Die Zcash-Entwickler haben den nächsten Schritt für das November-Upgrade beschlossen: Am 20. Oktober verständigte sich das zuständige Entwicklergremium auf Block 3.543.405 als geplanten Aktivierungspunkt für NU7. Dieser dürfte ungefähr am 5. November erreicht werden.

Damit wird konkret, wann Nutzer von deutlich kürzeren Wartezeiten beim Überweisen und Bezahlen profitieren könnten.

NU7 soll den angestrebten Abstand zwischen neuen Blöcken von 75 auf 25 Sekunden verkürzen. ZEC könnten dadurch beim Bezahlen, bei Einzahlungen auf Börsen und beim Tausch zwischen Netzwerken schneller verfügbar werden.

Entwickler Sean Bowe hat den vereinbarten Aktivierungsblock bereits in einem Änderungsantrag auf Github festgehalten.

Was schnellere Zcash-Blöcke im Alltag bringen

Mit NU7 soll die angestrebte Blockzeit von 75 auf 25 Sekunden sinken. Das verkürzt die Wartezeit bis zur Bestätigung einer Transaktion und kann bei Zahlungen, Börseneinzahlungen und Transfers zwischen Netzwerken einen spürbaren Unterschied machen

Wie groß dieser ausfällt, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab:

  • Erste Bestätigung: Die durchschnittliche Wartezeit sinkt bei zeitnaher Aufnahme in den nächsten Block von etwa 75 auf 25 Sekunden.
  • Drei Bestätigungen: Rechnerisch verkürzt sich die Dauer von drei Minuten und 45 Sekunden auf eine Minute und 15 Sekunden.
  • Börseneinzahlungen: ZEC könnten schneller handelbar werden, sofern die Plattform ihre erforderliche Bestätigungszahl beibehält.
  • Zahlungen: Dienste, die bei kleineren Beträgen bereits eine Bestätigung akzeptieren, könnten den Geschwindigkeitsgewinn unmittelbar weitergeben.

Diese Zahlen beschreiben den Protokolltakt, keine garantierte Bearbeitungszeit. Blockabstände schwanken, und die Freigabe einer Einzahlung bleibt an die Regeln des Anbieters gebunden.

Laut dem technischen Vorschlag zur Verkürzung der Blockzeiten hängt der Zeitgewinn auch von den Sicherheitsanforderungen der Empfänger ab. Wie viel schneller Zahlungen tatsächlich verfügbar sind, bestimmen deshalb Börsen und Zahlungsdienste mit ihrer jeweiligen Bestätigungspraxis.

Private Zahlungen werden schneller, ihre Nutzung bleibt entscheidend

Für Zcash ist das höhere Tempo besonders bei vollständig abgeschirmten Zahlungen interessant, die Absender, Empfänger und Betrag vor der öffentlichen Blockchain-Analyse verbergen. Die Zcash Foundation beschreibt die bisherigen Wartezeiten so:

„Das ist ein echtes Hindernis für Zahlungen an der Kasse, Börseneinzahlungen und Cross-Chain-Bridges.“

NU7 könnte diese Zahlungen komfortabler machen, wobei der praktische Nutzen von unterstützenden Wallets, Zahlungsdiensten und Akzeptanzstellen abhängt. Ob daraus zusätzliche Nutzung entsteht, muss sich nach der Umsetzung zeigen.

Auch bei der Kapazität setzt NU7 an. Nach Angaben der Foundation sollen angepasste Limits den möglichen Durchsatz des Orchard-Protokolls auf mehr als das Doppelte erhöhen und zugleich die maximale Synchronisierungslast leichter Wallets durch Spam reduzieren. Zusätzliche Kapazität soll damit auch für mobile Wallets praktikabel bleiben.

Neue Gebührenregeln verändern die Finanzierung des Netzwerks

Die höhere Blockfrequenz soll die reguläre Ausgabe neuer ZEC pro Tag unverändert lassen. Dafür sinkt die vorgesehene Belohnung je Block entsprechend, während der zeitliche Halving-Rhythmus erhalten bleibt. Aus den schnelleren Blöcken entsteht somit kein zusätzlicher laufender Verwässerungseffekt.

Ökonomisch interessanter ist der neue Mechanismus zur Finanzierung der Netzwerksicherheit. Nach dem für NU7 vorgesehenen Vorschlag zur Neuverteilung der Transaktionsgebühren sollen 60 Prozent der Gebühren zunächst aus dem Umlauf genommen werden.

Die zurückgehaltenen Beträge sollen später als Blockbelohnungen wieder ausgegeben werden, nach dem veröffentlichten Zeitplan ab Februar 2031.

Die Obergrenze von 21 Millionen ZEC bleibt bestehen. Der Mechanismus verlagert einen Teil der heutigen Gebühreneinnahmen in das künftige Sicherheitsbudget. Für den Kurs zählt dabei die Größenordnung: Wie viele ZEC zwischenzeitlich dem Umlauf entzogen werden, hängt vom Gebührenaufkommen ab.

Die Quote von 60 Prozent allein begründet deshalb noch keinen relevanten Angebotsschock.

ZEC legt zu: Wie viel Upgrade steckt bereits im Kurs?

Aktuell notiert ZEC bei rund 1.282 US-Dollar, etwa zwölf Prozent über dem Stand von 24 Stunden zuvor. Mit der Konkretisierung des November-Upgrades bekommt die Rally einen greifbaren fundamentalen Anknüpfungspunkt: Zcash stellt Verbesserungen in Aussicht, die Nutzer beim Bezahlen und Überweisen tatsächlich bemerken könnten.

Zcash (ZEC) im Sieben-Tage-Verlauf: Der Kurs legt nach der Konkretisierung der Upgrade-Pläne für November zu.
Zcash (ZEC) im Sieben-Tage-Verlauf: Der Kurs legt nach der Konkretisierung der Upgrade-Pläne für November zu. Quelle: CoinMarketCap.

Mit der Einigung auf einen Aktivierungsblock gewinnen die seit September bekannten Pläne an Verbindlichkeit. Darin liegt der neue Impuls für Anleger: Die technischen Vorteile waren bereits absehbar, nun nimmt ihre Umsetzung konkretere Formen an. Bis zur geplanten Umstellung im November stehen allerdings noch technische Schritte aus.

Ein Teil der Upgrade-Erwartungen könnte nach dem jüngsten Kursanstieg bereits eingepreist sein. Weiteres Potenzial läge darin, dass die Verbindung aus Privatsphäre und kürzeren Wartezeiten zusätzliche Nutzung und Nachfrage nach ZEC anzieht.

Für die Kursentwicklung zählt dabei auch, ob Nutzer ZEC lediglich für einzelne Zahlungen bewegen oder dauerhaft größere Bestände halten. NU7 liefert eine bessere technische Grundlage. Wie viel davon bereits im Kurs steckt, lässt sich nicht beziffern, doch die jüngste Rallye erhöht die Erwartungen an den tatsächlichen Nutzen.

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Besitzer alter Sprout-Bestände müssen genauer hinsehen

Für einen begrenzten Nutzerkreis hat NU7 unmittelbarere Konsequenzen: Das Upgrade soll Transaktionen der Version 4 deaktivieren, die für Transfers aus dem ursprünglichen abgeschirmten Bereich Sprout erforderlich sind. Dort verbleibende ZEC wären nach der Aktivierung nicht mehr ausgebbar.

Der Vorschlag ZIP 2003 lässt eine spätere Wiederherstellung des Zugriffs theoretisch offen, enthält dafür aber keine Zusage. Besitzer solcher Altbestände sollten rechtzeitig prüfen, wie sich ihre Guthaben übertragen lassen.

Die Transaktion muss vor der Aktivierung in die Blockchain aufgenommen werden. Diese Einschränkung betrifft Sprout und lässt sich nicht pauschal auf andere Zcash-Bestände übertragen.

Fazit: Mehr Nutzen für Zcash, höhere Erwartungen an ZEC

Mit NU7 sollen schnellere Bestätigungen und mehr Kapazität Zcash als Zahlungsnetzwerk attraktiver machen. Nutzer könnten davon beim Bezahlen, Überweisen und bei Börseneinzahlungen profitieren, sofern die jeweiligen Dienste das höhere Tempo weitergeben.

Die konkretisierten November-Pläne verleihen dieser Aussicht mehr Gewicht und liefern damit auch einen fundamentalen Anknüpfungspunkt für ZEC.

Ein weiterer Kursschub wäre vor allem dann plausibel, wenn die Verbindung aus Privatsphäre und kürzeren Wartezeiten zusätzliche Nutzung und Nachfrage erzeugt. Nach der jüngsten Rallye steigen allerdings auch die Erwartungen: Entscheidend wird, ob der tatsächliche Nutzen die Nachfrage über den Upgrade-Termin hinaus trägt.