• Gen Z handelt überraschend zurückhaltend:
    Bei TradFi-Perpetuals kommt sie auf durchschnittlich 13 Trades pro Monat, weniger als Millennials, Gen X und Babyboomer.
  • Hebel spielt kaum eine Rolle:
    88,2 Prozent der Gen-Z-Konten bei TradFi-Perpetuals und 98,9 Prozent bei bStocks verzichten auf gehebelte oder inverse ETFs.
  • Ungehebelte ETFs gewinnen deutlich an Gewicht:
    Ihr Anteil am Gen-Z-Handelsvolumen bei Direct Stocks stieg von 14,6 Prozent im Juni auf 25,0 Prozent Anfang August.
  • Kaufen statt zocken:
    Bei Direct Stocks sind 77 Prozent der Gen-Z-Konten Nettoakkumulatoren. Binance sieht Hinweise auf langfristigen Vermögensaufbau und stärkere Diversifikation.
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Krypto-Klischee bröckelt

Gen Z gilt als Anlegergeneration, die mit Kryptowährungen, Memecoins und Trading-Apps groß geworden ist. Die Nutzerdaten von Binance zeichnen nun jedoch ein anderes Bild. Bei den TradFi-Produkten der Börse handelt Gen Z seltener als andere erwerbstätige Altersgruppen und greift weniger häufig zu gehebelten oder inversen Produkten.

Binance Research untersuchte in einer Analyse Direct Stocks, tokenisierte Aktien über bStocks und TradFi-Perpetuals. Das überraschende Muster zieht sich dabei durch alle drei Produktgruppen: Die jüngsten Anleger agieren keineswegs spekulativer als ältere Generationen, sondern in mehreren Bereichen sogar zurückhaltender.

Dabei umfasst Gen Z die Jahrgänge 1997 bis 2012, Millennials 1981 bis 1996, Gen X 1965 bis 1980 und die Babyboomer 1946 bis 1964.

Weniger Trades, weniger Hebel

Bei TradFi-Perpetuals kommt ein Gen-Z-Konto auf durchschnittlich 13 Trades pro Monat. Millennials erreichen 17, Gen X 16,5 und Babyboomer 19. Bei bStocks liegt Gen Z mit drei Trades ebenfalls hinten, bei Direct Stocks sind es acht gegenüber zehn bei Millennials.

Gen Z handelt bei TradFi-Produkten auf Binance seltener als ältere Anleger und gehört auch weniger häufig zu den High-Frequency-Tradern
Gen Z handelt bei TradFi-Produkten auf Binance seltener als ältere Anleger und gehört auch weniger häufig zu den High-Frequency-Tradern. Quelle: Binance Research

Nur 14 Prozent der Gen-Z-Konten bei TradFi-Perpetuals gehören zu den Hochfrequenz-Tradern. Bei Millennials und Gen X sind es jeweils 18 Prozent, bei Babyboomern 16 Prozent. Zudem nutzten 88,2 Prozent der Gen-Z-Perpetual-Konten und 98,9 Prozent der bStocks-Konten keine gehebelten oder inversen ETFs.

Gen Z entdeckt ETFs

Stattdessen gewinnen ungehebelte ETFs an Gewicht. Bei Direct Stocks entfielen im Juni 18,5 Prozent der Gen-Z-Nettozuflüsse auf diese Produkte, im Juli 21,9 Prozent. Der Anteil einzelner Aktien sank von 77,0 auf 74,2 Prozent.

Beim Handelsvolumen stieg der ETF-Anteil von 14,6 Prozent im Juni auf 21,4 Prozent im Juli und 25,0 Prozent Anfang August. Bei Millennials waren es Anfang August nur 9,5 Prozent.

Binance verweist allerdings auf den kurzen Beobachtungszeitraum, da Direct Stocks erst seit Juni 2026 relevante Größenordnungen erreicht.

Kaufen statt verkaufen

22 Prozent der Gen-Z-Konten bei Direct Stocks haben bislang ausschließlich gekauft. Bei Gen X sind es 19 Prozent, bei Babyboomern 9 Prozent und bei Millennials 30 Prozent. Bei bStocks sind 76 Prozent der Gen-Z-Konten Nettoakkumulatoren, bei Direct Stocks 77 Prozent und bei TradFi-Perpetuals 60 Prozent.

Gen Z gehört bei allen drei Anlageklassen mehrheitlich zu den Netto-Käufern. Besonders hoch ist der Anteil bei Aktien und bStocks
Gen Z gehört bei allen drei Anlageklassen mehrheitlich zu den Netto-Käufern. Besonders hoch ist der Anteil bei Aktien und bStocks. Quelle: Binance Research

Obwohl das gesamte Nettoinvestment der Gen Z in Aktien im Juli um 17,4 Prozent sank, gingen die Zuflüsse in ungehebelte ETFs nur um 2,0 Prozent zurück. Einzelaktien verloren 20,4 Prozent, gehebelte Produkte 28,5 Prozent.

Fazit: Warum Gen Z bei Krypto weniger zockt

Die Daten liefern keinen einzelnen Grund dafür, warum Gen Z zurückhaltender handelt. Sie zeigen aber ein anderes Anlageverhalten als das gängige Krypto-Klischee vermuten lässt: weniger Trades, seltener hoher Hebel und ein wachsender Anteil ungehebelter ETFs.

Binance führt das unter anderem auf einen stärkeren Fokus auf langfristigen Vermögensaufbau und Diversifikation zurück. Krypto-Plattformen dienen Gen Z damit offenbar nicht nur zum Spekulieren, sondern zunehmend als Zugang zu einem breiteren Investmentportfolio.

Die Generation, die mit Krypto aufgewachsen ist, scheint digitale Handelsplattformen damit weniger als Casino und stärker als Investment-Infrastruktur zu nutzen.