Bei Strategy stehen gleich mehrere Entwicklungen an, die auch für Bitcoin interessant werden könnten. Die Aktionäre haben einer grundlegenden Änderung bei den Dividenden zugestimmt, während bereits die nächsten Quartalszahlen vor der Tür stehen. Michael Saylor hofft damit, eines seiner wichtigsten Finanzierungsinstrumente wieder attraktiver zu machen. Doch funktioniert das neue Modell tatsächlich und könnte dadurch auch die Nachfrage nach Bitcoin wieder steigen?
Strategy führt tägliche Dividenden ein – was steckt dahinter?
Michael Saylor hat mit Strategy in den vergangenen Jahren ein Geschäftsmodell aufgebaut, das sich immer stärker um Bitcoin dreht. Inzwischen hält das Unternehmen mehr als 848.000 BTC und finanziert weitere Käufe unter anderem durch die Ausgabe neuer Aktien und spezieller Vorzugsaktien.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Vorzugsaktie STRC, auch bekannt als Stretch. Sie wurde im Sommer 2025 eingeführt und soll Anlegern regelmäßige Dividendeneinnahmen bieten. Im Gegenzug erhält Strategy neues Kapital, das unter anderem für weitere Bitcoin-Käufe eingesetzt werden kann.
Nun hat das Unternehmen eine größere Änderung beschlossen. Bei einer außerordentlichen Aktionärsversammlung stimmten nach vorläufigen Ergebnissen 99,3 Prozent der abgegebenen Stimmen für die Einführung täglicher Dividenden.
$MSTR shareholders have approved the Daily Dividends amendment. Preliminary results show 99.3% of votes cast were in favor. The amendment enables $STRF, $STRC, $STRK and $STRD to accrue dividends every calendar day. Thank you to all who voted. https://t.co/w1Cp4GKUy5
— Michael Saylor (@saylor) October 28, 2026
Ab November soll STRC damit jeden Kalendertag einen neuen Dividendenanspruch erhalten. Das gilt auch für Wochenenden und Feiertage, wobei die eigentlichen Auszahlungen am nächsten Geschäftstag erfolgen und teilweise zusammengefasst werden. Für die anderen amerikanischen Vorzugsaktien STRK, STRF und STRD ist die Umstellung ab Januar 2027 vorgesehen. Voraussetzung ist noch die formelle Umsetzung der neuen Regeln.
Strategy verspricht sich davon mehrere Vorteile. Bisher konnten Anleger bei STRC beobachten, dass der Kurs vor einem Dividendenstichtag häufig anstieg und anschließend wieder um den ausgeschütteten Betrag fiel. Mit den täglichen Dividenden soll dieser Effekt deutlich kleiner werden und der Kurs dadurch weniger stark schwanken.
Michael Saylor erklärte dazu kürzlich bei einer Investorenveranstaltung:
„Wir erwarten, dass dadurch die Liquidität steigt, die Kursschwankungen abnehmen und neue Kapitalquellen erschlossen werden.“
Wie gut das funktionieren kann, hat laut Saylor bereits der Konkurrent Strive gezeigt. Dessen Vorzugsaktie SATA stellte schon im Juni auf tägliche Dividenden um und erreichte anschließend einen etwa dreimal so hohen Handelsumsatz wie STRC. Für Saylor war das ein Hinweis darauf, dass sich mit diesem Modell auch Investoren erreichen lassen, die bislang wenig Interesse an den Vorzugsaktien von Strategy hatten.
An der jährlichen Dividendenrate ändert sich durch die Umstellung allerdings nichts. Diese liegt derzeit bei 12 Prozent, wobei Strategy die Höhe regelmäßig anpassen kann. Die Neuerung betrifft also vor allem die Häufigkeit der Ausschüttungen und nicht die gesamte Dividendenhöhe.
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Kann Strategy seine Bitcoin-Kaufmaschine wieder anwerfen?
Hinter der Umstellung steckt allerdings noch ein größeres Ziel. Strategy möchte STRC langfristig möglichst nahe an einem Kurs von 100 US-Dollar halten. Denn nach der bisherigen Unternehmenspolitik werden neue STRC-Aktien nicht unter diesem Kursniveau ausgegeben.
In der Vergangenheit hatte das Modell bereits gezeigt, wie viel Kapital Strategy damit einsammeln kann. Teilweise konnte der Konzern im Frühjahr mehr als eine Milliarde US-Dollar pro Woche in Bitcoin investieren. Doch als STRC im Juni auf nur noch 71,25 US-Dollar abstürzte, geriet auch dieses Finanzierungsmodell ins Stocken.
Seitdem versucht Strategy, den Kurs wieder in Richtung 100 US-Dollar zu bringen. Dafür wurde unter anderem die jährliche Dividendenrate mehrfach angehoben. Zusätzlich kauft das Unternehmen eigene STRC-Aktien zurück, um das Angebot zu verringern und den Kurs zu stabilisieren.
Allein in der vergangenen Woche flossen rund 205 Millionen US-Dollar in solche Rückkäufe. Neue Bitcoin wurden dagegen nicht erworben. Der Konzern konzentriert sich damit vorerst stärker auf die Stabilisierung seiner Finanzierung, anstatt wie früher jede Woche größere Mengen BTC zu kaufen.
Inzwischen hat sich STRC allerdings wieder deutlich erholt und notiert nahe der wichtigen Marke von 100 US-Dollar. Sollten die täglichen Dividenden tatsächlich für eine höhere Nachfrage sorgen, könnte Strategy künftig wieder verstärkt neue Vorzugsaktien ausgeben und die Einnahmen für weitere Bitcoin-Käufe nutzen.
Ob das gelingt, hängt aber nicht nur von der Ausschüttungsfrequenz ab. Die jährliche Dividende von 12 Prozent muss schließlich auch finanziert werden. Zwar verfügt Strategy inzwischen über eine Milliardenreserve in US-Dollar, doch die hohen Ausschüttungen bleiben eine finanzielle Verpflichtung.
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Welche Auswirkungen könnte das auf den Bitcoin-Kurs haben?
Für Bitcoin könnte die Umstellung durchaus positive Folgen haben, auch wenn durch die täglichen Dividenden zunächst keine zusätzlichen Coins gekauft werden. Die eigentliche Chance liegt darin, dass Strategy seine Vorzugsaktien wieder stärker am Markt platzieren und dadurch neues Kapital einsammeln könnte.
Sollte STRC dauerhaft im Bereich von 100 US-Dollar gehandelt werden und die Nachfrage nach neuen Aktien hoch bleiben, könnte Michael Saylor wieder größere Summen in Bitcoin investieren. Wie stark sich das auswirken kann, hat Strategy bereits in der Vergangenheit gezeigt, als das Unternehmen teilweise Bitcoin im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar innerhalb einer Woche kaufte.
Solche regelmäßigen Käufe könnten dem Bitcoin-Kurs zusätzlichen Rückenwind geben. Schließlich würde damit ein großer institutioneller Käufer wieder verstärkt am Markt auftreten, nachdem die Käufe in den vergangenen Monaten deutlich kleiner ausgefallen waren.
Allerdings darf man dabei die Risiken nicht vergessen. Die hohen Dividendenzahlungen verursachen laufende Kosten, während die Nachfrage nach STRC auch von der allgemeinen Stimmung am Finanzmarkt abhängt. Sollte Bitcoin erneut kräftig fallen, könnte das wiederum die Attraktivität der Strategy-Wertpapiere belasten und die Finanzierung neuer Käufe erschweren.
Hinzu kommt, dass Strategy inzwischen mehr als 848.000 Bitcoin besitzt. Sollte das Unternehmen in einer finanziell schwierigen Phase größere Teile seiner Reserven verkaufen müssen, könnte das den Kryptomarkt erheblich belasten. Bislang hat die Umstellung auf tägliche Dividenden deshalb vor allem das Potenzial, die Finanzierung weiterer Bitcoin-Käufe zu verbessern.
Fazit – Geht Saylors Plan mit den täglichen Dividenden auf?
Mit der Einführung täglicher Dividenden versucht Strategy, seine Vorzugsaktien wieder attraktiver zu machen und damit auch die Finanzierung weiterer Bitcoin-Käufe zu verbessern. Die Zustimmung der Aktionäre ist dafür ein wichtiger Schritt, auch wenn die Umstellung allein noch keine neuen Einnahmen garantiert.
Immerhin hat sich STRC inzwischen wieder der wichtigen Marke von 100 US-Dollar angenähert. Gelingt es Strategy, den Kurs dort langfristig zu stabilisieren und neue Investoren anzulocken, könnte auch die Bitcoin-Kaufmaschine wieder stärker anlaufen.
Für den Bitcoin-Kurs wäre eine Rückkehr zu größeren regelmäßigen Käufen durchaus positiv. Allerdings muss sich erst zeigen, ob Saylors neues Dividendenmodell tatsächlich die gewünschte Nachfrage auslöst. Die kommenden Quartalszahlen könnten bereits weitere Hinweise liefern, wie viel finanziellen Spielraum Strategy für seine nächsten Bitcoin-Käufe hat.

