Ist Satoshi Nakamoto zurück? – 50 BTC aus Februar 2009 aufgetaucht!

Um ca. 14:48 Uhr deutscher Zeit ist etwas passiert, was wohl keiner für möglich gehalten hätte. Bitcoins aus Februar 2009 wurden bewegt und haben Crypto-Twitter in helle Aufruhr versetzt. Der Bitcoin Kurs brach kurzweilig deutlich ein, denn viele fürchteten, es handle sich um Satoshi Nakamoto, der nun anfängt alle seine Bitcoins zu bewegen. Doch ist diese Panik gerechtfertigt? Was wäre so schlimm, wenn Satoshi Nakamoto zurückkehrt? Wir gucken uns den Block genauer an und nehmen die Verfolgung auf.

Bitcoin Kurs bricht ein – Bewegt Satoshi Nakamoto seine BTC?

Panik herrscht seit einigen Stunden bei Crypto Twitter. Eine Welle, die sich gerade in allen sozialen Medien verbreitet und sich bereits im Bitcoin Kurs niedergeschlagen hat. Ist Satoshi Nakamoto zurück? Verkauft er seine Bitcoins?

Bitcoin Kurs Einbruch durch Satoshi?

Das Chartbild vom aktuellen Bitcoin Kurs spricht Bände. Große rote Kerzen symbolisieren die Panik auf die Meldung, Satoshi Nakamoto habe einen Teil seiner Bitcoins bewegt. Der Bitcoin Kurs brach nach Verbreitung der Meldung kurzzeitig um über 600 USD ein, konnte sich aber wieder stabilisieren. Das Problem: Die Nachricht schlägt gerade noch Wellen und sie ist noch nicht bei jedem angekommen. Schauen wir aber doch erstmal auf die Fakten.

50 BTC aus Februar 2009 bewegt

Tatsächlich wurden gegen 14:48 Uhr deutscher Zeit 50 BTC bewegt, die exakt 1 Monat (!) nach dem offiziellen Start der Bitcoin Blockchain auf die angegebene Adresse gesendet wurden. Schauen wir uns diese doch einfach mal an:

Bitcoin Transaktion Satoshi Nakamoto Verdacht

Die untere Transaktion zeigt dabei die Herkunft der 50 BTC. Der Hinweis „COINBASE“ hat an dieser Stelle nichts mit der Bitcoin Börse Coinbase zu tun, sondern beschreibt die Coinbase Transaktion. Dies ist die Belohnung, die der Miner für das Finden eines neuen Blocks erhält. In diesem Fall waren es noch 50 BTC pro gefundenen Block. Erst mit dem ersten Bitcoin Halvings 2012 wurde die Belohnungs erstmals auf 25 BTC pro Block halbiert. Doch steckt nun wirklich Satoshi Nakamoto dahinter? Graben wir tiefer.

Das hier könnte dich vielleicht auch interessieren: Bitcoin & der Netzwerkeffekt – Diese Daten helfen BTC besser zu bewerten.

Crypto Twitter in Panik – Ist Satoshi Nakamoto zurück?

Eine gute und wichtige Quelle für schnelle Infos ist in der Crypto Szene definitiv Twitter. Dennoch sollte man hier geteilte Informationen mit Vorsicht genießen, denn schnell verbreiten sich Fake News und wie in diesem Fall Panik. Während die einen das nun baldige Ende von Bitcoin prophezeien, freuen sich andere auf eine mögliche Enthüllung und die Rückkehr von Satoshi Nakamoto. Doch ein tieferer Blick in die Vergangenheit und in die Blockchain verrät uns, warum es sich womöglich nicht um Satoshi handelt.

Nic Carter offenbart nämlich etwas, was sicherlich vielen nicht bewusst ist. Auf der Suche nach Satoshi Nakamoto gab es bereits etliche Anstrengungen und so hat auch Satoshi in seiner Zeit als „Miner“ seine Spuren hinterlassen. Nic Carter nennt dies das „Satoshi Pattern“, also eine bestimmte Auffälligkeit in der Nonce eines Blocks. Zur näheren Erläuterung (Achtung sehr technisch!) hier im Bitcoin Wiki nachschauen.

Der Block aus dem die transferierten 50 BTC stammen enthält nicht diese „Spuren“ und ist somit höchstwahrscheinlich nicht Satoshi Nakamoto. Ausschließen kann man es jedoch nicht.

Einige Posts bestätigen dies, wühlt euch einfach gerne selbst durch, wenn ihr wollt. Wir schauen gleich mal, wo die Reise für die Bitcoins überhaupt hinging und gehen der Frage nach, ob es nicht Craig Wright gewesen sein könnte und er sich damit als Satoshi Nakamoto legitimiert.

Was passiert mit den 50 BTC?

Bevor wir uns den Spekulationen um Craig Wright widmen, will ich euch zeigen, wo die 50 BTC aus dem Februar 2009 hinwandern, denn das ist wirklich witzig. Eine erste Analyse aus den Tiefen der Blockchain zeigt die Spuren der 50 BTC, die sich nun auf die Reise gemacht haben. Auch wenn ich es vorher ausgeschlossen habe: Coinbase hat doch etwas damit zu tun:

Während Glassnode, eine bekannte On-Chain Analytics Firma, die Transaktion bzw. den UTXO bestätigt, hat Thea Seek bereits die Verfolgung aufgenommen. Ein Teil der BTC sind nämlich bereits zu Coinbase geflossen. Da es dort eine KYC Pflicht gibt, müsste Coinbase also wissen, wer hinter der Transaktion steckt. Zumindest von Empfängerseite. Damit schließt sich der Kreis, der durch die COINBASE Transaktion generierten 50 BTC von 2009. Erfahren werden wir aber wohl nie, wer sich nun dahinter verbirgt. Satoshi Nakamoto hoffentlich und vermutlich nicht, aber vielleicht jemand, der sich als dieser ausgibt oder ihn zumindest kannte?

Der Beweis für Craig Wright alias „Faketoshi“?

Kurz nach dem Block mit der ominösen 50 BTC Transaktion machte ein weiteres Foto die Runde. Der Hinweis, dass die von Craig Wright an die US-Justiz gelieferten BTC Adressen die Senderadresse enthält. Welche BTC Adressen? Warum US-Justiz?

Zur Auffrischung: Craig Wright, der selbsternannte Satoshi Nakamoto, steht vor Gericht im Fall Kleiman/Wright. In diesem Fall geht es darum, dass die Witwe des verstorbenen David Kleiman den Anteil der Bitcoins einfordert, die Craig Wright und David Kleiman als die vermeintlichen Erfinder von Bitcoin gesammelt bzw. gemined haben. Es geht um 1.000.000 BTC bzw. 500.000 BTC, die Wright Kleiman „schuldet“. Ohne es zu sehr auszuufern zu lassen: Es gibt genug Hinweise darauf, dass Craig Wright nicht Satoshi. Zudem hat Wright anscheinend einige der vorgelegten Dokumente gefälscht. Denn die Bitcoin Blockchain ist öffentlich zugänglich, die Transaktionen und Adressen der ersten Monate kann also jeder einsehen.

Genau dieser letzte Satz fasst auch die Vermutungen zusammen, die aktuell kursieren. Denn in einem der Dokumente taucht die Adresse der jetzt versendeten 50 BTC tatsächlich auf. Ich warte ehrlich gesagt nur darauf, dass Craig Wright daraus eine große Show machen wird und die heutige Transaktion auf sich bezieht. Der „Beweis“, dass er Satoshi Nakamoto sei. Ich möchte das an dieser Stelle stark bezweifeln und bin gespannt, ob denn wirklich etwas kommt.

Fazit: Viel Lärm um Nichts.

Mein persönliches Fazit ziehe ich recht nüchtern mit den Worten: Viel Lärm um Nichts. Denn auch wenn eine Transaktion solchen Alters eine echte Sensation ist, ist die Angst, die dahinter steht, unberechtigt. Gerade in den sozialen Medien kann man schnell aufs Glatteis geführt werden, daher sollte man seine Infos immer doppelt prüfen. Das gilt auch für diesen Beitrag. Ich persönlich denke nicht, dass es sich um Satoshi handelt. Nach all der Abwesenheit würde er keine BTC zu Coinbase senden.

Auch die Angst vor einer Rückkehr von Satoshi Nakamoto halte ich für übertrieben. Wenn die letzten 11 Jahre eines gezeigt haben, dann sicher, dass Bitcoin auch eine Rückkehr verkraften könnte. Auch wenn ich das kategorisch ausschließe. Bitcoin ist mittlerweile mehr geworden als sein Erfinder. Eine Bewegung hin zu einer dezentralen digitalen Kultur, die 2009 ihren Ursprung fand und bis heute tadellos läuft. Auch wenn Satoshi zurückkehrt.

Dennoch interessiert es mich, wer wohl dahintersteckt und wieso er ausgerechnet jetzt diese BTC bewegt hat. Denn meistens sind Coins aus dieser Zeit verloren. Hat jemand seine Private Keys wiedergefunden? Wurde BTC durch einen Quantencomputer gehackt? Man sieht, wie schnell man diese Kleinigkeit aufbauschen kann. Jetzt heißt es erstmal durchatmen und ehrfürchtig auf diese Transaktion schauen. Ich werde sie weiter verfolgen.

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[Bildquelle: Shutterstock, Binance, Blockchain.com

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1 Kommentar

  • Avatar
    Mirko
    20. Mai , 20:41

    Hi, du hast einen kleinen Rechtschreibfehler…
    Es gibt genug Hinweise darauf, dass Craig Wright nicht Satoshi.
    🙂

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