• Kraken setzt auf KI:
    Die Krypto-Börse baut ihre App um und will Anleger künftig mit intelligenten Trading-Agenten unterstützen.
  • Personalisierte Investmentvorschläge:
    Die KI analysiert Märkte, erstellt Portfolioempfehlungen und liefert individuelle Trading-Ideen, die Nutzer selbst freigeben müssen.
  • Natürlich statt komplex:
    Statt Charts und komplizierter Tools sollen einfache Spracheingaben künftig den Zugang zu Marktanalysen erleichtern.
  • KI wird zum Trend:
    Neben Kraken investieren auch OKX, Coinbase und Revolut in KI-Agenten für Trading, Zahlungen und Marktanalysen.
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Kraken kündigt App-Upgrade an

Die Krypto-Börse Kraken will eigenen Angaben zufolge ihre mobile App neu aufstellen und dafür KI-gestützte Finanzwerkzeuge direkt in die Nutzerführung integrieren. Kraken AI wird derzeit schrittweise für berechtigte Nutzer in ausgewählten Ländern ausgerollt.

Der Ansatz geht über klassische Trading-Features hinaus: Nutzer sollen zu Beginn ihre finanziellen Ziele und Präferenzen hinterlegen, damit die App Oberfläche, Empfehlungen und Investmentvorschläge daran ausrichtet.

Wer beispielsweise für ein Eigenheim sparen, für das Alter vorsorgen oder einen finanziellen Notgroschen aufbauen möchte, erhält darauf abgestimmte Investmentvorschläge und Portfolioempfehlungen.

Kraken positioniert die neue App damit nicht als reine Ordermaske, sondern als personalisierte Schaltzentrale für Krypto Trading und weitere Finanzentscheidungen im Finanzalltag der Nutzer.

Krypto-Trading per KI

Der Kern der neuen Architektur ist eine sogenannte Financial Intelligence, die Märkte fortlaufend überwacht, Investmentchancen identifiziert und Trades vorschlägt. Autonom handeln soll das System jedoch nicht. Jede Empfehlung muss vom Nutzer bestätigt werden, bevor eine Order ausgeführt wird.

Zusätzlich sollen Risikotoleranz, Finanzprofil und bevorzugte Einzahlungswege einfließen, um ein Portfolio vorzuschlagen, das Nutzer prüfen und anpassen können. Nach dem Einstieg soll die App personalisierte Portfolio-Updates und weitere Anlagevorschläge auf Basis der jeweiligen Bestände liefern.

Agent statt Autopilot

Kraken Chief Data Officer Kamo Asatryan beschreibt die Technologie als Versuch, normalen Anlegern eine Marktübersicht zu geben, wie sie sonst eher aktive Trader haben. Nutzer sollen Marktbewegungen nicht mehr über komplexe Tools, Charts und Menüs zusammensuchen müssen, sondern über einfache Sprache mit der App arbeiten.

Asatryan spricht von der Möglichkeit, dass alltägliche Nutzer mit Klartext-Eingaben in Richtung High-Frequency-Trading arbeiten könnten. Der Unterschied zum vollautomatischen Handel bleibt dabei wesentlich: Die KI bereitet Entscheidungen vor, sie ersetzt die finale Freigabe nicht.

Krypto-Branche zieht nach

Kraken ist mit diesem Ansatz nicht allein. OKX startete im Juni einen Beta-Marktplatz, auf dem KI-Agenten eigenen Angaben zufolge autonom Transaktionen ausführen, Onchain-Aufgaben erledigen und blockchainbasierte Reputation aufbauen können.

OKX testet mit seiner AI Plattform einen Marktplatz für autonome KI Agenten und Onchain Services
OKX testet mit seiner AI Plattform einen Marktplatz für autonome KI Agenten und Onchain-Services. Quelle: okc.com

Coinbase stellte im selben Monat ein Tool vor, mit dem KI-Agenten über das x402-Zahlungsprotokoll Zahlungen durchführen und Kryptowährungen im Auftrag von Nutzern handeln können. Chainalysis meldete zuletzt, dass agentische Zahlungsaktivität auf Coinbases Base-Netzwerk 100 Millionen Transaktionen überschritten hat.

Auch Revolut erlaubt Kunden von Revolut X inzwischen, KI-Assistenten wie Claude, Gemini, Cursor und OpenClaw für Marktanalysen, Backtests und Orders per Spracheingabe einzubinden, ebenfalls mit Nutzerfreigabe vor Ausführung.

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Fazit: KI als Wettbewerbsvorteil im Krypto-Trading

Kraken verschiebt die Rolle der Börse vom Handelsplatz zur intelligenten Entscheidungshilfe. Für Krypto-Trader ist das marktmechanisch relevant, weil der Zugang zu Signalen, Portfolioanpassungen und Trading-Ideen breiter verteilt wird. Mehr Nutzer könnten schneller auf Marktbewegungen reagieren, ohne selbst professionelle Analysewerkzeuge bedienen zu müssen.

Gleichzeitig bleibt die finale Handelsentscheidung beim Anleger. Gelingt es Kraken, mit seinen KI-Agenten verlässlich bessere und relevantere Empfehlungen als die Konkurrenz zu liefern, könnte genau diese Technologie künftig zum wichtigsten Unterscheidungsmerkmal zwischen Krypto-Börsen werden.