• Ripple rüstet den XRP Ledger für den Q-Day:
    Ein vierstufiger Fahrplan soll den XRPL auf mögliche Angriffe durch Quantencomputer vorbereiten.
  • Umstellung bis spätestens 2028:
    Ripple will den XRP Ledger vollständig auf quantenresistente Signaturen migrieren und heutige sowie neue Verfahren zunächst parallel betreiben.
  • Key Rotation erleichtert den Wechsel:
    Gefährdete Schlüssel lassen sich beim XRPL bereits austauschen, ohne dass Nutzer dafür ihre bestehenden Accounts wechseln müssen.
  • Ripple testet mehrere Lösungen:
    Verschiedene Post-Quantum-Verfahren sollen unter realistischen XRPL-Lasten geprüft werden.

XRP Ledger plant für den Q-Day

Quantencomputer sind für den XRP Ledger noch keine akute Gefahr, doch Ripple will die Migration trotzdem vorbereiten, bevor aus Theorie ein Sicherheitsproblem wird. Der sogenannte Q-Day bezeichnet den Zeitpunkt, an dem leistungsfähige Quantencomputer heutige Public-Key-Kryptografie praktisch brechen könnten.

Beim XRPL werden Transaktionen derzeit mit secp256k1 oder Ed25519 signiert. Ein ausreichend starker Quantenrechner könnte solche elliptischen Kurven theoretisch angreifen und aus öffentlich sichtbaren Informationen private Schlüssel ableiten. Wer diesen Schlüssel kontrolliert, kann über die zugehörigen Assets verfügen.

Der XRP Ledger setzt aktuell auf secp256k1 und Ed25519. Künftig sollen quantenresistente Signaturverfahren hinzukommen
Der XRP Ledger setzt aktuell auf secp256k1 und Ed25519. Künftig sollen quantenresistente Signaturverfahren hinzukommen. Quelle: xrpl.org

Ripple setzt auf vier Stufen

Ripple plant laut eines eigenen Blogeintrages deshalb eine Migration in vier Phasen. Zunächst soll ermittelt werden, welche Komponenten des Netzwerks besonders exponiert wären. Anschließend sollen quantenresistente Signaturverfahren unter realen XRPL-Lasten getestet werden.

In einer späteren Phase sollen klassische und Post-Quantum-Verfahren parallel laufen, bevor das Netzwerk vollständig umgestellt wird. Zusätzlich sieht der Plan einen Notfallpfad vor, falls sich Quantencomputer schneller entwickeln als erwartet. Die Umstellung soll damit nicht als kurzfristiger Software-Patch erfolgen, sondern als langfristiger Infrastrukturwechsel.

Schlüssel lassen sich austauschen

Einen Vorteil bringt die Architektur des XRP Ledger bereits mit: Der XRPL unterstützt native Key Rotation. Nutzer können potenziell gefährdete Schlüssel austauschen, ohne dafür ihre bestehenden Accounts wechseln zu müssen. Quantensicher macht das den XRPL noch nicht, laut Ripple schafft es aber eine wichtige Grundlage für eine spätere Migration.

Der im April 2026 vorgestellte Fahrplan gehört zudem zu den ersten formalen Zeitplänen eines großen Blockchain-Netzwerks für den Übergang zu Post-Quantum-Sicherheit. Bis spätestens 2028 will Ripple die vollständige Umstellung auf quantenresistente Signaturen erreichen.

Ripples langfristiger Fahrplan zeigt, dass sich bei Krypto nicht alles um den Kurs von morgen dreht.
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XRPL muss kryptografisch beweglich werden

Wie schnell sich Post-Quantum-Kryptografie verändert, zeigt die aktuelle Forschung. Das US-Standardisierungsinstitut NIST hat mit ML-DSA und SLH-DSA bereits zwei quantenresistente Signaturverfahren standardisiert.

HAWK, ein weiterer Kandidat für diesen neuen Sicherheitsstandard, geriet dagegen zuletzt unter Druck: Anthropic entwickelte mithilfe von KI einen deutlich effizienteren Angriff auf das Verfahren.

Ripple will sich deshalb nicht vorschnell festlegen, sondern verschiedene Lösungen unter realistischen XRPL-Lasten testen. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen klassische und quantenresistente Signaturen zunächst parallel auf dem Devnet laufen.

Darauf kommt es jetzt beim XRPL an

Ripples Fahrplan steht, jetzt muss daraus funktionierende Infrastruktur werden. Besonders zwei Entwicklungen sind dafür interessant:

Erstens die Devnet-Tests: Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen klassische und quantenresistente Signaturen parallel getestet werden. Hier wird sich zeigen, wie stark neue Verfahren Performance, Speicher und Bandbreite tatsächlich belasten.

Zweitens die Wahl der Kryptografie: Ripple will sich bewusst noch nicht auf ein Verfahren festlegen. Welche Standards sich unter realen XRPL-Lasten bewähren, dürfte maßgeblich bestimmen, wie die geplante Migration bis 2028 technisch umgesetzt wird.

Fazit: Ripple rüstet den XRPL frühzeitig um

Ripple wartet nicht darauf, dass Quantencomputer zur realen Bedrohung werden. Der entscheidende Punkt des Fahrplans ist vielmehr, dem XRP Ledger genügend Zeit für eine kontrollierte Migration zu verschaffen, bevor heutige Kryptografie tatsächlich verwundbar wird.

Für den XRPL könnte diese frühe Vorbereitung langfristig zum Infrastrukturvorteil werden. Gerade wenn das Netzwerk stärker für institutionelle Finanzanwendungen genutzt wird, zählt nicht nur heutige Sicherheit, sondern auch die Fähigkeit, Milliardenwerte auf neue kryptografische Standards zu migrieren, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.

Ripple bereitet den XRPL damit nicht auf einen einzelnen Angriff vor, sondern darauf, seine Sicherheitsarchitektur künftig weiterentwickeln zu können, ohne das Netzwerk neu erfinden zu müssen.