Was ist eine Aktie? – Die wichtigsten Konzepte einfach erklärt

Nachdem wir in unserem letzten Artikel die ersten Grundlagen zum Thema “richtig Investieren” gelegt haben, schauen wir uns heute das Themenfeld “Aktien” genauer an.

Das Investieren in Aktien ist ein viel besprochenes Thema. Meiner Meinung nach gibt es kein Asset neben Kryptowährungen und Bitcoin, dass so kontrovers und mit soviel Unwissenheit versehen ist wie das Thema Aktien.

Dabei möchten wir dir beim Lesen neben harten Fakten auch relevante Informationen mitgeben. Dabei klären wir beispielsweise auch die Frage, was Aktien mit Pfeffersäcken zu tun haben und seit wann es überhaupt Aktien gibt. Wir wollen dir dabei mit auf den Weg geben, dass Aktien nicht nur ein sinnvolles und notwendiges Investment zur Gewinnerzielung darstellen, sondern auch ein potentes Machtinstrument sein können.

Aufbau und Zielsetzung dieses Artikels

Das Themenfeld Aktien ist riesig und dementsprechend bekommst du zuerst einen kleinen Überblick was dich in diesem Artikel erwartet und was nicht:

Was dich im Artikel erwartet Was dich nicht erwartet
  • Was ist eine Aktie?
  • Entstehung und Bedeutung von Aktien
  • Arten von Aktien
  • Chancen und Risiken von Aktien
  • Wieso ein Investment in Aktien sinnvoll ist
  • Vorhersagen aus unserer Glaskugel
  • Tipps für Einzelaktien
  • Weisheiten selbsternannter Finanzgurus
  • Die Streitfrage, ob Dividendentitel oder nicht

Mir ist es sehr wichtig, dass du verstehst, wie eine Aktie funktioniert und wieso es Sinn macht direkt oder indirekt, z.B. über Fonds oder ETF’s, in Aktien zu investieren. Außerdem will ich dich ermutigen es einfach mal selbst zu testen, Erfahrungen zu machen und dir somit auch die Angst vor Aktien zu nehmen.

Wie im letzten Artikel schon beschrieben, kann sich meiner Meinung nach niemand mehr leisten nicht richtig zu investieren. Das Feld der Aktien ist dabei ein sehr großer und wichtiger Baustein.

Es kann sein, dass an der ein oder anderen Stelle ein Fachbegriff nur oberflächlich und vereinfacht erklärt wird. Finanzinstrumente sowie Aktien sind über eine lange Zeit entstanden; dabei hat sich natürlich auch ein unglaubliches Vokabular rund um diese Thematik gebildet. Mach dir keinen Kopf solltest du den ein oder anderen Begriff nicht zu 100% verstehen – die wichtigsten Zusammenhänge sind detailliert erklärt.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen, verstehen und umsetzen.

Wieso sollte ich Aktien erwerben?

Beginnen wir mit der wichtigsten Frage: Wieso sollte ich Aktien erwerben? – Diese Frage möchte ich dir beantworten, noch bevor wir im Laufe des Artikels klären, wie Aktien funktionieren, welche Arten es gibt, wie sie entstanden und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind.

Zunächst können wir sehr einfach zusammenfassen, wieso du Aktionär, also der Inhaber von Aktien eines Unternehmens, werden solltest:

Als Aktionär erwirbst du das Recht auf Mitsprache (Stimmrecht) und eine Beteiligung am Gewinn des Unternehmens.

Damit wird schnell klar, dass eine Aktie mehr als eine reine Investition ist. Sie lässt sich direkt an den Gewinnen einer Firma partizipieren. Zusätzlich dazu erhältst du das Recht auf Mitsprache und somit eine direkt Entscheidungs- bzw. Einflussmöglichkeit.

Auch wenn dieser Grundsatz zunächst einfach klingt, kann er in der Ausgestaltung doch recht kompliziert sei. Wir fassen jetzt zunächst einige wichtige Informationen zusammen, die immer gelten, wenn du Aktien kaufst:

  • Die Aktie liegt auf einem Aktiendepot bei einer Bank (heute Wertpapierhandelsbanken).
  • Je mehr (Stamm-)Aktien du besitzt desto mehr Stimmrechte und Anteile am Gewinn hast du.
  • Die Gewinnbeteiligung kann zu bestimmten Terminen als Dividende ausgeschüttet werden
    • Das Unternehmen kann auf die Ausschüttung solcher Dividenden verzichten. Damit verbleibt der Gewinn im Unternehmen und wird zu Investitionszwecken genutzt. Man spricht von der sogenannten Thesaurierung.

Die Art der Gewinnbeteiligung spielt auch eine Rolle bei Aktienfonds. Diese können nämlich thesaurierend oder ausschüttend sein. Dazu aber mehr im Artikel über Fonds, der in den nächsten Wochen erscheinen wird.

Die Entstehung der ersten Aktien und Wertpapiere

Viele Investoren in Aktien wissen gar nicht, dass der Ursprung von Aktien keineswegs etwas mit Gewinnmaximierung, Renditeerzielung und/oder Mitspracherechten zu tun hat. Doch bevor wir uns die Geschichte der Aktie anschauen, ist es wichtig zu verstehen was überhaupt eine Aktie ist.

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das den Anteil an einer Aktiengesellschaft verbrieft.

Außerdem gilt folgender Grundsatz, den sich jeder potenzielle Investor vor Augen halten sollte:

„Aktien werden von Aktiengesellschaften ausgegeben. Deren Gesellschafter (Aktionäre) sind mit Ihrer Einlage am Grundkapital beteiligt. Dieses Grundkapital ist in eine bestimmte Anzahl an Aktien aufgeteilt.“

Doch was ist denn jetzt ein Wertpapier und was bedeutet in diesem Zusammenhang “verbrieft”. Einfach und oberflächlich ausgedrückt bedeutet das im Bezug auf Aktien Folgendes:

Was heißt verbrieft im Zusammenhang mit Aktien?

Du als Gläubiger (Käufer von Aktien) erhälst eine Urkunde auf dem ein Recht (zum Beispiel Anteile an einem Unternehmen) verbrieft (die Zusicherung eines Rechts) ist. Dieses Recht gegenüber einem Schuldner (zum Beispiel einem Unternehmen) kann eingelöst werden, indem du die Urkunde dem Schuldner vorlegst.

Ja, du hast richtig gehört. Eine Aktie ist ursprünglich eine Urkunde in Papierform, die, ähnlich wie bei einem Sparbuch, nur gegen Vorlage des Originals liquidiert werden kann. In der heutigen Zeit übernehmen die Verwahrung solcher Wertpapiere (in diesem Fall der Aktien) Wertpapierhandelsbanken. Außerdem ist es durch die Digitalisierung nicht mehr notwendig diese Wertpapiere in Papierform im Original zu verwahren. Jedoch hast du bei manchen Aktien das Recht auf Herausgabe dieser Urkunde.

Das nachfolgende Bild ist ein schönes Abbild alter Zeiten. Du siehst darauf eine Aktie aus dem Jahre 1906 der Dillinger Hütte. Diese war 1809 eine der ersten deutschen Aktiengesellschaften.

Dillinger_Hüttenwerke_Aktiengesellschaft_AG

Die erste “Aktie” – Grundkonzept einer jahrhundertelangen Erfolgsgeschichte

Die erste Aktie gab es noch bevor der Begriff Aktie entstand. Das Wort Aktie stammt wohl aus dem mittelniederdeutschen Wort “axie” für “Anspruch” oder “Anrecht” ab dem Jahr 1472.

Die erste Aktie wird jedoch auf das Jahr 1288 zurückdatiert. Dort wurde eine Urkunde über ein Anteil von einem Achtel an einer schwedischen Kupfermine veräußert.

Doch sollte es mehr als 300 weitere Jahre dauern bis die ersten anderen Aktien entstanden. Selbst Börsen entstanden um einiges früher. So entstand im Jahr 1409 die erste Börse in Brügge.

Von der Schifffahrt zu den ersten Aktiengesellschaften

Die Entstehung der ersten Aktien bzw. Wertpapieren und damit auch die Entstehung der ersten Aktiengesellschaft ist auf das 16te Jahrhundert zurückzuführen. Kaufleute haben sich zusammengeschlossen, um die Risiken sowie Kosten bei der Herstellung von Handelsschiffen und deren Ausrüstung nicht alleine tragen zu müssen.

Somit entstand im Jahr 1602 die erste Aktiengesellschaft namens “Vereinigte Ost-Indische Campagnie”. Die damaligen Aktionäre, also Inhaber der ersten Aktien, bekamen Ihren Dividenden in Form von Pfeffersäcken ausgezahlt. Pfeffer war damals, wie viele andere Gewürze, ein seltenes und wertvolles Gut.

Vereinigte Ost-Indische Campagnie_Erste_Aktiengesellschaft_AG_der_Welt

Das industrielle Zeitalter war Triebkraft der weltweiten Entstehung von Aktiengesellschaften. In diesem Zusammenhang wurden Aktien und Anleihen vor allem für die Kapitalbeschaffung eingesetzt und die ersten ersten Monopole und multinationalen Gesellschaften wurden geboren.

Von Dunlop über Shell bis hin zu Citröen: Der Beginn großer Firmen

Im Übrigen legten damals einzelne Kaufleute die Grundsteine für bedeutende Industrie- und Finanzimperien. Hier eine kleine Auflistung:

  • John Boyd Dunlop (1840 – 1921): Heute bekannt durch die nach ihm benannten „Dunlop Reifen.“
  • Sir Henry Deterding (Royal-Dutch-Shell 1866-1939): Sein Vermächtnis ist heute durch die Shell Tankstellen bekannt.
  • Maier Amschel Rothschild (1743 – 1812): Bekanntheit hat der Name heute vor allem durch diverse Verschwörungstheorien rund um die Familie Rothschild und deren Macht.
  • André Citröen (1878 – 1935): Die Mehrheit von euch kennt wohl die nach ihm benannte Automarke.
  • Alfred Nobel (1833 – 1896): Herr Nobel ist der Namensgeber des weltweit bekannten Nobelpreises.

Aus dieser Zeit stammen vor allem Aktien, die durch hochwertiges Papier mit Kupfer- und Stahlstichen gekennzeichnet sind. Dies untermauert die enorme Bedeutung von Aktien aus dieser Zeit.

Unklar ist bis heute ob die ersten Aktien tatsächlich zum Handel angeboten wurden und weiterveräußert wurden.

Eine kurze Atempause: Wir wissen jetzt, dass die Investition in Aktien eine sinnvolle Sache ist. Du erhältst dabei einen verbrieften Anteil an einem Unternehmen, Mitspracherecht sowie die Beteiligung an Gewinnen. Außerdem wissen wir nun, seit wann es Aktien gibt und wie historisch relevant diese waren.

Doch welche Arten von Aktien gibt es eigentlich und welche Chancen sowie Risiken bieten denn Aktien im modernen Finanzmarkt?

Welche Art von Aktien gibt es?

Schauen wir uns jetzt also die unterschiedlichen Arten von Aktien an. Ich verzichte bewusst auf die genaue Beschreibung des Aufbaus einer Aktie, die eigentlich aus einem Mantel sowie einem Couponbogen besteht. Es reicht diese Begriffe einmal gelesen zu haben, da diese in der heutigen Zeit nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Nun zu den einzelnen Arten von Aktien und deren Bedeutung:

  • Inhaberaktien: Mittlerweile ist der überwiegende Teil der umlaufenden Aktien als Inhaberaktie verbrieft. Der Inhaber ist anonym und kann jederzeit die Aktie weiterverkaufen. Damit ist die Inhaberaktie hoch verkehrsfähig und leicht liquidierbar (Abkürzung “Inh.”).
  • Namensaktien: Eine Namensaktie ist auf den Namen des aktuellen Besitzers ausgestellt. Lange Zeit haben Namensaktien gerade durch den modernen Börsenhandel eher eine untergeordnete Rolle gespielt. Mittlerweile bekommen Namensaktien wieder mehr an Bedeutung. Die Sonderform der Namensaktie ist die vinkulierte Namensaktie  (Abkürzung “NA / vink NA.”).
  • Stammaktien: Eine Stammaktie ist die häufigste Art von Aktien. Der Aktionär hat dabei volles Stimmrecht auf der Hauptversammlung und ist an der Gewinnausschüttung beteiligt (Abkürzung “St.” oder “StA”).
  • Vorzugsaktien: Der Aktionär verzichtet auf sein Stimmrecht und erhält zum Ausgleich eine Vorzugsdividende, die in der Regel höher als die der Stammaktie ist (Abkürzung “V” oder “VZ” oder “VA”).

Inhaberaktie und Vorzugsaktie_Worin besteht der Unterschied

(Links: Inhaberaktie / Rechts: Namensaktie) 

Es gibt darüberhinaus noch weitere Aktienarten wie Junge Aktien oder Stückaktien. Diese Aktienarten spielen für Kleininvestoren in der Regel nur eine untergeordnete Rolle. Fast alle Aktie, die an modernen Börsen digital erworben werden sind Inhaber- bzw. Stammaktien.

Chancen und Risiken von Aktien

Nachdem die ersten Abschnitte viel Allgemeinwissen beinhalteten, wollen wir nun etwas technischer werden. Genauer gesagt blicken wir in den nächsten Abschnitten detaillierter auf Chancen sowie Risiken von Aktien im modernen Finanzmarkt.

Neben den Basisrisiken, die alle Wertpapiere und die meisten Finanzprodukte betreffen, gibt es spezielle Risiken beim Investment in Aktien. Wie wir aber schon mehrfach gehört und hier gelernt haben, bieten Risiken auch immer Chancen (magisches Dreieck).

Wir beginnen nun mit den Basisrisiken, die fast alle Finanzprodukte betreffen. Anschließend schauen wir uns die speziellen Risiken für Aktien an. Zum Abschluss betrachten wir die konkreten Chancen, die sich durch das Investment in Aktien ergeben.

Die wichtigsten Basisrisiken im Überblick:

  • Inflation

    Inflation ist am einfachsten mit dem Wort Kaufkraftverlust auszudrücken. Jedes Jahr ist dein Geld weniger Wert, da Waren und Dienstleistungen teurer werden. Ein einfaches Beispiel: Unter der Annahme einer 2%-igen Inflation kostet 1 Liter Milch im Jahr 2020 noch 1 Euro. Im darauffolgenden Jahr liegt der Preis bereits bei 1,02 Euro.

  • Konjunkturzyklen

    Jede Wirtschaft entwickelt sich in Zyklen. Salopp formuliert geht es hierbei Auf und Ab. Allgemein unterscheidet man hier zwischen den vier folgenden Zyklen: Aufschwung (Expansion), Boom, Abschwung (Rezession) und Depression.

  • Währungsrisiken

    Dieses Risiko entsteht vor allem, wenn das Wertpapier in fremder Währung (z.B. USD oder YEN) aufgelegt wird. Wenn der Kurs sinkt, dann verlieren in der Regel auch in dieser Währung gehaltene Wertpapiere an Wert.

  • Stabilität einzelner Staaten

    Die wirtschaftliche und politische Instabilität einzelner Staaten kann dazu führen, dass Zahlungen ins Ausland eingestellt werden und eine negative Kaskade entsteht.

  • Steuerliche Gesetzgebung

    Alle Kapitalerträge sind steuerpflichtig. Verändert sich die Gesetzgebung kann sich dies nachteilig auswirken. Außerdem gelten bei internationalen Wertpapiere oft Sonderregeln (Stichwort: Quellensteuer bei Dividenden aus dem Ausland).

  • Liquiditätsrisiko

    Sowohl beim Kauf / Verkauf spielt dieses Risiko eine Rolle, als auch das Risiko von Liquiditätsschwierigkeiten der Unternehmen selbst.

Spezielle Risiken bei Aktien:

In unserem Artikel mit dem Titel “Bitcoin und Aktien: Wie gut passt BTC zum klassischen Finanzmarkt?” wurden die Chancen und Risiken von Aktien bereits sehr gut ausgearbeitet.

Deswegen erweitere ich diese Liste hier nur noch um 3 weitere Punkte:

  • Unternehmerische Entwicklung
  • Psychologie der Marktteilnehmer
  • Höhe der Dividenden

Ein Aktionär tritt aus Rechtssicht nicht als Gläubiger auf, sondern ist vielmehr mit seiner Aktie Bestandteil des Eigenkapitals und somit Mitinhaber der Aktiengesellschaft. Damit besteht für den Aktionär das Risiko, dass sich das Unternehmen anders entwickelt als ursprünglich angenommen. Das Worst-Case-Scenario wäre die Insolvenz (siehe: aktueller Fall von Wirecard).

Kursveränderungen sind in hohem Maße von Emotionen und der Psychologie der Aktionäre abhängig. Oft werden Anlageentscheidungen nicht rational getroffen und bilden bei starken Kursveränderungen Kaskaden, die keinerlei objektiven Beweggrund haben.

Kurzfristige Volatilität vs. langfristige Kontinuität

Die Wirklichkeit und ökonomische Kennzahlen spielen dabei kurzfristig eher eine untergeordnete Rolle. Langfristig kann dieses Risiko sehr stark abnehmen, führt aber im Umkehrschluss dazu, dass Marktteilnehmer zu früh aussteigen (Stichwort: zu schnell realisierter Verlust oder entgangene Rendite).

Die Gewinnausschüttung in Form von Dividenden richtet sich nach dem von der Aktiengesellschaft erwirtschafteten Gewinn. Das bedeutet es gibt keinerlei Garantien oder vertragliche Statuten, die eine Dividende versprechen und/oder dafür sorgen, dass langfristig in jedem Fall Dividenden gezahlt werden.

Solltest du also eine Aktie rein aus Dividendensicht gekauft haben, ist das Risiko noch höher als normalerweise schon. Gerade die Covid-19 Pandemie hat gezeigt, dass die jahrelang hochgepriesenen Dividendentitel nicht crashresistent sind. Zu beachten ist außerdem immer die Ausschüttungsquote, das heißt, dass Verhältnis zwischen Dividende und Jahresüberschuss.

Für besonders wissbegierige Leser kann ich im Übrigen nur die Portfoliotheorie von Markowitz und die Value at Risk (VaR) Kennzahl empfehlen. Diese Theorien sind für diesen Artikel zu wissenschaftlich und würden den Rahmen sprengen.

Spezielle Chancen bei Aktien:

Auch beim Thema Chancen kann ich wieder nur auf den Basisartikel verweisen. Falls du den Link oben verpasst hast, hast du hier nochmal die Chance dir den Artikel in Ruhe durchzulesen, bevor wir hier weitermachen: Klick mich. Die nachfolgenden 3 Punkte sind ebenso Ergänzungen zu der ausführlichen Tabelle, die du nun (hoffentlich) gerade eben gelesen hast.
  • Small Cap Prämien
  • Hohe Liquidität
  • Schutz vor Inflation & Negativzinsen

Gerade kleine Unternehmen bieten ein großes Renditepotential (auch ein Amazon hat mal klein angefangen) und können große Mitbewerber innerhalb der Branche schlagen.

Selbst kleine Titel werden heutzutage auch in turbulenten Börsenzeiten durch sogenannte Market-Maker umgeschlagen. Dabei können Kleinanleger von der hohen Liquidität profitieren, um Verluste zu minimieren und Gewinne zu maximieren.

Ein gut aufgestelltes, diversifiziertes Aktienportfolio mit einem mittel- und langfristigen Investmentgedanken wird den Anleger mit hoher Wahrscheinlichkeit vor Inflation und Negativzinsen schützen. Ohne auf einzelne Studien einzugehen, von denen es mehr als genügend gibt, lohnt sich der Blick auf den MSCI World Index (mit einer Performance von 5,3% p.a. über 26 Jahre Stand 28.07.2020).

Achtung: Hier sind keine Dividenden eingerechnet da es sich um einen Kursindex handelt. Der Performance Index liegt sogar nahe an einer zweistelligen Rendite p.a.

Begriffe die du zumindest schonmal gehört haben solltest

Im Folgenden möchten wir noch einige wichtige Begriffe gemeinsam anschauen. Dabei handelt es sich um zentrale Begriffe, die immer wieder im Zusammenhang mit Aktien fallen. Die Liste ließe sich wohl noch deutlich erweitern. Ich habe dabei versucht diejenigen auszuwählen, die beispielsweise immer wieder in den Medien aufgegriffen werden.

Bei einem Aktiensplit wird die Menge der gehaltenen Aktien erhöht. Optisch wird dadurch der Wert pro Aktie günstiger. Für bereits bestehende Aktionäre ändert sich der Wert ihrer Position nicht. Lediglich wird dadurch die finanzielle Hürde für potenzielle Neuaktionäre herabgesetzt (Splits der letzten Jahre).

Durch die Ausgabe neuer Aktien können Aktiengesellschaften ihr Eigenkapital ausbauen. Der Grund kann von Übernahmen feindlicher Unternehmen bis hin zur Tilgung von Schulden reichen.

Aktiengesellschaften können frei verfügbare Aktien auf dem Markt zurückkaufen.

Wie ein Aktienrückkauf den Preis positiv beeinflussen kann

Im Vorfeld muss sich die Aktiengesellschaft die Zustimmung auf der Hauptversammlung abholen. In der Regel ist dies ein gutes Zeichen und führt zu einer Verknappung der frei verfügbaren Aktien.

Der Begriff stammt aus den USA und ist auf die blauen Jetons (Spielchips im Casino) zurückzuführen. So sind Blue Chip Aktiengesellschaften in der Regel besonders große, wertvolle Unternehmen die international sehr gefragt sind. Beispiele aus Deutschland sind z.B. SAP, SIEMENS und Allianz.

Unter Free Float versteht man die im Streubesitz frei gehandelten Aktien.

Das Initial-Public-Offering ist das Verfahren in dem Aktiengesellschaften ihre Aktien zum Verkauf an die Börse zum freien Handel bringen.

Entstanden sich solche Termingeschäfte um sich gegen zukünftige Kursschwankungen in der Landwirtschaft abzusichern. Das Instrument wird heutzutage fast nur noch zur spekulation verwendet und ist in Deutschland teilweise verboten. Die Idee dahinter ist, dass ein Investor Wertpapiere verkauft ohne diese zu besitzen und zu einem späteren Zeitpunkt zu einem günstigeren Preis nachkauft.

Order, also Käufe oder Verkäufe, können an Börsen ohne und mit Limit gesetzt werden. Ohne Limit wird zum aktuellen Marktpreis gekauft. Bei Limit-Order kannst du als Investor den Preis den du bereit bist zu zahlen oder zu dem du bereit bist zu verkaufen vorher festlegen.

Eine Stop-Loss-Order ist eine erweiterte Limit-Order mit der du dich gegen hohe Kursverluste absichern kannst. Der Stop-Loss wird an dem Punkt ausgelöst bei dem du bereit bist einen Verlust hinzunehmen (z.B. zu 25% unter dem Einkaufspreis). Ein Stop-Loss der mit dem Kurs auch nach oben mitschwingt nennt man Trailing-Stop-Loss.

Abschließende Worte und Ausblick in die Zukunft

Ich hoffe dieser Artikel hat dich als Leser nicht erschlagen. Ergänzend zu dieser Frage erscheinen in den nächsten beiden Wochen, jeweils donnerstags, noch zwei Artikel, die das Thema Aktien komplettieren. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie Börsen funktionieren, was eine Order ist und vor allem auch wie du Aktien richtig bewerten kannst.

Mir ist es sehr wichtig, dass du das Instrument Aktie als Ganzes verstehst und es viel mehr als nur eine Möglichkeit ist, sein Geld zu vermehren. Aus diesem Grund habe ich auch den Blick über den Tellerrand gewagt und die Historie von Aktien miteinbezogen. Außerdem hoffe ich, dass ich dir aufzeigen konnte, dass sich ein langfristiges Investment in Aktien sehr lohnen kann.

Grundsätzlich gilt wie bei den meisten Investitionen: Do your own Research! – An dieser Stelle bleibt mir nur noch zu sagen: Ich wünsche dir viel Erfolg beim Investieren!

Zum Autor:

Marcel Kunz ist 30 Jahre jung und lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Heidelberg. Durch erste Semester Informationswirtschaft am Karlsruher Institute of Technology und einem folgenden Dualen Studium bei der Bank sind die Finanzwelt und er untrennbar. Seit er 15 Jahre ist beschäftigt er sich zusätzlich in seiner Freizeit mit Thema Finanzen und Geldanlage. 

Neben den rechtlichen Anforderungen bringt er durch sein Interesse an neuen Assetklassen, wie z.B. Bitcoin, neuen Wind in die sonst sehr angestaubte Branche. Marcel beschäftigt sich bei der InVertas GmbH vor allem mit den Themenfeldern Ruhestandsplanung, Geldanlage und private Krankenversicherung. Zu seinen Kunden zählen Unternehmer, Selbständige und leitende Angestellte.

Kontakt: http://invertas.de/kontakt/

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