Wer als Vermögensverwalter Krypto-Assets für seine Kunden hält, bewegt sich in den USA noch immer in einem Regelwerk, das ursprünglich überhaupt nicht für Bitcoin und Co. geschrieben wurde. Hier möchte die SEC nun ansetzen.
Am 25. August hat die Behörde einen neuen Regelungsvorschlag an das Office of Management and Budget des Weißen Hauses geschickt. Viel mehr als die grundsätzliche Richtung ist bisher allerdings noch nicht bekannt.
Die SEC möchte klarer festlegen, wie Investmentgesellschaften und Anlageberater Krypto-Assets ihrer Kunden verwahren dürfen, ohne dabei gegen bestehende Vorschriften zu verstoßen. Solche Fragen seien in der Vergangenheit immer wieder von Unternehmen an die Behörde herangetragen worden.
Wichtig ist dabei, dass die SEC offenbar nicht einfach noch mehr Regeln oben draufpacken möchte. Ein Teil der bestehenden Anforderungen soll sogar verschwinden. Einige davon passen laut der Behörde schlicht nicht mehr zu den heutigen Märkten und der Art, wie Vermögenswerte mittlerweile gehandelt und verwahrt werden.
Für Vermögensverwalter könnte das durchaus einiges einfacher machen. Je klarer geregelt ist, welche Verwahrungsmodelle erlaubt sind und welche Anbieter dafür genutzt werden dürfen, desto weniger rechtliche Unsicherheit bleibt beim Umgang mit Krypto-Assets.
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Unter Paul Atkins geht die SEC einen anderen Weg
Der neue Vorschlag passt ziemlich gut zu dem Kurs, den SEC-Chef Paul Atkins seit seiner Amtsübernahme eingeschlagen hat. Er möchte das bestehende Regelwerk modernisieren und digitale Vermögenswerte stärker in klare regulatorische Strukturen einordnen.
Damit geht es inzwischen längst nicht mehr nur darum, einzelne Krypto-Unternehmen zu regulieren. Stück für Stück werden auch die Regeln angepasst, die für Banken, Fonds und Vermögensverwalter wichtig sind, wenn sie überhaupt mit Krypto arbeiten wollen.
Für den Markt ist das nicht ganz unwichtig. Institutionelle Anleger können schließlich nur begrenzt mit Bitcoin, Ethereum und anderen digitalen Assets arbeiten, wenn schon bei der Verwahrung unklar ist, welche Lösung regulatorisch überhaupt sauber ist.
Ganz fertig ist das größere Regelwerk für den US-Krypto-Markt trotzdem noch lange nicht. Mit dem Clarity Act liegt weiterhin ein Gesetz im Senat, das die Zuständigkeiten der amerikanischen Finanzaufsichtsbehörden klarer aufteilen soll. Vor der Sommerpause kam es nicht mehr zur Verabschiedung, im September soll das Thema wieder auf den Tisch kommen.
Wie die neuen Regeln aussehen, weiß man noch nicht
Bis man die neuen Vorgaben tatsächlich zu Gesicht bekommt, dauert es noch etwas. Der Vorschlag liegt zunächst beim Office of Management and Budget und wird dort geprüft. In diesem Schritt können auch noch Änderungen vorgenommen werden.
Danach landet der Entwurf wieder bei der SEC. Die derzeit drei republikanischen Mitglieder der Kommission müssen darüber abstimmen, bevor der Vorschlag überhaupt veröffentlicht werden kann.
Erst dann wird es für den Markt wirklich interessant, denn anschließend folgt normalerweise eine öffentliche Konsultation von mindestens 60 Tagen. Vermögensverwalter, Krypto-Unternehmen und andere Marktteilnehmer können sich den Entwurf dann genau anschauen und ihre Stellungnahmen einreichen.
Die SEC kann diese Rückmeldungen anschließend noch in die endgültigen Regeln einarbeiten. Auch über diese Fassung muss erneut abgestimmt werden, bevor sie tatsächlich in Kraft treten kann.
Es geht hier also nicht um neue Regeln, die schon in wenigen Tagen gelten. Der Schritt zum Weißen Haus zeigt aber, dass die SEC das Thema inzwischen konkret angeht.
Für den Krypto-Markt könnte das einiges einfacher machen
Für Bitcoin oder Ethereum dürfte sich durch den Vorschlag erstmal nichts unmittelbar ändern. Spannender ist das Ganze für Unternehmen, die Krypto für ihre Kunden halten oder künftig anbieten möchten.
Wenn ein Vermögensverwalter nicht genau weiß, wie er digitale Assets regulatorisch sauber verwahren darf, wird er im Zweifel eher vorsichtig sein. Klare Regeln könnten genau diese Unsicherheit ein Stück weit herausnehmen.
Dazu kommt, dass die SEC ausdrücklich auch veraltete Anforderungen streichen möchte. Wie weit sie damit tatsächlich geht, wissen wir erst, wenn der Entwurf veröffentlicht wird. Die Richtung ist aber ziemlich klar: Die bestehenden Regeln sollen stärker daran angepasst werden, wie Krypto-Assets heute tatsächlich gehandelt und verwahrt werden.

