Ripple XRP ist ein Scam und kein Wertpapier: Crypto Daddy vs. Peter Brandt

Ripple und XRP sind immer wieder stark umstritten und ein heiß diskutiertes Thema in der Kryptoszene. Dabei gibt es oft emotionale Diskussionen zwischen den Lagern der XRP Fanatiker und der Bitcoin Maximalisten. In diesem Artikel wollen wir uns die Argumente anschauen und versuchen eine Einschätzung der aktuellen Lage zu bekommen. Außerdem setzen wir uns mit dem „Crypto Daddy“ Chris Giancarlo auseinander und warum seine neusten Aussagen evtl. nicht mehr so unabhängig sind wie früher. Viel Spaß!

Giancarlo aka Crypto Daddy setzt sich für Ripple ein

Manche in der Kryptoszene feierten Chris Giancarlo als „Crypto-Vater“ weil er sich maßgeblich dafür einsetzte Bitcoin und Ethereum als „Ware“ einzustufen. In dieser Zeit war Giancarlo Vorsitzender der Commodity Futures Trading Commission oder kurz CFTC, die zusammen mit der SEC das Äquivalent der deutschen BaFin darstellt.

Die große Gefahr und Angst der Community, dass Bitcoin und Co. als Wertpapier eingestuft werden könnte, wurde also vor allem durch Chris Giancarlo abgewendet. Und eben dieser setzt sich nun auch dafür ein, dass Ripples XRP Token kein Wertpapier ist. Das Bild des Crypto Rockstars könnte bröckeln, weil es bei XRP tatsächlich einige Widersprüche und Unstimmigkeiten gibt.

Jetzt ist der Krypto-Vater wieder am Werk, diesmal allerdings bezüglich XRP. Den Namen hat er übrigens unter anderem bekommen, weil er in einer flammenden Rede vor dem US-Kongress sagte, Bitcoin hätte endlich das Interesse seiner Kinder an Finanzen geweckt.

Nun hat er einen Artikel im „International Financial Law Review“ veröffentlicht, einem Fachmagazin für Internationale Rechtsangelegenheiten. In diesem werden viele Gründe aufgelistet, warum XRP kein Wertpapier darstellt. Das einzige Problem ist, dass Chris Giancarlo schon seit April 2019 nicht mehr Vorsitzender der CTFC ist. Tatsächlich steht sein Arbeitgeber auf der Gehaltsliste von Ripple, dem größten Eigentümer von XRP, was natürlich Befangenheitsvorwürfe aufkommen lässt.

Ist Chris Giancarlo zur Marionette geworden?

„Die bloße Tatsache, dass eine Person XRP besitzt, schafft keine Beziehung, Rechte oder Privilegien in Bezug auf Ripple, genauso wenig wie der Besitz von Ether einen Vertrag mit der Ethereum-Stiftung schaffen würde, der Organisation, die die Ethereum-Architektur beaufsichtigt“

Eines muss man ihm lassen: Es ist schlau eingefädelt, denn Chris Giancarlo bezieht sich hier auf den Präzedenzfall Ethereum, den er selber als Mitglieder der CFTC gebilligt hat. Giancarlo ist übrigens auch Mitbegründer des Digital-Dollar-Projekts, welches die Verwendung von Blockchain Technologie bei der Federal Reserve vorantreiben soll.

Der Artikel von Chris Giancarlo und der Anwaltskanzlei Willkie Farr & Gallagher überprüft die Methode zur Einstufung von Wertpapieren der Behörden. Diese Bestimmungsmethode ist aus dem Jahre 1946 und könnte tatsächlich eine Neubewertung benötigen. Doch es scheint, dass es Vor allem darum geht, XRP und Ripple zu helfen, anstatt der Wertpapierbewertung insgesamt. In dem Artikel werden Stück für Stück alle Bewertungspunkte abgearbeitet und erklärt, wieso XRP eben diese nicht erfüllt. Des Weiteren verweist der Text darauf, dass sich die Bewertung von Kryptowährungen eher in den Aufgabenbereich der Zentralbank FED gehört.

Peter Brandt: XRP ist manipulierter Betrug

Der weltbekannte Trader und Finanzexperte Peter Brandt hat in einem kurzen aber gewürzten Tweet seine Meinung über Ripples XRP kundgetan. Dabei sagte er wortwörtlich übersetzt: „XRP ist ein manipulierter Betrug“. Peter Brandt ist allerdings weiterhin von Bitcoin überzeugt und ist einer der bekanntesten Gesichter, wenn es um Befürworter aus dem klassischen Finanzmarkt geht.

Peter Brandt ist nicht mit dem Perma-Bären Peter Schiff zu verwechseln!

Peter Brandt sagt Ripple XRP ist ein Betrug oder Scam

Entscheidung der Behörden und die Auswirkung auf die Sammelklage

Je nachdem wie die Regulierungsbehörden sich entscheiden, wird auch die Sammelklage gegen Ripple weiterverlaufen. Dabei hatten Investoren Ripple verklagt, sie hätten nicht klassifizierte Wertpapiere verkauft und fordern ihre Verluste zu erstatten. Wenn die Behörden nun XRP tatsächlich als Wertpapier einstufen, drohen Ripple dunkle Zeiten.

Ripple müsste nicht nur Entschädigungen bezahlen sondern auch Strafen für das Verkaufen nicht lizensierter Finanzprodukte. Außerdem fallen bei der Niederlage auch die Gerichts- und Verfahrenskosten auf Ripple und natürlich wird auch der Ruf leiden. Der Vertrauensverlust könnte immens ausfallen und der XRP Kurs würde wahrscheinlich auch darunter leiden. Des Weiteren sind viele Großkunden wie American Express, Santander und SBI Holdings in Ripple involviert und könnten ihre Zusammenarbeit beenden.

In einem so unsicheren rechtlichen Rahmen ist eine kurzfristige Preissteigerung sehr unwahrscheinlich. Allerdings könnte eine positive Entscheidung natürlich auch das Gegenteil bewirken und Ripple und XRP den lang ersehnten Befreiungsschlag bringen. Der Segen einer Regulierungsbehörde ist grundsätzlich immer von großem Vorteil. Chris Giancarlo behauptet dahingehend, dass Ripple das Zeug zu einem der wertvollsten Startups im Bereich Fintech hat.

Ripples Vergangenheit mit Regulierungsbehörden

In der Vergangenheit hat Ripple eine Lizenz vom New Yorker Finanzministerium erhalten, die ihm den Segen einer angesehenen Regulierungsbehörde gibt. Diese sogenannte BitLicense reguliert das Verwenden von Kryptowährungen im Bundesstaat New York. BitLicense wurde maßgeblich von Benjamin Lawsky entworfen und erstaunlicherweise sitzt dieser nun im Vorstand von Ripple. Wer hier an einen Zufall glaubt, sollte sich mit ähnlichen Fällen wie Gerhard Schröder oder Christine Lagarde beschäftigen. Vielleicht steht Chris Giancarlo eine ähnliche rosige Zukunft unter dem finanziellen Dach von Ripple bevor.

Ripples ewiger Kampf um eine Preissteigerung von XRP

Ripple versucht sich oft mit Buzzwords wie Blockchain, DeFi und Innovation zu schmücken und damit Marketing zu betreiben. Eine echte und offene Kryptowährung wie zum Beispiel Bitcoin braucht aber eigentlich gar kein Marketing, weil allein die technischen Aspekte überzeugend genug sind.

Des Weiteren ist die Firma Ripple sehr darauf fixiert, Partnerschaften mit allen möglichen Banken und Zahlungsdienstleistern zu schließen und diese öffentlich betont. Theoretisch müsste der Wert eines immer weiter wachsenden Netzwerkes steigern, weil es immer mehr Verknüpfungen zwischen den Teilnehmern des Netzwerkes gibt. Dieser sogenannte Netzwerkeffekt scheint bei Ripple bzw. XRP nicht wirklich aufzugehen, denn der Preis von XRP verläuft schon länger seitwärts, trotz immer neuen Partnern.

Auf der anderen Seite stehen Ripple monatlich ca. 1 Milliarde XRP zur Verfügung und können frei verkauft oder investiert werden. Fast immer schickt Ripple aber den größten Teil (ca. 80%) zurück in die „Schatzkammer“ wo dann wieder 55 Monate kein Zugriff möglich ist. Ripple besitzt insgesamt mehr als 50% der gesamten XRP und musste den monatlichen Verkauf sogar herunter fahren, weil sogar die XRP Community kritische Nachfragen stellte.

Außerdem soll XRP als Brückenwährung verwendet werden. Ein Kursanstieg, beziehungsweise ein sich im Wert verändernder Token wäre als Brückenwährung aber tatsächlich sehr schlecht geeignet. Für diesen Anwendungsfall ist ein Stablecoin die deutlich bessere Wahl.

Jed McCaleb, der einmal bedeutender Entwickler bei Ripple war und nach dem Austritt dort den Konkurenten Stellar gegründet hat, fährt seine XRP Verkäufe auch wieder hoch. Dies konnte über die Nachverfolgung von Transaktionen festgestellt werden. Allein im April soll er täglich über 1,8 Millionen XRP (ca. 400.000 USD) verkauft haben. Die Ripple Community hat das Nachsehen, denn durch das hohe Angebot ist der XRP Preis unter Druck.

Der größte Profiteur von XRP ist und bleibt die Firma Ripple

Unterdessen ist XRP trotz seiner aggressiven Befürworter in den sozialen Medien eines der am wenigsten vielfältigen Ökosysteme, wobei der größte Teil der Entwicklung innerhalb von Ripple stattfindet. Als Entwickler und XRP Halter kann man kaum an der Weiterentwicklung von XRP partizipieren, sondern muss auf die Firma Ripple und deren Entscheidungen vertrauen. XRP Hodler sind als nicht annähernd so stark am Aufbau der Zukunft ihres Investments beteiligt wie die Eigentümer von Bitcoin und Ethereum.

Jeder Cent mehr oder weniger in US-Dollar pro XRP, erhöht bzw. senkt die Rücklagen von Ripple um ca. 550.000.000 US-Dollar. In einer Live-Übersicht sind die aktuellen Daten zu Verteilung von XRP aufgelistet. Wir bleiben weiter für euch dran und halten euch auf dem Laufenden! Schaut unbedingt in unserer Wissensbibliothek vorbei! – Dort tragen wir alles Relevante zusammen, um im Bitcoin Space informiert zu bleiben

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[Bildquelle: Shutterstock]

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