- 173 Millionen US-Dollar Schulden:
Der einst führende Bitcoin-Mining-Pool Poolin hat gemeinsam mit zwei US-Tochtergesellschaften Insolvenz angemeldet. - Vom Marktführer auf null:
2019 kontrollierte Poolin rund 18 Prozent der weltweiten Bitcoin-Hashrate. Seit Jahren ist der Anteil faktisch bedeutungslos. - 11.700 Kunden betroffen:
Poolin fror 2022 Guthaben über 163,7 Millionen US-Dollar ein und ersetzte die Forderungen durch IOU-Token. - Mining-Anlagen vor dem Verkauf:
Für zwei Standorte in Westtexas liegt ein Angebot über 52 Millionen US-Dollar vor. Sie gelten als wichtigste Rückgewinnungsquelle. - 👉 Keine blinden Signale, sondern klare Setups: Werde Teil der Trading2Go-Discord-Community und lerne, Krypto-Märkte strukturiert zu analysieren, Risiken einzuordnen und professioneller zu traden.
Vom Krypto-Marktführer zur Insolvenz
Poolin gehörte einst zu den dominierenden Namen im Bitcoin-Mining. Nun hat das in Singapur ansässige Unternehmen gemeinsam mit seinen beiden US-Tochtergesellschaften Lonestar Dream und Lonestar Taproot Insolvenz angemeldet.
Der Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 wurde am 22. Juli in New Jersey eingereicht. Die Verbindlichkeiten werden auf 100 bis 500 Millionen US-Dollar geschätzt – konkret soll Poolin seinen Gläubigern rund 173 Millionen US-Dollar schulden.
WSX News:🚨 Former Bitcoin Mining Giant Poolin Files for Chapter 11 Bankruptcy with $173 Million in Debt
— WallStreetX (@WallStreetXHQ) July 25, 2026
Singapore-based Poolin Technology Pte. Ltd., along with its two U.S. subsidiaries, Lonestar Dream and Lonestar Taproot, has officially filed for Chapter 11 bankruptcy… pic.twitter.com/s28YE6aKe5
Machtfaktor im Bitcoin-Mining
Auf seinem Höhepunkt kontrollierte Poolin einen erheblichen Teil der Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk. Daten von Glassnode zufolge erreichte der Mining-Pool 2019 einen Anteil von etwa 18 Prozent an der weltweiten Hashrate.
Zeitweise wurden über Poolin mehr Bitcoin (BTC) geschürft als über jeden anderen einzelnen Pool. Von dieser Position ist kaum etwas übrig geblieben. Der geschätzte Anteil an der globalen Hashrate liegt bereits seit mehreren Jahren faktisch bei null.
Krypto-Krise mit Ansage
Die Probleme wurden Ende 2022 sichtbar, als Nutzer in den Telegram-Kanälen von Poolin über verzögerte Auszahlungen berichteten. Mitgründer Kevin Pan räumte damals Liquiditätsprobleme ein, erklärte jedoch, die Gelder der Kunden seien sicher.
Wenige Wochen später setzte Poolin Wallet sämtliche Auszahlungen aus. Rund 11.700 Kunden blieben mit eingefrorenen Guthaben im Gesamtwert von 163,7 Millionen US-Dollar zurück. Als Ersatz gab das Unternehmen IOU-Token aus, die die offenen Forderungen der Nutzer abbilden sollten.
Mining-Anlagen als letzter Wert
Ein geplanter Ausbau des Mining-Geschäfts in Texas sollte Poolin zurück auf Wachstumskurs bringen. Das Projekt geriet jedoch ins Stocken, weil sich die Genehmigungen für den Anschluss der Anlagen an das Stromnetz verzögerten.
Nun liegt Beiträgen unter anderem auf X zufolge ein Angebot von Thor CALAP LLC über 52 Millionen US-Dollar für zwei Mining-Standorte in Westtexas vor. Die Anlagen stellen den größten Teil der verbliebenen Unternehmenswerte dar und könnten zur wichtigsten Rückgewinnungsquelle für die Gläubiger werden.

Fazit: Hashrate ist kein Solvenzbeweis
Poolins Absturz legt ein Risiko offen, das in Mining-Statistiken kaum sichtbar wird: Ein großer Anteil an der Bitcoin-Hashrate sagt nichts über Liquidität, Kundengelder oder die Finanzierung des Betreibers aus. Für Miner und Anleger reicht es deshalb nicht, nur auf Rechenleistung und Marktanteile zu schauen.
Ebenso relevant sind Auszahlungsbedingungen, Verwahrstrukturen und die wirtschaftliche Abhängigkeit von einzelnen Standorten. Bei Poolin trafen eingefrorene Kundengelder auf verzögerte Energieprojekte und fehlende Liquidität.
Darin liegt die klare Trennlinie zwischen Netzwerk und Dienstleister: Bitcoin kann technisch stabil weiterlaufen, während ein dominanter Mining-Pool finanziell kollabiert. Wer seine Erträge über einen zentralen Anbieter bündelt, bleibt von dessen Bilanz und Auszahlungsfähigkeit abhängig. Auch eine marktbeherrschende Hashrate bietet davor keinen Schutz.
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