Bitcoin vs. Stablecoins – Wie die EU Libra und Co regulieren möchte

Immer wieder kommt die Diskussion auf, ob mehr Regulation Bitcoin und dem Krypto Space schadet oder ihm eine gewisse Legitimität einbringt. Nun hat die EU einige Aussichten bezüglich der Regulierung von Stablecoins bekannt gegeben und scheint sich z.B. durch Facebooks Libra in ihrer monetären Machtposition bedroht zu fühlen. In diesem Artikel schauen wir uns an, was genau dahinter steckt und welche Schritte die EU für Bitcoin und Co plant. Viel Spaß!

EU möchte weltweiten Standard in Krypto Regulierung setzen

Auch wenn die Euro Währungsunion und die EU zwei verschiedene Organisationen sind, sind ihre Schicksale doch eng miteinander verbunden. Ähnlich wie bei der weltweit respektierten Datenschutzgrundverordnung, möchte die EU nun auch bei der Regulation von Bitcoin und Stablecoins eine Vorreiterrolle einnehmen.

Obwohl die DSGVO innerhalb der EU stark umstritten war, stellt sie international tatsächlich eine der besten und strengsten Datenschutzgesetzen dar. Viele Staaten orientieren sich an der DSGVO und nehmen diese als Grundlage für eigene Gesetze. Genau dies soll nun auch bei der Regulation von Bitcoin und Stablecoins gelingen.

Leider haben die Regulatoren nicht sonderlich viel über Bitcoin gesprochen sondern vorwiegend über „globale Stablecoins“. Diese Stablecoins scheinen den Regulatoren in Brüssel ein Dorn im Auge sein, denn sie bedrohen die Macht der EZB und des Euros. Der Facebook Coin Libra hat dies zu spüren bekommen, als dem Projekt der Zugang zum europäischen Markt vorerst komplett entzogen wurde und sogar die Entwicklung eingefroren werden musste.

EU möchte Krypto-Innovation fördern

Valdis Dombrovskis ist geschäftsführender Vizepräsident der europäischen Kommission und Kommissar für Wirtschaft und Finanzdienstleistungen. Dombrovskis hat nun in einer Rede auf dem „Digital Finance Outreach 2020“ genauere Details zur geplanten Regulierung bekannt gegeben. Dabei wies er ausdrücklich darauf hin, dass die EU die Chance nicht verpassen darf als Vorbild zu agieren.

Dies ist eine gute Chance für Europa, seine internationale Stellung zu stärken und zu einem globalen Standard zu werden, wobei europäische Unternehmen bei den neuen Technologien für das digitale Finanzwesen führend sind

Die Regulierung von Security Tokens, also Aktienähnlichen Token, ist schon relativ weit fortgeschritten, bei Stablecoins ist dies aber gar nicht der Fall. Deswegen haben einige Mitgliedsstaaten der EU bereits eigene Regeln aufgestellt, was aber einen Flickenteppich aus Unsicherheiten nach sich zieht. Unternehmen und Kryptoprojekte müssten für jedes Land andere Regeln beachten und das Operieren sowie die Innovation würde gebremst.

Um das nun zu verhindern, möchte Dombrovskis bald auf Worte Taten folgen lassen und die Innovation in der ganzen EU fördern und erleichtern. Wie das allerdings im Detail aussehen soll, lies er offen. Immerhin soll bald ein Pilotprogramm starten, bei dem ein experimentelles Umfeld für die Behörden und die Innovatoren geschaffen werden soll.

Mangelnde Rechtssicherheit wird oft als Haupthindernis für die Entwicklung eines soliden Krypto-Marktes in der EU gesehen

Finanzielle und monetäre Stabilität der EU in Gefahr

Dombrovskis Rede enthielt zwar nur wenige Einzelheiten, aber er sagte, dass die EU besonders daran interessiert sei, strengere Regeln für „globale Stablecoins“ einzuführen. Eine genaue Definition beschrieb er dafür nicht. Aber es ist nahe liegend, dass Projekte wie Libra klar im Fokus stehen. Stablecoins, die anstelle traditioneller Fiat-Währungen verwendet und leicht über die EU-Grenzen transferiert werden, sind wohl die erklärten Feinde.

Diese stellen zusätzliche Herausforderungen dar und können die finanzielle und monetäre Stabilität der EU stören. Der grundsätzliche Bewertungsansatz soll hier das Risikoniveau des jeweiligen Projekt sein. Je kleiner und unbedeutender also ein Projekt für die Stabilität der EU ist, desto lascher wird die Regulation ausfallen. Natürlich gilt dies auch andersherum, wobei Dombrovskis hier die Härte und Strenge betont, die Projekte mit hohem Risikopotential erfahren sollen.

Bitcoins Zukunft bleibt ungeklärt

Die große und leider unbeantwortete Frage bleibt allerdings weiterhin, wie die EU mit Bitcoin umgehen will und ob sie darin auch eine Bedrohung sieht. Bereits letztes Jahr hat die Europäische Zentralbank ein Whitepaper zur eigenen CBDC also dem sogenannten E-Euro vorgestellt. Dieser erste Versuch kam in der Kryptoszene allerdings nicht besonders gut an, weil eigentlich nur Vorteile für den Herausgeber des zentralen Netzwerkes entstanden und nicht für deren Nutzer. Bitcoin könnte also von den Behörden noch als Experiment und nicht als wahre Bedrohung gesehen werden, schließlich wurde hier noch relativ wenig reguliert.

Wie immer bleiben wir für dran und halten euch auf dem Laufenden! Schaut unbedingt in unserer Wissensbibliothek vorbei, denn dort tragen wir alles Relevante zusammen, um im Bitcoin Space informiert zu bleiben.

Was denkst du über die Regulationsversuche der EU? Fliegt Bitcoin unter dem Radar der Behörden? Komm in unseren Telegram Chat, sag uns deine Meinung und verbinde dich mit der Community!

 
[Bildquelle: Shutterstock]
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