Futures Trading: Das Wichtigste in Kürze
- Was sind Futures? Ein Future ist ein börsengehandelter Vertrag, dessen Wert an einen Vermögenswert wie Gold, Öl oder einen Aktienindex gekoppelt ist. Menge, Regeln und Verfallstermin des Vertrags stehen fest.
- Wie funktioniert Futures Trading? Du kannst mit einem Future auf steigende oder fallende Preise setzen. Dafür hinterlegst du eine Sicherheit, die Margin genannt wird. Gewinne und Verluste werden entsprechend der Preisentwicklung mit deinem Handelskonto verrechnet.
- Welche Rolle spielt der Hebel? Die Margin entspricht nur einem Teil des gesamten Vertragswerts. Dadurch können bereits kleine Preisbewegungen zu hohen Gewinnen oder Verlusten im Verhältnis zum eingesetzten Kapital führen.
- Wofür werden Futures genutzt? Unternehmen sichern mit Futures zukünftige Preise ab. Trader nutzen sie, um auf steigende oder fallende Märkte zu handeln. Beide Anwendungen sind mit Risiken verbunden.
- Wie kannst du Futures Trading kennenlernen? Aus unserer Sicht eignet sich ein Demokonto, um Verträge, Orders und Margin zunächst mit virtuellem Guthaben auszuprobieren. Unser Demokonto-Vergleich stellt passende Angebote gegenüber.
Was sind Futures im Trading? - Erklärung
Ein Future ist ein verbindlicher Vertrag über ein Geschäft in der Zukunft. Er legt fest, auf welchen Basiswert sich das Geschäft bezieht, welche Menge gilt und wann der Vertrag endet. Du handelst damit nicht direkt den Rohstoff, Aktienindex oder Bitcoin, sondern einen Vertrag, dessen Wert von diesem Basiswert abhängt.

Ein einfaches Beispiel: Ein Weizenproduzent möchte den Preis seiner Ernte frühzeitig absichern, während eine Mühle ihre späteren Einkaufskosten planen möchte. Beide können entgegengesetzte Positionen in einem Weizen-Future eingehen. Dieser bezieht sich etwa auf eine festgelegte Menge Weizen im Dezember. Verändert sich der erwartete Weizenpreis, verändert sich auch der Wert des Futures.
Menge, Laufzeit und Abrechnung gibt die Terminbörse einheitlich vor. Deshalb heißen Futures standardisierte Terminkontrakte und können während ihrer Laufzeit fortlaufend gehandelt werden.
Die drei wichtigsten Merkmale sind:
- Einheitliche Bedingungen: Für alle Marktteilnehmer gelten dieselben Vertragsregeln.
- Fester Verfallstermin: Ein klassischer Future besitzt eine begrenzte Laufzeit.
- Margin: Für den Handel hinterlegst du normalerweise nur einen Teil des gesamten Vertragswerts als Sicherheit.
Eine Clearingstelle steht zwischen den Handelsseiten und organisiert Sicherheiten sowie Abrechnung. Die US-Terminmarktaufsicht CFTC erläutert diese Funktion und den wirtschaftlichen Zweck von Futures, etwa bei der Absicherung zukünftiger Preise.
Wie funktioniert Futures Trading?
Beim Futures Trading kaufst du den Basiswert nicht direkt. Stattdessen handelst du einen Vertrag, dessen Wert sich mit dem Preis des Basiswerts verändert. Die Börse gibt die Bedingungen vor, während du über Handelsrichtung, Positionsgröße und Ausstieg entscheidest.
- Du wählst einen Futures-Kontrakt:
Der Vertrag legt fest, welchen Basiswert und welche Menge du handelst. Außerdem besitzt ein klassischer Future einen festen Verfallstermin. - Du entscheidest dich für Long oder Short:
Mit einer Long-Position setzt du auf steigende Preise. Mit einer Short-Position kannst du von fallenden Preisen profitieren. - Du hinterlegst eine Sicherheit:
Für die Position musst du nur einen Teil ihres Gesamtwerts als Margin bereitstellen. Verluste verringern diesen Puffer und können dazu führen, dass die Position geschlossen wird. Mehr dazu erklären wir in unserem Beitrag zum Margin Trading. - Gewinne und Verluste werden verrechnet:
Steigt oder fällt der Futures-Preis, wird die Veränderung deinem Handelskonto gutgeschrieben oder belastet. Diese laufende Abrechnung heißt Mark-to-Market. - Du beendest oder verlängerst den Trade:
Vor dem Verfall kannst du die Position durch einen entgegengesetzten Trade schließen. Möchtest du sie fortsetzen, wechselst du in einen Future mit späterem Verfallstermin. Hältst du den Vertrag bis zum Ende, erfolgt je nach Future eine Zahlung oder die Lieferung des Basiswerts.
Wie entsteht der Preis eines Futures?
Der Futures-Preis bildet sich durch Angebot und Nachfrage an der Terminbörse. Er muss während der Laufzeit nicht exakt dem aktuellen Spotpreis entsprechen. Die Differenz zwischen beiden Preisen wird als Basis bezeichnet.
Wie groß diese Basis ausfällt, hängt vom jeweiligen Markt ab. Bei Rohstoffen spielen beispielsweise Finanzierung, Lagerung, Versicherung und die aktuelle Verfügbarkeit eine Rolle. Bei Finanz-Futures können Zinsen, erwartete Erträge oder Dividenden den Preis beeinflussen. Die Terminkurve zeigt, zu welchen Preisen die verschiedenen Laufzeiten gleichzeitig gehandelt werden.
| Situation | Preisverhältnis | Bedeutung |
|---|---|---|
| Contango | Spätere Laufzeiten sind teurer als der Spotpreis oder nähere Kontrakte. | Eine Long-Position wird beim Wechsel häufig in einen teureren Kontrakt gerollt. |
| Backwardation | Spätere Laufzeiten sind günstiger als der Spotpreis oder nähere Kontrakte. | Eine Long-Position wird beim Wechsel häufig in einen günstigeren Kontrakt gerollt. |
| Konvergenz | Future und Spotpreis nähern sich bis zur Abrechnung an. | Die Basis läuft zum Verfall normalerweise gegen null. |
Contango und Backwardation sind keine einfachen Prognosen für steigende oder fallende Kurse. Sie beschreiben zunächst das Verhältnis verschiedener Preise. Für das Ergebnis einer länger gehaltenen Position ist dieses Verhältnis dennoch wichtig, weil beim Rollover der auslaufende Future verkauft und ein anderer Kontrakt zu seinem eigenen Preis eröffnet wird.
Damit wird der Verfall zu einem festen Bestandteil des klassischen Futures-Handels. Wer ein Szenario über eine Laufzeit hinaus fortsetzen möchte, berücksichtigt neben Gebühren auch die Preisdifferenz zwischen den beiden Kontrakten.
Welche Arten von Futures gibt es?
Die grundlegende Funktionsweise bleibt über verschiedene Märkte hinweg ähnlich. Unterschiede entstehen vor allem durch den Basiswert, die Kontraktgröße und die Form des Settlements.
| Art | Typische Basiswerte | Besonderheit |
|---|---|---|
| Rohstoff-Futures | Öl, Gold, Erdgas, Weizen | Lagerung und physische Lieferung können den Preis beeinflussen. |
| Index-Futures | DAX, Euro Stoxx 50, S&P 500 | Die Abrechnung erfolgt in der Regel als Barausgleich. |
| Zins-Futures | Staatsanleihen und Referenzzinsen | Sie reagieren besonders auf Zins- und Inflationserwartungen. |
| Währungs-Futures | EUR/USD, GBP/USD, JPY/USD | Unternehmen nutzen sie unter anderem zur Absicherung von Wechselkursen. |
| Krypto-Futures | Bitcoin und weitere Kryptowährungen | Handelsplatz, Abrechnung und regulatorischer Rahmen unterscheiden sich je nach Produkt. |
Unabhängig vom Basiswert bieten einige Terminbörsen zusätzlich kleinere Mini- und Micro-Futures an. Ihr Multiplikator und damit auch Tick-Wert, Kontraktwert und Margin fallen niedriger aus als beim jeweiligen Standardkontrakt. Die Kursbewegung des zugrunde liegenden Markts bleibt jedoch dieselbe; kleiner wird lediglich der Geldbetrag, den ein Kontrakt bewegt.
Wenn du speziell Bitcoin-Kontrakte verstehen möchtest, findest du die Details in unserem Beitrag über Bitcoin-Futures. Bei Perpetual Swaps entfällt dagegen der feste Verfallstermin. Dafür halten regelmäßige Funding-Zahlungen den Kontraktpreis in der Nähe des Spotmarkts.
Wofür werden Futures eingesetzt?
Der Handel mit Futures dient dem kurzfristigen Trading und weiteren wirtschaftlichen Zwecken. Er bringt Marktteilnehmer mit unterschiedlichen Zielen an einem standardisierten Handelsplatz zusammen.
- Absicherung: Ein Produzent kann einen zukünftigen Verkaufspreis festlegen, während sich ein einkaufendes Unternehmen gegen steigende Kosten absichert. Dieses Hedging reduziert ein Preisrisiko, kann aber auch dazu führen, dass eine günstigere spätere Entwicklung nicht vollständig genutzt wird.
- Trading: Trader können mit einer Long- oder Short-Position eine klar definierte Markteinschätzung umsetzen. Der Hebel senkt den Kapitalbedarf, erhöht aber die Wirkung der Kursbewegung auf die Margin.
- Arbitrage: Händler untersuchen Preisunterschiede zwischen Spotmarkt, Futures-Laufzeiten und verwandten Produkten. Solche Ansätze bleiben trotz ihrer ausgleichenden Wirkung mit Ausführungs-, Finanzierungs- und Modellrisiken verbunden. Mehr dazu findest du in unserem Überblick zur Arbitrage.
Die Zahl der offenen Kontrakte wird als Open Interest bezeichnet. Sie zeigt, wie viele Positionen noch nicht geschlossen oder abgerechnet wurden. Anders als das Handelsvolumen zählt sie einen bestehenden Kontrakt nicht bei jedem erneuten Besitzerwechsel vollständig neu.
Futures handeln: Micro-Future-Beispiel bei eToro
Nach der allgemeinen Funktionsweise bringt ein konkretes Zahlenbeispiel Kontraktwert, Tick-Wert sowie Gewinn und Verlust zusammen. Wir verwenden dafür einen klassischen Micro E-mini S&P 500 Future bei eToro. Der standardisierte CME-Kontrakt besitzt einen festen Verfall und passt deshalb unmittelbar zu den zuvor erklärten Mechanismen.

eToro führt in seinem Futures-Angebot sowohl klassische Micro-Futures als auch Spot-Quoted Futures. Für dieses Beispiel ist der Micro E-mini S&P 500 Future mit einer konkreten Laufzeit gemeint. Da Futures auslaufen, wählst du in der Plattform jeweils einen noch handelbaren Kontraktmonat aus.
Für die vereinfachte Rechnung nehmen wir folgende Werte an:
- Einstiegskurs: 6.000 Indexpunkte
- Richtung: Long, du setzt also auf einen steigenden Futures-Kurs
- Positionsgröße: ein Kontrakt
- Multiplikator: 5 US-Dollar je Indexpunkt
- Tick-Größe: 0,25 Punkte beziehungsweise 1,25 US-Dollar je Tick
- Kosten: Provision, Spread und mögliche Slippage bleiben zunächst außen vor
Aus diesen Annahmen ergibt sich der Trade in drei Rechenschritten:
- Kontraktwert bestimmen: 6.000 Punkte × 5 US-Dollar = 30.000 US-Dollar.
- Tick-Wert bestimmen: 0,25 Punkte × 5 US-Dollar = 1,25 US-Dollar.
- Gewinn oder Verlust berechnen: Differenz zwischen Ausstiegs- und Einstiegskurs × 5 US-Dollar.
| Szenario | Futures-Kurs | Kursbewegung | Gewinn oder Verlust |
|---|---|---|---|
| Future steigt | 6.020 Punkte | +20 Punkte | +100 USD |
| Future bleibt gleich | 6.000 Punkte | 0 Punkte | 0 USD |
| Future fällt | 5.980 Punkte | −20 Punkte | −100 USD |
Eine Bewegung um 20 Punkte entspricht 80 Ticks. Multipliziert mit dem Tick-Wert von 1,25 US-Dollar entstehen daraus 100 US-Dollar Gewinn oder Verlust. Bei einer Short-Position drehen sich die Vorzeichen um: Ein Rückgang um 20 Punkte ergäbe vor Kosten 100 US-Dollar Gewinn.
Der Kontrakt bewegt in diesem Beispiel einen Nominalwert von 30.000 US-Dollar. Die tatsächlich benötigte Margin liegt darunter und wird vor der Order vom Anbieter angezeigt. Sie verändert den Gewinn oder Verlust des Kontrakts nicht, bestimmt aber, wie stark dieses Ergebnis das hinterlegte Kapital trifft. Die konkrete Margin kann sich je nach Kontrakt und Marktlage ändern und bleibt deshalb bewusst außerhalb der Beispielrechnung.
Für eine echte Order kommen der aktuelle Kontraktmonat, das Verfallsdatum, der Spread und die Gebühren hinzu. Der Zugang zu Futures kann außerdem vom Wohnsitz, Kontostatus und der Eignungsprüfung abhängen. Wer speziell Krypto-Futures handeln möchte, findet die unterschiedlichen Produktmechanismen in unseren Beiträgen zu Bitcoin-Futures und Perpetual Swaps.
Futures Trading lernen: So gehst du vor
Nachdem die Rechnung klar ist, lässt sich der gesamte Ablauf strukturieren. Aus unserer Sicht ist es hilfreich, zunächst den Vertrag zu verstehen und erst danach ein Handelsszenario zu formulieren. So bleibt sichtbar, welche Entscheidung aus dem Produkt und welche aus deiner Strategie stammt.

1. Prüfe den Futures-Kontrakt
Schon zwei Futures auf denselben Markt können sich durch Laufzeit oder Kontraktgröße unterscheiden. Die Kontraktspezifikation zeigt, was du handelst und welchen Geldbetrag bereits eine kleine Kursbewegung verändert.
| Angabe | Bedeutung | Prüffrage |
|---|---|---|
| Basiswert und Multiplikator | Bestimmen, welchen Markt und welchen Geldbetrag ein Kontrakt abbildet. | Wie hoch ist der gesamte Kontraktwert? |
| Tick-Größe und Tick-Wert | Definieren die kleinste Kursänderung und ihre Wirkung in Geld. | Wie viel gewinne oder verliere ich je Tick? |
| Verfall und letzter Handelstag | Legen fest, wann der Handel endet und der Vertrag abgerechnet wird. | Bis wann muss ich schließen oder rollen? |
| Settlement | Bestimmt, ob ein Barausgleich oder eine Lieferung vorgesehen ist. | Was geschieht mit einer offenen Position am Ende? |
| Margin | Zeigt die Sicherheitsleistung für Eröffnung und Fortführung der Position. | Welche Initial und Maintenance Margin gelten? |
| Volumen, Open Interest und Spread | Geben Hinweise auf Aktivität, offene Kontrakte und mögliche Handelskosten. | Ist genau diese Laufzeit ausreichend liquide? |
Ein klassisches Beispiel ist der Micro E-mini S&P 500 Future mit dem Kürzel MES. Sein Multiplikator beträgt 5 US-Dollar je Indexpunkt, die Tick-Größe 0,25 Punkte. Daraus ergibt sich ein Tick-Wert von 1,25 US-Dollar. Bei einem beispielhaften Futures-Kurs von 6.000 Punkten hätte ein Kontrakt einen Nominalwert von 30.000 US-Dollar.
2. Formuliere dein Handelsszenario
Eine Marktidee kann beispielsweise aus der Chartanalyse oder der Fundamentalanalyse entstehen. Anschließend übersetzt du sie in ein konkretes Long- oder Short-Szenario und legst fest, welche Beobachtung den Einstieg auslöst und wann die Idee nicht mehr gilt.
- Richtung und geplanter Einstieg
- Bedingung für einen Ausstieg bei Verlust
- mögliches Kursziel und Zeithorizont
- Umgang mit wichtigen Terminen oder erhöhter Volatilität
3. Plane Margin und Positionsrisiko
Der Kontraktwert zeigt, welches Marktvolumen du tatsächlich bewegst. Die Margin sagt dagegen nur, welches Kapital du als Sicherheit hinterlegst. Für das Risiko ist deshalb nicht allein der angezeigte Hebel ausschlaggebend.
Für die Positionsgröße lässt sich der geplante Verlust zunächst auf einen Kontrakt herunterbrechen:
- Tick-Wert bestimmen: Tick-Größe × Multiplikator.
- Risiko je Kontrakt berechnen: Abstand zum Stop-Loss in Ticks × Tick-Wert.
- Kontraktzahl ableiten: Maximaler Verlustbetrag ÷ Risiko je Kontrakt. Das Ergebnis wird auf eine ganze Kontraktzahl abgerundet.
Beim MES entsprechen beispielsweise 20 Ticks einem Kursabstand von fünf Indexpunkten. Mit einem Tick-Wert von 1,25 US-Dollar läge das rechnerische Risiko bei 25 US-Dollar je Kontrakt zuzüglich Gebühren und möglicher Slippage. Fällt das erlaubte Risiko kleiner aus als der Verlust eines einzelnen Kontrakts, ist selbst dieser Kontrakt für das Szenario zu groß.
Die Margin zeigt dabei nur, wie viel Sicherheit die Position bindet. Sie ersetzt keine Berechnung des möglichen Verlusts. Unser Leitfaden zum Trading-Risikomanagement erklärt die Verbindung aus Stop-Abstand, Verlustbetrag und Positionsgröße ausführlicher.
4. Eröffne und begleite die Position
Für den Einstieg kannst du je nach Szenario beispielsweise eine Market-, Limit- oder Stop-Order verwenden. Nach der Ausführung verändern tägliche Abrechnung und offene Gewinne oder Verluste den verfügbaren Kontowert.
Zum Futures-Kurs kommen deshalb Margin-Auslastung, Orders und Laufzeit als relevante Größen hinzu. Ein geplanter Stop-Loss kann das Risiko strukturieren, garantiert bei Kurslücken jedoch keinen bestimmten Ausführungspreis.
5. Schließe oder rolle den Future
Eine offene Position lässt sich vor dem Verfall durch ein Gegengeschäft schließen. Möchtest du dein Szenario über die Fälligkeit hinaus fortsetzen, kannst du den auslaufenden Kontrakt schließen und einen späteren eröffnen.
Der passende Folgekontrakt ist nicht automatisch der kalendarisch nächste. Aus unserer Sicht lohnt sich auch hier der Blick auf Volumen, Open Interest und Spread, weil sich die Handelsaktivität häufig auf bestimmte Laufzeiten konzentriert. Der Rollover kann neben Gebühren und Spreads zudem einen Preisunterschied zwischen den beiden Kontrakten enthalten.
Futures, Perpetuals, CFDs und Spot im Vergleich
Futures sind nur eine von mehreren Möglichkeiten, eine Kursbewegung zu handeln. Der direkte Vergleich zeigt, welches Merkmal zu welchem Produkt gehört.
| Merkmal | Futures | Perpetuals | CFDs | Spot |
|---|---|---|---|---|
| Produkt | Standardisierter Terminkontrakt | Unbefristeter Derivatekontrakt | Vertrag mit dem Anbieter | Direkter Kauf des Basiswerts |
| Feste Laufzeit | Ja | Nein | Üblicherweise nein | Nein |
| Regelmäßiges Funding | Nein | Ja | Finanzierungskosten möglich | Nein |
| Hebel | Typisch | Typisch | Typisch | Ohne Kredit nein |
| Basiswert im eigenen Besitz | Normalerweise nein | Nein | Nein | Ja |
| Abrechnung | Barausgleich oder Lieferung | Beim Schließen der Position | Beim Schließen der Position | Übertragung des Vermögenswerts |
Beim Spot Trading kaufst du den Basiswert direkt. Ein CFD bildet dagegen die Kursdifferenz zwischen Ein- und Ausstieg ab. Klassische Futures passen vor allem dann, wenn ein standardisierter, börsengehandelter Terminkontrakt mit fester Laufzeit gefragt ist.
Vorteile, Risiken und Kosten beim Futures Trading
Die Standardisierung ist der größte Vorteil von Futures. Preis, Kontraktgröße, Laufzeit und Abrechnung folgen bekannten Regeln. Gleichzeitig kann der große Kontraktwert im Verhältnis zur Margin Verluste schnell auf das Handelskonto übertragen.
- Standardisierte und öffentlich dokumentierte Kontrakte
- Absicherung bestehender Preisrisiken möglich
- Long- und Short-Positionen direkt umsetzbar
- Punktwert und kleinste Preisbewegung klar definiert
- Zentrales Clearing reduziert das direkte Gegenparteirisiko
- Hebel kann Verluste auf die Margin stark vergrößern
- Margin-Anforderungen können kurzfristig steigen
- Verfall und Rollover müssen aktiv berücksichtigt werden
- Große Standardkontrakte erschweren eine feine Positionsgröße
- Bei einzelnen Produkten ist eine physische Lieferung vorgesehen
Futures Trading in Deutschland: Regeln und Plattformen
Beim Futures Trading in Deutschland hängt der Zugang vom konkreten Produkt, deinem Kundenstatus und dem Angebot der Plattform ab. Wenn du klassische Börsen-Futures handeln möchtest, benötigst du einen Futures-Broker mit Zugang zu einer Terminbörse. Krypto-Futures werden teilweise über spezialisierte Handelsplattformen angeboten.
Welche Regeln gelten für Privatanleger?
Futures Trading ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Die BaFin beschränkt seit 2023 jedoch die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von Futures mit Nachschusspflicht an Privatanleger. Angebote bleiben unter anderem möglich, wenn der Anbieter die Nachschusspflicht vertraglich ausschließt und den möglichen Verlust auf das eingesetzte Kapital begrenzt. Die Einzelheiten stehen in der BaFin-Allgemeinverfügung.
Wo kannst du Futures traden?
Für die Plattformwahl steht deshalb zunächst die Frage im Mittelpunkt, welchen Kontrakt und welchen Handelsplatz du tatsächlich nutzen möchtest. Danach lassen sich Anbieter anhand ihrer Schutzmechanismen, Kosten und Funktionen vergleichen.
Bei der Auswahl helfen aus unserer Sicht vor allem diese Kriterien:
- Regulierung und Schutzmechanismen: Welche Aufsicht gilt und ist eine Nachschusspflicht ausgeschlossen?
- Produktauswahl: Werden die gewünschte Börse, Laufzeit und passende kleinere Kontrakte angeboten?
- Gesamtkosten: Wie hoch sind Provisionen, Börsengebühren, Marktdaten und Spreads?
- Margin-Regeln: Wie werden Initial Margin, Maintenance Margin und mögliche Anpassungen dargestellt?
- Orderfunktionen: Sind Stop-, Limit- und kombinierte Orders verständlich verfügbar?
- Demokonto: Lässt sich die Plattform vor dem Einsatz von echtem Kapital kennenlernen?
Für den Einstieg bevorzugen wir eine Umgebung, in der du Kontraktwerte, Margin und Ordermaske ohne finanziellen Druck ausprobieren kannst. Wenn du anschließend einen Anbieter suchst, kannst du Kosten, Angebot und Funktionen in unseren Vergleichen gegenüberstellen.
Fazit zum Handel mit Futures
Mit Futures lässt sich die Preisentwicklung eines Basiswerts handeln, ohne ihn direkt zu kaufen. Unternehmen nutzen solche Verträge zur Absicherung zukünftiger Preise. Trader können damit sowohl auf steigende als auch auf fallende Märkte setzen.
- Ein klassischer Future legt fest, was gehandelt wird, welche Menge gilt und wann der Vertrag endet.
- Für die Position wird nur ein Teil ihres Gesamtwerts als Sicherheit hinterlegt.
- Gewinne und Verluste beziehen sich trotzdem auf den vollständigen Vertragswert und können die hinterlegte Margin schnell verändern.
- Vor dem Verfall kannst du die Position schließen oder in einen späteren Vertrag wechseln.
- Gebühren, verfügbare Kontrakte und Schutzmechanismen unterscheiden sich je nach Anbieter.
Aus unserer Sicht bietet ein Demokonto einen gut nachvollziehbaren Einstieg in die Funktionsweise von Futures. Dort lassen sich Vertragswerte, Orders und mögliche Verluste zunächst mit virtuellem Guthaben beobachten. Ob Futures zum eigenen Handelsansatz passen, hängt anschließend vor allem von Strategie, Zeithorizont und Risikoplan ab.
Häufige Fragen zum Futures Trading
In diesem Abschnitt beantworten wir häufige Fragen zum Futures Trading.
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Ist Futures Trading für Anfänger geeignet?
Futures sind wegen Hebel, Margin, täglicher Abrechnung und Verfall anspruchsvoller als ein direkter Kauf. Aus unserer Sicht eignet sich für Anfänger zunächst ein Demokonto, in dem sich Kontraktwert und Orderablauf ohne echtes Kapital nachvollziehen lassen. -
Was bedeutet ein Tick beim Futures Trading?
Ein Tick ist die kleinste zulässige Preisänderung eines Futures. Multiplizierst du die Tick-Größe mit dem Kontraktmultiplikator, erhältst du den Geldbetrag, um den sich der Wert eines Kontrakts je Tick verändert. Beide Angaben stehen in den Spezifikationen des jeweiligen Futures. -
Was ist der Unterschied zwischen Futures und Optionen?
Ein Future verpflichtet beide Vertragsseiten zur vorgesehenen Abrechnung, sofern die Position nicht vorher geschlossen wird. Eine Option gibt dem Käufer dagegen ein Recht, aber grundsätzlich keine Pflicht zur Ausübung. Dafür zahlt er eine Optionsprämie.
