Die US-Börsenaufsichtsbehörde erhebt Anklage gegen die Verantwortlichen einer Krypto-Betrugsmasche, die unter dem Namen Forsage firmiert. Elf Personen sollen Profite in Höhe von mehr als 300 Millionen US-Dollar erzielt haben.

Was ist Forsage?

Unter dem Namen Forsage gründeten Vladimir Okhotnikov, Lola Ferrari (Alias), Mikhail Sergeev, und Sergey Maslakov im Januar 2020 ein vermeintliches Krypto-Projekt. Wie die SEC feststellt, vertrieb das Unternehmen jedoch kein tatsächlich existentes Produkt.

Forsage ist ein Pyramiden- und Schneeballsystem wie aus dem Lehrbuch (...) und hatte keine offensichtliche Einnahmequelle, außer den von den Anlegern erhaltenen Geldern. Die Investoren konnten mit Forsage in erster Linie Geld verdienen, indem sie andere in das System einschleusten.

Schreibt die Behörde in einer Beschwerde. Anleger lockte man durch aggressive Werbemaßnahmen, die man etwa auf YouTube vornahm, auf die Webseite Forsage.io. Dort können die Opfer der Betrugsmasche Geld in Form von BUSD, Ether und Tron einzahlen.

Diesen versprach man die Multiplikation des eingänglichen Investments. Forsage beschreibt sich selbst als “Ertragssystem auf Basis eines Smart Contracts.” Die Verantwortlichen erklärten, Forsage sei daher “dezentral und vollkommen sicher.”

Diese Behauptung erwies sich letztlich als Lüge. Einzahlungen gingen direkt an die Betreiber von Forsage. Ein wirklicher Plan, Investitionen der Nutzer zu mehren, besteht nicht. Nach Erkenntnissen der SEC erreichten Forsage Einzahlungen in Höhe von mehr als 300 Millionen US-Dollar.

Wie in einem Schneeballsystem üblich, konnten Anleger selbst profitieren, sofern sie neue Investoren von Einzahlungen überzeugten. Obwohl Forsage erst seit ungefähr zweieinhalb Jahren existiert, forderten mehrere Aufsichtsbehörden die Einstellung des Geschäftsbetriebes.

Das geschah erstmals im September 2020 durch die philippinische Börsenaufsichtsbehörde SEC. Forsage führte seine Geschäfte weiterhin fort. In YouTube-Videos erklärte man die Vorwürfe der Behörden für nichtig.

SEC erhebt Anklage gegen Forsage-Betrüger

Wie die US-amerikanische SEC gestern in einer Pressemitteilung verkündet, erhebt man nun Anklage gegen elf Personen, die man in Verbindung zu Forsage bringt. Der Betrieb der Betrugsmasche erstreckt sich über verschiedene Länder – darunter Russland, Georgien, Indonesien und die USA.

Neben den vier Gründern sind auch Personen von der Anklage betroffen, die Forsage im weiteren Verlauf engagierte, beispielsweise um das Unternehmen in der Öffentlichkeit zu vertreten und die Werbetrommel zu rühren.

Zwei der Angeklagten, die sich in den USA aufhalten, kooperierten bereits mit den Behörden und werden Wiedergutmachung bezahlen.

Die in den USA für Forsage tätigen Promoter firmieren unter dem Namen Crypto Crusaders. Für den deutschen Sprachraum betrieb man unter anderem den YouTube Kanal Forsage Deutsch, den augenscheinlich ein österreichischer Staatsangehöriger verwaltete.

Das Versprechen des Kanals ist gewohnt plakativ. So heißt es dort: “Bis zu 600.000 Euro im Monat verdienen!”

Zwei der vier hauptverantwortlichen Gründer haben ihren Wohnsitz in Moskau. Lola Ferrari, deren echter Name noch immer unbekannt ist, hält sich auf der indonesischen Insel Bali auf.

Okhotnikov, der wohl die führende Rolle bei Forsage übernahm, ist ein russischer Staatsangehöriger, der sich nach Erkenntnissen der SEC in der georgischen Hauptstadt Tiflis aufhält.

Ob die US-Behörden weiterer Angeklagter habhaft werden können, bleibt daher fraglich. Verantwortlich für die Ermittlungen ist mit der Krypto- und Cyber-Einheit eine dedizierte Abteilung innerhalb der SEC.

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