Bitcoin Münzen rund um Smartphone mit Bitcoin Kaufen oder Verkaufen Buttons und Bitcoin Kurs im Hintergrund

Bitcoin Kurs weiter seitwärts – Deshalb steigt und fällt BTC nicht

Der Bitcoin Kurs verhält sich in der letzten Zeit erstaunlich stabil und es macht mittlerweile der Spruch die Runde, Bitcoin sei zum Stablecoin degeneriert. Es gibt verschiedene Theorien darüber warum sich der normalerweise deutlich volatilere Bitcoin Kurs so stabil verhält. Seit Anfang Mai 2020 gab es keine großen Ausbrüche nach oben oder unten, die nicht umgehend wieder korrigiert wurden. In diesem Artikel versuchen wir mögliche Gründe für die lange Seitwärtsbewegung zu finden und diese einzuordnen, Viel Spaß!

Alles andere als seitwärts laufen aktuell die DeFi Altcoins und Produkte, denn dort geht es wild zur Sache. Falls du dich für das Thema interessierst, empfehlen wir dir unseren „Was ist DeFi?“ Wissensartikel und den DeFi-Rendite Vergleich.

Bitcoin Kurs seit Mai quasi unverändert

Der Bitcoin Kurs ist seit Mai 2020 zwischen 9000 und 10.000 US-Dollar gefangen und kann eigentlich keinen signifikanten Ausbruch vorweisen, der nicht direkt wieder ausgeglichen wurde. Eine solche Stabilität hat der Bitcoin Kurs selten über einen Zeitraum von zweieinhalb Monaten erlebt. Wie auf der Preiskurve der letzten drei Monate zu sehen ist, nimmt die Volatilität mit voranschreitender Zeit immer weiter ab.

Bitcoin Kurs seit Mai zwischen 9000 und 10000 Dollar

Interesse an Bitcoin sinkt weltweit

Das Interesse an Bitcoin weltweit nimmt immer weiter ab, jedenfalls wenn man die Google Suchanfrage als Grundlage nimmt. Neben zwei starken aber nur kurzweiligen Anstiegen der Suchanfragen, ist insgesamt ein Abwärtstrend zu beobachten. Die genannten Höhepunkte bei Suchanfragen kamen während des globalen Lockdowns durch die Corona Pandemie und während des Bitcoin Halvings auf. Seitdem sinkt das Interesse immer weiter.

Google Trend Grafik nach Bitcoin und dem Bitcoin Kurs Suchanfragen.

Aktienmarkt und sinkende Volatilität

Schon vor einigen Wochen berichteten wir über die steigende Korrelation des Bitcoin Kurs mit dem Aktienmarkt, die sogar ein neues Allzeithoch erreichte. Zudem hat der Bitcoin Kurs mittlerweile eine ähnlich niedrige Volatilität erreicht wie der größte US-Aktienindex S&P 500.

Der Datenanbieter Skew hat einen Vergleich der Volatilitäten von Bitcoin, Gold und dem S&P 500 vorgenommen. Dabei ist Bitcoin im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf einem Allzeittief angekommen und war bis jetzt seit 2017 nicht so stabil wie jetzt.

Skew daten über den Bitcoin Kurs und dessen Volatilität

Bitcoin Kurs durch Trading Bots beeinflusst?

Ein weiterer Grund für die lange Seitwärtsbewegung des Bitcoin Kurs könnten Trading Bots sein. Sogenannte „HFT – High Frequency Trading“ Programme handeln auf quasi allen Börsen und nutzen kleinste Kursschwankungen aus, um Gewinne zu erzielen.

Der Bitfinex CTO Paolo Ardoino sagte dazu, dass ca. 80-90 Prozent der Handelsvolumina auf Bitfinex von den genannten HFT-Bots stammen. Weil die Bots hunderte Kauf und Verkauf Order in Sekundenbruchteilen erstellen können, würden Angebot und Nachfrage beeinflusst und künstlich begrenzt. Außerdem haben sich mittlerweile ganze Unternehmen auf die HFT-Bots spezialisiert und ziehen auch große Investoren an.

Die HTF-Bots sind außerdem in der Lage börsenübergreifend zu handeln. Das bedeutet, dass auch Preisunterschiede zwischen Ländern und Börsen genutzt werden um Gewinne zu erzielen. Die Benutzung von Futures und Hebelprodukten verstärkt den Effekt der Trading Bots noch weiter und die Markt übergreifenden Handelsmöglichkeiten erklären auch die hohe Korrelation zum Aktienmarkt.

Wie auch bereits bei der Korrelation mit dem Aktienmarkt festgestellt wurde, steigen immer mehr große Investoren und auch Banken und Vermögensverwalter in den Bitcoin-Markt ein. Dadurch steigt die Abhängigkeit des Bitcoin Kurs von den traditionellen Finanzmärkten.

Eigentlich wurde dadurch zunächst eine steigende Volatilität erwartet, weil viele Investoren über Futures am Bitcoin Kurs partizipieren wollten. Diese Befürchtung hat sich allerdings nicht bestätigt und eher ins Gegenteil gedreht. Die Investoren scheinen doch langfristiger zu investieren als erwartet.

Lesetipp: Der Bitcoin Kurs und die 9.000 USD – Der Boden für den neuen Bullrun?

Altcoin Rallye: Auslöser oder Folgeerscheinung?

Als weiteren Aspekt der langen Seitwärtsbewegung des Bitcoin Kurs wird die aktuelle Altcoin Rallye gesehen. Hier stellt sich allerdings die Frage ob die großen Kursanstiege des DeFi Sektors und einiger großer Altcoins eine Folgeerscheinung oder der Auslöser des stabilen Bitcoin Kurs ist.

Eine sinkende Bitcoin Dominanz ist oft ein Zeichen für eine Altcoin Rallye und zeigt das Investoren von BTC auf Altcoins wechseln. Dort sind aktuell kurzfristig deutlich bessere Gewinne zu erzielen als bei BTC. Momentan liegt die Bitcoin Dominanz auf 62,5% und zeigt während der vermeintlichen „Altcoin Season“ einen moderaten Abwärtstrend.

In der Vergangenheit konnte man während Altcoin Pumps eine ähnliche Abfolge von Verhaltensweisen beobachten. So steigen Investoren bei langen Seitwärtsbewegungen des Bitcoin Kurs zunächst auf Altcoins um, während der Hype um sich greift. Nach einer gewissen Zeit bilden sich Preisblasen und die ersten Investoren fangen an ihre Gewinne zu realisieren. Sie ziehen sich wieder in den sicheren Hafen von Bitcoin zurück und lösen damit einen Preisverfall der Altcoins aus.

Die große Frage, die auch wir nicht beantworten können ist, ob sich bei dieser Altcoin Rallye die beobachteten Zyklen wiederholen oder nicht. Bei großen Projekten wie Cardano oder Chainlink könnte der Pump tatsächlich nachhaltiger sein als bei anderen Altcoins. An dieser Stelle möchten wir wie immer auf das Risiko des Krypto-Marktes hinweisen. Dieser Artikel sollte nicht als Entscheidungsgrundlage für Investments genutzt werden.

Wir bleiben wie immer für euch dran und berichten sobald es etwas Interessantes gibt! Schaut unbedingt in unserer Wissensbibliothek vorbei, dort tragen wir alles Relevante zusammen, um im Bitcoin Space informiert zu bleiben. Wie immer freuen wir uns auf eure Fragen und euer Feedback im Telegram Community Chat!

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[Bildquelle: Shutterstock]

Bitcoin Analyse am Computer

Bitcoin, Gold und ETFs im Vergleich – Deshalb sollte BTC in jedes Portfolio

Wenn es um Bitcoin oder dessen Kurs geht, finden interessierte Leser Tausende von Artikeln im Internet. Die Spannweite hierbei reicht von apokalyptischen Szenarien bis hin zu extrem positiven Prognosen. Eine solche breite Spannweite wiederum zeigt zwei Dinge: Auf der einen Seite unterstreicht sie die Volatilität sowie den schwer vorhersehbaren Charakter der Digitalwährung. Auf der anderen Seite zeigt die Spannweite, dass Informationsbeschaffung im digitalen Zeitalter zwar einfach ist, es jedoch umso schwieriger ist, qualitativ hochwertige Informationen zu finden. Neutrale und objektive Betrachtungen sind selten, da oft Eigeninteresse bei der Bewertung eines Assets mitschwingt.

Mit diesem Artikel möchten wir eine solide Basis schaffen, in der Bitcoin objektiv betrachtet wird. Es geht daher um nicht mehr und nicht weniger als die Frage, wie gut Bitcoin als Investitionsobjekt und Asset tatsächlich geeignet ist.

Zielsetzung: Wie gut ist Bitcoin als Investitionsobjekt?

Ziel dieses Artikels ist es, eine Analyse der beliebtesten Kryptowährung durchzuführen. Hierfür werden Elemente der Finanzmathematik verwendet. Die Ergebnisse der Analyse sind grafisch aufbereitet und werden im Verlauf des Artikels aufgezeigt und interpretiert. Es ist nicht auszuschließen, dass du einige Begriffe zuvor noch nie gehört hast. Bevor wir also zu den Ergebnissen der Auswertung kommen, beginnen wir mit einem kleinen Exkurs und erklären dir die wichtigsten Begriffe. 

Stichworte sind hierbei Korrelation, Volatilität, Sharpe-Ratio und Allokation. Falls du dir unsicher über die Bedeutung dieser Ausdrücke bist, empfehlen wir dir also den ganzen Artikel zu lesen. Wenn Korrelation und Volatilität hingegen zu deinen Lieblingswörtern gehören, dann kannst du den ersten Teil getrost überspringen.

Im Folgenden siehst du außerdem noch eine einfache tabellarische Darstellung, die dir aufzeigt, was du von diesem Artikel erwarten kannst und welche Fragen beantwortet werden. Wir zeigen dir ebenso, welche Fragen wir – zumindest in diesem Artikel – nicht beantworten.

Was dich im Artikel erwartet Was dich nicht erwartet
  • War Bitcoin in der Vergangenheit ein gutes Investment?
  • Wie hat sich Bitcoin im Vergleich zu anderen Anlageklassen und Finanzprodukten entwickelt?
  • Stimmt es, dass Bitcoin ein unkorreliertes Asset ist?
  • Hat Bitcoin - aus der finanzmathematischen Perspektive - ähnliche Eigenschaften wie Gold?
  • Macht es Sinn, Bitcoin als Teil eines diversifizierten Portfolios zu halten?
  • Lohnt sich das Risiko beim Investment in BTC?
  • Wie stark schwankt die Kryptowährung im Vergleich zu anderen Finanzprodukten?
  • Kann ich mit Bitcoin Millionär werden?
  • Wie steht der Bitcoin Kurs 2021 und 2022?
  • Wie hoch ist das Potenzial von Bitcoin für die Zukunft?
  • Kann BTC in Zukunft nationale Währungen ersetzen?

Bevor wir nun final in die Thematik einsteigen, einige Vorworte zum Aufbau des Artikels sowie der Methodik.

Aufbau und Methodik des Artikels

Wir beginnen mit dem Kapitel zur Begriffserklärung. Anschließend steigen wir in die Analyse ein und betrachten die Ergebnisse. Am Ende diskutieren wir die gewonnen Erkenntnisse und welche Bedeutung sie für uns haben. Eine Frage, die wir aktuell noch nicht geklärt haben, ist die Frage des Zeitraums sowie der Finanzprodukte und Anlageklassen, die wir im Vergleich betrachten.

Zeitraum und Wahl der Anlageklassen

Unsere Analyse betrachtet den Zeitraum vom 01.01.2016 bis zum 01.06.2020. Wir haben somit eine ungefähre Zeitspanne von 4.5 Jahren gewählt. Den Zeitraum von 2013 bis 2016 haben wir explizit ausgeschlossen, da die Marktkapitalisierung Bitcoins noch weitestgehend im einstelligen Milliardenbereich lag. Auch das tägliche Handelsvolumen war im Vergleich zur heutigen Zeit sehr gering. Dies wirkt sich direkt auf die Volatilität und andere Faktoren aus. Um eine bestmögliche Aussagekraft zu erzielen, haben wir also den 01.01.2016 als Startdatum gewählt.

Als Vergleichsobjekte haben wir die folgenden zwei Anlageklassen gewählt: Edelmetalle und (passive) Indexfonds. Damit haben wir Anleihen sowie Aktien explizit ausgeschlossen. Anleihen haben wir primär deshalb ausgeschlossen, weil nur wenige Investoren und Anleger in der heutigen Zeit noch auf dieses Asset setzen. 

Während in Europa bereits seit mehreren Jahren Staatsanleihen (mit Ausnahme von Ländern wie Griechenland) kaum noch Erträge bringen, konnten Investoren mit US-Staatsanleihen immerhin noch eine Rendite nahe der Inflation erzielen. Seit den dortigen Zinsanpassungen sind diese Zeiten allerdings auch vorbei. Auf Aktien haben wir deshalb verzichtet, da die unglaublich große Auswahl an einzelnen Aktientiteln es schwer macht, gute Vergleichsobjekte zu finden.

Die konkreten Vergleichsobjekte im Detail

Unserer Meinung nach haben wir daher stärker auf die Aspekte Relevanz und Verbreitung in der Bevölkerung gesetzt. Eine Studie des Bundesverbandes deutscher Banken aus dem Jahr 2019 zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen in Fondsanteile investiert und/oder einen Sparplan hierfür verwendet.

Diese Umfrage zeigt die beliebtesten Anlageprodukte der Deutschen im Jahr 2019. Quelle. statista.de

Genau aus diesem Grund haben wir uns für passive Indexfonds, sogenannte ETFs, als Vergleichsobjekte entschieden. Diese sind nicht nur beliebt, sondern werden weitestgehend mit monatlichen Sparplänen bedient. Viele Investoren und Privatanleger nutzen ETFs außerdem als Altersvorsorge und langfristiges Investment. Als Vertreter der passiven Indexfonds haben wir die iShares Produkte der Firma Blackrock gewählt. Diese gelten nicht nur zu den größten Indexfonds nach Volumen in ihrem Segment, sondern sind häufig die erste Wahl für Privatanleger.

Konkret haben wir die drei ETFs iShares Core MSCI World UCITS ETF (WKN:A0RPWH), iShares Core S&P 500 UCITS ETF USD (ISIN:IE0031442068) sowie den iShares Core DAX® UCITS ETF (ISIN:DE0005933931) gewählt.

Im Bereich der Edelmetalle haben wir den Goldpreis (in USD) als Referenzwert genommen. Für viele Anleger gilt Gold nach wie vor als Hedge im Portfolio. Hinzu kommt der häufige Vergleich zwischen Bitcoin und Gold, der uns dazu bewogen hat, das beliebteste Edelmetall in unsere Analyse aufzunehmen.

Die grundlegenden Informationen sollten nun klar sein. Es wurde ersichtlich, welches Ziel der Artikel verfolgt sowie die Fragen und Aspekte, die darin behandelt werden. Im Folgenden beginnen wir nun mit der Begriffserklärung. Falls du dieses Wissen bereits mitbringst, klicke einfach auf den nachfolgenden Button um diesen Abschnitt zu überspringen.

Übersicht: Bitcoin als Investition

Basis-Wissen für die Analyse und den Artikel:

In diesem Abschnitt erklären wir nun in aller Kürze die wichtigsten Begriffe, die für das Gesamtverständnis dieses Artikels hilfreich sind. Wir beginnen mit dem Begriff der „Annualisierten Rendite“.

Was ist die Annualisierte Rendite?

Wir verwenden die annualisierte Rendite um die Performance unterschiedlicher Anlageklassen und Assets miteinander zu vergleichen. Die Idee dahinter ist einfach: Wenn wir die Performance eines Vermögenswertes über mehrere Jahre hinweg betrachten, wollen wir wissen, wie hoch die „durchschnittliche“ Rendite dabei war. Uns interessiert also nicht nur die Entwicklung über 1 Jahr, sondern beispielsweise über 3 oder 5 Jahre.

Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass wir nicht einfach den mathematischen Durchschnitt der Jahresentwicklungen bilden können. Ein einfaches Beispiel zur Verdeutlichung:

Weshalb die durchschnittliche Rendite keine Aussagekraft hat

Du investierst einen Betrag von 1.000 Euro in Bitcoin. Im ersten Jahr steigt der Kurs von BTC um 50 Prozent. Negative Meldungen machen nun die Runde, so dass es im zweiten Jahr schlechter aussieht und der Kurs um 30% fällt. Im dritten Jahr die Kryptowährung wenig bewegt und wächst mit 8%. Der Durchschnittswert läge hierbei bei (0,5 – 0,3 + 0,08)/3 = 0,093. Dies entspräche also einem Zuwachs von 9,3% pro Jahr. Warum dieser Wert nicht korrekt ist und weshalb wir die annualisierte Rendite benötigen, zeigen wir jetzt:

  • Der Wert deines Investments beträgt zum Beginn 1.000 Euro
  • Nach einem Jahr und 50% Wachstum liegt der Wert bei 1.500 Euro
  • Da der Kurs im zweiten Jahr um 30% fällt, beträgt der Wert deines Investments nur noch 1.500 Euro * (1-0,3) = 1.050 Euro.
  • Im dritten Jahr steigt der Kurs wiederum um 8 Prozent. Damit hat dein Investment am Ende einen Gegenwert von 1.050*1,08 = 1.134 Euro.

Wenn wir den oben angegebenen Durchschnittswert nehmen würden, müssten wir 1.000*1,093*1,093*1,093 rechnen. Dadurch ergäbe sich ein Endwert von 1305,75 Euro. Dies wäre nicht korrekt. Der Grund hierfür liegt darin, dass das Wachstum sich immer auf den Wert zu Beginn des Jahres bezieht.

Der Grund für die annualisierte Rendite und wie sie berechnet wird

Aus dem gerade eben genannten Grund verwenden wir die annualisierte Rendite. Sie gibt die „effektive“ Rendite an und zeigt somit den wirklichen „durchschnittlichen“ Wert. Berechnet wird sie nach dem geometrischen Mittel. Was zunächst kompliziert klingen mag, ist einfach.

Zur Berechnung der annualisierten Rendite multiplizieren wir die jährlichen Veränderungen miteinander und teilen sie anschließend durch die x-te Wurzel. Die x-te Wurzel gibt hierbei den Zeitraum der Betrachtung an. In unserem Fall beträgt x also 3 Jahre. Konkret ergibt sich dadurch in unserem Beispiel folgende Rechnung:

Dritte Wurzel aus (1,5 * (1-0,3) * 1,08) = 1,0428. Von dieser Zahl subtrahieren wir den Wert 1 und erhalten somit eine annualisierte Rendite von 4,28%. Die Gegenprobe 1.000 * 1,0428 * 1,0428 * 1,0428 = 1133,97 Euro liefert und gerundet das Ergebnis, welches wir erwarten: 1.134 Euro.

Performance über einen Zeitraum

Im Gegensatz zur annualisierten Rendite gibt uns die Performance die Rendite über einen gewissen Zeitraum an. Uns interessiert bei dieser Zahl nicht die jährliche Entwicklung, sondern nur das „rohe“ Ergebnis von Tag 1 bis Tag X. Etwaige Schwankungen, die innerhalb des Betrachtungszeitraums auftreten, werden nicht berücksichtigt.

Die Gesamtperformance ist eine weniger aussagekräftige Zahl, da ihr Ergebnis sehr stark davon abhängt, welchen Anfangs- und Endzeitpunkt man wählt. Auch hier wieder ein Beispiel zur Verdeutlichung:

  • Der Wert der Firma A steht zum Zeitpunkt 0 bei 100 Euro pro Aktie.
  • Im ersten Jahr entwickelt sich die Firma sehr gut, so dass ihr Kurs zum Jahresende bei 150 Euro pro Aktie liegt.
  • Im zweiten Jahr hingegen verliert die Aktie 20 Prozent. Ihr Kurswert beträgt anschließend 120 Euro.

Wer nun die Gesamtperformance von Zeitraum 0 bis zum Ende des zweiten Jahres betrachtet, erhält eine Rendite von 20%. Wer hingegen die Entwicklung von Jahr 1 bis zum Jahr 2 betrachtet, sieht eine Gesamtperformance von -20%. Aus diesem Grund ist die Betrachtung der annualisierten Rendite sinnvoll.

Volatilität

Der Begriff der Volatilität ist für unsere Analyse wichtig. Als Volatilität verstehen wir die Schwankungsbreite eines Finanzprodukts. Wenn also der Kurs einer Kryptowährung, einer Aktie oder eines ETFs innerhalb eines bestimmten Zeitraums mehrere Hoch- und Tiefpunkte erreicht, spricht man von einer großen Volatilität. Die Schwankungsbreite oder auch Spannweite ist damit sehr hoch.

Der Begriff Volatilität wird daher häufig mit dem „Risiko“ eines Vermögenswertes gleichgesetzt. Oft wird eine hohe Volatilität daher auch als etwas „Böses“ oder „Negatives“ dargestellt. Dabei ist es auf der einen Seite logisch, dass mit einer erhöhten Volatilität auch ein erhöhtes Risiko entsteht. Schließlich schwankt der Kurswert stark und es gibt regelmäßig Berg- und Talfahrten. Auf der anderen Seite entstehen durch Volatilität auch Chancen. Anders formuliert: Eine Aktie oder eine Kryptowährung die immer zwischen 95 und 105 Euro pendelt, wird niemals hohe Renditen abwerfen.

Zur Volatilität solltest du dir also merken, dass es sich um eine Kennzahl für die Schwankungsbreite handelt. Wir können das Risiko verschiedener Finanzprodukte also vergleichen, indem wir uns deren Volatilitäten über einen bestimmten Zeitraum anschauen.

Sharpe-Ratio

Soeben haben wir über das Risiko bzw. die Volatilität gesprochen. Nun macht es doch außerordentlich Sinn nicht nur das Risiko zu betrachten, sondern auch die Rendite, die mit diesem Risiko einhergeht. Schließlich gehen wir davon aus, dass wir mit einem erhöhten Risiko auch eine erhöhte Rendite einfahren können, da sich das Risiko ja ansonsten nicht lohnt.

Und genau diese Idee wird mit der sogenannten Sharpe-Ratio verfolgt. Sie ist eine Kennzahl, die uns einen Eindruck über das Verhältnis Rendite/Risiko gibt. Im Englischen wird die Kennzahl daher auch als „Reward-to-Variability“, also „Rendite-zur-Volatilität“ bezeichnet.

Um die Kennzahl zu ermitteln, benötigen wir zunächst den risikolosen Zinssatz. Als risikolosen Zinssatz verstehen wir – wie der Name es bereits erahnen lässt – den Zinssatz, den wir ohne jegliches Risiko eingehen zu müssen, erzielen können. In Europa gilt hierbei die Umlaufrendite deutscher Staatsanleihen (Bundesanleihen) mit zehnjähriger Laufzeit als Referenz. Natürlich ist auch dieser Zinssatz nicht zu 100% risikolos, dennoch sehen die Marktteilnehmer die Bundesanleihen als Benchmark.

Für die Sharpe-Ratio ermitteln wir nun zunächst die Differenz zwischen der Rendite, die uns ein Vermögenswert in einem Zeitraum liefert, und dem risikolosen Zinssatz. Damit erhalten wir unsere Risikoprämie. Sie entspricht also der Rendite, die wir für ein zusätzliches Risiko erhalten. Anschließend setzen wir diese Zahl ins Verhältnis zum Risiko, also der Volatilität, eines Vermögenswertes. 

Voilá: Das Ergebnis ist die Sharpe-Ratio. Ist die Zahl nun >1 konnte eine Überrendite im Vergleich zur risikolosen Anlage erzielt werden. Wir können Finanzprodukte nun vergleichen, indem wir uns deren Sharpe-Ratio anschauen. Dadurch können wir bewerten, ob das eingegangene Risiko immerhin „ausreichend“ belohnt wurde.

Portfoliotheorie

Der Begriff der Portfoliotheorie wurde maßgeblich von dem Ökonomen Markowitz geprägt. Im Kern geht es bei der Theorie darum, ein optimales Portfolio zu erstellen. Ziel soll es also sein, bestehende Finanzprodukte und Anlageklassen bestmöglich zu kombinieren. Dabei gibt es verschiedene Annahmen und Aspekte. Für uns soll jedoch ein Punkt relevant sein: Die Unterscheidung zwischen systematischen und unsystematischem Risiko.

Systematisches vs. Unsystematisches Risiko

Als systematisches Risiko verstehen wir das Risiko, das im Allgemeinem bei Investitionen entsteht. Es gibt unvorhersehbare Risiken, die sich negativ auf den Markt auswirken können. Alle Investitionen sind diesem Risiko unterworfen und wir als Investoren haben darauf keinen direkten Einfluss. Das beste Beispiel aus der jüngsten Zeit hierfür war (und ist) Covid-19.

Auf der anderen Seite gibt es ein unsystematisches Risiko, welches wir aktiv durch unsere Anlageentscheidungen beeinflussen. Wenn wir beispielsweise nur Aktien der deutschen Automobilindustrie kaufen, setzen wir uns einem hohen Risiko aus. Was können wir dagegen tun?

Diversifikation als Schlüssel zu einem optimierten Portfolio

Die Antwort auf das unsystematische Risiko heißt Diversifikation. Indem wir unser Portfolio breit streuen, also diversifizieren, können wir das Gesamtrisiko reduzieren. Das Ziel sollte es also sein in unterschiedliche Branchen, die bestenfalls geographisch verteilt sind, zu investieren. Aus diesem Grund entscheiden sich auch viele Anleger und Investoren für passive Indexfonds, wie den iShares MSCI, da dieser die Wertentwicklung aus einer Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen nachbildet.

Zum Begriff der Portfoliotheorie solltest du neben dem Namen Markowitz also Folgendes mitnehmen: Jede Investition unterliegt einem Grundrisiko. Wir haben jedoch auch einen aktiven Einfluss auf das Risiko. Indem wir unser Portfolio diversifizieren, können wir das Risiko reduzieren.

Korrelation: Das Verhältnis zweier Vermögenswerte zueinander

Wenn wir über Portfoliotheorie und Diversifikation sprechen, müssen wir auch über die Korrelation sprechen. Die Korrelation ist eine statistische Kennziffer, die den Zusammenhang zweier Variablen angibt. Sie kann hierbei Werte zwischen -1 und +1 annehmen. Werte, die über 0 liegen, stehen für einen positiven Zusammenhang. Werte, die unter 0 liegen, stehen wiederum für einen negativen Zusammenhang. Eine Korrelation nahe 0 heißt wiederum, dass kein empirischer Zusammenhang vorliegt.

Um es etwas greifbarer zu machen, verwenden wir das Beispiel von Besuchern in einem Schwimmbad und der Temperatur. 

Liegt die Korrelation zwischen Besuchern und Temperatur bei beispielsweise 0,8 so lässt sich sagen, dass das Schwimmbad an heißen Tagen mehr Besucher hat. Wenn wir beispielsweise die Korrelation zwischen Niederschlagsmenge und Besuchern eines Schwimmbads betrachten, könnten wir beispielsweise eine Korrelation von -0,6 beobachten. Dies wiederum heißt, dass die Anzahl an Besuchern und die Niederschlagsmenge in einem negativen Zusammenhang stehen. Anders formuliert: Wenn es viel regnet, gibt es wenige Besucher im Schwimmbad und umgekehrt.

Die Kennzahl der Korrelation können wir nun verwenden, um unser Portfolio möglichst optimal zu gestalten. Das heißt, dass wir Werte wählen sollten, die nicht zu sehr positiv miteinander korrelieren. Denn dies wiederum erhöht das Risiko des Gesamtportfolios. 

Für unser Portfolio ist es daher gut, Vermögenswerte zu wählen, die eine Korrelation nahe 0 aufweisen. Mit einer solchen Korrelation entsteht nämlich der Effekt der Diversifikation, den wir uns wünschen. Für diesen Artikel wird es daher wichtig sein, zu verstehen, wie stark Bitcoin mit klassischen Finanzprodukten korreliert und ob es Sinn macht, die Kryptowährung als Ergänzung für das eigene Portfolio zu betrachten.

Die Grundlagen sind nun geschaffen. Das heißt, dass wir uns den Ergebnissen der Analyse widmen können. Es geht los!

Bitcoin als Investitionsobjekt: Die Analyse

Wir sind nun beim Herzstück dieser Bitcoin Analyse angekommen. Im Folgenden werden wir uns zunächst isoliert der Kryptowährung Nummer 1 widmen. Im Anschluss betrachten wir BTC im Rahmen einer diversifizierten Investitionsstrategie. Dazu schauen wir uns die annualisierten Renditen von Bitcoin im Vergleich zu unseren 4 Referenzprodukten  an. Neben der Rendite werfen wir einen Blick auf die Volatilitäten und die Sharpe-Ratio. Desweiteren zeigen wir die Korrelation zwischen BTC und klassischen Anlageklassen auf. Zum Schluss wollen wir einen Ausblick auf das optimale Portfolio werfen und verstehen, ob und wie Bitcoin die Performance eines Portfolios verbessern kann.

Anmerkung: Alle Grafiken können (und sollten) vergrößert angeschaut werden. Klicke dazu einfach auf die Grafik selbst, um sie im Detail anzuschauen.

Performance der Kryptowährung im Überblick

Wir beginnen mit der Gesamtperformance von Bitcoin. Dazu möchten wir dir als Leser zunächst einen Überblick geben, wie sich ein theoretisches Investment von 10.000 US-Dollar bis zum 01.01.2020 entwickelt hätte. Um aufzuzeigen, dass die Performance für selbst gewählte Zeiträume weniger aussagekräftig ist, betrachten hierfür unterschiedliche Daten. Anschließend betrachten wir neben der absoluten Performance, die prozentuale Entwicklung. Zum Abschluss dieses Abschnitts vergleichen wir dann die prozentuale Entwicklung von Bitcoin mit der unserer 4 Referenzprodukte.

Absolute Performance von Bitcoin im Überblick: Entwicklungen bis zum 01.01.2020

Konkret wählen wir den 01.01.2016, 01.01.2017, 01.01.2018 sowie den 01.01.2019 als Startpunkte einer Investition in Höhe von 10.000 Dollar.

Entwicklung 10.000USD Investment in Bitcoin bis zum 01.06.2020

Die oben stehende Grafik zeigt deutlich, dass die absolute Entwicklung eines Investments in Bitcoin deutlich von dem Zeitpunkt des Einstiegs abhängt. So hätte eine Investition von 10.000 USD am 01.01.2016 sich bis zum 01.06.2020 zu einer Summe von 167.000 USD entwickelt. Ein Investment am 01.01.2018 hingegen läge bei gerade einmal 5.100 USD. Ebenso deutlich wird die enorme Schwankungsbreite einer Investition in Bitcoin. Im Verlauf dieses Artikels werden wir uns die Volatilität nochmals im Detail anschauen. Bereits jetzt solltest du als Leser jedoch ein Gefühl dafür bekommen, wie massiv die Wert- bzw. Kursentwicklung von Bitcoin variiert.

Der Verlauf der Investition vom 01.01.2016 bis zum 01.06.2020 zeigt dies eindrucksvoll: Die Summe deines Investments hätte sich vom 01.01.2017 von 22.438 USD binnen eines Jahres auf enorme 327.600 Dollar erhöht. Im darauffolgenden Jahr (01.01.2019) wäre diese Summe wiederum massiv eingebrochen und läge bei 86.900 Dollar.

Relative Performance von BTC in der Übersicht

Um die Darstellung der absoluten Zahlen zu ergänzen, zeigen wir in der nachfolgenden Grafik die daraus resultierende Performance in Prozent.

Prozentuale Entwicklung einer Bitcoin Investition im Zeitraum von 2016-2020

An dieser Stelle könnte man nun Lobeshymnen zur Performance der größten Kryptowährung anstimmen. 1570% Wertzuwachs in weniger als 5 Jahren – solche Titel wären höchstwahrscheinlich dazu geeignet, das Interesse vieler potenzieller Leser zu wecken. Wir verzichten jedoch hierauf, da – wie bereits erwähnt – eine Betrachtung der Performance, egal ob prozentual oder absolut, nur bedingt aussagekräftig ist.

Schließlich hängt die Wahl immer von dem gewählten Zeitraum und somit massiv vom Timing der Investition ab. Der zweite Punkt ist derjenige, dass eine solche Aussage bestenfalls im Kontext betrachtet werden soll. Das heißt für uns, dass wir diese prozentualen Zahlen nun mit denen unserer vier Referenzprodukte vergleichen wollen. Hinzu kommt die Notwendigkeit die Rendite in das Verhältnis zur Volatilität, also dem eingegangenen Risiko, zu setzen.

Bevor hier ein falsches Verständnis aufkommt: Keine Frage – Die Performance von Bitcoin ist mehr als beeindruckend und die Renditen sind (wie wir gleich sehen werden) einzigartig. Da das Ziel dieses Artikels jedoch mehr ist als die Heiligsprechung von Bitcoin, wollen wir eben auch auf diese zu kritisierenden Punkte aufmerksam machen.

Performance-Vergleich: Bitcoin vs. Gold, iShares Core MSCI, iShares Core S&P500 und iShares Core DAX

Richten wir unseren Blick also auf die Performance unserer 4 Referenzprodukte: iShares Core MSCI, iShares Core S&P500, iShares Core DAX sowie das Edelmetall Gold. Wie hoch waren deren prozentuale Rendite im selben Vergleichszeitraum?

Prozentuale Entwicklung verschiedener Finanzprodukte bis zum 01.01.2020

Aus dem obigen Schaubild wird ein offensichtliches Bild deutlich. Wir möchten die wichtigsten Erkenntnisse daraus zusammenfassen:

  1. Der amerikanische Aktienmarkt bleibt das absolute Zugpferd hinsichtlich Renditen. Der iShares S&P500 kann sowohl den breiter gestreuten und somit weltweit investieren iShares MSCI als auch den iShares DAX outperformen.
  2. Der deutsche Aktienindex konnte in den letzten Jahren keine Outperformance erzielen. Während der Aktienmarkt in den letzten Jahren eine beispiellose Hochzeit hatte, ist der DAX der schlechteste Performer unserer Anlageklassen.
  3. Die Nachfrage nach Gold in den letzten Jahren trieb den Preis des Edelmetalls stark nach oben. In Folge dessen warf auch ein Investment in Gold in den letzten Jahren eine ordentliche Rendite ab.
  4. Zum Schluss folgt noch die Erkenntnis, dass Bitcoin in fast alle Zeitpunkten eine deutliche Outperformance erzielte. Aufgrund der hohen Volatilität, auf die wir gleich noch näher zu sprechen kommen, ist der Investitionszeitpunkt sowie die Haltedauer bei der Kryptowährung entscheidend.

Die aktuelle Betrachtung hat sich explizit auf die historische Entwicklung bezogen. Der Endzeitpunkt unserer Betrachtung lag hierbei immer am 01.01.2020. Im Folgenden wollen wir den Zeithorizont verdichten und einen Blick auf die Year-to-Date Performance werfen. Das heißt, dass wir uns anschauen wie alle unsere Assets seit dem 01.01.2020 performt haben. Da dieses Jahr eine deutliche Zäsur darstellt (Stichwort: Covid-19) ist es besonders interessant zu sehen, wie die Anlageklassen in Zeiten wirtschaftlicher Krisen performen.

Performance seit dem 01.01.2020: Entwicklung in wirtschaftlichen Krisen

Durch die Verbreitung von Covid-19 und die daraus folgenden einschneidenden Maßnahmen gab es einen kurzfristigen Einbruch des globalen Finanz- und Aktienmarktes. Auch wenn der Aktienmarkt sich aus der heutigen Perspektive weitestgehend von den Tiefständen des Jahres erholt hat, sind die Auswirkungen des Virus noch lange nicht vorbei. Es wird wohl noch Monate und Jahre andauern bis der Konsum und die Produkten auf dem Niveau des Vorjahres sind. Andere Phänomene, wie beispielsweise die erhöhte Arbeitslosigkeit in einigen Ländern, kann noch nachhaltigere Konsequenzen mit sich tragen.

In diesem Kontext ist es also interessant zu wissen, wie gut sich die Anlageklassen erholt haben und wie sie im Vergleich zum Jahresbeginn dastehen:

Entwicklung der Finanzprodukte iShares MSCI, iShares S&P500, iShares DAX, Gold und Bitcoin im Zeitraum von 01.01.2020 - 31.05.2020

Die oben stehende Grafik ist eindeutig: Trotz der jüngsten Erholungen am Aktienmarkt konnte keiner unserer drei Indexfonds sich vollständig erholen. Das im vorherigen Abschnitt formulierte Bild wiederholt sich jedoch in dem Sinne, dass der iShares S&P500 der beste Performer ist und der iShares DAX die höchsten Verlust aufweist. Gold zeigt im Kontext der Coronakrise seine Eigenschaften als sicherer Hafen und Krisenanlage. Mit einer Performance von 15,18% im Zeitraum von 01.01.2020 bis zum 31.05.2020 übertrifft das Edelmetall die ETFs.

Bitcoin (BTC) ist in dieser Hinsicht mit einem Wachstum von fast 35% der deutliche Gewinner dieses Vergleichs.

Annualisierte Rendite

Bisher haben wir betrachtet, wie sich ein Investment in den Jahren 2016, 2017, 2018 und 2019 mit dem Zieldatum 01.01.2020 entwickelt hätte. Desweiteren haben wir uns angeschaut, wie unserer 5 Anlagemöglichkeiten seit dem 01.01.2020 performt haben. Den Abschluss des Kapitels zur Performance bildet nun der Blick auf die annualisierte Rendite.

Hier sehen wir deutlich, dass Bitcoin (BTC) in unserem Betrachtungszeitraum die höchste annualisierte Rendite aufweisen kann. Mit Hinblick auf unsere 3 ETFs sehen wir erneut, dass der iShares S&P500 die beste annualisierte Rendite hat. Interessant ist ebenso, dass das Edelmetall Gold den iShares Core DAX outperformen konnte.

Nachdem wir nun einen Eindruck über die Performance-Unterschiede erhalten konnten, wollen wir einen Blick auf die Volatilität werfen. Gerade in den letzten Jahren wurde BTC immer wieder der Vorwurf des hoch volatilen Assets gemacht.

Prüfen wir gemeinsam, ob dieses Vorwurf ein Fundament hat und falls ja, wie stark die Unterschiede in der Volatilität tatsächlich sind. Besonders interessant wird hierbei die bisherige Entwicklung in diesem Jahr sein. Denn gerade mit den Turbulenzen rund um Covid-19 hat sich gezeigt, dass auch der Aktienmarkt deutlich volatiler als in den letzten Jahren agierte. Tägliche Veränderungen im hohen einstelligen Prozentbereich bis hin zu zweistelligen prozentualen Veränderungen waren in diesem Jahr am Aktienmarkt zu beobachten.

Volatilität und die Frage der Schwankung: Wie stabil sind ETFs im Vergleich zu Bitcoin und Gold?

Es wird Zeit auf die Volatilität der Anlageklassen und Finanzprodukte zu blicken. Der Blick auf die Volatilität ist insofern wichtig, als dass gerade unerfahrene Anleger häufig vor Anlageklassen mit einer hohen Volatilität zurückschrecken. Der Grund hierfür ist durchaus nachvollziehbar. Man stelle sich vor, dass ein Anleger mit wenig Erfahrung ein Investment in Höhe von 1.000 USD tätigt. Bei einem hoch volatilen Asset ist es gut möglich, dass der Blick auf das Portfolio wenige Wochen später nur noch einen Betrag von beispielsweise 800 USD anzeigt. Dies mag Anleger verunsichern und in Folge dessen möglicherweise sogar zu der schlechtesten Reaktion überhaupt führen:

Die Angst noch mehr Geld zu „verlieren“, äußert sich in einem Panikverkauf, der den zunächst theoretischen Verlust dann auch zu einem wirklichen Verlust macht. Während der Anleger zunächst froh darüber sein mag, mit einem „blauen Auge“ davongekommen zu sein, wird er sich ärgern, wenn er 3 Monate später erneut auf den Kurs blickt und realisiert, dass seine Investition nun einen Wert von 1.300 USD hätte.

Die Botschaft dahinter soll Folgende sein: Wer in einen hoch volatilen Vermögenswert investiert, muss sich dieser Tatsache bewusst sein. Schwankungen gehören per Definition dazu. Kurzfristige, starke Bewegungen sollten den Anleger also nicht verunsichern. An dieser Stelle sei also auch ganz klar gesagt, dass aus den eben genannten Gründen hoch volatile Vermögenswerte für viele Anleger schlicht und ergreifend nicht die richtigen Investitionen sind.

Annualisierte Volatilitäten im Vergleich: Bitcoin vs. MSCI, Gold und Co.

Widmen wir uns nun aber der Grafik zu den annualisierten Volatilitäten unserer 5 Anlageobjekte. Die nachstehende Grafik zeigt dementsprechend die annualisierte Volatilität für die Jahre 2016, 2017, 2018, 2019 sowie 2020.

Annualisierte Volatilität von Bitcoin, Gold und drei iShares ETF im Vergleich

Was können wir nun aus dieser Grafik schlussfolgern? – Es lässt sich zunächst festhalten, dass Bitcoin im Vergleich zu den drei ETFs sowie Gold eine deutlich höhere Volatilität hat. Die Aussage, dass BTC also ein hoch volatiltes Asset ist, ist absolut korrekt. 

Desweiteren können wir sagen, dass die Volatilität im Jahr 2020 deutlich angestiegen ist. Die Turbulenzen an den Aktienmärkten spiegeln sich logischerweise in der Volatilität nieder. 

Außerdem zeigt sich, dass Gold – gerade in diesem Jahr – erneut seine Rolle als krisensicheres Investment unterstreicht. Mit einer Volatilität von rund 20% liegt es deutlich unter der unserer 3 ETFs sowie Bitcoin. Für die Jahre 2016 – 2019 zeigt sich im Übrigen auch, dass die Volatilität unserer 3 ETFs vergleichbar mit der von Gold war.

Nachdem wir nun sowohl über Renditen als auch die Volatilität gesprochen haben, wird es Zeit, das Verhältnis Risiko/Rendite zu analysieren. Das Stichwort hierfür lautet also Sharpe-Ratio.

Sharpe-Ratio in der Übersicht: Das Verhältnis von Risiko und Rendite

Wie bereits in der Einleitung zum Basis-Wissen erläutert, ist die Sharpe-Ratio eine gute Kennzahl für das Verhältnis von der erzielten Rendite im Vergleich zum eingegangenen Risiko. Wir haben daher für jedes Jahr die Sharpe-Ratio unserer 5 Anlageklassen berechnet. Werfen wir einen Blick auf die Ergebnisse:

Grafik zur Sharpe-Ratio von BTC, Gold, MSCI, SPX und DAX

Zunächst eine Anmerkung: Im Jahr 2017 hat Bitcoin (BTC) die mit Abstand beste und höchste Sharpe-Ratio. Der Wert betrug hierbei 18,98. Wir haben diesen Wert jedoch bewusst aus der oben stehenden Grafik rausgelassen, da er das Gesamtbild verzerren würde und die Darstellung verschlechtert.

Blicken wir nun auf die Zahlen selbst und schauen uns für jedes Jahr die beiden besten Anlageklassen an:

2016 – 2020: Übersicht der besten Sharpe-Ratios

  • 2016: Bitcoin hat die beste Sharpe-Ratio mit einem Wert von 2,26. Danach folgt der iShares S&P500 mit einem Wert von 1,42.
  • 2017: BTC liegt mit einem Wert von 18,98 auf Platz 1. Danach folgt das Edelmetall Gold mit einem Wert von 1,32.
  • 2018: Alle Anlageklassen weisen hierbei eine negative Sharpe-Ratio auf. In diesem Jahr wäre die risikolose Anlage also die bessere Anlage gewesen. Mit einem Wert von -0,18 wäre der S&P500 jedoch der Gewinner innerhalb der Gruppe der Verlierer.
  • 2019: Das Börsenjahr 2019 verlief gut. Diese Performance merken wir auch in der Sharpe-Ratio. Der iShares MSCI und iShares S&P500 belegen die ersten beiden Plätze.
  • 2020: Auf Platz 1 liegt das Edelmetall Gold mit einem Wert von 0,54. Darauf folgt Bitcoin mit einem Wert von 0,43.

Damit können wir festhalten, dass in unserem Vergleichszeitraum Bitcoin zweimal die beste Sharpe-Ratio hatte. In diesem Jahr liegt die Kryptowährung auf Platz 2 hinter Gold.

Interessanterweise kommt danach direkt das Edelmetall Gold. Es konnte im Jahr 2020 die beste Sharpe-Ratio vorweisen. In den Jahren 2017 und 2018 bot es wiederum das zweitbeste Verhältnis aus Risiko und Rendite. 

Innerhalb der Klasse der ETFs zeigt sich erneut, dass der iShares S&P500 dominiert und die beste Sharpe-Ratio aufweist.

Korrelation und die Frage der Diversifizierung

Bevor wir uns der Frage aller Fragen („Wie sieht das optimale Portfolio aus“) widmen, blicken wir auf die Korrelation. Im Rahmen der Portfoliotheorie haben wir gelernt, dass es wichtig ist, das unsystematische Risiko zu minimieren, indem das Portfolio diversifiziert wird.

Etwas verständlicher ausgedrückt: Wähle eine gute Kombination verschiedener Finanzprodukte, die sich gut ergänzen. Achte dabei darauf, verschiedene Anklageklassen zu wählen, die in verschiedenen Branchen weltweit investiert sind.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollten wir also Vermögenswerte finden, die bestenfalls keine Korrelation aufweisen. Dies wiederum heißt, dass wir einen Wert benötigen, der im Bereich von 0 liegt. Je nach Definition werden Werte im Intervall [-0,25; 0,25] als sehr schwach bzw. nicht miteinander korrelierend bezeichnet. Werte, die deutlich über 0,25 liegen, erhöhen das Klumpenrisiko eines Portfolios. Ihre Wertentwicklung ist also stark voneinander abhängig. Werte, die zwischen -1 und -0,25 liegen, sind ebenso negativ für die Entwicklung des Portfolios, da sich die Renditen gegenseitig kannibalisieren. Während also der eine Vermögenswert steigt, sinkt der andere.

Die Korrelation der drei ETFs im Vergleich

Beginnen wir mit dem Blick auf die Korrelation der drei ETFs zueinander. Hierbei können wir bereits vermuten, dass die Korrelation hoch ist. Zunächst handelt es sich bei allen drei Finanzprodukten, um passive Indexfonds die einen Aktienindex abbilden. Zum Einen wird der Aktienindex S&P500 und zum Anderen der DAX abgebildet. Mit dem MSCI ETF wird die Entwicklung der größten Firmen weltweit abgebildet; hierzu gehören also explizit Firmen aus dem S&P500 sowie dem DAX.

Korrelation des iShares S&P500, MSCI und DAX im Vergleich

Unsere Analyse bestätigt die Vermutung für die meisten Jahre. Besonders der S&P500 und der DAX weisen eine hohe Korrelation auf. Rein subjektiv betrachtet lässt sich dieses Gefühl auch bestätigen. Wenn der amerikanische Aktienindex sich in einer Bullenphase befindet, geht es dem deutschen Aktienindex ebenso gut. Das gleiche Verhalten können wir beobachten, wenn die Stimmung am Markt dreht. 

Aus unserer Analyse wird ebenso deutlich, dass der iShares MSCI weniger mit dem iShares S&P500 sowie dem iShares DAX korreliert. Dieses geringere Maß an Korrelation kommt vor allem dadurch, dass der iShares MSCI eben weltweit investiert ist und nicht nur in den USA oder Deutschland Positionen an Firmen hält. Zu den Märkten gehören ebenso Firmen aus Japan, Großbritannien, Kanada oder auch der Schweiz.

Korrelation von Gold: Das Edelmetall als sicherer Hafen?

In unserer Analyse konnten wir bereits sehen, dass Gold in einigen Marktsituationen seine Stärke ausspielen kann. In turbulenten Jahren schwankt das Edelmetall weniger und liefert sogar positive Renditen. Gold wird hierbei gerne als sicherer Hafen gesehen und viele Investoren verwenden das Edelmetall als Ergänzung in ihrem Portfolio. 

Schauen wir uns nun die Zahlen an, um zu schauen, ob Gold tatsächlich unkorreliert mit der Entwicklung unserer Vergleichsobjekte ist und sich demnach gut zur Diversifizierung eignet:

Korrelation des iShares S&P500, MSCI und DAX im Vergleich zu Gold

Die deutliche Antwort hierbei lautet: Ja, Gold eignet sich gut zur Diversifizierung. Wie wir anhand der Zahlen erkennen können, ist das Edelmetall weitestgehend unkorreliert zu den ETFs.

Bitcoin und ETFs: Wie korrelieren sie miteinander?

Wie sieht die Situation bei der Kryptowährung Bitcoin aus? Kann hier ein ähnliches Verhalten wie bei Gold festgestellt werden oder korreliert die oft als „digitales Gold“ bezeichnete Kryptowährung mehr mit unseren drei ETFs? – Die Antwort hierauf gibt uns der Blick auf die Zahlen:

Korrelation von Bitcoin im Vergleich zu den 3 iShares ETF DAX. S&P500 und MSCI

Auch hier können ganz klar und deutlich sagen, dass die Entwicklung des Bitcoin Kurs weitestgehend unkorreliert mit der unserer Vergleichsprodukte ist. Die Korrelation pendelt hierbei in unserem Zeitraum im Intervall von [-0,15; 0,15]. 

Eine einzige Ausnahme wird allerdings deutlich: Gerade in diesem Jahr erhöhte sich die Korrelation von Bitcoin mit dem iShares MSCI. Die Turbulenzen am Aktienmarkt hatten auch kurzfristig die Kryptowährung heftig erwischt. Dabei fand ein Kurseinsturz bei BTC fast parallel zum Rückgang am amerikanischen, deutschen und globalen Aktienmarkt statt. 

Da das Jahr 2020 allerdings noch kein halbes Jahr alt ist, lässt sich zu der Momentaufnahme noch keine finale Aussage treffen. Rein historisch betrachtet ist Bitcoin eindeutig unkorreliert und eignet sich somit als gute Ergänzung im Portfolio. 

Im Übrigen nahm auch die Korrelation von Gold zu dem iShares MSCI, S&P500 sowie DAX in diesem Jahr deutlich zu.

Bitcoin und Gold: Korrelation

Blicken wir noch kurz auf die Korrelation von Bitcoin mit Gold. Die nachfolgende Grafik zeigt hierbei die Korrelation in den Jahren 2016, 2017, 2018, 2019 sowie die bisherige Korrelation in diesem Jahr:

Korrelation von Bitcoin mit Gold in den Jahren 2016 bis 2020

Die Erkenntnisse hierzu lassen sich kurz zusammenfassen: Gold und Bitcoin waren in den letzten Jahren weitestgehend unkorreliert. Anders formuliert kann man sagen, dass es fast keine positive Korrelation gab. Im Jahr 2020 nahm auch hier die Korrelation auf einen Wert von knapp über 0,30 zu. Damit sind Gold und Bitcoin in diesem Jahr niedrig positiv miteinander korreliert.

Das optimale Portfolio: Bitcoin als Renditeboost?

Nachdem wir nun ausführlich verschiedene Kennzahlen betrachtet haben, stellt sich wohl die finale Frage: Wie kann ich diese Erkenntnisse für mich ausnutzen, um das optimale Portfolio zu gestalten? Auf der anderen Seite können wir uns die Frage stellen, ob es in der Vergangenheit eine gute Kombination der fünf aufgezeigten Anlageklassen gab, die die eigene Rendite bei vergleichsweise moderatem Risiko optimiert hat?

Um diese Fragen zu beantworten, schauen wir uns verschiedene Muster-Portfolios an und wie diese in den vergangenen Jahren performt hätten. Da viele Privatanleger im Rahmen ihrer Altervorsorge und/oder Investmentstrategie auf den iShares Core MSCI setzen, wählen wir dessen Performance als Benchmark. Der ETF bildet die Entwicklung der wichtigsten Industrienationen der Welt ab und ist daher ein gutes Beispiel für einen passiven Indexfonds, der breit gestreut und geographisch verteilt investiert ist.

Vorweg: Das optimale Portfolio gibt es nicht. Die bestmögliche Zusammenstellung eines Portfolios ist eine äußerst individuelle Angelegenheit. Dabei spielen vor allem persönliche Faktoren (Lebensumstände, Risikobereitschaft, Anlagehorizont, Liquidität, etc.) eine entscheidende Rolle. Die nachfolgende Grafik zeigt jedoch sehr gut die Auswirkung eines diversifizierten Portfolios mit Bitcoin und/oder Gold.

Grafik mit verschiedenen Portfolios und deren annualisierten Renditen. Benchmark: iShares Core MSCI

Aus der oben stehenden Grafik lassen sich sehr viele interessante Informationen ablesen. Gehen wir näher auf die Details ein:

Kombination einzelner ETFs ist keine gute Strategie

Wir sehen hier beispielsweise sehr deutlich, dass eine „Diversifikationsstrategie“ mit mehreren ETFs keine wirkliche Verbesserung des Portfolios erzielt. Nachdem wir nun in den vorherigen Abschnitten bereits zeigen konnte, dass die Korrelation innerhalb der Gruppe der ETFs sehr hoch zueinander ist, zeigt sich hier ebenso, dass eine Kombination der ETFs untereinander (Säulen in orange und grau) den iShares Core MSCI als Benchmark (hellblaue Säule) nicht schlagen kann.

Benchmarkt-Test mit 20% Gold als Ergänzung im Portfolio

Wenn wir nun einen Blick auf die gelbe Säule werfen, zeigt sich ein interessantes Bild. Eine Beimischung von 20% Gold im Portfolio kann – gerade in schwachen Börsenjahren – die Performance des Portfolios verbessern. Gerade im Vergleich zu der Kombination einzelner ETFs performt die Beimischung aus Gold gut. Dennoch kann die Beimischung von Gold unseren Benchmarkt in keinem der Jahre schlagen.

Bitcoin als Ergänzung im Portfolio zum iShares MSCI

Wie sieht die Entwicklung nun aus, wenn man die Kryptowährung Bitcoin (BTC) zu einem geringen Anteil in das Portfolio integriert. Hierfür haben wir einen Anteil von 20% (blaue Säule) und einen Anteil von 10% (grüne Säule) gewählt. 

Hier können wir erkennen, dass die Kombination aus iShares MSCI und Bitcoin aufgrund der guten Performance der Kryptowährung eine reine Investition in den iShares MSCI deutlich outperformen konnte. Wer allerdings zu einem der schlecht möglichsten Zeitpunkte in das kombinierte Portfolio investiert hätte (01.01.2018), hätte im Vergleich zum Benchmark eine Underperformance. 

Hierzu blicken wir auf die Tabelle in das Jahr 2018. Es lässt sich ergänzen, dass unsere Kombination aus MSCI und BTC lediglich eine annualisierte Performance von 5,47% bei 20% BTC-Anteil beziehungsweise 8,98% bei 10% BTC Anteil gehabt hätte. Der iShares MSCI hätte hingegen 12,39% erzielt.

iShares MSCI, Bitcoin und Gold als perfektes Portfolio?

Die letzten beiden Säulen zeigen nun, wie ein Portfolio performt hätte, welches aus dem iShares MSCI, Bitcoin und Gold besteht. Wir betrachten hierbei einmal eine Gewichtung von 80% MSCI, 10% Bitcoin und Gold (dunkelblaue Säule) sowie eine deutlich aggressivere Mischung aus 50% MSCI, 40% Bitcoin und 10% Gold (braune Säule).

Bei der aggressiven Gewichtung zeigt sich deutlich, dass eine zu große Beimischung der Kryptowährung negative Konsequenzen für das Portfolio und dessen Performance haben kann. Bei einem guten Markttiming wird die aggressive Gewichtung von BTC eine sehr hohe annualisierte Rendite erwirtschaften. Wer jedoch einen schlechten Zeitpunkt erwischt (01.01.2018) würde sogar mit einer negativen Performance bestraft werden.

Wer nun einen Blick auf die dunkelblaue Säule wirft, der sieht, dass es sich hierbei um das einzige Portfolio handelt, welches in jedem Jahr unseren Benchmark outperformen konnte. Die Kombination aus iShares MSCI zu 80% und Bitcoin sowie Gold zu jeweils 10% hat sich in unserem Vergleich und dem von uns gewählten Zeitraum als bestes Portfolio erwiesen. 

Dabei konnte das Portfolio in verschiedenen Aspekten verbessert werden: Durch die Kryptowährung und das Edelmetall wurden zwei Assets hinzugefügt, die unkorreliert zu dem iShares MSCI sind. Durch die Kombination des wertbeständigen Edelmetalls Gold sowie dem Renditebooster BTC konnte in allen Jahren eine Outperformance erzielt werden. Die Gefahr der hoch volatilen Kryptowährung BTC konnte durch die Ergänzung von Gold sowie dessen niedrige Gewichtung gut abgefangen werden.

Zusammenfassung und Fazit

Zum Abschluss des Artikels möchten wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen und ein abschließendes Fazit ziehen. Beginnen wir mit den wichtigsten Erkenntnissen aus diesem Artikel:

Die wichtigsten Erkenntnisse der Analyse:

Die nachfolgenden 5 Punkte fassen die wichtigsten Erkenntnisse der Analyse zusammen.
  • Annualisierte Rendite

    Bitcoin hat in unserem untersuchten Zeitraum die höchste annualisierte Rendite.

  • Annualisierte Volatilität

    Die Kryptowährung hat ebenso die höchste Volatilität. Damit schwankt Bitcoin im Vergleich zu unseren 3 ETFs sowie dem Edelmetall deutlich stärker.

  • Risiko-Rendite-Verhältnis

    Das Risiko-Rendite-Verhältnis ist bei BTC häufig besser als bei klassischen Vermögenswerten oder dem Edelmetall Gold. Das eingegangene Risiko steht also in einem adäquaten Verhältnis zur Rendite.

  • Korrelation

    Ähnlich wie Gold ist Bitcoin kaum mit dem klassischen Finanzmarkt korreliert. In diesem Jahr gibt es jedoch eine Tendenz hin zur positiven Korrelation. Ob der Auslöser hierfür die wirtschaftlichen Turbulenzen rund um Covid-19 sind oder andere Faktoren dahinterstecken, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht ermitteln.

  • Bitcoin im Portfolio

    In der Vergangenheit konnte ein Portfolio, welches zu einem geringen Anteil Bitcoin hielt, eine Überrendite erzielen.

Nachdem wir nun die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst haben, wollen wir noch einige Aspekte ansprechen, die sich Privatanleger nun eventuell fragen. Bevor dies tun, noch einige allgemeine Worte zu der Analyse und den Ergebnissen:

Historie und Zukunft: Keine Prognosen zu BTC

Bei unserer Analyse handelt es sich um ein Ergebnis der Vergangenheit. Alle genannten Zahlen sind das Resultat vergangener Entwicklungen. Daher sollten sie explizit nicht für die Prognose zukünftiger Trends verwendet werden. Bitcoin ist im Vergleich zum Aktienmarkt oder dem Edelmetall Gold ein sehr junges Asset. Dementsprechend gibt es noch wenige transparente Datenquellen.

Um die Signifikanz der Daten zu erhöhen, wäre es gut, wenn die Kryptowährung eine längere Historie vorzuweisen hätte. Insbesondere bei BTC gibt es noch sehr viele Unsicherheitsfaktoren (bspw. Regulierung), die zu unvorhersehbaren Ereignissen im Kurs führen könnten. Dies wiederum würde sich natürlich zukünftig auf alle im Artikel genannten Parameter wie Rendite, Volatilität, Korrelation etc. auswirken.

Tendenziell wurde aus dieser Analyse jedoch ersichtlich, dass das Narrativ um Bitcoin als digitales Gold und unkorreliertes Asset begründet ist. Ebenso fest steht, dass BTC in der Vergangenheit eine deutliche Outperformance erzielen konnte und in Kombination mit anderen Finanzprodukten das eigene Portfolio verbessert hat.

Falls du dich für den Kauf von Kryptowährungen und Bitcoin im Speziellen interessierst, aber noch nicht die passende Plattform gefunden hast, können wir unseren Börsenvergleich empfehlen. Wir bewerten die besten Anlaufstellen objektiv und transparent nach verschiedenen Kriterien, so dass auch die für dich perfekte Plattform finden kannst.

FAQ – Antworten zu den häufigsten Fragen

Wahrscheinlich hast du nach dem Lesen dieses Artikels einige Fragen oder aber ausreichend Input für eine tiefere Diskussion. In unserem Telegram-Channel kannst du mit uns und der Community in Kontakt treten. Im Folgenden siehst du nochmals Antworten zu den häufigsten Fragen in diesem Zusammenhang.

Darauf können wir dir keine Antwort geben. Wir haben dir in diesem Artikel aufgezeigt, dass Bitcoin als Ergänzung im Portfolio durchaus Sinn macht. Die Stichworte sind hierbei eine verbesserte Sharpe-Ratio sowie die Tatsache, dass BTC unkorreliert zu dem klassischen Finanzmarkt ist.

 

Bei einer Investition spielen neben den reinen Kennzahlen jedoch noch viele weitere Faktoren eine Rolle. Hierzu gehört deine persönliche Lebenssituation, deine Risikoneigung, dein Anlagehorizont sowie viele weitere Aspekte. In diesem Artikel findest du mehr Informationen hierzu: Richtig in Kryptowährungen investieren 2020: 3 Top Tipps & Erkenntnisse

 Auch hier gibt es keine pauschale Antwort. Jeder Investor hat eigene Präferenzen und eigene Ziele. Um diese Frage zu beantworten, musst du dir erst Gedanken über deine Präferenzen und Ziele macht. Nur wenn du Erfolg anhand deiner eigenen Kriterien messbar machst, kannst du das für dich "optimale" Portfolio zusammenstellen. Der Begriff "optimal" ist somit sehr subjektiv. Es gibt Anleger, die einen Großteil ihres Vermögens in Kryptowährungen halten und andere Investoren, die gar keine Kryptowährungen im Portfolio besitzen oder nur einen geringen Teil davon.

Unsere Analyse basiert auf historischen Daten und ist keine Prognose. Es handelt sich vielmehr um eine Aufnahme der Vergangenheit. Wie sich der Bitcoin Kurs in Zukunft entwickeln wird, hängt von vielen Faktoren ab.

In einigen Aspekten (bspw. annualisierte Rendite) hat BTC in der Vergangenheit das Edelmetall Gold deutlich übertreffen können. Gold genießt jedoch weltweit gesehen ein höheres Vertrauen, ist älter und hat eine bedeutsam höhere Marktkapitalisierung als die Kryptowährung. In anderen Aspekten (bspw. Korrelation) sind Bitcoin und Gold sich ähnlich. Die Frage muss daher im Detail betrachtet werden.

Für einige Leser mag es auch interessant sein von welchen Quellen wir die Daten bezogen haben. Die folgende Auflistung zeigt dir woher wir die Daten bezogen haben:

Disclaimer: Dieser Artikel stellt keine Handelsempfehlung dar. Alle getroffenen Aussagen basieren auf vergangenen Daten, die sich nicht 1:1 auf die Zukunft projizieren lassen. Bitcoin ist ein hoch volatiles Asset und es gibt keine Garantie, dass sich vergangene Muster zukünftig wiederholen. Die von uns verwendeten Daten und Analysen sind in eigener Hand mit höchster Sorgfalt und Genauigkeit erstellt worden. Fehler sind dennoch nicht auszuschließen. Recherchiere daher immer selbst und bilde dir deine eigene Meinung.