cypherpunk-Forum zum ersten Mal seine Idee und Gedanken zu dieser Form von digitalem Geld. Und nun darfst du dreimal raten, wer noch am selben Tag sich positiv zur Idee äußerte? – Genau, es war Hal Finney. Dieser sagte:

“Ich habe sogar noch einen dringlicheren Fokus auf Nick’s Vorschlag zu digitalem Geld. Wir brauchen wirklich dringend eine Implementierung von digitalem Geld.”

Diese Indizien sind bereits ziemlich ‚heiß‘. Dazu kommen noch softe Faktoren: Gegeben der Tatsache, dass man den Namen meistens in der Ordnung Nachname, Vorname angibt erhält man die Initialen SN (Szabo, Nick). Und so es der Zufall will, sind genau das die Initialen von Satoshi Nakamoto.

Aus diesen Gründen Nick Szabo von vielen Medienportalen und Zeitungen, wie beispielsweise auch der New York Times, als Satoshi Nakamoto bezeichnet. Szabo bestreitet dies jedoch bis heute.

Wer ist Satoshi Nakamoto? – Die Craig Wright Story

Vor drei Jahren begann die wohl prominenteste und längste Geschichte: die Craig Wright Story. Während alle gerade genannten Namen und Personen nicht mit Satoshi Nakamoto in Verbindung gebracht werden wollten, war (und ist) Wright die einzige Person, die offensiv von sich behauptet, Satoshi Nakamoto zu sein. Allein diese Tatsache sollte allen zu Bedenken geben. Denn der Art und Weise nach wie Bitcoin konstruiert wurde, kann man sich nur schwer vorstellen, dass ein nach Aufmerksamkeit buhlender Narzisst dahinter steckt.

Alles begann 2015 mit Leaks, die von dem Online Magazin Wire aufgenommen und in Form eines Artikels zu einer Story verarbeitet wurden. Die Quintessenz lautete, dass Craig Wright Satoshi Nakamoto sei. Was darauf folgte ist aus heutiger Sicht ziemlich ironisch zu betrachten, denn Wright, der offenkundig die Aufmerksamkeit um die eigene Person genießt, sucht und liebt, verneinte zunächst, Satoshi zu sein. Einige Zeit später meldete er sich jedoch bei Wired und gab im Nachhinein zu, dass alles korrekt sei.

Wright und die Selbstvermarktung für seinen Coin

Wired selbst hat jedoch daraufhin tiefer recherchiert und herausgefunden, dass einige der von Wright vorgeführten Beweise nicht der Wahrheit entsprachen und alles nur eine große Fiktion sei. Auch noch heute sorgt Mr. Wright für einige Aufmerksamkeit, indem er immer wieder vermeintliche Beweise liefern will, die belegen, dass er der echte Satoshi Nakamoto sei – die meisten wurden jedoch als Fake entlarvt. Kurzum: Craig Wright ist uns bis heute einen stichfesten Beweis schuldig. Die herrschende Meinung hierzu ist, dass Wright nicht Satoshi ist und lediglich die mediale Bühne sucht, um seine wahre Vorstellung von Bitcoin zu vermarkten.

2018: Elon Musk als Satoshi Nakamoto?

Vor zwei Jahren verfasste Sahil Gupta von HackerNoon.com dann einen (mehr oder weniger) ernst gemeinten Medium.com-Artikel, indem er Thesen aufstellte, warum Elon Musk Satoshi Nakamoto sei.

So nannte er unter anderem den ungebändigten Erfindergeist Musk’s, seine C++ Programmierfähigkeiten und weitere Punkte als Grundlage für seine Argumentation. Musk verneinte dies natürlich, auch wenn er prinzipiell Kryptowährungen als innovative Lösung sehe und unterstütze. So outete Musk sich in der Vergangenheit immer wieder als großer Fan von Dogecoin.

Diesen Punkt sollten wir also bei allem Respekt zu Elon Musk nicht ernst nehmen.

2020 und die offene Frage: Wer ist Satoshi Nakamoto?

ie neue Dekade ist mittlerweile in vollem Gange. Während die Welt aktuell mit den Folgen des Coronavirus beschäftigt ist, bleibt die Frage hinter der wahren Identität des Pseudonyms Satoshi Nakamoto nach wie vor unbeantwortet. Das Mysterium hinter Satoshi ist mittlerweile 12 Jahre alt und wird die Crypto-Welt wohl auch noch die nächsten Monate, Jahre und vielleicht Dekaden beschäftigen.

Auf der anderen Seite stelle ich mir die Frage: Ist es wirklich wichtig zu wissen, wer Bitcoin geschaffen hat? Denn eines hat uns Satoshi mit Bitcoin gezeigt: ein dezentrales System, welches durch Kryptographie Vertrauen schafft und keine zentrale Instanz benötigt, braucht keinen Gott. Es funktioniert, weil wir, die Community, daran glauben und jeder einzelne seinen Teil dazu beiträgt, es zu unterstützen. In diesem Sinne: Stack Sats!

Den Artikel möchte ich noch mit einem kleinen Epilog ausklingen lassen. Dabei geht es in die Richtung ‚Aluhut‘ und Verschwörungstheorien. Wir widmen uns einer These der ‚etwas anderen Art‘. Konkret stellen wir uns die Frage, ob der Bitcoin Gründer Satoshi Nakamoto eine Erfindung der CIA sein kann?

Welche Argumente es hierfür gibt, erfährst du nun im Epilog zu unserem Artikel „Wer ist Satoshi Nakamoto?“.

Epilog: Satoshi Nakamoto als Erfindung der CIA

Im Februar diesen Jahres veröffentlichte die weltweit bekannte Washington Post Dokumente über Geheimdienstaktivitäten der Schweizer Crypto AG, des deutschen Bundesnachrichtendienstes sowie der amerikanischen CIA. In dem ‚top-secret‘ Report ging es um das jahrzehntelange Ausspionieren und Abhören von über 120 Ländern dieser Erde. Auf mehr als stolze Weise heißt es in dem Bericht:

Es war der nachrichtendienstliche Coup des 20ten Jahrhunderts.

Alles begann mit einer vermeintlich harmlosen Firma: der Schweizer Crypto AG. Genau diese Firma, die nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde, produzierte nämlich Verschlüsselungsgeräte für Regierungen in aller Welt. Regierungen nutzen die Geräte um eine ‚vermeintlich sichere‘ Kommunikation zu gewährleisten – sei es in militärischen Bereichen oder bei der Kommunikation zwischen Diplomaten. Zu den Klienten der Schweizer Firma gehörten Staaten wie der Iran, Indien, Pakistan, der Vatikan sowie eine Vielzahl lateinamerikanischer Länder.

Kommen wir nun zur politischen Brisanz des Themas: die Crypto AG wurde inoffiziell von der CIA gesteuert. Anders formuliert: der CIA gehörte die Schweizer Crypto AG. Sie war der heimliche Besitzer. Und genau diesen ‚Heimvorteil‘ nutzte die CIA um geheime Hintertüren in die Verschlüsselungs-mechanismen und -geräte der Crypto AG einzubauen. Mit Hilfe dieser Backdoors konnten die Amerikaner über Jahrzehnte hinweg die gesamte Kommunikation der betroffenen Länder abhören.

Satoshi Nakamoto = Konstrukt des amerikanischen Geheimdienstes

Tasten wir uns langsam an die absolut vage und höchst spekulative These heran: Was wäre wenn Bitcoin Erfinder Satoshi Nakamoto nur ein Konstrukt der CIA ist? – Dazu müssen wir uns vor Augen führen, dass 120 Staaten seit Mitte der 70er Jahre unfreiwillig und permanent die sensibelsten und wichtigsten Informationen an die Amerikaner gaben. Auch im Rahmen der NSA-Veröffentlichungen durch Edward Snowden wurde deutlich, dass die USA nicht gerade zimperlich sind was das Abschöpfen von privaten Daten anbelangt. Ihre Stärke ist dabei die Operation im Dunkeln und die Tarnung der eigenen Software.

Und parallel dazu existiert seit 2009 Bitcoin. Eine Kryptowährung, die mittlerweile eine Marktkapitalisierung von fast 200 Milliarden US-Dollar aufweist. Das Netzwerk transferiert täglich mehrere Millionen bis hin zu Milliarden an Dollar und findet weltweit Verwendung. Hierbei verwenden wir eine Währung und eine zugrunde liegende Technologie ohne konkret zu wissen, wer hinter diesem Konzept steckt. Klar, Satoshi Nakamoto hat das Bitcoin Whitepaper am 31.10.2008 veröffentlicht. Aber wer ist nun einmal Satoshi Nakamoto? – Craig Wright wird es mit Sicherheit nicht sein und somit bleibt diese Frage offen. Nun könnte man ja argumentieren, dass das ‚Schöne‘ an Bitcoin das Vertrauen in die Technik und die Algorithmen sind.

Secure Hash Algorithm (SHA) des NIST

Diese Aussage ist in erster Linie auch korrekt. Der Punkt, den man allerdings anzweifeln kann, lautet wie folgt: Bitcoin verwendet für zwei essenzielle Funktionen des Netzwerks den Secure Hash Algorithm 256, besser bekannt als SHA-256. SHA-256 gehört wiederum zur Familie der SHA-2 Hashfunktionen. Und genau diese Familie wurde als Standard vom National Institute of Standards and Technology (NIST) in Zusammenarbeit mit der National Security Agency, besser bekannt als NSA, erfunden.

In Anbetracht der jüngsten Veröffentlichungen muss nun jedes Individuum für sich selbst entscheiden, als wie realistisch er eine solche ‚Backdoor‘ bei SHA-256 erachtet. Die Konsequenzen jedenfalls wären immens: denn die Hashfunktion wird sowohl verwendet, um Public und Private Keys zu erstellen als auch als Hashfunktion im Rahmen des Proof-of-Work Miningalgorithmus.

Bitcoin & Satoshi = Central Intelligence?

Neben den gerade geäußerten Spekulationen um den Zusammenhang zwischen SHA-256 und möglichen Backdoors, gibt es noch einen anderen Aspekt. Hast du dir jemals Gedanken darüber gemacht, ob Satoshi Nakamoto eigentlich eine Bedeutung hat? – Gibt es eine Übersetzung des Namens?

Die Antwort lautet: Ja, es gibt mehrere Übersetzungen. Legt man sich die Karten nach dem eigenen Gusto mit der Intention einen Zusammenhang zwischen CIA und Satoshi Nakamoto zu sehen, geschieht folgendes:

Satoshi Nakamoto - Die japanische Bedeutung des Vornamens

Der Begriff Satoshi hat viele Bedeutungen. Unter anderem bedeutet Satoshi aber „enlightened“, „wise“ oder eben „intelligent“. Und last, but not least heißt Nakamoto so viel wie „middle“, „base“, „root“ oder eben „central“. Damit wäre Satoshi Nakamoto dann die „Central Intelligence“.

Soweit sind wir am Ende des Epilogs. Damit haben wir nun alle möglichen Theorien rund um die Identität des Bitcoin Erfinders abgearbeitet. Wir sind der Frage „Wer ist Satoshi Nakamoto“ wohl etwas näher gekommen – die finale Antwort gibt es jedoch nicht. Damit bleibt dir als Leser wohl genug Raum zur Spekulation frei. Mich würde nun natürlich daher brennend interessieren, wen du verdächtigst.

Wer ist Satoshi Nakamoto? – Welche Theorie empfindest du als glaubwürdig? Hast du einen Favoriten und spielt es für dich überhaupt eine Rolle die wahre Identität hinter Satoshi zu kennen?