Die Regierung in China hat damit begonnen den digitalen Yuan offiziell einzuführen. Central Bank Digital Currency (CBDC) wird dabei zentralisiert herausgegeben, kontrolliert und verwaltet. Damit ist die Wirtschaftsmacht in Fernost die erste große Industrienation, welche eine digitale Form ihrer Landeswährung besitzt.

Als Bitcoin vor mehr als 12 Jahren durch Satoshi Nakamoto gestartet wurde, gab es eine Menge Skepsis. Diese Skepsis hat sich in Teilen bis heute gehalten, weil Kryptowährungen einfach noch so „jung“ sind. In China wird nun eine neue digitale Währung eingeführt werden. Der digitale Yuan, eine sog. Central Bank Digital Currency (CBDC).

Ebenso wie Bitcoin und Co. basiert die digitale Landeswährung auf Blockchain-Technologie. Doch Dezentralität wird vergebens gesucht. Denn CBDC wird von der Zentralbank herausgegeben, kontrolliert und verwaltet. Für die chinesische Bevölkerung ergeben sich dadurch nicht nur Vorteile und für die USA unter Umständen nur Nachteile.

Startschuss für digitalen Yuan in China – und weit mehr Überwachung

Die Regierung in Peking hat damit begonnen neues Geld zu erschaffen. Ja, schon klar. Gelddruckerei von Zentralbanken in Zeiten von Covid-19 sind eigentlich keine aufregende Neuigkeit mehr. Wenn das Geld aber rein digital erschaffen wird, sieht die Sache schon anders aus.

China wird als erste große Industrienation Central Bank Digital Currency (CBDC) einführen. Einen digitalen Yuan also, welcher ebenso wie Kryptowährungen auf Blockchain-Technologie basiert. Nur eben zentralisiert herausgegeben, kontrolliert und verwaltet durch die chinesische Zentralbank People’s Bank of China (PBoC).

Um die Legitimität und Souveränität unserer Währung zu schützen, müssen wir vorausplanen.

CBDC in China wird viele Eigenschaften von Kryptowährungen mit sich bringen. Schnelle Transaktionen, geringe Transaktionsgebühren, Wertstabilität ähnlich der eines Stablecoins (gebunden an den Wert des physischen Yuan), usw. Doch damit enden die Vorteile auch fast schon.

Denn die PBoC gibt die landeseigene Digitalwährung nicht nur heraus, sondern kontrolliert und verwaltet diese auch. Das Maß an Überwachung wird damit in China auf ein völlig neues Niveau angehoben werden. Ein Niveau an Überwachung, wie es die Welt vorher noch nicht erlebt hat.

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Wie der digitale Yuan die USA und andere Industrienationen unter Druck setzt

Doch nicht nur für die chinesische Bevölkerung scheint CBDC im eigenen Land ein Problem zu werden. Auch die USA dürfte nicht begeistert sein vom neuen digitalen Fiatgeld in Fernost. Denn gegenwärtig nutzen die meisten kommerziellen Banken international das US-amerikanische SWIFT-Netzwerk.

Dieses Netzwerk wird von der Regierung in Washington nur zu gerne in Sanktionen einbezogen. Sanktionierte Unternehmen oder Personen können so keine Transaktionen mehr über kommerzielle Banken im Netzwerk durchführen. CBDC, also auch der digitale Yuan, entziehen sich diesem Netzwerk aber.

China hat ein Problem geschaffen für die USA. [CBDC] nimmt Washington einen großen Teil der Sanktionsfähigkeiten.

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Der Schritt von Peking, den digitalen Yuan einzuführen setzt andere Industrienationen unter Druck. Nicht nur die USA, aber besonders die USA. Doch bei der Digitalisierung und Modernisierung des eigenen Finanzsystems will sich die Federal Reserve (Fed) Zeit lassen. Die USA müssen nicht die erste Nation mit CBDC sein. Es müsse nur richtig gemacht werden.

Dieser Schuss könnte nun aber für die US-amerikanische Zentralbank nach hinten losgehen. Denn der US-Senat sieht die Entwicklung eines digitalen US-Dollar als „höchste Priorität“. Ansonsten droht die globale Handelsdominanz der eigenen Währung zu vergehen und den Anschluss an das digitale Währungszeitalter versäumt. Uneinholbar versäumt.

Schlusswort: CBDCs kommen weltweit

CBDC, also digitale Währungen herausgegeben, kontrolliert und verwaltet durch Zentralbanken, wird uns im laufenden und in den folgenden Jahren noch viel beschäftigen. Denn auch in Europa soll ein digitaler Euro kommen – mit all seinen womöglichen Vorteilen, sicher aber all seinen Nachteilen.