- Hegotá könnte der letzte Hard Fork alter Art werden:
Nach Glamsterdam Ende 2026 soll Hegotá Anfang 2027 noch einmal ein klassisches großes Upgrade bringen. Danach will Ethereum technisch stärker mit kryptografischen Beweisen und neuen Konsensmechanismen weiterarbeiten. - Ethereum soll zum „kryptografischen Weltcomputer“ werden:
Vitalik Buterin will weg davon, dass viele Rechner dieselben Berechnungen immer wieder selbst ausführen. Künftig sollen kompakte kryptografische Beweise einen größeren Teil dieser Arbeit übernehmen. - Bis 2029 soll Ethereum quantensicher werden:
Neben mehr Skalierung und Datenschutz arbeitet die Ethereum Foundation auch daran, zentrale Teile des Netzwerks gegen mögliche Angriffe leistungsfähiger Quantencomputer abzusichern. - 💰 Ethereum vor dem großen Umbau – Chance für Anleger? Wer die langfristige Entwicklung von ETH spannend findet, kann bei der von uns empfohlenen Kryptobörse Bitpanda* bereits ab 1 € in Ethereum investieren.
Nach Hegotá soll sich einiges ändern
Seit mehr als zehn Jahren entwickelt sich Ethereum über größere Hard Forks weiter. Neue Funktionen werden gebündelt, getestet und anschließend zu einem festgelegten Zeitpunkt ins Netzwerk gebracht. Mit Glamsterdam Ende 2026 und dem für Anfang 2027 geplanten Hegotá-Upgrade stehen zunächst noch zwei solcher großen Schritte an.
Danach könnte die Entwicklung aber deutlich anders aussehen. Vitalik Buterin schreibt in einem neuen Beitrag, dass Hegotá möglicherweise der letzte Fork sein könnte, dessen Aufbau einem Ethereum-Entwickler aus den Anfangsjahren noch vertraut vorkommen würde.
Das heißt nicht, dass Ethereum danach einfach fertig ist oder keine größeren Änderungen mehr bekommt. Vielmehr soll sich die Technik dahinter verändern. Rekursive STARKs, formal überprüfter Code und neue Konsensmechanismen sollen nach und nach Aufgaben übernehmen, für die heute noch klassische Protokoll-Upgrades nötig sind.
Buterin spricht deshalb inzwischen auch von einem „kryptografischen Weltcomputer“. Ethereum soll langfristig mehr können, als Daten in Blöcken zu speichern und Transaktionen abzuwickeln. Datenschutz, dezentrale Berechnungen und kryptografische Beweise sollen viel stärker direkt in die Architektur eingebaut werden.
Dazu kommt ein weiteres großes Ziel. Bis Dezember 2029 soll die zentrale Ethereum-Infrastruktur gegen mögliche Angriffe leistungsfähiger Quantencomputer abgesichert werden. Gerade weil solche Systeme bestehende kryptografische Verfahren irgendwann angreifen könnten, will Ethereum hier möglichst früh vorbereitet sein.
Nicht mehr jeder Rechner soll alles selbst nachrechnen
Einer der größten Umbauten betrifft die Art, wie Ethereum überprüft, ob eine Berechnung korrekt war. Heute führen viele Teilnehmer dieselben Berechnungen selbst aus. Das macht das Netzwerk sicher, kostet aber auch Leistung und begrenzt, wie viel Ethereum gleichzeitig verarbeiten kann.
Buterins Idee geht deutlich weiter. Eine Berechnung könnte künftig nur noch einmal ausgeführt werden und anschließend einen kryptografischen Beweis erzeugen. Andere Teilnehmer müssten dann nicht mehr alles selbst wiederholen, sondern lediglich prüfen, ob dieser Beweis stimmt.
Ein erster Schritt in diese Richtung läuft bereits mit PeerDAS. Dabei müssen Validatoren nicht mehr sämtliche Daten eines großen Datensatzes herunterladen, sondern können über Stichproben prüfen, ob die Informationen tatsächlich verfügbar sind.
Bei der eigentlichen Ausführung soll später ein ähnliches Prinzip greifen. Über zkEVMs könnten Validatoren kompakte Beweise für komplette Berechnungen überprüfen, anstatt jeden einzelnen Schritt selbst noch einmal auszuführen.
Für Ethereum wäre das ein ziemlich großer Sprung. Mehr Berechnungen könnten außerhalb der eigentlichen Blockchain stattfinden, während Ethereum am Ende vor allem überprüft, ob alles korrekt gelaufen ist. Damit ließe sich das Netzwerk skalieren, ohne einfach immer leistungsfähigere Hardware von jedem Teilnehmer zu verlangen.
Aus Ethereum soll deutlich mehr als eine Blockchain werden
Hinter dem ganzen Umbau steckt deshalb mehr als das nächste Upgrade mit etwas niedrigeren Gebühren oder mehr Transaktionen pro Sekunde. Buterin will Ethereum technisch so verändern, dass Teile der heutigen Blockchain-Logik irgendwann gar nicht mehr nötig sind.
Berechnungen könnten stärker parallel und außerhalb des eigentlichen Netzwerks stattfinden, Datenschutz soll direkt auf Protokollebene besser funktionieren und kryptografische Beweise würden immer mehr Aufgaben übernehmen. Gleichzeitig arbeitet die Ethereum Foundation an schnellerer Finalität und einer Infrastruktur, die auch gegen Quantencomputer bestehen soll.
Bis dahin ist allerdings noch einiges zu tun. Glamsterdam und Hegotá kommen zunächst wie geplant und viele Technologien für die Zeit danach stecken noch mitten in der Entwicklung. Gerade bei Zero-Knowledge-Beweisen muss die Technik nicht nur schnell, sondern auch extrem zuverlässig funktionieren, bevor man damit einen großen Teil der heutigen Ethereum-Architektur ersetzt.
Was der Umbau für Ethereum bedeuten könnte
Kurzfristig wird so eine Roadmap den Ethereum-Kurs kaum alleine bewegen. Langfristig geht es aber um einen ziemlich grundlegenden Punkt. Ethereum versucht, mehr Leistung aus dem Netzwerk herauszuholen, ohne dafür seine Dezentralität und Überprüfbarkeit einfach aufzugeben.
Wenn das gelingt, könnte Ethereum gegen Ende des Jahrzehnts technisch ganz anders aussehen als heute. Hegotá wäre dann nicht das Ende der Entwicklung, sondern eher der letzte große Schritt der alten Ethereum-Ära. Danach würde ein immer größerer Teil über kryptografische Beweise, neue Konsensmechanismen und eine deutlich stärker automatisierte Infrastruktur laufen.
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