• Historische Verlustserie:
    Ethereum schloss erstmals drei Quartale hintereinander im Minus und notiert weiterhin rund 61 Prozent unter seinem Allzeithoch.
  • ETF-Zuflüsse kehren zurück:
    Nach acht Wochen mit Abflüssen verbuchten Ethereum-ETFs wieder Nettozuflüsse von 84,42 Millionen US-Dollar.
  • ETH-Kurs über 1.800 US-Dollar:
    Ethereum hat den Widerstand überschritten, während der RSI mit rund 60 im neutralen Bereich bleibt.
  • Prognosen bleiben gespalten:
    Citi erwartet 2.240 US-Dollar, Standard Chartered hält dagegen weiterhin 4.000 US-Dollar zum Jahresende für möglich.
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Ethereum schreibt Geschichte

Der Ethereum-Kurs notiert aktuell bei rund 1.869 US-Dollar und blickt auf eine Verlustserie zurück, die es in seiner bisherigen Geschichte noch nicht gegeben hat. Erstmals schloss Ethereum (ETH) drei Quartale in Folge im Minus, wodurch der Abstand zum Allzeithoch von 4.953 US-Dollar inzwischen etwa 61 Prozent beträgt.

Mit einem Fear and Greed Index von 29 laut CoinGlass bleibt die Stimmung am Kryptomarkt von Angst geprägt, doch ausgerechnet der zuletzt schwache ETF-Markt liefert nun ein erstes Gegensignal.

ETF-Kapital kehrt zurück

In der Woche bis zum 11. Juli verzeichneten Ethereum-ETFs nach Angaben von Farside Investors Nettozuflüsse von 84,42 Millionen US-Dollar und beendeten damit eine achtwöchige Abflussserie. Es handelte sich um die längste Phase kontinuierlicher Kapitalabzüge seit dem Start der Produkte.

Nach fast zwei Monaten, in denen Anleger Woche für Woche Geld aus den ETFs abzogen, fließt damit erstmals wieder frisches Kapital über die regulierten Anlageprodukte in ETH.

ETH-Kurs kämpft sich hoch

Wie stark Ethereum zuvor unter Druck stand, wird beim Blick auf die einzelnen Quartale sichtbar. Auf ein Minus von 28 Prozent im vierten Quartal 2025 folgten Verluste von 29 Prozent im ersten und 25 Prozent im zweiten Quartal 2026.

Nachdem der ETH-Kurs vom Januarniveau bei 3.400 US-Dollar bis unter 1.520 US-Dollar im Juni gefallen war, gelang anschließend die Erholung über 1.800 US-Dollar.

Der RSI (Relative Strength Index) bewegt sich mit einem Wert von rund 60 weiterhin im neutralen Bereich und signalisiert weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Marktlage.

Während die Unterstützung bei etwa 1.700 US-Dollar liegt, hat der ETH-Kurs den Widerstand bei 1.800 US-Dollar inzwischen überschritten. Behauptet sich Ethereum bis zum Wochenschluss oberhalb dieser Marke, wäre der Ausbruch auf Wochenbasis bestätigt.

Der Ethereum-Kurs notiert wieder über 1.800 US-Dollar, während der RSI mit rund 60 im neutralen Bereich bleibt
Der Ethereum-Kurs notiert wieder über 1.800 US-Dollar, während der RSI mit rund 60 im neutralen Bereich bleibt. Quelle: TradingView

Prognosen gehen weit auseinander

Trotz der jüngsten Erholung ergibt sich bei den Kurszielen kein einheitliches Bild. Citi senkte die eigene Ethereum-Prognose am 1. Juli von 3.175 auf 2.240 US-Dollar und rechnet inzwischen mit keinen ETF-Zuflüssen mehr. Im Bärenszenario hält die Bank innerhalb der kommenden zwölf Monate sogar 1.094 US-Dollar für möglich.

Deutlich optimistischer bleibt Standard Chartered mit einem Jahresendziel von 4.000 US-Dollar.

Ethereum baut weiter um

Parallel zum Ringen um eine Kurswende wird auch die technologische und institutionelle Infrastruktur ausgebaut. Am 1. Juli kündigte Ethereum Institutional mit Unterstützung von Mitgründer Joe Lubin sowie Partnern wie BitMine und SharpLink auf X an, die Arbeit aufzunehmen.

Nur drei Tage später veröffentlichte Vitalik Buterin die Lean-Ethereum-Roadmap, die einen drei bis vier Jahre dauernden Umbau vorsieht. Im dritten Quartal soll zudem das Glamsterdam-Upgrade parallele Transaktionsverarbeitung ermöglichen und das Gas-Limit erhöhen.

Fazit: ETF-Wende braucht Anschlusskäufe

Die Nettozuflüsse von 84,42 Millionen US-Dollar beenden zwar die längste Abflussserie seit dem Start der Ethereum-ETFs, markieren aber noch keine nachhaltige Trendwende.

Dafür müssten in den kommenden Wochen weitere Zuflüsse folgen, während sich der ETH-Kurs dauerhaft oberhalb von 1.800 US-Dollar behauptet. Erst wenn beide Signale zusammenkommen, erhält die aktuelle Erholung genügend Substanz für einen echten Befreiungsschlag.


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