Bei Zcash steht eine größere Veränderung bevor. Das neue Netzwerk-Upgrade NU7 soll Transaktionen deutlich beschleunigen und die Verarbeitung geschützter Zahlungen verbessern. Gleichzeitig könnten ZEC im Millionenwert dauerhaft unzugänglich werden. Was steckt hinter dem Update und wie könnte der Kurs reagieren?
Zcash bekommt großes Upgrade – was steckt hinter NU7?
Bei Zcash steht eine größere technische Umstellung bevor. Das sogenannte NU7-Upgrade soll das Netzwerk schneller machen und gleichzeitig die Verarbeitung von geschützten Transaktionen verbessern. Die Aktivierung ist für den heutigen Donnerstag vorgesehen, könnte sich allerdings bis in die Nacht auf Freitag verschieben, da der Zeitpunkt davon abhängt, wann ein bestimmter Block erreicht wird.
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Geschwindigkeit. Bislang dauert es bei Zcash durchschnittlich 75 Sekunden, bis ein neuer Block zur Blockchain hinzugefügt wird. Nach dem Upgrade sollen es nur noch 25 Sekunden sein. Damit könnten Transaktionen künftig etwa dreimal so schnell bestätigt werden wie bisher.
Wer beispielsweise ZEC an eine Kryptobörse sendet, könnte dadurch deutlich weniger Zeit auf die Gutschrift warten müssen. Auch für den Einsatz als Zahlungsmittel wäre das ein Vorteil, weil Überweisungen schneller abgewickelt werden können.
Daneben arbeiten die Entwickler an den Privacy-Funktionen, für die Zcash seit seiner Einführung bekannt ist. Anders als bei Bitcoin können Nutzer bestimmte Transaktionen so durchführen, dass Absender, Empfänger und Beträge nicht öffentlich auf der Blockchain einsehbar sind.
Mit dem neuen Upgrade soll das Netzwerk künftig deutlich mehr solcher geschützten Zahlungen verarbeiten können. Dadurch könnte Zcash auch bei einer stärkeren Nutzung zuverlässiger funktionieren, ohne dass es zu größeren Verzögerungen kommt.
Für Nutzer bedeutet NU7 damit vor allem zwei Dinge: schnellere Transaktionen und mehr Kapazität für Zahlungen, bei denen die Privatsphäre geschützt bleibt.
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ZEC im Millionenwert könnten unzugänglich werden
Das Upgrade bringt allerdings auch eine Änderung mit sich, die für einige Besitzer unangenehme Folgen haben könnte. Denn Zcash schaltet mit NU7 sein altes Privacy-System Sprout ab, das bereits seit der Einführung im Jahr 2016 existiert und inzwischen durch modernere Lösungen ersetzt wurde.
Wer seine ZEC noch über dieses alte System verwahrt, muss die Coins deshalb vor der Aktivierung übertragen. Andernfalls lassen sich die Guthaben anschließend nicht mehr regulär bewegen, selbst wenn die Besitzer weiterhin Zugriff auf ihre privaten Schlüssel haben. Am Donnerstagmorgen befanden sich noch rund 12.200 ZEC im alten Sprout-System. Bei einem angenommenen Kurs von 1.300 US-Dollar entspricht das einem Gegenwert von knapp 16 Millionen US-Dollar.
Allerdings ist unklar, ob diese Coins überhaupt noch aktiven Nutzern gehören oder möglicherweise bereits seit Jahren verloren sind. In den vergangenen Tagen wurden immerhin noch einige Bestände übertragen, was zeigt, dass zumindest ein Teil der Besitzer auf die bevorstehende Abschaltung reagiert hat.
Für Zcash ist die Umstellung Teil einer größeren Modernisierung. Das alte System wird kaum noch genutzt, muss aber weiterhin von den Entwicklern unterstützt werden. Durch die Abschaltung soll die Wartung vereinfacht und das Netzwerk langfristig sicherer werden.
Kann das Upgrade die ZEC-Rallye weiter antreiben?
Am Kryptomarkt hat Zcash zuletzt wieder kräftig zugelegt. Während viele andere Kryptowährungen unter Druck standen, konnte sich der ZEC-Kurs deutlich erholen und zeitweise wieder über die Marke von 1.300 US-Dollar steigen. Das bevorstehende NU7-Upgrade könnte dabei ebenfalls für Aufmerksamkeit gesorgt haben, schließlich erhält Zcash mehrere Verbesserungen, die das Netzwerk für Nutzer attraktiver machen sollen.

Auch einige Marktanalysten sehen nach der jüngsten Erholung noch weiteres Kurspotenzial. Alejandro Arrieche, leitender Krypto-Analyst bei FXEmpire, verweist in seiner aktuellen Analyse vor allem auf die Marke von 1.400 US-Dollar, an der Zcash zuletzt mehrfach gescheitert war. Er schreibt dazu:
„Solange die Unterstützung bei 1.000 US-Dollar hält, stehen die Chancen auf einen Ausbruch über 1.400 US-Dollar gut. In diesem Fall könnte Zcash erneut die Marke von 1.700 US-Dollar testen.“
Damit sieht Arrieche bei einem erfolgreichen Ausbruch weiteres Aufwärtspotenzial für ZEC. Allerdings ist das bevorstehende Upgrade bereits seit mehreren Wochen bekannt, weshalb ein Teil der positiven Erwartungen schon im Kurs enthalten sein könnte.
Sollte die Aktivierung erfolgreich verlaufen, könnte das weitere Käufer anlocken. Ebenso ist aber denkbar, dass einige Anleger den Anlass nutzen, um nach der kräftigen Rallye ihre Gewinne mitzunehmen.
Fazit: Was bedeutet NU7 für Zcash-Anleger?
Mit NU7 bekommt Zcash mehrere Verbesserungen, die das Netzwerk schneller machen und die Verarbeitung geschützter Transaktionen erleichtern sollen. Gleichzeitig wird mit Sprout ein altes System abgeschaltet, wodurch möglicherweise ZEC im Millionenwert unzugänglich werden.
Ich finde das Upgrade insgesamt positiv und könnte mir vorstellen, dass es dem Zcash-Kurs noch einmal etwas Auftrieb gibt. Allerdings würde ich die Auswirkungen auch nicht überschätzen. Am Ende spielen die allgemeine Entwicklung am Kryptomarkt, die Zinsen und das wirtschaftliche Umfeld eine deutlich größere Rolle für die weitere Kursentwicklung.
Nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Wochen wären für mich deshalb auch Gewinnmitnahmen keine große Überraschung. Langfristig halte ich die technischen Verbesserungen aber für sinnvoll, vor allem wenn Zcash dadurch für mehr Nutzer interessant wird.
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