In den USA ist ein weiterer großer Schritt für die Kryptowelt gemacht. Die Bankenaufsicht OCC hat die endgültigen Vorschriften zur Umsetzung des GENIUS Acts veröffentlicht. Ab Januar 2027 gelten damit neue Regeln für Stablecoin-Anbieter. Vor allem eine Entscheidung zu Zinsen und Belohnungsprogrammen sorgt für Aufmerksamkeit. Was ändert sich jetzt für den Kryptomarkt?

USA schaffen klare Regeln für Stablecoins – das ändert sich jetzt

Die amerikanische Bankenaufsicht OCC hat am Mittwoch, dem 21. Oktober, ihre endgültigen Vorschriften zur Umsetzung des GENIUS Acts veröffentlicht. Damit nimmt die Regulierung von Stablecoins in den USA deutlich konkretere Formen an. Bereits am 18. Januar 2027 sollen die neuen Regeln in Kraft treten.

Im Mittelpunkt steht vor allem die Sicherheit der digitalen Dollar-Token. Anbieter müssen ihre ausgegebenen Stablecoins künftig vollständig durch entsprechende Reservewerte absichern. Vereinfacht bedeutet das: Für jeden ausgegebenen digitalen Dollar muss mindestens ein Dollar an zulässigen Sicherheiten vorhanden sein. Hinzu kommen strengere Vorgaben für die Verwahrung der Reserven, das Risikomanagement und die regelmäßige Überprüfung der Unternehmen.

Auch bei der Rückzahlung gibt es klare Anforderungen. Anleger sollen ihre Stablecoins grundsätzlich innerhalb von zwei Geschäftstagen zum vorgesehenen Gegenwert einlösen können.

Für Unternehmen wie Circle, den Herausgeber des Stablecoins USDC, oder andere Anbieter bedeutet das zusätzliche regulatorische Anforderungen. Gleichzeitig schafft der neue Rahmen aber auch mehr Rechtssicherheit, da künftig klarer geregelt ist, unter welchen Voraussetzungen Stablecoins in den USA ausgegeben werden dürfen.

Zinsen auf Stablecoins – OCC lässt eine wichtige Tür offen

Für Diskussionen sorgt vor allem die Frage, ob Anleger mit Stablecoins künftig weiterhin Zinsen oder ähnliche Belohnungen erhalten können. Denn während Stablecoin-Herausgeber ihren Kunden keine direkten Zinsen allein für das Halten ihrer Token zahlen dürfen, fällt die endgültige Regelung bei Drittanbietern weniger streng aus als zunächst geplant.

Ursprünglich wollte die OCC bestimmte Belohnungsmodelle von verbundenen Unternehmen und Drittanbietern grundsätzlich als mögliche Umgehung des Zinsverbots einstufen. Diese pauschale Vermutung wurde nun gestrichen.

Damit könnten Kryptobörsen wie Coinbase auch künftig entsprechende Belohnungsprogramme anbieten. Allerdings bedeutet das keine uneingeschränkte Erlaubnis. Die Aufsichtsbehörde will solche Angebote weiterhin einzeln prüfen und sicherstellen, dass das gesetzliche Zinsverbot nicht umgangen wird.

Zwischen Banken und Kryptounternehmen dürfte das für weiteren Wettbewerb sorgen. Während traditionelle Banken befürchten, dass Kunden ihr Geld zunehmend in Stablecoins umschichten könnten, sehen Kryptoanbieter darin eine Möglichkeit, neue Nutzer zu gewinnen und ihre Produkte attraktiver zu machen.


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GENIUS Act könnte Stablecoin-Markt langfristig stärken

Auch US-Finanzminister Scott Bessent bewertet die neuen Vorschriften als historischen Schritt. Er zog sogar einen Vergleich zum amerikanischen National Currency Act von 1863, der damals einen einheitlichen Rahmen für die Ausgabe von Bankwährungen schuf. Eine ähnliche Bedeutung könnte der GENIUS Act seiner Ansicht nach nun für digitale Dollar-Stablecoins bekommen.

Langfristig könnte die Regulierung dafür sorgen, dass Stablecoins stärker in das traditionelle Finanzsystem integriert werden. Klare Vorgaben machen den Markt für Banken, Zahlungsdienstleister und institutionelle Investoren leichter zugänglich und könnten die Verbreitung digitaler Dollar-Zahlungen weiter beschleunigen.

Allerdings ist die Regulierung noch nicht in sämtlichen Bereichen abgeschlossen. Weitere Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung und zur Einhaltung von Sanktionen sollen in einem separaten Verfahren folgen. Die nun veröffentlichten Regeln betreffen zunächst den Zuständigkeitsbereich der OCC.

Fazit: Positive Entwicklung für den Krypto-Markt

Mit den neuen Stablecoin-Regeln schaffen die USA mehr Rechtssicherheit und legen die Grundlage für eine stärkere Verbreitung digitaler Dollar-Token. Vor allem die vollständige Absicherung durch Reserven und die klaren Anforderungen an Anbieter könnten das Vertrauen in den Markt stärken.

Dass Belohnungsprogramme von Kryptobörsen nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, ist ebenfalls eine positive Nachricht für die Branche. Langfristig könnte der GENIUS Act damit sowohl den Wettbewerb als auch die Integration von Kryptowährungen in das klassische Finanzsystem voranbringen.