- Millionen SOL könnten verfügbar werden:
Nach vollständiger Umsetzung des Upgrades könnten rechnerisch rund 3,08 Millionen SOL aus bestehenden Speichereinlagen abrufbar sein. - Solana senkt die Einlage um 90 Prozent:
Der erforderliche Wert fällt in fünf Stufen von 6.960 auf 696 Lamports pro Byte. - Kein automatischer SOL-Airdrop:
Berechtigte müssen überschüssiges SOL aktiv abrufen, die Token werden weder neu erzeugt noch automatisch verteilt. - Unternehmen binden weniger Kapital:
Für eine Million Token-Accounts könnte die erforderliche Einlage von rund 159.000 auf 15.900 US-Dollar sinken.
SOL wird wieder verfügbar
Auf Solana (SOL) schlummert Kapital, das bisher lediglich als Sicherheit für Onchain-Speicher gebunden war. Seit dem 3. September reduziert das Netzwerk Angaben auf X zufolge diese sogenannte Rent schrittweise.
Nach Abschluss des Upgrades könnten dadurch rund 3,08 Millionen SOL verfügbar werden. Ein Airdrop ist das allerdings nicht: Die Token werden weder neu erzeugt noch automatisch an Nutzer verteilt.
Solana senkt die Einlage
Jeder Account auf Solana muss ein Mindestguthaben halten, dessen Höhe sich nach seinem Speicherbedarf richtet. Diese Einlage ist vollständig rückzahlbar, bleibt aber gebunden, solange der Account besteht. Das betrifft unter anderem Token-Accounts, Mint-Accounts und Program Derived Addresses.
Mit SIMD-0437 soll der zugrunde liegende Wert in fünf Stufen von 6.960 auf 696 Lamports pro Byte sinken. Ein Lamport entspricht einem Milliardstel SOL. Der erste Schritt reduzierte ihn auf 6.333 Lamports. Insgesamt plant Solana damit eine Senkung um 90 Prozent.

Millionen SOL abrufbar
In mehr als 1,16 Milliarden Token-Accounts sind derzeit rund 3,425 Millionen SOL als Speichereinlage gebunden. Ausgehend von diesem Betrag könnten nach vollständiger Umsetzung rechnerisch etwa 3,08 Millionen SOL abrufbar werden.
Das überschüssige SOL muss jedoch aktiv abgerufen werden. Bei Token-Accounts, Mints und Multisig-Accounts ermöglicht dies die Funktion WithdrawExcessLamports. Laut einer Anleitung der Solana Foundation bleibt der Account dabei geöffnet und funktionsfähig.
Nur der Betrag oberhalb der erforderlichen Einlage wird übertragen. Bei anderen Accounts müssen die zuständigen Programme eine entsprechende Funktion bereitstellen.
Wer wirtschaftlich profitiert
Der größte Effekt entsteht bei Anwendungen, die Accounts in hoher Zahl anlegen. Nach Berechnungen der Solana Foundation musste ein Zahlungsdienstleister für eine Million Token-Accounts bislang rund 159.000 US-Dollar hinterlegen. Nach der vollständigen Reduktion wären es bei vergleichbaren Marktbedingungen nur noch 15.900 US-Dollar.
Damit sinkt die Kapitalbindung vor allem für Zahlungsanwendungen, Wallets, Spiele und NFT-Plattformen. Für SOL wirken zugleich zwei Effekte: Neue Accounts benötigen weniger Token als Sicherheit, niedrigere Einstiegskosten können aber zusätzliche Onchain-Aktivität ermöglichen.
Bereits gebundenes SOL wird zudem erst liquide, wenn Berechtigte es tatsächlich abrufen. Anschließend kann es verkauft, gestakt oder im Ökosystem eingesetzt werden.
Fazit: Solana setzt auf günstigere Nutzung
Das Upgrade schafft keine neuen SOL, sondern löst vorhandene Token aus einer technischen Reserve. Für Nutzer kann daraus ein abrufbares Guthaben entstehen, während Unternehmen Onchain-Produkte mit deutlich weniger gebundenem Kapital skalieren können.
Ob daraus Verkaufsdruck oder zusätzliche Nutzung entsteht, hängt davon ab, wie viel SOL tatsächlich abgerufen und anschließend eingesetzt wird. Solana reduziert die Rent deshalb in fünf Stufen. Bei übermäßigem Datenwachstum kann der weitere Rollout gestoppt und der ursprüngliche Wert wiederhergestellt werden.

