💡 Krypto-Steuern optimieren: Das Wichtigste in Kürze

  • Steueroptimierung bezieht sich auf legale Strategien und Maßnahmen, um die steuerliche Belastung zu minimieren.
  • Im Kontext von Krypto-Steuern betrifft dies die Nutzung verschiedener steuerlicher Vorteile, wie Haltefristen und Freigrenzen.
  • Nach einer Haltefrist von einem Jahr sind Gewinne aus Verkäufen steuerfrei.
  • Wichtig ist, dass es sich hierbei um eine Freigrenze und nicht um einen Freibetrag handelt. Wird die Grenze überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.
  • Die Realisierung von Verlusten kann zur Reduzierung steuerpflichtiger Gewinne beitragen. Eine lückenlose Dokumentation aller Transaktionen ist Voraussetzung jeder Steueroptimierung. 
  • Tools wie CoinTracking* helfen maßgeblich bei der Dokumentation und halten Ordnung.
  • Nicht alle Krypto-Aktivitäten lassen sich gleichermaßen optimieren. Insbesondere bei Staking, DeFi, NFTs oder Airdrops bestehen steuerliche Besonderheiten, die eine individuelle Betrachtung erfordern.
Video auf YouTube ansehen - Video auf YouTube ansehen

Die 7 besten Tipps zur Optimierung deiner Krypto-Steuer

»Wie kann ich bei der Krypto-Steuer sparen?« - Wir stellen Dir in diesem Artikel insgesamt 7 Tipps vor, mit denen Du Deine Krypto-Steuern optimieren kannst. Hier findest Du zunächst eine kurze Übersicht. In den nachfolgenden Absätzen gehen wir dann genauer auf die jeweiligen Tipps ein.

  • Krypto-Haltefrist beachten
  • Freigrenze nutzen
  • Ausgaben angeben
  • Krypto-Verluste realisieren
  • Auswandern
  • Trading GmbH gründen
  • Ordnung halten

Krypto Haltefrist beachten

Um Deine Krypto-Steuern zu optimieren, solltest Du Haltefristen beachten. Kryptowährungen werden steuerlich als private Veräußerungsgeschäfte behandelt. Konkret bedeutet dies, dass wenn jemand ein Wirtschaftsgut (z.B. eine Kryptowährung) innerhalb eines Jahres nach dem Erwerb wieder verkauft, die erzielten Gewinne steuerpflichtig sind.

§ 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG regelt die Besteuerung von Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften. Hierbei sind zwei Aspekte wichtig:

  • Gewinne bis 1.000 EUR, die durch Verkäufe innerhalb von einem Jahr nach Kauf zustande kommen, sind steuerfrei
  • Gewinne, die durch Verkäufe nach Ablauf eines Jahres nach Kauf zustande kommen, sind steuerfrei

Du kannst also Krypto-Steuern sparen, indem Du Deine Kryptowährungen mehr als ein Jahr hältst. Die Gewinne aus den Verkäufen sind anschließend steuerfrei. Die einjährige Haltefrist gilt nur, wenn die Kryptowährung nicht zur gewerblichen Einkünfteerzielung eingesetzt wurde. Die bloße Nutzung zum Staking oder Lending kann zwar nicht zu einer Verlängerung der Haltefrist führen, die daraus erzielten Erträge sind jedoch separat steuerpflichtig.

Freigrenze nutzen

Um Deine Krypto-Steuern zu optimieren, solltest Du Freigrenzen nutzen. Es gibt auch viele Gründe dafür, warum Krypto Investoren die Haltefrist nicht einhalten möchten. Wenn Du Dich also dafür entscheidest, Deine Kryptowährungen vor Ablauf eines Jahres zu verkaufen, kannst Du die Freigrenze in Höhe von 1.000 EUR in Anspruch nehmen.

Mithilfe der Freigrenze bleiben Gewinne unter 1.000 EUR aus deinen privaten Veräußerungsgeschäften steuerfrei. Wird die Freigrenze auch nur um einen Euro überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.

Hast Du demgegenüber exakt 1.000 Euro an Gewinnen oder mehr, ist alles steuerpflichtig. Beachte zudem, dass die Freigrenze nicht nur die Optimierung von Krypto-Steuern betrifft, sondern auch andere Vermögenswerte einschließt.

Mehr Informationen zu Haltefristen und Freibeträgen findest Du in unserem Beitrag »Krypto Haltefristen und Freibeträge«.

Ausgaben angeben

Um Deine Krypto-Steuern zu optimieren, solltest Du Ausgaben angeben. Krypto-Veteranen wissen sicherlich von Haltefrist und Freigrenze. Oftmals vergessen sie jedoch, dass die Steuerschuld reduziert werden kann, indem Ausgaben geltend gemacht werden. Hierzu zählen vor allem Transaktionsgebühren. Selbstverständlich sind auch Kosten für die Datenaufbereitung oder das Honorar des Steuerberaters steuerlich abziehbar.

Auch der Preis für Tracking-Tools wie CoinTracking kann unter Umständen darunterfallen. Dies ist jedoch umstritten und muss mit dem jeweiligen Finanzamt geklärt werden.

Krypto Verluste realisieren (Tax Loss Harvesting)

Um Deine Krypto-Steuern zu optimieren, solltest Du Verluste realisieren. Niemand nimmt gerne Verluste hin. Sind sie aber einmal da, kann man sie zur Optimierung der Krypto-Steuer nutzen. Hierbei spricht man vom sogenannten Tax-Loss-Harvesting. Zunächst müssen wir zwischen unrealisierten und realisierten Verlusten unterscheiden:

  • Unrealisierte Verluste entstehen, wenn der derzeitige Marktpreis unter den Kaufpreis fällt, Du die Kryptowährung aber weiterhin nicht verkauft hast.
  • Realisierte Verluste entstehen, wenn Du den Verkauf tätigst
📌
Tax Loss Harvesting bezieht sich auf die Strategie, Verluste aus Investitionen zu realisieren, um steuerliche Vorteile zu erzielen. Dabei verkauft ein Anleger Vermögenswerte, die sich im Verlust befinden, um diese Verluste gegen Gewinne zu verrechnen und so die Steuerlast zu reduzieren.

Verluste müssen innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist des § 23 EStG realisiert werden, um steuerlich relevant zu sein.

Realisierte Verluste werden dann mit Gewinnen des aktuellen Steuerjahres verrechnet.

Entsteht dadurch insgesamt ein Verlust, kann dieser mit Gewinnen des vorherigen (Verlustrücktrag) oder der folgenden Steuerjahre (Verlustvortrag) verrechnet werden. Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften können ausschließlich mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden – nicht mit anderen Einkunftsarten.

Dabei ist wichtig, dass der Verlustvortrag auf unbestimmte Zeit in der Zukunft genutzt werden kann. Der Verlustrücktrag ist hingegen nur für das vorangegangene Steuerjahr möglich.

Außerdem solltest Du beim Tax-Loss-Harvesting auf das FiFo-Prinzip achten. FiFo steht für »First In, First Out«, was auf Deutsch »Zuerst herein, zuerst hinaus« bedeutet. Es handelt sich dabei um eine Methode zur Bestimmung der Reihenfolge, in der Gegenstände oder Einheiten aus einem Lagerbestand entnommen oder veräußert werden.

📌
Im Kontext von Finanzen und Buchführung wird FiFo oft angewendet, um die Reihenfolge von Anschaffung und Veräußerung von Waren oder Vermögenswerten zu bestimmen. Das bedeutet, dass die zuerst angeschafften Gegenstände auch als Erste veräußert oder verbraucht werden.

Mehr Informationen zur Versteuerung von Verlusten findest Du in unserem Beitrag »Verluste und Verlustvortrag bei Krypto-Steuern«.

Auswandern und Krypto-Steuern sparen

Ein ungewöhnlicher, aber effektiver Schritt, um Krypto-Steuern zu sparen, betrifft das Auswandern. Laut einer Studie von Coincub schneiden die Vereinigten Arabischen Emirate (Dubai) am besten ab, was steuerliche Regelungen betrifft. Hier sind Gewinne auf Kryptowährungen steuerfrei und oftmals existiert auch keine Einkommensteuer.

In Europa stechen vor allem Malta, Gibraltar und Liechtenstein positiv hervor.

Bei den besten Ländern für Krypto-Steuern landet Deutschland auf dem 13. Platz. Europa schneidet insgesamt dennoch positiv ab. Beim privaten Handel mit Kryptowährungen löst ein Wegzug ins Ausland grundsätzlich keine sofortige Besteuerung aus, da der Wegzug selbst nicht als Verkauf gilt. Erfolgt der Wegzug jedoch im laufenden Kalenderjahr, ist zu beachten, dass die in der Zeit der nicht unbeschränkten Steuerpflicht erzielten Einkünfte im Rahmen des Progressionsvorbehalts berücksichtigt werden und dadurch den anzuwendenden Steuersatz erhöhen können.

Ein Wegzug führt nicht automatisch zu Steuerfreiheit. Maßgeblich sind unter anderem:

  • Mittelpunkt der Lebensinteressen
  • tatsächlicher Aufenthalt
  • mögliche Wegzugsbesteuerung: Ein steuerlich wirksamer Wegzug sollte immer professionell begleitet werden.

Bei einem Wegzug ins Ausland ist stets eine Gesamtbetrachtung der steuerlichen Situation erforderlich. Dabei sind nicht nur Kryptowährungen relevant. So kann beispielsweise bei einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft eine sogenannte Wegzugsbesteuerung greifen, bei der ein fiktiver Verkauf der Anteile unterstellt wird. Besteht hingegen ein Einzelunternehmen oder eine Beteiligung an einer Personengesellschaft, kann der Wegzug eine Entstrickungsbesteuerung auslösen.

Aufgrund der erheblichen steuerlichen Konsequenzen sollte ein Wegzug in solchen Fällen stets vorab mit einem Steuerberater abgestimmt werden, um unerwartete Steuerbelastungen zu vermeiden und eine rechtssichere Gestaltung sicherzustellen.

Mehr Informationen zu den besten Ländern für Krypto-Steuern findest Du in unserem Beitrag »Die 5 besten Länder für Krypto-Steuern«.

Trading GmbH gründen und Krypto-Steuern verbessern

Ein weiterer, eher unorthodoxer, aber nützlicher Weg zur Optimierung deiner Krypto-Steuer ist das Gründen einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

In einer GmbH beträgt die Steuerlast auf erzielte Gewinne ungefähr 30 Prozent.

Dies setzt sich aus verschiedenen Steuerarten zusammen, nämlich der Körperschaftsteuer, und der Gewerbesteuer. Es ist jedoch zu beachten, dass die Ausschüttung aus der GmbH ebenfalls 25 % Kapitalertragsteuer auslöst.

Im privaten Bereich kann die Einkommensteuer je nach individuellem Steuersatz bis zu 45 Prozent betragen. Zusätzlich fällt hier je nach Konfession Kirchensteuer an. Sofern im Rahmen eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaft mit Kryptowerten gehandelt wird, kann durch die Thesaurierungsbesteuerung nach § 34a EStG ein begünstigter Steuersatz von 28,75 % angewendet werden.

Ab dem Veranlagungszeitraum 2032 fällt der Steuersatz sogar bis auf 25 %. Dies gilt jedoch nur, wenn die Gewinne analog der GmbH im Unternehmen verbleiben und nicht entnommen werden.

Der Vorteil einer Trading GmbH besteht also im niedrigen Steuersatz. Nachteile sind jedoch das Wegfallen der einjährigen Haltefrist. Zudem löst die Übertragung auf die GmbH Steuern aus, sofern die Haltefrist unterschritten wird.

Mehr Informationen zum professionellen Krypto-Handel mit einer GmbH findest Du in unserem Beitrag »Gewerblicher Handel mit Kryptowährungen«.

Eine GmbH lohnt sich in der Regel nur bei:

  • hohen Gewinnen
  • langfristiger Reinvestitionsstrategie
  • professioneller Buchhaltung

Zudem entfällt die einjährige Haltefrist vollständig.

Ordnung halten

Ein letztes wichtiges Optimierungspotenzial für Krypto-Steuern umfasst alle zuvor genannten Aspekte: Ordnung. Wer über seine Transaktionen, Mining-Geschäfte und Staking-Bestände Ordnung hält, der kann seine Krypto-Steuern durch die schnelle und einfache Abwicklung optimieren.

Transaktionshistorien können bei wenig Umfang ganz simpel über Excel aufgezeichnet werden. Die bessere Option besteht unserer Meinung nach jedoch in Krypto-Steuer-Tools wie CoinTracking.

Je komplexer die Krypto-Aktivitäten (Staking, DeFi, NFTs), desto wichtiger wird eine individuelle steuerliche Einordnung.

CoinTracking Dashboard
CoinTracking ermöglicht eine präzise Analyse all deiner Transaktionen und erstellt Steuerberichte.

CoinTracking ermöglicht es, alle Krypto-Trades übersichtlich zu tracken. Dabei werden Daten von über 300 Krypto-Börsen und Wallets automatisch erfasst. Die Plattform bietet zudem ein Dashboard, auf dem die Performance des Portfolios analysiert werden kann. Dabei werden der Wert der Coins und die Anzahl der Trades pro Krypto-Börse übersichtlich dargestellt.

Wir empfehlen CoinTracking aus eigener Erfahrung. Mehr Informationen findest Du in unserem CoinTracking Test.

Fazit zur Optimierung der Krypto-Steuern

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es diverse Möglichkeiten gibt, um Krypto-Steuern zu sparen und die Krypto-Steuererklärung zu optimieren. Zu den wichtigsten Tipps gehört die Beachtung der Krypto-Haltefrist von einem Jahr, um steuerfreie Gewinne zu erzielen.

Alternativ kann die Freigrenze von 1.000 EUR genutzt werden. Die Strategie des Tax-Loss-Harvesting ermöglicht es, Verluste aus Investitionen zu realisieren und somit Krypto-Steuern zu sparen.

Abschließend ist es entscheidend, über alle Transaktionen und Aktivitäten im Kryptobereich genau Buch zu führen. Hierbei können Tracking-Tools wie CoinTracking helfen, indem sie automatisch Daten von verschiedenen Krypto-Börsen und Wallets erfassen und eine übersichtliche Darstellung der Portfolio-Performance bieten.

Häufige Fragen (FAQ) zum Optimieren von Krypto-Steuern

In diesem Abschnitt geben wir Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Optimierung von Krypto-Steuern.

  • Kann ich Krypto-Verluste von der Steuer absetzen?

    Ja, Krypto-Verluste können von der Steuer abgesetzt werden. Dies erfolgt beispielsweise durch das Realisieren von Verlusten mittels Tax Loss Harvesting sowie das Einhalten von Haltefristen und Freigrenzen.
  • Wie kann ich am besten Krypto Steuen sparen?

    Es gibt mehrere Wege, um Krypto-Steuern zu sparen. Dazu gehören das Beachten der Haltefrist von einem Jahr, die Nutzung der Freigrenze von 1.000 EUR und das Berücksichtigen von Ausgaben wie Transaktionsgebühren.
  • Was ist Tax Loss Harvesting?

    Tax Loss Harvesting bezieht sich auf die Strategie, Verluste aus Investitionen zu realisieren, um steuerliche Vorteile zu erzielen. Dabei werden Vermögenswerte, die sich im Verlust befinden, verkauft, um diese Verluste gegen Gewinne zu verrechnen und die Steuerlast zu reduzieren.

Disclaimer: Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Philipp Hornung, dem cryptotax.lawyer, entstanden und wurde im Zeitverlauf durch ergänzende fachliche Einordnungen von Maximilian Klein, Steuerberater und Inhaber der Steuerberatungskanzlei Klein*, erweitert. Er beruht auf dem aktuellsten Kenntnisstand der Gesetzgebung sowie der derzeitigen Verwaltungsauffassung und Rechtsprechung, ersetzt jedoch keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung in Sonderfällen und dient ausschließlich als allgemeine Informationsgrundlage.  Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.