- SEC verschiebt wichtige Krypto-Regeln:
Die für den 14. August geplante Sitzung wurde kurzfristig abgesagt. Damit verzögert sich auch die Vorstellung von „Regulation Crypto“, das neue Regeln für bestimmte Krypto-Angebote bringen soll. - Tokenisierung bekommt Gegenwind:
Auch die geplante „Innovation Exemption“ für tokenisierte Wertpapiere dürfte später kommen. Vorbehalte gibt es unter anderem im Weißen Haus, bei der Wall Street und innerhalb der SEC. - CLARITY Act bleibt der nächste große Termin:
Im September sollen die Beratungen im US-Senat weitergehen. Solange dort keine Einigung steht, dürften auch andere Krypto-Vorhaben nur schwer vorankommen. - 👉 Den nächsten Krypto-Move nicht verpassen:
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SEC verschiebt neue Regeln für Krypto-Angebote
Die SEC hatte für Freitag eine öffentliche Sitzung angesetzt, bei der unter anderem „Regulation Crypto“ vorgestellt werden sollte. Die Behörde sagte den Termin allerdings kurzfristig wegen eines „unvorhergesehenen Terminproblems“ ab. Einen neuen Termin gibt es bislang nicht.
Hinter dem etwas sperrigen Namen steckt ein Vorhaben, das für viele Krypto-Unternehmen ziemlich wichtig werden könnte. SEC-Chef Paul Atkins will ein eigenes Regelwerk für bestimmte Krypto-Angebote schaffen. Unter festgelegten Voraussetzungen könnten Projekte ihre Token anbieten, ohne dabei sämtliche klassischen Registrierungspflichten für Wertpapiere durchlaufen zu müssen.
Damit würde die SEC zumindest in einem Teil des Marktes mehr Klarheit schaffen. Welche Voraussetzungen dafür gelten und wie weit die Ausnahmen tatsächlich reichen, sollte nun eigentlich konkreter werden. Nach der abgesagten Sitzung müssen sich Unternehmen und Anleger aber weiter gedulden.
Die Verzögerung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Auch beim CLARITY Act geht es im US-Senat langsamer voran als zunächst erhofft. Das Gesetz soll klarer festlegen, wann ein Krypto-Asset als Wertpapier behandelt wird und wie die Aufgaben zwischen SEC und der Rohstoffaufsicht CFTC verteilt werden. Im September sollen die Beratungen weitergehen.
Damit hängen derzeit gleich mehrere wichtige regulatorische Baustellen in der Luft. Die grundsätzlich kryptofreundlichere Richtung in den USA hat sich zwar nicht geändert, bis daraus klare Regeln werden, dauert es aber offenbar länger als gedacht.
Auch bei der Tokenisierung gibt es Gegenwind
Parallel dazu stockt ein weiteres Vorhaben. Mit der sogenannten „Innovation Exemption“ möchte die SEC regulatorische Hürden für Unternehmen senken, die klassische Wertpapiere über Blockchain-Infrastruktur ausgeben und handeln wollen.
Tokenisierung gehört inzwischen zu den großen Themen an der Wall Street. Aktien, Anleihen oder andere Vermögenswerte könnten dabei digital auf einer Blockchain abgebildet und darüber gehandelt werden. Die geplante Ausnahme könnte Unternehmen mehr Spielraum geben, solche Angebote in den USA aufzubauen.
Doch ausgerechnet hier scheint die Sache komplizierter zu werden. Nach den vorliegenden Informationen gibt es sowohl im Weißen Haus als auch an der Wall Street Bedenken. Solange der Kongress noch über den CLARITY Act verhandelt, möchte man offenbar vermeiden, mit einer weitreichenden Ausnahme neue Konflikte loszutreten.
Eine mit den Gesprächen vertraute Quelle beschreibt die Sorge im Weißen Haus ziemlich bildlich. Man wolle kein „Wespennest aufscheuchen“, während die politische Diskussion über die grundsätzlichen Regeln für den Kryptomarkt noch läuft.
Wall Street will bei den Regeln mitreden
Gegenwind kommt auch vom US-Finanzverband SIFMA. Dort sieht man mögliche Probleme, wenn blockchainbasierte Handelsplätze regulatorische Sonderregeln erhalten. Ein Streitpunkt betrifft die sogenannte Best Execution. Broker müssen Kundenaufträge unter möglichst guten Bedingungen ausführen. Wenn Wertpapiere künftig parallel auf klassischen Börsen und neuen Blockchain-Plattformen gehandelt werden, stellt sich die Frage, wie bestehende Regeln dort angewendet werden sollen.
SIFMA hatte deshalb bereits Ende Juni gefordert, solche Änderungen nicht einfach über Ausnahmen durchzusetzen. Stattdessen soll es ein offenes Verfahren geben, bei dem Marktteilnehmer Stellung nehmen können und mögliche Folgen vorher ausführlicher geprüft werden.
Die Kritik richtet sich damit weniger grundsätzlich gegen Tokenisierung. Vielmehr geht es darum, welche Regeln für die neuen Handelsplätze gelten und ob dadurch klassische Anbieter benachteiligt werden könnten.
Krypto-Regulierung braucht länger als gedacht
Für den Kryptomarkt ist die Entwicklung erstmal ein kleiner Dämpfer. Mit dem politischen Kurswechsel in Washington waren die Hoffnungen groß, dass 2026 schnell klare Regeln geschaffen werden. Einige Dinge haben sich bereits bewegt, bei den großen regulatorischen Fragen zieht sich die Sache aber weiter.
Beim CLARITY Act wartet der Markt auf den September, „Regulation Crypto“ hat keinen neuen Termin und auch hinter der „Innovation Exemption“ steht erstmal ein Fragezeichen.
Vom Tisch ist keines der Vorhaben. Die Richtung bleibt weiterhin deutlich kryptofreundlicher als noch vor einigen Jahren. Nur der Weg dorthin läuft nicht so schnell, wie es sich viele Unternehmen aus der Branche gewünscht haben.