Der Decentralized Finance (DeFi) Hype: Die 6 größten Gefahren

Ethereum und DeFi sind aktuell in aller Munde. Nicht erst seit dem Compound Kursfeuerwerk spricht die Branche vom nächsten „großen“ Ding. Solche „großen“ Dinge bringen aber auch häufig große Gefahren mit sich. Wir alle erinnern uns an das letzte Hype Thema, was Ethereum auf 1.400 USD hob: ICOs.

In diesem Artikel wollen wir uns daher den Status Quo des DeFi Hypes anschauen und inwiefern er sich vom ICO Hype unterscheidet. Eines ist aber klar: bei beiden geht und ging es um viel Geld und die Chance auf einen neuen Krypto Bullrun.

Der DeFi Hype Zug rollt

Ethereum steht für Innovationen. Die Erweiterung der Blockchain um Smart Contracts und eine Virtual Machine hat dem Krypto-Ökosystem ungeahnte Möglichkeiten verliehen. Dezentrale Applikationen (dApps) und Tokenisierung sind die großen Stichwörter in diesem Zusammenhang. Von ICOs bis Crypto Kitties, wir haben viele Trends auf der Ethereum Blockchain erlebt und nun stehen wir mit Decentralized Finance (DeFi) vor dem nächsten Hype.

Dass dieser Trend ernst zu nehmen ist, zeigt die aktuelle Bewertung des DeFi Ökosystems, was derzeit rund 1,5 Mrd. USD an Werten speichert:

DeFi Markt im Überblick

Tatsächlich glauben nicht wenige, dass DeFi der Anstoß für den nächsten Bullrun im Kryptomarkt sein könnte. Wenn wir ehrlich sind, sind wir sogar zum Teil schon mitten drin. Erst letzte Woche hat sich Compound um mehrere 100% im Kurs gesteigert und ist nunmehr die neue Nummer 1 am DeFi Himmel.

Tagtäglich sprießen neue Projekte aus dem Boden, die ihren Nutzern Vereinfachung und hohe Renditen versprechen. Das kennen wir doch irgendwoher…

Fakt ist: Ethereum und der DeFi Sektor konnten sich nach dem schweren Schock im März erholen, zeigten aber auch Herausforderungen und Probleme, vor denen der Sektor noch steht.

Das schnelle Geld – Der Kleinanleger als Startrampe

Wie schon beim ICO Boom 2017 sind es vor allem die Kleinanleger, die die Kurse der DeFi Projekte anheizen. Nicht nur die Versprechen von passivem Einkommen locken Neulinge an, sondern eben auch Kurs Performances bei denen Aktieninvestoren schwindelig wird. Ähnlich wie 2017, sind die wenigsten aber wirklich gut über die neuen Applikationen informiert und verstehen nicht, warum der Kurs so schnell und so stark ansteigen kann.

Bei Compound war es beispielsweise eine Kombination aus einem extrem niedrigen Angebot und einer hohen Nachfrage, gepaart mit Incentives die Plattform aktiv zu nutzen und Compound Token weiter zu halten.

Wenn in Crypto Twitter die Leute anfangen zu posten, dass man mit Stablecoins und DeFi über 100% Rendite im Jahr erzielen kann, sollten alle Alarmglocken angehen. Denn verglichen mit den Renditen am Finanzmarkt bzw. auf dem Bankkonto ist das enorm, allerdings auch so hoch, dass Vorsicht geboten sein sollte.

Auch wenn es bei DeFi zum größten Teil um Lending geht, sollte die Komplexität nicht unterschätzt werden und man sollte seine Risiken kennen. Kleinanleger können hier schnell zur Startrampe für große Gewinne werden, die dann aber meist andere einfahren. Macht also eure Hausaufgaben, bevor ihr euch in das Thema DeFi stürzt.

DeFi – Die 6 größten Gefahren

Wer mehr wagt gewinnt auch mehr. Eine Regel die fair ist aber auch genauso schnell zum Totalverlust führen kann. DeFi bietet enorme Chancen in einem stagnierenden Markt seinen Coin-Bestand zu vermehren und außerordentliche Renditen zu erzielen. Verschenkt wird dabei in der Regel aber nichts. Daher birgt ein DeFi Investment auch enorme Risiken, egal ob DeFi als Produkt oder ein Projekt als Token-Investment:

  1. Verwundbarkeit im Smart Contract für die Kreditvergabe
  2. Verwundbarkeit der Smart Contracts von Vermögenswerten, die man hinterlegt
  3. Ein Liquidationsereignis durch hohe Marktvolatilität (siehe März 2020)
  4. Fehler im ökonomischen Design eines Protokolls (Stichwort Governance)
  5. Benutzerfehler
  6. Blasenbildung

Es gibt sicher noch weitere Risiken und Gefahren, aber die Auflistung sollte eines verdeutlichen. Produkte und Projekte in einer solch frühen Phase weisen Schwächen auf. Schwächen, die umso teurer werden, je schneller der Markt anwächst. Diese Schwächen können technischer und menschlicher Natur sein, ausgenutzt werden sie in der Regel aber in einem perfekten Markt in jedem Fall.

Fazit – Es ist nicht alles Gold was glänzt

Wir haben gesehen, dass Ethereum mit DeFi den nächsten Volltreffer gelandet hat. Ob der Markt das Potenzial hat den ICO Hype von 2017 zu übertreffen wird sich noch zeigen, die Sterne stehen aber gut. Auch wenn der Markt einige Rückschläge erlitten hat, scheint das Potenzial unbegrenzt. Und genau hier liegt eines der Hauptprobleme.

Die Phantasie, die im noch jungen DeFi steckt ist so groß, dass sie die nächste Krypto-Blase einleiten könnte. Das schöne an Blasen ist das exponentielle Wachstum, ein Bullrun für Bitcoin & Co. inbegriffen. Das unangenehme ist jedoch das Platzen und die Frage was übrig bleibt. Bei den ICOs von 2017 war es nicht viel, dass es bei DeFi mehr sein wird hoffe ich, wissen werden wir es aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Ich persönlich bin ein Fan von DeFi und gespannt was uns das Thema noch bringt. Es hat immer eine Narrative für einen Bullrun gebraucht. DeFi könnte der des nächsten Laufs sein, mit Sicherheit aber nicht der letzte. Die Gefahren sollten hier aber jedem bewusst sein. Ob man nun in die Tokens investiert oder sein Geld verleiht, verschenkt wird nichts. Investiert also immer mit Bedacht!

[Bildquelle: Shutterstock, Defipulse]

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