Das Wichtigste zum Grayscale Bitcoin ETF (GBTC)

  • Was ist der Grayscale Bitcoin ETF? GBTC ist ein börsengehandeltes Anlageprodukt, das Bitcoin direkt hält und dessen Wertentwicklung abzüglich der laufenden Kosten abbilden soll.
  • Wie heißt der Grayscale Bitcoin ETF? Der vollständige Name lautet Grayscale Bitcoin Trust ETF. Das Börsenkürzel ist GBTC.
  • Wo wird GBTC gehandelt? Die Anteile sind an der US-Börse NYSE Arca gelistet.
  • Wie hoch sind die Gebühren? Die jährliche Sponsor Fee beträgt 1,50 Prozent. Damit ist GBTC teurer als viele konkurrierende Bitcoin-Produkte.
  • Kann man GBTC in Deutschland kaufen? Für deutsche Privatanleger ist der direkte Kauf gewöhnlich nicht möglich. Als Alternativen kommen der direkte Bitcoin-Kauf und europäische Bitcoin-ETPs infrage.
  • Gibt es eine günstigere Grayscale-Alternative? Der Grayscale Bitcoin Mini Trust ETF (BTC) verfolgt einen ähnlichen Ansatz und verlangt eine jährliche Gebühr von 0,15 Prozent.

Grundlegende Informationen über diese Anlageform findest Du in unserem Ratgeber zum Bitcoin ETF. Konkrete Produkte und wichtige Informationen zum Kauf findest du in unserer Anleitung Bitcoin-ETFs und ETPs kaufen.

Was ist der Grayscale Bitcoin ETF (GBTC)?

Der Grayscale Bitcoin Trust ETF ist ein US-amerikanisches Wertpapier, dessen Vermögen im Wesentlichen aus Bitcoin besteht. Anleger kaufen keine Bitcoin, sondern Anteile an dem Trust. Deren Wert soll sich möglichst eng am Wert der gehaltenen Bitcoin abzüglich Kosten und Verbindlichkeiten orientieren.

GBTC zählt zu den ältesten institutionellen Bitcoin-Anlageprodukten. Grayscale legte den ursprünglichen Bitcoin Trust bereits 2013 auf. Damals war er noch kein börsengehandelter Spot-Bitcoin-ETF mit laufender Ausgabe und Rücknahme von Anteilen.

Nachdem die US-Börsenaufsicht SEC im Januar 2024 mehrere Bitcoin-Spot-Produkte zugelassen hatte, wurde GBTC umgewandelt. Seit dem 11. Januar 2024 werden seine Anteile an der NYSE Arca gehandelt. Die SEC dokumentiert die Zulassung der US-Spot-Bitcoin-Produkte auf ihrer Webseite.

GBTC ist heute ein börsengehandeltes Bitcoin-Produkt, das echte Bitcoin hält. Der Bestandteil „Trust“ im Namen verweist vor allem auf seine ursprüngliche Struktur und Geschichte.

Grayscale Bitcoin ETF: Daten und Fakten

Die wichtigsten Daten zum Grayscale Bitcoin Trust ETF
Merkmal Angabe
Name Grayscale Bitcoin Trust ETF
Ticker GBTC
ISIN US3896371099
Sponsor Grayscale Investments
Börse NYSE Arca
Anlageklasse Bitcoin
Produkttyp US-Spot-Bitcoin-ETF
Verwahrung Coinbase Custody Trust Company
Handelsstart als ETF 11. Januar 2024
Jährliche Sponsor Fee 1,50 %

Die Zahl der im Trust gehaltenen Bitcoin und das Fondsvermögen verändern sich durch Zu- und Abflüsse. Aktuelle Werte sollten deshalb direkt auf der offiziellen Produktseite von Grayscale geprüft werden.

Wie funktioniert der Grayscale Bitcoin ETF?

Die Funktionsweise von GBTC lässt sich in fünf Schritten erklären.

GBTC hält echte Bitcoin

Das Produkt investiert direkt in Bitcoin. Damit unterscheidet es sich von Bitcoin-Futures-ETFs, die ihre Kursposition über Terminkontrakte aufbauen.

Anleger kaufen Anteile statt Coins

Anleger handeln GBTC-Anteile während der Öffnungszeiten der NYSE Arca über ein Wertpapierdepot. Eine eigene Wallet oder die Sicherung von Private Keys ist dafür nicht notwendig.

Der Anleger besitzt allerdings keine frei übertragbaren Bitcoin, sondern einen Anteil am Trust. Er kann die zugrunde liegenden Coins daher nicht selbst versenden oder in einer eigenen Wallet verwahren.

Der Anteilswert orientiert sich am Bitcoin-Bestand

Der Nettoinventarwert, kurz NAV, ergibt sich vereinfacht aus:

Marktwert der gehaltenen Bitcoin abzüglich Verbindlichkeiten und laufender Kosten.

Durch die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen durch autorisierte Marktteilnehmer soll der Börsenkurs möglichst eng am NAV bleiben. Kleinere Auf- oder Abschläge sind dennoch möglich.

Coinbase Custody verwahrt die Bitcoin

Grayscale verwahrt die Bitcoin nicht selbst. Als institutioneller Custodian fungiert die Coinbase Custody Trust Company. Anleger tragen damit neben dem allgemeinen Bitcoin-Kursrisiko auch Risiken, die mit Produktstruktur, Verwahrung und Emittent verbunden sind.

Die Gebühr wird dem Vermögen entnommen

Die Sponsor Fee wird nicht als separate Rechnung eingezogen. Sie wird dem Trustvermögen entnommen und reduziert langfristig die Wertentwicklung gegenüber dem direkten Halten derselben Bitcoin-Menge.

Wie hoch sind die Gebühren von GBTC?

GBTC verlangt eine jährliche Sponsor Fee von 1,50 Prozent. Die Kosten zählen zu den größten Nachteilen des Produkts, weil viele neuere US-Spot-Bitcoin-ETFs deutlich günstiger sind.

Ein vereinfachtes Beispiel: Bei einem konstanten Anlagewert von 10.000 Euro entsprächen 1,50 Prozent rechnerisch 150 Euro pro Jahr. Tatsächlich schwankt die absolute Kostenbelastung mit dem Wert des Fondsvermögens.

Über mehrere Jahre können Gebührenunterschiede einen erheblichen Einfluss auf die Nettorendite haben. Das gilt besonders bei einem langfristigen Anlagehorizont.

GBTC vs. Grayscale Bitcoin Mini Trust

Grayscale bietet neben GBTC den Grayscale Bitcoin Mini Trust ETF mit dem Ticker BTC an. Beide Produkte halten Bitcoin direkt. Der wichtigste Unterschied liegt bei den laufenden Kosten.

GBTC und Grayscale Bitcoin Mini Trust im Vergleich
Merkmal GBTC Bitcoin Mini Trust
Ticker GBTC BTC
Basiswert Bitcoin Bitcoin
Direkte Bitcoin-Unterlegung Ja Ja
Sponsor Grayscale Grayscale
Jährliche Gebühr 1,50 % 0,15 %
Handel USA USA

Der Mini Trust ist nach der aktuellen Gebührenstruktur wesentlich günstiger. GBTC verfügt dafür über die längere Historie. Die Angaben zum Schwesterprodukt lassen sich auf der offiziellen Produktseite des Grayscale Bitcoin Mini Trust überprüfen.

Warum verzeichnete GBTC hohe Abflüsse?

Nach der Umwandlung zum börsengehandelten Spot-Produkt verzeichnete GBTC erhebliche Mittelabflüsse. Dafür kamen mehrere Faktoren zusammen.

Wechsel in günstigere Bitcoin-ETFs

Mit der US-Zulassung entstanden mehrere konkurrierende Spot-Bitcoin-Produkte. Aufgrund der hohen GBTC-Gebühr konnten Investoren Kosten sparen, indem sie ihre Position verkauften und in günstigere Produkte wechselten.

Auflösung früherer Arbitrage-Positionen

Vor der Umwandlung konnte GBTC mit deutlichen Auf- oder Abschlägen gegenüber dem Nettoinventarwert handeln. Einige professionelle Investoren hatten Positionen aufgebaut, um von diesen Abweichungen zu profitieren. Mit der ETF-Umwandlung und dem Rücknahmeprozess wurden solche Positionen teilweise aufgelöst.

Wie solche Strategien grundsätzlich funktionieren, erklären wir in unserem Ratgeber zum Arbitrage Trading.

Verkäufe großer Marktteilnehmer

Zusätzlicher Verkaufsdruck entstand zeitweise durch institutionelle Investoren und die Verwertung von Beständen insolventer Krypto-Unternehmen. Solche Sondereffekte sagen allein wenig über die langfristige Nachfrage nach Bitcoin-ETFs aus.

Kann man den Grayscale Bitcoin ETF in Deutschland kaufen?

Viele US-Spot-Bitcoin-ETFs sind für deutsche Privatanleger über klassische Broker nicht direkt zugänglich. Häufig fehlen die europäischen Basisinformationsblätter, die für den Vertrieb bestimmter Anlageprodukte an Privatkunden im Europäischen Wirtschaftsraum erforderlich sind.

Eine mögliche Ausnahme stellt eToro dar: Die Plattform listet den Grayscale Bitcoin Trust ETF unter dem Ticker GBTC und bietet ihn auf ihrer deutschen Produktseite zum Kauf an. Die tatsächliche Handelbarkeit kann allerdings vom Wohnsitz, Kontotyp und der zuständigen eToro-Gesellschaft abhängen.

Prüfe deshalb nach dem Login, ob Du GBTC mit Deinem eToro-Konto handeln kannst und ob die Position als zugrunde liegendes Wertpapier oder als CFD eröffnet wird.

Weitere Informationen über den Anbieter findest Du in unserem eToro-Test.

Wer keinen Zugriff auf GBTC hat oder Bitcoin lieber unmittelbar besitzen möchte, kann zwischen folgenden Alternativen wählen:

  1. Bitcoin direkt über eine Krypto-Plattform kaufen
  2. regelmäßig über einen Bitcoin-Sparplan investieren
  3. ein in Europa handelbares Bitcoin-ETP über ein Depot erwerben

Alternative 1: Bitcoin direkt kaufen

Beim direkten Kauf erwirbst Du Bitcoin statt eines Anteils an einem börsengehandelten Anlageprodukt. Abhängig von der gewählten Plattform kannst Du die Coins anschließend an eine eigene Wallet übertragen und selbst verwahren.

Anders als bei GBTC fällt keine jährliche Sponsor Fee an. Dafür können Handelskosten sowie Gebühren für die Übertragung oder Verwahrung entstehen.

Achte bei der Auswahl des Anbieters insbesondere auf:

  • Regulierung und Sicherheit
  • Handels- und Übertragungsgebühren
  • Möglichkeit zur Auszahlung an eine eigene Wallet
  • verfügbare Einzahlungsarten
  • Benutzerfreundlichkeit und Kundenservice

Geeignete und regulierte Anbieter vergleichen wir in unserem Krypto-Börsen-Vergleich. Eine praktische Schritt-für-Schritt-Erklärung bietet außerdem unsere Anleitung zum Bitcoin-Kauf für Anfänger.

Alternative 2: Bitcoin per Sparplan kaufen

Ein Bitcoin-Sparplan investiert automatisch in einem festgelegten Rhythmus. Dadurch musst Du nicht jeden Kaufzeitpunkt einzeln bestimmen.

Der Sparplan reduziert allerdings nicht das Kursrisiko. Er verteilt lediglich die Einstiegszeitpunkte. Mit unserem Bitcoin-Sparplan-Rechner kannst Du historische Szenarien nachvollziehen.

Alternative 3: Europäische Bitcoin-ETPs

Wer Bitcoin über ein Wertpapierdepot abbilden möchte, kann in Deutschland auf europäische Bitcoin-ETPs zurückgreifen. Viele dieser Produkte sind physisch mit Bitcoin besichert und an regulierten europäischen Börsen handelbar.

Rechtlich handelt es sich häufig um Schuldverschreibungen und nicht um klassische UCITS-ETFs. Dadurch können zusätzliche Emittenten- und Struktur­risiken entstehen. Kosten, Besicherung, Verwahrung, Rückgabemöglichkeiten und steuerliche Behandlung sollten daher für jedes Produkt einzeln geprüft werden.

Geeignete Produkte findest Du in unserem Krypto-ETP-Vergleich. Depotanbieter stellen wir im Vergleich der besten Online-Broker gegenüber.

Vorteile und Nachteile von GBTC

Vorteile

  • börsengehandelter Zugang zur Bitcoin-Kursentwicklung
  • direkte Bitcoin-Unterlegung des Produkts
  • keine eigene Wallet oder Sicherung einer Seed Phrase erforderlich
  • institutionelle Verwahrung über Coinbase Custody
  • lange Produkthistorie seit der Auflegung des ursprünglichen Trusts

Nachteile

  • mit 1,50 Prozent vergleichsweise hohe laufende Gebühr
  • für deutsche Privatanleger meist nicht direkt handelbar
  • Anleger besitzen keine selbst verwahrbaren Bitcoin
  • Handel nur während der Börsenzeiten
  • Produkt-, Verwahrungs- und Gegenparteirisiken
  • günstigere Spot-Bitcoin-Produkte verfügbar

Lohnt sich der Grayscale Bitcoin ETF?

GBTC ermöglicht einen unkomplizierten Bitcoin-Zugang über ein US-Wertpapierdepot. Das kann für Anleger interessant sein, die keine Wallet verwalten und Bitcoin in einer bestehenden Wertpapierstruktur abbilden möchten.

Der entscheidende Nachteil ist die hohe laufende Gebühr. Selbst Grayscale bietet mit dem Bitcoin Mini Trust inzwischen ein Produkt mit deutlich geringeren Kosten an. Für langfristige Anleger ist dieser Unterschied besonders relevant.

Für deutsche Privatanleger ist GBTC ohnehin selten die naheliegendste Lösung. Sie sollten insbesondere den direkten Bitcoin-Kauf, einen Sparplan und europäische Bitcoin-ETPs hinsichtlich Kosten, Eigentumsstruktur, Verwahrung, Handelbarkeit und steuerlicher Behandlung vergleichen.

Fazit zum Grayscale Bitcoin ETF

Der Grayscale Bitcoin Trust ETF ist eines der bekanntesten institutionellen Bitcoin-Anlageprodukte. Seine Geschichte reicht bis 2013 zurück; seit Januar 2024 wird GBTC als börsengehandeltes Spot-Bitcoin-Produkt an der NYSE Arca gehandelt.

GBTC hält Bitcoin direkt und erspart Anlegern die eigene Verwahrung. Dem stehen eine vergleichsweise hohe jährliche Gebühr, begrenzte Handelszeiten und die fehlende direkte Verfügbarkeit für viele deutsche Privatanleger gegenüber.

Wer aus Deutschland in Bitcoin investieren möchte, sollte deshalb den direkten Bitcoin-Kauf, einen Bitcoin-Sparplan und europäische Bitcoin-ETPs miteinander vergleichen. Plattformen wie eToro können eine Möglichkeit für den direkten Kauf des Produktes sein; entscheidend bleiben jedoch Kosten, Eigentumsstruktur und die Möglichkeit zur eigenen Verwahrung.

Häufige Fragen zum Grayscale Bitcoin ETF

Was ist der Grayscale Bitcoin ETF?

Der Grayscale Bitcoin Trust ETF ist ein börsengehandeltes US-Anlageprodukt mit dem Ticker GBTC. Der Trust hält Bitcoin direkt und soll deren Wertentwicklung abzüglich Gebühren und Kosten abbilden.

Ist GBTC ein Spot-Bitcoin-ETF?

Ja. GBTC hält Bitcoin direkt und wird seit dem 11. Januar 2024 als Spot-Bitcoin-Produkt an der NYSE Arca gehandelt.

Wie hoch sind die Gebühren von GBTC?

Die jährliche Sponsor Fee von GBTC beträgt 1,50 Prozent. Dadurch ist das Produkt deutlich teurer als viele konkurrierende Bitcoin-Spot-Produkte.

Wie viele Bitcoin hält Grayscale in GBTC?

Der Bitcoin-Bestand verändert sich durch die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen sowie durch die Entnahme der Sponsor Fee. Den aktuellen Bestand veröffentlicht Grayscale auf der GBTC-Produktseite.

Kann man GBTC in Deutschland kaufen?

Für deutsche Privatanleger ist GBTC über gewöhnliche Broker in der Regel nicht direkt handelbar. Mögliche Alternativen sind der direkte Bitcoin-Kauf und in Europa zugelassene Bitcoin-ETPs.

Was unterscheidet GBTC vom Grayscale Bitcoin Mini Trust?

Beide Produkte halten Bitcoin direkt. Der größte Unterschied liegt bei den laufenden Kosten: GBTC verlangt 1,50 Prozent pro Jahr, der Bitcoin Mini Trust 0,15 Prozent.

Ist GBTC besser als der direkte Kauf von Bitcoin?

Das hängt vom Anlageziel ab. GBTC lässt sich wie ein Wertpapier handeln und erfordert keine eigene Wallet. Beim direkten Kauf besitzt der Anleger dagegen Bitcoin, kann diese gegebenenfalls selbst verwahren und zahlt keine laufende GBTC-Sponsor Fee.