Uniswap wirklich dezentral? – Erstes Governance Voting wirft Fragen auf

Das DeFi Protokoll und die erfolgreichste dezentrale Exchange (DEX) Uniswap führt aktuell das erste Governance Voting seit Einführung des UNI Token im September 2020 durch. Die massive Kontrolle des Votings durch UNI Whales wirft allerdings erhebliche Fragen zur Dezentralität von Uniswap auf.

Der Sektor der Decentralized Finance (DeFi) wird besonders gelobt für seine scheinbare Dezentralität. Wenn „dezentralisiert“ draufsteht, muss schließlich auch „dezentralisiert“ drin sein! An vielen Ecken und Enden ist dies jedoch fraglich. Aave (AAVE) belohnt Investoren mit Token und ermöglicht somit Unternehmen mit hohem Interesse am Erfolg des Projekts Governance Rechte. Uniswap führt gegenwärtig das erste Governance Voting durch und auch hier runzelt sich die Stirn bzgl. der Dezentralität bei vielen Nutzer.

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Uniswap doch nicht so dezentral?

Das erste Governance Voting bei Uniswap seit der Einführung des Governance Token im September dieses Jahres läuft gerade. Die DeFi Plattform Dharma machte als einer der größten UNI Whales den Vorschlag, dass die Mindestmenge von 10 Mio. UNI (1 % der Maximalmenge) für Vorschläge auf 3 Mio. UNI gesenkt wird. Das soll Governance zugänglicher machen. Zudem soll eine beschlussfähige Mehrheit schon bei 30 Mio. UNI zustande kommen, anstatt bisher 40 Mio. UNI.

Das Problem daran: Diese Änderungen würden de facto die Governance also Entscheidungsgewalt nur durch die zwei größten UNI Whales ermöglichen. Und diese beiden Whales dominieren ohnehin schon, wie durch den obigen Tweet von Chris Blec (@ChrisBlec) ersichtlich wird. 30 Mio. Votes stellen Dharma und Gauntlet schon alleine. Die verbleibenden 13 Mio. Votes liegen nun zur Hälfte in den Händen einer Adresse, die Yearn.Finance Gründer Andre Cronje gehört.

Lesetipp: Was ist Decentralized Finance (DeFi)? – So kannst du profitieren!

Community Governance löblich, wenn sie denn auch als Community stattfände

Die Idee der Community Governance ist löblich. Wenn diese Community aber nur einen geringen Bruchteil an Votes überhaupt besitzt, dann bringt der ganze Ansatz nichts. Wenn die gegenwärtige Abstimmung bei Uniswap durchgeht, werden Dharma und Gauntlet sämtliche Votings im Alleingang durchführen können, ganz gleich, wie das die restliche Community sieht.

Bereits letztes Monat deckten Recherchen der On-Chain Analysefirma Glassnode auf, dass Uniswap insgesamt doch nicht dezentral sei. Zudem kam heraus, dass die UNI Token der Entwickler auf Adressen außerhalb des Protokolls selbst liegen und ohne ersichtliche Einschränkungen, diese Token jederzeit zu veräußern. Uniswap selbst gab aber im September an, dass ein Verkauf vor 4 Jahren ausgeschlossen sei.

Lesetipp: Uniswap Anleitung – Einrichtung, MetaMask und wichtige Tipps!

Schlusswort zu Dezentralität (auch bei Uniswap)

Wir müssen uns bei all der tollen Dezentralität auch mal vor Augen führen, was denn „dezentral“ überhaupt bedeutet. Dezentral bedeutet, dass die Kontrolle über alle Bestandteile eines Systems verteilt sind. Sogar die Bundesrepublik Deutschland wäre demnach dezentral, mit dem föderalen System der Bundesländer.

Oder auch das französische, semipräsidentielle System. Ja, das ist Dezentralität bzw. eine Abstufung davon. Denn zwischen „zentral“ und „dezentral“ liegen viele kleinere und größere Abstufungen. Wir bleiben wie immer dran und halten euch auf dem Laufenden!

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