- MSCI verzichtet vorerst auf den Ausschluss von Krypto-Treasury-Unternehmen:
Der Indexanbieter MSCI hält Unternehmen mit hohem Anteil digitaler Vermögenswerte zunächst weiter in seinen Indizes. Ein unmittelbarer Rauswurf von sogenannten Digital Asset Treasury Companies bleibt damit aus. - Strategy reagiert deutlich positiv:
Die Aktie legte um rund fünf Prozent zu. Zuvor hatten Märkte ein hohes Delisting-Risiko eingepreist, das mit der Entscheidung kurzfristig entfällt. - Zwangsverkäufe durch passive Fonds bleiben aus:
Ein Indexausschluss hätte automatische Abflüsse aus ETFs und indexnahen Fonds ausgelöst. Diese potenziell milliardenschweren Verkäufe bleiben nun vorerst aus und entlasten das Segment. - MSCI bleibt vorsichtig und kündigt weitere Prüfungen an:
Der Indexanbieter plant eine genauere Unterscheidung zwischen operativ tätigen Unternehmen und rein investiven Krypto-Treasury-Strukturen. Eine spätere Neubewertung ist ausdrücklich nicht ausgeschlossen. - ⚡Bitcoin & Krypto handeln leicht gemacht!
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MSCI lässt Krypto-Treasury-Unternehmen vorerst in Indizes
Der Indexanbieter Morgan Stanley Capital International (MSCI) hat entschieden, Unternehmen mit umfangreichen Beständen digitaler Vermögenswerte vorerst nicht aus seinen Indizes auszuschließen. Die Entscheidung betrifft sogenannte Digital Asset Treasury Companies (DATCOs) und sorgte unmittelbar für positive Marktreaktionen. Besonders deutlich fiel diese bei Strategy, dem von Michael Saylor geführten Krypto-Treasury-Unternehmen, aus. Nach Bekanntgabe der Entscheidung legte die Aktie um rund 5 % zu.

Was MSCI konkret entschieden hat
In einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung erklärte MSCI, dass Unternehmen, deren digitale Vermögenswerte 50 % oder mehr der Bilanzsumme ausmachen, zunächst weiterhin indexfähig bleiben. Gleichzeitig kündigte der Indexanbieter jedoch eine umfassendere Konsultation an.
👉 Ziel dieser Überprüfung ist es, künftig klarer zwischen klassischen Investmentgesellschaften und operativ tätigen Unternehmen zu unterscheiden, die digitale Vermögenswerte als Teil ihres Kerngeschäfts halten.
MSCI betonte dabei erneut seinen Grundsatz, Indizes zu konstruieren, die primär die Performance operativer Unternehmen abbilden und Firmen ausschließen sollen, deren Haupttätigkeit rein investitionsorientiert ist.
MSCI decided not to exclude digital asset treasury companies from its Global Standard Indexes at the Feb 2026 review.
— Darkfost (@Darkfost_Coc) January 7, 2026
Today everyone will talk about it and likely misinterpret what was actually said, so here is the official statement.
However, this is not a green light or a… https://t.co/Zxz8Ca0dTq pic.twitter.com/R1jmJCRRx4
Warum die Entscheidung für den Markt wichtig ist
Ein sofortiger Ausschluss von Krypto-Treasury-Unternehmen hätte erhebliche Folgen gehabt. Da viele dieser Firmen Teil großer MSCI-Indizes sind, hätten passive Fonds und ETFs gezwungenermaßen Positionen abbauen müssen. Marktbeobachter schätzten mögliche Kapitalabflüsse auf mehrere Milliarden US-Dollar.
Durch die Entscheidung bleiben Nachfrage, Liquidität und institutioneller Besitz digitaler Vermögenswerte zunächst erhalten. Gleichzeitig wird verhindert, dass Treasury-Strategien abrupt aus dem institutionellen Anlageuniversum gedrängt werden.
💡 Strategy gilt als das größte Krypto-Treasury-Unternehmen weltweit. Das Unternehmen hält aktuell 673.783 Bitcoin und steht damit sinnbildlich für den institutionellen Treasury-Trend der Jahre 2024 und 2025.
Während die Aktie im regulären Handel am Dienstag zunächst um rund 4,1 Prozent fiel, drehte sie nach der MSCI-Mitteilung deutlich ins Plus. Die Kursreaktion zeigt, wie sensibel der Markt auf regulatorische und indexrelevante Entscheidungen reagiert.
Krypto-Treasuries bleiben unter Beobachtung
Trotz der positiven Kurzfristreaktion ist die Debatte nicht beendet. MSCI macht deutlich, dass die langfristige Behandlung von DATCOs noch nicht final entschieden ist. Eine differenziertere Indexlogik könnte künftig dazu führen, dass einzelne Treasury-Modelle neu bewertet werden.
Der Trend selbst bleibt jedoch stark: Mehr als 190 börsennotierte Unternehmen halten mittlerweile Bitcoin in ihren Bilanzen. Zusätzlich haben zahlreiche Firmen in den vergangenen zwölf Monaten auch Ethereum, Solana und andere Altcoins als Treasury-Assets eingeführt.
Fazit: Aufschub statt endgültiger Entwarnung
Die Entscheidung von MSCI verschafft Bitcoin-Treasury-Unternehmen wie Strategy kurzfristig Luft. Der Verbleib in wichtigen Indizes sichert weiterhin passive Kapitalzuflüsse und verhindert abrupten Verkaufsdruck durch indexnahe Investoren. Gleichzeitig ist klar, dass es sich nicht um eine endgültige Entwarnung handelt. MSCI hat eine umfassendere Überprüfung angekündigt, bei der künftig stärker zwischen operativen Geschäftsmodellen und rein investitionsgetriebenen Strukturen unterschieden werden soll.
Für den Markt bleibt damit eine zentrale Frage offen: Wie dauerhaft ist die Akzeptanz von Bitcoin als strategisches Bilanzinstrument im traditionellen Indexuniversum? Kurzfristig überwiegt die Erleichterung, mittelfristig hängt viel davon ab, wie MSCI seine Kriterien weiterentwickelt und ob sich Krypto-Treasury-Modelle als stabiler Bestandteil institutioneller Portfolios etablieren können.