Ethereum: Stablecoins und ERC20 Tokens vor „feindlicher“ Übernahme?

Ethereum ist die größte und aktivste Smart Contract Plattform im Krypto Space, doch nun drohen Gefahren aus dem eigenen Lager. Der bisher größte Use Case von Smart Contracts ist neben DeFi die Erschaffung von Tokens, im Falle von Ethereum ist es der ERC20 Token. Diese Tatsache hatte Ethereum zur Nummer 2 unter den Kryptowährungen gemacht. Vor allem 2017 und 2018 waren ICOs der große Hit und gleichzeitig der Beginn einer großen Blase bei den Kryptos.

Jetzt sind ICOs nicht mehr so angesagt, dafür finden aber andere ERC20 Tokens ihren Platz auf der Ethereum Blockchain. Allen voran Tether bzw. USDT. Stablecoins machen mittlerweile einen Großteil der Wertübertragungen auf der Ethereum Blockchain aus. Jetzt droht das interne „Flippening“, nämlich die Tatsache, dass ERC20 Tokens mehr Wert speichern als die hauseigenen ETH.

Was für Gefahren bringt dies mit sich und was bedeutet das für ETH und die Ethereum Blockchain? – Schauen wir auf die Fakten.

Das interne Flippening: ETH durch Stablecoins unter Druck

Twitter bietet immer wieder die Chance neben viel Unwahrheiten auch echte Goldstücke zu finden. Ein Account der dies immer wieder beweist, ist der von Ryan Watkins. In einem längeren Thread hat er uns Einblicke in die neuesten Ergebnisse einer Messari Untersuchung zum Thema Ethereum gegeben. Dort droht nämlich etwas Undenkbares, denn die gespeicherten Werte in Form von ERC20 Tokens könnten die von ETH bald übersteigen.

Ein „Flippening“ mit möglicherweise gefährlichen Folgen für die Ethereum Blockchain. Hier streiten sich zwar die Geister, aber schauen wir uns den Thread doch mal im Detail an, um den Sachverhalt besser einordnen zu können.

Ethereum im Wandel: Wertspeicherung

Im ersten Teil des Threads geht Watkins auf die Entwicklung der Wertspeicherung und Übertragung auf der Ethereum Blockchain ein. Eine Tendenz, die ihm Sorgen bereitet, denn ERC20 Tokens und Stablecoins nehmen eine immer stärkere und dominantere Rolle ein.

Der Graph in seinem Tweet zeigt dies sehr deutlich. Während 2016 Werte auf der Ethereum Blockchain Werte noch nahezu 100% in ETH gespeichert wurden, nimmt dieser Anteil immer weiter ab. Stablecoins, Exchange Tokens und andere ERC20 Tokens nehmen eine immer dominantere Rolle ein und drohen das Verhältnis von ETH zu ERC20 zu kippen.

Die Marktkapitalisierung (untere Grafik) verdeutlicht das nochmal in harten Zahlen: 22,7 Mrd. USD sind in ETH gespeichert und bereits 18,7 Mrd. in ERC20, Tendenz steigend.

Übertragung von Werten auf der Blockchain

Viel erschreckender zeigen sich aber die Wertübertragungen auf der Ethereum Blockchain, denn da spielt ETH bereits kaum noch eine Rolle. Hier hat der Wandel bereits längst stattgefunden und Watkins sieht diese Entwicklung mit Sorge. Warum? – Darauf gehen wir im nächsten Teil ein.

Grafik zeigt Ethereum Wertübertragung ETH und ERC20

Die Grafik zeigt den Wandel sehr deutlich. Werte auf der Ethereum Blockchain werden schon lange nicht mehr von ETH dominiert, sondern von Stablecoins. Interessant zu sehen, dass auch alle anderen ERC20 Tokens hier kaum eine Rolle spielen. Mit der Aufnahme von USDT nahm diese Entwicklung immer deutlicher zu. Auch hier: Tendenz steigend.

Ethereum – Die Gefahren und Chancen durch Stablecoins

Im weiteren Thread Verlauf fasst er dann auch seine Bedenken zusammen bzw. verweist auf weiterführende Artikel. Er ist sich auch nicht ganz einig, was er von dieser „Übernahme“ der Stablecoins als Nummer 1 „Store of Value“ auf der Ethereum Blockchain halten soll. In Summe sieht er langfristig eine Gefahr für ETH.

Diese Bedenken teile ich, denn eines der größten Probleme sind Abhängigkeiten. Was würde passieren wenn es USDT in der Zukunft nicht mehr geben würde? Wäre damit die Ethereum Blockchain dann nutzloser als vorher?

Fakt ist, es würde zu einem Einbruch der Nutzung kommen, aber hier bieten sich eben auch immer wieder Chancen. Nach dem Einbruch der ICOs fiel die Ethereum Blockchain und dessen Nutzung auch in ein kleines Loch. Doch diese verbrannte Erde hat den Weg für Stablecoins geebnet, die diesen Platz jetzt mehr als ausfüllen. Die Programmierbarkeit der Ethereum Blockchain ist eines seiner größten Stärken, denn es macht die Plattform flexibel für viele neue Anwendungen. Dies sieht auch Watkins so:

Kurz gesagt, Ethereum wird mehr denn je genutzt, und in nur zwei Jahren hat es sich von einer leeren Leinwand zu einer Agglomeration von neuartigen Formen von Wert- und Anwendungsfällen entwickelt

Das Positive ist also die starke Nutzung der Blockchain, die somit die Position als Nummer 2 zementiert. Dennoch könnte eine verminderte Rolle von ETH keine guten Aussichten für dessen Investoren bieten.

Die Lösung für ETH könnte DeFi sein

Schließen wir den Artikel mit einem Hoffnungsschimmer für ETH ab, denn dieser zeigt sich durch die Decentralized Finance (DeFi) Anwendungen auf der Ethereum Blockchain.

DeFi und gelockte ETH

Hier sehen wir eine deutlich positive Entwicklung für die gelockten ETH in DeFi Anwendungen. Staking wird einen weiteren Incentive schaffen, die Relevanz und Nutzung von ETH weiter nach vorne zu treiben und so ETH als das wichtigste Speichermedium von Werten auf der Ethereum Blockchain zu etablieren.

Das Positive an der aktuellen Entwicklung habe ich oben bereits zusammengefasst und schließe es nochmal mit den Worten von Ryan Watkins ab:

Kurz gesagt, Ethereum wird mehr denn je genutzt, und in nur zwei Jahren hat sich Ethereum von einer leeren Leinwand zu einer Agglomeration neuartiger Formen von Wert- und Anwendungsfällen entwickelt.

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[Bildquelle: Shutterstock]

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