Noch nicht mal eine Woche ist es her, dass China eine App für die eigene CBDC (Central Bank Digital Curreny, Zentralbankwährung) veröffentlichte. Nun ist sie die Top-App in China. Doch ist Chinas CBDC Wallet eine Gefahr?

e-CNY Wallet am häufigsten gedownloadete App

Die App der chinesischen Volksbank trägt offiziell den Namen „e-CNY (Pilot Version)“. Selbsterklärend handelt es sich bislang noch um eine Testversion. Wie Reuters berichtet, haben sogar nur bestimmte Personen Zugang.

Umso erstaunlicher ist der rasante Aufstieg. Nach nur einem Tag hat es die e-CNY Wallet auf Platz eins des chinesischen App Stores und des chinesischen Xiaomi Markets geschafft. Damit führt die App zwei der größten Marktplätze an.

Um die App überhaupt erst herunterladen zu können, braucht der Nutzer eine Zugangsberechtigung, die ihm von ausgewählten e-CNY Anbietern bereitgestellt werden darf. Außerdem lässt sie sich nur in designierten Städten verwenden.

Die Anwendung steht in direkter Konkurrenz zum chinesischen Dauerbrenner und Alleskönner WeChat. Auch WeChat lässt sich zur Zahlung mit dem Smartphone verwenden. Eine ähnlich wichtige Rolle spielt AliPay als Produkt der Alibaba Gruppe.

In diesen beiden Apps wurde der digitale Yuan ebenfalls eingeführt. Warum das Projekt trotz verminderten Einsatzmöglichkeiten im Vergleich zu seinen Mitbewerbern so populär ist, bleibt fraglich.

Welche Gefahr geht von Chinas CBDC Wallet aus?

CBDC, also digitales Zentralbankgeld, ist in der Krypto-Szene negativ belastet, da es nicht alle Vorteile von Kryptowährungen bietet. Stattdessen handelt es sich um die digitale Version von Fiatwährungen.

Dass ausgerechnet China Interesse an einer solchen Lösung hat, ist daher wenig überraschend. Werden Zahlungen über ein solches System abgewickelt, verkommt der Bürger zum gläsernen Menschen.

Bislang ist der digitale Yuan Chinesen vorbehalten. Künftig sollen auch Ausländer die digitale Währung nutzen können. Am vierten Februar starten die Olympischen Winterspiele in Peking. Bis dahin will China alles vorbereitet haben, um auch den Teilnehmern und ausländischen Zuschauern den digitalen Yuan auszugeben.

In den USA trifft diese Möglichkeit auf wenig Begeisterung. Das Olympische Komitee der USA warnt vor der Verwendung der Währung. China bezeichnet das System als „Digital Currency and Electronic Payment“, kurz DCEP.

Susanne Lyons, Mitglied des Vorstands im Olympischen Komitee, weist in einem Schreiben auf die Gefahren des e-Yuan hin. Sportler will sie dringend davon abhalten, das digitale Geld zu gebrauchen.

Der digitale Yuan ist eine zentralisierte Währung

Sie erklärt, dass die Währung zentralisiert ist und als Produkt der chinesischen Volksbank in direkter Verbindung zur chinesischen Regierung steht. Diese kann jede Transaktion und jedes Konto überwachen.

Erst neulich seien Funktionen eingebunden worden, die feststellen, wo welcher Kunde welches Produkt erwarb. Das Ausmaß dieser Überwachung sei nicht abzuschätzen. WeChat sei bereits in der Vergangenheit missbraucht worden.

So habe die chinesische Regierung unliebsame Personen bedrohen und einsperren können. Drei US-Senatoren unterzeichneten das Schreiben. Es sei von größter Bedeutung, in Anbetracht dieser Bedrohung mit weiteren US-Behörden zusammenzuarbeiten.

Die Sportler sollen vorab über diese Gefahren belehrt werden.

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