Das Wichtigste zum Bitcoin Mempool

Wenn Du Bitcoin versendest, erscheint die Transaktion nicht sofort in der Blockchain. Zunächst wird sie an das Bitcoin-Netzwerk übermittelt und von den teilnehmenden Nodes überprüft. Gültige, aber noch nicht bestätigte Transaktionen landen anschließend im sogenannten Mempool.

Der Bitcoin Mempool ist damit eine Art digitaler Wartebereich für unbestätigte Transaktionen. Miner wählen aus diesem Pool jene Transaktionen aus, die sie in den nächsten Block aufnehmen möchten. Dabei spielen vor allem die Transaktionsgebühren und die Größe einer Transaktion eine wichtige Rolle.

In diesem Beitrag erfährst Du, wie der Bitcoin Mempool funktioniert, weshalb sich Transaktionen dort stauen können und wie Du die aktuelle Auslastung selbst überprüfst.

Hier die Zusammenfassung zum Mempool:

  • Der Mempool enthält gültige Bitcoin-Transaktionen, die noch nicht in einem Block bestätigt wurden.
  • Es gibt nicht den einen zentralen Mempool. Jede Bitcoin Node verwaltet ihren eigenen Transaktionspool.
  • Miner bevorzugen in der Regel Transaktionen mit einer hohen Gebühr im Verhältnis zu ihrer Größe.
  • Bei hoher Netzwerkauslastung steigen häufig die notwendigen Transaktionsgebühren.
  • Mit einem Mempool Explorer kannst Du den Status einer Transaktion und die aktuelle Gebührensituation prüfen.

Was ist der Bitcoin Mempool?

Der Begriff Mempool ist eine Kurzform von „Memory Pool“. Gemeint ist ein temporärer Speicher, in dem eine Bitcoin Node gültige, aber noch unbestätigte Transaktionen aufbewahrt.

Nachdem Du eine Bitcoin-Transaktion versendet hast, wird sie an andere Teilnehmer im Netzwerk weitergeleitet. Die empfangenden Nodes prüfen unter anderem, ob die verwendeten Bitcoin tatsächlich verfügbar sind, die digitale Signatur gültig ist und die Transaktion den jeweiligen Regeln der Node entspricht.

Besteht die Transaktion diese Prüfungen, nimmt die Node sie in ihren Mempool auf und leitet sie an weitere Nodes weiter. Dort wartet die Transaktion, bis sie von einem Miner in einen Block aufgenommen wird. Mempool.space beschreibt den Mempool entsprechend als Warteschlange für ausstehende und unbestätigte Transaktionen einer Node.

Sobald ein Miner die Transaktion in einen gültigen Block integriert und dieser Block an das Netzwerk übermittelt wird, gilt die Transaktion als bestätigt. Die Nodes entfernen sie anschließend aus ihrem Mempool.

Gibt es nur einen Bitcoin Mempool?

Es gibt keinen zentralen oder für alle Teilnehmer identischen Bitcoin Mempool. Jede Node führt einen eigenen lokalen Mempool.

Die Inhalte können sich deshalb leicht unterscheiden. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Eine Transaktion hat noch nicht jede Node erreicht.
  • Nodes können unterschiedliche Speichergrenzen verwenden.
  • Einzelne Nodes können abweichende Richtlinien für die Annahme von Transaktionen festlegen.
  • Eine Node kann ältere oder besonders niedrig vergütete Transaktionen aus ihrem Mempool entfernen.

Wenn von „dem Bitcoin Mempool“ gesprochen wird, ist daher meist die Gesamtheit der aktuell im Netzwerk verbreiteten und noch nicht bestätigten Transaktionen gemeint.

Der Mempool ist außerdem kein Bestandteil der Bitcoin-Blockchain. Er ist lediglich ein temporärer Speicher. Erst mit der Aufnahme in einen gültigen Block wird eine Transaktion dauerhaft in der Blockchain festgehalten.

Wie gelangt eine Bitcoin-Transaktion in den Mempool?

Eine Bitcoin-Transaktion durchläuft vereinfacht mehrere Schritte:

  1. Eine Wallet erstellt und signiert die Transaktion.
  2. Die Wallet übermittelt sie an eine Bitcoin Node.
  3. Die Node überprüft die Transaktion.
  4. Bei erfolgreicher Prüfung nimmt die Node sie in ihren Mempool auf.
  5. Die Transaktion wird an weitere Nodes weitergeleitet.
  6. Ein Miner nimmt sie in einen neuen Block auf.
  7. Nach der Aufnahme in die Blockchain erhält sie ihre erste Bestätigung.

Bei der Prüfung kontrollieren Nodes beispielsweise, ob die Transaktion korrekt aufgebaut ist und gültige Bitcoin UTXOs ausgibt. UTXOs sind noch nicht ausgegebene Transaktionsausgänge und bilden die Grundlage für neue Bitcoin-Transaktionen.

Nodes verhindern dadurch unter anderem, dass dieselben Bitcoin innerhalb ihres bekannten Netzwerkzustands mehrfach ausgegeben werden.

Wie wählen Miner Transaktionen aus dem Mempool aus?

Miner können nicht beliebig viele Transaktionen in einen Block aufnehmen, da der verfügbare Blockspace begrenzt ist. Sie müssen deshalb auswählen, welche Transaktionen sie berücksichtigen.

Aus wirtschaftlicher Sicht möchten Miner möglichst hohe Transaktionsgebühren einnehmen. Entscheidend ist dabei nicht allein die absolute Gebühr, sondern vor allem die sogenannte Fee Rate.

Die Fee Rate gibt an, wie viele Satoshis eine Transaktion pro virtuellem Byte bezahlt. Sie wird üblicherweise in sat/vBangegeben.

Eine große Transaktion kann insgesamt eine höhere Gebühr zahlen, aber dennoch eine niedrigere Fee Rate haben als eine kleinere Transaktion. Für Miner ist die kleinere Transaktion dann möglicherweise attraktiver, weil sie gemessen am benötigten Blockspace mehr Gebühren einbringt.

Mehr über die Zusammensetzung der Kosten erfährst Du in unserem Beitrag über Bitcoin Gebühren.

Neben der Fee Rate müssen Miner auch Abhängigkeiten zwischen Transaktionen berücksichtigen. Gibt eine Transaktion einen Output aus, der selbst noch nicht bestätigt wurde, muss zuerst die übergeordnete Transaktion in den Block aufgenommen werden. Miner betrachten deshalb teilweise ganze Transaktionspakete statt ausschließlich einzelne Transaktionen.

Warum ist der Bitcoin Mempool manchmal voll?

Die Auslastung des Mempools steigt, wenn mehr neue Transaktionen eintreffen, als in den produzierten Blöcken verarbeitet werden können.

Das kann beispielsweise passieren, wenn:

  • besonders viele Nutzer gleichzeitig Bitcoin versenden,
  • der Bitcoin-Kurs starke Bewegungen verzeichnet,
  • Börsen oder andere Dienste zahlreiche Auszahlungen abwickeln,
  • Anwendungen große Mengen an Blockchain-Daten veröffentlichen,
  • vorübergehend weniger Blockspace zur Verfügung steht.

Auch Protokolle und Anwendungen wie Bitcoin Ordinals können zeitweise zusätzliche Nachfrage nach Blockspace erzeugen.

Bei hoher Auslastung konkurrieren Nutzer um die begrenzte Kapazität der nächsten Blöcke. Viele Wallets schlagen daraufhin höhere Gebühren vor, damit die jeweilige Transaktion schneller berücksichtigt wird.

Ein voller Mempool bedeutet jedoch nicht, dass Bitcoin technisch überlastet oder funktionsunfähig ist. Er zeigt zunächst, dass die aktuelle Nachfrage nach Blockspace größer ist als das kurzfristige Angebot.

Welchen Einfluss hat der Mempool auf die Bitcoin-Gebühren?

Bitcoin besitzt keine feste Netzwerkgebühr. Nutzer bestimmen beziehungsweise bestätigen beim Versenden selbst, welche Gebühr sie bezahlen möchten. Viele Wallets verwenden dafür automatische Gebührenschätzungen.

Bei einem nahezu leeren Mempool können häufig auch Transaktionen mit niedriger Fee Rate zeitnah bestätigt werden. Befinden sich dagegen viele hoch vergütete Transaktionen im Mempool, kann eine niedrige Gebühr zu längeren Wartezeiten führen.

Die Gebühr beeinflusst somit nicht die Gültigkeit einer Transaktion, sondern in erster Linie ihre Priorität bei der Auswahl durch Miner.

Grundsätzlich gilt:

  • Hohe Fee Rate: Die Chance auf eine schnelle Bestätigung steigt.
  • Mittlere Fee Rate: Die Transaktion wird möglicherweise erst nach mehreren Blöcken bestätigt.
  • Niedrige Fee Rate: Die Transaktion kann bei hoher Auslastung lange im Mempool verbleiben.

Eine konkrete Bestätigungszeit lässt sich dennoch nicht garantieren. Neue Transaktionen können jederzeit eintreffen und die Gebührensituation verändern.

Wie lange bleibt eine Transaktion im Mempool?

Eine Bitcoin-Transaktion besitzt keine universell festgelegte Aufenthaltsdauer im Mempool. Wie lange sie gespeichert wird, hängt von den Einstellungen und Richtlinien der jeweiligen Node ab.

Eine Transaktion kann den Mempool aus verschiedenen Gründen verlassen:

  • Sie wird in einen Block aufgenommen.
  • Sie wird durch eine andere Transaktion ersetzt.
  • Sie wird aufgrund von Speichergrenzen entfernt.
  • Sie läuft nach den lokalen Regeln einer Node ab.
  • Eine konkurrierende Transaktion gibt dieselben Inputs aus und wird bestätigt.
  • Durch eine Neuorganisation der Blockchain verändert sich ihr Status.

Wird eine Transaktion aus dem Mempool einer Node entfernt, bedeutet das nicht automatisch, dass sie überall verschwunden ist. Andere Nodes können sie weiterhin gespeichert haben und erneut verbreiten.

Erst eine Bestätigung in der Blockchain schafft Gewissheit darüber, dass die Transaktion in die gültige Transaktionshistorie aufgenommen wurde.

Was tun, wenn eine Bitcoin-Transaktion nicht bestätigt wird?

Bleibt eine Transaktion längere Zeit unbestätigt, wurde meistens eine im Verhältnis zur aktuellen Nachfrage zu niedrige Gebühr gewählt.

Zunächst solltest Du die Transaktions-ID in einem Block Explorer prüfen. Dort siehst Du, ob sich die Transaktion noch im Mempool befindet und welche Fee Rate sie verwendet.

Anschließend kommen je nach Wallet und Transaktion verschiedene Möglichkeiten infrage.

Abwarten

Sinkt die Netzwerkauslastung, können Miner später auch Transaktionen mit niedrigeren Gebühren aufnehmen. Bei nicht dringenden Zahlungen ist Abwarten deshalb häufig die einfachste Lösung.

Replace-by-Fee verwenden

Bei Replace-by-Fee, kurz RBF, wird eine unbestätigte Transaktion durch eine neue Version ersetzt, die mindestens einen identischen Input verwendet und eine höhere Gebühr bezahlt. RBF ist eine Richtlinie für noch nicht bestätigte Transaktionen und muss von der verwendeten Wallet unterstützt werden. Mehr Infos erhältst du in der englischsprachigen Quelle Bitcoin Optech.

Child Pays for Parent verwenden

Bei Child Pays for Parent, kurz CPFP, wird ein Output der noch unbestätigten Transaktion in einer neuen Transaktion ausgegeben. Die neue Transaktion zahlt eine ausreichend hohe Gebühr, sodass das Paket aus Eltern- und Kindtransaktion für einen Miner attraktiv wird.

Nicht jede Wallet bietet diese Funktionen benutzerfreundlich an. Vor einer erneuten Übertragung solltest Du deshalb immer den genauen Status der ursprünglichen Transaktion kontrollieren.

Bitcoin Mempool mit mempool.space analysieren

Mit mempool.space kannst Du den Bitcoin Mempool, aktuelle Blöcke und einzelne Transaktionen visuell untersuchen.

Die Plattform zeigt unter anderem:

  • ausstehende Bitcoin-Transaktionen,
  • geschätzte Gebühren für verschiedene Prioritätsstufen,
  • zuletzt gefundene Blöcke,
  • die Auslastung des Mempools,
  • Details zu einzelnen Transaktionen,
  • Adressen, Inputs und Outputs,
  • Mining- und Netzwerkdaten.

Mempool.space ist ein quelloffener Bitcoin Explorer und stellt außerdem Schnittstellen für Daten zu Transaktionen, Blöcken, Gebühren, Mining und dem Lightning Network bereit.

Bitcoin-Transaktion suchen

Um eine konkrete Transaktion zu prüfen, benötigst Du ihre Transaktions-ID, auch TXID genannt. Du findest sie normalerweise im Transaktionsverlauf Deiner Wallet oder auf der Auszahlungsseite einer Krypto-Börse.

Kopiere die TXID in das Suchfeld von mempool.space. Anschließend kannst Du unter anderem sehen:

  • ob die Transaktion bestätigt wurde,
  • wie viele Bestätigungen sie besitzt,
  • welche Gebühr bezahlt wurde,
  • wie hoch die Fee Rate ist,
  • welche Inputs und Outputs enthalten sind,
  • ob RBF aktiviert wurde,
  • in welchem Block sie bestätigt wurde.

Bei einer unbestätigten Transaktion zeigt die Position in der Mempool-Darstellung lediglich eine Schätzung. Sie ist keine Garantie für die Aufnahme in einen bestimmten Block.

Was ist der Unterschied zwischen Mempool und Blockchain?

Der Mempool und die Blockchain erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

MempoolBlockchain
Enthält unbestätigte TransaktionenEnthält bestätigte Transaktionen
Wird lokal von jeder Node verwaltetWird durch die Bitcoin-Konsensregeln bestimmt
Inhalte können sich zwischen Nodes unterscheidenGültige Blöcke bilden eine gemeinsame Transaktionshistorie
Daten werden temporär gespeichertDaten werden dauerhaft in Blöcken festgehalten
Gehört nicht direkt zur BlockchainIst das zentrale Register des Bitcoin-Netzwerks

Der Mempool ist somit eine vorgelagerte Warteschlange. Die Blockchain enthält dagegen jene Transaktionen, über deren Aufnahme sich das Netzwerk im Rahmen des Mining- und Konsensprozesses geeinigt hat.

Wie neue Blöcke entstehen, erklären wir ausführlich im Beitrag über Bitcoin Mining.

Welche Bedeutung hat der Mempool für Bitcoin?

Der Mempool koordiniert den Übergang zwischen dem Versenden einer Transaktion und ihrer endgültigen Aufnahme in die Blockchain.

Er erfüllt dabei mehrere wichtige Funktionen:

  1. Zwischenspeicherung: Noch nicht bestätigte Transaktionen stehen für Miner zur Auswahl bereit.
  2. Weiterleitung: Nodes verbreiten gültige Transaktionen im Netzwerk.
  3. Gebührenmarkt: Nutzer konkurrieren über ihre Fee Rate um begrenzten Blockspace.
  4. Validierung: Nodes überprüfen Transaktionen, bevor sie diese speichern und weiterleiten.
  5. Transparenz: Nutzer können die aktuelle Nachfrage nach Blockspace beobachten.

Langfristig gewinnt der Gebührenmarkt zusätzlich an Bedeutung, da sich die durch das Bitcoin Halving regelmäßig reduzierte Blocksubvention zunehmend durch Transaktionsgebühren ergänzen muss.

Für kleinere und häufige Zahlungen kann das Bitcoin Lightning Network eine Alternative zu direkten On-Chain-Transaktionen sein. Zahlungen werden dort überwiegend außerhalb der Bitcoin-Blockchain abgewickelt, während die Bitcoin-Blockchain als Abwicklungsschicht dient.

Fazit zum Bitcoin Mempool

Der Bitcoin Mempool ist der temporäre Wartebereich für gültige, aber noch nicht bestätigte Transaktionen. Nachdem eine Transaktion an das Netzwerk gesendet wurde, prüfen Nodes ihre Gültigkeit und nehmen sie in ihren jeweiligen lokalen Mempool auf.

Miner wählen anschließend Transaktionen für neue Blöcke aus. Dabei ist vor allem die Gebühr im Verhältnis zur Transaktionsgröße relevant. Bei hoher Nachfrage nach Blockspace können Transaktionen mit niedriger Fee Rate länger auf ihre Bestätigung warten.

Mit einem Explorer wie mempool.space kannst Du die aktuelle Netzwerkauslastung prüfen, passende Gebühren abschätzen und den Status Deiner Bitcoin-Transaktion nachvollziehen.

Häufige Fragen zum Bitcoin Mempool

Was ist der Bitcoin Mempool einfach erklärt?

Der Bitcoin Mempool ist ein temporärer Speicher für gültige Transaktionen, die noch nicht in einen Block aufgenommen wurden. Dort warten sie auf ihre Bestätigung durch einen Miner.

Hat Bitcoin nur einen Mempool?

Nein. Jede Bitcoin Node verwaltet einen eigenen lokalen Mempool. Deshalb können sich die gespeicherten Transaktionen und deren Reihenfolge zwischen verschiedenen Nodes unterscheiden.

Warum hängt meine Bitcoin-Transaktion im Mempool?

Meistens wurde eine im Verhältnis zur aktuellen Netzwerkauslastung zu niedrige Gebühr gewählt. Die Transaktion bleibt gültig, wird von Minern aber möglicherweise zunächst zugunsten höher vergüteter Transaktionen zurückgestellt.

Wie lange dauert eine Transaktion im Bitcoin Mempool?

Das lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Die Dauer hängt vor allem von der Fee Rate, der aktuellen Nachfrage nach Blockspace und den Richtlinien der einzelnen Nodes ab.

Kann eine Bitcoin-Transaktion aus dem Mempool verschwinden?

Ja. Eine Node kann eine unbestätigte Transaktion beispielsweise wegen ihrer Speichergrenze oder lokaler Zeitlimits entfernen. Andere Nodes können sie jedoch weiterhin gespeichert haben. Entfernte Transaktionen werden nicht automatisch bestätigt oder rückgängig gemacht.

Wie kann ich den Bitcoin Mempool sehen?

Auf mempool.space kannst Du unbestätigte Transaktionen, aktuelle Blöcke, Gebührenschätzungen und den Status einzelner Bitcoin-Transaktionen einsehen.