Bitcoin Münzen aufeinander

Mit Bitcoin passives Einkommen verdienen? – Andreas Antonopoulos erklärt wie

Wie kann man mit Bitcoin passives Einkommen verdienen? – Diese Frage stellt sich immer wieder. In diesem Artikel möchten wir daher einen Blick auf die Möglichkeiten werfen. Inspiration hierfür gab es von dem Entrepreneuer, Bitcoin-Befürworter und Bestseller-Autor Andreas Antonopolous. Dieser sprach in einem Livestream vom 27.06 über sein Lieblingsthema: Bitcoin. Welche Vorschläge Andreas geäußert hat und wie er zum Thema DeFi steht, erfährst du jetzt in diesem Artikel.

Bitcoin halten: Die HODL-Strategie

Die klassische Strategie ist wohl das Halten von Bitcoin. Die Mehrheit der Investoren kauft BTC einmalig oder mit Hilfe eines Sparplans regelmäßig. Dadurch akkumuliert man über die Zeit Bitcoin und hält diese im eigenen Besitz. Sobald die Kryptowährung einen bestimmten Kurswert erreicht hat, wird ein Teil der bisher angesparten BTC verkauft.

Diese Strategie ist zweifelsfrei die beliebteste und sicherste Art und Weise, Bitcoin zu kaufen. Sie hat jedoch einen entscheidenden Nachteil, auf den Andreas Antonopolous ebenso hinweist: Das Geld ist bis zum Verkauf gebunden und Investoren erhalten keine Dividende oder Rendite auf ihre BTC. Anders formuliert: Wer eine HODL-Strategie verfolgt, hat keine Möglichkeit mit Bitcoin ein passives Einkommen zu verdienen.

Schauen wir uns im Folgenden also mögliche Strategien sowie Vor- und Nachteile an, um Dividenden auf Bitcoin zu erhalten.

Passives Einkommen mit Bitcoin

Da der Begriff jetzt bereits mehrfach vorkam, möchten wir nochmal kurz erklären, was eigentlich unter passivem Einkommen zu verstehen ist. Grundsätzlich geht es hierbei um eine Form der Anlage, die ohne großen Aufwand ein regelmäßiges Einkommen (z.B. in Form einer Dividende) generiert.

Hohe Renditen und eine einfache Umsetzung

Die bekannteste Möglichkeit hierbei ist es, Bitcoin bei einem zentralen Anbieter zu hinterlegen und dafür eine Rendite zu erhalten. Eine solche Möglichkeit bieten Plattformen wie Nexo oder Celsius an. Der Vorteil hierbei ist die unkomplizierte Umsetzung und die – im Vergleich zu den Zinssätzen am Finanzmarkt – hohe jährliche Rendite.

So lassen sich bei den gerade genannten Plattformen mit Bitcoin ein passives Einkommen in Höhe von 4-8% pro Jahr verdienen. Vorteilhaft ist außerdem die Tatsache, dass die Kryptowährungen im Gegensatz zu Festgeldkonten beispielsweise nicht für eine feste Laufzeit gebunden sind. Die Angebote variieren hierbei von der Möglichkeit jederzeit auf seine Bitcoin zugreifen zu können bis zu einer Sperrdauer von wenigen Tagen.

Missmanagement, Vertrauen und Hacks als Risiken

Bei all dieser Euphorie ist es jedoch auch unserer Pflicht auf die Nachteile und potenziellen Risiken einer solchen Anlage hinzuweisen. Denn bei allen Anbietern müssen die Bitcoin auf ein custodial-wallet transferiert werden. Das heißt also, dass du deine Bitcoin zur Verwahrung in die Hände von Dritten gibst.

Dadurch besteht die Gefahr von Missmanagement sowie die Notwendigkeit des Vertrauens in diese dritte Plattform. Durch die Wahl einer seriösen und sicheren Plattform kannst du dieses Risiko minimieren, aber niemals eliminieren. Außerdem besteht – wie immer – die Gefahr eines Hacks, auch wenn große Plattformen ihre Einlagen sichern lassen.

Wenn du dich näher für dieses Thema interessierst, empfehlen wir einen Blick auf unseren Bitwala Test. Die deutschsprachige und von der Europäischen Union geförderte Plattform bietet die Möglichkeit an, mit Bitcoin ein passives Einkommen zu verdienen.

Im Folgenden Abschnitt wollen wir uns nun anschauen, ob es auch Alternativen zu den zentralisierten Plattformen gibt.

Andreas Antonopoulos setzt auf DeFi

An dieser Stelle kommen wir wieder zurück zum Livestream von Andreas Antonopoulos. Dieser wies in dem Livestream darauf hin, dass es für Bitcoin Besitzer auch Möglichkeiten gibt, ein passives Einkommen zu verdienen ohne dabei auf zentralisierte Plattformen setzen müssen.

Das große Stichwort lautet hierbei Decentralized Finance (DeFi). So sagte Antonopoulos, dass es die Möglichkeit gibt, seine Bitcoin in Ethereum (ETH) oder einen Stablecoin wie DAI zu wechseln. Diese können wiederum danach in einen Smart Contract hinterlegt werden, um darauf Dividenden zu erhalten. Mit dieser Strategie entsteht der große Vorteil, dass man auf eine dezentrale Alternative zurückgreift.

Doch bei all dem Potenzial, welches Decentralized Finance hat, entstehen dadurch enorm hohe Risiken. Auch Andreas Antonopoulos wies auf diese Gefahren hin, die wir nun aufzeigen wollen.

Ethereum (=die Blockchain) kann Probleme und Bugs haben. Auch der Konsensusalgorithmus könnte Fehler haben. Weitere Probleme können durch den Gas Preis entstehen. Die Kombination all dieser Faktoren kann im schlechtesten Fall dazu führen, dass du einen Teil oder dein gesamtes Kapital verlierst.

In unserem Artikel Der Decentralized Finance (DeFi) Hype: Die 6 größten Gefahren haben wir explizit auf die Gefahren hingewiesen, die im Zusammenhang mit DeFi entstehen. Insbesondere die Gefahr der Hacks ist nicht zu unterschätzen und wir unser gestriger Artikel zeigt, kann eine solche Gefahr jederzeit real werden.

Hinzu kommt die Gefahr, dass man die eigenen BTC für eine solche Strategie in eine andere Kryptowährung konvertieren muss. Dadurch handelt es sich hierbei nicht um eine „echte“ Möglichkeit, mit Bitcoin ein passives Einkommen zu verdienen. Neben den gerade genannten Risiken gibt es natürlich auch das Risiko der Kursschwankung und Volatilität.

Fazit: Welche Möglichkeit ist die beste, um mit Bitcoin ein passives Einkommen zu verdienen?

Zum Abschluss des Artikels möchten wir nochmal einen Blick auf die Möglichkeit werfen und kurz deren Vor- und Nachteile betrachten. Wir beginnen dazu bei der Strategie, Bitcoin zu hodlen.

Wer Bitcoin einfach nur kaufen und halten möchte, geht auf Nummer sicher. Diese Strategie ist zweifelsfrei die sicherste, da der Investor hierbei immer die volle Kontrolle über die eigenen BTC hat. Über das Konzept eines Bitcoin Sparplans kann jeder mit einer geringen Summe über die Zeit Vermögen aufbauen. Der Nachteil hierbei ist, dass kein wirklich passives Einkommen erzielt werden kann und das Geld bis zum Verkauf nicht arbeiten kann.

Wer tatsächlich mit Bitcoin ein passives Einkommen erzielen möchte, muss auf Drittanbieter setzen. Während hier die Notwendigkeit besteht, der zentralen Plattform zu vertrauen, erhält der Investor eine regelmäßige Rendite auf seine BTC. Die Dividende liegt hierbei deutlich höher als bei Tages- oder Festgeldkonten. Die Umsetzung selbst ist bei Anbietern wie Bitwala leicht. Dennoch sollte jedem bewusst sein, dass es sich hierbei nicht um eine risikolose Anlage handelt.

Die letzte Möglichkeit besteht in der Nutzung von DeFi Protokollen. Investoren können hierbei enorm hohe Renditen einfahren. Parallel dazu schätzen wir das damit verbundene Risiko allerdings auch als am Höchsten ein. Die komplette Branche ist noch sehr jung und dementsprechend gibt es viele Sicherheitslücken, die zum Totalverlust deines Investments führen können.

Wie ist deine Einschätzung zu dem Thema mit Bitcoin ein passives Einkommen zu verdienen? – Bleibst du der klassischen HODL-Strategie treu oder sind die aufgezeigten Alternativen für dich eine interessante Ergänzung?

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Bitcoin Münze im Vergleich zu USD

Bitcoin und der Aktienmarkt – BTC Korrelation erreicht neues ATH

Bitcoin und der gesamte Krypto-Markt haben in den letzten Monaten eine enge Korrelation mit dem Aktienmarkt gezeigt wobei die Korrelation in den Wochen nach dem schwarzen Donnerstag stark zugenommen hat. In diesem Artikel wollen wir herausfinden, ob dieser Trend sich in der Zukunft weiter fortsetzt und ob die langersehnte Entkopplung vom Aktienmarkt überhaupt realistisch ist. Viel Spaß!

Korrelation steigt auf Höchstwert

Die Korrelation zwischen Bitcoin und den Aktienmärkten ist in den letzten Wochen unglaublich stark gewachsen. Dabei haben wir uns am größten amerikanischen Aktienindex S&P 500 orientiert und Daten von Skew ausgewertet. Bereits vor zwei Wochen berichteten wir über die starke Korrelation von Bitcoin und den traditionellen Märkten.

Bitcoin Korrelation mit S&P 500

Aus den Daten können wir ablesen, dass besonders Ende Mai ein starker Zuwachs an Korrelation stattgefunden hat. Aber auch im Juni hat sich der Trend fortgesetzt und die Korrelation ist mittlerweile auf einen neuen Jahreshöchstwert gestiegen.

Es scheint fast so, als ob sich viele Krypto-Investoren mittlerweile mehr an den traditionellen Märkten orientieren in der Annahme, dass Bitcoin die Bewegungen des Aktienmarktes nachahmen wird.

Während Wirtschaftswissenschaftler von einem aufgeblasenen Aktienmarkt sprechen, könnte auch Bitcoin unter diesem Szenario leiden. Denn wenn der Aktienmarkt durch billiges und frisches Geld künstlich aufgebauscht wird und kaum noch die Realität abbildet, kommt es früher oder später zur Korrektur. Dabei wird höchstwahrscheinlich auch Bitcoin unter die Räder kommen und einen Rückgang unter die 9.000 US-Dollar wird immer wahrscheinlicher.

Bitcoin Entkopplung lässt auf sich warten

Der Bitcoin Kurs verläuft seit Anfang Mai seitwärts und konnte sowohl die 10.000 als auch die 9.000 US-Dollar Grenze nicht durchbrechen. Für den einen oder anderen ist die sinkende Volatilität eine gute Nachricht, aber viele Investoren hatten sich wohl mehr vom Bitcoin Kurs erhofft. Die Handelsvolumina sinken weltweit und die Investoren halten sich zurück bis ein neuer Trend ersichtlich wird.

Auch am Aktienmarkt ist kein klarer Trend zu erkennen und die Anleger haben Angst vor einer zweiten Corona Infektionswelle. Außerdem gehen die Meinungen sehr stark auseinander, wie lange es dauern könnte und sollte, bis sich die Wirtschaft auf einen Zustand wie vor der Pandemie erholt hat. Der langfristige wirtschaftliche Schaden, der hohe Arbeitslosigkeit und Masseninsolvenzen mit sich bringt, scheint im Aktienmarkt keine große Rolle zu spielen.

Es könnte also noch etwas dauern bis Bitcoin sich wieder vom Aktienmarkt entkoppelt, wobei vor Allem der weitere Verlauf der globalen Corona Pandemie eine entscheidende Rolle einnimmt.

Dennoch sei an dieser Stelle gesagt, dass Bitcoin in der Vergangenheit zu den traditionellen Märkten unkorreliert war. Erst mit der Coronakrise hat die Korrelation stark zugenommen. Daher könnte es sich aktuell um einen Ausreißer handeln. Um dir ein besseres Bild über ein ausgewogenes Portfolio mit Bitcoin zu machen und wie sich die größten ETFs, Gold und BTC in den letzten Jahren im Vergleich verhalten haben, empfehlen wir dir unsere ausführliche Portfolio-Analyse.

Steht der nächste Bitcoin Absturz bevor?

Auch Alex Krüger, ein angesehener Krypto-Ökonom erklärte kürzlich auf Twitter, dass die Korrelation zwischen dem Krypto- und Aktienmarkt Bitcoin kurzfristig auf Talfahrt schicken könnte.

Er behauptet, dass die starke Korrelation es immer wahrscheinlicher macht, dass die nächste Bewegung von Bitcoin um 1.000 US-Dollar nach unten gerichtet sein wird, weil ähnliches auch dem Aktienmarkt bevor stehen könnte.

Es besteht jedoch weiterhin die Möglichkeit, dass durch neue Rettungspakete oder Finanzspritzen der Regierungen dieses Szenario verzögert, abgeschwächt oder sogar ganz verhindert wird. Wenn sich der Trend am Aktienmarkt umkehrt oder die Angst vor der zweiten Welle sich als überflüssig herausstellt, könnte sich der Effekt aber auch drehen. Dann könnte Bitcoin von der positiven Stimmung am Aktienmarkt profitieren und wieder Fahrt aufnehmen.

Zusammenfassend können wir festhalten, dass die Erwartung auf große positive Preissprünge gedämpft wird und die beste und entspannteste Strategie immer noch „Keep calm and HODL“ bleibt. Wir empfehlen außerdem die Cost-Average-Strategie, um sich so wenig wie möglich von FUD und FOMO beeinflussen zu lassen.

Wir bleiben wie immer für euch dran und berichten sobald es etwas Interessantes gibt! Schaut unbedingt in unserer Wissensbibliothek vorbei, dort tragen wir alles Relevante zusammen, um im Bitcoin Space informiert zu bleiben.

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Bitcoin Münze halbiert zeigt Halving

Bitcoin Miner Teufelskreis – BTC Angebot auf Tiefstand

Bitcoin basiert auf einem spieltheoretischen Ansatz, der bereits seit über 11 Jahren dafür sorgt, dass das Netzwerk nicht nur intakt bleibt, sondern auch die höchste Sicherheit genießt. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Bitcoin Miner. Doch nicht nur in Punkto Sicherheit ist der Mining Prozess entscheidend, auch in Bezug auf das Angebot an BTC auf dem Markt.

Wir wollen uns heute anschauen, wie sich aktuell die Bitcoin Miner in Abhängigkeit vom Bitcoin Kurs verhalten und welche allgemeinen langfristigen Rückschlüsse wir daraus ziehen können.

Bitcoin Mining – Eines der härtesten Geschäftsfelder weltweit

Das Bitcoin Mining Business ist ein hartes Pflaster. Es gibt wohl kaum ein anderes Feld, welches auf der einen Seite extrem hohe Renditen abwerfen kann und gleichzeitig auf der anderen Seite extreme Kosten verursacht. Zudem bedarf es mittlerweile einer sehr hohen Investitionssumme, um mit den Großen überhaupt mitspielen zu können. Jeder Fehler kann dazu führen, dass man plötzlich nicht mehr rentabel ist und dazu gezwungen ist, mit dem Mining aufzuhören. Zudem ist die Konkurrenz ebenfalls auf der Hut und wartet nur darauf, dass jemand einen Fehler macht oder eine bestimmte Phase, in der es nicht mehr lukrativ ist, nicht durchsteht. Zudem spielt natürlich auch der Bitcoin Kurs eine entscheidende Rolle, welchen die Miner nur bedingt kontrollieren können.

Die Kombination aus den grundsätzlichen Unsicherheiten, der hohen Konkurrenz, der starken Abhängigkeit vom Bitcoin Kurs und dem hohen Investitionsvolumen führen dazu, dass das Netzwerk extrem sicher ist und alle Miner ein sehr hohes Interesse daran haben, dass BTC nicht nur überlebt, sondern weiterhin im Preis steigt.

Das letzte Bitcoin Halving ist gerade mal einen knappen Monat her. Dieses Event, welches alle 210.000 Blöcke stattfindet (ca. 4 Jahre), hat nicht nur einen enormen Einfluss auf die Inflationsrate von Bitcoin, sondern vor allem auf die Einnahmen der Miner. Auf der einen Seite freuen sich wohl alle Nutzer und Investoren, dass die Produktionsmenge an BTC von einem auf den anderen Block halbiert und somit Bitcoin weiter verknappt wird. Auf der anderen Seite müssen sich die Miner neue Wege einfallen lassen, um sich von der Konkurrenz nicht aus dem Geschäft treiben zu lassen. Denn die Miner verdienen seit dem Halving Block plötzlich nur noch die Hälfte. Dieser starke Einschnitt zeigt bis heute noch seine Auswirkungen auf das Mining Business.

Difficulty Anpassung hält die Balance

Ein Bitcoin Block wird jede 10 Minuten gefunden, so wie von Satoshi Nakamoto bereits in seinem Whitepaper manifestiert. Doch dabei handelt es sich nur um einen wichtigen Richtwert; die meisten Blöcke werden entweder schneller oder langsamer gefunden. Dabei hängt die Zeit weniger davon ab, wie viele Miner sich auf die Suche nach einem neuen Block machen, sondern viel mehr davon, wie viel Leistung sie dem Netzwerk dafür zur Verfügung stellen. Je mehr Hashrate in das Netzwerk fließt, umso schneller wird ein Block gefunden und vice versa. Wer nun denkt, dass dieser Zusammenhang linear ausfällt, der irrt. Hier kommt nämlich die Difficulty ins Spiel. Diese bestimmt wie schwer es ist einen Block zu finden und wird immer wieder an die gegebene Hashrate so angepasst, dass weiterhin ein Block nur alle 10 Minuten gefunden werden kann. Zumindest im Durchschnitt.

Demnach führen starke Difficulty Anpassungen nach oben oft dazu, dass kleinere Miner nicht mehr rentabel sind und aufhören ihre Maschinen zu betreiben. Als Konsequenz dessen warten diese Miner nur darauf, dass sich die Difficulty wieder nach unten anpasst und das Mining wieder lukrativ wird. Es ist ein Spiel mit dem Feuer, denn in der Zwischenzeit müssen in der Regel dennoch Kosten für Infrastruktur und Personal bezahlt werden. Bei einer variablen Abrechnung entfallen immerhin die Kosten für die Elektrizität, welche bei Weitem den größten Teil der Kosten ausmachen. Zudem kommt immer wieder neue Mining-Hardware auf den Markt, welche stärker und effizienter ist als die Vorgängermodelle. Wenn aber aktuell kein Mining betrieben werden kann, können auch keine Gewinne angespart werden, um in der Zukunft in neue Hardware zu investieren. Das wiederum würde langfristig diese „schwächeren“ Player aus dem Markt werfen, weil sie nicht mehr konkurrenzfähig wären.

Bitcoin Miner verkaufen weniger BTC

Viele haben nach dem Bitcoin Halving auf eine Kapitulation der Miner gewartet. Doch diese ist anscheinend ausgeblieben. Wenngleich die Hashrate kurzzeitig um mehr als 30% eingebrochen ist, sehen wir aktuell eine deutliche Erholung. Ein neues Allzeithoch in den nächsten Wochen und Monaten wäre ebenfalls denkbar und realistisch. Diese positive Tendenz zeigt deutlich, dass viele Unternehmen weiterhin in das Bitcoin Mining investieren und zwar langfristig.

Dennoch ist es überraschend, dass Miner seit dem Halving immer weniger BTC verkaufen, obwohl der Bitcoin Kurs so hoch ist wie vor dem Halving und die Hashrate sich ebenfalls zu erholen scheint. Das liegt natürlich auch an den reduzierten Block Rewards, die nun bei 6,25 BTC anstatt 12,5 BTC liegen. Aktuell verkaufen Miner so viele BTC pro Tag wie das letzte Mal im August 2019.

Bitcoin Kurs und MIner BTC Verkäufe Chart

Miner halten BTC vorerst: Eine Wette auf die Zukunft

Doch so bullish wie es auf den ersten Augenblick scheinen mag, ist es nicht. Es sieht danach aus, dass Miner aktuell so viele BTC wie möglich halten, um auf einen höheren Preis zu warten und sie dann zu verkaufen. Sie spekulieren also darauf, dass der Preis steigt und verkaufen dementsprechend nur die notwendige Summe, um ihre Kosten zu decken. Wenn der Preis kurzfristig einbrechen sollte, dann wird es natürlich auch zu einem stärkeren Ausverkauf der Miner kommen, die sich quasi verspekuliert haben.

In der folgenden Darstellung von Glassnode sehen wir deutlich, dass nicht nur die Einnahmen der Miner seit dem Halving stark zurückgegangen sind, sondern auch die BTC Verkäufe der Miner auf den Börsen.

Miner Einnahmen und Verkäufe

Bullishe Zeiten für Bitcoin

Zusammenfassend können wir sagen, dass Miner sich in einem stark unberechenbaren Umfeld bewegen und oftmals hohe Risiken eingehen müssen, um profitabel zu bleiben. Das verleiht dem Netzwerk die nötige Sicherheit, um sich vor verschiedenen Angriffen zu schützen. Zudem bestimmen die Miner hauptsächlich das Angebot auf den Märkten und halten ihre produzierten BTC zurück, um das Angebot auf dem Markt kurzfristig zu verringern und für steigende Kurse zu sorgen. Anschließend werden die gehaltenen BTC zu einem höheren Preis verkauft und der Kurs gerät wieder stärker unter Druck. Dieser Kreislauf wird hauptsächlich von den regelmäßigen Bitcoin Halvings gebrochen, die die produzierbare Menge an BTC halbieren. Somit haben Miner nur eine begrenzte Zeit, um dieses Spielchen zu spielen und müssen sich eine neue Strategie einfallen lassen, um nach einer Halbierung der Block Rewards weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.

Auf der anderen Seite dürfen wir natürlich die Nachfrage nicht vergessen, die mittlerweile nicht nur von privater Seite erfolgt, sondern auch von institutioneller. Alleine das Investment-Unternehmen Grayscale hat im Mai über 30.000 BTC gekauft. Das sind über 80% der BTC, die im Mai durch die Miner produziert wurden. Wenn sich also Bitcoin weiterhin durchsetzen sollte und weitere institutionelle Investoren auf den Zug aufspringen, dann wird das Angebot sicherlich nicht mehr ausreichen, um den Preis stabil zu halten. Es würde zu einem Nachfrageüberhang kommen, der in einem Bitcoin Kurs Anstieg resultiert. Wie sich das letztendlich entwickeln wird, weiß natürlich keiner. Wir sind gespannt wie sich die Miner in den nächsten Wochen und Monaten verhalten werden und wie der Bitcoin Kurs auf das verknappte Angebot und die steigende Nachfrage reagiert.

[Bildquelle: Pixabay, Glassnode]

Trading Monitor mit Candle Sticks

Bitcoin UTXO: Was ist das und welche Informationen liefern sie uns?

Immer wieder tauchen spannende Informationen über die Bitcoin Blockchain in Zusammenhang mit sogenannten UTXOs auf. Doch was ist ein UTXO und welche Informationen können sie für die Bitcoin On-Chain Analyse liefern? In diesem Artikel wollen wir nicht nur erklären was UTXOs sind, sondern wie sie funktionieren und wie sie eingesetzt werden können, um an bestimmte Informationen in der BTC Blockchain zu kommen.

Hinter dem Begriff UTXO verbirgt sich übrigens „Unspent Transaction Output“. Um nun zu verstehen, welche Bedeutung der UTXO in der Bitcoin Blockchain hat, müssen wir erstmal verstehen, wie eine Transaktion grundsätzlich funktioniert.

Wie sind Bitcoin Transaktionen aufgebaut?

Eine Bitcoin Transaktion besteht aus beliebig vielen Eingaben (Inputs) und beliebig vielen Ausgaben (Outputs). Dabei stellt ein Output einer Transaktion den Input der nächsten Transaktion dar. Hier findest du ein Beispiel, um den Zusammenhang zwischen Output und Input von zwei Transaktionen besser zu verstehen.

Bitcoin Transaktionen mit Inputs und Outputs

Hierbei ist es wichtig, dass die Summe aller Outputs nicht die Summe aller Inputs überschreiten darf. Anders formuliert: es können nicht mehr Bitcoins ausgegeben werden, als zuvor eingegangen sind. Zudem fällt bei jeder Transaktion eine Transaktionsgebühr an, die an den jeweiligen Miner geht, der die Transaktion in seinen Block aufnimmt.

Es gibt jedoch eine Ausnahme und das sind die sogenannten Coinbase Transaktionen. Diese Transaktionen spiegeln den Block Reward wider, den die Miner für das Finden eines gültigen Blocks erhalten. In der Coinbase Transaktionen werden sozusagen die neuen Bitcoins kreiert, die die Miner als Belohnung für ihre Arbeit erhalten. Daher gibt es hier auch keine Inputs, sondern nur Outputs.

Bei der Durchführung einer Transaktion kommt es immer wieder dazu, dass ein bestimmter Input nicht ausreicht um einen bestimmen Output zu decken oder größer ist als der Output. Dieses Problem hat damit zu tun, dass Inputs innerhalb der Transaktion nicht einfach aufgebrochen werden können. Am besten lässt sich das an dem folgenden Beispiel nachvollziehen.

Beispiel

Du hast in deiner Bitcoin Adresse zwei verschiedene Eingänge (Inputs) – 1 BTC und 2 BTC. Somit umfasst deine Bitcoin Adresse Unspent Transaction Outputs (UTXOs) in Höhe von 3 BTC. Nun willst du 2,5 BTC auf eine andere Wallet transferieren. Für diesen Vorgang werden nun drei Outputs erstellt:

  1. Output in Höhe von 2,5 BTC an die Zieladresse
  2. Output in Höhe von 0,1 BTC als Transaktionsgebühr für den Miner (Beispiel)
  3. Output mit dem Restbetrag in Höhe von 0,4 BTC zurück an deine Bitcoin Adresse

In deiner Bitcoin Adresse taucht nun ein neuer Input in Höhe von 0,4 BTC auf. Somit umfasst deine Bitcoin Wallet UTXOs in Höhe von 0,4 BTC, da diese von dir noch nicht ausgegeben wurden.

Was ist ein Bitcoin UTXO?

Nachdem wir nun den grundsätzlichen Aufbau und Funktion einer Transaktion verstanden haben, können wir wieder zu der Ursprungsfrage „Was ist ein Bitcoin UTXO?“ zurückkehren.

Wie bereits oben erwähnt, heißt UTXO ausgeschrieben „Unspent Transaction Output“. Es umschreibt einen Output, der noch nicht ausgegeben wurde, also bei keiner anderen Transaktion als Input auftaucht. Outputs, die hingegen bereits ausgegeben wurden und in einer anderen Transaktion als Input auftauchen, heißen demnach „Spent Transaction Output“. Nach dieser Definition ist das Guthaben einer Bitcoin Adresse die Summe seiner UTXOs.

In der Bitcoin Blockchain wird die Summe aller UTXOs als UTXO-Set bezeichnet. Dieses Set stellt die minimale Datengrundlage dar, um nachzuvollziehen, ob ein bestimmter BTC bereits ausgegeben wurde oder nicht. Das verhindert, dass Bitcoins doppelt ausgegeben werden können. Das gegenwärtige UTXO-Set beschreibt den aktuellen Zustand der Bitcoin Blockchain. Sobald eine neue Transaktion getätigt wurde, verändert sich dementsprechend das UTXO-Set und der Zustand der Blockchain.

Das UTXO-Set ist einer der wichtigsten Datensätze von BTC und beschreibt die Summe aller Bitcoins im Netzwerk.

UTXO Age Distribution

Kommen wir aber nun zu dem spannenden Teil dieses Artikels – UTXO Age Distribution. In der Blockchain sind nicht nur alle UTXOs für jedermann einsehbar, sondern auch deren Alter. Also auch wann der jeweilige BTC oder ein Bruchteil davon zum letzten Mal ausgegeben oder besser gesagt transferiert wurde. Das bietet uns eine Grundlage, um verschiedene Verhaltensmuster der Bitcoin Investoren besser zu verstehen. Dazu zählen auch Fragen wie „Wie viele Bitcoin sind für immer verloren?“ oder „Wie viele BTC wurden mehr als ein Jahr nicht mehr bewegt?“. In diesem Abschnitt wollen wir auf die letzte Frage näher eingehen und aufzeigen, wie viele BTC wie lange nicht mehr bewegt wurden.

Dafür nutzen wir den sogenannten UTXO Age Distribution Chart. Dieser zeigt uns nicht nur wann jeder einzelne BTC das letzte mal bewegt wurde, sondern wie sich das über die letzten Jahre in Zusammenhang mit dem Bitcoin Kurs entwickelt hat. Schauen wir am besten direkt rein.

Bitcoin Age Distribution Chart mit Bitcoin Kurs und verschiedenen Farbbändern

Da dieser Chart auf den ersten Blick teilweise zu Verwirrungen führt, schauen wir uns die einzelnen Komponenten erstmal genauer an.

Die schwarze Linie beschreibt den Bitcoin Kurs Verlauf seit 2011 bis heute. Da die Bitcoin Blockchain bereits Anfang 2009 gestartet ist, gibt es einen Bereich in diesem Chart, wo es noch keinen offiziellen Bitcoin Preis gab.

Auf der linken Seite des Charts sehen wir die Legende der sogenannten Altersklassen (engl. Age Bands). Die verschiedenen Farben repräsentieren das jeweilige Alter der UTXOs (Bitcoins). Angefangen mit der Farbe rot, die die UTXOs repräsentiert, die weniger als einen Tag alt sind. Bis hin zu der Farbe dunkelblau, die die UTXOs repräsentiert, die älter als 5 Jahre sind. Alle Farben zusammen repräsentieren zu jedem Zeitpunkt 100% aller umlaufenden Bitcoins.

Wie viele Bitcoins wurden länger als 1 Jahr nicht mehr bewegt?

Nachdem wir nun den Bitcoin UTXO Age Distribution Chart verinnerlicht haben, schauen wir uns an, was wir aktuell an Informationen daraus ziehen können. Am besten gehen wir zuerst auf die Frage ein „Wie viele BTC wurden länger als ein Jahr nicht mehr bewegt?“. Für einen besseren Überblick deaktivieren wir alle Farben der Altersklassen unter 12 Monaten.

Bitcoin Age Distribution Chart mit Bitcoin Kurs und Farbverläufen der Altersklassen über 12 Monaten

Dieser Bitcoin UTXO Age Distribution Chart zeigt die Bitcoins im Laufe der Zeit, die länger als ein Jahr nicht mehr bewegt wurden. Die Prozentzahlen auf der rechten Seite der jeweiligen Altersklassen zeigen, wie viel der aktuell umlaufenden BTC seit mehr als einem Jahr nicht mehr bewegt wurden.

Insgesamt befinden sich aktuell ca. 18.376.700 BTC bereits in Umlauf. Wenn wir nun die Prozentzahlen auf der rechten Seite summieren, dann erhalten wir 63%. Das heißt also, dass aktuell ca. 11 577 261 BTC seit mehr als einem Jahr nicht mehr transferiert wurden. Genauer gesagt wurden 11% aller BTC das letzte mal zwischen 12-18 Monaten bewegt, 5% zwischen 18-24 Monaten, 15% zwischen 2-3 Jahren, 10% zwischen 3-5 Jahren und 22% länger als 5 Jahre.

Das ist ein spannender Indikator, um das Anlageverhalten der BTC Investoren zum jeweiligen Zeitpunkt zu analysieren. Aus diesem Bitcoin UTXO Age Distribution Chart lassen sich zudem auch wiederkehrende Verhaltensmuster erkennen, auf die wir in dem folgenden Abschnitt näher eingehen.

Bitcoin Hodl Waves

Die Rede ist von sogenannten Bitcoin Hodl Waves. Damit sind die wellenartigen Erscheinungen vor den jeweiligen Bitcoin Kurs Allzeithochs gemeint. Während sich diese Wellen aufbauen, fangen immer mehr Investoren an ihre BTC langfristig zu halten. Diese Informationen lassen sich ebenfalls aus dem UTXO Age Distribution Chart entnehmen. Dazu schauen wir uns am besten den Chart mit den jeweiligen Hodl Waves etwas genauer an.

UTXO Age Distribution Chart mit Hodl Waves der letzten 11 Jahre

Aus dem Chart können wir entnehmen, dass es bis jetzt drei verschiedene Hodl Waves gab. All diese Wellen zerbrechen kurz vor einem neuen Preispeak. Kurze Zeit später baut sich die nächste Hodl Wave auf. Eine Ausnahme stellt die erste Hodl Wave dar (Genesis Hodl). Diese entstand wohl, als die Mehrheit der damaligen Bitcoiner gemerkt hat, dass bald ein offizieller Bitcoin Preis entstehen und steigen könnte.

Jede Welle ist von der Zuversicht der Investoren getrieben, die auf einen steigenden Bitcoin Kurs in den nächsten Jahren hoffen und anfangen BTC zu akkumulieren und ihre Position auszubauen. Dadurch werden viele Bitcoins langfristig gehalten und bewegen sich bis zum nächsten BTC Preis Allzeithoch oft nicht mehr. Das können wir schön im Chart an den Veränderungen in den jeweiligen Altersklassen erkennen.

The Great Hodl anhand des UTXO Age Distribution Charts

Für ein besseres Verständnis schauen wir uns die letzte Hodl Wave, die Mitte 2017 zu zerbrechen anfing, mal genauer an.

UTXO Age Distribution Chart mit der letzten Hodl Waves in 2017

Nachdem ein neues Bitcoin Kurs Allzeithoch in 2013 von ca. 1.000 USD erreicht wurde und die letzte Hodl Wave mehrere Monate zuvor zerbrach, baute sich im ersten Quartal 2014 die bisher längste Hodl Wave auf – Great Hodl of 2014. Anhand der farblichen Altersklassen können wir erkennen, wie immer mehr BTC für immer längere Zeit nicht mehr bewegt wurden. Je breiter die jeweilige farbliche Altersklasse wird, desto mehr BTC umfasst sie.

Bis ca. Juli 2017 nahm die Anzahl der BTC stark zu, die länger als 2-3 Jahre nicht mehr bewegt wurden. Das zeigt, dass viele Investoren nach dem Bitcoin Kurs Allzeithoch in 2014 angefangen haben ihre BTC zu halten, um auf das nächste Allzeithoch zu warten. Im Juli 2017 sehen wir dann deutlich, wie fast alle Altersklassen nach oben ausbrechen. Das bedeutet, dass zu diesem Zeitpunkt viele BTC, die lange unberührt blieben, wieder bewegt wurden. Wahrscheinlich fanden diese BTC ihren Weg auf eine der vielen Krypto Börsen (Exchanges), um Gewinne zu realisieren.

Sind wir bereits in der nächsten Hodl Wave?

Aktuell befinden wir uns wohl bereits in der vierten Hodl Wave. Diese fing sich einige Monate nach dem Allzeithoch im Dezember 2017 an aufzubauen. Überraschenderweise blieb diese Welle durch die starke Volatilität des BTC Kurses mehr oder weniger unverändert und baute sich weiter auf. Im Juni 2019 gab es einen kurzfristigen Bitcoin Kurs Anstieg auf ca. 13.800 USD und einen starken Preiseinbruch von über 50% im März 2020 aufgrund der Corona-Krise. Diese ganzen Ereignisse halten die Investoren anscheinend nicht davon ab, auf das nächste Allzeithoch zu hoffen und ihre Bitcoins in der Zwischenzeit sicher zu lagern und nicht mehr zu bewegen.

Wir sind gespannt, wie stark die aktuelle Hodl Wave sich zeigen wird und zu welchen Zeitpunkt sie anfängt zu zerbrechen. Aus dem Bitcoin UTXO Age Distribution Chart können wir demnach auch ablesen, wann die langfristigen Investoren anfangen ihre BTC abzuverkaufen. Vielleicht ein wichtiges Indiz dafür, wann es an der Zeit ist auch seine eigenen Bitcoins abzustoßen, um Gewinne mitzunehmen.

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[Bildquelle: Shutterstock, Plus-Plural, Unchained-Capital]

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ein UTXO bedeutet Unspent Transaction Output. Damit sind Outputs einer Transaktion gemeint, die noch nicht ausgegeben wurden.

Das UTXO-Set umfasst die Summe aller UTXOs auf der Bitcoin Blockchain. Es beschreibt den aktuellen Zustand der Blockchain.

Anhand der UTXO Age Distribution lässt sich ablesen, wie viele Bitcoins schon seit mindestens 12 Monaten nicht bewegt wurden. Es zeigt, dass die Investoren BTC halten.

Bitcoin Münze und Stapel an US-Dollar Geldscheinen

Wer verkauft eigentlich Bitcoin? – So stellt sich das Angebot bei BTC zusammen

Das Bitcoin Halving liegt nun wenige Stunden hinter uns. Im Vorfeld wurde in alle Richtungen wild spekuliert. Sei es der mögliche Bitcoin Kurs Einbruch oder eine bevorstehende Miner Kapitulation, den verschiedenen Theorien waren keine Grenzen gegeben. Doch heute wollen wir uns nicht mit irgendwelchen wilden Spekulationen auseinandersetzen, sondern das Verhalten der Investoren und der Miner in der aktuellen Situation näher anschauen. Vor allem wollen wir die Fragen klären: „Wie stellt sich das aktuelle Angebot von Bitcoin auf dem Markt zusammen?“ und „Was passiert mit den Block Rewards der Miner und welchen Einfluss haben sie auf den Bitcoin Kurs?“.

Halving verpasst? Dann schaue doch in den Stream von gestern und feier mit uns Block Nr. 630.000:

Bitcoin UTXO Age Distribution Chart

Das Verhalten der Bitcoin Investoren ist wohl einer der wichtigsten Indikatoren, um das Angebot auf dem Markt zu bestimmen. Dabei kann uns der sogenannte Bitcoin UTXO Age Distribution Chart helfen. Dieser Chart zeigt uns an, wann jeder einzelne Bitcoin das letzte mal bewegt wurde. Das gibt uns Aufschluss darüber, wie die Stimmung der Bitcoin Investoren über die letzten Jahre sich entwickelt hat. Halten oder verkaufen sie BTC?

Bitcoin UTXO Age Distribution Chart mit dem jeweiligen Bitcoin Kurs

Die verschiedenen Farbverläufe im Bitcoin UTXO Age Distribution Chart zeigen, wie lange die jeweiligen BTC im Laufe der Zeit nicht mehr bewegt wurden. Wenn wir nun den Bitcoin Kurs hinzuziehen, können wir erkennen, wie sich das Verhalten der Bitcoin Investoren zu den jeweiligen Preispeaks verändert hat.

Dieser Chart kann uns Aufschluss darüber geben, wann Bitcoin Investoren ihre BTC eher halten oder verkaufen. Aktuell befinden wir uns wohl in der vierten Welle des „Haltens“ (Hodl Wave). Investoren bauen ihre langfristige Position in BTC aus und warten auf das nächste Allzeithoch. Insgesamt wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt 63% aller in Umlauf befindlichen Bitcoins mehr als ein Jahr nicht mehr bewegt. Das sind umgerechnet ca. 11.576.250 BTC. Somit können wir aktuell davon ausgehen, dass das Angebot an BTC auf den Märkten von Investorenseite rückläufig ist.

Bitcoin Hodl Waves

Die Hodl Waves sind ein bekanntes Phänomen und bauen sich immer wieder vor den jeweiligen Preispeaks auf. Nachdem ein neues Allzeithoch erreicht wurde und die letzte Welle zusammengebrochen ist, baut sich die nächste auf. Bis jetzt gab es drei Wellen. Die letzte große Welle bauschte sich einige Monate nach dem damaligen Allzeithoch in 2013 auf und zerbrach im Dezember 2017, als der Bitcoin Kurs sein bisheriges Allzeithoch von ca. 20.000 USD erreichte.

Bitcoin UTXO Hodl Waves der letzten Jahre

An dieser Stelle sei aber gesagt, dass viele Investoren ihre Bitcoins auf zentralen Börsen liegen haben. Dadurch kann ein Verkauf stattfinden, ohne dass sich die jeweiligen BTC auf der Blockchain bewegen. Dennoch ist es ein beliebter Indikator, um das aktuelle Verhalten der Bitcoin Investoren besser zu verstehen.

Coinbase Transaktionen der Miner

Miner haben einen großen Einfluss auf das aktuelle Angebot von Bitcoin. Für jeden gefundenen Block bekommt der Miner eine Belohnung (Block Reward) in Form einer sogenannten Coinbase Transaktion. Das ist die erste Transaktion in jedem Block und kann erst nach 100 weiteren Blöcken ausgegeben werden.

Diese Block Rewards stellen den Anreiz für die Miner dar, um ihre Leistung dem Netzwerk zur Verfügung zu stellen und das Netzwerk damit zu sichern. Dabei entstehen Kosten in Form von Hardware, Infrastruktur, Strom, Wartung und Mitarbeitern, die die Miner decken müssen. Dadurch sind Miner gezwungen einen Teil ihrer BTC, die sie als Belohnung erhalten haben, auf dem Markt zu verkaufen.

Wie viel von der jeweiligen Belohnung verkauft wird, ist abhängig von dem jeweiligen Miner. Hier spielen vor allen die Produktionskosten eine wichtige Rolle. Also wie teuer es für einen Miner tatsächlich ist einen BTC zu erwirtschaften. Je kleiner der jeweilige Miner ist, desto höher sind grundsätzlich seine Produktionskosten und desto mehr von seiner Belohnung muss er verkaufen. Das hängt vor allem maßgeblich von dem jeweiligen Standort und den damit einhergehenden Stromkosten ab.

Miner haben einen langfristigen Zeithorizont

Miner haben grundsätzlich ein langfristiges Interesse an Bitcoin. Das liegt vor allem an den hohen Investitionskosten, die für ein profitables Mining Business getätigt werden müssen. Dabei wird eine sehr spezialisierte Hardware (ASIC), die explizit für das Mining von Bitcoin konstruiert wurde, genutzt. Zwar kann man diese Hardware auch für andere Kryptowährungen nutzen, die ebenfalls auf dem SHA256-Hash-Algorithmus basieren aber letztendlich konzentrieren sich die Miner fast nur auf BTC. Zudem gibt es keinen großen Markt für gebrauchte ASICs, da diese nicht mehr so effizient sind wie die neuen Modelle und deren Usecase einzig und allein auf das BTC Mining limitiert ist.

Nicht nur der normale Investor spekuliert auf einen steigenden Bitcoin Kurs, sondern auch die Miner. Durch das Zusammenspiel aus den hohen Investitionskosten, der spezialisierten Hardware und den Erwartungen an einen steigenden Bitcoin Kurs in der Zukunft, versuchen die Miner so viele BTC wie möglich zu halten. Teilweise werden die Kosten für die jeweilige Mining Farm durch andere Geschäftszweige gedeckt, um die eigene Bitcoin Position weiter auszubauen.

Wann verkaufen Miner ihre Block Rewards?

Was letztendlich mit den Coinbase Transaktionen passiert, ist nicht klar identifizierbar. Das liegt vor allem daran, dass mittlerweile Mining Pools das Mining Business übernommen haben. Ein Mining Pool beinhaltet demnach eine große Anzahl aus verschiedenen, unabhängigen Minern. Teilweise bleiben die Block Rewards der Mining Pools über Jahre unberührt und man muss davon ausgehen, dass die kleineren Miner aus anderen Quellen bezahlt werden.

Es gibt eine interessante Analyse von TokenAnalyst Pro, die die monatlichen Verkäufe der verschiedenen Mining Pools (ca. 40% der Hashrate) über die letzten Jahre analysiert haben. In der Darstellung können wir erkennen, dass die verschiedenen Mining Pools ihre angesammelten Block Rewards vor und nach dem starken Bitcoin Kurs Anstieg in 2017 verkauft haben. Das hat für einen zusätzlichen Verkaufsdruck gesorgt aber diesen nicht ausgelöst.

Bitcoin Coinbase Transaktionen auf Exchanges der verschiedenen Mining Pools

Welche Auswirkungen haben Miner auf den Bitcoin Kurs?

Die Hashrate orientiert sich grundsätzlich am Bitcoin Preis. Je höher der BTC Kurs ist, desto motivierter sind die Miner ihre Maschinen anzuschmeißen. Daher hängt die Profitabilität der Miner hauptsächlich vom jeweiligen Bitcoin Kurs ab. Wenn dieser unter die Produktionskosten fällt, dann müssen einige Miner nicht nur abschalten, sondern vielleicht auch an ihre BTC Reserven dran.

Bei der Darstellung der monatlichen Verkäufe der verschiedenen Mining Pools wurden insgesamt im Jahr 2019 ca. 8500 BTC auf Börsen verkauft. Insgesamt wurden in dieser Zeit ca. 657.000 BTC abgebaut. Davon entfallen 270.000 BTC auf die analysierten Mining Pools. Demnach liegen die Verkäufe der beobachteten Mining Pools im Jahr 2019 bei ca. 3,15%. Das bedeutet also, dass die Miner entweder den Großteil ihrer Block Rewards halten oder diese außerhalb einer offiziellen Exchange direkt verkaufen.

Miner haben kein Interesse den BTC Preis künstlich nach unten zu drücken. Daher werden die Block Rewards, falls sie auf einer Exchange verkauft werden sollen, in kleinen Tranchen verkauft, um den Verkaufsdruck nicht unnötig zu erhöhen. Demnach haben Miner nur einen geringen Einfluss auf den Bitcoin Kurs.

Wie stellt sich das Angebot auf dem Markt zusammen?

Auf der Angebotsseite können wir verschiedene Player identifizieren: Investoren, Miner, Händler und Exchanges. Die Investoren haben wir im ersten Abschnitt abgedeckt. Aktuell befinden wir uns in der vierten Hodl Wave und Investoren tendieren dazu ihre Bitcoins bis zum nächsten Allzeithoch zu halten. Demnach ist das Angebot durch Investoren auf dem Markt mehr als begrenzt.

Händler sind relativ neutral und handeln nach verschiedenen Trends und Indikatoren. Demnach hängt das Verhalten der Händler von den aktuellen Marktbedingungen ab. Also haben Händler nur einen kurzzeitigen Einfluss auf der Angebotsseite.

Exchanges haben ebenfalls einen gewissen Einfluss auf die Angebotsseite. Viele Bitcoin Börsen wie zB. die Derivate-Plattform BitMEX nehmen ihre Gebühren in BTC ein und verkaufen einen Teil davon, um ihre Kosten zu decken. Der Rest wird ähnlich wie bei den Minern langfristig gehalten. Es lassen sich aber an dieser Stelle keine verlässlichen Daten finden, um das Verhältnis zwischen verkauften und gehaltenen BTC im Detail zu analysieren.

Jetzt bleiben nur noch die Miner. Diese verkaufen aktuell ebenfalls nur einen geringen Teil ihrer BTC über Exchanges. Somit hält sich auch hier das Angebot in Grenzen. Es ist davon auszugehen, dass auch Miner auf einen steigenden Kurs spekulieren und ihre Block Rewards horten. Aktuell verkaufen Miner ca. 3% ihrer Block Rewards. Somit hat auch das Bitcoin Halving keinen großen Einfluss auf die Angebotsseite der Miner.

Fazit: Das Angebot an BTC ist begrenzter als wir glauben

Zusammenfassend können wir sagen, dass das Angebot von BTC auf den öffentlichen Märkten extrem stark begrenzt ist und das letzte Bitcoin Halving wohl kurzfristig daran nichts ändern wird. Wir können sogar soweit gehen und sagen, dass sich das Angebot in den nächsten Monaten kaum verändern wird. Natürlich solange der Bitcoin Kurs keine extremen Sprünge nach unten oder oben macht.

Daher sollten wir uns auf die Nachfrageseite fokussieren und die Adoption noch stärker vorantreiben. Denn letztendlich ist im Bitcoin Ökosystem vor allem die Nachfrage für die Preisgestaltung entscheidend.

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[Bildquelle: Shutterstock]