- Inflation hält die Fed unter Druck:
Bleiben Ölpreis und Verbraucherpreise hoch, könnten Zinssenkungen länger auf sich warten lassen oder die Fed sogar noch einmal nachlegen. - Anleiherenditen und Dollar bremsen Bitcoin:
Hohe Renditen bei US-Staatsanleihen und ein starker Dollar machen risikoärmere Anlagen attraktiver und ziehen Kapital aus spekulativeren Märkten ab. - 2027 könnte sich das Umfeld wieder drehen:
Fallen Ölpreis und Inflation, hätte die Fed wieder mehr Spielraum für Zinssenkungen. Sinkende Renditen und ein schwächerer Dollar könnten Bitcoin dann zusätzlichen Rückenwind geben. - 🎁 20 € Willkommensbonus bei unserer favorisierten Krypto-Börse Bitvavo!
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Die Inflation lässt der Fed kaum Ruhe
Wer sich fragt, wie es mit Bitcoin bis 2027 weitergehen könnte, landet ziemlich schnell bei der US-Notenbank. Der Leitzins liegt seit Jahresbeginn bei 3,50 bis 3,75 Prozent, während die Inflation weiterhin deutlich über dem Ziel der Fed liegt. Im Juli lagen die Verbraucherpreise 3,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Beim PCE-Preisindex waren es 3,7 Prozent, die Kernrate kam auf 3,3 Prozent.
Von den angepeilten 2 Prozent ist das noch ein gutes Stück entfernt und der hohe Ölpreis macht die Sache nicht leichter. Seit Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran ist Brent deutlich gestiegen. Im März ging es zeitweise auf mehr als 110 US-Dollar je Barrel, Anfang September liegt der Preis immer noch bei rund 100 US-Dollar.
Bis höhere Energiepreise komplett in der Inflation ankommen, dauert es etwas. Mit der Zeit steigen aber Transport-, Produktions- und Energiekosten und ein Teil davon landet irgendwann auch beim Verbraucher. Die Fed kann den Ölpreis selbst nicht nach unten drücken. Bleibt der Preisdruck trotzdem hoch, kann sie nur über die Zinsen versuchen, die Nachfrage etwas zu bremsen. Für Bitcoin ist das erstmal eher unangenehm, weil niedrigere Zinsen damit länger auf sich warten lassen könnten.
Hohe Anleiherenditen machen Bitcoin zusätzlich Konkurrenz
Auch die Renditen von US-Staatsanleihen sollte man momentan im Blick behalten, denn die sind zuletzt sowohl bei kurzen als auch bei längeren Laufzeiten wieder gestiegen. Für Anleger wird es dadurch deutlich attraktiver, einen Teil des Kapitals in Anlagen zu stecken, bei denen die Rendite vergleichsweise gut planbar ist.
Bitcoin kann natürlich wesentlich stärker steigen, dafür muss man aber auch deutlich mehr Schwankungen aushalten. Wenn US-Staatsanleihen bereits eine ordentliche Rendite bringen, fehlt bei manchen Anlegern schlicht der Anreiz, zusätzlich noch mehr Risiko einzugehen.
Dazu kommt der US-Dollar, der seit Jahresbeginn ebenfalls etwas stärker geworden ist. Auch das ist für Bitcoin eher unangenehm, weil Kapital in solchen Phasen häufiger in Dollar und US-Anlagen fließt. Wird der Dollar dagegen schwächer und kommen gleichzeitig die Anleiherenditen zurück, sieht das Umfeld für Bitcoin schon deutlich freundlicher aus.
Eine Zinssenkung bringt nicht automatisch die große Geldflut
Beim Blick auf die Fed werden Zinssenkungen und Quantitative Easing gerne miteinander vermischt, obwohl dahinter zwei ziemlich unterschiedliche Dinge stecken.
Senkt die Fed den Leitzins, werden Finanzierungen günstiger. Bei Quantitative Easing, kurz QE, kauft sie dagegen in großem Umfang Wertpapiere und bringt damit zusätzliche Liquidität ins Finanzsystem. Für Bitcoin wäre das natürlich ein deutlich stärkerer Schub als eine einzelne Zinssenkung.
Mit einem neuen großen QE-Programm sollte man aktuell aber eher nicht rechnen. Kevin Warsh hat beim Jackson-Hole-Symposium Ende August klargemacht, dass die Fed in normalen Zeiten lieber über den Leitzins arbeiten will und größere Anleihekäufe eher echten Krisen vorbehalten bleiben sollen.
Selbst wenn 2027 also erste Zinssenkungen kommen, heißt das noch lange nicht, dass sofort wieder dieselbe Liquidität in den Markt fließt wie in früheren großen Stimulus-Phasen.
Wenn Öl weiter steigt, könnte es für Bitcoin ungemütlich werden
Das schwierigste Szenario wäre ein länger anhaltender Krieg mit dem Iran und ein Ölpreis, der von hier aus nochmal deutlich nach oben zieht. Bleiben die Energiekosten hoch, könnte sich auch die Inflation bis in den Winter hartnäckiger zeigen.
Anfang September liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bei der nächsten Fed-Sitzung bereits bei rund 60,4 Prozent. Sollte der Preisdruck weiter hoch bleiben, spricht das eher für eine Fed, die länger straff bleibt oder sogar noch einmal nachlegt.
Für Bitcoin wäre das eine ziemlich unangenehme Mischung. Hohe Zinsen, attraktive Anleiherenditen und ein womöglich stärkerer Dollar machen es schwerer, neues Kapital in den Kryptomarkt zu ziehen. Eine nachhaltige Rally würde damit deutlich schwieriger und kleinere Kryptowährungen könnten noch stärker unter Druck geraten.
Das angenehmste Szenario wäre eine Entspannung im Nahen Osten und damit auch ein stärker fallender Ölpreis. Niedrigere Energiepreise würden die Inflation zwar nicht sofort nach unten drücken, über mehrere Monate könnte sich der Effekt aber immer stärker bemerkbar machen.
Geht der Preisdruck im Laufe von 2027 klar zurück, bekommt die Fed wieder mehr Spielraum für Zinssenkungen. Noch besser wäre es, wenn gleichzeitig die Renditen von US-Staatsanleihen sinken und der Dollar an Stärke verliert.
Die nächsten Monate geben den Ton für 2027 vor
Bis zum Jahresende hängt viel davon ab, ob sich die Inflation wieder in Richtung 2 Prozent bewegt oder oberhalb von 3 Prozent festsetzt. Bleiben Ölpreis, Anleiherenditen und Dollar gleichzeitig hoch, wird es Bitcoin schwerer haben, aus der aktuellen Erholung direkt einen neuen größeren Aufwärtstrend zu machen.
Kommt beim Ölpreis dagegen Entspannung rein und lässt mit der Zeit auch der Inflationsdruck nach, würde das Bild für 2027 deutlich freundlicher aussehen. Der bekannte Vierjahreszyklus kann dabei weiter als Orientierung dienen, am Ende werden aber Zinsen, Anleiherenditen, Dollar und Inflation wahrscheinlich viel stärker darüber bestimmen, welchen Weg Bitcoin einschlägt.
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