Für Bitcoin steht eine wichtige Woche an. Bereits morgen, am 3. November, finden in den USA die Midterm-Wahlen statt, bei denen über die künftigen Mehrheiten im Kongress entschieden wird. Auch am Kryptomarkt könnte das für Bewegung sorgen, zumal die USA weiterhin über neue Regeln für die Branche diskutieren. Ein Blick auf frühere Wahlen zeigt dabei ein spannendes Muster. Während es an den Finanzmärkten vor den Midterms häufiger unruhig wurde, ging es anschließend oftmals wieder bergauf. Könnte sich das auch diesmal bei Bitcoin wiederholen?

US-Midterms stehen an – was bedeutet das für Bitcoin?

Am Dienstag wird in den USA das gesamte Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel des Senats neu gewählt. Für die Finanzmärkte ist das durchaus relevant, denn je nachdem, welche Partei künftig die Mehrheit in den beiden Kammern stellt, könnten sich auch die politischen Rahmenbedingungen verändern.

Dabei geht es unter anderem um Steuern, Staatsausgaben und neue Regulierungen, wobei 2026 auch der Kryptomarkt eine wichtige Rolle spielt. Im September war der sogenannte Clarity Act im Senat an der notwendigen Mehrheit gescheitert. Mit dem Gesetz wollten die USA einen einheitlicheren Rechtsrahmen für Kryptowährungen schaffen und unter anderem die Zuständigkeiten der Aufsichtsbehörden klarer regeln.

Nach den Midterms könnte deshalb wieder Bewegung in die Diskussion kommen. Neue Mehrheiten im Kongress würden möglicherweise auch die Chancen für weitere Krypto-Gesetze verändern, was natürlich auch für Unternehmen wie Coinbase und andere große Anbieter wichtig wäre.

Abseits der politischen Entscheidungen lohnt sich aber auch ein Blick auf die historische Entwicklung der Finanzmärkte. Denn rund um die Midterms gab es in der Vergangenheit häufiger größere Kursschwankungen, wobei sich das Bild nach den Wahlen oftmals deutlich verbesserte.

Eine Untersuchung von BlackRock zeigt beispielsweise, dass der S&P 500 in den sechs Monaten nach den Midterms seit 1970 durchschnittlich um 14,1 % zulegte. In vergleichbaren Zeiträumen ohne Zwischenwahlen waren es dagegen nur 5,7 %.

Auch Fidelity kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Der Vermögensverwalter sieht in Midterm-Jahren historisch schwächere Börsenphasen, während die zwölf Monate nach der Wahl im Durchschnitt wesentlich besser ausfielen. Eine Garantie für steigende Kurse ist das natürlich nicht, denn auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spielen eine große Rolle.

Durchschnittliche Renditen des S&P 500 Index seit 1931 | Capital Group
Durchschnittliche Renditen des S&P 500 Index seit 1931 | Capital Group

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Bitcoin nach den Midterms – was die vergangenen Wahljahre zeigen

Wie Bitcoin auf die US-Midterms reagiert, lässt sich aus der Vergangenheit nur schwer vorhersagen. Anders als beim Aktienmarkt gibt es dafür schlicht noch nicht viele Vergleichsjahre. Die Wahlen 2018 und 2022 zeigen aber, dass es rund um diesen Zeitraum durchaus turbulent werden kann.

So verlor Bitcoin im November 2018 rund 36 % an Wert, während es vier Jahre später um etwa 16 % nach unten ging. Mit den Midterms selbst hatten diese Kursverluste allerdings wenig zu tun. 2018 steckte Bitcoin bereits mitten in einem Bärenmarkt, wobei der Streit rund um Bitcoin Cash die Stimmung zusätzlich belastete. Im November 2022 sorgte dagegen der Zusammenbruch der Kryptobörse FTX für einen heftigen Ausverkauf.

Midterm Cycles | Quelle: Thetationalroot
Midterm Cycles | Quelle: Thetationalroot

Wer nach diesen beiden Einbrüchen eingestiegen war und etwas Geduld mitbrachte, konnte in den darauffolgenden Jahren allerdings von einer kräftigen Erholung profitieren. Bitcoin legte nach beiden Krisen wieder deutlich zu, auch wenn die anschließenden Kursgewinne nicht auf die Wahlen zurückzuführen waren.

Für dieses Jahr sieht die Ausgangslage ohnehin etwas anders aus. Neben den Midterms beschäftigen die Anleger weiterhin die Zinspolitik der US-Notenbank und die wirtschaftliche Entwicklung. Auch die Liquidität an den Finanzmärkten spielt eine große Rolle, denn Bitcoin reagiert nach wie vor empfindlich darauf, wie viel Geld Anleger in risikoreichere Anlagen investieren.

Mit den Wahlen am Dienstag könnte zumindest ein Teil der politischen Unsicherheit verschwinden. Anschließend wird sich zeigen, welche Mehrheiten im Kongress entstehen und wie es mit den geplanten Krypto-Gesetzen weitergeht. Sollte sich gleichzeitig die Stimmung an den Finanzmärkten verbessern, könnte auch Bitcoin davon profitieren.

Fazit: Entsteht nach den Midterms eine neue Kaufchance?

Die vergangenen Wahljahre zeigen, dass es für Bitcoin rund um die Midterms durchaus unruhig werden kann. Sowohl 2018 als auch 2022 ging es im November kräftig bergab, bevor sich der Kurs in den darauffolgenden Jahren wieder deutlich erholte. Die damaligen Verluste hatten allerdings andere Ursachen und lassen sich nicht einfach auf die diesjährigen Wahlen übertragen.

Mit den Midterms am Dienstag fällt nun zumindest ein Teil der politischen Unsicherheit weg. Das könnte den Märkten etwas Auftrieb geben, zumal die Monate nach den Zwischenwahlen historisch häufig gut für Aktien liefen. Für Bitcoin wäre eine ähnliche Erholung durchaus möglich, vor allem wenn sich auch die Stimmung an den Finanzmärkten verbessert und wieder mehr Kapital in den Kryptomarkt fließt.