Münzen von Kryptowährungen liegen rund um BTC Münze hereum.

Was sind Kryptowährungen und wie funktionieren sie?

Spätestens seit dem großen Hype im Jahr 2018 rund um Bitcoin und Co. ist das Thema Kryptowährungen bei der Mehrheit der Deutschen präsent. Der Kenntnisstand und das Wissen zu Kryptowährungen variieren jedoch deutlich. So zeigt eine Umfrage der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (SCHUFA), dass im Jahr 2019 bereits 90% der Bevölkerung von sich sagten, ungefähr zu wissen, was Bitcoin ist. 

Bitcoin ist jedoch nur eine von Tausenden Kryptowährungen und so zeigte wieder auch eine Umfrage der Postbank aus dem Jahr 2018, dass der Großteil der Bevölkerung keine ausreichenden Kenntnisse zum Thema Kryptowährungen hat und bei der Frage „Was sind Kryptowährungen und wie funktionieren sie?“ ins Straucheln gerät.

Postbank Umfrage zum Kenntnisstand der Deutschen bezüglich Kryptowährungen im Jahr 2018. Quelle: statista.com

Aus der obigen Grafik wird ersichtlich, dass 80% der Bevölkerung sich wenig bis gar nicht gut mit Kryptowährungen auskennen.

Aus diesem Grund wollen wir mit diesem Artikel Aufklärungsarbeit leisten und auf einfache und verständliche Art und Weise erklären, was Kryptowährungen sind und wie sie funktionieren. Dabei sind keine Vorkenntnisse notwendig. Wir verzichten außerdem bewusst auf zu viele verwirrende technische Details. An den gegebenen Stellen verweisen wir daher auf weiterführende Artikel für jeden Leser, der sich tiefer mit der Technik auseinander setzen möchte.

Was sind Kryptowährungen? - Übersicht

Was sind Kryptowährungen eigentlich?

Als Kryptowährung bezeichnet man eine digitale bzw. virtuelle Währung. Der Blick auf den Namen zeigt bereits, dass es sich um ein Kompositum (Wortzusammensetzung) handelt. Das Wort setzt sich nämlich aus den beiden Begriffen „Krypto[graphie]“ und „Währung“ zusammen. Damit handelt es sich bei einer Kryptowährung um eine Währung, die auf der Kryptographie basiert. Kryptographie wiederum ist die Wissenschaft der Verschlüsselung. 

So weit zum Begriff selbst und dessen Herkunft. Fassen wir diese Erkenntnis noch einmal zusammen:

Eine Kryptowährung ist digitales Geld. Die Basis für dieses digitale Geld ist die Kryptographie. Dabei kann eine Kryptowährung wie gewöhnliches Geld verwendet werden: sie kann gekauft oder verkauft werden. Außerdem lässt sich mit ihr Wert übertragen und speichern.

Nach dieser ersten Definition, die bereits einen guten Eindruck über die Idee hinter Kryptowährungen liefert, widmen wir uns nun der Frage:

Welche Eigenschaften haben Kryptowährungen?

Im Folgenden betrachten wir also die Eigenschaften vieler Kryptowährungen. Einige der Eigenschaften lassen sich aus der Technologie, auf der sie aufbauen, ableiten. Allgemein können wir sagen, dass Kryptowährungen im Vergleich zu unserem klassischen Geld viele Unterschiede aufweisen. Bevor wir genauer auf diese Unterschiede eingehen, eine kleine Anmerkung:

Der Fachbegriff für das konventionelle Geld, welches wir im Alltag benutzen, lautet Fiatgeld. Unter dem Begriff Fiatgeld verstehen wir ein Objekt – meistens in Papierform – welches zunächst keinen inneren Wert hat. Der Wert dieses Geldes entsteht erst durch die Akzeptanz eines Nationalstaates sowie dessen Macht, diese bedruckte Form von Papier als gesetzliches Zahlungsmittel anzuerkennen. 

Dadurch entsteht nicht nur gesellschaftliches Vertrauen in diese Währung, sondern auch Akzeptanz von Handelspartnern. Daraus wiederum folgt die Möglichkeit, den ehemals nur bedruckten und wertlosen Geldschein als Zahlungsmittel, also Geld wie wir es kennen, zu verwenden. Dieser Prozess sorgt nun für den Wert sowie Preis einer Währung.

Vertrauen als Basis für Fiatgeld und Digitalwährungen

Während unser Geld, das wir tagtäglich verwenden, nicht nur digital, sondern auch in Form von Scheinen und Münzen vorhanden ist, existieren Kryptowährungen nur digital. Es handelt sich um virtuelle Währungen, die nicht auf einen Geldschein oder ähnliches gedruckt sind. Wer bereits auf unsere Geldscheine geblickt hat, hat vielleicht bereits entdeckt, dass dort nicht nur der Wert des einzelnen Scheins festgehalten ist:

10 Euro Geldschein der Europäischen Union

Wir können neben der Flagge der Europäischen Union das Kürzel für die Europäische Zentralbank (EZB) sehen. Bei der EZB handelt es sich um die Bank, die für die Ausgabe unserer Geldscheine zuständig ist. Darunter sehen wir im Übrigen die Unterschrift des ehemaligen Präsidenten der EZB, Mario Draghi. 

Wir halten fest: Unser Geld wird von einer zentralen Drittpartei (Bank bzw. Regierung) ausgegeben.

Kryptowährungen sind ein Gegensatz dazu, denn sie funktionieren ohne eine Drittpartei und werden auch nicht von einer zentralen Stelle erstellt. Mittlerweile gibt es jedoch auch Bestrebungen einzelner Länder eine eigene Digitalwährung herauszugeben. Diese Digital- bzw. Kryptowährungen haben jedoch Nichts mit dem ursprünglichen Gedanken von Kryptowährungen zu tun, da sie zentral verwaltet werden. Beispiele hierfür sind ChinaSchweden, Russland oder die Türkei.

Dezentralität und Programmierbarkeit als Vorteile

Weitere wichtige Eigenschaften von Kryptowährungen sind die Dezentralität, Fälschungssicherheit und die fehlende Möglichkeit sie zu konfiszieren. Diese drei Eigenschaften sprechen dem Individuum mehr Autonomie und Selbstbestimmung zu. Sie sind ein Ausdruck von Selbst- bzw. Eigenständigkeit und überlassen jedem Menschen, die volle Kontrolle und Verwaltung des eigenen Vermögens.

Die letzte wichtige Eigenschaft ist die Programmierbarkeit von Kryptowährungen. Im Voraus können feste Eigenschaften definiert werden, was das Verhalten der Währung berechenbarer macht. Konkret geht es hierbei um geldpolitische Aspekte wie die Inflationsrate einer Währung. Ein kleiner Ausblick auf die Relevanz einer solchen Eigenschaft:

Im Zuge der Corona-Krise haben die Regierungen weltweit massiv an der Erhöhung der Geldmenge gearbeitet, um damit mehr Geld in Umlauf zu bringen und die Liquidität zu erhöhen. Wenngleich diese Maßnahmen aufgrund der wirtschaftlichen Situation notwendig waren, ziehen sie langfristige Konsequenzen mit sich.

Das Problem an der Erzeugung von Geld aus dem Nichts ist immens: Wenn mehr Geld im Umlauf ist, bedeutet dies für uns als Verbraucher und Konsumenten, dass der eigentliche Wert und die Kaufkraft unseres Geldes sinkt. Man spricht von Inflation. 

Bei Kryptowährungen hingegen sind solche spontanen Exzesse nicht möglich. Eine ausführlichere Diskussion hierzu findest du im Epilog: Vor- und Nachteile von Kryptowährungen.

Wie funktionieren Kryptowährungen?

Wir haben bereits herausgearbeitet, dass Kryptowährungen auf der Kryptographie basieren. Die wichtigsten Stichworte zur technischen Funktionsweise sind Distributed Ledger Technologie (DLT), Blockchain-Technologie, Digitale Signaturen, Hashfunktionen, Konsensalgorithmen und Peer-to-Peer Netzwerke. Da diese Themen jedoch komplexer sind, wollen wir auf eine Erklärung der einzelnen Begriffe verzichten.

Es gibt unzählige Kryptowährungen und daher auch unterschiedliche Funktionsweisen. Eine universelle Erklärung ist daher unmöglich. Auf der anderen Seite teilen sich viele Digitalwährungen jedoch Eigenschaften. Diese Eigenschaften möchten wir nun einfach und verständlich erklären:

Die Basis vieler Kryptowährungen ist eine Blockchain. Dabei handelt es sich um eine verteilte Datenbank. Diese heißt so, weil sie auf vielen Computern weltweit verteilt ist.

Dies bringt Vorteile mit sich: Selbst wenn einer oder mehrere Computer ausfallen, gibt es immer noch viele andere Computer, die den aktuellen Stand der Datenbank haben. Daraus resultiert eine hohe Verfügbarkeit.

Desweiteren ist das System äußerst performant, da Anfragen schneller verarbeitet werden können, da Computer weltweit verteilt und somit geographisch immer nah an der Person sind, die eine Anfrage stellt. Die Computer müssen in regelmäßigen Abständen sicherstellen, dass sie alle den gleichen Stand der Datenbank haben. Man sagt, dass sie sich synchronisieren.

Eine Blockchain bildet häufig die Basistechnologie

Wenn Menschen sich gegenseitig Geld mit Kryptowährungen schicken (Transaktion von Person A zu Person B) dann wird zuerst eine bestimmte Anzahl an Transaktionen gesammelt. Ein bildliches Beispiel: Du schreibst auf eine Seite eines Blocks immer folgende Phrase:

  • Person A –> Betrag der Kryptowährung X –> Person B
  • Person B –> Betrag der Kryptowährung X –> Person C

bis die Seite des Blocks vollständig ist. Danach nimmst du die Seite aus dem Block und heftest sie in einen Ordner ab. In dem Ordner hast du bereits Tausende von Seiten gesammelt. Dein Blatt ist der Block einer Blockchain. Dein Ordner ist die Blockchain selbst. Nun hast aber nicht nur du, sondern 1000 von anderen Leuten auch diesen Ordner. Ihr stimmt euch regelmäßig ab und gebt euch Updates über euren Ordnerzustand.

Manipulation ist daher nahezu ausgeschlossen. Denn selbst wenn aus deinem Ordner ein Blatt entfernt oder geändert wurde, haben 1000 von anderen Menschen noch die korrekte Version. Bei einem Abgleich würde schnell auffallen, dass deine Version nicht die richtige ist.

Damit hast du eine bildliche Idee, wie eine Kryptowährung funktioniert. Mehr Informationen gibt es in dem Artikel: Was ist eine Blockchain? – Einordnung, Eigenschaften und Use Cases.

Wie entstehen Kryptowährungen eigentlich?

Um zu verstehen, wie Kryptowährungen funktionieren, müssen wir auch wissen, wie sie entstehen. Wie bereits gelernt sind Kryptowährungen unabhängiger Natur und werden nicht von einer zentralen Autorität (z.B. Zentralbank) ausgegeben.

Doch wie entstehen Kryptowährungen eigentlich? – Auch hier gibt es keine pauschale Antwort, da der Schöpfungs- bzw. Entstehungsprozess unterschiedlich ist. Grundsätzlich können wir zwischen zwei Gruppen unterscheiden:

Premined Coins: Digitale Währungen, die bereits erschaffen wurden

Viele Kryptowährungen gehören zur Gruppe der sogenannten „premined coins“. Darunter verstehen wir, dass die Entwickler bzw. Gründer des Projekts bereits im Voraus eine gewissen Anzahl der Kryptowährung erstellen. Diese Anzahl an erstellten Kryptowährungen wird dann zu einem gewissen Teil an Investoren und Interessenten verteilt bzw. verkauft. Das Team selbst behält einen gewissen Prozentsatz der Kryptowährung bei sich. Dadurch entsteht zunächst eine Wertschöpfung aus dem Nichts.

Damit soll jedoch ein Anreiz geschaffen werden, dass das Team auch eine Belohnung erhält, falls die Kryptowährung erfolgreich wird. Auf der anderen Seite kann dieses Vorgehen auch kritisiert werden, da es das Vermögen in den Händen weniger Menschen konzentriert. Diese erhalten dadurch eine hohe Marktmacht und können den Kurs beeinflussen. Den Gegenpol hierzu bilden Kryptowährungen, deren Menge erst im Verlauf der Zeit geschaffen wird.

Kryptowährungen, die über die Zeit erschaffen werden: Die Idee hinter Mining

Die bekannteste Kryptowährung, die diesen Ansatz verfolgt, ist Bitcoin (BTC). Am Anfang gab es keine Coins, die sich in Umlauf befanden. Der Ideengeber und Gründer von Bitcoin, Satoshi Nakamoto, legte lediglich fest, dass die maximale Menge an Bitcoin auf 21.000.000 begrenzt ist. Dabei gilt das Prinzip, dass jeder, der sich an dem Netzwerk beteiligt und einen Teil zu dessen Stabilität und Sicherheit beiträgt, eine gewisse Belohnung in Form von Bitcoin erhält. Dieses Prinzip wird als Mining bezeichnet. Durch diese Idee entstehen Bitcoin im Verlauf der Zeit nach einem festgelegten Muster.

Häufig gibt es jedoch eine Mischform zwischen Premined Coins und Kryptowährungen, die nur durch Mining entstehen. Entwickler erschaffen beispielsweise nur einen gewissen Prozentsatz der Kryptowährung zu Beginn und lassen den Rest über die Zeit entstehen.

Bis zu diesem Abschnitt haben wir aufgezeigt, wie das Verhältnis der Deutschen zum Thema Kryptowährungen ist. Wir haben erklärt, was eine Kryptowährung ist, welche Eigenschaften sie hat, wie sie funktioniert und wie sie eigentlich entsteht. Zum Abschluss wollen wir noch die Fragen beantworten, welche Kryptowährungen es gibt und ob es sich lohnt, in Kryptowährungen zu investieren?

Welche Kryptowährungen gibt es?

Der Begriff der Kryptowährungen ist ein Oberbegriff. Mittlerweile gibt es über 5000 Kryptowährungen. Die Spannweite ist also enorm groß. Die bekannteste aller digitalen Währungen ist hierbei jedoch ganz klar Bitcoin.

Neben Bitcoin gibt es jedoch noch Tausende anderer Kryptowährungen, die im Allgemeinen als Altcoins bezeichnet werden. Der Begriff Altcoin steht hierbei für Alternativer Coin. Die bekanntesten Altcoins sind Ethereum (ETH), Ripple (XRP), IOTA (MIOTA), Cardano (ADA)Chainlink (LINK) und Tezos (XTZ). Alle Kryptowährungen zusammen weisen aktuell eine Marktkapitalisierung von 275 Milliarden Dollar auf. Bitcoin hat hierbei eine Marktkapitalisierung von 180 Milliarden USD und trägt somit zu 65% zur gesamten Kapitalisierung bei.

Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen laut Coinmarketcap.com

Es ist wahrscheinlich logisch, dass es bei dieser Anzahl an verschiedenen Währungen auch unterschiedliche Gruppen gibt. Die einzelnen Coins unterscheiden sich teilweise deutlich in ihrem Zweck und der Anwendung.

Es gibt Kryptowährungen, die beispielsweise zur reinen Verwendung als Zahlungsmittel vorhergesehen sind. Andere wiederum bilden beispielsweise einen Anteil an einem Vermögenswert ab.

So lässt sich Gold oder auch der US-Dollar in Form von einer Kryptowährung darstellen. Dieser Punkt ließe sich noch viel weiter ausführen. Wir wollen an dieser Stelle jedoch nur verdeutlichen, dass Kryptowährungen als übergeordneter Begriff zu verstehen ist und es innerhalb dieser Klasse viele verschiedene Gruppen gibt.

Lohnt es sich in Kryptowährungen zu investieren?

Auf diese Frage gibt es ebenso keine pauschale Antwort. Aufgrund der Vielzahl an Kryptowährungen hängt die Antwort nämlich ganz klar von der Wahl der Kryptowährung ab. Natürlich gibt es keine Gewissheit über die zukünftige Entwicklung einer digitalen Währungen, wenn gleich die Vergangenheit gezeigt hat, dass es durchaus lukrativ war in der Vergangenheit in Kryptowährungen zu investieren.

Auf der anderen Seite gibt es auch etliche Beispiele, bei denen eine Investition zum Totalverlust geführt hat. Umso wichtiger ist ein Fundament und eine vorherige Investition in das eigene Wissen, denn diese Investition bringt bekanntlich die beste Rendite.

Auch das Thema des Betrugs ist hierbei wichtig. Viele unwissende Investoren oder Einsteiger lassen sich von hohen Renditeversprechen ködern. Dabei endet dieser Ausflug in die Welt der Kryptowährungen dann häufig mit einem Totalverlust und der (falschen) Einstellung, dass digitale Währungen lediglich Betrug seien oder für illegale Aktivitäten verwendet würden.

Inwiefern es sich nun lohnt in Kryptowährungen zu investieren, beantwortet dir der folgende Artikel im Detail: Richtig in Kryptowährungen investieren 2020: 3 Top Tipps & Erkenntnisse.

In dieser Analyse gehen wir auf die historische Performance ein und werfen einen Blick auf spannende Aspekte und Erkenntnisse. Wir beantworten dir Fragen rund um das Potenzial von Kryptowährungen, welcher Coin der Beste ist und ob Digitalwährungen die besseren Aktien sind.

Epilog: Vor- und Nachteile von Kryptowährungen

Damit sind wir am Ende des Artikels „Was sind Kryptowährungen“. An dieser Stelle werden nun für einen optimalen Gesamtüberblick die größten Vor- und Nachteile von Kryptowährungen zusammengefasst. Dabei zeigt sich, dass einige der Eigenschaften je nach Betrachtung und Blickwinkel sowohl positive als auch negative Aspekte aufweisen.

Vorteile Nachteile

Dezentralität:
Die Mehrheit der Kryptowährungen basieren auf Dezentralität. Sie sind daher unabhängig von zentralen Instanzen, Institutionen und Staaten.

Vertrauen:
Dezentralität ist gleichermaßen ein Nachteil. Gerade aus einer geldpolitischen Perspektive ist es für viele Menschen schwer vorstellbar, einer Währung zu vertrauen, die nicht direkt durch den Staat emittiert und/oder reguliert wird. 

Diversität:
Im Gegensatz zu Geld können die über 5000 Kryptowährungen viele verschiedene Zwecke erfüllen und müssen nicht nur für den direkten Kauf von Gütern verwendet werden.

Übersicht:
Mit über 5000 Kryptowährungen ist es nahezu unmöglich, einen vollständigen Überblick zu haben. Der Fokus sollte daher auf den Top20-Projekten liegen.

Souveränität:
Kryptowährungen sind nicht konfiszierbar. Sie verleihen dem Besitzer Souveränität und die alleinige Kontrolle über das Geld.

Eigenverantwortung:
Aus Souveränität resultiert Eigenverantwortung. Wer den Zugang zu seinem digitalen Geldbeutel verliert, verliert auch sein Geld. Es gibt keine Einlagensicherung.

Programmierbarkeit:
Kryptowährungen sind programmierbar. Sie erhalten dadurch messbare und nachvollziehbare Eigenschaften hinsichtlich geldpolitischen Aspekten wie verfügbares Angebot, Entstehungsprozess und Inflationsrate.

Softwarefehler:
Dadurch, dass Kryptowährung programmierbar sind, können Softwarefehler entstehen. Im Normalfall können solche Störungen durch Korrekturen behoben werden. In der Historie von Bitcoin kam es zweimal zu einem derartigen Fehler.

Transaktionen - Kosten und Geschwindigkeit:
Transaktionen werden im Zeitraum von wenigen Sekunden bis hin zu einigen Minuten verarbeitet und umgesetzt. Die Kosten sind hierbei minimal.

Transaktionen - Irreversibilität:
Transaktionen sind irreversibel und können dadurch nicht zurückgebucht werden. Der Sender muss also besonders aufmerksam und sorgfältig agieren.

Kurspotenzial:
Kryptowährungen haben - gerade im Vergleich zu Aktien - ein hohes Potenzial. Wer im frühen Stadium in eine vielversprechende Kryptowährung investiert, kann bei entsprechendem Wachstum auf hohe Kursgewinne hoffen. 

Volatilität:
Die Volatilität ist bei Kryptowährungen - gerade im Vergleich zu Aktien - enorm hoch. Dadurch ergeben sich nicht nur Chancen, sondern auch Nachteile. Ein Investment in Digitalwährungen ist risikoreich und kann unter Umständen mit einem Totalverlust enden.

Bitcoin Münze auf Platine

Was ist Bitcoin (BTC)? – Die Kryptowährung Nr. 1 verstehen

Was ist Bitcoin (BTC)? – Diese Frage hat sich die Mehrheit der Deutschen Bevölkerung bereits gestellt. Eine Umfrage des Bundesverbandes für  Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) aus dem Jahr 2018 bestätigt diese Annahme und zeigt, dass rund 64% der Bevölkerung bereits einmal vom sogenannten Bitcoin gehört oder aber gelesen haben. Das Phänomen und die Anziehungskraft der Kryptowährung wird hierbei bereits deutlich, denn im Jahr 2013 hatten gerade einmal 14% der Bevölkerung von Bitcoin gehört.

Der Unterschied zwischen „ich habe etwas gehört“ und „ich habe etwas verstanden“ ist jedoch enorm und so zeigt eine weitere Umfrage der Postbank aus dem Jahr 2018, dass wiederum 80% der Deutschen wenig bis gar keine Ahnung von Kryptowährungen haben. Unsere Reaktion auf diese Zahlen war eindeutig: Es bedarf einer Anlaufstelle, die seriös und transparent Aufklärungsarbeit leistet und den Menschen erklärt, was Bitcoin (BTC) ist.

Bitkom Umfrage aus 2018 zur Bekanntheit von Bitcoin in Deutschland. Quelle: statista.de

Mit diesem Artikel möchten wir daher für dich als Leser eine Grundlage schaffen. Vorweg: Bitcoin gleicht tatsächlich einer Wissenschaft, denn die größte und bekannteste Kryptowährung enthält Elemente aus der Informatik, Soziologie und Volkswirtschaftslehre. Um das Konstrukt Bitcoin ganzheitlich zu verstehen, benötigt es sowohl Zeit als auch Lernbereitschaft. Wir haben diesen Artikel bewusst so geschrieben, dass er sich für jeden Einsteiger eignet, der sich grundsätzlich über BTC informieren möchte. Du als Leser darfst dieses Dokument also als Startpunkt und Anker sehen.

Du willst alles wissen und am liebsten direkt einsteigen? In unserer Bitcoin2Go Checkliste findest du alles was du an Wissen und Services benötigst um direkt loszulegen. Nimm dir die Zeit und übereile deine Entscheidung nicht. Beschäftige dich mit Bitcoin & Co. und investiere vor allem in dich selbst!

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Aufbau und Zielsetzung des Artikels

Unser Ziel ist es, dir einen ganzheitlichen Blick aufzuzeigen und somit verschiedene Aspekte der Kryptowährung Bitcoin zu beleuchten. Wir beginnen mit einer kurzen Zeitreise in die 90er Jahre und der Frage, ob es bereits digitale Währungen oder ähnliche Ideen vor Bitcoin gab. Anschließend geht es um die Grundidee der Kryptowährung, sowie die technischen Elemente, die dieses komplette Konstrukt erst ermöglichen.

Obwohl die Chronik von BTC nur 11 Jahre alt ist, kann die bekannteste Kryptowährung der Welt bereits eine bewegte Geschichte vorweisen, auf die wir ebenso eingehen möchten. Diese Ereignisse dürfen gerne als Impuls und Inspiration für weitere Recherchen verstanden werden. Zum Abschluss blicken wir in die heutige Zeit und beleuchten den Status-Quo von Bitcoin aus verschiedenen Perspektiven. Hierbei stellen sich Fragen zur aktuellen Verbreitung sowie Nutzung und dem allgemeinen Interesse seitens großer Firmen und Gesellschaften.

Was ist Bitcoin (BTC)? - Ein Überblick

Die Ursprünge von Bitcoin

Dieser Abschnitt beginnt mit einem klaren Statement und einer Definition von Bitcoin, ein Satz der eigentlich alles aussagt:

Bitcoin ist die erste, weltweit akzeptierte, digitale und komplett dezentrale Währung.

Damit stellt die Kryptowährung eine klare Innovation dar und ist ein Novum in der menschlichen Geschichte des Geldes. Dennoch gibt es eine interessante Historie von früheren Ansätzen digitales Geld zu etablieren. Einige dieser Ansätze haben bereits wichtige, technische Elemente verwendet, die nun auch bei Bitcoin selbst zum Tragen kommen.

1977: Asymmetrische Verschlüsselung als Auftakt

Der Beginn der modernen Verschlüsselung lässt sich auf das Jahr 1977 datieren. In diesem Jahr veröffentlichten die drei Mathematiker Ron Rivest, Adi Shamier und Leonard Adleman einen Algorithmus zur Verschlüsselung von Daten. Der Name dieser Verschlüsselungsmethode heißt gemäß der Nachnamen der drei Herren RSA. Die Methode war revolutionär und bildete die spätere Grundlage für die Entwicklung der sogenannten Secure Hashing Algorithms (SHA).

Warum sind all diese Fakten überhaupt wichtig und welche Relevanz haben sie? – Jegliche Art der Verschlüsselung über das Internet läuft heute über asymmetrische Verschlüsselung und einen SHA-Algorithmus. Egal ob es dein Online-Banking, dein Kauf über Amazon, das Versenden via PayPal oder die Übertragung persönlicher Daten ist. Auch das Bitcoin Netzwerk verwendet einen SHA-256 Algorithmus als eines der wichtigsten Bestandteile.

Zurück zur Historie: Nachdem die Mathematiker 1977 die Idee von RSA veröffentlichten, verbreitete ein Kryptograph namens David Chaum 1982 ein wissenschaftliches Papier, welches mithilfe dieser Methoden ’nicht nachverfolgbare Zahlungen‘ ermöglichte. Ab diesem Zeitpunkt haben sich viele sogenannte Cypherpunks (=technisch versierte Menschen mit Fokus auf Datenschutz und Privatsphäre) das Ziel gesetzt, Software zu entwickeln, die zensurresistent ist und die Privatsphäre jedes Individuums respektiert. Und so kamen über die Jahre bis hin zur Entstehung von Bitcoin im Jahr 2008/2009 verschiedene Vorschläge zu digitalen Währungen, die auf dem Prinzip der asymmetrischen Verschlüsselung basierten.

1983 – 2005: Von eCash zu BitGold

Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Übersicht der bekannteste Entwicklungen, die vor Bitcoin entstanden sind.

Name Erfinder Jahr Beschreibung und Idee
eCash
David Chaum
1983
Halb-Dezentrales elektronisches Geld für kleine Zahlungen
Hashcash
Adam Back
1997
Keine digitale Währung. Vielmehr ein System, um digitale Knappheit zu erzeugen. Idee des Proof-of-Work.
B-Money
Wei Dai
1998
Zwei Vorschläge von dezentralem, digitalem Geld. Eine Währung ähnlich zu Bitcoin, die andere zu Ethereum.
RPOW
Hal Finney
2004
Dezentrales Geldsystem, auf Basis eines Proof-of-Work Algorithmus.
Bit Gold
Nick Szabo
2005
Dezentrales Geld auf Basis von Hashcash. Bereits sehr ähnlich zu Bitcoin.

31. Oktober 2008: Die Geburtsstunde von Bitcoin

In Mitten der Höhepunkt der Finanzkrise von 2007/2008 veröffentlichte eine bis heute unbekannte Person mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto eine wissenschaftliche Arbeit mit dem mittlerweile legendären Titel:

Bitcoin: A peer-to-peer electronic cash system

In diesem Whitepaper beschreibt Nakamoto die technische Funktionsweise und legte somit den Grundstein für die bekannteste Kryptowährung der Welt. 

Wenn du mehr über den Gründer und die Spekulationen zu dessen Identität erfahren möchtest, dann schaue dir unseren Artikel zu Satoshi Nakamoto an.

Im folgenden Abschnitt werfen wir nun einen Blick auf das Bitcoin Protokoll. Dabei handelt es sich um den eben beschriebenen Grundstein, den Nakamoto am 31. Oktober 2008  mit der Veröffentlichung des Whitepapers legte.

Wie funktioniert Bitcoin? – Das Protokoll

Das Bitcoin Protokoll bildet die Grundlage für das Netzwerk und enthält alle wichtigen Regeln, damit BTC in einer ordnungsgemäßen Art und Weise funktioniert. Dabei gibt es 4 entscheidende Elemente, die das Fundament bilden: die Blockchain, Nodes, Miner und der Konsensalgorithmus Proof-of-Work (PoW).

Die 4 wichtigsten Pfeiler des Netzwerkes

In der nachfolgenden Tab-Darstellung gehen wir auf die jeweiligen Elemente näher ein und erläutern deren Funktion im Netzwerk.

  • Blockchain
  • Nodes
  • Miner
  • Proof-of-Work (PoW)

Der Begriff Blockchain kann im Deutschen etwa mit einer verketteten Liste übersetzt werden. Technisch gesehen gehört die Blockchain zu den sogenannten Distributed Ledger Technologien (DLT).

Es handelt sich hierbei um eine verteilte Datenbank, deren Inhalt über ein weltweites Netzwerk von Computern (Nodes) repliziert und verteilt wird.

Diese Datenbank beinhaltet alle Transaktionen (=Überweisungen), die jemals über das Bitcoin Netzwerk getätigt wurden. Transaktionen werden hierbei gebündelt und anschließend in einen sogenannten Block gepackt. Die Blockchain besteht somit aus mehreren Blöcken, die jeweils Transaktionen beinhalten.

Manipulations- und Zensurresistenz als Vorteil

Die Verkettung entsteht dadurch, dass jeder einzelne Block eine Verlinkung (=Prüfsumme) auf den vorherigen Block hat. Das Konzept ist so aufgebaut, dass eine Änderung in einem einzigen Block zur Änderung aller nachstehenden Prüfsummen führen würde. Damit kann sichergestellt werden, dass Manipulationen sofort auffallen würden.

Mehr Informationen erfährst du in unserem Artikel: Was ist eine Blockchain? - Einordnung, Eigenschaften und Use Cases

Nodes sind die Knotenpunkte im weltweiten Netzwerk der Bitcoin Blockchain. Sie speichern die Kopie der Blockchain und sorgen für die ordnungsgemäße Verarbeitung neuer Transaktionen

Wir haben gerade beschrieben, dass eine Blockchain eine verkettete Liste ist. Dabei werden immer neue Blöcke an das aktuelle Ende gehängt.

Wie entstehen eigentlich Blöcke in der Blockchain?

Neue Blöcke entstehen durch Miner. Hierbei handelt es sich (einfach gesagt) um eine besondere Gruppe, die spezielle Hardware verwendet, mit deren Hilfe besonders komplexe mathematische Aufgaben gelöst werden können. Mit der Lösung dieser Aufgaben entstehen neue Blöcke. Da die Maschinen der Miner nicht nur viel Energie benötigen, sondern auch in der Anschaffung Kosten haben, werden Miner für das Schaffen von Blöcken belohnt. Die Belohnung besteht hierbei aus einer gewissen Menge an Bitcoin, welche alle 4 Jahre halbiert wird. Der Grund für diese komplexen Rechenaufgaben liegt im Proof-of-Work Algorithmus, den wir uns als nächstes anschauen.

Mining ist ein sehr wichtiger Prozess, da er zur Sicherheit des gesamten Netzwerks beiträgt und für die Stabilität und Funktionsweise sorgt.

Unter Proof-of-Work (PoW) versteht man einige Regeln für das Netzwerk. Hierbei geht es beispielsweise um die Frage, wie man erkennt, welche Blockchain die "richtige" ist und welcher neue Block tatsächlich der "wahre" Block ist.

Dieser Art von Algorithmus setzt einen Rechen- sowie Energieaufwand voraus. Da für die Maschinen sowie die Energiekosten enorm hohe Fix- und variable Kosten anfallen, sorgt dieser Algorithmus für mehr Sicherheit. Miner haben nämlich aufgrund des finanziellen Risikos kein Interesse an einer Manipulation, sondern sind eher daran interessiert, das Modell Mining zu einem Geschäft zu machen.

Zugegebenermaßen sind die eben beschriebenen Punkte komplex und man benötigt im Normalfall ein gewisses Grundverständnis für das Thema IT und Kryptographie.

Was eben noch in einem technischen Tonus erklärt wurde, hat jedoch leicht verständliche Konsequenzen für jede Person, die Bitcoin real nutzen möchte.

Die praktischen Vorteile des Protokolls

Dadurch, dass die Bitcoin Blockchain eine verteilte Datenbank ist, entsteht der immense Vorteil, dass alle Datensätze weltweit bei unterschiedlichen Personen und Gruppen verteilt sind. Dies hat den enormen Vorteil, dass die Macht und die Kontrolle über diese Daten nicht bei einer einzigen Gruppe liegt, der wir als Anwender vertrauen müssen.

Entscheidungen des Netzwerks werden immer im Kollektiv getroffen. Damit hast du als potenzieller Nutzer der Blockchain niemals ein Vertrauensproblem und kannst immer von zuverlässigen Daten ausgehen. Selbst, wenn einzelne Knotenpunkte ausfallen oder gar manipuliert werden, können wir sicher sein, dass die Mehrheit der Teilnehmer die richtigen Daten hat. Die Dezentralität unterstreicht außerdem die Zensurresistenz des Netzwerks.

Ein weiterer enormer Vorteil von Bitcoin besteht in den Transaktionen selbst. Falls du in deinem Leben vielleicht bereits eine Auslandsüberweisung getätigt hast, müsstest du merken, wie viele Hürden es hierbei gibt:

Beginnend bei den Kosten für die Überweisung über horrende Wechselkurse bis hin zur langen Verarbeitung von Transaktionen. Das Bitcoin Netzwerk vereinfacht diesen Prozess und lässt jede Person mit einem Zugang zum Internet am Netzwerk teilhaben. Dabei können BTC weltweit zu günstigen Konditionen und in minutenschnelle versendet werden. 

Dass Bitcoin allerdings nicht nur ein technisches Konstrukt ist, sondern auch eine politische Komponente hat, siehst du im folgenden Abschnitt. Besonders die Inhalte der Jahre 2008 und 2009 zeigen dir, dass Bitcoin angewandte Geldpolitik ist und mehr als eine digitale Währung darstellt.

Der Weg von 0 zu 20.000 US-Dollar

Am 31.10.2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto das Whitepaper von Bitcoin. 3 Monate später, am 03.01.2009, ging die Bitcoin Software live und die Kryptowährung konnte zum ersten Mal verwendet werden. Damit ist BTC fast 12 Jahre alt.

In diesen fast 12 Jahren hat die größte Kryptowährung der Welt Höhen und Tiefen erlebt. Die Reise all derjenigen Menschen, die das Projekt seit Beginn an mitverfolgt haben, ist wohl kaum vorstellbar. Um dir als Einsteiger ein Gefühl zu geben, wie bewegend die Historie Bitcoins tatsächlich ist, haben wir im Folgenden die wichtigsten Ereignisse seit 2008 zusammengefasst.

Es ist der 15. September 2008. Die Welt steht buchstäblich am Höhepunkt der Finanzkrise. Die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers, welche eine 150-jährige Historie vorzuweisen hat, beantragt offiziell Insolvenz. In Folge dessen erweiterte sich die Finanzkrise zu einer Banken- und Immobilienkrise. Die Welt stand unter dem Eindruck vieler negativer Faktoren, die zur Krise geführt hatten.

Eine gefährliche Kombination aus falschen Kreditbewertungen von Ratingagenturen, einer Blase am Immobilienmarkt, Schattenbanken und vor allem einer steigenden Einkommensungleichheit führte zu einer der eindrucksvollsten Wirtschaftskrisen der Neuzeit.

Das Bitcoin Whitepaper entsteht

Geprägt von den Eindrücken und den Konsequenzen dieser Misswirtschaft, veröffentlichte rund 6 Wochen später eine bis heute unbekannte Person ein Whitepaper zu einer digitalen Währung. Diese digitale Währung hieß Bitcoin und stellte ein völlig konträres Konzept zur bisherigen (keynesianischen) Geldpolitik dar.

Am 03.01.2009 wurde der erste Block der Bitcoin Blockchain geschaffen. Dieser erste Block wird im Übrigen Genesis-Block genannt. Der Begriff kommt hierbei aus dem Altgriechischen und kann mit "Schöpfung", "Geburt" oder "Entstehung" übersetzt werden. Bereits seit der ersten Stunde ist klar, dass es sich bei der Kryptowährung nicht nur um eine reine Währung handelt.

Wie fast alle Währungen ist auch sie ein politisches und wirtschaftliches Statement. Geprägt von den Auswirkungen und den notwendigen Rettungen vieler Banken verankerte Satoshi Nakamoto einen einzigen Satz im ersten Block.

Eine geheime Botschaft an die Nachwelt

Dieser einzige Satz hat jedoch bis heute eine starke Wirkung und unterstreicht die Vision Nakamotos.

The Times 03/09/2009: Chancellor on brink of secound bailout for banks

Aus der heutigen Sicht wissen wir, dass der gewählte Titel die Schlagzeile der Ausgabe der britischen Tageszeitung "The Times" vom 03. Januar 2009 war.

Übersetzt werden kann der Titel im Deutschen mit dem Satz "Finanzminister vor zweiter Bankenrettung".

Dies ist eine offensichtliche Kritik an die politische Führung sowie deren ständiges Bestreben die Banken – trotz unlauteren Verhaltens – um jeden Preis zu retten.

Die original Zeitung aus 2009 ist heute übrigens sehr viel Geld wert und ein echtes Sammlerstück.

Im Jahr 2010 entstand die erste Bitcoin Börse namens BitcoinMarket.com. Damit war es zum ersten Mal möglich die Kryptowährung zu erwerben sowie zu handeln.

Im selben Jahr startete auch eine weitere Börse, die den Namen Mt. Gox trägt und im Jahr 2014 eine tragende Rolle spielen sollte.

Der Bitcoin Pizza Tag

Am 22.05.2010 wurde zudem die erste offizielle Bezahlung mit Bitcoin für eine Ware getätigt. Bei der Ware handelte es sich um 2 große Pizzen, die ein Entwickler namens Laszlo Hanyecz für 10.000 BTC kaufte. Zur damaligen Zeit entsprach dies einem Gegenwert von 30 US-Dollar.

Zum heutigen Zeitpunkt (03.06.20) haben die 10.000 Bitcoin einen Gegenwert von 95 Millionen US-Dollar.

Dies ist wohl der Preis, den man als Pionier zahlen muss. Als Hommage an den Entwickler gilt der 22. Mai innerhalb der Kryptowelt nun offiziell als Pizza Day.

Im Jahr 2011 kamen die ersten Abwandlungen von Bitcoin auf den Markt. Das Thema Kryptowährungen wurde populär und so entstanden neue Coins.

Die bekanntesten Kryptowährungen, die 2011 entstanden, sind Litecoin (LTC), Namecoin (NMC) und Swiftcoin (SWIFT).

Im Abschnitt über die Technologie haben wir gelernt, dass Miner für die Aufrechterhaltung und Sicherung des Netzwerks eine Belohnung erhalten.

Dieser Prozess stellt die Entstehung von Bitcoin dar und ist die einzige Art und Weise wie BTC geschaffen werden kann.

Senkung der Inflationsrate und Knappheit als Wertespeicher

Im Gegensatz zu unseren Währungen findet bei Bitcoin eine bewusste und regelmäßige Verknappung des Angebots statt. Dabei halbiert sich die Menge an BTC, die die Miner als Belohnung erhalten, durchschnittlich alle 4 Jahre.

Dieser Prozess ist enorm wichtig, da er für Knappheit sorgt. Knappheit wiederum ist in der Ökonomie und Volkswirtschafslehre ein wichtiges Attribut für einen Wertspeicher.

Dieses Event der Halbierung wird als Bitcoin Halving bezeichnet und fand 2012 zum ersten Mal statt.

Im Jahr 2013 ist viel geschehen. Dazu gehört beispielsweise ein rasanter Anstieg des Bitcoin Kurs, der die digitale Währung von rund 100 Dollar zu Beginn des Jahres auf 1.000 Dollar im Dezember 2013 brachte.

In Folge dieses explosiven Anstiegs erhielt die Kryptowährung nicht nur mediales Interesse, sondern wurde zum Diskussionsgegenstand verschiedener Staaten:

China verbietet Bitcoin; die USA debattiert über die Kryptowährung

Die Volksrepublik China sorgte 2013 für ein Gesetz, welches allen chinesischen Banken Transaktionen im Zusammenhang mit Bitcoin verbot.

Der US-Kongress debattierte 2013 ebenso über die Auswirkungen der Kryptowährungen. Ein nachhaltiges Ergebnis blieb hierbei jedoch aus.

Die Bitcoin Börse Mt. Gox dominierte in den Jahren 2011 bis 2014 den Handel mit der beliebtesten Kryptowährung. Zur Hochzeit im Jahr 2013 wurden 70% des weltweiten Handels mit Bitcoin über Mt. Gox abgewickelt.

Nach einer Serie von Hacks und dem Totalverlust für alle Anleger blieb nicht nur der finanzielle Schaden, sondern auch großes Misstrauen innerhalb der Community.

Die Börse stellte 2014 ihre Geschäfte final ein. Noch bis heute zittern Investoren um ihre Bitcoins von damals.

Als Konsequenz des Shutdowns von Mt. Gox herrschte eine Art Depression innerhalb der Bitcoin Community.

Der Bitcoin Kurs fiel seit seinem Hoch von 1.000 Dollar im Dezember 2013 auf einen Kurswert von 195 Dollar im Januar 2015. Über den Jahresverlauf stabilisierte sich der Kurs und beendete das Jahr mit einem Kurswert von rund 430 Dollar.

Im Jahr 2016 fand das zweite Bitcoin Halving der Geschichte statt.

Lightning Netzwerk als Lösung für Bitcoin

Zudem wurde 2016 ein Konzept vorgestellt, welches als Lightning Netzwerk bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine potenzielle Lösung für Bitcoin, die es dem Netzwerk in der Theorie ermöglicht in sekundenschnelle, tausende von Transaktionen zu verarbeiten.

Im Jahr 2017 haben viele Menschen wohl zum ersten Mal von der Kryptowährung Bitcoin gehört. Nachdem die digitale Währung auf einen Kurs von 20.000 Dollar angestiegen ist, berichteten Medien weltweit über das Phänomen Bitcoin. Neben diesem Kursanstieg, gab es aber noch weitere interessante Punkte.

CME führt Bitcoin Futures ein

Jede Anlageklasse, die im Becken der großen Fische mitschwimmen möchte, benötigt einen Derivatemarkt. Der Handel mit Futures, Optionen und weiteren Finanzprodukten ist im klassischen Finanzmarkt viel bedeutender als der sogenannte Spotmarkt.

Insofern war ein wichtiger Schritt für Bitcoin als die Chicago Mercantile Exchange (CME) die Einführung von Bitcoin Futures bekanntgab. Bei der CME handelt es sich um eine der größten und ältesten Börsenplätze weltweit.

Der Bitcoin Cash Hardfork

Ein weiteres wichtiges Ereignis im Jahr 2017 war der sogenannte Bitcoin Cash Hardfork. Dabei entstand eine Abwandlung von Bitcoin, die sich in gewissen Eigenschaften von BTC unterscheidet.

Weitere Informationen zu einem Fork und Bitcoin Cash, findest du in unserem Artikel: Welcher Bitcoin ist der beste? - BTC, BCH, BSV, BTG & Co.

 

Im Jahr 2018 machte eine Zahl die Runde, die Bitcoin das Attribut des 'digitalen Goldes' verlieh. Wie bereits erwähnt, entstehen neue Bitcoin im Rahmen des Miningprozesses. In diesem Artikel haben wir außerdem darüber gesprochen, dass das verfügbare Angebot an neuen BTC im Durchschnitt alle 4 Jahre durch das Bitcoin Halving halbiert wird.

Inflation nimmt mit der Zeit ab

Die Konsequenz daraus ist, dass am Anfang sehr viele Bitcoins schnell verteilt wurden. Dies geschah zu einer Zeit als BTC selbst noch einen geringen Wert hatte.

Während der Kurs der Kryptowährung über die Zeit jedoch stieg, verringerte sich das Angebot an neuen Bitcoins, die auf den Markt kommen. Knappheit entsteht.

80% aller Bitcoins bereits vergeben

Im Januar 2018 waren demnach 16 von insgesamt 21 Millionen BTC gemined. Damit waren rund 80% aller Bitcoin bereits im Umlauf.

Im Jahr 2019 öffnete die Future-Plattform Bakkt für den Handel mit Bitcoin Futures. Die Besonderheit lag darin, dass hierbei echte, also physische, Bitcoins erworben werden konnten.

Desweiteren zeigte Bakkt, dass auch große institutionelle Anleger an Bitcoin als Investitionsobjekt interessiert sind.

Die Futures an der CME hingegen waren lediglich cash-settled. Mehr Informationen zu dem Thema Bitcoin Futures findest du hier in unserem Artikel.

Keine Regulierung für Bitcoin

Ebenso spannend war die Aussage der britischen Finanzaufsicht FCA. Sie gab bekannt, dass es für Bitcoin keine einschränkende Regulierung geben werde.

Im Jahr 2020 fand das dritte Bitcoin Halving statt. Dies geschah im Zeichen der Coronakrise. Denn die mit dem Halving verbundene Halbierung des Angebots kommt zu einer Zeit, in der Regierungen in Folge von Covid-19 massiv die umlaufende Geldmenge erhöhen müssen, um Firmen mit ausreichend Liquidität zu versorgen.

Eine solche Geldpolitik kann zu einer erhöhten Inflationsrate und somit Entwertung der Kaufkraft führen. BTC stellt das Gegenteil zu einer solchen Geldpolitik dar.

Bitcoin 2020 – Wo steht BTC aktuell?

Im vorangegangenen Abschnitt haben wir einige interessante Ereignisse in der Chronik Bitcoins aufgezeigt. Diese Reise endet im Jahr 2020 und bildet somit die Brücke zur Gegenwart. In diesem Abschnitt wollen wir nun den Ist-Zustand betrachten und über den aktuellen Status-Quo von Bitcoin sprechen.

Unser Ziel ist es hierbei verschiedene Perspektiven aufzuzeigen. Wir verwenden daher unterschiedliche Metriken und bedienen uns nicht nur technischen und/oder Finanzindikatoren, sondern schauen auch auf Aspekte wie Bekanntheit und Verbreitung.

Die Analyse beginnt bei den gerade genannten letzten beiden Punkten.

Bekanntheit und Verbreitung der Kryptowährung

Über die Jahre hin ist nicht nur der Kurs von Bitcoin stark angestiegen, sondern vor allem auch dessen Bekanntheit und Verbreitung. Um jedoch nicht nur bei einer Behauptung zu bleiben, wollen wir empirische Daten zeigen, die dies unterstreichen.

In unserer modernen Welt stellt Google wohl die zentrale Anlaufstelle für Fragen dar. Daher ist auch unser erster Anlaufpunkt die Suchmaschine mit den 6 bunten Buchstaben.

Google Trends in Deutschland seit dem 03.01.2009

Um zu verstehen, wie die Menschen eines Landes im Internet suchen, hilft ein Blick auf die Google Trends. Dort wird das Interesse nach einem bestimmten Suchbegriff – in unserem Fall also Bitcoin – über den zeitlichen Verlauf dargestellt.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Google Suchanfragen in Deutschland für den Zeitraum vom 03.01.2009 (Genesis-Block) bis zum aktuellen Tag.

Grafik Google Trends Suchanfragen für den Suchbegriff Bitcoin in Deutschland. Zeitraum: 03.01.2009 - 04.06.2020

Es ist deutlich zu erkennen, dass Bewegungen im Bitcoin Kurs auch ein erhöhtes Interesse mit sich ziehen. Sowohl in den Jahren 2013 (1000$), 2017 (20.000$), im Juli 2019 (13.000$) stieg das Interesse sprunghaft an. Parallel dazu ist auch zu erkennen, dass das Interesse an der digitalen Währung in den letzten Monaten wieder an Fahrt aufnahm. Nichtsdestotrotz bleibt 2017 eine Zäsur, in der viele Menschen wohl den ersten Berührungspunkt mit BTC hatten.

Google Trends weltweit seit dem 03.01.2009

Schauen wir nun auf das weltweite Interesse. Gibt es Parallelen zu den Beobachtungen aus Deutschland?

Grafik Google Trends weltweite Suchanfragen zum Begriff Bitcoin. Zeitraum: 03.01.2009 - 04.06.2020

Die offensichtliche Antwortet lautet: Ja, es gibt Parallelen. Wir sehen, dass die untere Grafik fast identisch zu den Suchanfragen in Deutschland aussieht. Der letzte Punkt, den wir uns hierzu anschauen, ist die Verteilung der Anfragen nach Ländern.

Wir betrachten also, welche Länder sich besonders für BTC interessierten.

Grafik Google Trends weltweite Suchanfragen nach Bitcoin auf Länder aufgeteilt. Zeitraum: 03.01.2009 - 04.06.2020

Es wird deutlich, dass insbesondere die drei afrikanischen Länder Nigeria, Südafrika und Ghana sich für die Kryptowährung interessieren. Eine solche Beobachtung unterstreicht den politischen Charakter von Bitcoin.

Die Begründung liegt darin, dass jeder Mensch mit Zugang zum Internet die Möglichkeit hat, Teil des Bitcoin Netzwerks zu werden und die digitale Währung länderübergreifend transferieren kann. Gerade in den afrikanischen Ländern haben viele Menschen keinen Zugang zu einem klassischen Bankkonto, wohl aber Zugang zum Internet. Hinzu kommen viele verschiedene Währungen in Afrika, so dass eine einheitliche Währung Vorteile bietet. Auch die Wertstabilität Bitcoins sowie dessen Potenzial an Wert zu gewinnen, sollten hierbei nicht vernachlässigt werden.

Wachstum und Entwicklung von Bitcoin Wallets

In diesem Abschnitt betrachten wir die Entwicklung der Bitcoin Wallets. Bei einer Bitcoin Wallet handelt es sich um eine Art digitale Geldbörse, in der die Kryptowährung BTC gelagert werden kann.

Hierbei ist es wichtig zu verstehen, dass ein einzelner Mensch nicht nur eine digitale Geldbörse, also Wallet, besitzen kann, sondern beliebig viele. Wenn es also beispielsweise 5 Millionen Wallets gibt, heißt dies explizit nicht, dass es 5 Millionen einzelne Nutzer der Kryptowährung gibt. Dennoch gibt diese Grafik einen Eindruck über die Geschwindigkeit und das Wachstum.

Anzahl an Wallets bei blockchain.com seit 2011

Die Kurve ist charakteristisch für Netzwerke, die ab einem gewissen Zeitpunkt eine kritische Größe erreicht haben und anschließend explosiv Wachsen. Bei Bitcoin wurde dieser Punkt zu Beginn des Jahres 2016 erreicht. Nach wie vor zeigt die Kurve ein deutliches Wachstum auf und deutet noch nicht auf eine Sättigung und/oder Abflachung hin.

Bitcoin und die Marktkapitalisierung: Die Größe BTCs

In diesem Abschnitt wechseln wir die Perspektive und betrachten das Asset Bitcoin. Dazu werfen wir zunächst einen Blick auf die Entwicklung der Marktkapitalisierung. Im Anschluss vergleichen wir die Größe der Kryptowährung mit der anderer Nationalwährungen sowie dem globalen Aktienmarkt, um ein Gefühl für die Dimension sowie das Wachstumspotenzial der digitalen Währung zu erhalten.

Die Entwicklung der Marktkapitalisierung

Die nachfolgende Grafik zeigt die Marktkapitalisierung von Bitcoin im Zeitraum August 2013 – Juni 2020.
 
Grafik zur Bitcoin Marktkapitalisierung von 2013 - 2020

Aus der Grafik lässt sich erkennen, dass der vorläufige Höhepunkt der Marktkapitalisierung im Dezember 2017 bei dem Allzeithoch des Bitcoin Kurs von fast 20.000 USD erreicht wurde. Die Marktkapitalisierung betrug zu dem damaligen Zeitpunkt 331 Milliarden US-Dollar.

Aktuell beträgt die Marktkapitalisierung bei einem Bitcoin Kurs von rund 9.500 Dollar noch bemerkenswerte 177 Milliarden USD.

Bitcoin im Vergleich zu deutschen Aktienunternehmen

Da der Ottonormalverbaucher höchstwahrscheinlich keine 177 Mrd. US-Dollar auf dem Konto hat, ist es schwierig die Dimension dieser Zahl einzuschätzen.

Wir wollen dir als Leser dieses Artikels daher einen Eindruck geben und die Marktkapitalisierung von Bitcoin mit der von deutschen DAX-Unternehmen vergleichen.

Die 5 größten Unternehmen aus dem DAX sind SAP, Linde, Siemens, Allianz und Volkswagen.

Die 5 größten Deutschen Unternehmen

Wir wir erkennen können hat das wertvollste deutsche Unternehmen, der Softwareanbieter SAP, eine Marktkapitalisierung von 145 Milliarden Euro. Wenn wir einen Wechselkurs EUR/USD von 1:1,12 annehmen, entspricht dies einer Marktkapitalisierung von $162 Mrd. Damit ist die Bewertung der digitalen Währung Bitcoin höher als die des wertvollsten deutschen Unternehmens.

Bitcoin im Vergleich zu Globalen Playern

Während BTC das Schwergewicht im deutschen Aktienmarkt wäre, sieht die Bilanz an den amerikanischen Finanzmärkten anders aus. Insbesondere die Global Player aus der Technologie-Branche verzeichnen Marktkapitalisierungen in Höhe von bis zu 1200 Milliarden US-Dollar.

Im Vergleich zu Amazon, Alphabet (Google), Apple oder Facebook zieht Bitcoin also den Kürzeren. Auch aus anderen Branchen wie der Banken-, Automobil-, Öl-, oder Konsumgüterbranche lassen sich etliche weitere Beispiele für größere Firmen finden.

Bitcoin im Vergleich zur Geldmenge und Nationalwährungen

Da die Kryptowährung Bitcoin als digitale Währung konzipiert wurde, ist es ratsam, sie auch mit anderen Währungen dieser Welt zu vergleichen.

Hierfür eignet sich die Geldmenge M1 gut. Bei dieser Geldmenge handelt es sich um die Geldmenge im engeren Sinn. Konkret gehört dazu die sich in Umlauf befindliche Menge an Bargeld sowie Sichteinlagen. Sichteinlagen wiederum sind die Guthaben von Banken, welche jederzeit in physisches Geld umgetauscht werden können. Damit beschränken wir uns also auf die Menge an Geld, die „tatsächlich vorhanden“ ist.

Tabelle, die die Geldmenge M1 verschiedener Staaten aufzeigt

Hierbei lässt sich gut erkennen, dass Bitcoin nicht mit der Geldmenge der größten Volkswirtschaften mithalten kann. Länder wie die Volksrepublik China, die Vereinigten Staaten, Japan oder Deutschland haben deutlich mehr Geld in Umlauf. Interessanterweise kann Bitcoin jedoch das Vereinigte Königreich übertreffen. Auch Schwellenländer wie beispielsweise Brasilien weisen eine geringere Umlaufmenge auf.

Die Kryptowährung in der Praxis – Rechtsstatus, Bezahlung und Avancen aus der Industrie

Bevor wir zum endgültigen Fazit kommen, werfen wir noch einen Blick auf den weltweiten Rechsstatus der Kryptowährung, die bekanntesten Bezahlmöglichkeiten für Bitcoin und die Frage, ob BTC bereits in manchen Branchen Anklang findet.

Rechtsstatus von Bitcoin im Überblick

Die nachfolgende Grafik zeigt die rechtliche Behandlung der Kryptowährung BTC. Zu unterscheiden sind demnach vier verschiedene Ausprägungen:

  • grüner Hintergrund: Es ist legal, Bitcoin zu verwenden.
  • gelber Hintergrund: Bitcoin ist grundsätzlich erlaubt, wenn gleich es Einschränkungen bei der Verwendung und Nutzung gibt.
  • magenta Hintergrund: Es gibt kein explizites, verbietendes Gesetz für Bitcoin. Aufgrund alter, bestehender Gesetze ist die Rechtslage jedoch umstritten.
  • roter Hintergrund: Es ist ganz verboten, Bitcoin zu verwenden.

Rechtsstatus von Bitcoin weltweit

Es lässt sich erkennen, dass in den Industrieländern und der Mehrheit der Schwellenländer die Verwendung von Bitcoin legal ist.

Mit Bitcoin bezahlen: Prominente Beispiele

Während einige Menschen, Bitcoin als Ergänzung im bestehenden Portfolio kaufen und die digitale Währung als Investitionsobjekt sehen, gibt es auch die Gruppe an Menschen, die die Währung als Zahlungsmittel verwenden.

Daher soll dieser Abschnitt kurz einen Eindruck über die größten Portale geben, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren.

  • Lieferando: Das größte Lieferportal Deutschlands bietet nicht nur eine breite Auswahl an Speisen. Es bietet auch die Möglichkeit mit Bitcoin zu bezahlen.
  • Microsoft: Der Technologieriese und Softwaregigant Microsoft hat das Potenzial der Kryptowährung ebenso erkannt. Wer im Windows- oder XBox-Store digitale Apps oder andere Güter kaufen möchte, kann mit Bitcoin bezahlen.
  • Amazon: Bei dem weltweit größten Versandhaus kann man zwar nicht direkt mit Bitcoin bezahlen. Dennoch gibt es Portale, bei denen sich Amazon Gutscheine via Bitcoin kaufen lassen.
  • Wikipedia: Auch wenn die größte Enzyklopädie der Welt eigentlich kostenlos ist, bedarf es immer wieder Spenden zu dessen Erhaltung. Hier kann man ebenso mit Bitcoin bezahlen.

Avancen aus der Industrie und Kommentare

Das Phänomen Bitcoin ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Bevor wir zum Ende dieses sehr ausführlichen Artikels kommen, noch einige Fakten, die die Relevanz der Kryptowährung unterstreichen:

  • Als erstes Land der Welt erlaubt Neuseeland die Bezahlung der Arbeitnehmer in Bitcoin. Zur Quelle
  • Das weltweit am meisten genutzte Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel hat Bitcoin als eigene Währungseinheit eingeführt. Auch bei PowerPoint gibt es eigene Piktogramme für die Kryptowährung
  • Weltweit gibt es über 7.500 Bitcoin Automaten, an denen jedermann Kryptowährungen kaufen und verkaufen kann. Zur Quelle
  • Der südkoreanische Smartphone-Hersteller Samsung liefert eine standardmäßige Bitcoin Wallet für alle neuen Geräte. Zur Quelle
  • Das Handelspaar BTC/USD ist mittlerweile so relevant, als dass es in jedem Finanzticker bei den Währungen als Handelspaar erscheint.

Fazit: Die Geschichte fängt erst an

Zunächst einmal Herzlichen Glückwunsch, denn du hast es bis zum Ende des Artikels geschafft und somit rund 5.000 Wörter hinter dir.

Aller Anfang ist schwer und falls du nicht jedes Detail verstanden hast, solltest du dir keine Sorge darüber machen. Sieh es als Motivation wie vielseitig die Welt der digitalen Währung ist und wie viele interessante Aspekte dahinter stecken.

Damit sollte auch klar werden, dass Bitcoin mehr als eine Randerscheinung und zu komplex in seiner gesamten Aufmachung ist, als dass es in wenigen Minuten zu 100% verstanden werden kann.

Mit diesem Artikel wollten wir dir eine erste Einführung in die Welt der Kryptowährung Nr. 1 geben. Wir hoffen, dass wir viele Aspekte aufzeigen konnten die dir wichtigsten Fragen beantwortet haben. Abschließen möchte ich daher mit einem kleinen Plädoyer:

Bitcoin ist nicht nur die größte digitale Währung weltweit, sondern gehört zu den 20 größten Währungen der Welt. Um die digitale Währung hat sich bereits eine große Infrastruktur und ein starkes Ökosystem gebildet. Bitcoin ist digitales Geld, das für jedermann gemacht ist und niemanden diskriminiert. Anders formuliert: Bitcoin ist gekommen, um zu bleiben!

Wenn du tiefer graben möchtest, eignet sich auch unsere Wissensrubrik in der von A-Z die wichtigsten Begriffe rund um Bitcoin, Investitionen, Technologie und mehr erklären. Keine Sorge, dieses mal kurz und verdaulich: Wissen2Go eben. Es sei denn du gräbst noch tiefer…

Epilog: Kritik und Antworten zu Bitcoin

Zu einem objektiven und gut recherchierten Artikel gehört es auch dazu, negative Aspekte und Kritik an der Kryptowährung aufzulisten. Daher siehst du im Folgenden die häufigsten Kritikpunkt zur digitalen Währung. Während einige Aspekte durchaus begründet sind, sind andere Argumente eher Polemik und sachlich unbegründet.

Die Frage nach dem Wert eines Gutes ist äußerst subjektiv. Hierbei sollte man bereits zwischen Preis und Wert unterscheiden. Während der Preis oft eine absolute Zahl ist, muss der Wert eines Gutes nicht quantitativ messbar sein. Ein Erinnerungsfoto aus dem Urlaub hat für den Besitzer beispielsweise einen hohen emotionalen Wert.

 

Ökonomisch betrachtet gibt es jedoch Faktoren, die zu einer Wertschöpfung führen. So kann das Aufbringen von Arbeitsaufwand oder Produktionskosten bereits zu einer Wertsteigerung führen. Hinter dem Bitcoin Netzwerk steht eine Vielzahl von rechenstarken Maschinen, die dem Netzwerk bereits einen Wert verleihen. Damit ist also das Netzwerk selbst bereits ein Argument für den Wert der Kryptowährung.

Knappheit ist eines der besten Argumente für BTC

Auch Knappheit ist in der Volkswirtschaftslehre ein Treiber von Wert, da per Definition die Nachfrage höher ist als das Angebot. Da Bitcoin auf 21 Mio. begrenzt ist, erfüllt es diese Eigenschaft.

 

Weitere Faktoren, die einen Wert von Bitcoin begründen sind Dezentralität, Zensurresistenz und Fungibilität.

Fakt ist, dass der Energieverbrauch der Kryptowährung aufgrund des Proof-of-Work Algorithmus hoch ist. Durch den rechenintensiven, aber sehr sicheren Prozess wird viel Energie verbraucht.

 

Der aktuelle jährliche Verbrauch liegt bei 57.91 TWhDiese Zahl entspricht in etwa dem Energieverbrauch von Bangladesch. Im Vergleich zu den großen Industriestaaten ist dies jedoch äußerst gering. Neben dem Verbrauch selbst ist die Art der Energiegewinnung ein entscheidender Faktor:

Energiegewinnung aus regenerativen Quellen

Ungefähr 60 bis 70% der Miningpools stehen in China. Während das Land selbst weitestgehend aus der Kohle Energie gewinnt, stehen die Miner überwiegend in der Region Sichuan. In dieser Region befindet der Janktsekiang. Dabei handelt es sich um den längsten Fluss Chinas und Asiens. Die Energiegewinnung erfolgt dort fast ausschließlich aus Wasserkraft. Auch in anderen Regionen der Welt, in denen Bitcoin gemined wird, wird auf regenerative Energien gesetzt. Beispiele hierfür sind Island und Norwegen.

Das Lieblingsargument der Kritiker. Wie viel Wahrheit steckt dahinter? - Bitcoin ist eine digitale Währung und hat ähnliche Eigenschaften zu Geld. Daher kann Bitcoin - genauso wie Geld - für illegale Aktivitäten verwendet werden. Dies ist nicht auszuschließen.

 

Einige Aspekte sprechen sogar für Bitcoin, da mit Hilfe der Digitalwährung bestimmte Arten von (Cyber)kriminalität nicht möglich sind: BTC ist beispielsweise fälschungssicher. Bitcoin-Nutzer sehen außerdem immer im Voraus die vollen und absoluten Kosten. Maschen wie der Kreditkartenbetrug sind also bei BTC undenkbar. 

Die Zeiten des Wilden Westens sind vorbei

Hinzu kommt, dass Bitcoin, die im Rahmen einer illegalen Aktivität erbeutet wurden, gekennzeichnet werden können. Damit wird für alle ersichtlich, dass es sich um BTC aus illegalen Aktivitäten handelt. Dies ist bei normalen Geld nicht möglich.

 

Final können wir die Analogie zum Internet verwenden. Auch hier gibt es eine Nische, die das Konstrukt Internet für illegale Zwecke verwendet. In einem offenen System kann dies nicht ausgeschlossen werden. Genauso wie bei Bitcoin überwiegen jedoch die Vorteile für die guten und positiven Dinge, die damit getan werden können.

Fakt ist, dass Bitcoin bereits Momente und Anzeichen einer Blasenbildung hatte. Ökonomisch entsteht eine Blase dann, wenn die Bewertung eines Vermögenswertes aufgrund einer nicht rational getriebenen Nachfrage in die Höhe schießt. Die Bewertung entspricht dann nicht mehr dem fundamentalen Gegenwert, so dass die Blase platzt und eine Korrektur stattfindet.

 

Ein Beispiel hierfür ist der Kursanstieg im Jahr 2017. Die Kryptowährung erreichte erstmalig den Mainstream und stieg über das Jahr hin von anfangs 1.000 US-Dollar bis 20.000 USD. Viele Menschen hörten dabei zum ersten Mal von der Kryptowährung und wollten so schnell wie möglich auf diesen Zug aufspringen. Das Ergebnis war eine Überhitzung des Preises sowie des Netzwerks. In Folge dessen platzte die Blase und die Kryptowährung benötigte mehrere Monate um die Korrekturphase abzuschließen.

Nein, Bitcoin ist kein Pyramidensystem. Charakteristisch für ein Pyramidensystem ist die Notwendigkeit des konstanten Wachstums. Das Bitcoin Netzwerk benötigt hingegen kein Wachstum um funktionsfähig zu sein. Bereits eine handvoll Nodes sowie Anwender genügen, um Bitcoin zu betreiben. Die Anfangsjahre haben diesen ausdrücklich gezeigt.

Netzwerkeffekte bei Kommunikation und Infrastruktur

Fest steht jedoch auch, dass Bitcoin ein Netzwerk ist. Wie alle Netzwerke (bspw. Facebook oder das Internet selbst) entstehen mit der Zeit sogenannte Skalen- bzw. Netzwerkeffekte. Weitere Informationen hierzu findest in unserem Artikel: Bitcoin und der Netzwerkeffekt: Diese Daten helfen BTC zu bewerten

Da diese Aussage sehr subjektiv ist, gibt es hierauf keine pauschale Antwort. Fest steht jedoch, dass man auch weniger als 1 Bitcoin (BTC) kaufen kann. Die Kryptowährung ist teilbar und hat insgesamt 8 Nachkommastellen. Damit können selbst kleinste Beträge gekauft werden.

Die Blockchain selbst gehört zu den sichersten Netzwerken der Welt. Um Veränderungen auf ihr durchzuführen, müsste ein böswilliger Angreifer zu einem Zeitpunkt mehr als 51% der Rechenleistung aufbringen. Dies ist ein kaum realisierbares Vorhaben, da es mehrere Hundert-Millionen an Dollar kostet, eine enorme Infrastruktur benötigt und nach wenigen Minuten von den ehrlichen Netzwerkteilnehmern bemerkt werden würde. Damit wäre der Angriff annulliert.

Auch das sicherste Haus wird durch eine Tür betreten

Korrekt ist jedoch, dass Handelsplätze für Bitcoin gehackt werden können. Diese Gefahr besteht, ist real und wurde auch in der Vergangenheit bestätigt. Daher sollten Kryptowährungen nie länger als notwendig auf einer Börse gehalten werden. Damit sind es viel mehr die Eintrittpunkte zur Digitalwährung, die Gefahren mit sich bringen, als die Digitalwährung selbst.

Diese Aussage ist korrekt. Bitcoin ist keine Aktie und besitzt keine Anteilseigner, an die eine Dividende ausgeschüttet werden kann. Im Vergleich zu vielen deutschen oder amerikanischen Aktientiteln wirft die Kryptowährung somit keine Dividende ab. Wer auf eine regelmäßige Dividende verzichten kann, findet sicherlich Trost in dem Wachstum von Bitcoin. Die Performance sieht wie folgt aus:

  • 5 Jahre: +4158%
  • 3 Jahre: +280%
  • 1 Jahr: +25%

Diese Aussage ist zu verneinen. Die Kryptowährung ist unter anderem interessant als Investment, da sie unkorreliert zu klassischen Vermögenswerten ist und somit das eigene Portfolio gut diversifiziert.

 

Die im vorherigen Punkt aufgezeigte Kursperformance ist ebenso selbsterklärend. Desweiteren sind 83% der Käufer "in-the-money". Das heißt, dass 83% aller Käufer niedriger als zum aktuellen Bitcoin Kurs gekauft haben und somit in der Gewinnzone sind.

Blockchain durch Kette angedeutet

Was ist eine Blockchain? – Einordnung, Eigenschaften und Use Cases

Der Begriff der Blockchain hat sich in den letzten Jahren in das Gedächtnis vieler Menschen gebrannt. Während die einen mit dem Buzzword bereits das nächste Heilsversprechen assoziieren, sehen andere in den Distributed-Ledger-Technologien (DLT) den größten Hype seit der Erfindung des Internets. Doch was ist eine Blockchain eigentlich? – Wie lässt sie sich technisch einordnen, welche Technologien stecken dahinter und in welchen Bereichen findet „die Blockchain“ bereits erste Anwendungen?

Wir möchten mit diesem Artikel eine möglichst breitflächige Basis schaffen und die gerade eben genannten Fragen klären. Dazu haben wir den Artikel in folgende Teile gegliedert:

Inhaltsverzeichnis

Einordnung: Blockchain als Emerging Technology

Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen, möchten wir ein Gefühl für das ‚Große und Ganze‘ bekommen. Schließlich wurde der Begriff der Blockchain bzw. der Distributed-Ledger-Technologien nicht einfach aus dem Nichts erfunden. Vielmehr beschreiben sie im Konkreten die Verknüpfung bereits existenter Technologien aus der Informatik.

Die Schlüsselbegriffe, die hier fallen müssen, sind Hashfunktionen, Public/Private Key Verschlüsselung, digitale Signaturen, verteilte Datenbanken und Konsensmechanismen. Was kompliziert klingt, ist gar nicht so schwierig. Das beweisen wir euch später im Artikel.

Ziel dieses Abschnitts ist es, den Begriff der Blockchain thematisch einzuordnen. Schauen wir uns dafür zwei Grafiken an, die uns dabei helfen werden.

Der Gartner Hype Cycle zur Bewertung von Emerging Technologies

Die erste Grafik stellt den sogenannten Hype-Zyklus dar, der von der amerikanischen Firma Gartner Inc. entworfen wurde. Der Hype-Zyklus (engl. hype cycle) erklärt, welche einzelnen Phasen eine aufstrebende Technologie (engl. emerging technology) bei deren Einführung durchlaufen muss. Der Hype Cycle ist damit ein Tool, mit welchem neue Technologien bewertet werden können. Etwas einfacher formuliert: die Grafik zeigt uns die großen Mega-Trends der Zukunft auf und auch die Blockchain findet sich hier wieder.

Die 5 Phasen des Hype Cycle

  1. Der Innovationsauslöser: diese erste Phase entsteht mit dem erstmalig bekannten Durchbruch einer Technologie oder deren Projektbeginn. Für Blockchain lag der Innovationsauslöser wohl im Whitepaper von Satoshi Nakamoto.
  2. Die überzogenen Erwartungen: die Erwartungshaltung an jede neue Technologie ist hoch. Oft wird deren Potenzial überschätzt und die Erwartungen sind überzogen. Grund hierfür sind die häufig auftretenden „Kinderkrankheiten“ einer neuen Technologie.
  3. Tal der Enttäuschungen: Nach all den hohen Erwartungen und Berichten ebbt das Interesse an der Technologie plötzlich ab. Sie befindet sich im Tal der Enttäuschungen.
  4. Pfad der Erleuchtung: Nachdem die übermäßige Euphorie verflogen ist, tritt die Ratio anstelle von Emotionalität in Kraft. Die Vernunft siegt: Vorteile der Technologie werden klarer, ihre praktische Umsetzung ist nun klarer, genauso wie ihre technischen Limitierungen.
  5. Plateau der Produktivität: dieses Plateau wird erreicht, wenn die Vorteile allgemein bekannt, anerkannt und umgesetzt werden. Wie „hoch“ dieses Plateau sein wird, hängt letztendlich auch von der Akzeptanz der Technologie ab.

Nach dem aktuellsten Hype Cycle vom August 2018 hat Blockchain gerade den Gipfel der überzogenen Erwartungen durchlaufen. Damit befindet sich die Technologie nun in Richtung des Tals der Enttäuschungen bevor es von dort wieder in Richtung der Erleuchtung und Produktivität geht.

Bitkom Branchenbarometer: Wie wichtig ist Blockchain für Firmen?

Die erste Grafik zeigte uns eine allgemeine Einschätzung des aktuellen Entwicklungsstatus der Blockchain Technologie. Die zweite Grafik wird nun konkreter. Es geht um das Bitkom Branchenbarometer. Hierbei wurde die Software- und Digital-Industrie befragt, welche Trends sie zukünftig als am Relevantesten erachtet. Das Ergebnis siehst du in der nachfolgenden Grafik:

Die Blockchain Technologie ist damit eines der 10 wichtigsten zukünftigen Themen für die digitale Industrie. Die Positionierung auf Platz 7 zeigt jedoch auch, dass Blockchain von den Firmen selbst nicht als das zentralste Thema wahrgenommen wird. Andere große Buzzwords wie Cloud Computing, Internet of Things (IoT), Industrie 4.0 oder auch Big Data laufen DLTs den Rang ab.

Wir konstatieren zunächst: Blockchain ist eine aufstrebende Technologie (engl. emerging technology). Die überzogene Erwartungshaltung an die ‚Heilsversprechen‘ sind vorüber. Mehr Vernunft ist eingetroffen und das allgemeine Bewusstsein hinsichtlich der tatsächlichen Potenziale wird klarer. Die Industrie hat Blockchain & DLTs ebenso als einen der großen, zukünftigen Trends identifiziert. Es ist ein wichtiges, jedoch nicht das dominierende Thema. Bis zur Erreichung des Plateaus der Produktivität und somit dem Höhepunkt der Technologie wird jedoch noch das ein oder andere Jahr vergehen.

Doch was genau ist eigentlich gemeint, wenn wir von einer Blockchain sprechen? – Dieser Frage möchten wir uns im nachfolgenden Kapitel widmen. Wir beginnen mit einer einfachen Erklärung.

Was ist eine Blockchain? – Eine einfache Erklärung

Übersetzt man den Begriff “Blockchain” zunächst ins Deutsche, erhält man den sperrigen Begriff “Kette von Blöcken” beziehungsweise “Blockkette“. Aber was genau kann man jetzt unter dieser Blockkette verstehen?

Wir beginnen zunächst mit einigen allgemeinen Aussagen, die vor allem auch mit gängigen ‚Vorurteilen‘ aufräumen sollen: 

Der Begriff Blockchain gehört thematisch zu den Distributed-Ledger-Technologien. Sie selbst beschreibt eine permanent erweiterbare Liste von Datensätzen, die – bildlich gesprochen – wie Blöcke an einer Kette zusammengebunden werden. Welche Art von Information in den Blöcken gespeichert wird, ist zunächst unerheblich. Daher gibt es nicht “die eine Blockchain”. Damit ist der Begriff Bitcoin insbesondere nicht (!) mit dem Begriff der Blockchain gleichzusetzen. Eine Blockchain ist immer in ihrem jeweiligen Anwendungskontext zu betrachten – für welche Bereiche sich diese Technologie beispielsweise eignet, siehst du am Ende des Kapitels.

Um zu verdeutlichen, welches Problem die Blockchain löst, nehmen wir als Beispiel das Banken-und Zahlungssystem. Dieses Beispiel ist ein echter ‚Klassiker‘, da es sehr gut den Anwendungsfall einer verteilten, transparenten und fälschungssicheren Datenbank zeigt. Es beschreibt außerdem genau den Use-Case, den Satoshi Nakamoto 2008 zum ersten Mal mit Bitcoin beschrieb.

Die Blockchain als Mittel zur Übertragung von Werten wie Geld

Bisher funktionieren Banküberweisungen und (somit Transaktionen von Geld) wie folgt:

Max überweist an Petra eine festgelegte Summe an Geld. Dafür nutzt Max das Konto bei seiner Bank und überweist das Geld an Petra, die dafür ein Konto bei derselben oder einer anderen Bank benötigt. Nachdem die Überweisung bei seiner Bank eingegangen ist, wird diese bearbeitet. Ein bis zwei Werktage später erhält Petra dann das Geld von Max auf ihr Konto, wenn beide nicht bei derselben Bank sind. Natürlich ist das nicht ganz umsonst: je nach Bank zahlt Max seiner Bank etwa Kontoführungsgebühren oder trägt sogar je Überweisung Transaktionskosten. Noch teurer und zeitaufwändig wird dies, wenn Petra beispielsweise im nicht EU-Ausland wohnt.

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht diesen Vorgang:

Ein weiterer Punkt, der enorm wichtig ist, ist die Kontrolle über dieses System. Denn die Kontrolle darüber, wer Zugang zu diesem System erhält – wer also etwa ein Konto eröffnen darf und wer nicht, sowie über das System selbst und alle beinhalteten Daten, liegen bei einer zentralen Autorität: der Bank. Anders formuliert: ohne unsere Bank sind wir ziemlich arme Schlucker. Denn wir haben keine Möglichkeit, Geld zu empfangen, es abzuheben oder anderen Personen zu versenden. Wie sollen wir aber am normalen gesellschaftlichen Leben teilhaben, wenn wir gar kein Konto besitzen würden?

Macht und Kontrolle in der Hand von einigen, wenigen Institutionen

Einige wenige Institutionen kontrollieren das gesamte System von Geld, Geldwert und Transaktionen. Wer garantiert aber, dass es innerhalb dieses zentralen Systems keine Manipulation gibt, dass etwa Bücher korrekt geführt und nicht verändert werden? Können wir darauf vertrauen, dass immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt wird? Und wie sicher sind diese Systeme vor externen Cyberattacken, oder auch internen unautorisierten Zugriffen auf Daten? Schließlich geht es um das, was wir alle tagtäglich benutzen: Geld.

Die Ausgangssituation und Motivation sollte nun klar sein: wir benötigen eine Technologie, die es uns erlaubt, auch ohne dritte Personen Werte zu transferieren. Und dies muss in einer Art und Weise geschehen, die transparent, fälschungssicher und nicht diskriminierend ist. Die Blockchain.

Eine verteilte Datenbank, die transparent ist und Vertrauen herstellt

Im Kontext von Kryptowährungen ist die Blockchain nun vergleichbar mit einer verteilten Datenbank, die als großer, digitaler, dezentraler Kontoauszug fungiert. Die Art von Informationen, die gespeichert werden, sind die jeweiligen Transaktionen. Aus diesen Transaktionen lassen sich auch die ‚Kontostände‘ der einzelnen Personen berechnen.

Das schöne an einer Blockchain ist aber das Vertrauen, das sie herstellt. Vertrauen entsteht durch Algorithmen und nicht durch Menschen.

Denn mit Hilfe einer Blockchain können wir Transaktionen von A nach B schicken, ohne dass wir eine dritten Instanz, wie beispielsweise unsere Bank, brauchen. Man spricht davon, dass die Blockchain sogenannte “Intermediäre” ‘überflüssig’ macht. Sie garantiert uns, dass wir weltweit digitales Geld binnen kürzester Zeit verschicken und dabei sicher sein können, dass das digitale Geld auch nur bei der Person ankommt, an die wir es schicken möchten.

Wenn wir hier Bitcoin als Beispiel nehmen, zeigt die folgende Grafik den Prozess:

Die Bitcoin Blockchain einfach erklärt: Funktionen und Technologien

Außerdem lässt sich anhand der Blockchain und der einzelnen Blöcke zu jeder Zeit ausfindig machen, wer wie viel digitales Geld an wen geschickt hat. Daraus berechnet sich dann, wie hoch der aktuelle Kontostand von Person A oder Person B ist. Damit sind alle Veränderungen, das heißt Transaktionen, nachvollziehbar und transparent.

Da alle diese Transaktionen nun auf der Blockchain gespeichert werden sollen, entsteht so eine bestimmte Ansammlung von Transaktionen, die in einen Block ‘gepackt werden müssen’. Und so werden ‘Transaktionen gesammelt’ bis ein Block vollständig gefüllt ist.

Hashfunktionen als zentrales Element von Distributed-Ledger-Technologien

Jeder Block basiert auf sogenannten Hashfunktionen. Hierbei handelt es sich zunächst um ein mathematisches Verfahren, welches Datenblöcke einer beliebigen Länge auf eine feste Größe komprimiert. Dies mag zunächst abstrakt klingen. Hashfunktionen sind jedoch der elementare Bestandteil einer jeden Blockchain, da sie die Basis für digitale Signaturen und somit die Authentifizierung darstellen, Datenintegrität gewährleisten und Verschlüsselung ermöglichen bzw. Manipulation erschweren

Damit aus den einzelnen Blöcken nun eine Kette entsteht, wird jeder Block auf Gültigkeit überprüft und an die bisherige Kette angegliedert. Dabei enthält jeder Block einen Verweis auf seinen Vorgänger. Zur Veranschaulichung nehmen wir diese Grafik:

Es ist quasi unmöglich ein einzelnes „Glied“ innerhalb der Kette oder eine einzelne Information bzw. Transaktion nachträglich zu manipulieren, ohne die gesamte Kette zu verändern, da die Blöcke aufeinander aufbauen. So ist eine Manipulation von Daten innerhalb der Kette zwar theoretisch möglich, allerdings mit einem so hohen Aufwand verbunden, dass es praktisch unmöglich ist.

Eine kurze Zusammenfassung 

Die Blockchain ist also eine Datenbank, die Transaktionen und Informationen dezentral auf verschiedenen Rechnern beziehungsweise Knoten speichert, um so Daten besonders sicher verwalten zu können. Sie ermöglicht es uns weltweit Transaktionen durchzuführen ohne dabei auf eine dritte Person angewiesen zu sein. Kurzum: eine Blockchain schafft Vertrauen.

Im folgenden Kapitel möchten wir nochmals konkreter auf die wichtigsten Eigenschaften einer Blockchain eingehen und die daraus resultierenden vier großen Vorteile. Anschließend betrachten wir die potenziellen Anwendungsszenarien von Blockchains & DLTs und deren tatsächliche Verwendung.

Eigenschaften und Vorteile einer Blockchain

Mit dem vorherigen Kapitel sollte nun klar sein, was der Grundgedanke einer Blockchain ist. Wir haben ebenso oberflächlich einzelne Eigenschaften angesprochen: die Rede war von Vertrauen, Transparenz, Dezentralität und Manipulationssicherheit. Wir möchten die wichtigsten Eigenschaften nun zusammenfassen und abschließend die daraus resultierenden Vorteile ableiten.

Die wichtigsten Eigenschaften zusammengefasst

Dezentralität: Durch die Dezentralisierung des Netzwerkes werden alle Datensätze in einer verteilten Datenbank auf vielen Rechnern innerhalb des Netzwerks gehalten. Hierdurch kann das Transaktionsregister, also alles was innerhalb dieses Netzwerkes passiert, nicht einfach rückwirkend verändert oder entfernt werden. Denn schließlich gibt es mehrere Knotenpunkte (=Rechner), die die Datensätze halten. Um also das gesamte Netzwerk zu täuschen, müssten mindestens 51 Prozent aller Knoten im Netzwerk unter der Kontrolle einer Person stehen.

Kurzum: alles was je eingetragen wurde, kann nicht ohne die Zustimmung der Mehrheit des Netzwerks gelöscht oder verändert werden. Daher wird die Blockchain als unveränderlich bezeichnet.

Transparenz und Prüfbarkeit: Public Blockchains sind in einem hohen Maße transparent und dadurch auch für jedermann prüfbar. Denn wie bereits erwähnt, ist das Transaktionsregister öffentlich zugänglich. Die mit einem Zeitstempel datierten, aufeinanderfolgenden Transaktionen und Vorgänge sind eindeutig und nachprüfbar dokumentiert.

Achtung: dies heißt jedoch nicht, dass außenstehende direkt sehen können, wer hinter einer Transaktion steht. Durch kryptographische Mechanismen werden unsere sensiblen Daten ‚verschleiert‘, so dass Außenstehende nicht einfach erkennen können, welche echte Person die Transaktion getätigt hat.

Ausreden gibt es keine mehr: Nichtabstreitbarkeit und Eigenverantwortung

Echtzeit-Transaktionen: Transfers finden – statt bisher in Stunden oder Tagen – nahezu in Echtzeit statt. Dennoch gibt es hier deutliche Limits, so dass zentrale Netzwerke durchaus schneller sein können als dezentrale Netzwerke. Die Transaktionsgeschwindigkeit variiert außerdem von Blockchain zu Blockchain. Sie ist das Ergebnis einzelner Parameter (Blockzeit, Blockgröße, Transaktionsgröße).

Unidirektionale Transaktionen: Es gibt keine Möglichkeit Besitz zurückzuerhalten oder ein zweites Mal zu verkaufen, da diese (Transaktionen) nur in eine Richtung stattfinden, sofort abgeschlossen und dokumentiert werden. Anmerkung: mit Hilfe von Smart Contracts lassen sich dennoch Fälle konstruieren, bei denen ein gewisses Ereignis eine Rückzahlung auslöst.

Nichtabstreitbarkeit: Jeder Wert lässt sich zweifelsfrei einem Teilnehmer zuordnen, womit Unklarheiten über Ansprüche an Werten ausgeschlossen werden. Diese Zuordnung muss nicht zwangsweise personenbezogen sein. Diese Daten können auch anonym gegenüber Dritten verwendet werden.

Nicht-Pfändbarkeit: Im Vergleich zu einem normalen Bankkonto lässt sich ein ‚Konto auf der Blockchain‘ nicht einfach von einer zentralen Institution pfänden oder sperren. Zugriff hat nur derjenige, der die sogenannten Schlüssel (engl. keys) zum Konto besitzt.

Die vier zentralen Vorteile einer Blockchain in der Übersicht

An dieser Stelle wollen wir nochmal die vier größten und wichtigsten Vorteile, die eine Blockchain mit sich bringt, zusammenfassen. Anders formuliert: warum gab es einen regelrechten Hype um das Thema?

  1. Unveränderbarkeit der Daten: die Daten auf einer Blockchain sind nicht einfach veränderbar (engl. immutable). Damit entsteht eine Manipulations- bzw. Fälschungssicherheit. Aus dieser Eigenschaften resultieren bereits wichtige Anwendungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die dezentrale, digitale Identität.
  2. Integrität und Verfügbarkeit der Daten: bei öffentlichen Blockchains sind deren Daten überall verfügbar und können von dritten Personen nachvollzogen werden. Durch Hashfunktionen entsteht ebenso die Datenintergrität.
  3. Kein Single Point of Failure: bei verteilten Datenbank mit replizierten Datensätzen gibt es keine Single Point of Failure. Der Ausfall einzelner oder mehrere Knoten führt nicht zum Gesamtausfall des Systems. Blockchains sind also robuste Systeme.
  4. Keine Intermediäre und zentrale Instanzen: Vertrauen wird durch Algorithmen geschaffen. Wir benötigen keine Intermediäre und auch keine zentrale Instanz, die unsere Daten verwaltet und speichert.

Zwischenfazit: Dezentralität, Transparenz & Vertrauen

Auf der Blockchain können Informationen jeglicher Art gespeichert werden. Diese sind nicht manipulierbar, jedoch öffentlich (auf der Blockchain) nachvollziehbar. Durch die Dezentralität bzw. verteilte Datenbank gibt es mehrere Kopien der Datensätze, nämlich auf den Rechnern der Teilnehmer. Daten können daher nicht ohne weiteres geändert oder manipuliert werden, da diese immer von mehreren Teilnehmern abgeglichen werden. Kommt es also zu einem Ausfall einzelner Knoten ist dies außerdem kein Problem.

Erfolgt die Kontoführung auf der Blockchain, hat keine zentrale Stelle Zugang auf das Konto außer der Besitzer des Kontos selbst durch seinen privaten Schlüssel. Aufgrund dessen ist ein Konto, das auf Basis der Blockchain betrieben wird, nicht pfändbar. Der Besitzer hat die alleinige Kontrolle und somit die tatsächliche Herrschaft über das Kapital.

Zum Abschluss möchten wir noch einige Use-Cases aufzeigen, bei denen der Einsatz einer Blockchain sinnvoll ist. So gibt es durchaus Branchen, in denen die Verwendung einer Blockchain-Lösung als hilfreich identifiziert wurde, da sie beispielsweise dabei hilft, Prozessabläufe effizienter zu gestalten (Stichwort: Supply Chain Management) oder Intermediäre obsolet zu machen (Stichwort: Identitätsmanagement).

Anwendungsbeispiele, Branchen und Potential von Distributed-Ledger-Technologien (DLT)

Bis zu diesem Punkt haben wir weitestgehend über die technologischen Aspekte von Blockchain gesprochen. Doch neben all der Faszination für die Technologie, sollte man nicht deren Anwendung vergessen. Dieser Abschnitt hat daher zwei wichtige Botschaften:

Die erste wichtige Botschaft lautet, dass Bitcoin und Blockchain keine Synonyme sind und die Bitcoin Blockchain lediglich ein Anwendungsbeispiel einer Blockchain darstellt. Hierbei gilt ebenso, dass Blockchain selbst nur ein Konzept von Distributed-Ledger-Technologien (DLT) darstellt. Andere Konzepte eines Distributed-Ledgers sind beispielsweise die gerichteten azyklischen Graphen (engl. directed acyclic graphs, DAG).

Die zweite Botschaft lautet, dass Blockchain kein Begriff der Zukunft ist, über den aktuell nur diskutiert wird. Nein, es ist ein Thema, das uns heute bereits betrifft, heute bereits Verwendung findet und in Zukunft noch stärker Dinge des Alltags beeinflussen wird.

Daher möchten wir dir in diesem Kapitel zunächst eine Übersicht der Branchen geben, in denen der Einsatz einer Blockchain Sinn machen kann. Anschließend geben wir zu einigen der genannten Branchen ein generelles Beispiel, wie der Use Case (=Anwendungsfall) sein kann. Und schlussendlich werden wir – jeweils in geeigneten Branchen – zeigen, inwiefern die Blockchain bereits heute Verwendung findet.

Zunächst eine grafische Übersicht der Branchen:

Im Folgenden zeigen wir dir nun, welchen Use Case die Blockchain hierbei erfüllen kann. Bei manchen Use Cases geben wir dir direkt noch aktuelle Anwendungsbeispiele:

Distributed-Ledger-Technologien und Blockchain im Einsatz

Öffentliche Verwaltung: Durch die Blockchain können Intermediäre ersetzt werden. Transaktionen können von zwei Parteien durchgeführt werden, ohne dass sie eine dritte Partei benötigen. Dies öffnet beispielsweise die Tür einer Grundbuchverwaltung (Katasterwesen) auf der Blockchain. Notare würden dadurch überflüssig werden. In Entwicklungsländern hilft eine solche transparente und nicht-manipulierbare Art und Weise auch bei der Bekämpfung von Korruption.

Identitätsmanagement: Auf Basis einer Blockchain kannst du deine eigene digitale Identität verwalten. Du kennst wahrscheinlich all die Buttons, in denen es heißt ‘Mit Facebook anmelden’ oder ‘Mit Google anmelden’. Dies ist zwar bequem, eröffnet diesen Unternehmen jedoch alle Möglichkeiten weitere Daten von dir zu sammeln. Damit gibst du Teile deiner digitalen Identität aus der Hand.

Blockchain für mehr Effizienz im Bereich globaler Lieferketten und SCM

Schifffahrtindustrie: 90 Prozent des weltweiten Gütertransports werden über die Schifffahrt abgewickelt. Hierbei kommen jedoch noch oft klassische Mittel wie ‘Stift und Papier’ zum Einsatz. Dies ist natürlich nicht nur ineffizient, sondern auch langsam und einfach zu manipulieren. Mit Hilfe einer Blockchain könnte dieses Thema automatisiert werden. Neben Zeit und Kostenersparnissen kann auch Manipulation verhindert werden. Laut einer IBM-Studie kann dadurch das weltweite Transportvolumen um 15% erhöht werden. IBM selbst ist auch ein Beispiel für eine Firma, die in vielen Branchen und Bereichen auf Blockchain setzt.

Supply Chain: Supply Chain Management (SCM) gilt schon lange in der Industrie als einer der interessantesten und sinnvollsten Use Cases der Blockchain Technologie und das nicht nur, weil in beiden Begriffen „Chain“ vorhanden ist. Traditionelles Supply Chain Management beinhaltet komplexe manuelle Berechnungen und Prozesse, die die gesamte Lieferkette immer langsamer und schwieriger machen. Dies gilt insbesondere für die Verfolgung rechtlicher Dokumente, wie ISO-Zertifizierungen, Bankkonto-informationen, Steuerbescheinigungen und Versicherungsnachweisen. Mit Hilfe der Blockchain können Prozesse automatisiert und transparenter abgebildet werden. Dies spart Zeit und somit Kosten. Egal ob Coca-Cola, IBM, Ikea oder Vodafone: alle setzen auf die Blockchain im Supply Chain Management.

Mehr Demokratie und Eigenverantwortung: Wahlen, Banken & Versicherungen

Wahlen/Abstimmungen: Laut Art. 38 des deutschen Grundgesetzes werden die Abgeordneten des Bundestages in „allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl“ gewählt. Diese Grundsätze stellen die Basis unserer Demokratie dar. Schaut man über den Tellerrand in Länder wie die USA oder Brasilien, so liest und hört man – gerade in den vergangenen Wahlen – immer wieder vom Vorwurf der Wahlmanipulation. Die daraus resultierenden Konsequenzen liegen klar auf der Hand: weniger Wahlbeteiligung, Misstrauen, das Gefühl der Ungerechtigkeit und ausufernde Gewalt oder Proteste.

Wie wäre es Wahlen abzuhalten, von denen du zu 100% sicher sein kannst, dass sie fair und transparent ablaufen? Durch kryptographische Verfahren, Dezentralität und der Gewährleistung der eigenen Privatsphäre könnte genau dieses nicht manipulative Umfeld geschaffen werden. Alle oben aufgeführten negativen Konsequenzen könnten dadurch verschwinden.

Banken: Einen Use Case der Blockchain haben wir bereits in diesem Kapitel besprochen: Zahlungen über die Blockchain. Dabei sparen wir nicht nur Zeit und Kosten, sondern brauchen auch keine Bank. Zusätzlich setzen aber auch Banken selbst auf die Blockchain, um beispielsweise Anleihen oder Optionsscheine darüber zu emittieren. Beispiele hierfür sind Santander oder auch die zweitgrößte Bank Deutschlands, die Commerzbank.

Versicherungswesen: Mit Hilfe der Blockchain und Smart Contracts lassen sich viele klassische Fälle einer Versicherung abdecken. Nehmen wir als Beispiel die AXA-Versicherung und deren Produkt ‘Fizzy’. Hierbei handelt es sich um eine Versicherung bei Flugverspätungen und -ausfällen. Sobald das Ereignis einer Verspätung oder eines Ausfalls eintrifft, wird mit Hilfe eines Smart Contracts direkt das Ereignis der Kompensationszahlung ausgelöst. Kurzum: Fizzy = blockchainbasierte Versicherung.

Was ist eine Blockchain? – Lessons Learned

Damit sind wir nun auch am Ende des Artikels angelegt. Fassen wir nochmals die Lessons Learned zusammen:

  1. Blockchain zählt zu den sogenannten Emerging Technologies. Emerging Technologies beschreibt Technologien, die gerade ‚aufstrebend‘ sind. Charakteristisch hierfür sind ein schnelles Wachstum der Technologie, eine sich etablierende wissenschaftliche Szene und Community sowie ein potenziell großer gesellschaftlicher Impact.
  2. Der Begriff der Blockchain lässt sich technisch zu den Distributed-Ledger-Technologien zuordnen.
  3. Die technischen Treiber und Technologien von Blockchain sind Hash-Funktionen, Verteilte Datenbanken, Digitale Signaturen, Public und Private Key Verschlüsselung, Merkle Trees und Konsensmechanismen zur Auflösung byzantinische Fehler.
  4. Die vier Kerneigenschaften einer Blockchain sind a) keine Single Points of Failure, b) eine nicht änderbare Datenhistorie (engl. track record), c) die Gewährleistung der Datenintegrität und -verfügbarkeit sowie d) den Verzicht auf Intermediäre bzw. dritte Parteien
  5. Es gibt verschiedene Branchen und Use-Cases für Blockchain und DLT. Die dabei häufigsten Bereiche sind FinTech, die öffentliche Verwaltung, der Mobilitäts- und Energiesektor, das Supply Chain Management oder etwa die Gesundsheitsbranche.

Was ist eine Blockchain – wir hoffen, dir diese Frage nun beantwortet zu haben. Welcher Abschnitt war für dich am informativsten? – Was wusstest du bereits und welche Dinge waren dir neu?

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Mann mit Laptop und Blockchain Schriftzug zeigt verschiedene Use Cases

Blockchain Use Cases: Von Finance über Supply Chain bis hin zu IoT

In den vergangenen Jahren entstand ein regelrechter Hype um Blockchain. Dabei wurde der Technologie ein Potential attestiert, welches bereits in die Richtung eines ‚Allheilmittels‘ ging. Daher möchten wir mit diesem Artikel Rationalität in diese Debatte bringen und die wichtigsten Blockchain Use Cases beleuchten. Vom klassischen Anwendungsgebiet im Bereich Finance über die Prozessoptimierung beim Supply Chain Management bis hin zum Internet of Things.

Wir zeigen dir dabei die Vielfalt der Blockchain Use Cases sowie aktuelle Beispiele von Firmen, die etwaige Lösungen bereits implementieren. Ziel ist es, dir einen Überblick zu geben, was Blockchain kann und in welchem Kontext der Einsatz überhaupt sinnvoll ist. Beginnen wir mit einem Überblick.

Blockchain Use Cases: Von Finance bis hin zu IoT

Falls du dich noch nicht zu 100% mit dem Begriff ‚Blockchain‘ vertraut bist, empfehle ich dir zunächst unseren Grundlagen Artikel, in dem wir auf die technischen Besonderheiten einer Blockchain eingehen. Dieser Artikel hilft ein erster Verständnis aufzubauen, um somit auch besser nachvollziehen zu können, wann und in welchem Kontext die Nutzung einer Blockchain Sinn macht.

Bevor wir uns nun also den eigentlichen Use Cases widmen, werfen wir noch einen generellen Blick auf deren Nützlichkeit. Anders formuliert: wann brauchen wir überhaupt eine Blockchain?

Blockchain als dezentrale Datenbank, die Vertrauen garantiert

Um herauszufinden, wann sich der Einsatz einer Blockchain lohnt, sollte man sich zunächst einige Fragen stellen. Für die später im Artikel folgenden Blockchain Use Cases sind diese Fragen und die damit verbundenen Antworten relevant. Denn die Implementierung einer Blockchain bedeutet nicht nur Vorteile bei der korrekten Verwendungen, sondern auch immer Kosten. Firmen oder öffentliche Institutionen werden also nicht einfach aus ‚Spaß an der Freude‘ eine solche Technologie einsetzen. Sie tun dies nur, wenn sie einen Mehrwert aus den jeweiligen Blockchain Use Cases ziehen können. Werfen wir nun einen Blick auf die Fragen.

Die erste Frage lautet, ob überhaupt eine Datenbank benötigt wird. Wird diese Frage bereits verneint, brauchen wir auch keine Blockchain. Schließlich ist diese nichts anderes als eine verteilte Datenbank.

Die zweite Frage lautet, ob mehrere Personen Schreibzugriff (engl. write-access) auf die Datenbank haben müssen. Wird dies bejaht, kommen wir zur nächsten Frage.

Die dritte Frage ist eine der wichtigsten Fragen, da sie einen der klassischen Blockchain Use Cases beinhaltet: die Frage nach dem Vertrauen. Wenn wir wissen, dass mehrere Menschen Schreibzugriff auf die Datenbank benötigen und sich dabei vertrauen können, dann ist eine Blockchain obsolet.

Das gleiche gilt, wenn die Personen sich untereinander nicht trauen können, aber eine Person/Entität/Institution haben, der sie alle vertrauen. Erst wenn all diese Fragen mit ‚Nein‘ beantwortet wurden, macht der Einsatz einer Blockchain Sinn.

Du solltest nun grundsätzlich verstanden haben, wann sich der Einsatz einer Blockchain überhaupt lohnt. Im Folgenden schauen wir uns nun die häufigsten Blockchain Use Cases an.

Die wichtigsten Blockchain Use Cases im Überblick

Bevor wir nun wirklich ins Detail gehen und uns einige, einzelne Gebiete anschauen, beginnen wir mit einer Übersicht. Diese Übersicht gibt bereits einen guten ersten Eindruck über die Breite an tatsächlichen Blockchain Use Cases: die Spannweite reicht von der Prozessautomatisierung über die Nutzung im Rahmen von Wahlen bis hin zum Supply Chain Management.

Gehen wir nun näher ins Detail. Dabei schauen wir uns für diesen Artikel die Bereich FinanceSmart Contracts und Versicherungen, das Internet of Things (IoT)Supply Chain Management (SCM) sowie Wahlen/Abstimmungen an.

Blockchain Use Cases: Finance und FinTech

Seit Satoshi Nakamoto im Oktober 2008 sein Whitepaper mit dem Titel Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System veröffentlicht hat, wissen wir, dass digitales Geld bzw. Finance einer der Blockchain Use Cases sein kann.

Mit Hilfe einer verteilten Datenbank lässt sich ohne die Notwendigkeit einer zentralen Instanz eine Grundlage schaffen, mit deren Hilfe wir weltweit digitales Geld versenden können. Eine öffentliche und für jedermann zugängliche Blockchain schafft hierbei Vertrauen und sorgt für die beim Entfall eines Intermediäres notwendige Manipulationssicherheit. Doch neben der Möglichkeit Blockchain als Medium für Transaktionen zu nutzen, gibt es weitere Blockchain Use Cases im Rahmen des Bereichs Finance.

So setzen beispielsweise Banken selbst auf die Implementierung einer Blockchain, um beispielsweise Anleihen oder Optionsscheine darüber zu emittieren. Beispiele hierfür sind die Santander Bank oder die Commerzbank.

Im weiteren Sinne gehört auch der Bereich der Decentralized Finance (DeFi) zu einem der typischen Blockchain Use Case. Hierbei werden Elemente aus dem klassischen Bankenwesen, wie beispielsweise die Vergabe von Krediten, durch die Nutzung von Smart Contracts und einer Blockchain abgebildet. Der Vorteil besteht unter anderem darin, dass Privatpersonen sich gegenseitig Gelder leihen können, ohne eine etwaige Vertrauensperson zu benötigen. Aus Sicht des Darlehensnehmers ergibt sich außerdem der Vorteil, dass es keiner Prüfung (bspw. Schufa) benötigt.

Thematisch hierzu passt nun auch die Anwendung von Blockchains im Bereich von Versicherungen.

Blockchain Use Cases: Smart Contracts &  Versicherungen

Einer der Hauptgründe für die Revolution im Bereich von automatisierten Versicherungen war die Einführung von Ethereum und Smart Contracts. Bevor wir zu den Anwendungsbeispielen kommen, nochmals eine kurze Zusammenfassung was wir unter dem Begriff Smart Contracts verstehen:

Ein Smart Contract ist nichts anderes als eine Vereinbarung zwischen zwei Personen. Diese Vereinbarung liegt jedoch nicht in schriftlicher Form, sondern in Form von Computercode vor. Dieser Code läuft wiederum auf der Blockchain. Er wird also in einer öffentlichen und verteilten Datenbank gespeichert und kann damit nicht geändert werden. Im Smart Contract formulieren die beiden Parteien (bzw. Personen) dann Bedingungen. Sind diese Bedingungen erfüllt, werden Transaktionen automatisch ausgeführt und auf der Blockchain verarbeitet.

Welcher Mehrwert und Vorteil entsteht dadurch?

Die Antwort ist einfach – auch hier entfällt die vertrauenswürdige dritte Partei, die die Einhaltung der Verträge und damit verbundenen Transaktionen kontrolliert. Stattdessen werden die Verträge (oder Transaktionen) selbstständig in einem vertrauenswürdigen Netzwerk ausgeführt, welches nun vollständig von Computern verwaltet wird.

Daher ist das Potential von Smart Contracts besonders für Versicherer interessant: über intelligente Versicherungsverträge können zeit- und kostenintensive Bereiche von Versicherern automatisiert und Zahlungen und Transaktionen direkt abgewickelt werden. Die dafür notwendigen Bedingungen werden in den Smart Contracts festgehalten und bei Erfüllung der Bedingungen ausgeführt.

Ein klassisches Anwendungsbeispiel hierfür ist das Produkt Fizzy von der AXA-Versicherung. Hierbei handelt es sich um eine automatisierte Versicherung für Flugverspätungen bzw. -ausfälle. Dabei werden allgemeine Flugdaten von Flightstats benutzt; trifft das Ereignis einer Verspätung oder gar eines Ausfalls ein, erhält der Versicherte automatisierte via Smart Contract und Blockchain eine Kompensationszahlung. Neben AXA nutzen auch Versicherer wie die Münchner Rück oder die Allianz Lösungen auf Basis der Blockchain.

Werfen wir einen Blick auf weitere Blockchain Use Cases.

Das Internet of Things (IoT) in Kombination mit Blockchains

Der Begriff Internet of Things (IoT) wurde – ähnlich wie der Begriff der Blockchain – in den letzten Jahren zu einem regelrechten Buzzword. Dabei beschreibt IoT zunächst einfach ein Netzwerk, welches verschiedene Dinge (engl. things), die sowohl eine physische als auch virtuelle Repräsentation haben, miteinander verbindet. Das mag zunächst kompliziert klingen, ist es aber wirklich nicht:

Ein klassisches Beispiel hierfür ist das vernetzte Haus (engl. smart home), in welchem der intelligente Temperatursensor, die smarte Glühbirne und der Sprachassistent in der Küche miteinander verbunden sind. Doch in welchem Maß kann Blockchain hierbei helfen und welche Vorteile ergeben sich?

Die Antwort hierauf ist ebenso einfach: Beim Internet der Dinge tauschen verschiedene digitale Instanzen – egal ob Maschine, Kühlschrank, Temperatursensor oder elektronische Geldbörse – Daten oder Geld miteinander. Um nun sicherzustellen, dass diese Daten bzw. Gelder sicher, zuverlässig und kostengünstig miteinander ausgetauscht werden können, verwendet man die Blockchain.

Dabei halten wir fest, dass Blockchain von Machine-as-a-Service bis hin zu Micro-Payments den Vorteil bietet, Transaktionskosten zu reduzieren und dabei Transparenz sowie Sicherheit schafft. Damit ergänzt die Technologie der Blockchain das Konzept von IoT und erweitert dessen Potential.

Supply Chain Management und globale Lieferketten

Der vorletzte Punkt unserer Blockchain Use Cases heißt Supply Chain Management (SCM). Unter dem Begriff SCM verstehen wir – einfach gesprochen – die Koordination der Lieferketten eines Unternehmens. Im Rahmen der Globalisierung sind diese Lieferketten nicht nur regional, sondern global verteilt. Wir können also bereits erahnen, dass hierbei viele einzelne Akteure involviert sind.

Dabei ist der Bereich SCM einer der häufigsten Blockchain Use Cases, der auch tatsächlich Verwendung findet. Um es etwas pathetischer zu formulieren: Blockchains helfen uns als Endkunde ein Produkt nicht nur aufgrund dessen Namens gut zu finden, sondern hauptsächlich, weil wir die komplette Lieferkette von A bis Z transparent nachvollziehen können. Auf der anderen Seite hilft eine Blockchain ebenso den Empfängern von Produkten die Qualität und Integrität nachzuvollziehen.

Die Firma International Business Machines – besser bekannt als IBM – ist besonders aktiv und bietet Lösungen für einzelne Blockchain Use Cases an. So bietet IBM beispielsweise das Produkt IBM Food Trust an. Hierbei wird eine Blockchain eingesetzt, um die Lieferketten der Lebensmittelindustrie nachzuverfolgen. Ebenso erwähnenswert ist das Produkt IBM Trade Lens, das insbesondere für den globalen Handel genutzt wird.

Folgende Grafik, die aus dem offiziellen Prospekt von IBM übernommen ist, verdeutlicht die Funktionsweise von IBM Food Trust entlang der Produktions- und Lieferkette:

Kommen wir nun zum letzten unserer Blockchain Use Cases – der Verwendung einer Blockchain im Rahmen von Wahlen. Ein besonders interessanter Aspekt, da er eine äußerst politische und gesellschaftliche Komponente aufweist.

Ein Gedankenexperiment: sichere und transparente Wahlen

Laut Artikel 38 des deutschen Grundgesetzes werden die Abgeordneten des Bundestages in „allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl“ gewählt. Diese Grundsätze und das Vertrauen in diese stellen die Basis unserer Demokratie dar.

Schaut man über den Tellerrand in Länder wie die USA oder Brasilien, so liest und hört man – gerade in den vergangenen Wahlen – immer wieder vom Vorwurf der Wahlmanipulation und -fälschung. Die daraus resultierenden Konsequenzen liegen klar auf der Hand: weniger Wahlbeteiligung, Misstrauen, das Gefühl der Ungerechtigkeit und ausufernde Gewalt oder Proteste bis hin zu einer möglicherweise nicht einmal legitimen Regierung.

Kannst du dir vorstellen, wie es wäre Wahlen abzuhalten, von denen du zu 100% sicher sein kannst, dass sie fair und transparent ablaufen?

Mit Hilfe einer Blockchain könnten wir genau diese Kriterien sicherstellen. Denn der Einsatz der Technologie würde eine Menge fundamentaler Vorteile bieten:

  • Transparenz: bei einer Public Blockchain könnte jeder Wähler (und auch Nicht-Wähler sowie außenstehende Personen) die Gesamtanzahl an Stimmen sehen. Dadurch können alle an diesem Vorgang interessierten Personen die korrekte Erfassung der Stimmen ermitteln.
  • Privatsphäre: Trotz der Transparenz kann die Privatsphäre jedes einzelnen Wählers mit Hilfe von kryptographischen Verfahren sichergestellt werden. Dabei kann jede einzelne Stimme verifiziert werden ohne dass der Wähler selbst seine Identität preisgeben muss.
  • Manipulationssicherheit: aufgrund der Transparenz gäbe es keine doppelten Stimmen. Dadurch entfällt die Möglichkeit der Wahlmanipulation bzw. -fälschung.

Die größte Hürde für einen solchen Blockchain Use Case liegt wohl darin, dass für jeden Wähler die Notwendigkeit besteht mit einem Computer bzw. internetfähigen Gerät zu interagieren.

Fazit: Innovation in hohem Maß, aber kein Allheilmittel

Mit diesem Artikel solltest du nun einen guten Überblick der wichtigsten Blockchain Use Cases haben. Die Erkenntnis hierbei könnte sein, dass es viele gute Anwendungen für eine Blockchain gibt. In bestimmten Szenarien kann die Technologie ihr volles Potential entfalten. Dabei spielen vor allem die Aspekte Vertrauen, Transparenz und Fälschungssicherheit eine große Rolle.

Sie ist jedoch bei Weitem kein Allheilmittel und nur weil eventuell der Ruf nach einer Blockchain-Lösung laut wird, muss diese noch lange keinen Vorteil bieten. Die Anwendungsbereich einer Blockchain beziehen sich hierbei nicht nur auf technische Bereiche (IoT), sondern betreffen auch unser tägliches, gesellschaftliches Zusammenleben (Wahlen). Fest steht, dass die Anwendung von Blockchains – trotz einiger Anwendungsbeispiele – noch in den Kinderschuhen steckt. Den Einfluss der Technologie auf die täglichen Lebensbereiche sehen wir wohl in den nächsten Jahren noch deutlicher.