• Fed hebt die Zinsen an:
    Der Leitzins steigt um 25 Basispunkte und Kevin Warsh hält weitere Schritte offen, solange die Inflation nicht stärker zurückkommt.
  • Bitcoin hält sich bei rund 76.500 US-Dollar:
    Trotz höherer Zinsen, stärkerem Dollar und hartnäckigem Widerstand fällt die Reaktion bisher vergleichsweise moderat aus.
  • Die Korrektur kommt nach einer starken Rally:
    Nach dem kräftigen Anstieg im August waren Gewinnmitnahmen zu erwarten. Solange der Rücksetzer nicht deutlich größer wird, bleibt die vorherige Erholung bestehen.
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Die Fed erhöht – und Warsh bleibt ziemlich klar

Die Federal Reserve hob den Leitzins gestern um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00% an. Die Entscheidung fiel einstimmig. Gleichzeitig zeigen die neuen Projektionen, dass für dieses Jahr noch eine weitere Zinserhöhung möglich ist. Am Markt wird inzwischen sogar darüber diskutiert, ob der nächste Schritt schon bei der kommenden Sitzung folgen könnte. 

Auf der Pressekonferenz machte Fed-Chef Kevin Warsh wenig Hoffnung darauf, dass die Notenbank schnell wieder lockerer wird. Die US-Wirtschaft habe sich seit der letzten Sitzung weiter verbessert, der Arbeitsmarkt liege nahe an Vollbeschäftigung und das eigentliche Problem bleibe die Inflation. Warsh sagte außerdem, dass sich die zugrunde liegenden Inflationstrends bislang nicht ausreichend verbessert hätten. 

Das passt auch zur aktuellen Lage. Höhere Energiepreise haben den Inflationsdruck wieder verstärkt und die Kerninflation liegt weiterhin deutlich über dem 2%-Ziel der Fed. Dazu kamen zuletzt robuste Konjunkturdaten, wodurch der Notenbank etwas mehr Spielraum bleibt, die Geldpolitik wieder straffer zu machen. 

Warsh wollte sich trotzdem nicht auf einen festen Zinspfad festlegen. Die Fed will weiter auf die kommenden Daten schauen und von Sitzung zu Sitzung reagieren. Die Märkte rechnen nach dem gestrigen Auftritt aber klar damit, dass die Zinserhöhung nicht unbedingt ein Einzelfall bleibt. 

Warsh macht die nächsten Inflationsdaten noch wichtiger

Nach gestern hängt für Bitcoin jetzt noch mehr an den kommenden US-Daten. Fällt die Inflation wieder zurück und entspannt sich gleichzeitig der Ölpreis, könnte die Fed bei weiteren Zinsschritten vorsichtiger werden.

Bleibt der Preisdruck dagegen hoch, bekommt Warsh mehr Argumente für weitere Erhöhungen. Fed-Futures preisen inzwischen eine weitere Anhebung noch in diesem Jahr ein, während der Markt auch für 2027 wieder höhere Zinsen diskutiert. 

Für Bitcoin wäre ein längerer Zinserhöhungszyklus natürlich deutlich unangenehmer als ein einzelner Schritt. Deshalb dürften Öl, Inflation und die nächsten Aussagen der Fed in den kommenden Wochen weiter viel Einfluss auf den Kurs haben.

Für Bitcoin ist das eigentlich kein besonders gutes Umfeld

Höhere Zinsen sind für Bitcoin normalerweise eher unangenehm. US-Staatsanleihen werfen wieder mehr Rendite ab, der Dollar wurde nach der Fed-Entscheidung stärker und kurzfristige US-Renditen zogen ebenfalls an. Damit wird Kapital in vergleichsweise sicheren Anlagen wieder attraktiver, während Risk-on-Assets stärker um Nachfrage kämpfen müssen. 

Dazu kommt, dass Bitcoin schon vor der Fed nicht völlig frei nach oben laufen konnte. Nach der starken August-Rally traf der Kurs auf einen größeren Widerstandsblock und kam dort zunächst nicht weiter. Der Rücksetzer auf aktuell knapp 76.500 US-Dollar zeigt, dass diese Verkäufer weiterhin da sind.

Trotzdem hält sich die Reaktion bisher noch einigermaßen in Grenzen. Nach einem so starken Lauf im August war eine Korrektur ohnehin zu erwarten. Dass Bitcoin nach einer Zinserhöhung, einem stärkeren Dollar und weiterhin hohen Anleiherenditen nicht komplett wegbricht, lässt die größere Erholung erstmal noch stehen.

Bitcoin-Kurs auf TradingView
Bitcoin-Kurs auf TradingView

Fazit

Die Zinserhöhung der Fed hat Bitcoin zurückgedrückt, bisher hält sich der Schaden aber noch in Grenzen. Nach der kräftigen August-Rally war eine Korrektur ohnehin drin und mit knapp 76.500 US-Dollar ist die vorherige Erholung noch nicht komplett wieder abverkauft.

Der Widerstandsblock auf der Oberseite bleibt allerdings hartnäckig und für einen neuen Schub müsste dort irgendwann wieder deutlich mehr Kaufdruck reinkommen. Gleichzeitig hat Kevin Warsh gestern ziemlich klar gemacht, dass die Fed bei der Inflation noch nicht zufrieden ist. Bleiben Ölpreise und Teuerung hoch, könnten weitere Zinserhöhungen folgen und damit bleibt das Makro-Umfeld für Bitcoin erstmal ziemlich anspruchsvoll.


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