Ripple vs. SEC: Das Wichtigste in Kürze
- Worum ging es bei Ripple gegen die SEC?
Die SEC verklagte Ripple Labs im Dezember 2020. Sie warf dem Unternehmen vor, durch XRP-Verkäufe nicht registrierte Wertpapierangebote durchgeführt und damit mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar eingenommen zu haben. Auch Brad Garlinghouse und Chris Larsen wurden zunächst persönlich belangt. - Welche Folgen hatte das Verfahren für XRP-Anlageprodukte?
Nach dem Ende des Verfahrens entstanden in den USA weitere XRP-Futures und börsengehandelte Anlageprodukte. Seit September 2025 existiert beispielsweise der REX-Osprey XRP ETF; 2026 kamen weitere institutionelle Produkte und regulatorische Rahmenbedingungen hinzu. - Wo kann ich XRP kaufen?
XRP ist bei zahlreichen regulierten Kryptobörsen erhältlich. Vor dem Kauf solltest du Gebühren, Verwahrung, regulatorischen Status und verfügbare Einzahlungsmethoden vergleichen. - Ist XRP laut Gericht ein Wertpapier?
Das Gericht entschied nicht, dass jeder Verkauf von XRP automatisch ein Wertpapiergeschäft ist. Die programmatischen Verkäufe über Kryptobörsen wurden 2023 nicht als Wertpapierangebote eingestuft. Direkte Verkäufe von Ripple an institutionelle Investoren verstießen dagegen gegen das US-Wertpapierrecht. - Wie endete der Rechtsstreit?
Im August 2025 nahmen die SEC und Ripple ihre Berufungen zurück. Damit wurde das Verfahren endgültig beendet und das bestehende Urteil rechtskräftig. Eine weitere gerichtliche Überprüfung der angefochtenen Punkte findet nicht statt. Link zur Quelle - Hat Ripple den Prozess gewonnen?
Ripple erzielte einen wichtigen Teilerfolg, aber keinen vollständigen Sieg. Das Unternehmen setzte sich bei den programmatischen XRP-Verkäufen durch, wurde wegen institutioneller Verkäufe jedoch zu einer Zivilstrafe von 125 Millionen US-Dollar verurteilt. Außerdem blieb eine dauerhafte Unterlassungsverfügung bestehen. - Welche Bedeutung hat das Urteil für XRP?
Der Rechtsstreit beseitigte einen großen Teil der regulatorischen Unsicherheit rund um XRP. 2026 führten SEC und CFTC ihre Regeln für digitale Vermögenswerte weiter aus; die CFTC nennt XRP inzwischen ausdrücklich als Beispiel für einen digitalen Rohstoff (engl. commodity). Das Urteil bedeutet jedoch nicht, dass jede zukünftige Ausgabe oder Vermarktung von XRP automatisch außerhalb des Wertpapierrechts liegt. Link zum CFTC-Dokument
📰 Aktuelle Ripple SEC News & Entscheidungen zum Gerichtsverfahren
Das Gerichtsverfahren zwischen Ripple und der SEC ist seit August 2025 beendet. Im Jahr 2026 gibt es daher keine neuen Verhandlungstermine, Berufungen oder gerichtlichen Entscheidungen mehr. Im Mittelpunkt stehen nun die regulatorischen und wirtschaftlichen Folgen des Urteils.
April 2026: Institutionelle XRP-Produkte gewinnen an Bedeutung
2026 rückten XRP-Futures und börsengehandelte XRP-Produkte stärker in den Mittelpunkt. Regulierte Handelsplätze bieten inzwischen verschiedene Futures-Produkte auf XRP an. Ripple bezeichnete die Entwicklung im April 2026 als Beginn einer institutionellen Phase für XRP, nachdem die rechtliche Unsicherheit des SEC-Verfahrens weggefallen war.
Auch mehrere XRP-ETFs beziehungsweise ETPs sind inzwischen am US-Markt vertreten oder wurden regulatorisch vorbereitet. Diese Produkte ermöglichen Anlegern ein Engagement in XRP, ohne die Kryptowährung selbst in einer Wallet verwahren zu müssen.
März 2026: SEC und CFTC konkretisieren die Einordnung von Krypto-Assets
Am 17. März 2026 veröffentlichten SEC und CFTC eine gemeinsame Interpretation zur Anwendung der US-Finanzmarktgesetze auf Kryptowährungen. Die Behörden unterscheiden stärker zwischen digitalen Wertpapieren und digitalen Rohstoffen. In ergänzenden Unterlagen der CFTC wird XRP ausdrücklich als Beispiel für einen digitalen Rohstoff aufgeführt.
Diese Einordnung knüpft an das Ergebnis des Ripple-Verfahrens an, ersetzt aber nicht dessen differenzierte Betrachtung. Entscheidend bleibt, wie ein Krypto-Asset angeboten, verkauft und vermarktet wird.
- 02. Juli 2025: Richterin Analisa Torres hat den gemeinsamen Antrag von SEC und Ripple abgelehnt, die 125 Mio. US-Dollar-Zivilstrafe um 60 % zu kürzen und die dauerhafte Unterlassungsverfügung aufzuheben, weil Gerichtsurteile dem öffentlichen Interesse gehören und nicht durch Vergleich entkräftet werden dürfen. Sie hielt die Einstufung von XRP-Retailverkäufen als Nicht-Wertpapier unangetastet und begründete die fortbestehende Strafe damit, dass Ripple ohne sie voraussichtlich weiter gegen das Wertpapierrecht verstoßen hätte.
- 19. März 2025: Ripple-CEO verkündet offiziell das Ende des Rechtsstreits – die SEC zieht ihre Berufung zurück, der Fall ist endgültig abgeschlossen. Nach der Ankündigung sprang der XRP-Kurs um über 10 % – ein großer Erfolg für Ripple und die gesamte Krypto-Branche. Zum vollständigen Artikel
- 22. Februar 2025: Ein Bundesgericht weist zentrale Argumente der SEC zurück und bestätigt erneut, dass XRP auf Sekundärmärkten kein Wertpapier ist. Dieses Urteil stärkt Ripples rechtliche Stellung und unterstreicht die Unzulänglichkeit der SEC-Argumentation in diesem Fall.
- 18. Februar 2025: Elon Musks neu gegründetes »Department of Government Efficiency« (D.O.G.E.) nimmt die SEC ins Visier – der Fokus: Machtmissbrauch und Verschwendung, besonders im Umgang mit Krypto. Wird Fehlverhalten aufgedeckt, zählt Ripple (XRP) wohl zu den größten Gewinnern.
- 16. Januar 2025: Kurz vor dem Machtwechsel und dem Abgang von SEC-Chef Gary Gensler legt die Behörde Berufung gegen das Ripple-Urteil ein, um XRP-Verkäufe an Kleinanleger doch noch als illegale Wertpapiergeschäfte einstufen zu lassen – der Markt ignoriert den Vorstoß, XRP steigt unbeirrt Richtung Allzeithoch.
- 8. Januar 2025: Ripple legt Beweise vor, dass XRP nicht als Wertpapier gehandelt wurde, auch im institutionellen Vertrieb. Diese Dokumente untermauern Ripples Position, dass der Verkauf von XRP nicht unter die US-Wertpapiergesetze fällt.
Chronologie zum Gerichtsverfahren Ripple vs. SEC
In diesem Abschnitt findest Du eine detaillierte Chronologie der wichtigsten Ereignisse rund um das Gerichtsverfahren Ripple vs. SEC. Hierfür haben wir alle News antichronologisch sortiert. Neue und relevante Geschehnisse landen so stets oben und sind sofort einsehbar.
2025
- 7. August 2025: Die SEC, Ripple Labs, Brad Garlinghouse und Chris Larsen reichen beim Berufungsgericht eine gemeinsame Vereinbarung zur Einstellung ihrer jeweiligen Berufungen ein. Damit endet das Verfahren endgültig. Die Zivilstrafe von 125 Millionen US-Dollar und die Unterlassungsverfügung aus dem Urteil von 2024 bleiben bestehen.
- 26. Juni 2025: Richterin Analisa Torres lehnt den gemeinsamen Antrag von Ripple und der SEC ab, die Zivilstrafe auf 50 Millionen US-Dollar zu reduzieren und die Unterlassungsverfügung aufzuheben. Das Gericht sieht keine außergewöhnlichen Umstände, die eine Änderung des rechtskräftigen Urteils rechtfertigen würden. Beide Parteien müssen daher entscheiden, ob sie ihre Berufungen fortsetzen oder zurücknehmen.
- 19. März 2025: Ripple-CEO Brad Garlinghouse erklärt, dass die SEC ihre Berufung nicht weiterverfolgen werde. Zu diesem Zeitpunkt ist das Verfahren allerdings noch nicht formal beendet; die Ankündigung steht zunächst unter dem Vorbehalt der Zustimmung der SEC-Kommission und weiterer gerichtlicher Schritte.
- 16. Januar 2025: Die SEC reicht ihre Berufungsbegründung ein. Sie greift insbesondere die Entscheidung an, nach der Ripples programmatische XRP-Verkäufe über Kryptobörsen und bestimmte weitere Ausschüttungen keine Wertpapierangebote darstellten.
- Januar 2025: Ripple verteidigt das Urteil von 2023 und hält an seiner Gegenberufung fest. Das Unternehmen wendet sich weiterhin gegen die Bewertung seiner institutionellen XRP-Verkäufe und gegen Teile der angeordneten Rechtsfolgen.
2024
- 1. Juli 2024: Anwalt Fred Rispoli prognostiziert, dass der Fall möglicherweise am 31. Juli oder am symbolträchtigen 13. Juli, dem Jahrestag des richtungsweisenden Urteils von 2023, abgeschlossen sein könnte.
- 28. Juni 2024: Das Urteil im Binance-Fall hebt die Inkonsistenzen in der SEC-Regulierung hervor und unterstützt Ripples Argument, dass das regulatorische Umfeld für Krypto-Vermögenswerte unklar ist. Dies stärkt Ripples Position in ihrem Verfahren gegen die SEC.
- 2. Juni 2024: Ripple-CEO Brad Garlinghouse greift SEC-Chef Gary Gensler scharf an und kritisiert die Vorgehensweise der SEC im Rechtsstreit. Garlinghouse wirft der SEC vor, regulatorische Unsicherheit zu schaffen.
- 21. Mai 2024: Der jüngste Gerichtsantrag der SEC stellt die letzte Abgabe dar, bevor Richterin Analisa Torres vom Southern District of New York über die Abhilfemaßnahmen in diesem wichtigen Fall entscheidet. Richterin Torres bereitet sich auf das Urteil vor.
- 25. April: Der Fall Ripple vs. SEC geht in die entscheidende Phase. Es geht nun um die Festsetzung des Strafmaßes für den initialen Verkauf von XRP als unregistrierte Wertpapiere. Die SEC fordert eine Strafe von 2 Milliarden US-Dollar, während Ripple nur 10 Millionen US-Dollar zahlen möchte.
- 10. Januar 2024: Die SEC fordert zusätzliche Finanzdokumente von Ripple, einschließlich der geprüften Finanzabschlüsse für 2022 und 2023 sowie Informationen über XRP-Verkäufe. Ripple weist diese Forderung als irrelevant zurück.
2023
- 19. Oktober 2023: Neben dem Rechtsstreit gegen Ripple leitete die SEC im Dezember 2020 auch ein Verfahren gegen die Führungskräfte Brad Garlinghouse und Chris Larsen ein. Die SEC reicht einen Schriftsatz ein, der besagt, dass die Anklage gegen Garlinghouse und Larsen fallen gelassen wird.
- 3. Oktober 2023: In einem Gerichtsbeschluss lehnt Richterin Analisa Torres den Antrag der SEC auf Berufung ab. Sie begründete die Entscheidung damit, dass die SEC ihrer Beweislast nicht nachgekommen sei, um wesentliche Rechtsfragen oder Gründe für Meinungsverschiedenheiten aufzuzeigen, und wies zudem den Antrag der SEC auf Aussetzung des Verfahrens als gegenstandslos zurück.
- 16. August 2023: Die SEC erklärt am 9. August in einem Brief an das Gericht, dass sie Berufung gegen das Urteil vom 13. Juli einlegen möchte. Ripple reagierte darauf am 16. August mit einer starken Gegenposition, in der sie argumentierte, dass der Berufungsantrag keine rechtlichen Bedenken aufzeigt.
- 13. Juli 2023: Richterin Analisa Torres entscheidet, dass der Handel mit XRP auf dem Sekundärmarkt nicht als Wertpapierhandel gilt, was zu deutlichen Kursgewinnen im Kryptomarkt führte. Gleichzeitig bleibt XRP im direkten Handel zwischen Ripple und institutionellen Investoren als Wertpapier eingestuft, was weitere rechtliche Verhandlungen über den Verkauf von XRP im Wert von über 1,2 Mrd. US-Dollar an institutionelle Partner nach sich zieht.
- 13. Juni 2023: Nach langem Ringen zwischen Anwälten von Ripple und der SEC wurden die Hinman-Dokumente schlussendlich doch veröffentlicht. Diese Dokumente enthalten E-Mails zwischen SEC-Mitarbeitern zur Vorbereitung von Hinmans Rede vom 14. Juni 2018, in der er erklärte, dass Bitcoin und Ethereum keine Wertpapiere seien.
2022
- 22. Dezember 2022: Die SEC versucht weiter, die Freigabe der Hinman-Dokumente zu verhindern. Diese Dokumente könnten aufschlussreich sein, da sie die internen Ansichten und Richtlinien der SEC in Bezug auf digitale Vermögenswerte wie XRP verdeutlichen und somit Ripples Verteidigung stärken könnten.
2021
- 29. November 2021: Die SEC reicht einen Antrag ein, um die Offenlegung der sog. »Hinman-Dokumente« zu verhindern, die interne Kommunikation über die Klassifizierung von Kryptowährungen enthalten und potenziell wichtig für den Fall sein könnten.
- 6. April 2021: Das Gericht gibt Ripples Antrag auf erzwungene Herausgabe von Dokumenten statt. Diese Entscheidung verpflichtet die SEC, Dokumente im Zusammenhang mit Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und XRP vorzulegen. Dies ist ein wichtiger Schritt für Ripple, um zu zeigen, dass die SEC möglicherweise eine unklare oder inkonsistente Haltung zu verschiedenen Kryptowährungen eingenommen hat.
2020
- 22. Dezember 2020: Nach der Bekanntgabe der Klage stürzt der Preis von XRP dramatisch ab. Zahlreiche Krypto-Börsen wie Coinbase und Binance US setzten den Handel mit XRP aus oder entfernten die Währung vollständig von ihren Plattformen.
- 22. Dezember 2020: Die SEC reicht eine Klage gegen Ripple Labs Inc., CEO Brad Garlinghouse und Mitbegründer Chris Larsen ein. Die SEC behauptet, dass Ripple durch den Verkauf von XRP, das als nicht registriertes Wertpapier angesehen wird, über 1,3 Milliarden US-Dollar gesammelt hat.
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Anklagepunkte im Fall Ripple vs. SEC
Der SEC-Beschwerde zufolge, die gegen Ripple Labs Inc., deren Mitbegründer und ehemaligen CEO Christian Larsen sowie deren aktuellen CEO Bradley Garlinghouse eingereicht wurde, handelt es sich um Verstöße gegen die Registrierungsvorschriften des Securities Act von 1933. Dabei sind zwei Sektionen relevant:

Section 5 des Securities Act von 1933 enthält spezifische Vorschriften, die das Angebot und den Verkauf von Wertpapieren betreffen. Hier sind die relevanten Absätze 5(a) und 5(c):
- Section 5(a): Diese Abschnitte verbieten den tatsächlichen Verkauf und die Versendung von nicht registrierten Wertpapieren. Das heißt, es ist rechtswidrig, ein Wertpapier zu verkaufen oder für den Verkauf zu versenden, wenn keine Registrierungserklärung in Kraft ist.
- Section 5(c): Dieser Abschnitt verbietet das Anbieten von Wertpapieren, bevor eine Registrierungserklärung bei der SEC eingereicht wurde. Es stellt sicher, dass keine Verkaufsangebote gemacht werden dürfen, solange die Registrierungserklärung noch nicht eingereicht wurde oder geprüft wird.
Die SEC fordert gerichtliche Anordnungen, Rückzahlungen mit Zinsen sowie zivilrechtliche Strafen gegen die Beklagten. Die Hauptvorwürfe umfassen:
- Unregistrierte Wertpapierangebote: Ripple Labs und die beiden Führungskräfte sollen ab 2013 Kapital in Höhe von über 1,3 Milliarden US-Dollar durch den Verkauf digitaler Vermögenswerte, bekannt als XRP, aufgebracht haben. Diese Angebote und Verkäufe wurden nicht bei der SEC registriert, was gegen die Registrierungsvorschriften verstoßen soll.
- Fehlende Offenlegung: Der SEC zufolge haben Ripple und die Führungskräfte es versäumt, angemessene Informationen über XRP und das Geschäft von Ripple offenzulegen, was Investoren wichtige Informationen vorenthielt. Dies betrifft sowohl die Strukturierung und Förderung der XRP-Verkäufe als auch persönliche Verkäufe von XRP durch Larsen und Garlinghouse im Wert von rund 600 Millionen US-Dollar.
- Verstoß gegen die Anlegerschutzbestimmungen: Die Beschwerde betont, dass die Registrierungsvorschriften darauf abzielen, sicherzustellen, dass potenzielle Investoren – insbesondere Privatanleger – wichtige Informationen über die Geschäftstätigkeit und die finanzielle Lage eines Emittenten erhalten. Ripple und seine Führungskräfte hätten diese grundlegenden Anlegerschutzbestimmungen über einen Zeitraum von mehreren Jahren nicht erfüllt.
Die SEC stuft XRP somit als Wertpapier (engl. security) und nicht als Kryptowährung ein. Laut eigener Aussagen habe die SEC Ripple bereits im Jahre 2012 diesbezüglich gewarnt. Das Unternehmen habe allerdings nicht auf die Warnungen reagiert und die Kryptowährung auf den Markt gebracht. Zudem hätten sich die Ripple-Verantwortlichen durch die Kryptowährung selbst bereichert, so die Anschuldigungen der SEC.
Ripple vs. SEC und der Howey Test
Der Howey-Test ist ein juristischer Test, der in den USA verwendet wird, um zu bestimmen, ob eine Transaktion ein »Investment Contract« (also ein Wertpapier) darstellt und somit den bundesstaatlichen Wertpapiergesetzen unterliegt. Der Test stammt aus dem Fall SEC v. W.J. Howey Co., der 1946 vor dem Obersten Gerichtshof der USA entschieden wurde. Der Howey-Test definiert einen Investment Contract durch drei Hauptkriterien:
- Investment of Money: Es muss eine Geldanlage oder ein vergleichbarer Einsatz von Wert bestehen.
- Common Enterprise: Die Investition muss in ein gemeinschaftliches Unternehmen fließen.
- Expectation of Profits Primarily from the Efforts of Others: Es muss eine Erwartung bestehen, dass Gewinne hauptsächlich aus den Bemühungen Dritter erzielt werden.
Im Kontext des Falls Ripple vs. SEC wird der Howey-Test verwendet, um zu bestimmen, ob XRP als Wertpapier klassifiziert werden kann. Die SEC argumentiert, dass der Verkauf von XRP alle Kriterien des Howey-Tests erfüllt und daher als unregistriertes Wertpapierangebot betrachtet werden sollte:
- Investment of Money: Käufer von XRP investierten Geld, um die Token zu erwerben.
- Common Enterprise: Die Investitionen der Käufer wurden in das gemeinsame Unternehmen Ripple investiert, das die Entwicklung und den Betrieb der XRP-Plattform fördert.
- Expectation of Profits Primarily from the Efforts of Others: Die Käufer von XRP erwarteten Gewinne, die hauptsächlich durch die Bemühungen von Ripple und seinen Führungskräften erzielt werden sollten, das Netzwerk zu entwickeln und die Adoption zu fördern.
Ripple hingegen argumentiert, dass XRP kein Wertpapier ist und daher nicht den Wertpapiergesetzen unterliegt. Sie stützen sich dabei auf die Behauptung, dass XRP hauptsächlich als digitale Währung verwendet wird und dass viele der XRP-Transaktionen außerhalb der USA stattfinden, wodurch die SEC keine Zuständigkeit haben sollte.
Auswirkungen des Urteils auf den Ripple Kurs
Am 22. Dezember 2020 reichte die SEC ihre Klage gegen Ripple Labs, CEO Brad Garlinghouse und Mitgründer Christian Larsen ein. Die SEC behauptete, Ripple habe durch den Verkauf von XRP-Token ohne Registrierung eine illegale Wertpapieremission durchgeführt und dabei über 1,3 Milliarden Dollar eingenommen.
📌 Diese Nachricht führte zu einem erheblichen Kurssturz von XRP, der innerhalb weniger Tage von etwa 0,60 USD auf unter 0,30 USD fiel. Während der andauernden rechtlichen Auseinandersetzungen konnte sich der XRP-Kurs teilweise erholen, blieb jedoch volatil.
Im Juli 2023 entschied das Gericht, dass XRP-Verkäufe an institutionelle Investoren unregistrierte Wertpapieremissionen waren, Verkäufe an die Öffentlichkeit auf Börsen jedoch nicht. Dieses differenzierte Urteil führte zu einer kurzfristigen Erholung des XRP-Kurses, der von etwa 0,45 USD auf über 0,60 USD stieg.
Mit Donald Trumps Wahlsieg im November erhöhten sich die Chancen eines Siegs von Ripple über die SEC enorm, da Trump bereits im Vorfeld klargemacht hatte, dass er als erste Amtshandlung den amtierenden SEC-Chef Gary Gensler feuern wolle. Der Preis explodierte in der Folge von 60 Cent auf über 3 US-Dollar.
💡 Der Sieg von Ripple über die SEC am 19. März 2025 hat nach der Korrektur, die nach Donald Trumps Amtsantritt Ende Januar letztlich einsetzte, nochmals zu einem Kursanstieg geführt. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Siegs von Ripple Labs stieg der XRP-Kurs auf über 2,50 US-Dollar (+ 10 %).

Eine detaillierte Analyse, wie es mit dem XRP-Kurs in Zukunft weitergehen könnte, findest Du in unserer Ripple Prognose.
Fazit: Das bedeutet das Gerichtsurteil 2026 für Ripple und XRP
Das Prozessende hat Ripple mehr Planungssicherheit verschafft und die Grundlage für zusätzliche institutionelle Angebote geschaffen. Die wichtigsten rechtlichen Konsequenzen bleiben jedoch bestehen:
- Ripple muss die Zivilstrafe von 125 Millionen US-Dollar zahlen.
- Die Unterlassungsverfügung für nicht registrierte institutionelle XRP-Verkäufe bleibt wirksam.
- Programmatische XRP-Verkäufe über Börsen wurden im konkreten Verfahren nicht als Wertpapierangebote behandelt.
- Neue XRP-Angebote müssen weiterhin anhand ihrer jeweiligen Ausgestaltung beurteilt werden.
Für Anleger ist daher weniger die alte Klage entscheidend als die Frage, wie sich Regulierung, institutionelle Nachfrage, XRP-Produkte und die Nutzung des XRP Ledgers weiterentwickeln.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Rechtsstreit zwischen Ripple und der US-Börsenaufsicht SEC.
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Hat Ripple den Prozess gegen die SEC gewonnen?
Ripple erzielte einen bedeutenden Teilerfolg, gewann den Rechtsstreit aber nicht vollständig. Das Gericht entschied, dass die untersuchten programmatischen XRP-Verkäufe über Kryptobörsen keine nicht registrierten Wertpapierangebote darstellten.
Bei direkten Verkäufen an institutionelle Investoren unterlag Ripple dagegen. Das Unternehmen wurde zu einer Zivilstrafe von rund 125 Millionen US-Dollar verurteilt. Zudem blieb eine dauerhafte Unterlassungsverfügung bestehen. Im August 2025 nahmen die SEC und Ripple ihre jeweiligen Berufungen zurück, wodurch das bestehende Urteil rechtskräftig wurde.
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Ist XRP laut Gericht ein Wertpapier?
Das Gericht stufte XRP nicht pauschal als Wertpapier ein. Entscheidend war vielmehr, unter welchen Umständen XRP angeboten und verkauft wurde.
Programmatische Verkäufe über Kryptobörsen erfüllten im untersuchten Fall nicht die Voraussetzungen eines Investmentvertrags. Institutionelle Verkäufe von Ripple wurden dagegen als nicht registrierte Angebote von Investmentverträgen und damit als Verstoß gegen das US-Wertpapierrecht bewertet.
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Was ist der Howey-Test und welche Rolle spielte er bei XRP?
Mit dem Howey-Test prüfen US-Gerichte, ob eine Transaktion als Investmentvertrag und damit als Wertpapiergeschäft einzustufen ist. Vereinfacht geht es darum, ob Geld in ein gemeinsames Vorhaben investiert wird und Anleger Gewinne erwarten, die wesentlich von den Leistungen anderer abhängen.
Im Ripple-Verfahren kam das Gericht zu unterschiedlichen Ergebnissen. Bei institutionellen XRP-Verkäufen waren die Voraussetzungen erfüllt. Bei den untersuchten anonymen Verkäufen über Kryptobörsen konnte dagegen nicht hinreichend festgestellt werden, dass Käufer eine Gewinnzusage aufgrund der Leistungen von Ripple erwarteten.
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Wann endete der Rechtsstreit zwischen Ripple und der SEC?
Das Verfahren endete formal im August 2025. Die SEC und Ripple vereinbarten, sowohl die Berufung der Behörde als auch die Gegenberufung von Ripple zurückzunehmen.
Dadurch blieb das abschließende Urteil aus dem Jahr 2024 bestehen. Ripple musste die verhängte Zivilstrafe zahlen und weiterhin die gerichtliche Unterlassungsverfügung beachten.
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Kann die SEC erneut gegen Ripple vorgehen?
Der Rechtsstreit über die damals untersuchten XRP-Verkäufe ist abgeschlossen. Die SEC kann diese abgeschlossenen Sachverhalte daher nicht einfach in einem neuen Verfahren erneut verhandeln.
Zukünftige Angebote oder Verkäufe von XRP können jedoch weiterhin regulatorisch geprüft werden. Ripple muss insbesondere die bestehende Unterlassungsverfügung beachten. Neue Maßnahmen der SEC müssten sich auf neue Geschäftsvorgänge oder mögliche neue Rechtsverstöße beziehen.
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Welche Bedeutung hat das Urteil für XRP?
Das Urteil reduzierte einen wesentlichen Teil der regulatorischen Unsicherheit rund um XRP. Besonders relevant ist die Feststellung, dass nicht jede Transaktion mit einem Krypto-Asset automatisch ein Wertpapiergeschäft darstellt.
Die Entscheidung ist jedoch kein allgemeiner Freibrief für Ripple oder XRP. Auch künftig hängt die rechtliche Bewertung davon ab, wie XRP angeboten, verkauft und vermarktet wird. Institutionelle Verkäufe können weiterhin unter das US-Wertpapierrecht fallen.
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Ist das Ripple-Urteil ein Präzedenzfall für andere Kryptowährungen?
Das Urteil ist für andere Krypto-Verfahren relevant, weil es zwischen einem digitalen Vermögenswert und der konkreten Art seines Verkaufs unterscheidet. Andere Unternehmen können sich daher auf einzelne Argumente aus dem Ripple-Verfahren berufen.
Es ist jedoch kein allgemein verbindlicher Freispruch für andere Kryptowährungen. Gerichte müssen weiterhin jeden Token, jedes Angebot und die Erwartungen der jeweiligen Käufer im Einzelfall beurteilen.

