Digitaler Euro unausweichlich: EZB will CBDC als Zusatz zum Bargeld

Es war das erste Mal, dass Christine Lagarde vor der deutsch-französischen Parlamentsversammlung sprach. Und die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) stellte klar, dass nach ihrer Vision ein digitaler Euro kein Geldersatz wäre, sondern ein Zusatz.

Während wir uns hauptsächlich mit Bitcoin (BTC) und anderen Kryptowährungen beschäftigen, dürfen wir die Entwicklungen rund um Central Bank Digital Currency (CBDC) nicht aus dem Auge verlieren. Am Ende sind diese nationalen, von Zentralbanken kontrollierten Kryptowährungen bzw. Stablecoins schließlich etwas, das kommen wird. Wohl zunächst in China, aber definitiv auch in anderen Teilen der Erde. Und die Europäische Union (EU) in Brüssel arbeitet bereits an einer digitalen, europäischen Gemeinschaftswährung.

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EZB-Präsidentin spricht vor der deutsch-französischen Parlamentsversammlung

Es wird ernster in Sachen CBDC in Europa. Erst vor kurzem berichteten wir, dass die EU sowohl Krypto-Regulationen anstrebt, als auch die Einführung einer digitalen Gemeinschaftswährung. Wenngleich zuletzt noch von EZB-Präsidentin Christine Lagarde angemerkt wurde, dass der digitale Euro noch keine beschlossene Sache sei, führt doch kaum ein Weg daran vorbei. Denn andere Nationen, darunter auch China, werden eine landeseigene, von der Zentralbank kontrollierte Kryptowährung herausbringen.

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Christine Lagarde sprach nun vor der deutsch-französischen Parlamentsversammlung in Frankfurt am 21. September 2020. Sie gewährte dabei Einsichten in die Vision der EZB bzgl. eines digitalen Euros. Die deutsch-französische Parlamentsversammlung wurde im Jahr 2019 gegründet und besteht aus 50 Bundestagsabgeordneten und 50 Parlamentariern aus Frankreich. Hauptbestandteil der Aufgaben dieser Versammlung sind die deutsch-französischen Beziehungen und die Umsetzung gemeinsamer Werte.

Digitaler Euro kein Ersatz für den Euro

In der Rede von Christine Lagarde vor der Versammlung ging vor allem um die anhaltende Coronakrise, Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft, aber eben auch um den digitalen Euro. Denn CBDC ist spätestens seit den laufenden Praxistests in China in den Köpfen der Zentralbanken anderer Nationen angekommen. Eine der Kernaussagen der EZB-Präsidentin dabei, war die Folgende:

In einer vermehrt digitalen Wirtschaft müssen wir aber auch die Stärke und Autonomie der europäischen Zahlungssysteme sicherstellen. Das Eurosystem verfolgt dieses Ziel durch aktive Initiativen. Wir untersuchen aber auch die Vorteile, Risiken und Herausforderungen zur Einführung eines digitalen Euros. Dieser digitale Euro könnte ein Zusatz für Geld darstellen, allerdings keinen Ersatz. Aber wohl eine Alternative zu privaten, digitalen Währungen, um sicherzustellen, dass souveränes Geld im Kern der europäischen Zahlungssysteme verbleibt.

Lagarde reiht sich damit in eine Denkweise innerhalb Europas ein, die annimmt, dass ein digitaler Euro nicht mit dem Euro konkurrieren würde. Beide Euros könnten nebeneinander existieren und miteinander im konventionellen Bankensystem operieren. Gleichzeitig wird angenommen, dass die Bereitschaft zur Adoption von privaten Kryptowährungen abnehme, da eine digitale Lösung vonseiten der Zentralbanken existiert.

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Die Zukunft in Europa soll digital werden

Diese Denkweise darf gut und gerne angezweifelt werden. Nichtsdestotrotz existiert sie und wird wohl oder übel den Weg für den digitalen Euro ebnen. Zeitgleich will die EU aber auch Kryptowährungen in bestehende, traditionelle Finanzsysteme implementieren. Eine entsprechende Regulation auf einer Ebene mit traditionellen Finanzinstrumenten ist dabei ein wichtiger, erster Schritt.

Doch ebenso wie Christine Lagarde in Frankfurt, legen auch EU Dokumente ein hohes Augenmerk auf Autonomie. Denn diese Autonomie sehen viele Politiker in Europa als gefährdet, wenn es um die Entwicklung einer neuen, digitalen, europäischen Zahlungsinfrastruktur geht. Hierzu erklärten zuletzt auch 16 europäische Banken eine Zusammenarbeit, um ein solches digitales, europäisches Zahlungssystem bis 2022 in Betrieb nehmen zu können. Wir bleiben wie immer dran und berichten täglich für euch.

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