Perpetual Futures: Das Wichtigste in Kürze

  • Was sind Perpetual Futures? Perpetual Futures sind Derivate ohne festes Verfallsdatum. Ihr Preis orientiert sich an einem Basiswert wie Bitcoin, ohne dass du den Basiswert direkt kaufst.
  • Wie funktionieren Perpetual Futures? Ein Indexpreis dient als Referenz für den Spotmarkt. Mark-Preis und Funding Rate helfen dabei, den Perpetual-Preis daran zu binden und das Liquidationsrisiko zu berechnen.
  • Was ist die Funding Rate? Die Funding Rate bestimmt regelmäßige Zahlungen zwischen Long- und Short-Positionen. Welche Seite zahlt, hängt vom Vorzeichen der Rate ab.
  • Welche Rolle spielt der Hebel? Der Hebel vergrößert die Position im Verhältnis zur hinterlegten Margin. Dadurch wirkt dieselbe Kursbewegung prozentual stärker auf dein eingesetztes Kapital.
  • Wo kannst du Perpetuals handeln? Solche Krypto-Derivate findest du bei spezialisierten Handelsplattformen. Unser Krypto-Börsen-Vergleich zeigt, welche Produkte die geprüften Anbieter aktuell bereitstellen.

Du möchtest Perpetual Futures lieber im Video verstehen? In unserem Trading2Go-Video zu Bitcoin Futures und Perpetuals erklären wir die Grundlagen, zeigen die Besonderheiten unbefristeter Kontrakte und führen dich anhand eines Praxisbeispiels durch den Handel.

Was sind Perpetual Futures?

Perpetual Futures sind Verträge, mit denen du auf die Kursentwicklung eines Basiswerts handelst. Bei einem BTC Perpetual Future ist Bitcoin der Basiswert. Du kaufst dabei keine Bitcoin, sondern eröffnest eine Long-Position für steigende oder eine Short-Position für fallende Kurse.

Das Handelsvolumen von Bitcoin-Perpetuals liegt im dargestellten Zeitraum deutlich über dem Spotvolumen.
Bitcoin-Kurs mit deutlich höherem Perpetual- als Spot-Handelsvolumen

Das hohe Handelsvolumen macht Perpetual Futures für den Kryptomarkt besonders relevant. Im abgebildeten Zeitraum übersteigt das Perpetual-Volumen das Spotvolumen deutlich. Dadurch spielen diese Derivate eine wichtige Rolle für die Liquidität und kurzfristige Preisbildung von Bitcoin.

Der Begriff Perpetual Futures Contract bezeichnet einen Terminkontrakt ohne festes Ablaufdatum. Auf Deutsch lässt sich perpetual in diesem Zusammenhang mit unbefristet oder fortlaufend übersetzen. Auch die Bezeichnungen Perpetual Swap, Perpetual Contract, Perpetuals und Perps sind im Kryptomarkt üblich.

Die Idee eines unbefristeten Futures ist älter als der Kryptomarkt. Robert Shiller beschrieb 1993 ein Modell für Perpetual Futures. Die heute verbreitete Krypto-Variante etablierte sich ab 2016 mit dem von BitMEX angekündigten XBTUSD Perpetual Swap.

Wie funktionieren Perpetual Futures?

Ein klassischer Future nähert sich spätestens an seinem Abrechnungstermin dem Preis des Basiswerts an. Bei Perpetual Futures fehlt dieser Termin. Damit ihr Preis trotzdem nicht dauerhaft vom Spotmarkt abdriftet, benötigen sie einen eigenen Mechanismus zur Preisbindung.

Oben ist der Bitcoin-Kurs dargestellt, darunter die Basis als Abstand zwischen Spot- und Perpetual-Preis.
Bitcoin-Kurs mit Basis zwischen Spot- und Perpetual-Preis

Spotmarkt und Perpetual-Markt besitzen eigene Orderbücher. Deshalb können Bitcoin am Spotmarkt und ein BTC-Perpetual zur selben Zeit unterschiedliche Preise anzeigen. Diesen Abstand nennt man Basis. Der folgende Ablauf erklärt, wie der Vertrag trotzdem am Spotmarkt ausgerichtet bleibt:

  1. Spot- und Perpetual-Preis entstehen getrennt.
    Liegt der Perpetual über dem Spotpreis, handelt er mit einem Aufschlag. Liegt er darunter, besteht ein Abschlag.
  2. Ein Indexpreis bildet die Referenz.
    Er fasst Kurse aus einem oder mehreren Spotmärkten zusammen. Dadurch besitzt der Perpetual einen Vergleichswert, der nicht allein vom letzten Trade auf der Derivateplattform abhängt.
  3. Funding schafft einen finanziellen Ausgleich.
    Handelt der Perpetual deutlich über dem Referenzpreis, zahlen bei einer positiven Funding Rate üblicherweise Long-Positionen an Short-Positionen. Liegt er darunter, kann sich die Zahlungsrichtung umkehren. Das macht die günstigere Marktseite attraktiver und wirkt einer größeren Abweichung entgegen.
  4. Der Mark-Preis stabilisiert die Risikoberechnung.
    Die Plattform leitet ihn aus Index- und Marktdaten ab. Häufig berechnet sie damit nicht realisierte Gewinne, Verluste und das Liquidationsrisiko, damit ein einzelner ungewöhnlicher Trade nicht sofort die gesamte Risikologik bestimmt.

Funding ersetzt damit den fehlenden Verfall als laufenden Ausgleich. Es erzwingt keine jederzeit identischen Preise, setzt aber regelmäßig einen wirtschaftlichen Anreiz, den Perpetual wieder an den Spotmarkt anzunähern. Wie die Funding Rate berechnet und zwischen Long und Short abgerechnet wird, zeigt der folgende Abschnitt.

Wie wird die Funding Rate bei Perpetuals berechnet?

Da Perpetual Futures keinen festen Abrechnungstermin besitzen, fehlt ihnen die automatische Annäherung an den Spotpreis zum Verfall. Der Funding-Mechanismus übernimmt diese Aufgabe. Die Plattform berechnet dafür in festen Intervallen eine Rate aus der Preisabweichung und weiteren produktabhängigen Komponenten.

Oben ist der Bitcoin-Kurs dargestellt, darunter die Funding Rate mit positiven und negativen Werten.
Bitcoin-Kurs mit positiver und negativer Funding Rate
  • Positive Funding Rate: Long-Positionen zahlen üblicherweise an Short-Positionen. Das macht Long-Positionen teurer und die Gegenseite attraktiver.
  • Negative Funding Rate: Short-Positionen zahlen üblicherweise an Long-Positionen. Dadurch entsteht ein Anreiz für zusätzliche Long-Positionen.
  • Abrechnung: Funding betrifft in der Regel nur Positionen, die zum Abrechnungszeitpunkt geöffnet sind. Intervall und Formel unterscheiden sich je nach Plattform und Produkt.

Die grundlegende Rechnung lautet: Positionswert × Funding Rate. Bei einer Position über 5.000 USDT und einer Funding Rate von 0,01 Prozent beträgt die Zahlung 0,50 USDT. Bleibt die Position auf der zahlenden Marktseite über zehn identische Abrechnungen geöffnet, summiert sich das Funding auf 5 USDT.

Funding ist bei klassischen Perpetuals üblicherweise eine Zahlung zwischen Marktteilnehmern und keine normale Handelsgebühr der Börse. Die Plattform organisiert die Abrechnung. Die OKX-Dokumentation zeigt beispielhaft, wie Rate, Intervall und Position Value zusammenwirken.

Für die Interpretation als Sentiment- und Positionierungsindikator ist mehr Kontext nötig. Unser Ratgeber zur Funding Rate erklärt, was dauerhaft positive oder negative Werte bedeuten können.

Perpetual Futures, Futures, CFDs und Spot im Vergleich

Perpetuals bilden eine Kursbewegung ab, ohne dass du den Basiswert direkt besitzt. Diese Eigenschaft teilen sie mit anderen Derivaten. Laufzeit, Preisbindung und Gegenpartei unterscheiden sich jedoch deutlich.

Spot Trading, klassische Futures, CFDs und Perpetual Futures im Vergleich
Merkmal Spot Trading Klassischer Future CFD Perpetual Future
Produktart Direkter Kauf Standardisierter Terminkontrakt Vertrag mit einem Broker Unbefristeter Derivatekontrakt
Feste Laufzeit Nein Ja Meist nein Nein
Eigentum am Basiswert Ja Nein Nein Nein
Laufende Finanzierung Keine Im Preis berücksichtigt Finanzierungskosten möglich Funding-Zahlungen möglich
Long und Short Direkter Kauf ist Long Ja Ja Ja
Typischer Handelsplatz Krypto-Börse Terminbörse CFD-Broker Krypto-Derivateplattform

Der direkte Spotkauf ist aus unserer Sicht die einfachste Variante, wenn Bitcoin langfristig gehalten und gegebenenfalls selbst verwahrt werden soll. Perpetual Futures richten sich eher an aktive Trader, die auf beide Kursrichtungen handeln oder eine bestehende Position kurzfristig absichern möchten. Wie sich Positionen grundsätzlich gegen Kursrisiken absichern lassen, erklären wir in unserem Beitrag zum Hedging.

Klassische Futures im Trading besitzen dagegen einen festen Kontraktmonat und ein geregeltes Settlement. Unser Spezialartikel zu Bitcoin Futures erklärt die Unterschiede zwischen CME-Kontrakten, Micro Bitcoin Futures und börseneigenen Krypto-Derivaten. Wie sich Differenzkontrakte von Perpetuals unterscheiden, erklärt unser Guide zu Bitcoin CFDs.

Beispiel: Gewinn und Verlust bei einem BTC-Perpetual

Das folgende Beispiel verbindet Positionsgröße, Hebel und Funding. Angenommen, Bitcoin steht bei 60.000 USDT. Du hinterlegst 1.000 USDT Margin und eröffnest eine Long-Position über 5.000 USDT. Das entspricht einem Hebel von 5.

Vereinfachte Szenarien einer Bitcoin-Long-Position mit 5er-Hebel
Szenario BTC-Kurs Gewinn oder Verlust Wirkung auf 1.000 USDT Margin
Bitcoin steigt um 2 Prozent 61.200 USDT +100 USDT +10 Prozent
Bitcoin bleibt unverändert 60.000 USDT 0 USDT 0 Prozent
Bitcoin fällt um 2 Prozent 58.800 USDT −100 USDT −10 Prozent

Die Kursbewegung von zwei Prozent verändert die Position um 100 USDT. Bezogen auf die Margin entspricht das zehn Prozent. Der Hebel verändert bei gleicher Positionsgröße nicht den Gewinn oder Verlust in USDT. Er verändert, wie viel eigenes Kapital die Position absichert und wie stark das Ergebnis prozentual darauf wirkt.

Bei einer positiven Funding Rate von 0,01 Prozent kommen für die Long-Position 0,50 USDT pro Abrechnung hinzu. Handelsgebühren und mögliche Slippage sind in der Beispielrechnung noch nicht enthalten. Der tatsächliche Liquidationspreis liegt außerdem vor dem Punkt, an dem die gesamte Margin rechnerisch aufgebraucht wäre, weil die Plattform eine Mindestreserve verlangt.

Für die Positionsplanung halten wir eine vorher festgelegte Verlustgrenze für wichtiger als den maximal verfügbaren Hebel. Unser Leitfaden zum Trading-Risikomanagement zeigt, wie sich Risiko, Stop-Loss und Positionsgröße miteinander verbinden lassen.

Welche Margin-Arten gibt es beim Perpetual Trading?

Beim Perpetual Trading legst du fest, welche Sicherheit die Position deckt und welcher Teil deines Kontos bei Verlusten herangezogen werden darf. Dabei sind Margin-Währung und Margin-Modus zwei getrennte Entscheidungen.

  • USDT-Margin: Ein Stablecoin dient als Sicherheit. Gewinn, Verlust und Margin werden in einer relativ stabilen Recheneinheit dargestellt.
  • Coin-Margin: Eine Kryptowährung wie Bitcoin dient als Sicherheit. Zusätzlich zum Trade schwankt damit auch der in Euro oder USDT gemessene Wert der Margin.
  • Isolated Margin: Der Position wird ein eigener Margin-Betrag zugewiesen. Ihr direkter Verlust bleibt grundsätzlich auf diesen Bereich begrenzt.
  • Cross-Margin: Mehrere Positionen greifen auf einen gemeinsamen Margin-Pool zu. Das kann eine einzelne Position länger offen halten, aber einen größeren Teil des Kontos belasten.

Für erste Tests halten wir Stablecoin-Margin und Isolated Margin für leichter nachvollziehbar. Die Position erhält einen klar zugeordneten Betrag und die Sicherheit schwankt nicht zusätzlich mit Bitcoin. Risikoarm wird der Trade dadurch nicht, denn die zugewiesene Margin kann weiterhin vollständig verloren gehen.

Was zeigt das Open Interest bei Perpetuals?

Das Open Interest zeigt den Wert oder die Anzahl aller noch offenen Kontrakte. Es misst damit die offene Positionierung im Markt und nicht das Handelsvolumen. Jeder offene Kontrakt besitzt gleichzeitig eine Long- und eine Short-Seite, weshalb ein hoher Wert allein keine Kursrichtung vorgibt.

Oben ist der Bitcoin-Kurs dargestellt, darunter die Entwicklung des Open Interest als Linie.
Bitcoin-Kurs mit Verlauf des Open Interest bei Perpetual Futures
  • Steigendes Open Interest: Es entstehen mehr neue Positionen als geschlossen werden. Zusätzliche Marktteilnehmer oder zusätzliches Kapital erhöhen die offene Positionierung.
  • Fallendes Open Interest: Es werden mehr Positionen geschlossen oder liquidiert als neu eröffnet. Offenes Risiko verschwindet aus dem Markt.

Erst gemeinsam mit Kurs, Volumen und Funding Rate entsteht ein aussagekräftigeres Bild. Ein steigender Kurs bei wachsendem Open Interest kann beispielsweise von neuen Positionen begleitet werden. Unser Beitrag zum Open Interest erklärt die möglichen Kombinationen ausführlich.

Perpetual Trading: Wo kannst du Perpetual Futures handeln?

Krypto Perpetual Futures werden überwiegend auf Krypto-Plattformen mit einem Derivateangebot gehandelt. Welche Produkte verfügbar sind, hängt von Rechtsraum, Kontostatus und Eignungsprüfung ab.

Worauf es bei einer Perp Exchange ankommt

Eine Perp Exchange sollte aus unserer Sicht nicht anhand des maximalen Hebels ausgewählt werden. Wichtiger sind nachvollziehbare Produktbedingungen und ein Risikosystem, dessen Kennzahlen vor der Order sichtbar sind.

  • Produktart: Handelt es sich wirklich um einen Vertrag ohne Verfall oder um ein ähnliches Produkt mit weit entferntem Abrechnungstermin?
  • Preisbildung: Sind Indexpreis, Mark-Preis, Funding Rate und nächster Abrechnungszeitpunkt transparent einsehbar?
  • Risikodaten: Zeigt die Ordermaske Margin-Anforderung, Liquidationspreis und Positionswert verständlich an?
  • Kosten: Neben Handelsgebühren gehören Funding und mögliche weitere Finanzierungskosten in den Vergleich.
  • Testumgebung: Ein Demokonto erleichtert es, Ordermaske und Margin-Modi zunächst mit virtuellem Guthaben kennenzulernen.

Unser Krypto-Börsen-Vergleich bewertet Anbieter anhand einheitlicher Kriterien. Für den konkreten Perpetual-Handel bleibt dennoch ein zusätzlicher Blick auf das regional verfügbare Derivateangebot nötig.

OKX: X-Perps statt klassischer Perpetuals

OKX ist unser Testsieger für aktives Krypto-Trading. Im Europäischen Wirtschaftsraum bietet die Plattform aktuell allerdings sogenannte X-Perps an. Sie besitzen Funding und funktionieren im laufenden Handel ähnlich wie Perpetual Futures, haben laut OKX-Produktbeschreibung aber einen festen Abrechnungstermin 60 Monate nach ihrer Ausgabe.

Screenshot der deutschen OKX-Startseite in schwarzem Design. Links steht der Slogan „Sicher. Transparent. Zuverlässig.“, rechts ist die mobile OKX-App mit Funktionen zum Kaufen und Einzahlen abgebildet.
Deutsche Startseite der Krypto-Börse OKX mit einer Vorschau der mobilen Handelsoberfläche.

Für OKX sprechen in diesem Zusammenhang vor allem drei Eigenschaften:

  • Demomodus: Ordermaske, Margin und offene Positionen lassen sich mit virtuellem Guthaben nachvollziehen.
  • Trading-Werkzeuge: Limit-, Market-, Stop-Loss- und Take-Profit-Funktionen decken unterschiedliche Orderpläne ab.
  • Transparente Oberfläche: Mark-Preis, Funding, Positionswert und Risikodaten werden direkt beim Produkt dargestellt.

Die begriffliche Unterscheidung ist wichtig: Ein X-Perp ist im EWR kein klassischer Perpetual Future ohne Verfall. Für das praktische Verständnis von Funding, Mark-Preis und Margin bleibt das Produkt dennoch ein nahes Beispiel. Unser OKX-Erfahrungsbericht ordnet Plattform, Regulierung und Funktionsumfang ausführlicher ein.

Perpetual Futures handeln: So eröffnest du eine Position

Nachdem Produkt und Plattform feststehen, folgt die konkrete Position. Der Ablauf verbindet das Handelsszenario mit Margin, Order und einer vorher festgelegten Verlustgrenze.

  1. Lege Richtung und Szenario fest.
    Eine Long-Position bildet ein Szenario mit steigenden Kursen ab, eine Short-Position eines mit fallenden Kursen. Vor der Order sollte klar sein, welche Marktbedingung die Idee bestätigt und wann sie nicht mehr gilt.
  2. Bestimme Positionsgröße und Margin.
    Der Hebel ergibt sich aus dem Verhältnis von Positionswert zu Margin. Kontrollierst du mit 1.000 USDT eine Position über 5.000 USDT, entspricht das einem Hebel von 5. Unser Beitrag zum Margin Trading erklärt die Sicherheitsleistung und Margin-Modi ausführlicher.
  3. Plane Order und Verlustgrenze.
    Ordertyp, Einstieg, Stop-Loss und Positionsgröße gehören zu demselben Plan. Der angezeigte Liquidationspreis ist keine sinnvolle reguläre Verlustgrenze, sondern markiert den Bereich, in dem das Risikosystem der Plattform eingreifen kann.
  4. Begleite und schließe die Position.
    Der Mark-Preis zeigt, wie sich Gewinn, Verlust und Liquidationsrisiko entwickeln. Zusätzlich fallen Handelskosten und gegebenenfalls Funding an. Beendet wird der Trade durch eine Gegenorder, einen Stop-Loss oder im ungünstigsten Fall durch die Liquidation. Unser Guide zum Bitcoin hebeln ordnet diese Hebelwirkung ausführlicher ein.

Welche Vor- und Nachteile haben Perpetual Futures?

Perpetual Futures verbinden einen flexiblen Handel auf beide Kursrichtungen mit Hebel und laufendem Funding. Die fehlende Laufzeit vereinfacht das Halten des Kontrakts, beseitigt aber weder Kosten noch Liquidationsrisiko.

Vorteile von Perpetual Futures
  • Kein regelmäßiger Wechsel auslaufender Kontrakte
  • Long- und Short-Positionen möglich
  • Flexible Positionsgröße durch Margin
  • Kurzfristige Absicherung bestehender Bestände möglich
Nachteile von Perpetual Futures
  • Liquidationsrisiko bei gehebelten Positionen
  • Laufende Funding-Zahlungen möglich
  • Kein Eigentum am Basiswert
  • Produkt- und Plattformregeln unterscheiden sich

Aus unserer Sicht wiegt das Liquidationsrisiko am schwersten. Die unbegrenzte Vertragslaufzeit klingt zunächst komfortabel, eine Position bleibt aber nur offen, solange genügend Margin vorhanden ist. In schnellen Märkten kann eine Gegenbewegung den Trade schließen, bevor sich das ursprüngliche Szenario wieder erholt.

Der größte praktische Vorteil ist die fehlende Fälligkeit. Wer ein kurzfristiges Szenario über mehrere Tage begleitet, muss keinen nahenden Kontraktmonat wechseln. Bei längerer Haltedauer kann sich das Funding jedoch summieren, sodass unbefristet nicht automatisch für langfristiges Halten geeignet bedeutet.

Fazit zu Perpetual Futures

Perpetual Futures sind unbefristete Derivate, deren Wert sich an einem Basiswert wie Bitcoin orientiert. Index- und Mark-Preis sowie regelmäßige Funding-Zahlungen übernehmen dabei Aufgaben, die bei klassischen Futures teilweise durch den festen Verfall entstehen.

  • Kein fester Verfall: Perpetuals müssen nicht regelmäßig in einen neuen Kontraktmonat gewechselt werden.
  • Long und Short: Der Vertrag ermöglicht Szenarien auf steigende und fallende Kurse, ohne den Basiswert direkt zu kaufen.
  • Funding und Margin: Regelmäßige Zahlungen binden den Preis an den Spotmarkt, während die Margin das offene Risiko absichert.
  • Hebelrisiko: Eine vergleichsweise kleine Gegenbewegung kann einen großen Teil der Margin aufzehren und zur Liquidation führen.

Aus unserer Sicht eignen sich Perpetuals vor allem als spezialisiertes Trading-Instrument und nicht als Ersatz für einen direkten Bitcoin-Kauf. Wer den Basiswert langfristig besitzen und selbst verwahren möchte, findet im Spot Trading den geradlinigeren Ansatz. Für einen ersten Einblick in die Produktmechanik bietet ein Demokonto die Möglichkeit, Funding und Hebel ohne echtes Kapital zu beobachten.

Häufige Fragen zu Perpetual Futures

In diesem Abschnitt beantworten wir häufige Fragen zu Perpetual Futures.

  • Was bedeutet Perpetual auf Deutsch?

    Perpetual bedeutet in diesem Zusammenhang unbefristet oder fortlaufend. Ein Perpetual Futures Contract besitzt kein planmäßiges Verfallsdatum.
  • Kann man Perpetual Futures dauerhaft halten?

    Der Vertrag läuft nicht automatisch aus. Eine Position bleibt trotzdem nur offen, solange ausreichend Margin vorhanden ist, die Plattform das Produkt anbietet und weder du noch das Risikosystem sie schließen. Laufendes Funding kann eine lange Haltedauer zusätzlich verteuern.
  • Ist die Funding Rate eine Gebühr der Börse?

    Bei klassischen Krypto-Perpetuals ist Funding üblicherweise eine Zahlung zwischen Long- und Short-Positionen. Die Plattform berechnet und vermittelt sie. Formel, Intervall und mögliche Zusatzkosten hängen vom jeweiligen Produkt ab.
  • Wo kann man Perpetual Futures handeln?

    Perpetuals werden vor allem auf spezialisierten Krypto-Derivateplattformen angeboten. Das verfügbare Produkt hängt vom Rechtsraum und Konto ab. Unser Krypto-Börsen-Vergleich bietet einen Ausgangspunkt für die Anbieterwahl.