CARF: Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist CARF?
    CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) ist ein internationaler Standard für den automatischen Austausch steuerrelevanter Krypto-Daten zwischen teilnehmenden Staaten. Ziel ist es, Steuerhinterziehung über ausländische Krypto-Börsen zu bekämpfen.
  • Wer hat CARF eingeführt?
    CARF wurde von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) entwickelt und 2022 veröffentlicht. Der Standard soll einheitliche Regeln für die Erfassung und den internationalen Austausch von Krypto-Steuerdaten schaffen.
  • Ab wann gilt CARF?
    Die Einführung erfolgt schrittweise. In vielen teilnehmenden Staaten begann die Datenerfassung 2026, der erste internationale Informationsaustausch ist für 2027 vorgesehen. Weitere Staaten planen den Austausch ab 2028 oder 2029.
  • Welche Länder nehmen an CARF teil?
    Insgesamt haben sich 77 Staaten und Steuergebiete zur Einführung von CARF verpflichtet. Dazu gehören unter anderem Deutschland, Österreich, die Schweiz, Großbritannien und die USA. Der erste internationale Datenaustausch ist je nach Land für 2027, 2028 oder 2029 geplant. Nicht alle Staaten weltweit beteiligen sich.
  • Welche Krypto-Daten werden durch CARF ausgetauscht?
    Dazu gehören persönliche Kundendaten, Steueridentifikationsnummern sowie zusammengefasste Angaben zu Käufen, Verkäufen, Krypto-Tauschgeschäften und Transfers.
  • Was bedeutet CARF für deutsche Krypto-Anleger?
    Auch Transaktionen über Krypto-Börsen außerhalb der EU können künftig an deutsche Steuerbehörden gemeldet werden. CARF erleichtert die Überprüfung bestehender Steuerpflichten. Deshalb sollten Anleger ihre Krypto-Transaktionen und Anschaffungskosten sorgfältig dokumentieren. Dafür empfehlen wir die Nutzung von CoinTracking*.

Was ist CARF?

CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) ist ein internationaler Standard für den automatischen Austausch steuerrelevanter Krypto-Daten. Er wurde 2022 von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gemeinsam mit den G20-Staaten entwickelt. Das offizielle CARF-Regelwerk der OECD legt fest, welche Krypto-Daten erfasst und zwischen teilnehmenden Staaten ausgetauscht werden sollen.

Der Hintergrund: Kryptowährungen können über internationale Börsen gehandelt und unabhängig von Banken verwahrt werden. Dadurch ist es für Finanzbehörden häufig schwierig, Krypto-Steuerhinterziehung im Ausland nachzuvollziehen.

CARF soll diese Informationslücke durch einheitliche Melderegeln schließen:

  • Datenerfassung: Betroffene Krypto-Dienstleister erfassen steuerrelevante Kunden- und Transaktionsdaten.
  • Meldung: Die Anbieter übermitteln diese Informationen nach den nationalen Vorschriften an ihre zuständige Steuerbehörde.
  • Informationsaustausch: Die Steuerbehörden tauschen die Daten mit anderen teilnehmenden Staaten aus, in denen die jeweiligen Kunden steuerlich ansässig sind.

Für deutsche Anleger bedeutet das: Auch Krypto-Transaktionen über Krypto-Börsen außerhalb der EU können künftig dem deutschen Finanzamt bekannt werden. CARF führt keine neuen Krypto-Steuern ein, erleichtert aber die Kontrolle bestehender Steuerpflichten.

Ab wann gilt CARF und welche Länder nehmen teil?

CARF wird schrittweise seit 2026 eingeführt. In den ersten teilnehmenden Staaten begann die Erfassung meldepflichtiger Krypto-Transaktionen 2026. Der erste internationale Datenaustausch ist für 2027 vorgesehen.

Anders als bei einer unmittelbar geltenden EU-Verordnung müssen die teilnehmenden Staaten CARF zunächst in nationales Recht umsetzen. Deshalb unterscheiden sich die Starttermine.

Die wichtigsten Termine im Überblick:

  • 2026: Beginn der Datenerfassung in den ersten Staaten, darunter Deutschland und Österreich.
  • 2027: Erster internationaler Austausch von Krypto-Steuerdaten.
  • 2028 und 2029: Weitere Staaten beginnen mit dem Informationsaustausch.

Welche Länder beteiligen sich am CARF?

Laut der offiziellen OECD-Länderliste haben sich 77 Staaten und Steuergebiete zur Einführung von CARF verpflichtet. Davon planen 46 den ersten Datenaustausch bis 2027, weitere 27 bis 2028 und vier bis 2029.

Die folgende Tabelle zeigt wichtige Länder und ihre geplanten Starttermine.

CARF: Teilnehmende Länder und geplanter erster Datenaustausch
Erster Datenaustausch Länder (Auswahl)
2027 Deutschland, Österreich, Frankreich, Niederlande, Großbritannien, Japan, Brasilien
2028 Schweiz, Kanada, Singapur, Australien, Vereinigte Arabische Emirate, Hongkong
2029 USA, Argentinien, Mexiko, Aserbaidschan

Wichtig: Die genannten Jahre bezeichnen den geplanten ersten Informationsaustausch, nicht zwangsläufig den Beginn der Datenerfassung. Diese startet in der Regel bereits im Vorjahr.

Nicht alle Staaten beteiligen sich an CARF. Die OECD nennt beispielsweise El Salvador, Georgien, Indien und Vietnam als Länder, die für den internationalen Krypto-Datenaustausch relevant sind, bislang aber keine verbindliche Zusage zur Einführung gemacht haben.

Für deutsche Anleger bedeutet das: Krypto-Transaktionen über Anbieter in teilnehmenden Staaten können künftig auch dann an deutsche Finanzbehörden gemeldet werden, wenn die Börse ihren Sitz außerhalb der EU hat. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen gesetzlichen Melde- und Austauschpflichten greifen.

Wie funktioniert der internationale Krypto-Datenaustausch durch CARF?

CARF ermöglicht den automatischen Austausch steuerrelevanter Krypto-Daten zwischen teilnehmenden Staaten. Dabei ist entscheidend, wo ein Anleger steuerlich ansässig ist und in welchem Land der Krypto-Dienstleister seine Daten melden muss.

Der Informationsaustausch erfolgt grundsätzlich in drei Schritten:

  1. Krypto-Dienstleister: Eine meldepflichtige Börse erfasst die Kunden- und Transaktionsdaten.
  2. Nationale Steuerbehörde: Der Anbieter übermittelt die Informationen an die zuständige Steuerbehörde.
  3. Internationaler Austausch: Die Behörde leitet die Daten an den Staat weiter, in dem der Anleger steuerlich ansässig ist, sofern zwischen den Staaten eine entsprechende Austauschvereinbarung besteht.

Beispiel: Ein in Deutschland steuerlich ansässiger Anleger handelt über eine Schweizer Krypto-Börse. Unterliegt diese den Schweizer CARF-Meldepflichten, können ihre Daten nach Beginn des entsprechenden Informationsaustauschs an die deutschen Steuerbehörden gelangen.

Welche Krypto-Daten werden gemeldet?

CARF sieht die Erfassung persönlicher Kundendaten und bestimmter Krypto-Transaktionen vor. Dazu gehören:

  • Kundendaten: Name, Anschrift, Geburtsdatum, Steueridentifikationsnummer und steuerliche Ansässigkeit. Unter bestimmten Voraussetzungen können weitere Angaben erforderlich sein. Bei Unternehmen sind gegebenenfalls auch beherrschende Personen zu berücksichtigen.
  • Handelsdaten: Zusammengefasste Angaben zum Kauf, Verkauf und Tausch von Kryptowährungen.
  • Transfers: Angaben zu Krypto-Übertragungen, darunter Ein- und Auszahlungen sowie Transfers an private Wallets. Je nach Transferart gelten unterschiedliche Meldeanforderungen.

Wichtig: Die Transaktionsdaten werden grundsätzlich nach Kryptowert und Transaktionsart zusammengefasst. Gemeldet werden insbesondere Gesamtwerte, Mengen und Transaktionszahlen. Eine vollständige Auflistung jedes einzelnen Trades ist damit nicht automatisch verbunden.

Welche Krypto-Börsen müssen Daten melden?

CARF betrifft Krypto-Börsen und andere Dienstleister, die gewerblich den Kauf, Verkauf oder Tausch meldepflichtiger Kryptowerte für Kunden ermöglichen. Dazu zählen zentralisierte Handelsplattformen, Broker und unter bestimmten Voraussetzungen auch dezentrale Handelsplattformen.

Entscheidend ist, ob der Anbieter unter die CARF-Meldevorschriften eines teilnehmenden Staates fällt. Maßgeblich können beispielsweise sein:

  • Steuerliche Ansässigkeit: In welchem Staat der Anbieter steuerlich ansässig ist.
  • Unternehmenssitz oder Geschäftsleitung: Wo der Anbieter rechtlich oder tatsächlich geführt wird.
  • Niederlassungen: Ob meldepflichtige Transaktionen über eine Niederlassung in einem teilnehmenden Staat durchgeführt werden.

Bei dezentralen Handelsplattformen kommt es insbesondere darauf an, ob eine Person oder ein Unternehmen tatsächlich als Dienstleister auftritt und ausreichend Kontrolle oder Einfluss auf die Handelsdienstleistung ausübt.

Nicht jede ausländische Krypto-Börse muss automatisch Daten melden. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen nationalen CARF-Vorschriften greifen. Für die Weitergabe an andere Staaten muss außerdem eine entsprechende Grundlage für den internationalen Informationsaustausch bestehen.

Innerhalb der EU werden wesentliche Vorgaben des CARF durch die DAC8-Richtlinie umgesetzt. Diese regelt die entsprechenden steuerlichen Meldepflichten für Krypto-Dienstleister auf europäischer Ebene.

Was ist der Unterschied zwischen CARF, DAC8 und MiCA?

CARF, DAC8 und MiCA sind unterschiedliche Regelwerke für Kryptowährungen, die sich in ihren Zielen und ihrem Anwendungsbereich unterscheiden. Während CARF und DAC8 den steuerlichen Informationsaustausch regeln, beschäftigt sich MiCA mit der Regulierung des europäischen Kryptomarktes.

Dabei hängen CARF und DAC8 eng zusammen: Die EU hat wesentliche Vorgaben des internationalen CARF-Standards durch DAC8 in europäisches Recht übernommen. Es handelt sich daher nicht um zwei voneinander unabhängige Meldesysteme.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

CARF, DAC8 und MiCA im Vergleich
Kriterium CARF DAC8 MiCA
Ziel Internationaler Austausch von Krypto-Steuerdaten Steuerlicher Informationsaustausch innerhalb der EU Regulierung des europäischen Kryptomarktes
Geltungsbereich Teilnehmende Staaten weltweit Alle 27 EU-Mitgliedstaaten Alle 27 EU-Mitgliedstaaten
Grundlage Internationaler OECD-Standard EU-Richtlinie 2023/2226 EU-Verordnung 2023/1114
Zuständige Institutionen Nationale Steuerbehörden; OECD als Standardsetzer EU und nationale Steuerbehörden EU und nationale Finanzaufsichtsbehörden
Umsetzung Schrittweise durch nationale Gesetze und Austauschabkommen Seit 2026 über nationale Gesetze EU-weit unmittelbar geltende Verordnung
Bedeutung für Anleger Mehr Transparenz bei ausländischen Krypto-Geschäften Meldung steuerrelevanter Krypto-Daten innerhalb der EU Einheitliche Regeln für Krypto-Anbieter und Anlegerschutz

Für Anleger ist vor allem die Unterscheidung zwischen Marktregulierung und Steuertransparenz wichtig: Eine Krypto-Börse kann durch MiCA reguliert sein und gleichzeitig den Meldepflichten von DAC8 unterliegen. CARF erweitert den Rahmen für einen vergleichbaren Informationsaustausch auf teilnehmende Staaten außerhalb der EU.

Fazit: Was bedeutet CARF für deutsche Krypto-Anleger?

Mit CARF wird der internationale Handel mit Kryptowährungen für Steuerbehörden transparenter. Durch den automatischen Informationsaustausch können künftig auch Transaktionen über Krypto-Börsen außerhalb der EU an das deutsche Finanzamt gemeldet werden. Die Einführung erfolgt schrittweise ab 2026, der erste internationale Datenaustausch ist für 2027 vorgesehen.

An der Besteuerung von Kryptowährungen ändert CARF nichts. Allerdings wird es für Finanzbehörden einfacher, steuerpflichtige Krypto-Geschäfte im Ausland nachzuvollziehen.

Anleger sollten deshalb ihre Transaktionen, Anschaffungskosten und Haltedauern sorgfältig dokumentieren. Besonders bei der Nutzung mehrerer internationaler Börsen kann ein Krypto-Steuer-Tool helfen, den Überblick zu behalten und die Steuererklärung vorzubereiten.

Häufige Fragen zu CARF

  • Muss ich als Privatanleger selbst eine CARF-Meldung abgeben?

    Nein, die CARF-Meldepflicht richtet sich an betroffene Krypto-Dienstleister. Privatanleger müssen keine eigene CARF-Meldung einreichen. Ihre bestehenden steuerlichen Erklärungspflichten bleiben jedoch bestehen.
  • Sind auch NFTs und Stablecoins von CARF betroffen?

    Ja, CARF kann sowohl Stablecoins als auch NFTs erfassen. Entscheidend ist, ob die jeweiligen Kryptowerte für Zahlungs- oder Anlagezwecke genutzt werden können. Bestimmte elektronische Geldprodukte und digitale Zentralbankwährungen sind dagegen vom CARF-Meldeumfang ausgenommen.
  • Werden Krypto-Transaktionen aus früheren Jahren rückwirkend gemeldet?

    CARF schreibt keine pauschale rückwirkende Meldung sämtlicher früherer Krypto-Transaktionen vor. Die Meldezeiträume beginnen abhängig von der nationalen Umsetzung. Finanzbehörden können allerdings auch über andere gesetzliche Verfahren Informationen zu älteren Transaktionen erhalten.
  • Werden Transaktionen zwischen privaten Wallets durch CARF gemeldet?

    Reine Transfers zwischen selbstverwalteten Wallets ohne beteiligten meldepflichtigen Dienstleister lösen grundsätzlich keine CARF-Meldung aus. Werden Kryptowährungen dagegen über eine meldepflichtige Börse auf eine private Wallet übertragen, können diese Transfers in den gemeldeten Daten berücksichtigt werden.