Celsius-Insolvenz: Das Wichtigste in Kürze
- Was war Celsius Network? Celsius war eine zentralisierte Krypto-Kreditplattform. Kunden konnten Kryptowährungen einzahlen und erhielten dafür Zinsen. Celsius verlieh und investierte die anvertrauten Vermögenswerte, um diese Renditen zu erwirtschaften.
- Wann wurde Celsius insolvent? Das Unternehmen stoppte am 12. Juni 2022 sämtliche Auszahlungen und beantragte am 13. Juli 2022 Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts.
- Bekommen Kunden noch Geld zurück? Ja, Ausschüttungen an berechtigte Gläubiger laufen weiterhin. Die individuelle Rückzahlung hängt unter anderem von der Anspruchsklasse, früheren Ausschüttungen und den Erlösen aus illiquiden Vermögenswerten sowie Rechtsverfahren ab.
- Was ist der aktuelle Stand? Celsius verließ das Chapter-11-Verfahren am 31. Januar 2024 und wird abgewickelt. Im Januar 2026 wurde eine vierte Ausschüttung über rund 344,4 Millionen US-Dollar angekündigt.
- Was müssen Betroffene tun? Gläubiger sollten im offiziellen Celsius Claims Portal ihre Kontaktdaten, den KYC-Status, den zugewiesenen Auszahlungspartner und noch ausstehende Schritte prüfen.
- Was wurde aus Alex Mashinsky? Der frühere Celsius-CEO bekannte sich wegen Betrugsdelikten schuldig und wurde im Mai 2025 zu zwölf Jahren Haft verurteilt.
Aktueller Stand der Celsius-Auszahlungen
Celsius ging am 31. Januar 2024 aus dem Insolvenzverfahren hervor. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle Ansprüche abschließend erfüllt wurden. Das frühere operative Geschäft wurde eingestellt und die Celsius-App am 29. Februar 2024 abgeschaltet. Die Verteilung von Vermögenswerten an berechtigte Gläubiger läuft davon unabhängig weiter.
Die ersten Ausschüttungen begannen im Februar 2024. Je nach Anspruch und Jurisdiktion konnten sie sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammensetzen:
- Bitcoin und Ethereum
- Auszahlungen in US-Dollar
- Aktien des Bitcoin-Mining-Unternehmens Ionic Digital
- mögliche spätere Erlöse aus illiquiden Vermögenswerten und Rechtsverfahren
Im August 2025 wurde eine dritte Ausschüttung über rund 220,6 Millionen US-Dollar für bestimmte Gläubigerklassen bereitgestellt. Im Januar 2026 kündigte Celsius eine vierte Ausschüttung über rund 344,4 Millionen US-Dollar an. Die ersten Versuche sollten im Februar 2026 beginnen und anschließend schrittweise fortgesetzt werden.
Nach Angaben der Abwicklungsstelle setzte sich die vierte Ausschüttung unter anderem aus Erlösen eines Vergleichs mit Tether, freigegebenen Reserven für zuvor strittige Ansprüche und verfallenen Ansprüchen zusammen. Für berechtigte Gläubiger sollte dies voraussichtlich die letzte Ausschüttung in Bitcoin sein. Spätere Zahlungen können stattdessen in US-Dollar oder Stablecoins erfolgen.
Aktuelle Informationen zur vierten Ausschüttung findest Du auf der offiziellen Celsius-Distributionsseite.
Wie hoch ist die Rückzahlung für Celsius-Kunden?
Eine einheitliche Rückzahlungsquote für alle Celsius-Kunden gibt es nicht. Aussagen wie „Gläubiger erhalten 85 Prozent ihrer Einlagen zurück“ sind zu pauschal und können falsche Erwartungen wecken.
Die tatsächliche Erholung hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- Art und Klasse des anerkannten Anspruchs
- gewählte Regelungen und Vergleiche im Insolvenzplan
- bereits erhaltene Ausschüttungen
- Preis von Bitcoin und Ethereum zu den im Insolvenzplan festgelegten Bewertungszeitpunkten
- Anspruch auf Ionic-Digital-Aktien
- Erlöse aus der Verwertung illiquider Vermögenswerte
- Erlöse aus Vergleichen und weiteren Rechtsverfahren
- erfolgreich abgeschlossene Identitätsprüfung und Erreichbarkeit des Gläubigers
Hinzu kommt ein wichtiger Bewertungsunterschied: Die Forderungen wurden grundsätzlich anhand der in den Celsius-Konten ausgewiesenen Vermögenswerte zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags am 13. Juli 2022 in US-Dollar berechnet. Die frühere Anzahl der eingezahlten Coins entspricht deshalb nicht automatisch der Anzahl der später ausgezahlten Coins.
Die Ausschüttungen in Kryptowährungen erfolgten außerdem nur in Bitcoin und Ethereum. Wer andere Kryptowährungen bei Celsius hielt, erhielt diese nicht automatisch in derselben Form zurück.
Was sollten Celsius-Gläubiger jetzt tun?
Betroffene sollten sich nicht ausschließlich auf ältere E-Mails oder Informationen aus der ehemaligen Celsius-App verlassen. Die zentrale Anlaufstelle ist inzwischen das offizielle Claims Portal.
1. Claims Portal aufrufen
Im offiziellen Celsius Claims Portal können berechtigte Gläubiger unter anderem folgende Informationen prüfen:
- bisherige Ausschüttungen
- aktive und noch nicht verwendete Anspruchscodes
- aktuelle Kontakt- und Adressdaten
- zugewiesener Auszahlungspartner
- erforderliche KYC- oder AML-Prüfungen
- fehlende Bank- oder Versandinformationen
- ausdrücklich ausgewiesene noch offene Handlungen
Der Zugang erfolgt über die E-Mail-Adresse, die beim früheren Celsius-Konto hinterlegt war. Änderungen an persönlichen Daten können eine erneute Identitätsprüfung auslösen.
2. Daten bei Celsius und Auszahlungspartner abgleichen
Bei einer Ausschüttung über Coinbase müssen die Angaben des Coinbase-Kontos mit den bei Celsius hinterlegten Informationen übereinstimmen. Abweichungen bei E-Mail-Adresse, Geburtsdatum oder Verifizierungsstatus können die Auszahlung verzögern.
Kann ein Gläubiger durch den vorgesehenen Partner nicht bedient werden, kann die Ausschüttung gegebenenfalls auf eine Auszahlung in US-Dollar umgestellt werden. Solche Änderungen sollten ausschließlich über das Claims Portal oder die offiziell genannten Supportwege vorgenommen werden.
3. Individuelle Fristen beachten
Für nicht eingelöste Ausschüttungen gelten Fristen. Bei einigen frühen Auszahlungsversuchen liefen allgemeine Fristen bereits 2025 ab. Gläubiger späterer Auszahlungsversuche können individuelle Fristen per E-Mail erhalten.
Wer eine Aufforderung erhält, sollte deshalb rechtzeitig reagieren. Unterbleiben erforderliche Angaben oder die Einlösung trotz mehrfacher Kontaktversuche, kann ein Anspruch unter den gerichtlich genehmigten Regeln verfallen.
4. Professionelle Beratung bei Sonderfällen prüfen
Bei größeren Forderungen, abweichenden Kontodaten, Nachlassfällen, Unternehmensforderungen oder steuerlichen Fragen kann eine anwaltliche beziehungsweise steuerliche Beratung sinnvoll sein. Bitcoin2Go kann keine individuelle Prüfung eines Insolvenzanspruchs übernehmen.
Vorsicht vor gefälschten Celsius-Auszahlungen
Gläubiger der Celsius-Insolvenz werden gezielt mit gefälschten E-Mails, Webseiten, Kurznachrichten und Social-Media-Konten angegriffen. Betrüger behaupten häufig, dass zusätzliche Kryptowährungen zur Abholung bereitstehen oder eine Wallet verbunden werden müsse.
Nach Angaben der offiziellen Abwicklungsstelle gilt:
- Celsius fordert niemals telefonisch, per SMS oder über soziale Netzwerke persönliche Kontodaten an.
- Für eine Ausschüttung musst Du keine Wallet mit einer unbekannten Webseite verbinden.
- Celsius verlangt weder Deine Seed Phrase noch private Schlüssel.
- Ein einmaliger Zugangscode darf nicht an Dritte weitergegeben werden.
- Links in unerwarteten E-Mails sollten nicht ungeprüft geöffnet werden.
Rufe das Claims Portal am besten über ein selbst gespeichertes Lesezeichen oder die offizielle Übersicht zu Phishing und zugelassenen Domains auf.
Weitere allgemeine Schutzmaßnahmen erklären wir in unserem Ratgeber zum Erkennen und Vermeiden von Krypto-Betrug.
Was war Celsius Network?
Celsius Network wurde 2017 gegründet und bot zentralisierte Krypto-Finanzdienstleistungen an. Kunden konnten Kryptowährungen bei Celsius hinterlegen und erhielten dafür teilweise hohe Zinsen. Außerdem vergab die Plattform Kredite, die mit Kryptowährungen besichert wurden.
Das Geschäftsmodell beruhte darauf, die Kundeneinlagen weiterzuverleihen oder anderweitig einzusetzen und mit den erzielten Einnahmen die versprochenen Renditen zu finanzieren. Celsius bezeichnete sich häufig als Alternative zum traditionellen Bankensystem und warb mit dem Slogan „Unbank Yourself“.
Technisch handelte es sich jedoch nicht um ein dezentrales Protokoll. Celsius kontrollierte die eingezahlten Vermögenswerte und entschied, wie sie verwendet wurden. Kunden trugen daher neben dem Marktrisiko auch ein erhebliches Gegenpartei-, Liquiditäts- und Insolvenzrisiko.
Warum wurde Celsius Network insolvent?
Der Zusammenbruch lässt sich nicht allein mit fallenden Kryptokursen oder dem Terra-Luna-Crash erklären. Diese Ereignisse erhöhten den Druck, trafen aber auf ein bereits anfälliges Geschäftsmodell.
Fristen- und Liquiditätsrisiko
Kunden konnten ihre Einlagen grundsätzlich kurzfristig zurückfordern. Celsius setzte einen Teil dieser Vermögenswerte jedoch in länger gebundenen, illiquiden oder riskanten Strategien ein. Damit entstand ein Fristenproblem: Die Plattform musste jederzeit liquide Coins auszahlen können, obwohl nicht alle Anlagen kurzfristig verfügbar waren.
Hohe und schwer nachvollziehbare Renditen
Celsius warb mit attraktiven Zinsen auf verschiedene Kryptowährungen. Solche Renditen setzen jedoch entsprechende Einnahmen und Risiken voraus. Als sich die Marktbedingungen verschlechterten, reichten die Erlöse und verfügbaren Mittel nicht mehr aus, um die Verpflichtungen gegenüber Kunden zuverlässig zu erfüllen.
Riskanter Umgang mit Kundengeldern
Spätere Ermittlungen und Gerichtsverfahren zeigten, dass Kunden über die finanzielle Stabilität und Geschäftspraktiken von Celsius getäuscht wurden. Nach Angaben des US-Justizministeriums wurden Kundengelder außerdem verwendet, um den Kurs des unternehmenseigenen CEL-Tokens zu stützen.
Vertrauensverlust und Bank Run
Der Zusammenbruch von TerraUSD und LUNA im Mai 2022 erschütterte den gesamten Kryptomarkt. Gleichzeitig nahmen Zweifel an der Zahlungsfähigkeit verschiedener Kreditplattformen zu. Immer mehr Celsius-Kunden wollten ihre Einlagen abziehen.
Am 12. Juni 2022 stoppte Celsius Auszahlungen, Swaps und Überweisungen. Damit wurde aus einem Liquiditätsproblem eine offene Krise. Einen Monat später beantragte das Unternehmen Insolvenzschutz.
Chronologie der Celsius-Insolvenz
- 2017: Celsius Network wird gegründet.
- 2020 und 2021: Die Plattform wächst während des Kryptobullenmarktes stark und verwaltet zeitweise Vermögenswerte in Milliardenhöhe.
- Mai 2022: Der Terra-Luna-Crash verschärft den Liquiditätsdruck und Vertrauensverlust im Kryptomarkt.
- 12. Juni 2022: Celsius friert Auszahlungen, Swaps und Transfers ein.
- 13. Juli 2022: Das Unternehmen beantragt Gläubigerschutz nach Chapter 11.
- Juli 2022: Gerichtsunterlagen machen eine erhebliche Bilanzlücke sichtbar.
- November 2023: Das Insolvenzgericht bestätigt den Restrukturierungsplan.
- 31. Januar 2024: Celsius verlässt Chapter 11 und beginnt mit der Abwicklung sowie Umsetzung des Plans.
- Februar 2024: Die ersten Ausschüttungen an Gläubiger beginnen.
- 29. Februar 2024: Die Celsius-App und die Webanwendung werden abgeschaltet.
- August 2025: Eine dritte Ausschüttung über rund 220,6 Millionen US-Dollar wird bereitgestellt.
- Januar 2026: Eine vierte Ausschüttung über rund 344,4 Millionen US-Dollar wird angekündigt.
Was wurde aus Celsius-Gründer Alex Mashinsky?
Die Insolvenz hatte auch strafrechtliche Folgen für den früheren CEO Alex Mashinsky. Die US-Behörden warfen ihm vor, Kunden über die Sicherheit und finanzielle Situation der Plattform getäuscht und den Markt für den CEL-Token manipuliert zu haben.
Mashinsky bekannte sich im Dezember 2024 wegen Rohstoff- und Wertpapierbetrugs schuldig. Im Mai 2025 verurteilte ihn ein US-Bundesgericht zu zwölf Jahren Haft. Das US-Justizministerium dokumentiert das Urteil und die zentralen Vorwürfe.
Im Juli 2026 teilte die US-Verbraucherschutzbehörde FTC außerdem mit, dass Mashinsky und zwei weitere Celsius-Mitgründer insgesamt 16,5 Millionen US-Dollar zur Beilegung zivilrechtlicher Vorwürfe zahlen sollen. Die Vereinbarungen untersagen ihnen zudem bestimmte Tätigkeiten im Bereich von Finanz- und Kryptoprodukten. Weitere Details veröffentlicht die Federal Trade Commission.
Was ist Ionic Digital?
Ionic Digital ist ein Bitcoin-Mining-Unternehmen, das im Rahmen des Celsius-Restrukturierungsplans entstand. Bestimmte berechtigte Gläubiger erhielten neben Kryptowährungen oder US-Dollar auch Anteile an Ionic Digital.
Die Ausgabe dieser Aktien begann nach Inkrafttreten des Insolvenzplans. Gläubiger sollten beachten, dass sich Änderungen ihrer persönlichen Daten im Celsius Claims Portal nicht automatisch auf das Aktionärsregister von Ionic Digital übertragen. Dafür ist das von Ionic Digital beziehungsweise dessen Transferstelle bereitgestellte Aktionärsportal maßgeblich.
Die Aktien stellen einen möglichen Bestandteil der Rückgewinnung dar. Ihr tatsächlicher wirtschaftlicher Wert und ihre Handelbarkeit sind jedoch nicht garantiert. Sie sollten deshalb nicht mit einer sofort verfügbaren Barauszahlung gleichgesetzt werden.
Was können Anleger aus der Celsius-Insolvenz lernen?
Die Celsius-Insolvenz zeigt, dass Zinsen auf Kryptowährungen nicht risikolos entstehen. Selbst wenn eine Benutzeroberfläche einem Sparkonto ähnelt, können sich rechtliche Eigentumsverhältnisse und Schutzmechanismen grundlegend von einer Bankeinlage unterscheiden.
Zinsquelle verstehen
Vor einer Einzahlung solltest Du prüfen, wie ein Anbieter die versprochene Rendite erwirtschaftet. Mögliche Quellen sind besicherte Kredite, unbesicherte Darlehen, Market Making, DeFi-Strategien oder Token-Anreize. Je weniger transparent die Ertragsquelle ist, desto schwieriger lässt sich das tatsächliche Risiko einschätzen.
Lending und Staking unterscheiden
Beim Lending überlässt Du Coins einem Kreditnehmer oder einer Plattform und trägst ein Gegenparteirisiko. Beim nativen Staking werden Coins dagegen zur Absicherung eines Proof-of-Stake-Netzwerks eingesetzt. Auch Staking ist nicht risikofrei, beruht aber auf einem anderen Mechanismus.
Die Grundlagen erklären wir in unserem Beitrag Was ist Staking und wie funktioniert es?.
Verwahrung und Eigentum prüfen
Wer Coins an eine zentrale Plattform überträgt, gibt regelmäßig die unmittelbare Kontrolle über die privaten Schlüssel ab. Im Insolvenzfall kann dadurch statt eines jederzeit verfügbaren Guthabens lediglich eine Forderung gegen das Unternehmen bestehen.
Mehr dazu findest Du in unserem Ratgeber zum sicheren Verwahren von Kryptowährungen.
Anbieter nicht nur nach Rendite auswählen
Eine hohe Verzinsung sollte niemals das einzige Auswahlkriterium sein. Wichtig sind unter anderem Regulierung, Transparenz, Verwahrmodell, Risikomanagement, Auszahlungsbedingungen und die wirtschaftliche Herkunft der Rendite.
Unsere Übersicht Die besten Staking- und Zinsanbieter für Kryptowährungen hilft Dir dabei, aktuelle Angebote und ihre Eigenschaften miteinander zu vergleichen. Auch bei einem gut bewerteten Anbieter bleiben Kurs-, Plattform-, Gegenpartei- und regulatorische Risiken bestehen.
Risiken auf mehrere Ebenen verteilen
Lege nicht den überwiegenden Teil Deines Krypto-Portfolios bei einem einzigen Kredit- oder Zinsanbieter an. Eine Kombination aus eigener Verwahrung, begrenzten Plattformbeständen und nachvollziehbaren Positionsgrößen kann das Schadenspotenzial reduzieren.
Weitere Hinweise findest Du in unserem Ratgeber zum Aufbau eines langfristigen Krypto-Portfolios.
Fazit zur Celsius-Insolvenz
Celsius Network ist keine aktive Krypto-Zinsplattform mehr. Das Unternehmen verließ zwar Anfang 2024 das Chapter-11-Verfahren, wird seitdem aber abgewickelt. Ausschüttungen an Gläubiger laufen weiterhin und können neben Bitcoin, Ethereum und US-Dollar auch Aktien von Ionic Digital umfassen.
Betroffene sollten ihre Daten und offenen Schritte ausschließlich über das offizielle Claims Portal prüfen und besonders vorsichtig mit unerwarteten E-Mails oder angeblichen zusätzlichen Auszahlungen umgehen. Die individuelle Rückgewinnung lässt sich nicht mit einer allgemeinen Quote zusammenfassen.
Für Anleger bleibt Celsius ein wichtiges Beispiel dafür, dass hohe Krypto-Zinsen mit erheblichen Gegenpartei- und Liquiditätsrisiken verbunden sein können. Nicht die Höhe der Rendite, sondern ihre Herkunft, das Verwahrmodell und das Verhalten des Anbieters in Stressphasen sollten bei der Bewertung im Mittelpunkt stehen.
Häufige Fragen zur Celsius-Insolvenz
Ist Celsius Network noch aktiv?
Nein. Celsius bietet seine frühere Krypto-Lending-Plattform nicht mehr an. Das Unternehmen verließ das Insolvenzverfahren am 31. Januar 2024 und wird abgewickelt. Die App und Webanwendung wurden Ende Februar 2024 abgeschaltet.
Bekommen Celsius-Kunden ihr Geld zurück?
Berechtigte Gläubiger erhalten Ausschüttungen entsprechend dem bestätigten Insolvenzplan. Die individuelle Höhe hängt von der Anspruchsklasse, früheren Ausschüttungen und weiteren Faktoren ab. Eine vollständige Erstattung der früher angezeigten Kontobestände ist nicht garantiert.
Gibt es 2026 noch Celsius-Auszahlungen?
Ja. Im Januar 2026 wurde eine vierte Ausschüttung über rund 344,4 Millionen US-Dollar angekündigt. Die Auszahlungsversuche sollten im Februar 2026 beginnen und anschließend schrittweise fortgesetzt werden.
Wo kann ich meine Celsius-Auszahlung prüfen?
Das offizielle Celsius Claims Portal zeigt berechtigten Gläubigern unter anderem die Auszahlungshistorie, den zugewiesenen Partner, persönliche Daten und noch ausstehende Handlungen an.
Warum habe ich weniger erhalten als mein früherer Kontostand?
Die Insolvenzforderungen wurden grundsätzlich anhand des US-Dollar-Wertes der Vermögenswerte zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags berechnet. Zudem unterscheiden sich Anspruchsklassen und Zusammensetzung der Ausschüttungen. Der frühere Coin-Bestand in der App entspricht daher nicht automatisch der späteren Auszahlung.
Welche Coins zahlt Celsius aus?
Krypto-Ausschüttungen wurden nach dem bestätigten Plan grundsätzlich in Bitcoin und Ethereum vorgenommen. Abhängig von Anspruch, Partner und Jurisdiktion sind außerdem Zahlungen in US-Dollar sowie weitere Ausschüttungsformen möglich.
Was ist Ionic Digital?
Ionic Digital ist ein Bitcoin-Mining-Unternehmen, das im Rahmen des Restrukturierungsplans entstand. Bestimmte Gläubiger erhielten Aktien des Unternehmens als Teil ihrer Rückgewinnung.
Was wurde aus Alex Mashinsky?
Der frühere Celsius-CEO bekannte sich wegen Rohstoff- und Wertpapierbetrugs schuldig. Im Mai 2025 wurde er zu zwölf Jahren Haft verurteilt.
Ist Krypto-Lending nach Celsius grundsätzlich unsicher?
Krypto-Lending ist nicht automatisch unseriös, beinhaltet aber immer zusätzliche Risiken. Dazu gehören insbesondere Gegenpartei-, Liquiditäts-, Verwahrungs- und Insolvenzrisiken. Anleger sollten Geschäftsmodell, Regulierung und Herkunft der Rendite genau prüfen.

