Krypto-ETFs und ETPs im Überblick

Krypto-ETPs ermöglichen es Dir, über ein klassisches Wertpapierdepot an der Wertentwicklung von Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen teilzuhaben. Eine eigene Wallet oder ein Konto bei einer Kryptobörse ist dafür nicht erforderlich.

ETP steht für Exchange Traded Product und dient als Oberbegriff für verschiedene börsengehandelte Anlageprodukte. Dazu zählen unter anderem ETFs, ETNs und ETCs. Obwohl häufig von „Krypto-ETFs“ gesprochen wird, handelt es sich bei den in Deutschland handelbaren Produkten auf einzelne Kryptowährungen normalerweise um Krypto-ETNs beziehungsweise andere als Schuldverschreibungen strukturierte ETPs.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Einfacher Zugang: Krypto-ETPs werden wie Aktien oder ETFs über einen Wertpapierbroker und einen Börsenplatz gehandelt.
  • Keine eigene Verwahrung: Du musst die zugrunde liegenden Kryptowährungen weder selbst kaufen noch in einer Wallet sichern.
  • ETF ist nicht gleich ETP: Ein ETP ist der Oberbegriff. ETFs sind Investmentfonds, während ETNs rechtlich Schuldverschreibungen darstellen.
  • Keine deutschen Spot-ETFs auf einzelne Coins: Ein in Deutschland zugelassener ETF darf nicht ausschließlich eine einzelne Kryptowährung wie Bitcoin oder Ethereum direkt abbilden.
  • Physische Besicherung möglich: Viele Krypto-ETNs sind mit den zugrunde liegenden Kryptowährungen besichert. Die genaue Ausgestaltung unterscheidet sich jedoch je nach Produkt.
  • Zusätzliche Risiken: Neben den Kursschwankungen der Kryptowährung können unter anderem Emittenten-, Verwahrungs-, Liquiditäts- und Abbildungsrisiken entstehen.

Mit einem Krypto-ETP kannst Du beispielsweise an der Kursentwicklung von Bitcoin oder Ethereum partizipieren, ohne die Coins unmittelbar zu besitzen. Entscheidend ist jedoch, die rechtliche Struktur des jeweiligen Produkts zu prüfen: Ein physisch besicherter Krypto-ETN bleibt eine Schuldverschreibung und ist kein ETF-Sondervermögen.

In diesem Beitrag erklären wir die Unterschiede zwischen Krypto-ETP, Krypto-ETF, Krypto-ETN und Krypto-ETC. Außerdem erfährst Du, welche Vor- und Nachteile die Produkte besitzen und worauf Du bei der Auswahl achten solltest.

Eine Übersicht verfügbarer Anbieter und Produkte findest Du in unserem Vergleich zum Kauf von Krypto-ETPs und ETFs.

Wie funktioniert ein Krypto-ETP?

Ein Krypto-ETP orientiert sich an einem festgelegten Basiswert. Das kann eine einzelne Kryptowährung wie Bitcoin, ein Korb aus mehreren Kryptowährungen oder ein Krypto-Index sein.

Steigt der zugrunde liegende Basiswert, steigt grundsätzlich auch der Wert des ETPs. Fällt der Kurs, verliert das Produkt entsprechend an Wert. Abweichungen können unter anderem durch Produktkosten, Handelsgebühren, Spreads oder die konkrete Abbildungsmethode entstehen.

Bei einem physisch besicherten Bitcoin-ETP läuft der Prozess vereinfacht folgendermaßen ab:

  1. Der Emittent gibt börsengehandelte Schuldverschreibungen aus.
  2. Zur Besicherung werden Bitcoin gekauft und bei einer Verwahrstelle hinterlegt.
  3. Jeder Anteil repräsentiert einen bestimmten Anspruch beziehungsweise eine bestimmte Menge des Basiswerts.
  4. Das Wertpapier wird über einen regulierten Börsenplatz gehandelt.
  5. Der Preis folgt grundsätzlich der Kursentwicklung von Bitcoin abzüglich der laufenden Kosten.
Wichtig: Eine physische Besicherung macht einen Krypto-ETP nicht automatisch zu Sondervermögen. Anleger sollten deshalb neben der Besicherung auch die rechtliche Struktur, den Emittenten, die Verwahrung und mögliche Sicherheiten prüfen.

ETP vs. ETF vs. ETN: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe ETP, ETF und ETN werden häufig miteinander vermischt. Sie bezeichnen jedoch nicht dieselbe Produktart.

ETP ist ein Oberbegriff. Er umfasst verschiedene börsengehandelte Produkte, zu denen insbesondere ETFs, ETCs und ETNs gehören.

MerkmalETPETFETN
BedeutungExchange Traded ProductExchange Traded FundExchange Traded Note
EinordnungOberbegriff für börsengehandelte ProdukteBörsengehandelter InvestmentfondsBörsengehandelte Schuldverschreibung
SondervermögenAbhängig von der ProduktartJaNein
EmittentenrisikoAbhängig von der ProduktartKein unmittelbares Emittentenrisiko wie bei einer SchuldverschreibungGrundsätzlich vorhanden
Typische BasiswerteAktienindizes, Anleihen, Rohstoffe, Währungen oder KryptowährungenMeist breit gestreute WertpapierindizesKryptowährungen, Währungen, Volatilität oder spezielle Indizes
BesicherungAbhängig von der ProduktartFondsvermögen hält Vermögenswerte oder bildet sie synthetisch abKann besichert oder unbesichert sein
Krypto-Produkte in DeutschlandGebräuchliche Produkt- und MarketingbezeichnungKeine UCITS-ETFs mit nur einer einzelnen KryptowährungTypische rechtliche Struktur börsengehandelter Krypto-Produkte

Was sind ETPs?

Die Abkürzung ETP steht für Exchange Traded Product. Ein ETP ist ein Finanzprodukt, das an einer Börse gehandelt wird und die Wertentwicklung eines bestimmten Basiswerts oder Index nachbildet.

Zu den wichtigsten ETP-Arten gehören:

  • ETF: Exchange Traded Fund
  • ETC: Exchange Traded Commodity
  • ETN: Exchange Traded Note

ETPs können während der Börsenöffnungszeiten gekauft und verkauft werden. Ihr Börsenkurs orientiert sich grundsätzlich am jeweiligen Basiswert. Durch Angebot und Nachfrage, Spreads, Kosten und die Produktstruktur kann es jedoch zu kleineren Abweichungen kommen.

Ein ETF ist immer ein ETP. Ein ETP ist aber nicht automatisch ein ETF.

ETPs können nicht nur einzelne Kryptowährungen, sondern auch mehrere digitale Assets in einem Produkt abbilden. Mehr dazu erfährst Du in unserer Übersicht zu Krypto-Indizes.

Was ist ein Krypto-ETN?

Ein Krypto-ETN ist eine börsengehandelte Schuldverschreibung, deren Wertentwicklung an eine Kryptowährung oder einen Krypto-Index gekoppelt ist. ETN steht für Exchange Traded Note.

Viele Produkte, die von ihren Anbietern als Bitcoin-ETP oder Krypto-ETP bezeichnet werden, werden an deutschen Börsen rechtlich als Krypto-ETNs eingeordnet.

Der entscheidende Unterschied zu einem ETF besteht darin, dass ein ETN kein Investmentfonds und damit kein Sondervermögen ist. Anleger erwerben eine Schuldverschreibung des Emittenten.

Dadurch besteht grundsätzlich ein Emittentenrisiko: Kann der Herausgeber des ETNs seine Verpflichtungen nicht mehr erfüllen, können Anleger trotz einer positiven Entwicklung der zugrunde liegenden Kryptowährung Verluste erleiden.

Bei physisch besicherten Krypto-ETNs wird dieses Risiko durch hinterlegte Kryptowährungen und weitere Sicherungsmechanismen reduziert. Es verschwindet dadurch jedoch nicht zwingend vollständig. Entscheidend sind die Bedingungen des jeweiligen Produkts.

Typische Eigenschaften von Krypto-ETNs

  • Handel über ein klassisches Wertpapierdepot
  • Abbildung einzelner Kryptowährungen oder eines Krypto-Korbs
  • Rechtliche Struktur als Schuldverschreibung
  • Kein Sondervermögen wie bei einem ETF
  • Häufig physische Besicherung mit Kryptowährungen
  • Laufende Produkt- beziehungsweise Verwaltungsgebühren
  • Handel nur während der Öffnungszeiten des jeweiligen Börsenplatzes

Krypto-ETP vs. ETF: Die wichtigsten Unterschiede

Der wichtigste Unterschied zwischen einem Krypto-ETP und einem ETF liegt in der rechtlichen Struktur.

Ein ETF ist ein Investmentfonds. Die vom Fonds gehaltenen Vermögenswerte gehören zum Sondervermögen und sind grundsätzlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt.

Ein Krypto-ETP auf eine einzelne Kryptowährung ist in Europa dagegen üblicherweise als Schuldverschreibung beziehungsweise Krypto-ETN strukturiert. Die investierten Mittel sind daher kein Sondervermögen.

MerkmalKrypto-ETP beziehungsweise Krypto-ETNKrypto-ETF
Rechtliche StrukturIn Europa meist SchuldverschreibungInvestmentfonds
BasiswertEinzelne Kryptowährung oder Krypto-KorbKryptowährungen, Krypto-Futures oder Unternehmen aus dem Krypto- und Blockchain-Sektor
SondervermögenNeinJa
EmittentenrisikoGrundsätzlich vorhandenKein entsprechendes Schuldnerrisiko gegenüber einem ETN-Emittenten
Physische BesicherungBei vielen europäischen Produkten vorhandenAbhängig vom Fonds und dessen Replikationsmethode
HandelÜber Wertpapierbörsen und BrokerÜber Wertpapierbörsen und Broker
Eigene Wallet erforderlichNeinNein
Beim Vergleich von Krypto-ETP und ETF solltest Du nicht nur auf den Namen achten, sondern vor allem auf die rechtliche Produktstruktur.

Warum gibt es keinen Bitcoin-ETF in Deutschland?

In Deutschland können Anleger keine UCITS-konformen ETFs kaufen, die ihr gesamtes Fondsvermögen ausschließlich direkt in Bitcoin oder eine andere einzelne Kryptowährung investieren.

Der Grund dafür sind unter anderem die europäischen OGAW- beziehungsweise UCITS-Vorgaben. Sie enthalten Diversifikationsregeln für regulierte Publikumsfonds. Ein Fonds darf sein Vermögen grundsätzlich nicht vollständig in einen einzelnen Emittenten oder Vermögenswert investieren.

Häufig wird in diesem Zusammenhang von einer Mindestanzahl von 16 Positionen gesprochen. Die UCITS-Richtlinie schreibt jedoch nicht pauschal vor, dass jeder ETF exakt mindestens 16 verschiedene Werte halten muss. Die Zahl ergibt sich als vereinfachte Ableitung aus den geltenden Gewichtungs- und Diversifikationsgrenzen.

Ein Fonds, der zu 100 Prozent nur Bitcoin hält, erfüllt die für UCITS-Fonds vorgesehenen Diversifikationsanforderungen nicht. Deshalb werden börsengehandelte Produkte auf einzelne Kryptowährungen in Europa normalerweise als ETNs beziehungsweise Schuldverschreibungen und nicht als UCITS-ETFs aufgelegt.

Davon zu unterscheiden sind Blockchain- oder Krypto-Aktien-ETFs. Diese investieren nicht direkt in Bitcoin, sondern beispielsweise in Kryptobörsen, Mining-Unternehmen, Halbleiterhersteller oder andere Firmen aus dem Blockchain-Sektor.

Eine ausführliche Einordnung findest Du in unserer Erklärung und Übersicht zu Bitcoin-ETFs.

Krypto-ETP oder Krypto-ETC: Sind die Begriffe identisch?

Die Begriffe Krypto-ETP und Krypto-ETC werden im Sprachgebrauch teilweise synonym verwendet. Fachlich ist diese Gleichsetzung jedoch nicht immer präzise.

ETC steht normalerweise für Exchange Traded Commodity. ETCs bilden vor allem Rohstoffe wie Gold, Silber oder Öl ab. ETNs können dagegen unter anderem Währungen, Volatilitätsindizes und Kryptowährungen nachbilden.

Auf dem deutschen Börsenmarkt werden Produkte auf Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen daher typischerweise der Kategorie Krypto-ETN zugeordnet. ETP bleibt der passende Oberbegriff.

  • Krypto-ETP: Übergeordnete Bezeichnung für das börsengehandelte Krypto-Produkt
  • Krypto-ETN: Häufig die konkrete rechtliche Produktkategorie
  • Krypto-ETC: Teilweise verwendete, aber nicht überall einheitliche Bezeichnung

Vorteile von Krypto-ETPs

Einfacher Kauf über einen Broker

Krypto-ETPs können über ein bestehendes Wertpapierdepot gekauft werden. Anleger benötigen weder ein zusätzliches Konto bei einer regulierten und günstigen Kryptobörse noch eine eigene Wallet.

Keine Verwaltung von Private Keys

Beim direkten Kauf von Kryptowährungen müssen Anleger ihre Coins selbst verwahren oder einer Kryptobörse anvertrauen. Bei einem Krypto-ETP übernimmt der Emittent beziehungsweise eine beauftragte Verwahrstelle die Verwahrung der hinterlegten Vermögenswerte.

Integration in das Wertpapierdepot

Krypto-ETPs können gemeinsam mit Aktien, Anleihen und ETFs in einem Depot gehalten werden. Dadurch lassen sie sich unkompliziert in ein bestehendes Portfolio integrieren.

Handel über regulierte Börsenplätze

Der Kauf und Verkauf findet über etablierte Wertpapierbörsen statt. Anleger profitieren von standardisierten Handels- und Abwicklungsprozessen sowie transparent sichtbaren Geld- und Briefkursen.

Zugang für institutionelle Investoren

Für institutionelle Anleger kann ein Krypto-ETP den Zugang zur Anlageklasse vereinfachen. Ein börsengehandeltes Wertpapier lässt sich häufig leichter in bestehende Anlage-, Verwahrungs- und Risikoprozesse integrieren als direkt gehaltene Kryptowährungen.

Vorteil: Krypto-ETPs eignen sich insbesondere für Anleger, die an der Kursentwicklung von Kryptowährungen partizipieren möchten, ohne sich selbst um Wallets, Seed-Phrases und Private Keys zu kümmern.

Nachteile und Risiken von Krypto-ETPs

Emittentenrisiko

Da Krypto-ETNs Schuldverschreibungen sind, besteht grundsätzlich ein Ausfallrisiko des Emittenten. Eine physische Besicherung kann dieses Risiko reduzieren, ist aber nicht mit dem Sondervermögen eines ETFs gleichzusetzen.

Laufende Kosten

Für die Verwaltung, Besicherung und Verwahrung berechnet der Anbieter laufende Produktkosten. Hinzu kommen je nach Broker Ordergebühren, Börsenentgelte und der Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs.

Bei einer langen Haltedauer können laufende Gebühren dazu führen, dass ein Krypto-ETP schlechter abschneidet als der direkt gehaltene Basiswert.

Eingeschränkte Handelszeiten

Kryptowährungen werden weltweit rund um die Uhr gehandelt. Krypto-ETPs können dagegen nur während der Handelszeiten des jeweiligen Börsenplatzes gekauft und verkauft werden.

Starke Kursbewegungen am Wochenende oder außerhalb der Börsenöffnungszeiten können deshalb zu Kurssprüngen bei der nächsten Handelseröffnung führen.

Keine frei nutzbaren Coins

Mit einem Krypto-ETP erhältst Du normalerweise keine frei verfügbaren Coins für eine eigene Wallet. Du kannst die Kryptowährungen daher nicht für Überweisungen, dezentrale Finanzanwendungen oder andere Blockchain-Dienste verwenden.

Abweichungen vom Basiswert

Produktkosten, Spreads, Rebalancing, Staking-Regelungen oder andere strukturelle Eigenschaften können dazu führen, dass sich die Wertentwicklung des ETPs vom zugrunde liegenden Krypto-Asset unterscheidet.

Hohes Marktrisiko

Ein Krypto-ETP reduziert nicht das Kursrisiko der zugrunde liegenden Kryptowährung. Bitcoin, Ethereum und andere digitale Assets können innerhalb kurzer Zeit erheblich an Wert verlieren.

Risiko: Ein regulierter Börsenhandel bedeutet nicht, dass das Investment risikoarm ist. Die hohe Volatilität des Kryptomarktes bleibt auch bei einem Krypto-ETP bestehen.

Krypto-ETP oder Kryptowährungen direkt kaufen?

Ob ein Krypto-ETP oder der direkte Kauf von Kryptowährungen besser geeignet ist, hängt von Deinen Zielen ab.

MerkmalKrypto-ETPDirekter Krypto-Kauf
KaufÜber einen WertpapierbrokerÜber eine Kryptobörse oder einen Broker
VerwahrungDurch Emittent und VerwahrstelleEigenverwahrung oder Verwahrung durch die Plattform
Wallet erforderlichNeinFür Eigenverwahrung ja
Private KeysKeine eigene VerwaltungBei Eigenverwahrung selbst zu sichern
HandelszeitenAbhängig vom BörsenplatzIn der Regel rund um die Uhr
Laufende ProduktkostenJaNormalerweise keine jährliche Verwaltungsgebühr für selbst gehaltene Coins
Nutzung auf der BlockchainNormalerweise nicht möglichMöglich
EmittentenrisikoGrundsätzlich vorhandenBei Eigenverwahrung kein ETN-Emittentenrisiko

Ein Krypto-ETP kann sinnvoll sein, wenn Du Kryptowährungen über ein bestehendes Depot abbilden und Dich nicht mit der technischen Verwahrung beschäftigen möchtest.

Der direkte Kauf ist eher geeignet, wenn Du die Coins tatsächlich besitzen, selbst verwahren oder innerhalb eines Blockchain-Netzwerks verwenden möchtest.

Eine Übersicht handelbarer Produkte und Anbieter findest Du in unserem Vergleich zu Krypto-ETPs und ETFs kaufen.

Worauf sollte man bei einem Krypto-ETP achten?

Vor dem Kauf solltest Du nicht ausschließlich auf die bisherige Rendite oder die Bekanntheit des Anbieters achten. Entscheidend sind vor allem die Struktur und die Bedingungen des Produkts.

  • Rechtliche Struktur: Handelt es sich um einen ETN, ETC oder Fonds?
  • Besicherung: Ist das Produkt vollständig, teilweise oder gar nicht besichert?
  • Verwahrung: Wer verwahrt die zugrunde liegenden Kryptowährungen?
  • Emittent: Wie solide und erfahren ist der Herausgeber?
  • Produktkosten: Wie hoch sind die laufenden Gebühren?
  • Spread und Liquidität: Wie groß ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs?
  • Basiswert: Wird eine einzelne Kryptowährung oder ein Krypto-Korb abgebildet?
  • Staking-Erträge: Werden mögliche Erträge berücksichtigt und an Anleger weitergegeben?
  • Wertpapierprospekt: Welche Risiken, Sicherheiten und Rückzahlungsbedingungen sind festgelegt?
  • Handelsplatz: Wo ist das Produkt gelistet und wie liquide wird es gehandelt?
Die Bezeichnung „physisch besichert“ allein reicht nicht für eine fundierte Bewertung aus. Prüfe zusätzlich, wie die Sicherheiten gehalten werden und welche Ansprüche Anleger im Insolvenzfall haben.

Fazit: Krypto-ETPs ermöglichen den Börsenzugang zu Bitcoin und Co.

Ein Krypto-ETP ermöglicht es Anlegern, über einen klassischen Broker an der Wertentwicklung von Bitcoin, Ethereum oder anderen Kryptowährungen zu partizipieren. Eine eigene Wallet und die Verwaltung von Private Keys sind dafür nicht erforderlich.

ETP ist allerdings nur der Oberbegriff. Die meisten in Deutschland handelbaren Krypto-Produkte sind rechtlich als Krypto-ETNs und damit als Schuldverschreibungen strukturiert. Anders als ETFs stellen sie kein Sondervermögen dar und sind mit einem Emittentenrisiko verbunden.

Physische Besicherung, regulierte Börsenplätze und professionelle Verwahrung können bestimmte Risiken reduzieren. Sie beseitigen jedoch weder das Emittentenrisiko noch die hohe Volatilität der zugrunde liegenden Kryptowährungen.

Wer lediglich an der Kursentwicklung partizipieren und Kryptowährungen unkompliziert in einem Wertpapierdepot abbilden möchte, findet in Krypto-ETPs eine praktische Möglichkeit. Wer seine Coins selbst besitzen und auf der Blockchain verwenden möchte, sollte dagegen den direkten Kauf und eine geeignete Wallet in Betracht ziehen.

Häufige Fragen zu Krypto-ETPs, ETFs und ETNs

Was ist ein Krypto-ETP?

Ein Krypto-ETP ist ein börsengehandeltes Wertpapier, das die Wertentwicklung einer oder mehrerer Kryptowährungen abbildet. Es kann über einen klassischen Wertpapierbroker gekauft werden. Eine eigene Krypto-Wallet ist dafür nicht erforderlich.

Was ist der Unterschied zwischen einem Krypto-ETP und einem ETF?

ETP ist ein Oberbegriff für börsengehandelte Produkte. Ein ETF ist ein Investmentfonds mit Sondervermögen. Ein Krypto-ETP auf eine einzelne Kryptowährung ist in Europa dagegen normalerweise als ETN beziehungsweise Schuldverschreibung strukturiert und besitzt kein Sondervermögen.

Was ist ein Krypto-ETN?

Ein Krypto-ETN ist eine börsengehandelte Schuldverschreibung, die den Kurs einer Kryptowährung oder eines Krypto-Index abbildet. Viele Produkte, die als Krypto-ETP vermarktet werden, sind rechtlich als Krypto-ETN strukturiert.

Sind Krypto-ETPs physisch mit Kryptowährungen besichert?

Viele europäische Krypto-ETPs sind vollständig oder weitgehend mit den zugrunde liegenden Kryptowährungen besichert. Das gilt jedoch nicht automatisch für jedes Produkt. Anleger sollten die Besicherung und die Bedingungen im Wertpapierprospekt prüfen.

Sind Krypto-ETPs Sondervermögen?

Krypto-ETNs sind grundsätzlich kein Sondervermögen, sondern Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten. Eine physische Besicherung kann das Risiko reduzieren, macht das Produkt aber nicht automatisch zu einem ETF oder Sondervermögen.

Warum gibt es in Deutschland keinen Bitcoin-ETF?

Ein UCITS-konformer Fonds muss europäische Diversifikationsvorgaben erfüllen. Ein Fonds, der sein gesamtes Vermögen ausschließlich direkt in Bitcoin investiert, erfüllt diese Anforderungen nicht. Deshalb werden börsengehandelte Produkte auf einzelne Kryptowährungen in Europa üblicherweise als ETNs und nicht als UCITS-ETFs aufgelegt.

Kann man Krypto-ETPs über einen Broker kaufen?

Ja. Krypto-ETPs können wie andere Wertpapiere über unterstützte Broker und Börsenplätze gehandelt werden. Ob ein bestimmtes Produkt verfügbar ist, hängt vom Angebot des Brokers und vom jeweiligen Handelsplatz ab.

Welche Risiken haben Krypto-ETPs?

Zu den wichtigsten Risiken gehören starke Kursschwankungen, das Emittentenrisiko, laufende Kosten, mögliche Abweichungen vom Basiswert und eingeschränkte Handelszeiten. Auch physisch besicherte Produkte können erhebliche Verluste verursachen.

Besitze ich mit einem Krypto-ETP echte Kryptowährungen?

Als Anleger besitzt Du normalerweise das Wertpapier und nicht frei verfügbare Coins in einer eigenen Wallet. Du kannst die abgebildeten Kryptowährungen deshalb in der Regel nicht versenden oder in Blockchain-Anwendungen einsetzen.

Ist ein Krypto-ETP für Anfänger geeignet?

Ein Krypto-ETP kann den technischen Einstieg vereinfachen, weil keine eigene Wallet eingerichtet werden muss. Das Produkt bleibt aufgrund der hohen Kursschwankungen von Kryptowährungen und des möglichen Emittentenrisikos jedoch eine risikoreiche Anlage.