• EU nimmt DeFi ins Visier:
    Das Europäische Parlament soll am 7. Juli über einen Bericht abstimmen, der eine Prüfung neuer Regeln für DeFi, Staking, Lending und NFTs empfiehlt.
  • MiCA vor dem nächsten Schritt:
    Noch entstehen keine neuen Pflichten. Der Bericht dient zunächst als politische Empfehlung an die EU-Kommission für mögliche künftige Regulierung.
  • Euro-Stablecoins erhalten Rückenwind:
    Der Bericht begrüßt ausdrücklich eurobasierte Stablecoins unter MiCA und sieht in ihnen Potenzial für schnellere Zahlungen und einen stärkeren Euro.
  • Einheitliche Krypto-Regeln gefordert:
    Die Abgeordneten sprechen sich gegen nationale Sonderregeln aus und wollen eine möglichst einheitliche Anwendung von MiCA in der gesamten EU.
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Krypto vor neuer Regulierungsrunde?

Die EU-Regulierung für digitale Assets könnte nach MiCA (Markets in Crypto-Assets) in die nächste Runde gehen. Mit einem neuen Bericht hat der Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) des Europäischen Parlaments die EU-Kommission am Freitag aufgefordert, eine Regulierung von DeFi, Krypto-Lending, Borrowing, Staking und NFTs zu prüfen.

Damit rücken genau jene Bereiche in den Fokus, die bislang nur teilweise oder indirekt vom bestehenden MiCA-Rahmen erfasst werden. Für die Krypto-Branche ist das ein deutliches Signal: Nach Börsen und Stablecoins könnten künftig weitere Bereiche reguliert werden.

DeFi im Fokus

Die Empfehlungen stammen aus einer sogenannten Own Initiative Resolution des belgischen EU-Abgeordneten Johan Van Overtveldt. Darin fordert der Ausschuss unter anderem eine Prüfung, ob DeFi-Anwendungen, Staking, Lending, NFTs und tokenisierte Finanzwerte künftig stärker in den europäischen Rechtsrahmen eingebunden werden sollten.

Noch entstehen dadurch keine neuen Pflichten. Zunächst soll das Europäische Parlament am 7. Juli über den Bericht abstimmen.

Die Zeitleiste zeigt den bisherigen Verlauf des Berichts von der Zustimmung im ECON-Ausschuss bis zur geplanten Abstimmung im Europäischen Parlament
Die Zeitleiste zeigt den bisherigen Verlauf des Berichts von der Zustimmung im ECON-Ausschuss bis zur geplanten Abstimmung im Europäischen Parlament. Quelle: Europäisches Parlament

Selbst bei einer Zustimmung würde MiCA nicht automatisch geändert – vielmehr dient das Dokument als politische Empfehlung an die EU-Kommission und zeigt, welche Themen aus Sicht des Parlaments künftig regulatorisch überprüft werden sollten.

MiCA vor dem nächsten Schritt

Der Bericht warnt zugleich vor einer Zersplitterung des europäischen Kryptomarktes. Die Abgeordneten sprechen sich für eine einheitliche Anwendung von MiCA in allen Mitgliedstaaten aus und warnen vor zusätzlichen nationalen Sonderregeln.

Parallel überprüft die EU-Kommission bereits, ob der bestehende Rechtsrahmen weiterentwickelt werden sollte. Dazu startete sie im Mai eine öffentliche Konsultation, die Empfehlungen des Parlaments könnten in diesen Prozess einfließen.

Gleichzeitig endet am 1. Juli die MiCA-Übergangsfrist. Ab diesem Zeitpunkt benötigen Krypto-Dienstleister grundsätzlich eine entsprechende Zulassung, um ihre Leistungen innerhalb der EU anzubieten.

👉 Alles zur MiCA-Übergangsfrist findest Du auch in unserem ausführlichen Artikel zu diesem Thema.

Euro-Stablecoins erhalten Rückenwind

Auffällig ist auch der veränderte Ton gegenüber Stablecoins.

Während Berichterstatter Johan Van Overtveldt nach den Turbulenzen rund um Silicon Valley Bank, Signature Bank und Silvergate Bank im Jahr 2023 auf X sogar ein Verbot von Kryptowährungen gefordert hatte, begrüßt der aktuelle Bericht ausdrücklich die Entwicklung eurobasierter Stablecoins unter MiCA.

Nach Ansicht der Abgeordneten können sie Innovationen im Zahlungsverkehr fördern, grenzüberschreitende Überweisungen beschleunigen und die internationale Rolle des Euro stärken. Gleichzeitig betont der Ausschuss die Notwendigkeit klarer Vorgaben für Liquiditäts- und Krisenmanagement.

Fazit: Krypto bleibt im Fokus der EU

Neue Regeln gibt es bislang nicht, die Themen, mit denen sich die EU als Nächstes beschäftigen will, liegen aber bereits auf dem Tisch: DeFi, Staking, Lending und NFTs gehören dazu.

Für Unternehmen und Entwickler ist das ein wichtiger Hinweis darauf, welche Bereiche in den kommenden Jahren stärker in den Fokus der Aufsicht rücken könnten.