• US-Inflation steigt stärker als erwartet:
    Die Verbraucherpreise klettern auf 3,7 %, während die Erzeugerpreise mit 6,3 % den höchsten Stand seit Ende 2022 erreichen.
  • Fed-Zinserhöhung wieder im Gespräch:
    Laut CME FedWatch liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Oktober bei 17,2 %. Eine Zinspause bleibt mit 82,8 % das wahrscheinlichere Szenario.
  • Ölpreise verschärfen den Inflationsdruck:
    Der Konflikt im Nahen Osten treibt die Energiekosten und könnte dafür sorgen, dass die Inflation länger auf einem hohen Niveau bleibt.
  • Bitcoin kämpft mit 80.000 US-Dollar:
    Sollte diese Unterstützung fallen, könnte die Short-Term-Holder-Kostenbasis bei rund 74.400 US-Dollar als nächster wichtiger Bereich in den Fokus rücke
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US-Inflation schießt nach oben – Erzeugerpreise überraschen stark

Die in der vergangenen Woche veröffentlichten US-Inflationsdaten dürften der amerikanischen Notenbank wenig Freude bereitet haben. Bereits am Mittwoch sorgten die Verbraucherpreise für eine erste negative Überraschung. Im September stieg die jährliche Inflationsrate von zuvor 3,4 % auf 3,7 % und lag damit über den erwarteten 3,6 %. Auch die Kerninflation, bei der Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden, zog von 2,4 % auf 2,6 % an. Gerechnet worden war lediglich mit 2,5 %. 

Auch am Donnerstag fiel die Überraschung deutlich aus. Die US-Erzeugerpreise stiegen im September um 6,3 % gegenüber dem Vorjahr, während Analysten nur mit 5,3 % gerechnet hatten. Die Kernrate lag mit 5,0 % über den erwarteten 4,4 %. Damit erreichte die Erzeugerpreisinflation den höchsten Stand seit Ende 2022. 

Problematisch sind weiterhin die hohen Ölpreise und der Konflikt im Nahen Osten. Steigende Energiekosten verteuern nicht nur Benzin und andere Produkte, sondern auch die Herstellung und den Transport von Waren. Unternehmen könnten diese zusätzlichen Kosten zunehmend an ihre Kunden weitergeben, wodurch der Inflationsdruck länger anhalten könnte.

Fed unter Druck: Kommt die nächste Zinserhöhung schon im Oktober?

Für die amerikanische Notenbank wird die Situation damit immer schwieriger. Schließlich liegt die Inflation weiterhin deutlich über dem angestrebten Ziel von 2 %, während die hohen Energiepreise eine schnelle Entspannung erschweren. Entsprechend ist nach den jüngsten Daten auch die Möglichkeit einer Zinserhöhung wieder stärker in den Fokus gerückt. 

Laut dem CME FedWatch Tool rechnen derzeit 17,2 % der Marktteilnehmer mit einer Anhebung um 25 Basispunkte bei der nächsten Fed-Sitzung am 28. Oktober. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 82,8 % bleibt eine Zinspause allerdings weiterhin das wahrscheinlichste Szenario. 

Sollten die Verbraucher- und Erzeugerpreise in den kommenden Monaten auf diesem hohen Niveau bleiben, könnte die Federal Reserve ihre Geldpolitik dennoch weiter verschärfen und somit die Risikobereitschaft der Investoren dämpfen.

Wahrscheinlichkeiten für die Fed-Zinsentscheidung im Oktober. Quelle: CME FedWatch Tool
Wahrscheinlichkeiten für die Fed-Zinsentscheidung im Oktober. Quelle: CME FedWatch Tool

Bitcoin kämpft mit 80.000 US-Dollar – wie weit könnte die Korrektur gehen?

Am Krypto-Markt haben die jüngsten Inflationsdaten bereits deutliche Spuren hinterlassen. Bitcoin geriet in der vergangenen Woche kräftig unter Druck und fiel zeitweise bis in den Bereich von 80.000 US-Dollar zurück. Auch zahlreiche Altcoins mussten Verluste hinnehmen. Dahinter steckt vor allem die Sorge, dass die amerikanische Notenbank die Zinsen länger auf einem erhöhten Niveau belassen oder sogar nochmals anheben könnte.

Für Anlagen wie Bitcoin wäre das zunächst keine gute Nachricht. Höhere Zinsen machen verzinste Anlagen attraktiver und können gleichzeitig die Risikobereitschaft der Investoren verringern. Hinzu kommt, dass die Aussicht auf eine strengere Geldpolitik häufig den US-Dollar und die amerikanischen Anleiherenditen stützt, was zusätzlichen Druck auf den Krypto-Markt ausüben kann.

Aus technischer Sicht steht deshalb zunächst die Marke von 80.000 US-Dollar im Mittelpunkt. Bitcoin notiert derzeit wieder knapp oberhalb dieser psychologisch wichtigen Unterstützung. Solange sich der Kurs hier stabilisieren kann, besteht durchaus die Chance auf eine Erholung. Sollte die Marke allerdings nachhaltig unterschritten werden, könnte sich die jüngste Korrektur nochmals ausweiten.

Ein möglicher Unterstützungsbereich liegt dann bei rund 74.400 US-Dollar. Dort verläuft nach den vorliegenden Onchain-Daten aktuell die sogenannte Short-Term-Holder-Kostenbasis, also der durchschnittliche Einstiegspreis derjenigen Anleger, die ihre Bitcoin innerhalb der vergangenen 155 Tage gekauft haben. In der Vergangenheit hat dieser Bereich immer wieder eine wichtige Rolle gespielt und teilweise für eine Stabilisierung des Kurses gesorgt.

Bitcoin: Short-Term-Holder-Kostenbasis liegt bei 74.400 USD. Quelle: Checkonchain
Bitcoin: Short-Term-Holder-Kostenbasis liegt bei 74.400 USD. Quelle: Checkonchain

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Fazit zum aktuellen Bitcoin-Kurs

Die jüngsten Inflationsdaten aus den USA haben die Aussichten für Bitcoin zunächst verschlechtert. Sowohl die Verbraucher- als auch die Erzeugerpreise sind stärker gestiegen als erwartet und machen es der Federal Reserve zunehmend schwerer, ihre Geldpolitik zu lockern. Besonders die hohen Ölpreise bleiben dabei ein Problem, da sie den Inflationsdruck in den kommenden Monaten weiter verstärken könnten.

Immerhin rechnen die Märkte für die Fed-Sitzung am 28. Oktober weiterhin mehrheitlich mit unveränderten Zinsen. Für Bitcoin dürfte kurzfristig vor allem die Marke von 80.000 US-Dollar wichtig bleiben. Sollte diese Unterstützung halten, könnte sich der Kurs wieder etwas erholen. Fällt Bitcoin hingegen nachhaltig darunter, wäre für mich die Short-Term-Holder-Kostenbasis bei rund 74.400 US-Dollar der nächste Bereich, den ich genauer beobachten würde.