• Strategy verkauft weitere Bitcoin:
    Das Unternehmen hat zuletzt insgesamt 3.588 BTC veräußert und damit rund 216 Millionen US-Dollar eingenommen. Obwohl dies nur einen kleinen Teil der gesamten Bestände ausmacht, sorgt der Schritt für Aufmerksamkeit, da Strategy über Jahre fast ausschließlich als Käufer aufgetreten ist.
  • Bitcoin wird erstmals stärker als Finanzierungsquelle genutzt:
    Die Verkäufe bedeuten nicht automatisch, dass Strategy langfristig pessimistischer auf Bitcoin blickt. Vielmehr können die Bestände inzwischen genutzt werden, um Dividenden, Zinszahlungen und weitere Verpflichtungen zu finanzieren sowie die eigene US-Dollar-Reserve auszubauen.
  • Das bisherige Finanzierungsmodell wird schwieriger:
    Strategy finanzierte zusätzliche Bitcoin-Käufe lange über neue Aktien, Wandelanleihen und weitere Wertpapiere. Der geringere Bewertungsaufschlag der Aktie und der Druck auf einige Vorzugsaktien erschweren es jedoch, auf diesem Weg weiterhin günstig neues Kapital aufzunehmen.
  • Buchverluste steigen deutlich an:
    Strategy hält weiterhin rund 843.775 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von etwa 75.653 US-Dollar je BTC. Durch den starken Kursrückgang belaufen sich die nicht realisierten Verluste derzeit auf mehr als 11 Milliarden US-Dollar.
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Strategy trennt sich von weiteren 3.588 Bitcoin

Strategy hat vor wenigen Tagen erneut Bitcoin verkauft. Insgesamt trennte sich das Unternehmen von 3.588 BTC und nahm dadurch rund 216 Millionen US-Dollar ein. Die Reaktion am Krypto-Markt fiel unmittelbar negativ aus. Die Verkäufe waren allerdings nicht groß genug, um allein einen starken Verkaufsdruck beim Bitcoin-Kurs auszulösen. Vielmehr sorgte der Schritt für Aufmerksamkeit, weil Strategy über Jahre fast ausschließlich als Käufer aufgetreten war. Mit den jüngsten Verkäufen wurde auch das bekannte „Never sell your Bitcoin“-Narrativ aufgeweicht.

Dieses galt lange als wichtiger Bestandteil der Strategie von Michael Saylor und stellte für viele Anleger eine psychologische Stütze dar. Noch wenige Wochen zuvor hatte das Unternehmen seine Bitcoin-Bestände weiter ausgebaut. Bereits Ende Mai hatte Strategy erstmals seit mehreren Jahren wieder Bitcoin verkauft.

Damals wurden lediglich 32 BTC im Wert von rund 2,5 Millionen US-Dollar abgegeben. Der jüngste Verkauf fällt nun deutlich größer aus. Gemessen am gesamten Bestand bleibt die Menge jedoch weiterhin überschaubar. Aktuell hält Strategy noch rund 843.775 Bitcoin.

Warum Strategy erstmals größere Bestände verkauft

Die Verkäufe bedeuten nicht zwangsläufig, dass Strategy seine langfristige Einschätzung zu Bitcoin verändert hat. Vielmehr geht das Unternehmen inzwischen flexibler mit seinen Beständen um. Bitcoin wird nicht mehr ausschließlich als langfristige Reserve betrachtet, sondern kann unter bestimmten Voraussetzungen auch zur Finanzierung laufender Verpflichtungen eingesetzt werden.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die ausgegebenen Vorzugsaktien. Strategy hat in den vergangenen Jahren verschiedene Wertpapiere auf den Markt gebracht, um neues Kapital für zusätzliche Bitcoin-Käufe einzusammeln. Die teilweise hohen Dividenden dieser Vorzugsaktien müssen jedoch regelmäßig ausgezahlt werden.

Darüber hinaus baut das Unternehmen seine US-Dollar-Reserve weiter aus. Anfang Juli belief sich diese bereits auf rund 2,55 Milliarden US-Dollar. Die zusätzlichen liquiden Mittel sollen Strategy mehr finanziellen Spielraum verschaffen und können unter anderem für Dividenden, Zinszahlungen oder mögliche Aktienrückkäufe genutzt werden.

Das bisherige Finanzierungsmodell wird schwieriger

Das Geschäftsmodell von Strategy funktionierte über Jahre nach einem vergleichsweise einfachen Prinzip. Das Unternehmen nahm über neue Aktien, Wandelanleihen und weitere Wertpapiere Kapital auf und investierte die Einnahmen anschließend in Bitcoin.

Besonders attraktiv war dieses Modell, solange die Strategy-Aktie mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber dem Wert der eigenen Bitcoin-Bestände gehandelt wurde. Dadurch konnte das Unternehmen vergleichsweise günstig neues Kapital aufnehmen und weitere Bitcoin kaufen. Mittlerweile hat sich die Ausgangslage verändert. Der Abstand zwischen der Bewertung von Strategy und dem Wert der gehaltenen Bitcoin ist deutlich zurückgegangen. Zudem stehen einige der ausgegebenen Vorzugsaktien unter Druck. Neue Finanzierungen werden dadurch schwieriger und teilweise auch teurer.

Der Rückgang des Bitcoin-Kurses verschärft die Situation zusätzlich. Der durchschnittliche Kaufpreis der gesamten Bestände liegt derzeit bei rund 75.653 US-Dollar je Bitcoin. Beim aktuellen Kurs befindet sich Strategy damit bei einem Buchverlust von mehr als 11 Milliarden US-Dollar. Diese Verluste sind bislang zwar nicht realisiert. Sie zeigen jedoch, wie stark die finanzielle Entwicklung des Unternehmens inzwischen vom Bitcoin-Kurs abhängig ist.


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