Altcoins: Das Wichtigste in Kürze
- Definition: Als Altcoins werden grundsätzlich alle Kryptowährungen außer Bitcoin bezeichnet.
- Bedeutung: Der Name setzt sich aus „Alternative“ und „Coin“ zusammen – gemeint sind Alternativen zu Bitcoin.
- Beispiele: Ethereum, Solana, XRP, Cardano und Dogecoin zählen zu den bekannten Altcoins. Auch Stablecoins wie USDT und USDC werden häufig dieser Gruppe zugerechnet.
- Unterschiede: Altcoins können sich bei Technik, Nutzen, Sicherheit, Dezentralität und Token-Verteilung deutlich unterscheiden.
- Risiken: Viele Altcoins schwanken stärker als Bitcoin. Kleine oder wenig genutzte Projekte können vollständig scheitern.
Was ist ein Altcoin?
Ein Altcoin ist eine Kryptowährung, die nicht Bitcoin ist. Der Begriff entstand, nachdem neben Bitcoin erste alternative Kryptowährungen entwickelt wurden. Heute umfasst er eine sehr große und vielfältige Gruppe digitaler Vermögenswerte.
Dabei ist „Altcoin“ nur ein Sammelbegriff. Ein Altcoin kann der native Coin einer eigenen Blockchain, ein auf einer bestehenden Blockchain ausgegebener Token oder ein wertstabil konzipierter Stablecoin sein. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden diese Unterschiede häufig zusammengefasst.
Wenn Du die Begriffe genauer auseinanderhalten möchtest, erklärt unser Ratgeber den Unterschied zwischen Coin und Token. Einen grundlegenden Einstieg in die gesamte Anlageklasse bietet das Handbuch Was sind Kryptowährungen?.
Warum gibt es Altcoins?
Bitcoin wurde als dezentrales digitales Geld entwickelt. Spätere Krypto-Projekte übernahmen einzelne Ideen von Bitcoin, veränderten technische Eigenschaften oder verfolgten vollkommen neue Anwendungsfälle.
Altcoins können beispielsweise darauf ausgerichtet sein,
- Transaktionen schneller oder günstiger abzuwickeln,
- Smart Contracts und dezentrale Anwendungen zu ermöglichen,
- verschiedene Blockchains miteinander zu verbinden,
- einen stabilen Wert gegenüber einer klassischen Währung abzubilden,
- oder bestimmte Funktionen innerhalb eines Krypto-Protokolls bereitzustellen.
Die Existenz eines neuen Anwendungsfalls bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein Projekt langfristig gebraucht wird. Manche Altcoins entwickeln aktive Netzwerke und reale Nutzung, andere bleiben weitgehend spekulativ oder verschwinden wieder vom Markt.
Was ist der Unterschied zwischen Bitcoin und Altcoins?
Bitcoin ist die erste und nach Marktkapitalisierung größte Kryptowährung. Altcoins entstanden später und versuchen häufig, andere technische oder wirtschaftliche Schwerpunkte zu setzen.
| Merkmal | Bitcoin | Altcoins |
|---|---|---|
| Einordnung | Eigenständige Kryptowährung | Sammelbegriff für alle übrigen Kryptowährungen |
| Hauptidee | Dezentrales digitales Geld | Je nach Projekt sehr unterschiedliche Ziele |
| Historie | Seit 2009 aktiv | Später entstanden |
| Risiko | Stark schwankend, aber am längsten etabliert | Je nach Projekt häufig noch höhere Risiken |
| Angebot | Auf 21 Millionen BTC begrenzt | Individuelle Regeln und Token-Verteilungen |
Ein Altcoin ist daher nicht grundsätzlich besser oder schlechter als Bitcoin. Entscheidend sind das konkrete Projekt, sein Nutzen und seine Risiken. Gerade kleinere Altcoins sind häufig weniger liquide, stärker von einzelnen Akteuren abhängig und deutlich volatiler.
Welche Arten von Altcoins gibt es?
Altcoins lassen sich nach ihrem hauptsächlichen Einsatzzweck gruppieren. Die Grenzen sind nicht immer eindeutig, weil ein Projekt mehrere Funktionen erfüllen kann.
Blockchain- und Smart-Contract-Plattformen
Diese Netzwerke bilden die technische Grundlage für Smart Contracts, Token und dezentrale Anwendungen. Bekannte Beispiele sind Ethereum, Solana und Cardano.
Zahlungs-Coins
Zahlungsorientierte Altcoins sollen digitale Übertragungen ermöglichen. Je nach Netzwerk stehen niedrige Gebühren, kurze Bestätigungszeiten oder grenzüberschreitende Zahlungen im Mittelpunkt. Beispiele sind Litecoin und XRP.
Stablecoins
Stablecoins sollen einen möglichst stabilen Wert abbilden, häufig den US-Dollar. USDT und USDC gehören zu den bekanntesten Beispielen. Ihr Kursrisiko ist anders gelagert als bei klassischen Altcoins, vollständig risikofrei sind sie jedoch nicht.
DeFi- und Infrastruktur-Token
Diese Token gehören zu dezentralen Börsen, Kreditprotokollen, Oracle-Netzwerken oder anderen Bestandteilen der Krypto-Infrastruktur. Beispiele sind Uniswap (UNI), Aave (AAVE) und Chainlink (LINK).
Memecoins
Memecoins entstehen häufig rund um Internetkultur und Communitys. Dogecoin und Shiba Inu sind bekannte Vertreter. Ihr Wert hängt oftmals besonders stark von Aufmerksamkeit, Marktstimmung und Spekulation ab.
Weitere Einordnungen findest Du in unserer Übersicht der Krypto-Sektoren und Kategorien.
Welche Altcoins sind bekannt?
Zu den bekanntesten Altcoins gehören unter anderem:
- Ethereum (ETH): Netzwerk für Smart Contracts und dezentrale Anwendungen
- Solana (SOL): Smart-Contract-Plattform mit hoher Verarbeitungskapazität
- XRP (XRP): Digitaler Vermögenswert mit Fokus auf Zahlungsinfrastruktur
- Cardano (ADA): Blockchain-Plattform mit wissenschaftlich geprägter Entwicklung
- Dogecoin (DOGE): Früher Memecoin mit großer Community
- Chainlink (LINK): Infrastruktur zur Bereitstellung externer Daten für Smart Contracts
Diese Beispiele sind keine Kaufempfehlung. Größe und Bekanntheit sagen allein wenig darüber aus, ob ein Altcoin zu Deinem Portfolio passt. Aktuelle Kurse, Marktkapitalisierungen und Ranglisten findest Du in unserer Übersicht der größten Kryptowährungen.
Welche Chancen und Risiken haben Altcoins?
Altcoins können neue Technologien und Anwendungsfälle erschließen. Erfolgreiche Netzwerke können vom Wachstum ihrer Nutzer, Anwendungen und Entwickler profitieren. Frühere Projekte haben beispielsweise Smart Contracts, dezentrale Finanzanwendungen und Stablecoins im Kryptomarkt etabliert.
Den möglichen Chancen stehen aber auch erhebliche Risiken gegenüber:
- Hohe Kursschwankungen: Altcoins können innerhalb kurzer Zeit stark steigen, aber ebenso schnell deutlich fallen. Das merkt man besonders dann, wenn ein bestimmtes Thema gerade im Hype ist. Historische Beispiele sind Meme-Coins, NFT-Coins oder KI-Kryptowährungen.
- Projektrisiko: Eine Blockchain oder Anwendung kann technisch scheitern, Nutzer verlieren oder nicht ausreichend finanziert sein.
- Token-Verteilung: Halten wenige Beteiligte einen großen Anteil, können Verkäufe den Kurs stark belasten.
- Geringe Liquidität: Bei kleineren Coins lassen sich Positionen möglicherweise nur mit deutlichen Preisabweichungen handeln.
- Betrug und Manipulation: Unklare Teams, falsche Versprechen und künstlich erzeugter Hype kommen besonders bei jungen Projekten vor.
- Regulierung: Rechtliche Änderungen können Handel, Nutzung oder Verfügbarkeit einzelner Altcoins beeinflussen.
Altcoins sind deshalb keine automatische Abkürzung zu hohen Renditen. Je kleiner und jünger ein Projekt ist, desto genauer solltest Du prüfen, welches zusätzliche Risiko Du eingehst.
Wie kann man Altcoins bewerten?
Bevor Du einen Altcoin kaufst, solltest Du mindestens folgende Fragen beantworten können:
- Welches Problem soll das Projekt lösen? Ein klarer und nachvollziehbarer Nutzen ist wichtiger als ein werbewirksames Narrativ.
- Wird das Netzwerk tatsächlich genutzt? Achte auf Nutzer, Transaktionen, Entwickleraktivität und relevante Anwendungen.
- Wie entstehen und verteilen sich die Coins oder Token? Prüfe das maximale Angebot, neue Freischaltungen und die Anteile großer Besitzer.
- Wie dezentral und sicher ist das Projekt? Entscheidend ist unter anderem, wer das Netzwerk kontrollieren oder verändern kann.
- Wie liquide ist der Altcoin? Eine ausreichende Handelbarkeit erleichtert den Ein- und Ausstieg.
- Welche regulatorischen Risiken bestehen? Die rechtliche Einordnung kann sich auf Anbieter und Handelbarkeit auswirken.
Unsere ausführliche Anleitung zeigt Dir, wie Du Kryptowährungen richtig analysieren und verschiedene Projekte nachvollziehbar vergleichen kannst.
Was ist eine Altcoin Season?
Als Altcoin Season wird eine Marktphase bezeichnet, in der viele größere Altcoins über einen bestimmten Zeitraum besser abschneiden als Bitcoin. Häufig steigt zunächst Bitcoin, bevor Anleger einen Teil ihres Kapitals in Ethereum und anschließend in kleinere Kryptowährungen umschichten.
Eine sinkende Bitcoin-Dominanz kann auf eine breitere Nachfrage nach Altcoins hindeuten, beweist für sich allein jedoch keine Altcoin Season. Wie solche Marktphasen gemessen werden, erklärt unser Ratgeber zur Altcoin Season. Im Beitrag Krypto-Zyklen betrachten wir etwas Allgemeiner, wie sich Kapitel am Kryptomarkt bewegt und welche Phasen existieren.
Wie kann man Altcoins kaufen?
Altcoins werden auf Krypto-Börsen und bei einigen Brokern gehandelt. Vor dem Kauf solltest Du prüfen, ob der Anbieter reguliert ist, welche Gebühren anfallen und ob sich die Coins an eine eigene Wallet übertragen lassen.
Da diese Seite die Grundlagen erklärt, findest Du Auswahl, Anbieter und eine praktische Kaufanleitung getrennt in unserem Beitrag Altcoins kaufen. Grundsätzlich solltest Du nur Geld investieren, dessen Verlust Du finanziell verkraften kannst. Unser Handbuch erklärt außerdem, wie Du strukturiert in Kryptowährungen investierst.
Fazit: Altcoins sind mehr als Alternativen zu Bitcoin
Altcoins sind alle Kryptowährungen außer Bitcoin. Hinter dem gemeinsamen Namen stehen jedoch sehr unterschiedliche Netzwerke, Token und Anwendungsfälle. Ethereum, Stablecoins, DeFi-Token und Memecoins lassen sich deshalb nicht sinnvoll über einen Kamm scheren.
Für Anfänger ist vor allem wichtig, jedes Projekt einzeln zu betrachten. Prüfe Nutzen, Nutzung, Sicherheit, Token-Verteilung und Risiken, bevor Du Dich mit möglichen Kursgewinnen beschäftigst. Ein bekannter Name oder ein niedriger Preis pro Coin ist noch kein Qualitätsmerkmal.
Häufige Fragen zu Altcoins
Ist Ethereum ein Altcoin?
Ja. Nach der üblichen Definition ist jede Kryptowährung außer Bitcoin ein Altcoin. Ethereum wird aufgrund seiner Größe und Bedeutung teilweise als eigene Kategorie betrachtet, gehört begrifflich aber weiterhin zu den Altcoins.
Was ist der größte Altcoin?
Ethereum ist gemessen an der Marktkapitalisierung seit Langem der größte Altcoin. Die konkrete Rangfolge weiterer Projekte kann sich durch Kursbewegungen verändern.
Sind Stablecoins Altcoins?
Nach der weiten Definition zählen auch Stablecoins zu den Altcoins, da sie nicht Bitcoin sind. Sie bilden jedoch eine eigene Untergruppe, weil ihr Wert möglichst stabil an eine Referenz wie den US-Dollar gekoppelt werden soll.
Sind Altcoins riskanter als Bitcoin?
Viele Altcoins sind jünger, kleiner und weniger liquide als Bitcoin. Dadurch bestehen häufig höhere technische, wirtschaftliche und regulatorische Risiken. Das Risiko muss dennoch für jedes Projekt einzeln bewertet werden.
Wie viele Altcoins gibt es?
Es existieren viele Tausend Altcoins und Token. Eine dauerhaft exakte Zahl ist nicht sinnvoll, weil ständig neue Projekte entstehen und andere nicht mehr aktiv gehandelt werden.
