- Alpenglow läuft im Devnet:
Nach dem Testnet wird Solanas neuer Konsensmechanismus nun in einem zweiten öffentlichen Testnetz erprobt. Im Mainnet ist er noch nicht aktiv. - 150 Millisekunden als Ziel:
Die Finalität soll von rund 12,8 Sekunden auf etwa 150 Millisekunden sinken. Die Blockzeit ist davon zu unterscheiden. - Votor ersetzt TowerBFT:
Validatoren stimmen künftig direkt ab, statt ihre Stimmen als einzelne Transaktionen in Blöcke zu schreiben. - Schnellere Finalität eröffnet neue Möglichkeiten:
Zahlungen und Handelsabläufe könnten früher verbindlich abgeschlossen werden. Zusätzliche Nachfrage nach SOL entsteht, wenn daraus mehr Netzwerknutzung wird.
Alpenglow erreicht das Devnet
Solana (SOL) testet seinen neuen Konsensmechanismus Alpenglow jetzt auch im Devnet. Nach dem Testnet ist es das zweite öffentliche Testnetz, in dem Entwickler und Infrastrukturbetreiber die Umstellung unter realistischeren Bedingungen prüfen können.
Das Ziel: Transaktionen sollen Solana-Angaben zufolge nach rund 150 Millisekunden final sein, statt wie bisher nach etwa 12,8 Sekunden. Im Mainnet ist Alpenglow bisher noch nicht aktiviert.

Votor ersetzt TowerBFT
Der Zeitgewinn entsteht, weil Votor Solanas bisheriges Konsensverfahren TowerBFT ersetzt. Unter TowerBFT senden Validatoren ihre Stimmen als Transaktionen; ein Block gilt erst nach einer Folge weiterer Abstimmungen als endgültig.
Alpenglows neue Komponente Votor lässt Validatoren direkt miteinander abstimmen und bündelt ihre Stimmen zu kryptografischen Nachweisen. Je nach Netzwerkbedingungen kann Einträgen im Solana-Forum zufolge ein Block dadurch nach einer oder zwei Abstimmungsrunden final werden.
Die häufig genannten 150 Millisekunden bezeichnen dabei die Finalität, nicht den Abstand zwischen zwei Blöcken. Kürzere Slotzeiten werden separat eingeführt. Auch die Ausführung von Transaktionen, die Solana Virtual Machine und die Gebührenmechanik bleiben durch Votor unverändert.
Die zweite Alpenglow-Komponente Rotor, die Blockdaten anders im Netzwerk verteilen soll, ist erst für eine spätere Phase vorgesehen.
🚨JUST IN: Alpenglow, @Solana’s biggest consensus change in history, is set to go live on the testnet in less than 6 hours.
— SolanaFloor (@SolanaFloor) September 24, 2026
The new system could make Solana transaction finality 85× faster, cutting it from around 12.8 seconds to 150 milliseconds. pic.twitter.com/ob3OX7CwuN
Was Anwendungen davon haben
Für Nutzer könnte vor allem die verlässlichere Geschwindigkeit spürbar werden: Eine Zahlung am Verkaufspunkt ließe sich nahezu sofort endgültig bestätigen. Handelsplattformen und andere Anwendungen müssten ebenfalls kürzer warten, bevor sie einen Vorgang als abgeschlossen behandeln.
Bisher erhalten viele Dienste schnell den Status "confirmed"; wer die stärkere Zusicherung "finalized" verlangt, wartet unter TowerBFT deutlich länger. Mit Alpenglow sollen beide Status praktisch zusammenfallen.
Bislang erscheinen auch die Abstimmungen der Validatoren als Transaktionen auf Solana. Mit Alpenglow laufen diese Abstimmungen künftig außerhalb der Blöcke. Deshalb könnten Datenportale nach dem Upgrade deutlich weniger Transaktionen anzeigen, obwohl Nutzer das Netzwerk genauso häufig verwenden wie zuvor.
Was das für SOL verändert
Für SOL liegt das Potenzial vor allem in Anwendungen, bei denen jede Sekunde zählt. Werden Zahlungen schneller endgültig bestätigt, könnten etwa Bezahlangebote und Handelsplattformen Solana für zusätzliche Abläufe nutzen. Das würde mehr Transaktionen auf das Netzwerk bringen und damit auch zusätzliche Gebühren in SOL erzeugen.
Alpenglow senkt die Gebühren pro Transaktion nicht und verändert die Ausführung von Anwendungen nicht. Ob aus der schnelleren Finalität tatsächlich mehr Nachfrage nach SOL entsteht, wird sich an der Nutzung nach der Mainnet-Aktivierung zeigen.
Fazit: Finalität wird zum Produktvorteil
Alpenglow könnte eine bisherige Lücke in Solanas Nutzererlebnis schließen: Eine Transaktion wirkt oft schon schnell bestätigt, ihre endgültige Absicherung dauert aber deutlich länger. Fallen beide Zeitpunkte nahezu zusammen, können Anwendungen Nutzern früher verbindlich anzeigen, dass eine Zahlung abgeschlossen ist.
Insbesondere an der Kasse oder beim Übertragen von Vermögenswerten zwischen Diensten wäre das ein spürbarer Unterschied.
Für SOL entsteht daraus eine Chance, wenn Anbieter diese Sicherheit für neue Zahlungs- und Handelsabläufe nutzen. Die interessante Kennzahl nach dem Mainnet-Start ist deshalb nicht allein die Finalitätszeit, sondern ob die Zahl der Nutzertransaktionen und die daraus entstehenden Gebühren wachsen.

