• 120 Milliarden US-Dollar über A7:
    Das Krypto-Netzwerk mit dem Stablecoin A7A5 soll gezielt zur Umgehung der Russland-Sanktionen entwickelt worden sein.
  • EU nimmt 17 Anbieter ins Visier:
    Betroffen sind Banken, Krypto- und Zahlungsdienstleister in mehreren Drittstaaten, darunter HTX, A7 Nigeria und A7 Africa.
  • HTX erneut sanktioniert:
    Nach Großbritannien setzt nun auch die EU die ehemals als Huobi Global bekannte Krypto-Börse auf ihre Sanktionsliste.
  • Neues Instrument gegen Krypto-Zahlungen:
    Die EU kann künftig Transaktionen mit ausländischen Krypto-Anbietern verbieten, sofern diese von Russland genutzt werden.
  • Bereit für Deinen nächsten Krypto-Trade? Starte jetzt bei OKX durch, der ersten globalen Krypto-Börse mit einer vollständigen MiCA-Lizenz, und erhalte bis zu 400 Euro in BTC!

Krypto-Kanäle im Visier

Die Europäische Union erweitert mit ihrem 21. Sanktionspaket den Zugriff auf Krypto-Strukturen, die Russland für internationale Zahlungen nutzt. Vier neue Listungen betreffen das grenzüberschreitende A7-Zahlungsnetzwerk und dessen Verbindungen nach Afrika.

Über das Netzwerk, in dem der Stablecoin A7A5 eingesetzt wird, wurden laut einer Analyse des Zentrums für Oststudien bislang fast 120 Milliarden US-Dollar abgewickelt. Das System soll gezielt dafür entwickelt worden sein, Russland bei der Umgehung internationaler Sanktionen zu unterstützen.

Daneben verhängt die EU Transaktionsverbote gegen 17 Krypto-Dienstleister mit Sitz in Georgien, Panama, den Vereinigten Arabischen Emiraten, auf den Marshallinseln, in Kirgisistan und Belarus. Zu den sanktionierten Anbietern gehört auch die Krypto-Börse HTX.

Die EU nimmt 17 Banken, Krypto- und Zahlungsdienstleister ins Visier. Neben HTX stehen auch A7 Nigeria und A7 Africa auf der Sanktionsliste
Die EU nimmt 17 Banken, Krypto- und Zahlungsdienstleister ins Visier. Neben HTX stehen auch A7 Nigeria und A7 Africa auf der Sanktionsliste. Quelle: EUR-Lex

HTX auf der Liste

HTX firmierte früher unter dem Namen Huobi Global und wurde laut einer Regierungserklärung bereits im Mai von Großbritannien sanktioniert. Die britischen Behörden sahen hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass die Börse die russische Regierung über Finanzdienstleistungen und Gelder sanktionierter Unternehmen unterstützt haben könnte.

Nun führt auch die EU HTX auf einer Liste mit insgesamt 17 Unternehmen außerhalb der Europäischen Union. Den dort erfassten Unternehmen wirft sie vor, mit ihren Krypto- oder Zahlungsdiensten die Wirkung der Russland-Sanktionen erheblich zu beeinträchtigen.

HTX hatte zuvor erklärt, die Einhaltung regulatorischer Vorgaben habe für die Plattform höchste Priorität.

Krypto-Bann als Werkzeug

Mit dem neuen Sanktionspaket führt die EU erstmals ein Instrument ein, das Transaktionen zwischen europäischen Unternehmen und ausländischen Krypto-Dienstleistern verbieten kann, sofern diese von Russland genutzt werden. Damit können künftig auch Anbieter erfasst werden, die russische Zahlungsströme über Drittstaaten abwickeln.

Parallel friert die EU die Vermögenswerte von 94 Banken und großen Finanzinstituten ein und erweitert das Transaktionsverbot auf 33 weitere russische Finanzinstitute. Die Maßnahmen folgen drei Tage nach der Verabschiedung des ersten umfassenden russischen Krypto-Rechtsrahmens, dessen wichtigste Regeln am 1. September in Kraft treten sollen.

Fazit: Krypto-Infrastruktur wird zum Sanktionsziel

Die EU richtet ihre Sanktionspolitik zunehmend auf die Infrastruktur hinter russischen Krypto-Zahlungen aus. Für Anbieter außerhalb Europas wird damit nicht nur ihr Standort relevant, sondern auch die Frage, welche Netzwerke, Stablecoins und Gegenparteien sie bedienen.

Das neue Instrument erweitert den regulatorischen Hebel erheblich: Krypto-Dienstleister müssen nicht innerhalb Russlands operieren, um vom europäischen Markt abgeschnitten zu werden. Bereits ihre Funktion als internationaler Zugangspunkt für russische Zahlungsströme kann künftig ausreichen.